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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2020

Eine gelungene Fortsetzung

Outlander - Das flammende Kreuz
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Anlässlich des baldigen Serienstarts der fünften Staffel von Outlander, habe ich den Band „Das flammende Kreuz“ von Diana Gabaldon gelesen.
Die Handlung knüpft direkt an den vierten Band an und man befindet ...

Anlässlich des baldigen Serienstarts der fünften Staffel von Outlander, habe ich den Band „Das flammende Kreuz“ von Diana Gabaldon gelesen.
Die Handlung knüpft direkt an den vierten Band an und man befindet sich in North Carolina im Jahr 1770. Jamie und Claire Fraser haben in den britischen Kolonien Nordamerikas Fuß gefasst, doch die Ruhe und der Frieden auf ihrem Anwesen Fraser’s Ridge sind trügerisch. Denn unter den immer zahlreicher einwandernden Siedlern gärt es, immer unwilliger nehmen die Einwohner der Kolonien die Bevormundung durch die britische Zentralregierung hin. Als es zu ersten Aufständen kommt, muss auch Jamie sich entscheiden, auf wessen Seite er stehen will. Und für Claire ist die Situation noch schlimmer: Sie weiß, dass die nahenden Unabhängigkeitskriege ihre und Jamies Liebe auf die härteste Probe seit Langem stellen werden.

Mit seinen 1356 Seiten ist die Neuauflage aus dem Knaur-Verlag keine schnelle „Gute Nacht Lektüre“. Dazu tragen auch die vielen verschiedenen Handlungsstränge bei, die zwischenzeitlich sehr verworren sind und doch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit von Seiten des Lesers fordern. Offene Fragen aus den vorangegangenen Bänden werden wieder aufgegriffen, weiter gestrickt und vereinzelt aufgelöst. Dies bringt eine enorme Spannung mit sich, da man das Buch nur ungern beiseitelegen möchte, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Oft habe ich mich bis spät in die nacht lesend vorgefunden, da ich einfach keinen Punkt fand, um beruhigt einschlafen zu können.
Auch der Schreibstil der Autorin trägt dazu bei, dass man die Geschichte sehr gerne liest. So beschreibt sie sämtliche Sinneseindrücke bis ins kleinste Detail und man bekommt das Gefühl, als stünde man mit Jamie auf dem Schlachtfeld oder wäre man bei einer von Claires Operationen anwesend. Man erlebt die Geschichte nicht durch die Augen der Protagonisten, sondern lebt mitten unter ihnen. Doch auch wenn ich voll des Lobes für diese anschauliche Art des Erzählers bin, war es mir stellenweise doch zu viel des Guten. Gerade an Passagen, an denen sich die Ereignisse überschlagen und man nur Augen für den Fortgang der Handlung hat, habe ich die eher herauszögernden und seitenfüllenden Beschreibungen sehr flott überlesen.
Zu Jamie und Claire bleibt mir wenig zu sagen. Die beiden sind ein phantastisches Duo, zwei Seelenverwandte, zwei Kämpfernaturen. Ihre Beziehung zueinander ist immer für eine Überraschung gut, sie stehen füreinander ein und zeigen sich ihr Liebe, die sie über die Jahrhunderte hinweg zusammengehalten hat. Die intimen Momente der zwei sind unter Umständen etwas weniger als aus den vorherigen Bänden gewohnt, was für mich aber keinen Abbruch tut. Zudem haben sich Brianna und Roger sehr weiterentwickelt, was mich besonders freut, denn vor allem Brianna fand ich bis vor Kurzem noch sehr unnahbar und unfreundlich. Wenn ich auch nicht verstanden habe, was Roger an ihr findet, so ist mir dies nun um so klarer geworden.
Daneben spielen auch alle anderen leibgewonnenen Charaktere beständig weiter ihre Rolle in diesem Band.
Besonders gerne lese ich die Passagen, die Claire in der Ich-Form erzählt, doch auch die in der dritten Person gehaltenen Kapitel tragen zum Gesamtbild bei, obwohl letztere teilweise zu viele für meinen Geschmack waren.

Wenn man sich erst einmal durch das etwas langweilige „Gathering“ zu Beginn des Buches gekämpft hat, nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und jeder Fan der Highlandsaga wird dabei auf seine Kosten kommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2020

Lesenswert

Two can keep a secret
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Nach ihrem Debütroman „One of us is lying“ (2018) veröffentlichte die amerikanischen Autorin Karen M. McManus dieses Jahr ihr zweites Buch: „Two can keep a secret“.

Es geht darin um Ellery, die die dunkle ...


Nach ihrem Debütroman „One of us is lying“ (2018) veröffentlichte die amerikanischen Autorin Karen M. McManus dieses Jahr ihr zweites Buch: „Two can keep a secret“.

Es geht darin um Ellery, die die dunkle Vergangenheit der Kleinstadt Echo Ridge nur allzu gut kennt. Erst verschwand dort ihre Tante spurlos, dann wurde vor fünf Jahren die Homecoming Queen der Highschool ermordet. Ausgerechnet dahin muss Ellery nun mit ihrem Zwillingsbruder Ezra ziehen. Dort erwartet die beiden eine Großmutter, die eine Fremde für sie ist. Als aus dem Nichts Morddrohungen gegen die zukünftige Homecoming Queen ausgesprochen werden, ermittelt Ellery auf eigene Faust. Dabei lernt sie Malcolm kennen, den jüngeren Bruder des Hauptverdächtigen. Dann verschwindet wieder ein Mädchen und plötzlich steht jeder unter Verdacht …

Das Cover folgt der Logik des ersten Bandes und verrät erneut nichts über den Inhalt, passt aber meiner Meinung nach gut zu diesem Thriller. Es wirkt mysteriös.

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven. Auf der einen Seite Ellery, die als Nichte der ersten Verschwundenen und potenzielle neue Homecoming Queen ein weiteres Opfer des Mörders werden könnte. Ihre große Leidenschaft ist das Lesen von True Crime Stories, weshalb sie überlegt, später Anwältin zu werden. Schon bald entwickelt sie daher ihre eigenen Theorien zur Aufklärung des Falls. So wird Malcolm, aus dessen Sicht der Leser eine zweite Sichtweise auf die Geschehnisse erhält, auf sie aufmerksam. Er ist als Bruder des Hauptverdächtigen seit jeher unbeliebt bei seinen Mitschülern und hat nur wenige Freunde. Später wird der Außenseiter sogar selbst zum Verdächtigen.
Die beiden Protagonisten waren mir gleich sympathisch. Ihre Handlungsweise fand ich zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und authentisch. Dennoch hätten sie mehr Farbe bekommen können. Die Verliebtheit, die sich zwischen den beiden entwickelt, geht für meinen Geschmack ein bisschen unter.

Bis die Handlung richtig in Fahrt kommt, passiert so viel und doch irgendwie auch nichts. Der Mordfall und die Aufklärung jedoch sind sehr spannend erzählt. Der flüssige Schreibstil lässt einen geradezu über die Seiten hinwegfegen und man stellt bald seine eigenen Theorien auf, wer der Täter sein könnte. Die Spuren hat die Autorin so vielfältig gelegt, dass die tatsächlich Auflösung sehr überrascht. Sie zeichnet sich erst fast zum Schluss ab. Der letzte Satz des Buches hat mich tief betroffen.

Alles in allem ist es ein lesenswerter Roman für jeden, der gerne Thriller liest.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2019

Gelungenes Finale

Perfect Gentlemen - Präsidenten sind zum Küssen da
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Mit dem Band "Präsidenten sind zum Küssen da" schließt sich die fünfteilige Buchreihe rund um den Präsidenten Zack Hayes und seine besten Freunde seit Schulzeiten - die Perfect Gentlemen - ab. Theoretisch ...

Mit dem Band "Präsidenten sind zum Küssen da" schließt sich die fünfteilige Buchreihe rund um den Präsidenten Zack Hayes und seine besten Freunde seit Schulzeiten - die Perfect Gentlemen - ab. Theoretisch könnte es von den übrigen Teilen losgelöst gelesen werden, da überall die zum Verständnis nötigen Details aus der Vergangenheit erneut eingearbeitet wurden. Dies ist zudem insofern hilfreich, da es eine sehr komplexe Handlung mit vielen Schauplätzen und verworrenen Intrigen ist, welche sich nun über ca. drei Jahren hinzog. Man muss schon gut bei der Sache bleiben, um nicht den Überblick zu verlieren.

Auch im letzten Teil arbeiten die Perfect Gentlemen erneut daran, die Verschwörung rund um ihren Freund und Präsidenten Zack Hayes aufzudecken, der gemeinsam mit seiner langjährigen Pressesprecherin und gleichzeitig großen Liebe im Zentrum dieses Romans steht. Die Männer machen dabei gerade sehr gute Fortschritte, als es plötzlich danach aussieht, als sei Zack sein persönliches Happy End doch nicht vergönnt und die Russen hätten erreicht, was sie schon seit mehreren Generationen geplant hatten.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein wirklich gelungener Abschluss einer spannenden, emotionalen und zugleich romantischen Geschichte. Ich mochte alle Charaktere von Anfang an ausnahmslos. Jeder und jede hat auf seine eigene Weise etwas sehr interessantes an sich. Schön ist, dass in diesem Band sehr deutlich geworden ist, welche unterschiedlichen Gefühle in Zack gegeneinander ankämpfen, obwohl er bisher immer sehr bedacht und beherrscht gewirkt hat: Der Präsident, der an sein Volk zu denken hat, der Mensch, der angesichts der Bedrohung in Angst gerät, der Mann, der so viel Zeit wie möglich mit seiner großen Liebe verbringen möchte.
Auch die Kapitel aus Elizabth’s Sicht sind wichtig und helfen dem Leser, selbst an der Entschlüsselung der Verschwörung teilzuhaben. Dabei ist die Lösung des Falls keinesfalls offensichtlich gewesen und es blieb bis zum Schluss absolut spannend. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich diesen Ausgang so nicht habe kommen sehen.
Mein persönlicher Kritikpunkt ist die Tatsache, dass sich die romantischen/erotischen Szenen nicht so mühelos in das Gesamtkonzept einfügen, sondern eher etwas gezwungen platziert wirken. Natürlich gehören solche Momente in einem Roman dieses Genres dazu, doch habe ich größtenteils eher schnell darüber hinweggelesen, da ich von der Handlung so gefesselt war und unbedingt wissen musste, wie es weitergeht.

Tatsächlich bin ich etwas traurig, dass dieses Abenteuer nun zu Ende ist. Doch die Autorinnen haben es geschafft, der Geschichte einen wirklich tollen Schluss zu geben und der Ausblick in die Zukunft der Perfekt Gentleman hat nur bestätigt, was in den fünf Bänden deutlich wurde. Gemeinsam mit ihren Frauen können sie als eine riesengroße Familie glücklich bis an ihr Lebensende werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2019

Happy End mit Zwischenstopps

Cinder & Ella
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Ich habe dieses Buch gelesen, da ich zum einen ungern Bücher beiseitelege, solange es noch eine Fortsetzung gibt, und ich zum anderen neugierig war, ob die teilweise eher verhaltenen Bewertungen meinem ...

Ich habe dieses Buch gelesen, da ich zum einen ungern Bücher beiseitelege, solange es noch eine Fortsetzung gibt, und ich zum anderen neugierig war, ob die teilweise eher verhaltenen Bewertungen meinem Empfinden entsprechen würden. Soviel vorweg - teils, teils....
Um nicht die Spannung zu verderben, werde ich den Inhalt so ungenau wie möglich halten. Dieser ist ganz ok, jedoch erneut sehr konstruiert und für meinen Geschmack noch unrealistischer als im ersten Band. So erscheint mir gut ein Drittel des Buches nur dazu bestimmt, Ellas Selbstzweifel in sämtlichen verschiedenen Situationen in den Vordergrund zu stellen, wobei keinerlei ernste Weiterentwicklung stattfindet. Und das, obwohl Ella inzwischen in Hollywood eine extrem gefragte Person ist und sich die Creme de la Creme um eine Zusammenarbeit mit ihr reißt - Agenten, Regisseure, Fotografen und Stars. Trotzdem jammert sie immer wieder aufs Neue mit den identischen Argumenten herum und ihr Cinder (Brian) ist quasi nur noch die Rückendeckung (ohne eigene Geschichte) in all diesen Momenten, die sie erneut zusammenbrechen lassen.

Schade ist, dass man scheinbar dachte, es bräuchte eine Vielzahl an neuen Personen, nur um Ella zu demonstrieren, wie wunderschön sie doch trotz ihrer Narben ist. Da hätte man definitiv etwas kürzen können, dafür die wichtigen Personen nicht ebenfalls nur so am Rande auftauchen lassen sollen.

Aber es gibt natürlich durchaus etwas Positives zu sagen. Wie in Band eins ist Brian ein gnadenloser Romantiker, der nie um einen schnulzigen Spruch verlegen ist. Auch die Schlagabtausche der beiden sind nach wie vor lustig zu lesen und das Ende des Buches ist wirklich ein Happy End, das mich zum schmunzeln gebracht hat und es mir erleichtert, die trotz allem lieb gewonnenen Charaktere gehen zu lassen.

Insgesamt empfehle ich daher das Buch, wenn man noch eine Dosis von Ellas Kampf mit ihren Selbstzweifeln und Ängsten sowie Brians Hingabe und bedingungslose Liebe nötig hat und zudem ein Reihe nicht unvollendet lassen möchte. Außerdem lässt es sich schnell lesen und ist daher keine anstrengende Lektüre, der man vollste Konzentration widmen müsste.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Ein Buch mit viel Herzblut

Wie der Kakao erfunden wurde
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Um nicht zu spoilern, werde ich an dieser Stelle nichts von der Handlung verraten. Vielmehr möchte ich es als ein Gesamtkunstwerk würdigen. Es ist ein sehr süßes Buch, das nicht nur für Kinder absprechend ...

Um nicht zu spoilern, werde ich an dieser Stelle nichts von der Handlung verraten. Vielmehr möchte ich es als ein Gesamtkunstwerk würdigen. Es ist ein sehr süßes Buch, das nicht nur für Kinder absprechend ist. Die Geschichte, wie die schönste Katze Russlands den Kakao erfand, ist liebevoll erzählt und bindet den Leser immer wieder direkt in das Geschehen ein. Die Illustrationen sind definitiv ein riesiges Highlight und laden den Betrachter auf eine spannende Entdeckungsreise ein. Die wunderschönen Zeichnungen bringen schon die Kleinsten zum Staunen und regen die Phantasie an. Das abschließende Kakaorezept musste natürlich umgehend selbst verkostet werden.
Außerdem warten wir schon gespannt darauf, was der Kater als Nächstes erlebt.

Ich finde, dass sich das Buch auch wunderbar als ein ganz besonderes Geschenk eignet, denn es steckt viel Liebe zum Detail in jeder einzelnen Seite.