Profilbild von Test-LR

Test-LR

Lesejury Star
offline

Test-LR ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Test-LR über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2024

Die spannende und auch tragische Vorgeschichte von Junis Großvater

Und Großvater atmete mit den Wellen
0

Cover:
------------
Das Titelbild des jungen Mannes, der entspannt aufs Meer hinausblickt, passt sehr gut zum Titel und ebenso zum Buch über Junis Großmutter. Optisch passen die beiden Bände perfekt zusammen. ...

Cover:
------------
Das Titelbild des jungen Mannes, der entspannt aufs Meer hinausblickt, passt sehr gut zum Titel und ebenso zum Buch über Junis Großmutter. Optisch passen die beiden Bände perfekt zusammen. Eine schlüssige und harmonische Covergestaltung.

Inhalt:
------------

"Wenn der Wind auffrischte und die Wellen weiße Kämme bekamen, nahm Großvater mich gerne mit zum höchsten Punkt der Insel, auf der wir wohnten. Von dort aus sah man in allen Richtungen das Meer. Er erzählte mir, dass wir beim Schlafen im Takt mit den Wellen atmen, die an Land schlagen. »Egal, ob es stürmt oder ganz ruhig ist, die Wellen treffen das Land immer im selben Rhythmus«, sagte er. »Und wenn du Angst hast oder traurig bist, musst du mit dem Meer atmen.«
Ich fragte mich, woher er so etwas wusste, doch wenn ich ihn fragte, sagte er nur lächelnd, dass er das schon vor langer Zeit von jemandem gelernt habe."

Im Buch "Als Großmutter im Regen tanzte" ließ Trude Teige das Mädchen Juni Bjerke die Geschichte ihrer Großmutter Tekla erzählen. In diesem Band widmet sie sich der Geschichte ihres Großvaters Konrad. Dieser war mit seinem Bruder Sverre Seemann auf einem norwegischen Boot, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Das Schiff wurde von Japanern zertrümmert und Konrad von seinem Bruder zunächst getrennt. Dann findet er sich auf einer Krankenstation auf der Insel Java wieder und lernt dort Sigrid kennen, eine Norwegerin, die mit fünf Jahren zusammen mit ihren Eltern nach Java auswanderte. Sie verlieben sich. Doch ihn quälen die Gedanken an Sverre, und dann wird er auch von Sigrid getrennt. Werden sie sich wiedersehen und wird er sich mit seinem Bruder wieder vereinen können?

Mein Eindruck:
------------
Die Geschichte ist inspiriert von wahren Ereignissen, die sich auf Java während des Zweiten Weltkrieges zugetragen haben. Die Handlung ist in mehrere Schauplätze eingeteilt, sodass der Leser erfährt, in welchen Situationen sich jeweils Konrad, Sverre und Sigrid zur selben Zeit befinden. Die Geschichte las sich sehr spannend, ich habe das Buch an einem Tag verschlungen. Frau Teige versteht es, den Leser mitten in das Geschehen mit hinein zu nehmen. Ich habe mitgefiebert und bei grausigen Szenen auch mitgelitten.
Sigrid war mir sehr sympathisch. Sie ist eine stolze Frau, die ihren eigenen Weg geht. Sie hilft als Krankenschwester überall dort, wo Hilfe notwendig ist und steckt dabei auch selbst zurück. Sie ist für ihre Zeit sehr emanzipiert und hat Ziele für ihr Leben. Auch Konrad gefiel mir. Er hat mit seinem Bruder durch tragische Umstände seine Eltern früh verloren und dennoch meistert er sein Leben mit einem gewissen Optimismus und ist immer für andere da.
Durch die Erzählung erfährt man sehr viel über das Schicksal der ausländischen Kriegsgefangenen auf Java und die Rolle der Japaner im Zweiten Weltkrieg sowie die der einheimischen Bevölkerung. Diese Perspektiven waren mir bis dato unbekannt, und die Autorin hat ihre intensiven Rechercheergebnisse fesselnd in die Handlung eingewoben.
Man kann diesen Roman unabhängig von dem Buch "Als Großmutter im Regen tanzte" lesen. Am Ende erfolgt jedoch eine kleine, lose Verknüpfung, die auf den anderen Part neugierig macht. Ich hatte den Vorgänger bereits mit Begeisterung gelesen und jetzt hat sich mit dem zweiten Teil der Kreis um die Geschichte von Junis Großeltern erfolgreich geschlossen.
Das Nachwort mit einigen Fakten dieser Zeit rundet das Ganze für mich ab. Sehr empfehlenswert!

Fazit:
------------
Fesselnd geschriebene und sehr aufschlussreiche Liebesgeschichte über die Auswirkungen des 2. Weltkriegs in Java

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2024

Erste Mission einer chaotischen Liebesgöttin

Valentina Amor. All you need is love (oder so)
0

Gestaltung:
---------------
Das Cover ist sehr ansprechend für einen jugendlichen Liebesroman. Der Farbschnitt des Taschenbuches sticht besonders bunt ins Auge und ist ein Schmuckstück im Regal.

Inhalt:
---------------
Valentina ...

Gestaltung:
---------------
Das Cover ist sehr ansprechend für einen jugendlichen Liebesroman. Der Farbschnitt des Taschenbuches sticht besonders bunt ins Auge und ist ein Schmuckstück im Regal.

Inhalt:
---------------
Valentina ist die jugendliche Tochter des Liebesgottes Amor.Schon lange möchte sie die Ausbildung zur Liebesgöttin absolvieren wie viele ihrer Bekannten. Doch ihr Vater und ihre Großmutter Aphrodite sind der Meinung, sie sei noch nicht so weit. Passenderweise hatten ihre Eltern jedoch gerade Streit und Amor leidet unter Liebeskummer. Das gibt Valentina die Chance, sich zu beweisen. Von Aphrodite erhält sie zwei Pfeile mit dem Auftrag, den Teenager Philemon zu verlieben.
Sofort stürzt sie sich in das Schulleben und tritt zunächst in einige Fettnäpfchen bei ihren Versuchen, sich in das Teenie-Leben zu integrieren. Und auch das mit dem Verlieben klappt nicht so einfach, wie sie sich das vorgestellt hatte. Wird sie es schaffen, ihre Mission erfolgreich zu beenden, um die Ausbildung zur Liebesgöttin beginnen zu dürfen?

Mein Eindruck:
---------------

"Zur Erklärung: Es gibt viele verschiedene Arten der Liebe, und alle musste man in Betracht ziehen, wenn man jemanden verliebte. Sonst funktionierten die Pfeile nicht, wie sie sollten."

Gleich vorneweg: Dieser Roman ist für Jugendliche ab 14 Jahren gedacht, aber als Erwachsene hatte ich auch jede Menge Spaß beim Lesen!
Die Kapitelüberschriften leiten sich passend zum Untertitel von englischen Liebessongs ab, was ich sehr originell fand. Valentina war mir von Anfang an sympathisch, mit ihrem guten Herz, ihrer erfrischenden Naivität, aber auch ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit, die Mission erfolgreich zu beenden.

Die Handlung ist spritzig und humorvoll erzählt, mit jeder Menge Anspielungen auf Liebesfilme, -lieder und -klischees sowie die jugendliche Welt, bestehend aus diversen Social Media-Kanälen und den typischen Dingen, die zur Pubertät dazugehören.
Ich musste an vielen Stellen schmunzeln und es war spannend bis zum Schluss, denn bei ihrer Mission stolpert Valentina über viele Unwägbarkeiten, lässt sich zusammen mit ihrer neu gewonnenen Menschenfreundin Desirée aber immer etwas einfallen. Und dann ist da noch ihre Möwe "Bussi" (statt einer gewünschten Turteltaube), die immer wieder für lustige Momente sorgt.
Das Ende war grandios und lässt auf eine Fortsetzung hoffen!

Fazit:
---------------
Humorvolle Liebeskomödie mit Anspielungen auf Liebesklischees, griechische Götter und das Teenager-Leben - spannend und unterhaltsam!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.06.2024

Ein Buch über das Mutigsein, jedoch anders als erwartet

Beyond Brave
0

Cover:
-----------
Das Titelbild ist sehr inspirierend mit der Frau, die in die Höhe springt. Die Farbgebung des Titels ist in blassen Lilatönen und dürfte wohl eher das weibliche Geschlecht ansprechen, ...

Cover:
-----------
Das Titelbild ist sehr inspirierend mit der Frau, die in die Höhe springt. Die Farbgebung des Titels ist in blassen Lilatönen und dürfte wohl eher das weibliche Geschlecht ansprechen, obwohl der Inhalt auch für Männer interessant sein könnte. Dennoch hat mich vor allem dieses dynamische Titelbild angezogen.

Mein Eindruck:
-----------

"Dieses Buch enthält Learnings aus meinen Jahren des Erwachsen- und Mutigwerdens. Erwarte keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der du in hundert Tagen zu einem neuen Menschen wirst. Nimm dieses Buch eher als Wegbegleitung auf einer Reise, während du dich, deinen Glauben und Gott besser kennenlernst und dich weiterentwickeln darfst und wirst."

Dieses Buch hat sich anders gestaltet, als ich es erwartet hatte. Vom Titel her hatte ich die Erwartung, eine Art Selbsthilfebuch mit autobiografischen Zügen zu lesen.
Dies ist zwar ein Bestandteil des Inhalts, aber es werden auch andere Aspekte beleuchtet, die ich so nicht erwartet hätte und die meiner Meinung nach vom Kern des Themas wegführten und Wiederholungen beinhalteten, die beim Lesen etwas nervten.
Die Autorin war mir sehr sympathisch, sie wuchs in einer streng gläubigen Gemeinschaft auf und da sie generell eine sehr introvertierte Person ist, traute sie sich lange nicht, ihre Zweifel zu äußern und ihren Weg zu gehen. Teilweise konnte ich mich mit ihr identifizieren. Sie schreibt in diesem Buch über ihren Lebensweg und wie sie es schaffte, mutiger zu sein. Des Weiteren geht sie darauf ein, dass Mutigsein viel damit zu tun hat, zu sich und seinen Werten zu stehen, d. h. ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dass dieser Schritt notwendig ist, ist verständlich. Es gibt auch einige Übungen im Buch, um sich selbst bewusster zu werden und seine eigenen Bedürfnisse zu erkunden. Ich hatte jedoch das Gefühl, die Autorin bleibt an dieser Stelle stecken.

Sie führt einige Beispiele aus der Bibel an zu diesem Thema sowie weitere Beispiele aus ihrem Leben, die sich überwiegend auf ihre Emanzipation aus ihrer vorherigen Glaubensgemeinschaft beziehen. Besonders diese Beispiele waren zwar interessant, aber wirkten auf mich beim Lesen oft ausschweifend. Diese Beispiele waren zwar inspirierend, aber mir fehlten die weitergehenden Schritte und ggf. mehr Beispiele, das praktische Leben betreffen.
Für eine Biografie waren es mir zu wenig Informationen und für ein Buch übers Mutigsein auch. Mir fehlte ein wenig der rote Faden und für die Kernaussage, dass es zum Mutigsein ein gewisses Selbstbewusstsein benötigt und es dafür Vorbilder in der Bibel gibt, waren es zu viele Worte, die sich zu häufig wiederholten.
Ich habe einige Inspirationen aus dem Buch ziehen können und einige Übungen waren hilfreich. Aber das Buch konnte meine Erwartungen leider nicht vollständig erfüllen.

Fazit:
-----------
Ein Buch über das Mutigsein mit Inspirationen und Beispielen aus der Bibel - hätte tiefer gehender und konkreter sein können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.06.2024

Die Rache der Hausmädchen

Mayfair House
0

Gestaltung:
--------------
Das Titelbild ist eher schlicht gehalten, passt vom Bild her aber zu einem Roman, der im viktorianischen England spielt. Im Laden wäre mir das Buch nicht direkt ins Auge gesprungen. ...

Gestaltung:
--------------
Das Titelbild ist eher schlicht gehalten, passt vom Bild her aber zu einem Roman, der im viktorianischen England spielt. Im Laden wäre mir das Buch nicht direkt ins Auge gesprungen. Vorne und hinten ist jeweils eine Skizze der Villa und des geplanten Raubzuges abgebildet. Besonders dieses Detail gefiel mir gut, sodass man neugierig wird. Als Hardcover macht das Buch einen wertigen Eindruck.

Inhalt:
--------------
London 1905: Mrs. King ist Hausangestellte in der prächtigsten Villa auf der Park Lane, im "Mayfair House". Leider wurde sie bei einem heimlichen Besuch bei den männlichen Dienstboten erwischt und gekündigt. Doch das stellt kein Problem für sie dar, da sie bereits zusammen mit anderen Dienstmädchen einen Plan ausgeheckt hat, um die komplette Villa leer zu räumen. Und das, während die Hausdame einen Ball gibt und das Haus voller Gäste hat. Wird der Plan gelingen?

Mein Eindruck:
--------------
Es hat eine Weile gedauert, bis ich in der Handlung angekommen war. Besonders die vielen Personen, die anfangs eingeführt wurden, sowie die irritierende Tatsache, dass Mrs. King manchmal mit ihrem Vornamen, manchmal als "Mrs. King" angesprochen wird, obwohl sie mit einigen Personen offenkundig "per Du" ist, haben mich ebenfalls verwirrt. Es passiert anfangs nicht sehr viel und ich musste mich im ersten Viertel zwingen, weiterzulesen.

Aber dann nahm die Geschichte nach und nach Fahrt auf und die Planung des Raubzuges nahm konkrete Gestalt an. Außerdem passierten einige Nebenhandlungen, die Geheimnisse der anderen Frauen aus Mrs. Kings Verbündeten-Kreis zutage fördern.

Die Kapitel sind wie ein Countdown aufgebaut, der zunächst die Zeit abwärts zählt bis zum geplanten Coup und später auch Einblicke in die Ereignisse danach gibt. Die Story wartet immer wieder mit unerwarteten Wendungen auf und nachdem ich einmal in die Geschichte reingefunden hatte, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, da mich die Handlung in ihren Bann gezogen hatte. Ob ein solcher Raub realistisch ist, wage ich zu bezweifeln, aber das gilt auch für andere Gaunerkomödien. Der Ideenreichtum sowie die Ausführungen haben gut unterhalten und das Ende konnte mich überzeugen.

Fazit:
--------------
Clever konstruierte Gaunerkomödie im viktorianischen England: Erst gemächliche dann spannende Handlung mit einer anderen Art "Ganovinnen"

4 von 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2024

Kindermund tut Glauben kund

Wenn Erwachsene beten, klingt das langweilig
0

Cover:
-----------------
Das Titelbild zeigt den Autor mit seinen vier Kindern in guter Stimmung. Da möchte man gerne mehr erfahren!

Inhalt:
-----------------
Der Autor und BILD-Redakteur hat bereits ...

Cover:
-----------------
Das Titelbild zeigt den Autor mit seinen vier Kindern in guter Stimmung. Da möchte man gerne mehr erfahren!

Inhalt:
-----------------
Der Autor und BILD-Redakteur hat bereits die beiden Bücher "Ein bisschen Glauben gibt es nicht" sowie "Warum Glaube großartig ist" veröffentlicht. In seiner Zeitungskolumne schreibt er über die täglichen Erlebnisse und Gespräche mit seinen Kindern zum Thema Gott. In diesem Buch hat er die besten davon veröffentlicht.

Mein Eindruck:
-----------------

"Der Mut, den ich unseren Kindern vorleben möchte, ist die Mitte zwischen Feigheit und Tollkühnheit. Dieser Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Er ist das Vertrauen auf das eigene Können, auf die Eltern und auf Gott."

Ich kannte den Autor bisher noch nicht, aber nach dieser Lektüre will ich auch die anderen beiden Bücher von ihm lesen. Er schreibt mit einer herzlichen Offenheit, immer gespickt mit einer Prise Humor. Mittlerweile hat er vier Kinder im Alter von 3-11 Jahren, mit denen er jeden Tag betet, aber auch über ihre Gotteserfahrungen redet und Gespräche über die Bibel führt.
Herausgekommen sind kurze Geschichten, die sich leicht weglesen lassen und einen mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken anregen.
Besonders gefiel mir, dass der Autor dabei durchaus auch selbstkritisch ist, zum Beispiel die Frage betreffend, ob man Kinder zwingen sollte, Sonntagmorgen in die Kirche zu gehen oder ob es nicht genauso hilfreich für die Gottesfindung sein kann, wenn man stattdessen gemeinsam mit der Familie Zeit verbringt. Oder ob man als gläubiger Christ seinen Kindern gestatten kann, ein heidnisches Fest wie Halloween zu feiern (Spoiler: Ja, man kann!). Dies zu lesen empfand ich als Elternteil, der selbst manchmal unsicher ist, wie das Thema Glaube passend in den Alltag eingebracht werden kann, als sehr beruhigend. Aber auch die Kommentare der Kinder fand ich oft erstaunlich weise und schlagfertig. Besonders gefallen hat mir das ChatGPT-Experiment am Ende. Die Antworten sind nicht ganz ernst zu nehmen, jedoch interessant. Diese besondere Herangehensweise eröffnet neue Perspektiven.

Fazit:
-----------------
Mischung aus Alltagserlebnissen und Gesprächen mit Kindern über Gott: Mal humorvoll, mal nachdenklich und auf jeden Fall unterhaltsam!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere