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Tante_fluffi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2025

Kleine Mädchen ganz groß

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Waisenkind Maggie kommt gemeinsam mit anderen "unerwünschten" Mädchen auf das Midwatch-Institut. Was erst wie eine schreckliche Erziehungsanstalt anmutet, entpuppt sich als Ausbildungsstätte für Detektivinnen ...

Waisenkind Maggie kommt gemeinsam mit anderen "unerwünschten" Mädchen auf das Midwatch-Institut. Was erst wie eine schreckliche Erziehungsanstalt anmutet, entpuppt sich als Ausbildungsstätte für Detektivinnen und hält allerlei Überraschungen bereit. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlen Maggie und die anderen Mädchen sich dazugehörig und stützen sich nach anfänglicher Irritationen voll und ganz in ihre erste Ermittlung und ein spannendes Abenteuer.

Judith Rossel erzählt eine aufregende Kriminalgeschichte mit wirklich wunderschönen Illustrationen und einer Menge Humor.

Meine 10-jährige Detektivin hat dieses Buch verschlungen und für sehr gut befunden und auch ich habe die Geschichte gern gelesen und sehr geschmunzelt bei den "Nützlichen Dingen, die jedes Mädchen wissen sollte".

Eine Geschichte über Mut und Freundschaft, bei der die Kinder miträtseln können und ein sehr gutes Geschenk für 9-11 jährige Leseratten.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Wie anders könnte das Leben sein...

Im Leben nebenan
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Antonia wacht plötzlich in einem anderen Leben auf. Da ist ein Baby, das ihres zu sein scheint und sie lebt wieder in ihrem Heimatort und ist mit ihrer Jugendliebe verheiratet. Dabei hat sie die Heimat ...


Antonia wacht plötzlich in einem anderen Leben auf. Da ist ein Baby, das ihres zu sein scheint und sie lebt wieder in ihrem Heimatort und ist mit ihrer Jugendliebe verheiratet. Dabei hat sie die Heimat doch längst hinter sich gelassen und lebt als Toni ein unabhängiges Leben mit ihrem Freund Jakob und dem Kinderwunsch, der sie an ihre Grenzen bringt.

Anne Sauer gelingt hier ein spannender, emotionaler Debütroman, der sehr gut die Realität vieler Frauen widerspiegelt. Ob unerfüllter Kinderwunsch oder die Überforderung darüber, plötzlich für einen kleinen Menschen verantwortlich zu sein, viele Frauen sind mit diesen Themen konfrontiert. Ich mochte das Gedankenspiel sehr, wie eine Entscheidung in der Jugend zwei so unterschiedliche Lebenswelten hervorbringen kann und besonders die Episoden von Antonia und ihrer Gewöhnung an die eigene Tochter sind mir sehr nahe gegangen.

Ein Buch, dass unter die Haut geht, zum Nachdenken anregt und auf jeden Fall gelesen werden sollte.

Vorsicht jedoch, wenn man stark unter unerfülltem Kinderwunsch oder der Trauer über eine Fehlgeburt leidet - dann ist das Buch nicht das Richtige.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Drama, Alkohol und wenig Kommunikation

Die Garnett Girls
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Die Garnett-Girls sind der Hingucker auf jedem Event. Die drei Schwestern Rachel, Imogen und Sasha sowie ihre Mutter Margo beschäftigen sie Gesellschaft auf der Isle of Wright und in London, vor allem ...

Die Garnett-Girls sind der Hingucker auf jedem Event. Die drei Schwestern Rachel, Imogen und Sasha sowie ihre Mutter Margo beschäftigen sie Gesellschaft auf der Isle of Wright und in London, vor allem mit viel Drama und Alkohol. Alle sind gefangen in mehr oder weniger toxischen Beziehungen und auch der Umgang miteinander innerhalb der Familie ist alles andere als schön. Über allem schwebt ein großes Familiengeheimnis, das dazu geführt hat, dass alle so geworden sind, wie sie heute sind.

Ich hatte mir eine spannende Familiengeschichte erhofft, gern auch mit Konflikten und alles vor der wundervollen Kulisse der Isle of Wright.

Leider war die Geschichte für mich nicht stimmig, die Figuren ohne Tiefgang, nicht authentisch und wenig sympathisch. Den Umgang mit Alkohol in diesem Buch finde ich sehr problematisch und auch das Frauenbild.

Die Mutter-Tochter-Beziehungen sind konfliktgeladen, aber haben mich nicht abgeholt. Die Umgebung, die Insel und die Küste spielen leider nur eine Nebenrolle und erzeugen nicht die Stimmung, die ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Ein Sommer zum Eintauchen

Wenn die Tage länger werden
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"Wenn die Tage länger werden" heißt der neue Roman von Anne Stern. Bisher habe ich von der Autorin nur historische Romane gelesen und konnte immer gut in ihre Geschichten eintauchen. Dieses ...

"Wenn die Tage länger werden" heißt der neue Roman von Anne Stern. Bisher habe ich von der Autorin nur historische Romane gelesen und konnte immer gut in ihre Geschichten eintauchen. Dieses Buch spielt nun in der Gegenwart, wenn auch mit historischen Bezügen. Und auch das gelingt Anne Stern wieder sehr gut.

Cover und Klappentext lassen auf ein leichtes Sommerbuch schließen. Und durch die bildhafte Sprache, riecht und spürt man die warmen Sommertage regelrecht. Diese Atmosphäre geht auch nicht verloren, wenn die ernsten Themen Einzug halten.

Die alleinerziehende Lehrerin Lisa ist zum ersten Mal für einige Wochen von ihrem Sohn Paul getrennt und schaut gar nicht zuversichtlich auf die vor ihr liegenden Sommerferien allein. Als sie ihre alte Geige zu Restaurator Hans bringt, begegnet sie seiner Tochter Ute, einer eigenbrötlerischen Obstbäuerin. Hans bringt sie auf die Spur eines dunklen Geheimnisses.

Während Ute und Hans mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen haben, beginnt Lisa sich einerseits mit ihrer Mutterrolle und gleichzeitig ihrer Familiengeschichte und der Beziehung zu ihrer eigenen Mutter auseinanderzusetzen. Vieles liegt unausgesprochen zwischen den beiden.

Anne Stern schreibt einerseits über die Rolle der Frauen in einer Familie und der Gesellschaft, anderseits über die Abgründe und Geheimnisse, die Familien über Generationen hinweg begleitet haben und es immer noch tun. "Heute spricht man sehr wohl darüber" sagt Lisa an einer Stelle. Und genauso ist es. Viel mehr sollten wir noch über die Vergangenheit unserer Familien sprechen, über Schuld und Verantwortung, über Verletzungen und Traumata.

Ich hätte gern noch mehr über die Figuren gelesen, wäre gern noch tiefer eingetaucht - gleichzeitig bleibt so auch noch Platz für eigene Gedanken und vielleicht auch einen Blick in die eigene Vergangenheit.

Und wenn die Tage länger werden... kann man dieses Buch auch in der Sonne in einem Rutsch durchlesen.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Zu viele Themen auf einmal

Vor hundert Sommern
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"Vor hundert Sommern" von Katharina Fuchs erzählt die Geschichte einer Familie aus Sicht der Frauen über einen Zeitraum von 100 Jahren.

Der Roman beginnt im Jahr 2024 mit Anja und ihrer Tochter Lena und ...

"Vor hundert Sommern" von Katharina Fuchs erzählt die Geschichte einer Familie aus Sicht der Frauen über einen Zeitraum von 100 Jahren.

Der Roman beginnt im Jahr 2024 mit Anja und ihrer Tochter Lena und springt dann immer wieder zurück in die Vergangenheit, um die Geschichte von Anjas Großtante Clara zu erzählen, beginnend im Jahr 1924. Inspiriert wurde die Autorin dabei von der wahren Geschichte genau dieser Großtante Clara, was das Buch für mich gleich noch viel interessanter macht.

Stark sind vor allem die Rückblenden aus Claras Sicht und die Erzählung aus dem Berlin vor 100 Jahren zur Situation der Frauen in einer politisch angespannten Zeit. Es ist immer wieder spannend, in diese Zeit einzutauchen.

Nicht richtig abgeholt haben mich leider viele Kapitel der Gegenwart. Hier habe ich die Dialoge oft konstruiert empfunden und ich hatte das Gefühl, die Autorin versucht wirklich alle Themen, die unsere (weibliche) Gesellschaft zurzeit beschäftigen, im Roman unterzubringen. Das war mir einfach zu viel. Auch die Figuren haben mich nicht erreicht.

Als ich darüber aber hinweg gesehen habe, konnte ich auch wieder gut in eine spannende und bewegende Geschichte abtauchen und fühlte mich von dem Roman dennoch gut unterhalten.

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