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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2019

24 Kapitel für 24 aufregende Tage bis Weihnachten

13 Weihnachtstrolle machen Ärger
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Das Buch ist wunderbar genial. Ich habe es natürlich vollständig gelesen; meinem Sohn habe ich die ersten drei Kapitel probeweise abends vorgelesen. Und ja, jetzt fände er es auch toll, wenn es einen Adventskalender ...

Das Buch ist wunderbar genial. Ich habe es natürlich vollständig gelesen; meinem Sohn habe ich die ersten drei Kapitel probeweise abends vorgelesen. Und ja, jetzt fände er es auch toll, wenn es einen Adventskalender geben würde, durch den man den Weihnachtsmann vielleicht doch einmal besuchen könnte. Ich fürchte, ich werde ab dem 01. Dezember das Buch jeden Tag und dann vollständig zum Besten geben dürfen.

Aber die Erlebnisse der Geschwister Mila (bekennende Weihnachtsliebhaberin und absolute Tierfreundin) und ihres Bruders Jonas (eher der Weihnachtspragmatiker) sind auch abenteuerlich und fantasievoll beschrieben.
Kinder können sowohl die Empfindungen der Beiden, als auch den ganzen Trubel der Weihnachtsmänner im Weihnachtsdorf nachvollziehen und in der Geschichte ganz mit aufgehen.

Besonders schön fand ich die Lösung für die etwas wilden, streichlustigen Trolle zum Ende der Geschichte. Immerhin sind es ja 13 Trolle mit ihrer Trollmutter – ich sage nur Island!

Ich kann auch dieses Kinderbuch nur herzlich empfehlen. Es spricht sowohl Mädchen als Jungen an. Der Verlag richtet sich vorzugsweise an Kinder ab 8 Jahren, doch ich denke bei der tollen Kapiteleinteilung kann man getrost bei 6jährigen mit dem Vorlesen anch.fangen. Bei kommt es ins Leseregal.

Veröffentlicht am 13.10.2019

Chapeau!

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherkrieg
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Zum Abschluss der Trilogie geht es noch einmal hoch her. Alle Lebensgeschichten der Haupthelden werden aufgelöst – Wer ist Kani wirklich? Steckt in Sam mehr als ein Dieb? Gibt es eine Zukunft für die Wesen ...

Zum Abschluss der Trilogie geht es noch einmal hoch her. Alle Lebensgeschichten der Haupthelden werden aufgelöst – Wer ist Kani wirklich? Steckt in Sam mehr als ein Dieb? Gibt es eine Zukunft für die Wesen Paramythias in Mythia?

Da waren so viele Fragen zu jeder einzelnen Figur, die für mich rund um vollständig, fantastisch und märchenhaft erzählt beantwortet werden.
Und hier möchte ich eine Stärke der gesamten Reihe oder vielleicht auch generell des Erzählstils des Autors hervorheben. Ich hatte zuvor ja nur den ersten Band – Bücherstadt gelesen. Dort wird man ja eigentlich in die gesamte Handlung eingeführt (Das war bereits fabelhaft-märchenhaft). Und doch hatte ich so gar kein Problem mit dem Beginn der Handlung dieses Bandes. Selbstverständlich habe ich beim Lesen gemerkt, dass zwischenzeitlich eine Menge passiert ist und doch; dieses Nichtwissen hat mich nicht daran gehindert eine wunderschöne Geschichte wie aus 1001 Nacht zu erleben.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich die Geschichte auch ohne jegliche Vorkenntnisse des Geschehens verstanden und gemocht hätte. Und meine Antwort lautet eindeutig – ja. Sicher wird das Leseerlebnis noch schöner und und die Beziehung zu den Charakteren noch tiefer wenn man die gesamte Trilogie der Reihe nach liest, aber Akram El-Bahay hat für mich das tolle Talent eines wirklich guten Geschichtenerzählers Handlung, Personen und Erzählabschnitte so zu gestalten, dass ich zu jeder Zeit das Buch aufschlagen und an nahezu jedem Kapitel die Geschichte aufnehmen kann. Ich finde das einfach genial. Chapeau!

Was soll ich da noch lange ausführen?
Das Buch steht selbstverständlich in meinem Fanregal. Es sollte jeden Leser orientalisch, ein wenig märchenhaft gehaltener Highfantasy vollständig begeistern können.

Veröffentlicht am 22.09.2019

Der bisher fantastischste Band der Reihe

Vespasian: Das Blut des Bruders
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Der Band führt zu Beginn die Zeit Vespasians in Britannien fort. Wie gewohnt ausführlich und für mein Empfinden sehr gut werden die Kampfsituationen beschrieben. Da der Autor jedoch auch das Druidentum, ...

Der Band führt zu Beginn die Zeit Vespasians in Britannien fort. Wie gewohnt ausführlich und für mein Empfinden sehr gut werden die Kampfsituationen beschrieben. Da der Autor jedoch auch das Druidentum, dass ja in Britannien einen hohen Stellenwert besaß mit in die Auseinandersetzungen einbezieht, kommen hier so allerlei in Fantastische gehende Beschreibungen mit ins Spiel. Wie die Druiden Angst und Schrecken verbreiten wird mit einer Mischung aus wissenschaftlich Erklärlichem und übernatürlich Anmutendem beschrieben. Letzteres kommt gerade bei der Beschreibung von Myrdin (Merlin) und den kultischen Opferhandlungen der Druiden zum Tragen. Ich fand diese Art der Darstellung jedoch gekonnt angebracht, da sie die Konfrontation der Römer mit dieser absolut anderen und für sie unerklärlichen Geisteswelt der Brittaniener nach erlebbar macht. Das hat mir sehr gut gefallen; ein Hauch von Mystizismus halt.

Der zweite Teil des Buches führt Vespasian zurück nach Rom, in das politische Spiel seiner Zeit, das ihm bisher weder lag, noch gefiel. Und hier zeigt sich die offensichtliche Entwicklung des Charakters von Vespasian. War er zuvor immer Spielball in den Intrigen der Mächtigen gewesen und ist den Wendungen des Lebens eher unwillig gefolgt, wird er bis zum Ende dieses Buches selbst zum Player und zunehmend zum Machtmenschen. Eine weitere Entwicklung, die mir gut gefällt.

Erich Wittenberg, dass muss ich wohl nicht weiter betonen, ist für mich ein herausragend guter Sprecher, der allen Figuren Leben und Charakter verleiht.

Also, auch dieses Hörbuch ist in meinem Fanregal gelandet. Und wer römische Geschichte spannend und mit einem Hauch von Hollywood aufgearbeitet mag, sollte auch einmal reinhören.

Veröffentlicht am 21.09.2019

Ein eher unkonventioneller Start in die Hexenausbildung

Green Witch
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Green Witch ist im Kern ein klassisches Abenteuer für moderne Mädchen. Lizzy, die Heldin des Romans soll die Ausbildung zur Kräuterhexe antreten und darf ihre beste Freundin Stina mit zu ihrer Tante, die ...

Green Witch ist im Kern ein klassisches Abenteuer für moderne Mädchen. Lizzy, die Heldin des Romans soll die Ausbildung zur Kräuterhexe antreten und darf ihre beste Freundin Stina mit zu ihrer Tante, die sie ausbilden soll mitnehmen. Doch wie das heutzutage so ist, darf Stina als normaler Mensch nicht mitbekommen, dass es kein normaler Ferienaufenthalt ist. Aber das Geheimnis vor ihrer besten Freundin zu hüten, die noch dazu richtig aufgeweckt ist und im Gegensatz zu Lizzy einen hundertprozentigen grünen Daumen hat, kann ja doch nicht so richtig funktionieren. Und zu allem Überfluss verkompliziert sich die ganze Angelegenheit, da sich auch eine Meerhexe um die Ausbildung bemüht hat und Lizzy sich eindeutig selber eher als solche, denn als Kräuterhexe sieht. Aber das Hexenbuch hatte ja entschieden. Oder gibt es da noch einen Ausweg?

Mir hat die sprachliche Gestaltung der Dialoge zwischen den Jugendlichen ziemlich gut gefallen. Ich fühlte mich auf so manchen Schulhof in den Unterrichtspausen versetzt. Da reden die Jugendlichen ziemlich ähnlich. Das machte gerade die beiden jungen Heldinnen als Charaktere glaubwürdig. Zudem geht die Autorin in der Geschichte darauf ein, ob man bisweilen nicht doch mit konventionell alten Traditionen brechen und neue Wege beschreiten sollte, wenn das Leben es erfordert. Und natürlich steht die Freundschaft als Thema über allem. Die gelungene Mischung der Themen macht die Geschichte zu einem schönem Abenteuerbuch für Kinder und Jugendliche. Auf einen Nachfolgeband bin ich gespannt.

Ich empfehle das Buch gerne, auch wenn es in erster Linie überwiegend nur Mädchen ansprechen wird. Aber es gehört definitiv in ein gutes Kinder- und Jugendbuchregal.

Veröffentlicht am 15.09.2019

Dämonenjäger und Moral

Im Blut der Dämonenjäger
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Die besondere Gabe der 15jährigen Anjani wurde von ihrem Vater in all den Jahren unterdrückt. Denn nur so war es möglich, dass sie vor Dämonen und deren Jägern verborgen ganz normal aufwachsen konnte. ...

Die besondere Gabe der 15jährigen Anjani wurde von ihrem Vater in all den Jahren unterdrückt. Denn nur so war es möglich, dass sie vor Dämonen und deren Jägern verborgen ganz normal aufwachsen konnte. Doch sie selbst hat zunehmend gespürt, dass sie zu den Dämonenjägern gehört und dass es für alle Menschen in ihrer Umgebung besser ist, wenn sie sich zu diesen bekennt und mit ihnen zieht. Doch Dämonenjäger sehen in sich und ihrer Existenz einzig und allein das Töten der Dämonen als Lebenssinn. Und dazu ist es überlebenswichtig sich selbst von allen Emotionen abzuschneiden. Doch kann man das wirklich und was bleibt von einem selbst, wenn man es tut? Anjani ist durchaus nicht überzeugt, dass das der richtige Weg ist.

Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, hat mir auch dieses Buch von Lucian Caligo wieder sehr gefallen. Ich mag den Schreibstil, der ohne viel sprachlichen Schnickschnack auskommt. Zudem ist es wieder einmal ein echt klassischer Highfantasy Roman, der ohne tragische Liebesbeziehung auskommt. Das finde ich toll.
Und mir gefiel das Nachwort des Autors. Dort ging er erläuternd auf seine Sicht zum Thema emanzipierte Heldin ein. Schön, dass eine Heldin kein „Megamachowoman-Prinzesspüppchen“ sein muss, um als Heldin durchgehen zu können.

Kleiner und einziger Kritikpunkt am Rande – der Höhepunkt der Romanhandlung. Dieser kam für mich ein wenig zu unentwickelt daher. Da es im gesamten Roman immer wieder um Fragen von Moral und emotionaler Entwicklung geht, ist die Konfliktlösung im Entscheidungskampf dann doch ein wenig zu erleuchtet. Da fehlte mir irgendwas.

Aber wie ich schon sagte, unter dem Strich steht ein absolut lesenswerter Roman. Er wird allen Fantasylesern gefallen, die klassische Highfantasysettings bevorzugen, aber auch Charakterentwicklungen miterleben möchten.