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Veröffentlicht am 28.01.2019

Die Liebe ist ein seltsames Spiel...

Vom Glück und den Tagen dazwischen
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Emmi geht langsam aber stetig auf die 40 zu und hat in ihrem Leben diverse Erfahrungen mit den Männern gemacht... in ihren Augen jedoch nie die richtigen...
Daher und dem Streben ihrer Eltern nach einem ...

Emmi geht langsam aber stetig auf die 40 zu und hat in ihrem Leben diverse Erfahrungen mit den Männern gemacht... in ihren Augen jedoch nie die richtigen...
Daher und dem Streben ihrer Eltern nach einem soliden Schwiegersohn zum Trotz entscheidet sie sich gegen die Männer und will ihrem Leben eine Chance geben, männerlos glücklich zu werden...
Um dieses Unterfangen noch zu unterstreichen, begibt sie sich incognito auf die Hochzeit ihres Ex... allerdings verläuft diese ganz anders als geplant...
Um diesen Ereignissen und einem Urlaub mit ihren Spießer-Eltern zu entkommen, begibt sie sich mit ihrer Nachbarin, die nach dem Tod ihres Mannes Unterstützung braucht, deren 2 Freundinnen und einer anderen Nachbarin, die sich spontan den Damen anschließt, auf eine ereignis- und folgenreiche Reise in die Normandie...

Das Buch fliegt mit seinem flüssig geschriebenen, leichten Textstil nur so dahin und nimmt einen humorvoll mit in das Leben der Emmi und der anderen, auch mit Männererfahrung gespickten Damen...
Manchmal überschlagen sich die Ereignisse, dann wieder nimmt Emmi einen mit in ihre Gedankenwelt und ihre Vergangenheit oder die wunderschöne Normandie wird authentisch beschrieben.

Jede der Damen macht im Laufe der Geschichte eine Wandlung und (die meisten) eine Weiterentwicklung durch - wenn auch an manchen Stellen sehr überraschend und für den Leser nicht immer ganz nachvollziehbar. Gerade am Ende passiert ganz viel, ohne dass der Weg dahin beschrieben wird. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Nachvollziehbarkeit gewünscht.

Alles in allem aber eine gut zu lesende, leichte Frauengeschichte mit Humor, die einen mitnimmt - gut für Sommerurlaube oder eben genau das Gegenteil: gemütliche Couchabende, wenn es draußen nass und grau ist.

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  • Atmosphäre
  • Humor
  • Geschichte
  • Gefühl
Veröffentlicht am 11.10.2018

Der schöne Schein - Soziale Medien und echte Menschen

Nebenan funkeln die Sterne
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Emma lebt in London ein wundervolles Leben in Notting Hill und erlebt in ihrer Wahlheimat mit ihren vielen Freunden und ihrem wunderbaren Freund Troy aufregende Erlebnisse... zumindest für ihre vielen ...

Emma lebt in London ein wundervolles Leben in Notting Hill und erlebt in ihrer Wahlheimat mit ihren vielen Freunden und ihrem wunderbaren Freund Troy aufregende Erlebnisse... zumindest für ihre vielen instagram-Follower...
Denn hinter der Fassade der Social Media-Welt fristet Emma ihr Dasein im kleinen Appartment ihrer Tante und hat nach einem traumatischen Erlebnis in ihrer Vergangenheit in ihrer Heimat Deutschland keine "echten" Kontakte zu Menschen mehr - sogar ihrer Familie verheimlicht sie, wie unglücklich und einsam sie sich fühlt. Nur Troy, der in Wahrheit ein zugelaufener Kater ist, schenkt ihr in der Offline-Welt ein bisschen Trost und Wärme...

Unter Menschen bekommt sie Panik, so dass sie sich wie eine Schildkröte in ihren Panzer zurückgezogen hat und keine "echten" Gefühle mehr an sich heranlässt. Sie hat sich ihren gesamten Alltag in ihrer kleinen Wohnung so eingerichtet, dass sie ebendiese gar nicht verlassen muss. Durch ihre Arbeit als Web-Designerin (die ihr sehr dabei hilft, Fotos und Bilder für instagram zu beschönigen) muss sie zum Geld verdienen nicht aus dem Haus und sogar ihre Einkäufe kann sie komplett online tätigen... so dass sie maximal die Wohnungstür öffnen muss, um vom Fahrradkurier ihre Online-Einkäufe entgegen zu nehmen...

Ihre kleine, durchgeplante, überraschungslose Welt wird jedoch ausgerechnet durch diesen Fahrradkurier durcheinander gebracht. Denn der gutaussehende, strahlende, immer fröhliche, freundliche und hilfsbereite Nathan zieht nebenan in der Wohnung ein und zwingt sie dazu, mit ihm die geliebte Dachterrasse zu teilen... Ihr Refugium, ihr Rückzugsort, an dem sie Londons Sterne funkeln sieht...

Widerwillig muss sie zulassen, wie Nathan nach und nach in ihre kleine, durchgeplante Welt einzieht... und vielleicht sogar in ihr Herz...?

Die Geschichte einer Wandlung, von Schuld und Vergeben, von Vergangenheit und Zukunft, von Ängsten und Muthaben, von der glitzernden Online-Scheinwelt und wahren Freu(n)den im echten Leben... Lilly Adams erzählt sie so wunderbar einfühlsam und witzig, zeichnet ihre gar nicht so perfekten Protagonisten so liebevoll und "echt" mit Schwächen und Stärken, dass man an ihnen und ihrer Geschichte gefesselt kleben bleibt...
... weil man immer weiterlesen möchte...
... weil man Emma in den "Hintern treten" möchte, wenn ihr Glück im wahrsten Sinne des Wortes vor der Tür steht und sie nicht zugreift...
... weil der wunderbare Nathan sie mit seinem englischen Humor auf eine solch liebevolle Art hochnimmt, obwohl oder weil man merkt, dass auch ihn ein Geheimnis umgibt...
... weil die Dachterrasse so viel mehr ist als nur eine Dachterrasse in London...

Ein leichtes Buch mit einem ernsten Hintergrund, das sich wunderbar bei (mindestens) einem Becher (englischen? ) Tees auf der Dachterrasse oder - wer sie nicht besitzt wie ich - auf dem Sofa in einem Rutsch durchlesen lässt... denn man kann es eh nicht aus der Hand legen, bevor man nicht weiß, wie es mit Emma und Nathan auf ihrer Dachterrasse ausgeht...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 14.08.2018

Mittendrin, statt nur dabei - ein Krimi zum Miterleben

Totenweg
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Frida war 13, als sie ihre Freundin in einem verlassenen Stall am Ende des Totenwegs in ihrem kleinen Heimatdorf in der Elbmarsch ermordet auffindet. Seitdem trägt sie das dunkle Geheimnis mit sich, das ...

Frida war 13, als sie ihre Freundin in einem verlassenen Stall am Ende des Totenwegs in ihrem kleinen Heimatdorf in der Elbmarsch ermordet auffindet. Seitdem trägt sie das dunkle Geheimnis mit sich, das sie niemandem erzählen wollte… nicht erzählen konnte… Nicht ihren Eltern, die sie zu ihrem eigenen Schutz auf das verhasste Internat in Süddeutschland schicken… nicht Jo, ihrer aggressiven Zimmergenossin im Internat… nicht ihrer heimlichen Liebe Jesper… nicht ihrem Vertrauten Hagen, dem Vorarbeiter ihres Vaters auf dem elterlichen Obsthof, der mit seinem Sohn Sven bei ihnen wohnte… niemandem im Dorf… und erst recht nicht Bjarne Haverkamp, dem zuständigen Kommissar, der immer schon wusste, dass sie ein Geheimnis um den Mord mit sich trägt…

Doch fast 20 Jahre später, als Frida selbst im Polizeidienst fern ihrer dörflichen Heimat in der Großstadt Hamburg arbeitet, holt sie ihr Schicksal wieder ein:
Ihr Vater wird brutal zusammengeschlagen und Bjarne Haverkamp mit diesem Fall betraut… schweren Herzens kehrt sie auf den elterlichen Obsthof zurück, um ihre Mutter zu unterstützen und muss sich nicht nur der Frage stellen, wer ihren Vater töten wollte…
Warum ist der elterlichen Obsthof so heruntergekommen und hat sie eine Chance, ihn zu retten?
Warum haben Hagen und ihr Vater sich zerstritten?
Hat der Großbauer Schucht, der ihrem Vater den Obsthof abjagen wollte, mit dem Vorfall zu tun?
Warum geschehen seit ihrer Rückkehr so viele seltsame Dinge?
Was empfindet Jesper noch für sie und kann er ihr helfen?
Was wissen die Erntehelfer ihres Vaters?
Wer ist der geheimnisvolle Sprayer und was will er ihr sagen?
Warum ist Marit damals wirklich in den Stall im Totenweg gegangen und warum hat sie sie nicht davon abgehalten?

Immer, wenn sie glaubt, einen Schritt weiter gekommen zu sein, wendet sich das Blatt und es ergeben sich neue Aspekte… bis sie merkt, dass sie nur gemeinsam mit Bjarne Haverkamp das Rätsel um den Totenweg lösen kann...
Doch nicht nur das neue Ermittlerteam tappt immer wieder im Dunkeln, auch der Leser rätselt und leidet mit ihnen… und das ist es, was dieses Buch nicht nur so spannend, sondern auch so liebenswert macht: die Figuren des Buchs sind so lebendig und lebensnah beschrieben, die Emotionen, aber auch die Spannung, die auf leisen, aber stetigen Sohlen daher kommt, sind zum Greifen nah, als sei man live dabei.
Selbst wenn man das Buch schweren Herzens zwischendurch beiseite legen muss, ist man in Gedanken beim Buch und seinen Charakteren, man grübelt mit, wer warum denn jetzt was gemacht haben könnte… Keiner der Charaktere ist nur der Gute oder der Böse, es gibt kein Schwarz-Weiß-Denken in diesem Buch… dadurch menschelt es umso mehr…

Romy Fölck hat in diesem Erstlingswerk der Elbmarsch-Reihe mit den neuen doch so eigenen und dennoch liebenswerten Charakteren Frida und Bjarne eine Meisterleistung vollbracht, die nicht nur durch die durchaus spannende und schlüssige Handlung, sondern vielmehr durch das „zum Leben erwecken“ der Protagonisten seinen eigenen Charme entwickelt…
Hat man am Ende das Buch durch (und zu meiner persönlichen Genugtuung auch den Mörder gestellt, den man von Anfang an trotz diverser Finten und Wendungen im Verdacht hatte), möchte man unbedingt weiter teilhaben am Leben von Frida und Bjarne und wartet nun sehnsüchtig auf den 2. Teil der Serie, Bluthaus