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Veröffentlicht am 17.04.2025

Fesselnder Jugendthriller mit unbefriedigender Auflösung

Seven Ways to Tell a Lie
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An Jonahs Schule taucht ein Fakevideo auf, in dem er und seine ehemalige Clique in einem Bus gezeigt werden, der dann tödlich verunglückt. Daraufhin werden noch weitere Deepfakes veröffentlicht, in denen ...

An Jonahs Schule taucht ein Fakevideo auf, in dem er und seine ehemalige Clique in einem Bus gezeigt werden, der dann tödlich verunglückt. Daraufhin werden noch weitere Deepfakes veröffentlicht, in denen es jeweils um eine Person der Freundesgruppe geht. Wer hat es auf die Jugendlichen abgesehen? Und vor allem: Hat es etwas mit Enyas Entführung im Jahr zuvor zu tun? Seitdem sie verschwunden ist, ist die Clique auseinandergebrochen, doch nun können die Freund/innen wieder zusammenfinden.

Der Anfang startet wirklich rasant, weil man direkt ins Geschehen geworfen wird. Das erste Video taucht sehr schnell auf und wir lernen die sieben Jugendlichen der Freundesclique kennen. Jedoch fand ich es mit all den Charakteren etwas verwirrend, wer jetzt wie lebt und was gemacht hat. Mit der Zeit habe ich sie aber alle gut zuordnen können, auch Thea, die nun eine gute Freundin von Jonah geworden ist, nachdem sich die Clique aufgelöst hat. Die vielen Geschehnisse und Charaktere tragen aber perfekt dazu bei, dass man gut Rätselraten kann, ob Enya noch leben könnte und wer sie entführt hat. Hier konnte mich der Autor ein ums andere Mal überraschen und nein, die Auflösung habe ich so überhaupt nicht kommen sehen.

Die Geschichte ist wie gesagt wirklich spannend und fesselnd geschrieben. Auch die vielen Details und Videos, die nach und nach eingestreut und aufgedeckt werden, tragen dazu bei. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Außerdem hat es mich anfangs etwas an „Pretty Little Liars“ erinnert, aufgrund der Person, die Jonahs Clique verfolgt, später mit den Videos und Jonahs Rolle sehr an „Tote Mädchen lügen nicht“ und auch an „A good Girl’s Guide to Murder“, weil Jonah mithilfe einer Pinnwand den oder die Täter/in zu finden versucht und immer mehr Details ans Licht kommen, die teilweise darauf hinweisen, aber überhaupt nicht die ganze Tragweite zeigen kann, die sich am Ende zeigt.

Das Ende… hat mich schockiert und erschüttert, aber auch unbefriedigt zurückgelassen. Ich empfand diesen Jugendthriller auf den letzten Seiten als sehr brutal (ein wichtiger Punkt wurde in der Triggerwarnung vergessen!). Eine Wendung fand ich wirklich gut und raffiniert aufgebaut (Thea), wohingegen ich es schade finde, dass Rubys Rolle so nichtssagend und offen endet, was für mich überhaupt keinen Sinn ergibt. Das hat mich während des krassen Showdowns schon enttäuscht.



Fazit:
„Seven Ways to tell a Lie“ ist ein unglaublich fesselnder Jugendthriller, der sehr spannend aufgebaut ist. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es so dramatisch und raffiniert erzählt wird. Das Ende hat mich nicht ganz überzeugt und vor allem mit seiner Gewalt und Brutalität überrascht, was ich für ein Jugendbuch nur bedingt gelungen finde (und es als Fehler betrachte, dass ein Detail nicht in der Triggerwarnung aufgeführt wurde). Für Fans von „Tote Mädchen lügen nicht“ und „A good Girl’s Guide to Murder“!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2025

Emotionale Geschichte voller Liebe und Trauer

Wo die Sterne am hellsten leuchten
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Die Journalistin Mila möchte eine hoffnungsvolle Reportage über todkranke Menschen schreiben. Dazu reist sie ins „Horizont“ nach Rügen, einer Einrichtung um sich zu erholen und wieder ins Leben zurückzukehren ...

Die Journalistin Mila möchte eine hoffnungsvolle Reportage über todkranke Menschen schreiben. Dazu reist sie ins „Horizont“ nach Rügen, einer Einrichtung um sich zu erholen und wieder ins Leben zurückzukehren oder die letzten Monate angenehm zu verbringen. Direkt auf der Zugfahrt dorthin trifft sie auf David und seinen Sohn Liam, die aufgrund von Liams Krankheit das gleiche Ziel haben.

Mila und David fühlen sich von Anfang an zueinander hingezogen. Doch die Liebe auf den ersten Blick rückt zunächst in den Hintergrund, da Mila Berufliches und Privates nicht vermischen möchte und David sich ganz auf seinen Sohn konzentrieren will. Ich finde es schön, dass sich die Liebesgeschichte dadurch langsam und angenehm entwickelt hat. Die Momente und Gespräche zwischen Mila und David sind herzlich und romantisch, sodass ich sie sehr genossen habe. Zum Beispiel die Szenen am Strand haben die beiden über das anfängliche Knistern hinweg näher zusammengeführt. Trotzdem ging es mir oftmals zu schnell, denn die Gefühle waren von Anfang an einfach da und vor allem die anderen Heimbewohner/innen haben Mila sofort als Mutter von Liam gehalten. Wie müssen sich die beiden schon angeschmachtet haben, dass so ein Eindruck entsteht? Mir fehlt manches Mal die Entwicklung, etwas mehr Zeit bzw. Seiten um die Emotionen aufzubauen und die Veränderung derer mitzuerleben. Denn in einem Moment hatte Mila auch auf nur einer ebook-Seite völlig gegensätzliche Gefühle, was mich verwirrt hat, denn eigentlich wäre in dem Moment alles paletti gewesen.

Nichtsdestotrotz ist „Wo die Sterne am hellsten Leuchten“ eine schöne, romantische Liebesgeschichte, die auch bei den anderen Charakteren viele Emotionen bereithält. Die (tod)kranken Bewohner/innen des „Horizonts“ haben unterschiedliche Geschichten, die sehr berühren. Von einer Frau, die dem Tod getrotzt und ihre Träume erfüllt hat bis zu einem mürrischen Teenager hat die Autorin so viele Facetten geschaffen. Und auch ihr Schreibstil hat mich in dieser Geschichte wieder für sie eingenommen. Josefine Weiss hat eine gefühlvolle und tiefgründige Art um die Emotionen der Charaktere zu beschreiben. Besonders Liam habe ich mit seinem fröhlichen, kindlichen und neugierigen Charakter ins Herz geschlossen. Auch Hilde wurde neben dem kleinen Jungen meine Lieblingsfigur, weil mich ihr resolutes und einfühlsames Verhalten beeindruckt hat. Neben dem gefühlvollen Schreibstil blitzt aber auch immer wieder Humor durch, was den doch manchmal recht schweren Inhalt etwas auflockert. romantischen Szene haben mein Herz schmelzen lassen, die rührenden Szenen mit den Bewohner/innen das Herz gebrochen und die letzten Szenen schockiert und voller Liebe gefüllt.


Fazit:
„Wo die Sterne am hellsten Leuchten“ ist nicht nur eine romantische Liebesgeschichte, sondern auch eine über so viele unterschiedliche Charaktere, die ihrer Krankheit trotzen und mich sehr berührt haben. Neben den emotionalen Szenen blitzt auch immer wieder Humor durch, was den gefühlvollen Schreibstil von Josefine Weiss einfach perfekt macht. Manches ging mir in dem Buch zu schnell, als dass meine Gefühle nachziehen konnten, aber diese Geschichte hat trotzdem mein Herz schmelzen lassen, gebrochen und wieder mit Liebe gefüllt.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Kurzweilige Königshaus-Liebesgeschichte

Dark Cinderella
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Sofias beste Freundin Alva ist verschwunden und ihr letzter bekannter Aufenthaltsort war der skonische Palast. Deshalb bewirbt sich Sofia dort auf eine Stelle und bekommt diese mit etwas Glück. Denn sie ...

Sofias beste Freundin Alva ist verschwunden und ihr letzter bekannter Aufenthaltsort war der skonische Palast. Deshalb bewirbt sich Sofia dort auf eine Stelle und bekommt diese mit etwas Glück. Denn sie rettet der Prinzessin nach einer Überdosis das Leben und wird als Gegenleistung für ihr Schweigen im Palast angestellt. Somit hat sie direkt Kontakt zur Prinzessin und dem Prinzen Skoniens, ein tolles Setting als ein von Anyah Omah erfundenes Nachbarland Schwedens, und muss dies nun nutzen, um mehr über die Geschehnisse von Alvas Verschwinden rauszufinden.

Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven von Sofia und Maximilian beschrieben, was ich schön fand, weil ich so beide Charaktere gut kennenlernen konnte. Sofia ist entschlossen und rational, was ihre Nachforschungen angeht, aufrichtig und sogar kritisch gegenüber Monarchien (tolle Einbindung der heiklen geschichtlichen Ereignisse). Maximilian bedient das Klischee des privilegierten jungen Mannes, der sich nicht in seiner Rolle einfinden mag. Besonders gefallen hat mir seine loyale und herzliche Beziehung zu seiner Schwester Linnea. Die beiden Protagonisten gefallen sich von Anfang an und manchmal hatte ich das Gefühl, dass Sofias Suche nach ihrer besten Freundin hinter ihren Gefühlen für Maximilian untergeht. Insbesondere weil sie so gut wie nie an Alva denkt. Sie sind seit vielen Jahren beste Freundinnen, haben schon so viel gemeinsam erlebt und Sofia muss sich doch unfassbar große Sorgen machen. Aber die Protagonistin schwelgt nicht in Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse oder denkt ängstlich daran, wie es Alva momentan gehen mag. Mir fehlte die Herzlichkeit in ihrer Freundschaft, weil Sofia oft wie eine nüchterne Ermittlerin erscheint, die nichts mit dem Opfer gemein hat.

In „Dark Cinderella“ erwartet die Leser/innen keine düstere Liebe, denn Prinz Maximilian und Sofia erleben manchmal romantische und gestohlene gemeinsame Momente. Ihre Gefühle füreinander sind nur von ihrer Einstellung „Ich darf/will nicht“ eingeschränkt. Düster hingegen ist die Fledermaus-Bibliothek (so interessant!) mit Geheimgang, das eingeschränkte Leben und die Spielchen der High-Society, sowie der Nervenkitzel von Sofias heimlichem Umherstreifen im Palast. Am Ende gipfelten die überraschenden Momente in einem sehr gekonnten, fiesen Cliffhanger. Anya Omah hat die Erlebnisse kurzweilig und fesselnd geschrieben, sodass ich nun dem Folgeband sehr entgegenfiebere.


Fazit:
„Dark Cinderella“ ist eine richtig fesselnde und kurzweilige NA-Geschichte mit ein bisschen kriminalistischen Vibes. Im ersten Band wurde hauptsächlich Fokus auf die Liebesgeschichte zwischen Sofia und Prinz Maximilian gelegt, weshalb ich durch die Andeutungen und nervenaufreibenden Momente nun sehr gespannt auf die Auflösung von Alvas Verschwinden im Folgeband bin.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Gute Ideen, aber schlechte Umsetzung

Undoubtable Love
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Kurz nach dem schmerzhaften Ende von Susies Beziehung stirbt ihre Tante, die immer ihre Vertraute und enge Familie war. Nun möchte Susie das geerbte Haus renovieren lassen. Doch der Handwerker vor ihrer ...

Kurz nach dem schmerzhaften Ende von Susies Beziehung stirbt ihre Tante, die immer ihre Vertraute und enge Familie war. Nun möchte Susie das geerbte Haus renovieren lassen. Doch der Handwerker vor ihrer Haustür ist der beste Freund ihres Ex‘ – unangenehm. Doch noch schlimmer ist der Fund in der Wand, eine Scheidungskurkunde mit ihrer beider Namen 10 Jahre in die Zukunft datiert. Während die beiden nach dem Ursprung des gealterten Dokuments aus der Zukunft forschen, versuchen sie auch ihre vermeidliche Scheidung zu analysieren und kommen sich dabei immer näher. Kann aus ihrer Freundschaft mehr werden?

Ich habe den Anfang des Buches geliebt! Die Scheidungsurkunde peppt die Geschichte auf und gibt ihr eine roten Faden. Außerdem ist der Schreibstil wirklich gut. Locker, humorvoll und atmosphärisch lässt Kylie Scott die beiden Protagonisten sich immer näher kommen. Und der Vibe der beiden ist einfach unglaublich. Ihre Gespräche sind lustig, auch mal ernsthaft und immer angenehm. Ich hab die beiden als Pärchen schon gemocht, als sie noch nicht einmal zusammen waren.

Doch dann kommt das Hin und Her und das ständige Wälzen ihrer vermeintlichen Probleme, die zu einer Scheidung führen könnten. Irgendwie dreht sich hier vieles im Kreis. Immer wieder werden Charakterschwächen oder Beziehungskiller angesprochen, die irgendwann einfach nur noch kindisch waren. Außerdem fanden beide immer wieder Gründe nicht aufeinander einzugehen, während sie schon längst in eine Beziehung geschlittert sind. Naja, und der leichte Schreibstil wurde mit sehr holprigen beschriebenen spicy Szenen geschmückt („Er waltete seines Amtes“ S. 178). Und die Auflösung der Scheidungsurkunde, ähm… wenn man es so nennen kann, war einfach katastrophal, dafür dass sie so oft erwähnt wird. Und die letzten Bonus-Kapitel hätten an den Anfang gehört (wo sie vermutlich rausgeschmissen wurden?) um vieles besser zu verstehen.


Fazit:
„Undoubtable Love“ hat mich von Anfang an richtig begeistert: Ein besonderer Touch mit der zukünftigen Scheidungsurkunde, lockerer und humorvoller Schreibstil und zwei Protagonisten, zwischen denen es direkt passt und romantisch ist. Und dann kommt ein immer nerviger werdendes Hin und Her in der Beziehung, unangenehm beschriebener Spice und eine unverständliche Auflösung der Scheidungsurkunde. Zuerst verliebt, dann enttäuscht – so schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 12.02.2025

Fies, aber gut

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Naomi und Luca sind seit ihrer Kindheit Brieffreunde, naja vielmehr Brieffeinde. Denn seitdem Luca keine Lust auf das Schulprojekt hatte, schreiben sie sich gemeine Briefe. Nach ein paar Jahren Funkstille ...

Naomi und Luca sind seit ihrer Kindheit Brieffreunde, naja vielmehr Brieffeinde. Denn seitdem Luca keine Lust auf das Schulprojekt hatte, schreiben sie sich gemeine Briefe. Nach ein paar Jahren Funkstille schreibt Luca nun in der Gegenwart Naomi wieder eine fiese Nachricht, auf die sie ohne seine aktuelle Adresse leider nicht antworten kann. Deshalb macht sie sich auf die Suche nach ihm. Währenddessen zieht über ihr der laute Nachbar Jake ein, der aber eigentlich auch ziemlich ansehnlich und nett ist…

Schon beim Lesen des Klappentextes wusste ich, dass die Hassbriefe vielleicht nicht mein Ding sind… sind sie nicht! Was die beiden sich an den Kopf werfen! Ich finde einiges ziemlich fies, aber anscheinend haben die beiden einfach einen sehr schrägen und schwarzen Humor. Trotzdem hab ich mich gefragt wann eine Wendung kommt, wann sich der Spaß an Gehässigkeit in Nähe und Sympathie verwandelt… irgendwie gab es leider nur ein gemeines Damals und ein mögendes Jetzt, was ich nicht wirklich zusammenbringen konnte. Aber ich konnte beide Zeit- und Gefühlsebenen nachvollziehen, weil die Autorin einen unfassbar guten Schreibstil hat.

Donna Marchetti kann die Situationen und Buchfiguren sehr nahbar und anschaulich beschreiben und hat mich mit ihrer lockerleichten Art von Anfang an mitgerissen. Ich hab die Geschichte so gerne gelesen! Auch die Erzählperspektiven sind sehr gut gelungen. Hauptsächlich wird mittels der Ich-Perspektive aus Naomis Sicht erzählt, aber es werden auch einige Kapitel aus Lucas Sicht eingeschoben. Hier beschreibt Luca immer wieder aus der Vergangenheit wie sein Leben verlief und Naomis Briefe ein Teil davon waren. Dadurch lernt man Luca bereits kennen, bevor er im Heute auftaucht, und auch die Beziehung zwischen den beiden, was mir teilweise die seltsame Brieffeindschaft näher gebracht hat. Erwähnen möchte ich noch kurz, dass die Geschichte als spicy beworben wird, aber tatsächlich nur einige wenige gewöhnliche solcher Szenen beinhaltet.

Was mir besonders an der Geschichte gefallen hat, war die aufkeimende Beziehung zwischen Naomi und ihrem Nachbarn Jake. Ich mochte ihre Gespräche und gemeinsamen Momente – der Vibe zwischen ihnen war einfach da. Ohne zu viel zu verraten: Wie das… nennen wir es Liebesdreieck… aufgelöst wurde hat mir im Großen und Ganzen gefallen (die Freundin war nervig) und ich bin mit dem Ende schlussendlich auch zufrieden.


Fazit:
„P. S. I hate you“ hat eine sehr ungewöhnliche Idee für eine RomCom und ich muss gestehen, die Hassbriefe zwischen Naomi und Luca haben mir gar nicht gefallen, weil einige auch unter die Gürtellinie gingen. Dafür habe ich mich in die aufkeimende Beziehung zwischen Naomi und ihrem Nachbarn Jake verliebt. Und der anschauliche und lockere Schreibstil hat mich von Anfang an mitgerissen, weshalb ich unbedingt noch mehr von der Autorin lesen will.