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Veröffentlicht am 11.08.2024

Wenn ein Krimiautor selbst zum Verdächtigen wird - Hawthornes 4. Fall

Mord stand nicht im Drehbuch
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Gestaltung:
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Zwar konnte ich das Titelbild nicht direkt mit dem Inhalt in Einklang bringen, aber es passt optisch zum Rest der Reihe und vermittelt eine leicht düstere Atmosphäre. Durch ...

Gestaltung:
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Zwar konnte ich das Titelbild nicht direkt mit dem Inhalt in Einklang bringen, aber es passt optisch zum Rest der Reihe und vermittelt eine leicht düstere Atmosphäre. Durch die eindringende Helligkeit im Tunnel wirkt es jedoch nicht sehr bedrohlich. Genau das passende Mittelmaß für einen weiteren britischen Cosy Crime à la Horowitz. Als Hardcover mit Schutzumschlag ist das Buch wieder sehr wertig. Nur ein Lesebändchen fehlt, um die Sache rund zu machen. Beim Vorgängerband befand sich eine Karte vom Geschehen, hier wäre eine von London wünschenswert gewesen mit den wichtigsten Schauplätzen des Krimis.

Inhalt:
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"Ich hatte mir vorgenommen, die Titel zu einem grammatischen Puzzle zu arrangieren. Ich war schließlich kein Detektiv, sondern Schriftsteller. Das erste Buch hieß The Word is Murder, das zweite The Sentence is Death und das dritte A Line to Kill. Ich war richtig stolz auf diesen Einfall gewesen. Aber wie sollte es weitergehen? Life comes to a full Stop? Das würde schon in Amerika nicht funktionieren. Die Amis haben ja keine Punkte, sondern »Perioden«. Nein, nein. Die Serie war als Trilogie angelegt, und dabei sollte es bleiben." (S. 15)

Eigentlich wollte der Autor Horowitz nur eine Trilogie über den Privatermittler Daniel Hawthorne schreiben. Die Anfragen Hawthornes nach einer Fortsetzung verneint er entschieden, da er sich aktuell lieber seinem neuen Projekt "Mindgame" widmet, einem Theaterstück angelehnt an einen Roman von Agatha Christie. Doch die Kritiken nach der Premiere sind nicht gut. Besonders eine Kritikerin verreißt das Stück heftig - und wird am nächsten Morgen tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Verdächtig: Anthony Horowitz! Denn es gibt viele Indizien, die auf ihn als Täter hinweisen. Doch er ist sich (fast) sicher, dass er es nicht war, auch wenn er sich an einen Teil der Tatnacht nicht eindeutig erinnert. Der Einzige, der jetzt noch helfen kann, ist natürlich Hawthorne.

Mein Eindruck:
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"Ewan warf einen Blick auf die Uhr. »Ich hole Jordan. Wir treffen uns in zehn Minuten im Vaudeville...«
Ich hätte nicht hingehen sollen. Ich wäre viel besser dran gewesen, wenn ich meinem Instinkt gefolgt und mit meiner Familie nach Hause gegangen wäre. Dann wäre alles anders gekommen. Aber das weiß man natürlich nie vorher. Deshalb ist das Leben so anders als ein Roman. Jeder Tag hat seine eigene Seite und man kann nicht einfach vorwärtsblättern, um zu sehen, was kommt." (S. 48)

Ich kenne die Reihe (noch) nicht vom Anfang, ich bin mit dem Vorgängerband eingestiegen und war begeistert. Dieser endete mit einem Cliffhanger und ich hatte erwartet, dass dieser Roman daran anknüpfen würde. Nun, er tat es nicht. Stattdessen befinden wir uns wieder in London und tauchen tief in die Theaterwelt ein. Es geschieht eine Weile nicht viel, man lernt alle Personen des Theaters und ihr näheres Umfeld kennen, bis dann der tatsächliche Mord passiert.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da fast jeder ein Motiv hat und sich zum einen die Frage stellt, wer der Täter/die Täterin ist und welche Gründe dafür sprechen, die Spuren auf Horowitz zeigen zu lassen. Dabei gerät erstmal das Theaterumfeld in den Fokus. Doch nach und nach weiten sich die Ermittlungen aus und Geheimnisse aus der Vergangenheit bestimmter Verdächtiger sowie Verknüpfungen mit dem Fall aus Agatha Christies Roman rücken in den Vordergrund. Die Auflösung ist klassisch wie bei Christie: Der Täter wird gestellt, während sich alle Verdächtigen in einem Raum befinden.

Wie auch im Vorgängerband verschwimmen hier die Grenzen zwischen dem realen Autor und seiner gleichnamigen Romanfigur. In die Krimihandlung sind viele ironische Seitenhiebe auf Literatur und auf die Theaterbranche eingewoben, sodass neben der Spannung der Humor nicht zu kurz kommt. Auch werden wieder weitere persönliche Aspekte des undurchsichtigen Hawthornes bekannt. Ich hoffe immer noch, dass am Ende der Reihe alle Fäden zusammengeführt werden und auch der Cliffhanger aus Band 3 eine Auflösung erfährt.
Der Schluss des Buches ist vielversprechend: Demnach dürfen wir uns noch auf drei weitere Bände freuen!
Im Vergleich zu "Wenn Worte töten" plätscherte die Handlung aber zeitweise etwas vor sich hin, weshalb ich einen Punkt Abzug gebe.

Fazit:
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Dieser Fall von Hawthorne ist wieder spannend und humorvoll - diesmal mit Seitenhieben auf die Theaterbranche und leider mit kleinen Längen

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Veröffentlicht am 31.07.2024

Lua, die clevere und mutige Silberelfe

Lua Luftwurzel - Silberelfen fängt man nicht
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Inhalt:
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Malicia Warzenbuckel ist eine Hexe sowie eine hochangesehene Fabelwesen-Händlerin.Doch in letzter Zeit hat sie kaum ein Fabelwesen gefangen, sie ist mit ihrer Hausmiete im Rückstand ...

Inhalt:
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Malicia Warzenbuckel ist eine Hexe sowie eine hochangesehene Fabelwesen-Händlerin.Doch in letzter Zeit hat sie kaum ein Fabelwesen gefangen, sie ist mit ihrer Hausmiete im Rückstand und muss jeden Tag die gleiche fade Wurzelsuppe essen. Als zufällig die Silberelfe Lua Luftwurzel in ihre Falle geht, wittert sie das große Geschäft. Doch zuvor will sie Lua als putztüchtige Hauselfe abrichten, damit sie ihr mehr einbringt beim Verkauf. Doch Lua ist klug und will sich nicht beugen. Doch als Malicia durch den bösen Zauberer Zappaniel Zifferzank in Not gerät, ist Lua die Einzige, die ihr helfen kann.

Mein Eindruck:
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"Früher hatte sie noch beinahe jeden Tag ein Fabelwesen gefangen, manchmal sogar zwei. Sie war eine höchst angesehene Fabelwesen-Händlerin gewesen. Die feinsten und wichtigsten Leute hatten sie auf die luxuriösesten Feiern eingeladen, und die reichsten Hexen und Zauberer hatten Schlange gestanden, um eine von Malicia Warzenbuckels dressierten Haushaltshilfen zu ergattern. Aber mit der Zeit hatte sie immer weniger gefangen. Ob es daran lag, dass es einfach weniger Fabelwesen gab als früher? Oder daran, dass der Wald immer weiter abgeholzt worden war?"

Das Cover und die bunten handlungsbegleitenden Illustrationen haben meiner Tochter (10 J.) und mir gleich sehr gut gefallen. Das Buch ist in kurzen Kapiteln geschrieben, die Sprache ist altersgerecht und die Geschichte eignet sich gut zum Vorlesen oder auch Selberlesen im Grundschulalter.


Das Schöne ist, dass die beiden Hauptfiguren nicht den üblichen Klischees entsprechen, so ist Malicia als Hexe eher ein Durchschnittstyp, weder böse noch besonders gut veranlagt. Sie ist eher ein Mensch, der über die Runden kommen möchte und mit ihrem bisherigen Leben manchmal unzufrieden ist. Die Silberelfe Lua ist selbstbewusst und selbstbestimmt und lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Sie hat ein gutes Herz für andere Tiere und gibt so schnell nicht auf.
Neben Hexensprüchen in Reimform wartet die Story mit vielen kleinen lustigen Details auf, die man so noch nicht in Märchen kennt und die uns zum Schmunzeln gebracht haben.
Außerdem vermittelt die Handlung einige moralische Aspekte, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen. Sie zeigt, dass Freunde wichtiger sind als Geld, man seine Fehler immer eingestehen und seine Meinung ändern kann und dass das Glück manchmal aus vielen kleinen Dingen bestehen kann.


Die Erzählung ist abgeschlossen, aber wir könnten uns einen weiteren Band mit Malicia, Lua und Co. sehr gut vorstellen und würden uns sehr über ein Wiedersehen freuen!

Fazit:
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Warmherzige Märchengeschichte mit Humor, schönen Illustrationen, einer mutigen Protagonistin und Botschaften über Freundschaft und Glück

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Veröffentlicht am 18.07.2024

Kristan Dennermann, der "Mister Marple der Immobilienbranche"

Mord unterm Reetdach
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Cover:
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Das Titelbild wirkt für einen Krimi viel zu idyllisch. Man erwartet aber eher eine seichte Urlaubslektüre, es fehlt etwas Unheilvolles.

Inhalt:
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Immobilienmakler ...

Cover:
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Das Titelbild wirkt für einen Krimi viel zu idyllisch. Man erwartet aber eher eine seichte Urlaubslektüre, es fehlt etwas Unheilvolles.

Inhalt:
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Immobilienmakler Kristan Dennermann soll das Haus eines älteren Einheimischen auf Sylt verkaufen.Als er gemeinsam mit einem Bekannten dort nach dem Rechten sehen will, stolpert er dank seines Hundes über die Leiche des Besitzers und wird dessen Mordes verdächtigt. Da er der Polizei nicht vertrauen kann und nachdem er auch noch geheimnisvolle Mails erhält, beginnt er selbst zu ermitteln. Doch damit begibt er sich in ungeahnte Gefahr, die er erst bemerkt, als es fast zu spät ist.

Mein Eindruck:
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"Man muss schon verdammt hart im Nehmen sein, um wolkenverhangene Himmel, extreme Temperaturschwankungen und peitschenden Wind zu mögen. Es sei denn, man ist bekennender Syltianer. Dann geht jedes Wetter, jede Jahreszeit. Aber man muss seinen Beruf wirklich lieben, leidenschaftlich lieben, um auf dieser meerumtosten teilverrückten Insel als Makler zu arbeiten. Auf mich trifft beides zu: Ich liebe Sylt, ich liebe meinen Beruf, und das seit mehr als fünfzehn Jahren."

Dies ist der erste Fall von Dennermann und gleichzeitig der erste Krimi des Autors. Dieser ist selbst Immobilienmakler auf Sylt und das merkt man beim Lesen. Zum einen erfährt man viel über die Insel, aber auch über die Immobilienbranche. So wirkt das Geschehen besonders authentisch. Auch der Ermittler Kristan Dennermann ist mir sehr sympathisch. Als Immobilienmakler vermag er "nicht nur Häuser, sondern auch Menschen zu lesen", wie er selbst sagt. Und er hat sein Herz auf dem rechten Fleck, denn Geld bedeutet ihm nicht alles bei der Immobilienvermittlung. Durch ein tragisches Schicksal hat er seine große Liebe verloren, seitdem hat er nicht nur ein Problem mit Liebesbeziehungen, sondern auch eine therapierte Schmerzmittelabhängigkeit. Beides macht ihm in diesem Fall immer wieder zu schaffen, dennoch ist dieser Krimi nie wirklich traurig oder dramatisch, sondern es ist stets eine Prise Humor und Situationskomik dabei. Besonders amüsante Momente sind auch dem Corgi "Prince of Wales" geschuldet. Dennoch wird es nie zu klamaukig, und die Ermittlungen stehen stets im Vordergrund.

Der Fall fängt eher harmlos an, aber durch die rätselhaften Mails und Anschläge auf Dennermanns Leben wird es schnell spannend und am Ende gibt es eine unerwartete, aber schlüssige Wendung.
Mir hat der erste Fall von Kristan Dennermann als "Mister Marple der Immobilienbranche" sehr gut gefallen und ich würde mich freuen, wenn weitere Fälle folgen würden.

Fazit:
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Gelungenes Krimidebüt über einen Immobilienmakler, der im Miss-Marple-Stil ermittelt: Mit Humor, Spannung und unerwarteten Wendungen.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

Das Leben einer faszinierenden Frau

Gussie
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Cover:
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Das gemalte Portrait der Frau, um die es in diesem Buch geht, macht neugierig und ist passend für diesen historischen Roman gewählt. Auguste Adenauer sieht dem Betrachter direkt ...

Cover:
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Das gemalte Portrait der Frau, um die es in diesem Buch geht, macht neugierig und ist passend für diesen historischen Roman gewählt. Auguste Adenauer sieht dem Betrachter direkt ins Gesicht, sodass ich mich auf den ersten Blick angesprochen fühlte.

Inhalt:
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Auguste "Gussie" Adenauer ist die zweite Frau des ehemaligen Politikers Konrad Adenauer.Nachdem seine erste Ehefrau verstarb, heiratete sie ihn mit nur 24 Jahren und wurde im selben Moment Stiefmutter seiner drei Kinder und später noch Mutter von 5 weiteren gemeinsamen Kindern. Nach schönen, aber auch schwierigen Zeiten liegt sie gezeichnet von einer Krankheit im Sterben und lässt ihr Leben in Rückblenden passieren.

Mein Eindruck:
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"Die Neugier hat sie immer begleitet, das Unbekannte hat ihr nie Angst gemacht. Auch jetzt macht es ihr keine Angst. Das einzige Unbekannte, das noch vor ihr liegt, ist der Tod. Sie weiß nicht, was danach kommt. Aber wenn es etwas gibt, wird es gut sein. Die sichtbare und die unsichtbare Welt. So viele Fragen, so wenige Antworten. Ihr Vater sagte immer: »Es kommt nicht auf die Antworten an, es kommt darauf an, die richtigen Fragen zu stellen.«Damals hat sie das nicht verstanden, jetzt weiß sie, was er damit meinte."

Der Roman spielt sich ausschließlich in den Erinnerungen von Gussie ab. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, das meistens aus einem der Briefwechsel zwischen Gussie und ihrem Vater stammt. Die Handlung wird dabei im Wesentlichen in den beiden Zeitebenen Aufenthalt im Krankenhaus 1948 und der Vergangenheit erzählt. Die Vergangenheit ist nicht immer chronologisch, aber man findet sich anhand der Zeitangaben gut zurecht.
Mir gefielen die Einblicke, die man nicht nur in die Familiengeschichte Konrad Adenauers, sondern auch in das Innenleben von Gussie erhält. Dem Autor ist es gelungen, ihren Charakter so zu beschreiben, dass man sich in die Person einfühlen kann. Trotz des Altersunterschiedes zwischen den beiden und den widrigen Umständen (Eltern anfangs gegen die Vermählung, Stiefkinder, Tod des ersten eigenen Kindes, Verfolgung durch das Nazi-Regime), ist es Gussi immer wieder gelungen, aufzustehen und den Widrigkeiten zu trotzen. Sie hat es verstanden, sich in die Menschen einzufühlen, sie mit ihrem Lachen und ihrer Musik für sich einzunehmen und hatte den Mut zu handeln, um den Nazis Widerstand zu leisten. Eine starke und bewundernswerte Frau!
Der Schreibstil hat mich sofort gefesselt. Die Zitate machen neugierig und die Erinnerungen, gemischt mit den Gefühlen und Gedanken Gussies, bilden eine gute Mischung, um in die Vergangenheit einzutauchen und sich von den Ereignissen fesseln zu lassen. Vor allem die klugen poetischen Gedanken, die sich Gussi über ihr Leben und das im Allgemeinen macht, haben mich gerührt. Ich musste mir einige Zitate notieren.

Fazit:
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Eine gelungene Romanbiografie über das Leben und den Charakter einer starken und mutigen Frau!

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Tippfehler des Herzens und weitere Anekdoten des Lebens

LEBENSMITTEALLERGIE
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Das Titelbild hat mich fasziniert. Zum einen die Mischung aus Rotweinglas und Sanduhr, bei dem jeder Teil nur bis zur Hälfte gefüllt ist. Dieses Symbol passt super zum Titel. Dann unten ...

Cover:
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Das Titelbild hat mich fasziniert. Zum einen die Mischung aus Rotweinglas und Sanduhr, bei dem jeder Teil nur bis zur Hälfte gefüllt ist. Dieses Symbol passt super zum Titel. Dann unten am Rand die Anordnung von typischen Icons einer Computersuchmaschine. Wenn man das Buch gelesen hat, versteht man die Anspielung umso besser. Mich hat das Ganze definitiv neugierig gemacht.

Inhalt:
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"Neues aus der Reihe Tippfehler des Herzens. Habe ein »l« vergessen und jetzt offiziell die »Lebensmitteallergie« erfunden. – Passt."

Wer kennt sie nicht, die lustigen Worterfindungen, die durch Vorschläge der Autokorrektur des Computers entstehen? Manche bringen einen zum Lachen, manche aber auch zum Nachdenken. Und so ist aus einer "Lebensmittelallergie" eben die Lebensmitteallergie entstanden. Ein Anlass für die Autorin, über manche Dinge ihrer aktuellen Lebensmitte nachzudenken und den Leser mit Humor und Wortwitz mit in ihre Welt zu nehmen.

Mein Eindruck:
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"Ohne Zweifel, KI kann viel. KI hält Einzug in unser Leben und besetzt dabei immer mehr Etagen, als der freundliche neue Kollege, versteht sich. »Guten Tag, ich will nur helfen«, aber man hat diesen Ausdruck schon mal gesehen und ahnt, dass man sich lieber warm anziehen und wachsam bleiben sollte. Tatsächlich schreiben all diese Programme inzwischen ganze Artikel, nicht immer bemerkt man es, ich finde das ebenso gruselig wie beeindruckend.
Aber KI ist vor allem eines: gerade.
Und das, was ich so liebe an den Menschen und der Welt, ist das Schiefe. Das Abwegige. Man könnte sagen, in der digitalen Welt aus Einsen und Nullen bin ich die Sieben."

Die Autorin kannte ich bislang noch nicht, obwohl sie bereits einige Male aufgetreten ist, u. a. bei "Lady's Night". Neugierig geworden durch den Titel, begann ich zu lesen und war sofort begeistert. Vom Alter her liegen sie und ich nicht weit auseinander, und ihre Ansichten, vor allem ihr Humor, waren ganz meine Wellenlänge. Den Leser erwarten eine Reihe von Gedanken, Kurzgedichten und Kurzgeschichten aus dem Alltag einer Schreiberin, die sich quasi in der Lebensmitte befindet. Da gibt es eine skurril verlaufende Fahrt mit dem Snälltåget nach Schweden, ehrliche Dialoge über das Altern, Anekdoten aus dem Familienleben und weitere "Tippfehler des Herzens", wie z. B. die »Antifaktencreme«.
Die Kapitel sind sehr kurz, hängen nicht zusammen und man kann sie gut zwischendurch lesen und genießen. Es gibt einige nachdenkliche Stellen, aber meistens kam ich nicht aus dem Schmunzeln heraus. Ich habe mich gut beim Lesen amüsiert und werde definitiv auch das andere Buch der Autorin lesen.

Fazit:
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Eine bunte Mischung aus Gedanken, Anekdoten und Gedichten zum Leben mit viel Humor und Herz präsentiert - sehr empfehlenswert.

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