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Veröffentlicht am 02.09.2021

Mutig auf Fremde zugehen

Kasi Kauz und die komische Krähe (Kasi Kauz 1)
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„Was haben die Tiere nur gegen dich? Du tust ihnen doch nichts“, sagt er nachdenklich vor sich hin und beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. (S.32)

In einer sehr schön kurz und knackig gehaltenen ...

„Was haben die Tiere nur gegen dich? Du tust ihnen doch nichts“, sagt er nachdenklich vor sich hin und beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. (S.32)

In einer sehr schön kurz und knackig gehaltenen Geschichte bringt Oliver Wnuk bereits Vorschulkinder und auch deren Eltern den Umgang mit Akzeptanz dem Fremden und Neuen gegenüber näher.
Dabei hat der Autor die Tiere, die sich besonders über den „Fremdling“ aufregen gut gewählt, zumindest für meinen Geschmack. Denn da wäre als erstes das fleißige Eichhörnchen, dass sofort und gleich bekümmert ist, ob denn noch genügend Nahrung für sich übrig bleibt, ohne zu wissen, was oder wieviel der Neuzugang überhaupt benötig, und das zudem selbst mehr gehortet hat, als es jemals benötigen würde. Dazu kommt die Ente Frau Schnatter-Schnabel, die dem komischen Vogel gleich sehr argwöhnisch gegenübersteht, da er einfach ganz anders aussieht und viel farbenprächtiger als sie selbst ist. Und als letzten in der Runde gibt es noch Susi Wildschwein, die sich sofort riesige Sorgen macht, ob nicht ihre Frischlinge auf dem Speiseplan des Vogels stehen könnten.
Als Erwachsener ist man eigentlich gleich in der Lage die Anspielungen zu verstehen und selber einmal sein eigenes Verhaltensmuster zu reflektieren. Als Kind jedoch findet man die Auseinandersetzung des kleinen Kauzes Kasi mit diesen drei Tieren schon spannend.

Zudem möchte ich gerne auf die schönen Illustrationen von Matthias Derenbach hinweisen. Sie sprechen nicht nur Kinder an und unterstützen den Inhalt optisch wirklich sehr gut, so dass ich finde, dass das Buch auch bereits 4jährigen Kindern gut vorgelesen werden kann.

Fazit:
Ich halte das Buch nicht nur pädagogisch für wertvoll, sondern generell gut und liebevoll erzählt. Die Geschichte als solches ist leicht lesbar, so dass Grundschüler so etwa ab der Hälfte der zweiten Klasse die Geschichte auch sicher selber lesen können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2021

Schade, aber der Band ist mir zu verklärt

Roman Quest - Gefahr in der Arena (Roman Quest 3)
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Der dritte Band lässt mich eher etwas ratlos zurück.

Nachdem ein wenig Ordnung in das Leben von Juba, Fronto und Ursula eingekehrt ist, erhalten sie von Ihrer Beschützerin den Auftrag nach Jonathan ben ...

Der dritte Band lässt mich eher etwas ratlos zurück.

Nachdem ein wenig Ordnung in das Leben von Juba, Fronto und Ursula eingekehrt ist, erhalten sie von Ihrer Beschützerin den Auftrag nach Jonathan ben Mordecai zu suchen, der Ihnen bei Ihrem Kampf gegen Kaiser Domitian helfen könnte. Um diesen zu finden schließen sie sich einer wandernden Schaustellertruppe an.

Soweit, so gut. Die Handlung des Buches nimmt den Leser mit in die Welt der Arenen und zeigt, was die römische Welt unter Unterhaltung verstand. Dabei hat die Autorin die für unser heutiges Verständnis teils sehr brutalen Vorführungen gekonnt entschärft, so dass die Geschichte für Kinder gut lesbar bleibt.
Etwas zu leicht, schnell und konfliktlos wird mir jedoch die Entwicklung von Ursula, die in diesem Band im Vordergrund steht, dargestellt.
Zu Beginn des Buches ist sie nach ihren Erlebnissen aus dem zweiten Band gerade erst eine überzeugte Druidin geworden und vollzieht jetzt ohne irgendwelches Hinterfragen sogleich die Wandlung zur Christin, nachdem sie Jonathan etwas besser kennenlernt. Und klar, alle, inklusive ihres Bruders Juba, der als Stoiker noch tief in der traditionellen römischen Lebensweise verankert ist, nehmen das auch so hin.

Es tut mir leid, das war mir alles etwas zu oberflächlich, auch für ein Kinderbuch. Ansonsten ist Band 3 mit seinen lateinischen Kapitelüberschriften und deren Erläuterung am Ende des Buches für ältere Kinder gut lesbar und dahingehend auch lehrreich.

"Gefahr in der Arena" ist abgesehen von der für meinen Geschmack etwas verklärten Hinwendung zum Christentum aber immer noch ein schön zu lesendes Abenteuer das Jungen und Mädchen die Geschichte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts näher bringt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.08.2021

Historische Entwicklungen in märchenhafter Fantasy aufgearbeitet sollte gelesen werden

Ministry of Souls – Das Schattentor
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Das Buch ist wieder einmal ein sehr gelungenes Zusammenspiel zwischen tradierter europäischer Vorstellungs- und orientalischer Legendenwelt.
Auf der einen Seite haben wir das etwas düstere, schmuddelige, ...

Das Buch ist wieder einmal ein sehr gelungenes Zusammenspiel zwischen tradierter europäischer Vorstellungs- und orientalischer Legendenwelt.
Auf der einen Seite haben wir das etwas düstere, schmuddelige, aber industriell und expansorisch aufstrebende britische Weltreich mit seiner Hauptstadt London. Irgendwie ist alles etwas trist, düster und „very british“ durchorganisiert. Der Leser begegnet dem heruntergekommenen Whitechapel ebenso wie dem strukturierten und durchorganisierten Ministerium für endgültige Angelegenheiten, in dem die herumstreifenden Seelen Verstorbener ordnungsgemäß katalogisiert und aufbewahrt werden, bis sie in die Zwischenwelt verbracht werden können.
Die andere Seite, die Orientalische und Exotische mit ihren reichhaltigen Sagen und Legenden fliest über Geschichten um die Zwischenwelt, die Medinat almutaa, die alten Schriften über Magie, Beschwörungen und die orientalischen Geister mit ein. Besonders die Rolle des Antagonisten, eines Ifrit, eines Rachegeistes wird in seiner Rolle gekonnt in die Handlung eingebaut.
Alle auftretenden Charaktere erschienen mir gut durchdacht und sehr vielschichtig ausgearbeitet. Es ist, als hätte jeder von ihnen mehr als nur einen ersten, oberflächlichen Wesenszug, denn im Handlungsverlauf entwickelt sich eigentlich jeder und zeigte neue Facetten.

Zusammenfassend bleibt mir nur zu sagen, dass mir das Buch wieder einmal sehr gefallen hat. Ich mag die Symbiose von Orient und Okzident ebenso wie den offenen Anklang der Betrachtung des britischen Kolonialismus; und das alles zu sehr gut lesbarer Fantasy verarbeitet. Wer genau liest bekommt auch viel, vor allem zum Denken.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2021

Vorurteile – einmal von der tierischen Seite

Luna Wunderwald, Band 5: Ein Luchs mit Liebeskummer
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Da Luchse in der freien Wildbahn Europas häufig von Wilderern geschossen werden, hat sich Lunas Vater entschlossen, drei Jungtiere in einem Gehege aufzunehmen. Als sie ankommen beginnt jedoch der Ärger, ...

Da Luchse in der freien Wildbahn Europas häufig von Wilderern geschossen werden, hat sich Lunas Vater entschlossen, drei Jungtiere in einem Gehege aufzunehmen. Als sie ankommen beginnt jedoch der Ärger, denn der Luchs Pamino hat Liebeskummer, die Tiere des heimischen Waldes entwickeln vor lauter Panik Vorurteile gegenüber den Neuankömmlingen und der Musiklehrer Herr Jupiter benimmt sich sehr eigenartig.

Auch dieser Band aus der Reihe „Luna Wunderwald“ von Usch Luhn hält auf kindgerechte Weise interessante Themen bereit.
Da ist der Aufhänger der Geschichte, der Liebeskummer von Pamino. Denn die Menschen können ja leider seinen Trennungsschmerz von Pamina nicht verstehen.
Dann geht die Hauptgeschichte um die Zauberflöte und ihre Geschichte in die nächste Runde. Denn anscheinend hat Herr Jupiter eine viel engere und ganz anders als bisher von Luna erahnte Beziehung zu der Flöte.
Aber Kern der eigentlichen Handlung ist die Auseinandersetzung der heimischen Wildtiere mit dem Thema des Zuzugs der neuen Nachbarn. Irgendwie kann ich schon verstehen, dass sie Angst vor den Luchsen haben. Diese Raubkatzen sind in der Gegend ja nicht mehr heimisch und nun haben die Waldtiere Angst, dass sie von diesen gejagt werden könnten. Vorurteile jedoch hoch zu puschen, bevor man sich ein eigenes Bild darüber machen kann, wie denn das nachbarschaftliche Verhältnis aussehen soll, ist ja nicht wirklich hilfreich. Und da bleibt die Frage, ob Luna hier weiter helfen kann.

Ich finde dass man gerade dieses Thema wunderbar aufgreifen und auch in den Grundschulunterricht einbauen kann, denn die Geschichte lässt sich wieder sehr gut lesen und ist in sinnvolle Kapitel unterteilt. Und die Illustrationen von Lisa Brenner sind einmal mehr Hammer. So macht das ganze Buch als Gesamtpaket auch Spaß.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2021

Punchy vor!

Flüsterwald - Durch das Portal der Zeit (Flüsterwald, Bd. 3)
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Nachdem im vorhergehenden Band Ella ihren Großvater gefunden hatte, gehen die Freunde nun daran diesen aus seinem Gefängnis zu befreien. Doch dazu müssen sie in die 80er Jahre zurückreisen. Und wie das ...

Nachdem im vorhergehenden Band Ella ihren Großvater gefunden hatte, gehen die Freunde nun daran diesen aus seinem Gefängnis zu befreien. Doch dazu müssen sie in die 80er Jahre zurückreisen. Und wie das so mit Zeitreisen ist, gibt es viel zu beachten, will man die Zeitlinie nicht verändern.
In den 80ern angekommen erlebt die ganze Gruppe den Flüsterwald und deren Bewohner, wie sie sie gar nicht kannten. Doch genau an dem Tag, an dem Lukas und seine Freunde ankamen kommen auch alle Ereignisse in Gang, die zu der Welt führen, die die Kinder heute kennen.

Im dritten Band liegt der Fokus zunehmend auf der Handlung an sich, immerhin sind alle Charaktere mittlerweile gut eingeführt. Und obwohl der Aufhänger, die Befreiungsaktion des Professors wieder bei den menschlichen Charakteren liegt, rückt der Fokus in diesem Band mehr auf die Bewohner des Flüsterwaldes, speziell auf Felicitas und ihre Familie. Dadurch werden zum Teil neue Handlungsströme ausgelöst, aber auch das Verständnis für Felicitas Charakter erhöht. Super toll, super spannend!
Mein persönlicher Favorit, Punchy war auch „voll in Action“. Und obwohl ich gar kein Katzenmensch bin – Punchy würde ich nehmen.

Auch wenn es den für Andreas Suchanek so typischen Cliffhanger am Ende des Kinderbuches nicht gibt, hat der Autor es doch geschafft die Leseneugier und damit Lesefreude auf den nächsten Band bei mir zu generieren.
Zum Glück, gab es die Neuigkeit vom Autor, dass es bis Band 8 weitergeht!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere