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Veröffentlicht am 31.05.2026

Anders als erwartet

Das Signal
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Ursula Poznanski hat es schon so oft geschafft, dass ich ein Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte - und auch hier ist es so gewesen.
Hauptfigur ist die wohlhabende Innenausstatterin Viola Decker, ...

Ursula Poznanski hat es schon so oft geschafft, dass ich ein Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte - und auch hier ist es so gewesen.
Hauptfigur ist die wohlhabende Innenausstatterin Viola Decker, die schon ein wenig ein Glamour-Leben führt. Oder zumindest führte, denn sie wacht im Krankenhaus auf und muss erfahren, dass sie ein Bein verloren hat. Sie ist in den Weinkeller neben ihrem Haus gegangen und die Decke ist eingestürzt. Wie so oft erinnert sie sich zunächst nicht, was sie in dem Weinkeller wollte oder wie der Einsturz passiert ist.
Viola wird zwar relativ schnell aus dem Krankenhaus entlassen, kann sich zu Hause aber kaum frei bewegen. Ihr Mann versucht es ihr so einfach wie möglich zu machen, indem er Termine organisiert und sofort eine Pflegerin einstellt. Aber Viola ist nun behindert, sie kann nicht einmal ohne Hilfe vom Bett in den Rollstuhl gelangen, ganz zu schweigen vom Obergeschoss des Hauses. Die meiste Zeit verbringt sie mit ihrem Smartphone oder Tablet im Bett. Zufällig stößt sie auf eine Werbeanzeige für GPS-Tracker und kauft aus Neugier welche. Sie findet schnell heraus, dass ihr Mann nicht immer ganz ehrlich zu ihr ist.

All das ist wirklich gut geschrieben und sehr spannend. Die Charaktere sind wirklich interessant und man weiß lange nicht wer hier ein falsches Spiel spielt. Worum es allerdings nicht geht ist GPS-Tracking. Natürlich spielt diese Ortungmethode eine zentrale Rolle, aber es geht nicht um die Technik. Worum es - gerade in der ersten Hälfte des Buches - wirklich geht ist das Leben nach einem Schicksalsschlag. Viola kann nicht mehr arbeiten, wartet auf ihre Prothese, lernt mit dem Rollstuhl umzugehen. Außerdem macht sie Spiegeltherapie gegen ihre Phantomschmerzen. Auch diese Themen werden nicht im Detail behandelt, aber das würde vermutlich auch den Rahmen des Buches sprengen.

Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die gern Rätsel lösen.

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Fesselnd, spannend und sehr düster

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Obwohl dieses Buch Teil einer Serie um den Ermittler Fabian Risk ist, lässt es sich sehr gut einzeln lesen.
Zunächst geht es um einige Straftaten die zum Teil nicht sehr schwer erscheinen. Aber auch ...

Obwohl dieses Buch Teil einer Serie um den Ermittler Fabian Risk ist, lässt es sich sehr gut einzeln lesen.
Zunächst geht es um einige Straftaten die zum Teil nicht sehr schwer erscheinen. Aber auch ein Mord geschieht – und wird zunächst für einen Schlaganfall gehalten. Der Zusammenhang wird nach und nach klar, denn alles führt zu einem viel größeren Verbrechen. Aber auch das ist noch nicht das große Ganze, hier entwickelt sich auf über 600 Seiten eine komplexe Geschichte.
Das Buch ist spannend geschrieben und gut zu lesen obwohl man permanent zwischen den einzelnen Schauplätzen springt. Dabei kommt man immer ein Stück weiter, gerade wenn ich dachte ich habe verstanden, warum die Personen so gehandelt haben, kam ein völlig neuer Aspekt dazu. Das Ende hat mir zwar weniger gefallen, aber die
Es geht u.a. um Gewalt gegen Kinder, wer eher schwache Nerven hat sollte auf dieses Buch verzichten.

Das Cover ist typisch für einen düsteren nordischen Krimi, der Titel ist allerdings völlig wahllos. Vielleicht habe ich etwas verpasst, aber ich konnte keinen Bezug zum Inhalt finden.

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Vier Wochen Kurklinik

Narbenmädchen
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„Wir sind schon ganz schön krass eigentlich. Wir haben ja auch eine Menge Shit durchgemacht und da sind wir trotzdem immer irgendwie durchgekommen.“
Diesen Satz sagt Lara zu ihren neuen Freunden Finn ...


„Wir sind schon ganz schön krass eigentlich. Wir haben ja auch eine Menge Shit durchgemacht und da sind wir trotzdem immer irgendwie durchgekommen.“
Diesen Satz sagt Lara zu ihren neuen Freunden Finn und Neo. Lara ist 15, schneidet sich und verbringt deshalb vier Wochen in einer Kurklinik für Kinder und Jugendliche. Viele der Jugendlichen haben einen konkreten Grund für ihr Verhalten, aber nicht immer wird der ernstgenommen. Die Therapeutinnen und anderen Angestellten der Klinik wirken überfordert und wenig hilfreich. Das mag zum einen daran liegen, dass viel zu wenig Zeit für die Patientinnen da ist, zum anderen aber auch am Konzept: Vier Wochen rausgerissen aus dem Alltag, danach wieder entlassen. Wird es alles besser bleiben die Jugendlichen zu Hause, wird es schlimmer kommen sie in die Psychiatrie.
Die Autorin Lilly Bogenberger schreibt schon länger professionell und das merkt man auch diesem Buch an. Sprachlich sehr gut und vor allem bei der Hauptperson Lara sehr authentisch formuliert. Bogenberger hat vieles von dem, was sie im Buch behandelt, selbst erlebt. Das führt einerseits dazu, dass sie die Kurklinik mit all ihren Dynamiken und Unzulänglichkeiten unglaublich plastisch beschreiben kann, andererseits muss man sich klar machen, dass man hier eine ganz eigene Perspektive bekommt. Es gibt keine Erzählungen aus Sicht der Erwachsenen Personen, keine ausgewogene Berichterstattung sondern Laras Geschichte. Und die ist so mitreißend, dass es nichts anderes braucht um das Buch lesenswert und wichtig zu machen.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Sie kann niemandem trauen

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
1

Schauplatz dieses Thrillers ist eine Schraubenverbrik im Westerwald. Wie spannend kann es also werden? Sehr!
Karolin Bogner arbeitet in einer Firma, die Spezialschrauben herstellt und vertreibt. Sie ist ...

Schauplatz dieses Thrillers ist eine Schraubenverbrik im Westerwald. Wie spannend kann es also werden? Sehr!
Karolin Bogner arbeitet in einer Firma, die Spezialschrauben herstellt und vertreibt. Sie ist schon lange dort und kennt sich mit den internen Machenschaften aus, hat aber auch ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zum Inhaber. Dieser wird sich bald zur Ruhe setzten und sie macht sich berechtigte Hoffnungen auf die Nachfolge.
Außerdem hat sie ein Verhältnis mit dem neuen Kollegen Chris und beide stehen kurz davor ihre Beziehung öffentlich zu machen. Es läuft also gut für Karolin, bis immer mehr Dinge geschehen, die aussehen, als wolle ihr jemand schaden. Ist es jemand aus der Firma oder ihrem privaten Umfeld?

Der Prolog zeigt zwar, wie es enden wird, aber ich habe eine ganze Weile gebraucht um einen Verdacht zu entwickeln, wer hinter all den merkwürdigen Geschehnissen steckt. Mehr als einmal war ich dabei auf der völlig falschen Spur. Dieses Buch ist gut zu lesen und wirklich fesselnd geschrieben. Das Ende war für mich ein wenig zu konstruiert, aber es wird mehr als deutlich, was die Autorin uns hiermit sagen möchte.

Fesselnder Thriller, der ganz ohne Blut eine unglaubliche Spannung erzeugt.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Genauso kaltblütig wie emotional

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
8

Dieses Buch reiht sich nahtlos an „Die Ärztin – Gefährliche Nachtschicht“ an, man kann es aber auch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Hauptfigur ist wieder Gynäkologin Dr. Eva Mares, die nach wie vor am ...

Dieses Buch reiht sich nahtlos an „Die Ärztin – Gefährliche Nachtschicht“ an, man kann es aber auch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Hauptfigur ist wieder Gynäkologin Dr. Eva Mares, die nach wie vor am Klinikum in Bremen arbeitet. Mit ihrer Familie wohnt sie in der Wildeshauser Geest und pendelt regelmäßig zwischen Landidylle und Großstadt.
Als ein Mann mit seiner schwangeren Tochter vor ihrer Tür steht, versucht sie zu helfen. Beide sind nicht krankenversichert und Eva organisiert einen kostenlosen Untersuchungstermin im Krankenhaus. Doch die junge Frau wird ihn nicht wahrnehmen und Eva beginnt nachzuforschen.

In kurzen Kapiteln wechselt die Perspektive von Eva mit der einer unbekannten Frau und den ermittelnden BeamtInnen. Dadurch ist es ab der ersten Seite spannend, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Mir sind die Charaktere sehr ans Herz gewachsen, besonders natürlich Eva, die versucht das Richtige zu tun und dabei immer wieder vor Hindernissen steht.

Trotz der packenden Story hat die Autorin hier auch ernste und lebensnahe Themen verarbeitet. Die Passagen rund um Schwangerschaft und Geburt wirken wie von einer Ärztin oder Hebamme selbst geschrieben, die Polizeiarbeit wird sehr realistisch dargestellt und trotzdem habe ich mich keine Minute gelangweilt. Vielleicht lag es an den wirklich authentischen Figuren, die auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär wirken, aber gerade dadurch so nahbar sind.

Es ist beides: Ein kaltblütiger Thriller und angenehm zu lesender Lokalkrimi. Eine seltene Kombination, die hier perfekt gelingt.

Ganz klar 5 von 5 Sternen – in der Hoffnung, dass wir noch mehr von Dr. Eva Mares lesen dürfen.

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