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Veröffentlicht am 30.03.2026

„Es ist alles eins. Verstehst Du?“

Das Mädchen, das den Mond trank
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Für mich war die Geschichte ein literarischer Hochgenuss mit Potential zum Klassiker, der meiner Meinung nach nicht allein für Kinder ab 10 Jahre geeignet ist. Sie sollte altersunabhängig gelesen werden, ...

Für mich war die Geschichte ein literarischer Hochgenuss mit Potential zum Klassiker, der meiner Meinung nach nicht allein für Kinder ab 10 Jahre geeignet ist. Sie sollte altersunabhängig gelesen werden, da sie bisweilen sehr tiefgründige Botschaften enthält, die die meisten Kinder so wahrscheinlich noch gar nicht erkennen werden.

Schon der bisweilen sprachlich etwas alt anmutende märchenhafte Erzählstil mit seinen Geschichten in der Geschichte ist in der heutigen Literatur eher seltener vertreten und vielen Menschen nicht mehr so richtig zugänglich.
Es geht um eine böse Hexe, die aber nicht böse ist; eine Mutter, der das Kind weggenommen wird und die sich dagegen wehrt; einen jungen Mann, der entgegen den geltenden Sitten gegen die Hexe zu Felde ziehen will, die den Müttern die Kinder wegnimmt. Dazu kommt ein Mädchen, das einst die Magie des Mondes trank und deren Kräfte und Erinnerungen erwachen; ein wahrhaft winziger Drache mit einem riesigen Herzen und ein uraltes Sumpfmonster, dass vielleicht der Sumpf selbst ist oder die Welt oder ein Gedicht.

In dieser Mischung aus Fantasy und Märchen geht es um Freundschaft, Mut, versteckte Sehnsüchte und immer wieder um den Umgang mit Verlust und Trauer. Alles wurde in stimmungsvolle und bisweilen auch lustige Texte eingebettet und lässt sich prima lesen, sofern man gewillt ist, sich darauf einzulassen.

Ich kann das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen und um es mit den letzten Sätzen des Buches zu sagen:

"Vielleicht findet sie dort das Wesen. Oder sie wird das Wesen. Oder sie wird der Sumpf. Oder ein Gedicht. Oder die Welt selbst. Denn alles ist eins."

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Vielleicht könnte ich auch zaubern, wenn ich genügend „Vitamin B“ hätte?

Haus Ashford - Magie verpflichtet
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Stephen Oakwood ist in London aufgewachsen und schlägt sich nun als junger Mann eher schlecht als recht durch das Leben. Denn dieses macht es ihm nicht leicht. Die Mutter nie wirklich kennen gelernt, da ...

Stephen Oakwood ist in London aufgewachsen und schlägt sich nun als junger Mann eher schlecht als recht durch das Leben. Denn dieses macht es ihm nicht leicht. Die Mutter nie wirklich kennen gelernt, da sie die Familie sehr früh verlassen hat, der Vater seit geraumer Zeit verschwunden, hohe Lebenshaltungskosten bei geringem Einkommen – da geht es ihm wie so manchem jungen Menschen auch, kaum Perspektiven für das Leben.
Und dann ist da auch noch die Drucraft, die seine Zeit in Anspruch nimmt. Sein Vater hat ihm versucht die ersten Grundlagen im Umgang mit seiner magische Begabung zu vermitteln. Aber seit dessen Verschwinden steht er allein da – und muss experimentieren. Seine Jugendfreunde können ihm dabei nicht helfen denn, Magie, mal ehrlich, das hat sich doch einer nur ausgedacht .
Und als wäre das Leben nicht schon kompliziert genug taucht plötzlich die bucklige Verwandtschaft auf.

Der Roman besticht durch ein komplexes Magiesystem in dem sowohl Magie und Technologie als auch magische Gesellschaft und reale Gesellschaft nebeneinander und miteinander existieren. Das eine schließt das andere nicht aus.
Gelungen finde ich die pseudophysikalischen Gesetzmäßigkeiten der Drucraft bei der Nutzung der die Welt durchwirkenden magischen Energie, der Essentia. Dadurch sind in der Nutzung allem auch Regeln und Grenzen gesetzt. Dieser gedankliche Ansatz passt gut in unsere technologische Gesellschaft. Essentia kann wie ein Rohstoff angesehen werden, der nur in bestimmten Rahmen regenerativ ist. Und dass führt zur Ausbildung von Clanstrukturen in der magischen Gesellschaft – je besser man an Essentia herankommt und ein gewisses Monopol darauf halten kann, um so mehr Macht hat man. Darauf basieren ganze Konzernkonstellationen.

Doch was bedeutet das für das Leseerlebnis?
Benedict Jacka erzählt alles aus der Ich-Perspektive von Stephen. Und damit werden die komplexen Beziehungen und Verflechtungen, denen der junge Protagonist sich gegenüber sieht greifbar. Man selbst kann sein persönliches Dilemma durchaus nachempfinden – er will aus dem gesellschaftlichen Tief seiner Lebenswelt hinaus, ohne jedoch in die der magischen Welt tiefer hineingezogen zu werden. Denn dann wäre er vom Regen in die Traufe gekommen.

Das Buch ist der Auftaktband einer neuen, vielversprechenden Romanreihe. Ob sie wieder so umfangreich wird wie die Alex Verus -Reihe bleibt abzuwarten. Doch es würde mich freuen, solange der Handlungsstoff sich nicht zu schnell erschöpft.
Mich konnte das Buch begeistern.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Gediegener Serienauftakt, von dem ich persönlich jedoch etwas mehr erwartet habe

Dragons in Secret - Jadeblut
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Der neue Romanserienauftakt hat alles, was man vom Autor erwartet: junge Protagonisten, die auf ihre Art etwas aus der ihnen zugedachten gesellschaftlichen Rolle fallen. Locker, flockige Sprüche bis hin ...

Der neue Romanserienauftakt hat alles, was man vom Autor erwartet: junge Protagonisten, die auf ihre Art etwas aus der ihnen zugedachten gesellschaftlichen Rolle fallen. Locker, flockige Sprüche bis hin zu leichtem Slapstick und eine Handlung, die zunächst recht geradlinig erscheint, dann jedoch verzweigte Handlungsstränge aufweist, die bis zum Ende des Bandes nicht unbedingt aufgeklärt werden.
Die jungen Protagonisten Ashley, Caleb, Jacob und Grayson sind sind mit ihren Ecken und Kanten sehr detailreich ausgearbeitet und es bereitet Vergnügen ihnen bei ihrer Entwicklung zu folgen. Auch auf Zac, Ashleys Ziehbruder trifft das zu.
Alle anderen Charaktere bleiben jedoch etwas oberflächlich dahinter zurück. Selbstverständlich ist es nicht notwendig jeden auftretenden Charakter so detailliert auszuarbeiten, doch manchmal fehlt mir persönlich da etwas.
Dann ist da noch Drachix, der magische Begleiter von Ashley. Er sorgt mit seiner Art und Weise für Slapstick und Auflockerung von Situationen. Meist finde ich das gut, manchmal jedoch auch ein wenig zu gewollt.

Und dann sind da einige Dinge, die den Roman zwar in keiner Weise irgendwie schlechter machen, aber die mich einfach „anpiecksen“.
Das Verhältnis von Drachen zu Katzen ist für mich absolut übertrieben. Die Drachen leben jetzt seit mehreren Jahrhunderten unter uns. Gut, es wird erwähnt, dass in ihrer Welt Katzen halt etwas gewaltiger sind, als hier bei uns. Aber sie müssen als Art schon ein sehr genetisches Gedächtnis haben, dass sie so panisch reagieren und sich dies über die Zeiten hinweg anscheinend nicht aberziehen konnten. Das sind Sidekicks, die nicht unbedingt benötigt werden.
Dann ist da noch die Frage nach dem Warum des schon in Hass ausuferndem Verhältnis der Drachenjäger zur Drachengesellschaft. Doch da wird in den Folgebänden wohl mehr zu offenbart werden.

Woran es aus meiner Sicht immer ein wenig in den Fantasyromanen von Andreas Suchanek fehlt ist der Hintergrund der Magie. Es handelt sich um ein Urban-Setting, also um Handlungen innerhalb unserer Erlebniswelt. Da fehlt es mir stellenweise an einem plausiblen Magiekonzept. Es ist nicht so, dass sie irgendwie Handlungsträger sein müsste oder bis ins kleinste erläutert. Doch hier sind allein die Drachenwandlungen für mich schon nicht stimmig. Von durchschnittlicher menschlicher Größe zu überdimensionalen Drachen und zurück. Gut, dass es mit Wandlungsschmerzen beschrieben wird ist immerhin schon etwas. Doch so große Masseunterschiede?

Um es einmal zusammenfassend zu sagen. Der Auftakt ist trotz der Schwächen, die er für mich persönlich hat, gelungen. Gerade jungen Lesern, die vielleicht abseits der ganzen Romance Geschichten einmal Fantasy in einem modernen Setting versuchen wollen, sollte die Geschichte ansprechen können.
Für mich kommt der Autor leider nicht so recht aus seiner normalen Komfortzone heraus.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Eine Kriminalgeschichte in der elisabethanischen Ära

Lady Grace Mysteries
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In „Giftmord“ hält die 13jährige Hofjungfer Grace in ihrem Tagebuch die Ereignisse rund um ihr Verlöbnis am Valentinstag 1569 fest. Elisabeth I. hat Lady Grace nach dem Tod von deren Mutter in ihren Hofstaat ...

In „Giftmord“ hält die 13jährige Hofjungfer Grace in ihrem Tagebuch die Ereignisse rund um ihr Verlöbnis am Valentinstag 1569 fest. Elisabeth I. hat Lady Grace nach dem Tod von deren Mutter in ihren Hofstaat aufgenommen und lässt ihr besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Dazu gehört, dass sie 3 Anwärter um die Hand von Grace auserkoren hat. Als einer der drei Männer anscheinend von einem der Rivalen ermordet wird, beginnt Grace zu ermitteln.

Obwohl das Buch einige kleinere Längen hatte, in denen ich mir die Handlung etwas straffer gewünscht hätte, hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Grace als Protagonisten ist in ihrem Selbstbewusstsein zwar dem modernen Mädchenbild etwas angepasst, doch der Zeitgeist der elisabethanischen Ära kommt zu jeder Zeit gut zum Tragen. Denn trotz Grace‘ sehr unabhängigen Ermittlungen werden immer wieder die möglichen Folgen ihres Handelns hervorgehoben, so dass man die Stellung der Frau im damaligen sozialen Gefüge gut nachvollziehen kann.
Die Erzählperspektive einer Tagebuchschreiberin macht die ganz Handlung für junge Leser nahbar und emotional annehmbar. Wenn man sich darauf einlässt, wird das Buch so zum Erlebnis.
Das Glossar am Ende sorgt dafür, dass die Lesenden auch ihnen unbekannt Begriffe nachschlagen können. Also kommt zur schönen Geschichte noch ein „Bildungsfaktor“ hinzu.

Eine kleine Kritik meinerseits gibt es zur möglichen zu starken Übersetzung von englischen Begrifflichkeiten. Beispielsweise der Begriff „Koller“. Im Glossar wird dieser erläutert. So weit so gut. Ich denke, dass in der Originalausgabe „Partlet“ stand, eben die englischsprachige Bezeichnung für dieses Kleidungsstück. Man muss nicht immer alles übersetzen, vor allem dann nicht, wenn die Übersetzung in den eigenen Sprachgebrauch auch erst einer Erläuterung bedarf.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Fantasy ja, Mittelalter

Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich
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Ritter werden zu wollen ist ein ganz gängiges Motiv in der Kinderliteratur, gerade für recht junge Leser. Und das Umfeld der Handlung kann absolut vielfältig sein, ähnelt aber immer einem mittelalterlichen ...

Ritter werden zu wollen ist ein ganz gängiges Motiv in der Kinderliteratur, gerade für recht junge Leser. Und das Umfeld der Handlung kann absolut vielfältig sein, ähnelt aber immer einem mittelalterlichen Umfeld. Wo sonst sollten für uns Ritter auch herkommen?!
Hier wurde jedoch mit einem Abenteuer im Mittelalter geworben. Nur weil im Text regelmäßig das 12. Jahrhundert erwähnt wird, ist die Gesamtdarstellung der Handlung kein Mittelalter. Positiv finde ich die Darstellung der Lebenssituation von Tyl selbst. Das passt. Auch, dass sein Vater ihn bereits im Kindesalter des Hauses verweist. Nicht passend finde ich die Situation von Tyls älterem Bruder, der aus so ärmlichen Verhältnissen kommend, am Hofe zum Ritter ausgebildet werden soll. Das ist reine Fantasy. Und der Rest des gesamten Buches auch.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es eine schlecht erzählte Geschichte für Kinder ist. Die Bewerbung des Buches ist lediglich irreführend und vermittelt geschichtsinteressierten Kindern ein falsches Mittelalterbild.
Bisweilen werden einige der im Buch vorkommende Charaktere nur oberflächlich angeschnitten und die Handlung wirkt an einigen Stellen auch etwas unlogisch, als ob kurze Handlungsstücke fehlen. Aber vielleicht kommt da ja mehr in nachfolgenden Bänden, so dass sich dann eine schöne Gesamthandlung ergibt.

Für die Zielgruppe ist das Buch altersgerecht herausgegeben worden. Es gibt kurze Kapitel, die durch Vignetten noch weiter in kürzere Leseabschnitte unterteilt werden. Mir persönlich sind es ein paar zu viel. Dadurch wirkt der Platz im Buch optisch öfter unnötig flächenfüllend geteilt.
Die schwarz weißen Illustrationen von Raymund Frey sind passend eingefügt und unterstützen aber die Stimmung der Handlung gut.

Zusammenfassend betrachtet ist es ein solides Kinderbuch. Da es sich um einen Serienauftakt handelt bleibt zu hoffen, dass sich inhaltlich noch Einiges anpassen und entwickeln wird, damit es zu einer besseren Kinderbuchreihe heranreift.

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