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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2020

Eine unkonventionelle, aber realistische Liebesgeschichte

Als du mich sahst
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Als ich das Cover gesehen habe, wollte ich dieses Buch sofort lesen. Es trifft genau meinen Geschmack und passt auch nach dem Lesen für mein Empfinden super dazu.

Ich kann es schon gut verstehen, dass ...

Als ich das Cover gesehen habe, wollte ich dieses Buch sofort lesen. Es trifft genau meinen Geschmack und passt auch nach dem Lesen für mein Empfinden super dazu.

Ich kann es schon gut verstehen, dass sich die Protagonistin Solène sich in den heißen Frontman - Hayes- der Boygroup „August Moon“ verliebt. Und das, obwohl sie zwanzig Jahre älter ist als er und sie ihn nur durch Zufall trifft, als sie ihre 12-jährige Tochter samt deren Freundinnen zu einem Meet and Greet der Band begleitet.

Das anfängliche Geplänkel der beiden hat mir sehr gefallen. Man hat sofort gemerkt, dass sie auf einer Wellenlänge sind und sich gegenseitig äußerst anziehend finden. Leider hat sich die Beziehung der beiden über das Buch hinweg mehr zu einer Bettgeschichte als zu einer tatsächlichen Partnerschaft entwickelt, obwohl Hayes seine Liebe zu ihr gerne öffentlich gemacht hätte. Solène hingegen wollte ihren jungen Liebhaber geheim halten, weil sie negative Reaktionen ihres Umfelds fürchtete. So hat sie ihren Freund auch lange vor ihrer eigenen Tochter geheim gehalten, was ich jedoch irgendwie nachvollziehen kann, da diese ein großer Fan der Band war.

So gerne ich die attraktive, intelligente, kunstverständige Solène auch anfangs mochte, desto mehr ärgerte mich ihr Verhalten im Laufe der Zeit. Durch gelegentliche Vorausschauen im Roman bekommt man als Leser schnell das Gefühl, dass Solène es nicht ernst mit Hayes meint und schon von Anfang an ein Ablaufdatum für diese Beziehung vorgesehen hat.
Dabei ist der Frontmann der Band ein wirklich toller Mensch. Trotz seiner erst 20 Jahre ist er sehr reif und zukunftsorientiert. Er ist interessiert an Kunst, was Solène ihm hoch anrechnet. Er kann sich in ihre Welt mühelos einfügen und würde seine BoyBand für sie aufgeben. Er ist sentimental und gefühlvoll - ein absoluter Traumtyp eben. Ich fand ihn sehr authentisch.

Der Schreibstil in „Als du mich sahst“ ist sehr angenehm und gut zu lesen. Es ist eine Mischung aus gehobenen Wörtern und Alltagssprache. Lediglich die vielen Ausschweifungen über Kunstgeschichte, Kunst im Allgemeinen und Modelabels waren mir auf Dauer etwas zu langatmig. Diese Passagen lassen sich gut überspringen. Doch die Unterredungen zwischen Solène und Hayes sowie sämtlicher anderer Charaktere sind wunderbar und lebensnah formuliert.


Das Buch ist nicht in klassische Kapitel sondern in die verschiedenen Stationen im Laufe der Band-Tour und damit in ihre gemeinsamen Treffen unterteilt. Dadurch bekommt es einen tagebuchähnlichen Stil, der mir leider etwas unübersichtlich erscheint, denn man erfährt nicht was geschieht, wenn die beiden nicht zusammen sind. Außerdem hätten die zwei ruhig ab und zu mal ein Leben außerhalb des Bettes führen können. Doch das hätte natürlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bedeutet.

Dieser sind sie dann gegen Ende jedoch trotzdem nicht entkommen - mit fatalen Folgen.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne eine unkonventionelle, aber sicher durchaus sehr realistische, Liebesgeschichte zwischen einem prominenten Frauenschwarm und einer Frau lesen möchte, die noch dazu geschieden, Mutter und um viele Jahre älter ist.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Figuren
Veröffentlicht am 01.06.2020

Ein berührender Young Adult Roman

Am liebsten barfuß
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„Am liebsten barfuß“ ist der Debütroman von Chris Livina, die ich bei der Entstehung ihres Buchbabys schon eine Weile begleiten durfte.
Daher ist mir der Young Adult Roman, der von Lin und Joel handelt, ...

„Am liebsten barfuß“ ist der Debütroman von Chris Livina, die ich bei der Entstehung ihres Buchbabys schon eine Weile begleiten durfte.
Daher ist mir der Young Adult Roman, der von Lin und Joel handelt, sehr ans Herz gewachsen.

Doch worum geht es in der Geschichte eigentlich. Lin betreibt mit ihrem Vater einen Campingplatz, doch seit ihre Mutter vor vielen Jahren starb, hat der Vater die Kontrolle über sein Leben verloren und vernachlässigt daher seine Tochter. Auch Joel ist ohne einen zweiten Elternteil aufgewachsen, weshalb seiner Mutter nie das Geld ausreichte, um dem Jungen ein stabiles Leben zu bieten.
Doch wie das Leben so spielt, treffen die beiden eines Tages aufeinander und verlieben sich. Obwohl sie sich im jungen Teenager-Alter kennenlernen, bauen sie eine sehr innige Beziehung auf und helfen sich gegenseitig, ihre tief sitzenden Wunden zu heilen. Es scheint, als könnte ihre Liebe nichts erschüttern. Doch als der wahnsinnig attraktive Joel immer mehr in die Intrigen der anderen Mädchen seiner Schule gerät, werden die beiden auf eine harte Probe gestellt.

All dies spielt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren ab, wodurch Lin und Joel genug Zeit gegeben wurde, an den Problemen des Erwachsenwerdens zu reifen und am Ende als starke Persönlichkeiten daraus hervorzugehen. Die Abenteuer, die sie gemeinsam erleben sind unglaublich süß erzählt und erinnern einen wieder daran, wie es war, die erste Liebe zu erleben. Lin ist trotz ihrer harten Vergangenheit eine ganz wundervolle Person und Joel ist natürlich einfach der Frauenschwarm - egal ob jung oder alt - und das nicht nur wegen seines guten Aussehens, sondern auch wegen seines Charmes und seines schönen Charakters. Manchmal wurde er mir jedoch fast ein bisschen zu sehr in den Himmel gelobt. Etwas weniger Verweise auf seine hohe Begehrtheit wären auch ausreichend gewesen, um ihn dennoch umwerfend zu finden.
Auch die übrigen Charaktere sind authentisch und gut ausgearbeitet; so wie zum Beispiel Tessa, die quirlige Mutter von Joel, die mit ihrem italienischen Temperament einfach alles erreichen kann.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und gut zu lesen. Die Geschichte selbst wird überwiegend aus den Perspektiven von Lin und Joel erzählt, gelegentlich finden sich kurze Einwürfe aus anderen Sichtweisen. Natürlich eröffnet das nochmal einen genaueren Blick auf sämtliche Ereignisse, ist aber für meinen persönlichen Geschmack nicht nötig.

Zuletzt möchte ich noch das traumhafte Cover erwähnen, was einfach perfekt zum Roman passt, Inhalte davon aufgreift und Frische und Leichtigkeit versprüht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2020

Richtig spannend

Secret Game. Brichst du die Regeln, brech ich dein Herz
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An der Upper East Side New Yorks spielt der Roman „Secret Game“ von Stefanie Hesse. Der Schauplatz ist die Privatschule der Elite: St. Mitchell. Dorthin wird nun auch Ivy gehen und ihr letztes Schuljahr ...

An der Upper East Side New Yorks spielt der Roman „Secret Game“ von Stefanie Hesse. Der Schauplatz ist die Privatschule der Elite: St. Mitchell. Dorthin wird nun auch Ivy gehen und ihr letztes Schuljahr absolvieren, nachdem sie mit ihren Eltern aus Deutschland direkt in die Metropole gezogen ist. Doch an dieser Schule gibt es jedes Jahr wieder eine sehr gefährliche Tradition: Das Spiel! Keiner weiß, wer die Aufträge per Handy an die Mitschüler verschickt und so die Fäden in der Hand hält. Doch eines ist allen klar: Wer die gestellten Aufgaben nicht erledigt, wird hart bestraft. In dieses Spiel wird auch Ivy hineingezogen, denn plötzlich wendet sich ihr Freund Heath von Ivy ab. Sie möchte nicht glauben, dass er ihr nur etwas vorgemacht hat und ahnt, dass auch dahinter das Spiel stecken muss. Kurz entschlossen lässt sie sich darauf ein und findet sich bald in einem Sog aus Geheimnissen und Intrigen wieder, aus dem es kein Entrinnen gibt.


Das Buch ist wahnsinnig spannend geschrieben und man stellt schnell seine eigenen Vermutungen an, wer hinter der diesjährigen Spielleitung stecken könnte. Doch irgendwie könnte es jeder sein, denn die Fährten wurden von der Autorin sehr geschickt ausgelegt und die Handlung sehr verworren gesponnen. So ist es meiner Meinung nach nicht absehbar, wer hinter allem steckt. Noch mehr wird der Leser durch einige Kapitel verwirrt, die keiner Person eindeutig zuzuordnen sind. Ich hatte viele Theorien und am Ende waren alle falsch. 😅

Die Geschichte wird überwiegend aus der Perspektive von Ivy erzählt. Gelegentlich finden sich einzelne Kapitel, in denen Heath seine Sicht auf die Dinge schildert. Dies ist ganz schön, sodass die kleine Liebesgeschichte zwischen Ivy und Heath immer unterschwellig vorhanden ist, denn eins ist klar, weder sie noch er haben sich gegenseitig abgehakt. Alles ist diesem mysteriösen Spiel und den Anweisungen des Spielleiters geschuldet.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich wunderbar lesen und so ist man innerhalb kürzester Zeit durch das Buch geflogen.

Die Protagonisten mochte ich gern. Obwohl Ivy in die Machenschaften des Spiels hineingezogen wird, so bleibt sie sich doch selbst treu und trägt am Ende maßgeblich zur Lösung des Falls bei. Heath ist gelegentlich ein wenig schwer zu durchschauen, doch steht für mich außer Frage, dass er einen aufrichtigen Charakter hat. Der Rest der Clique war mir anfänglich ziemlich unsympathisch. Sie sind eine Gruppe verwöhnter Rich Kids, die nicht wissen, was sie mit ihrer freien Zeit anfangen sollen.

Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen und kann es jedem empfehlen, auch wenn ich einige Abstriche machen muss, denn die Lösung des Falles ist mir leider ganz und gar nicht schlüssig. Da hatte ich mir so viel mehr erhofft, beziehungsweise kann ich die Beweggründe des Spielleiters leider nicht vollständig nachvollziehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2020

Gute Geschichte jedoch mit zu wenig Emotionen

Tränen der Erde
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Tränen der Erde ist ein historischer Roman des Autorenduos Zach/Bauer, es erschien im Heyne Verlag und hat 555 Seiten.

Es ist eine Familiensaga, eingebettet in die Jahre der Religionsstreitigkeiten vor ...

Tränen der Erde ist ein historischer Roman des Autorenduos Zach/Bauer, es erschien im Heyne Verlag und hat 555 Seiten.

Es ist eine Familiensaga, eingebettet in die Jahre der Religionsstreitigkeiten vor dem 30-jährigen Krieg. Es geht darin um zwei eng befreundete - jedoch konfessionsverschiedene - Familien, die sich nach einem grausamen Schicksalsschlag in der Reichsstadt Schwäbischwerd (heute Donauwörth) niederließen. In ihrer neuen Heimat konnten sich die beiden Männer ein florierendes Unternehmen aufbauen und brachten es so zu Macht und Einfluss. Doch gleichzeitig wurde ihr Leben durch Neid und Rachsucht anderer bedroht, die den Freunden im aufkeimenden Religionskrieg den Untergang wünschten. Während sich in der Stadt die Lutheraner und die Katholiken um die Vormachtstellung stritten, gerieten die beiden Familien in einen Strudel aus Intrigen.

Diese Handlung hat mich sofort angesprochen. Dennoch muss ich sagen, dass sie mich gelegentlich etwas gelangweilt hat. Zudem finde ich das Cover leider nicht sehr aussagekräftig.
Das Buch beginnt im Jahre 1583 mit dem schicksalshaften Ereignis, welches den Grundstein für das weitere Familiendrama legte. Anschließend steigt man im Jahre 1606 wieder ein und erfährt, wie es den befreundeten Familien Heidfeld und Ackermann in den dazwischenliegenden Jahren erging und was sich gerade aktuell in ihrem Leben abspielt. Immer wieder wird auf die fast familienähnliche Freundschaft aufmerksam gemacht, die ihre Krönung in der Heirat von Anna Heidfeld und Lorenz Ackermann findet. Doch dieser Frieden währt nur kurz, denn schon bald erschüttert der nächste Schicksalsschlag die Familie und alles geht den Bach hinab, was sich natürlich auch in der Freundschaft äußert. Doch irgendwann glätten sich zumindest diese Wogen wieder.

Dennoch waren mir die Charaktere durch ihre Handlungsweisen bisweilen ausgesprochen unsympathisch. Ich mochte weder den blinden Gehorsam der katholischen Anna gegenüber dem Prior, noch die dumme und alles verachtende Entwicklung von Lorenz.
Insgesamt konnte ich mich mit den Charakteren nämlich wenig identifizieren, was sicherlich auch der auktorialen Erzählperspektive geschuldet ist. Durch den Blick in das Innenleben sämtlicher Personen erhält man zwar einen sehr guten Überblick über die Geschehnisse und Entwicklungen sowie deren Hintergründe, doch bleibt eine Distanz zu den Handelnden. Es kamen trotz einiger geschilderter Schicksalsschläge keine Emotionen bei mir auf. Alles wurde sehr nüchtern gehalten. Auch die Beschreibung des Todes ist sehr sachlich. Dazwischen fanden sich vor allem Anfangs ein paar erotische Szenen, welche aber für meinen Geschmack in diesem Roman eher unnötig waren.
Auch der Spannungsbogen ist sehr flach gehalten, denn schnell ist klar, wer den Familien auf intrigante Weise nach dem Wohlstand trachtet. Zudem ist die Entwicklung in der Stadt Schwäbischwerd natürlich von vornherein klar, nur ärgert man sich extrem über die Dummheit der Einwohner. Ihre Possen - nicht anders kann man ihr eigennütziges und überhebliches Verhalten nennen - haben mich stark an die Schildbürger erinnert. Leider hatte das, wie hier geschichtlich belegt ist, die Reichsacht der Stadt zufolge.
Insgesamt habe ich das Buch aber doch gerne gelesen. Es hat mich sehr geärgert, wie die Lutheraner sich gegenüber den Katholiken der Stadt verhielten, doch kann ich als gläubige Katholiken aus heutiger Sicht auch über deren Verhalten nur den Kopf schütteln. Dies hat mir dieses Buch deutlich vor Augen geführt. Ich finde, dazu wäre diese sehr konstruiert wirkende Familiensage dazwischen eigentlich gar nicht notwendig gewesen, denn dadurch taten sich so viele weitere Nebenhandlungen auf, die ich nur schnell überflogen habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2020

Leider reichlich durchschnittlich

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
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Ich bin dem großen Hype gefolgt und habe mich mit ein paar Mädchen zusammengeschlossen, um “The secret Book Club” zu lesen. Die Idee eines Männer- Buch Clubs, die Liebesromane lesen, hat uns sofort angesprochen, ...

Ich bin dem großen Hype gefolgt und habe mich mit ein paar Mädchen zusammengeschlossen, um “The secret Book Club” zu lesen. Die Idee eines Männer- Buch Clubs, die Liebesromane lesen, hat uns sofort angesprochen, denn die erste Regel des Book Club lautet: Ihr verliert kein Wort über den Book Club!

Die Ehe von Profisportler Gavin Scott steckt in der Krise. Genau genommen ist sie sogar vorbei, wenn es nach seiner Frau Thea geht. Und das darf nicht sein. Thea ist die Liebe seines Lebens! Und er versteht, verdammt noch mal, nicht, was überhaupt passiert ist. Eigentlich müsste SIE sich bei IHM entschuldigen! Gavin ist ratlos und verzweifelt – bis einer seiner Freunde ihn mit zu einem Treffen nimmt. Einem Treffen des Secret Book Club. Hier lesen und diskutieren Männer heimlich Liebesromane, um ihre Frauen besser zu verstehen. Gavin hält das für Schwachsinn. Wie sollen Liebesschnulzen ihm helfen, seine Ehe zu retten? Doch die Lektüre überrascht ihn. Und Thea steht eine noch viel größere Überraschung bevor!

Leider musste ich schnell feststellen, dass ich den Hype nicht nachvollziehen kann. Klar, es ist ein unterhaltsames Buch, doch ich habe schon unterhaltsamere gelesen.
OK, es ist ein lustiges Buch, nur habe ich schon lustigere gelesen.
Sicher, es ist ein emotionales Buch, allerdings habe ich schon emotionalere gelesen.
Natürlich, es ist ein sehr romantisches Buch, aber ich habe schon viel romantischere gelesen.
Ohne Frage, es ist ein erotisches Buch, jedoch ich habe schon erotischere gelesen.


Insgesamt gesehen finde ich es leider nur durchschnittlich; Es ist von allem etwas dabei, doch sticht kein Aspekt besonders hervor. Interessant ist die Geschichte innerhalb der Geschichte (“Die Verführung der Gräfin”), was vielleicht der einzige Clou daran ist und der Grund, warum das Buch eben “The secret book club” heißt. Allerdings muss man schnell feststellen, dass der Buchclub selbst eine sehr untergeordnete Rolle in der Handlung spielt und für mich tatsächlich eher einer Männer-Selbsthilfegruppe gleicht, denn außer Gavin ließt niemand das Buch und die anderen Mitglieder geben ihm nur mehr oder weniger schlaue Ratschläge dazu. Zudem bedient das Buch unfassbar viele Klischees über Frauen im allgemeinen sowie “Frauen und Sportler”, was sicherlich total beabsichtigt ist, mich jedoch manchmal eher mit den Augen rollen lässt.

Auch die Charaktere waren mir, abgesehen von Gavin und seinen beiden Töchtern, eher unsympathisch. Seine Frau Thea ist unreif und unreflektiert und benimmt sich leider ziemlich kindisch. Während Gavin alles tut, im die Ehe zu retten, lässt sie es nur mit sich geschehen und stößt ihn nach jedem seiner Versuche erneut von sich, ohne sinnvollen Grund. Ihre Schwester Liv ist dabei nicht gerade hilfreich, denn sie mischt sich unverhältnismäßig viel ein und beeinflusst Thea noch mehr im negativen Sinne. Auch die Mitglieder des Buchclubs fand ich nichtssagend. Sie behandeln Gavin von oben herab, als seien sie die Götter der Liebe.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, doch finden sich - zumindest im ebook- übermäßig viele Rechtschreib- und Grammatikfehler, was mich irgendwann extrem gestört hat.

Insgesamt also ein netter Zeitvertreib ohne bleibenden Eindruck.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere