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Veröffentlicht am 24.08.2020

Guter Auftakt, nicht so hart wie gedacht

DESTROYED Souls
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Kaycee hat an einem schicksalhaften Tag ihre Eltern verloren. Als wäre dies nicht genug, ist ihre Schwester Darina auch noch schwer krank. Deshalb ist es jetzt Kaycees Aufgabe für sie beide zu sorgen. ...

Kaycee hat an einem schicksalhaften Tag ihre Eltern verloren. Als wäre dies nicht genug, ist ihre Schwester Darina auch noch schwer krank. Deshalb ist es jetzt Kaycees Aufgabe für sie beide zu sorgen. Aus Verzweiflung bittet sie den mysteriösen James um einen Job. Diesem gehören einige Clubs in Seattle und es geht das Gerücht um, dass er sehr gut bezahlen würde. Dass sie sich damit in eine gefährliche Welt voller Intrigen, Macht und Gier begibt ahnt sie zunächst nicht.

Geprickelt hat es zwischen Kaycee und James auf jeden Fall direkt, sie spüren eine besondere Verbindung zueinander, die sie sich nur dadurch erklären können, dass sie beide kaputte Seelen haben. Kay ist wegen des Todes ihrer Eltern am Boden zerstört und James versucht seit Jahren eine Maske aufrechtzuerhalten. Er darf sich keine Schwäche erlauben, denn darunter würden alle leiden, die ihm etwas bedeuten und seine Feinde würden ihn zerstören. Doch welche dunklen Geheimnisse verbirgt er?

Es handelt sich bei "Destroyed Souls" um Dark Romance, zu Beginn gibt es auch eine Triggerwarnung. Für mich war das Ganze jetzt allerdings nicht so krass wie erwartet, sogar James war nicht unbedingt der Bad Boy für den man ihn halten könnte. Und auch die erotischen Szenen hielten sich in Grenzen und waren relativ rar gesät. Es war doch teilweise eher ein hin und her zwischen den beiden, was die Anziehungskraft meistens zwar noch angeheizt hat, dieser manchmal aber auch einen Dämpfer verpasst hat, weil tage- oder wochenlang Funkstille herrschte.

Spannend war, dass die Perspektive immer zwischen den beiden Protagonisten gewechselt ist. So wusste man immer, was beide gedacht oder gefühlt haben und war der jeweils anderen Person gegenüber natürlich mit diesen Informationen im Vorteil.

Mir haben sich zwei Dinge nicht ganz erschlossen: sowohl Darina als auch Kaycee haben weder Freunde noch Familie in den USA. Beides haben sie durch die Auswanderung nach Amerika in Deutschland zurückgelassen. Dementsprechend fühlen sie sich hier nicht wirklich wohl und heimisch. Warum gehen sie nicht einfach zurück? Das hätte einige Probleme gelöst und sie hätten Unterstützung gehabt. Außerdem ist das Haus angeblich ab bezahlt und die Kosten für Darinas medizinische Versorgung halten sich anscheinend in Grenzen. Wieso muss Kaycee dann irgendwelche zwielichtigen Jobs annehmen?

Kaycee behauptet zudem mehrfach, dass ihre Schwester für sie immer an erster Stelle stehen würde und niemals ein Mann sich dazwischen drängen könnte. Genau das ist meiner Meinung nach aber sehr schnell passiert, was ich irgendwie schade fand. Schön war auf der anderen Seite, dass sie durch ihre neue Arbeit endlich Freundschaften schließt, die sich auch auf Darina auswirken.

Übrigens hat das Ende einen ganz, ganz fiesen Cliffhanger, nach dem man unbedingt wissen will wie es weiter geht! Für mich ein guter Auftakt, ich bin gespannt auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 19.08.2020

Nicht nur lesenswert für Pflegekräfte oder solche, die es werden wollen

I'm a Nurse
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Franziska Böhler arbeitet auf der Intensivstation. In ihrem Buch "I'm a Nurse" gibt sie Einblick in die Ausbildung, den Pflegealltag und die Kompetenzen einer Krankenschwester. Dabei weist sie immer wieder ...

Franziska Böhler arbeitet auf der Intensivstation. In ihrem Buch "I'm a Nurse" gibt sie Einblick in die Ausbildung, den Pflegealltag und die Kompetenzen einer Krankenschwester. Dabei weist sie immer wieder auf Missstände hin, die beispielsweise durch Personalmangel oder Geldeinsparungen entstehen. Dies wirkt sich natürlich vor allem auf die Patienten und deren Versorgung aus. Weniger Personal bedeutet eine höhere Patientenanzahl, die jede Pflegekraft zu betreuen hat. Dementsprechend hat diese also auch weniger Zeit für jeden Einzelnen und muss Prioritäten setzen, wer jetzt akut zuerst Hilfe benötigt, obwohl jemand anders sie wahrscheinlich auch grade bräuchte. Sie spricht sich klar dafür aus, dass sich etwas ändern muss und hat dabei ganz konkrete Vorschläge.

Obwohl das alles erstmal eher negativ klingt, betont die Autorin immer wieder, wie sehr sie ihren Job (trotz allem) liebt und dass sie sich auch heute noch für ihn entscheiden würde. Denn es ist nicht alles immer schlecht, es gibt auch viele schöne Momente. Doch die Umstände machen es den Pflegenden unnötig schwer.

Dabei ist die Pflege ein wichtiger Beruf, der immer gebraucht wird, denn es wird immer kranke und alte Menschen geben. Leider wird er oft abgewertet, obwohl er soviel mehr beinhaltet als Essen anreichen und Ausscheidungen wegwischen. Ganz im Gegenteil: Krankenschwestern verfügen unter anderem über viel Wissen über Anatomie, Krankheitslehre, Krankenbeobachtung und Medikamente.

Das Buch ist in verschiedene Kategorien eingeteilt, beginnend mit der Geburt und Kindheit, über den (plötzlichen) Krankheitsfall und eine mögliche Heilung bis hin zum Sterben und dem Tod. Sie nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, sondern spricht aus, wie die Problematiken sind und was deren Auswirkungen auf Pflege, Versorgung, Wohlergehen und Psyche sowohl von Patient als Pflegekraft sein können.

Sie erzählt von ihren eigenen Erlebnissen, greift aber auch auf andere Fallbeispiele und Erfahrungsberichte zurück. Dabei kommen Patienten, Pfleger, Hebammen, Ärzte und Angehörige zu Wort. Die Geschichten sind teilweise tragisch, traurig, aufwühlend, also sehr emotional. Mich hat jede davon sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt. Oft wurde ich an Situationen erinnert, die ich selber machen durfte/ musste.

"I'm a nurse" ist nicht nur lesenswert für Pflegekräfte oder solche, die es werden wollen, sondern für alle, die sich näher informieren und einen Einblick in den Job, seine Anforderungen und Missstände erhalten möchten.

Übrigens findet man die Autorin auch auf Instagram unter @thefabulousfranzi. Dort postet sie regelmäßig Geschichten aus dem Klinikalltag oder weißt auf Problematiken hin!

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Veröffentlicht am 13.08.2020

Was macht den Menschen glücklich?

Es war einmal ein blauer Planet
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Vor vielen Jahren haben die Menschen sich gegenseitig getötet und ihre Umwelt zerstört. Ein Leben auf der Erde ist kaum möglich. Doch auf dem Mars gibt es noch eine Kolonie mit Experten auf ihren jeweiligen ...

Vor vielen Jahren haben die Menschen sich gegenseitig getötet und ihre Umwelt zerstört. Ein Leben auf der Erde ist kaum möglich. Doch auf dem Mars gibt es noch eine Kolonie mit Experten auf ihren jeweiligen Gebieten. Ihr größter Traum ist es irgendwann auf den blauen Planeten zurückzukehren. Doch die Fragen, wann das möglich sein wird und ob Überlebende ihnen gegenüber wohlgesinnt sein werden, wurden noch nicht beantwortet. Um diese zu klären, wird Robin auf die Erde geschickt. Er landet auf einer Insel und trifft dort Eingeborene.

Er lernt im Verlauf verschiedene Lebensarten kennen. Das Leben in der Kolonie ist nicht selbstbestimmt, es gibt wenig Entscheidungsfreiraum. Der Alltag ist von Arbeit geprägt oder davon sich sonst irgendwie nützlich zu machen. Auf der Erde trifft er auf ein Volk, das eher in den Tag hineinlebt, das Leben und die Liebe genießt und einfach frei ist. Das Thema Glück spielt dementsprechend auch eine große Rolle im Buch. Was macht den Menschen glücklich? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein damit man glücklich ist? Ist Glück für jeden das Gleiche? Die Frage welche Lebensart die richtige ist, ist natürlich schwer zu beantworten, weil jede Vor- und Nachteile bietet.

Robin geht relativ offen und tolerant an die ganze Sache heran, schaut sich die verschiedenen Arten zu leben an und macht sich seine Gedanken dazu. Für ihn gibt es jede Menge zu entdecken und er ist fasziniert von der Flora und Fauna, den Menschen, dem Meer und eigentlich allem, was er bisher nur aus der virtuellen Realität kennt. Er sehnt sich aber auch zurück in die Kolonie, weil er dort seine große Liebe zurückgelassen hat.

Seiner Exfreundin Yu kommt es hingegen komisch vor, dass grade er zur Erde geschickt wurde, obwohl er nur ein sogenanntes Neutrum ist. Das ist der Teil der Menschen in der Kolonie, die den anderen gegenüber benachteiligt sind, weil sie nicht ganz so intelligent sind oder auch keine speziellen Begabungen haben. Deshalb macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Grund. Dementsprechend haben wir immer wieder sowohl Perspektiven- als auch Ortswechsel zwischen Robin/ der Erde und Yu/ dem Mars.

Besonders interessant sind die Beschreibungen der Kolonie, die sehr futuristisch und fortschrittlich aufgebaut ist. Unsere heutige Technik wurde weiterentwickelt und perfektioniert. Die künstliche Intelligenz Athena erstellt von jeder Person ein Profil, um sie optimal einsetzen zu können, sie errechnet für jedes Szenario alle Eventualitäten und so liegen nahezu alle Entscheidungen bei ihr. Hier stellt sich auch wieder die Frage, wie viel Macht man einem Programm geben sollte.

Im letzten Drittel haben sich die Ereignisse rasant überschlagen. Während der Rest des Buches eher ruhig dahin plätschert, geschieht hier sehr viel und es kommt zu einigen unerwarteten Wendungen. Einerseits war das alles natürlich spannend, andererseits hätte ich mir von der einen oder anderen Szene gewünscht, dass sie ein wenig ausführlicher beschrieben worden wäre.

Die Geschichte ist teilweise sehr tiefgründig und hat zum Nachdenken angeregt. Denn das Szenario ist schließlich nicht besonders abwegig und macht deswegen doch ein wenig Angst. Momentan sind die Aussichten nach einer Katastrophe auf den Mars fliehen zu können, doch eher Wunschdenken für die Zukunft. Wenn wir unsere Umwelt zerstören, vernichten wir unseren eigenen Lebensraum.

Diese Dystopie hat für mich genau die richtige Mischung aus Science Fiction, Fortschritt, Technik, künstliche Intelligenz auf dem Mars und einem eher rückständigen und ursprünglichen Leben auf der Erde. Auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Glück ist sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 12.08.2020

Was tut eine Gastronomin, wenn ein achtwöchiger Shutdown ihre Existenz bedroht?

Corona Diary
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Was tut eine Gastronomin, wenn ein achtwöchiger Shutdown ihre Existenz bedroht? Vielleicht kennt der ein oder andere Karina Both-Peckham schon von ihrem tollen Foodblog @issdichgluecklichblog ? Sie schreibt ...

Was tut eine Gastronomin, wenn ein achtwöchiger Shutdown ihre Existenz bedroht? Vielleicht kennt der ein oder andere Karina Both-Peckham schon von ihrem tollen Foodblog @issdichgluecklichblog ? Sie schreibt außerdem Kochbücher (eines davon habe ich letztes Jahr sogar bereits vorgestellt) und führt ein Bistro-Café in Erfurt.

In ihrem Corona-Diary teilt sie ihre Gedanken während dieser schweren und nervenaufreibenden Zeit. Sie berichtet über ihr Mittagessen to go, treue Kunden, Wärme und Menschlichkeit sowie kreative Bewältigungsstrategien. Dabei hat sie meist eine positive oder humorvolle Sichtweise, kritisiert aber auch an berechtigter Stelle. Sie sieht die Pandemie als Chance, sich auf das Wesentliche zu besinnen, um Zusammenhalt zu zeigen, vieles zu lernen und einiges in Zukunft besser zu machen. Auch wenn das Leben während des Shutdowns schon schwierig und belastend genug ist, so wartet die wahre Herausforderung doch erst, wenn Corona irgendwann mal überstanden ist.

Die Autorin gibt einen guten und interessanten Einblick in ihre Gedanken, Eindrücke, Ängste und Hoffnungen. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Zweite Chancen, Freundschaft, Familie sowie Vertrauen, Verrat und Vergebung

Denn das Leben ist eine Reise
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Nach einem Streit mit ihrem Ehemann begibt sich Aimee mit ihrem kleinen Sohn auf die Reise an die Küste Englands. Dazu hat sie ihren alten VW Bully reaktiviert, in dem sie früher gewohnt hat. Als sie an ...

Nach einem Streit mit ihrem Ehemann begibt sich Aimee mit ihrem kleinen Sohn auf die Reise an die Küste Englands. Dazu hat sie ihren alten VW Bully reaktiviert, in dem sie früher gewohnt hat. Als sie an ihrem Zielort ihre Jugendliebe trifft, bringt das ihre Gefühle ganz schön durcheinander.

Das interessante ist, dass die Geschichte immer wieder zwischen ihrer Kindheit/ Jugend und der Gegenwart wechselt. Zusammen mit ihrer alkoholkranken Mutter hat sie früher in einer Kommune gelebt und Trödel verkauft. Sie selber restauriert bis heute leidenschaftlich gerne alte Möbel. Sie muss sich nun klar werden, was sie sich für die Zukunft wünscht. Dabei reflektiert sie die Vergangenheit, das zerrüttete Verhältnis zu ihrer Mutter und die Beziehungen zu ihrem ersten Freund und später zu ihrem Ehemann.

"Denn das Leben ist eine Reise" ist ein spannender Roman über zweite Chancen, Freundschaft, Familie sowie Vertrauen, Verrat und Vergebung.

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