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Veröffentlicht am 09.11.2020

Whodunnit abgestaubt

Mord in Highgate
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Ein wohlhabender Scheidungsanwalt, hingestreckt mit einem 2000 Pfund teuren Wein. Viele Verdächtige aus vergangenen Scheidungen, besonders die bekannte Schriftstellerin Akira Anno, haben ein Motiv. Auch ...

Ein wohlhabender Scheidungsanwalt, hingestreckt mit einem 2000 Pfund teuren Wein. Viele Verdächtige aus vergangenen Scheidungen, besonders die bekannte Schriftstellerin Akira Anno, haben ein Motiv. Auch der Lebensgefährte und eine Geschichte aus der Vergangenheit rücken in den Fokus der Ermittlungen. Und der arme Anthony Horowitz (gleichzeitig auch der Autor!) muss mit dem nicht immer sympathischen Daniel Hawthorne ermitteln, da er daraus ein Buch machen soll/muss/will.

Stil, Machart, Meinung

Dieser klassische Kriminalroman erinnert zunächst einmal an Sherlock Holmes, da auch hier ein eher unwissender Watson die Handlung schildert, während ein sehr auf Details achtender Sherlock dem Leser bei der Aufklärung eines Mordes schon weit voraus ist. Die Handlung spielt jedoch jetzt und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Ausserdem hat Watson, also Horowitz, mehr eigene Einblicke und auch Gedanken zum Fall.

Der Plot ist gut. Ein Scheidungsanwalt bietet schon einmal eine Menge Potential für Verdächtige. Dann gibt es da in seiner Vergangenheit auch noch eine Situation, die eventuell mit dem Mord zu tun haben könnte. Ich finde es gut, dass beide Varianten möglich sind.

Die Schreibe war wunderbar, genau nach meinem Geschmack. Nicht zu ausschweifend, mit guten Beobachtungen und reichlich Humor. Gut beschriebene Charaktere, jeder klar und schnell umrissen, sodass man seine Handlungen nachvollziehen kann.


Fazit

Wer mich kennt oder schon einige Rezensionen von mir gelesen hat, der weiß es schon. Diese Geschichte war genau nach meinem Geschmack. Ein klassischer Kriminalfall, gut gemacht, gut beschrieben und mit passendem Humor. Man kann nicht einfach sagen, dass Sherlock Holmes kopiert wurde. Ich würde eher sagen: Einige Elemente wurden übernommen, aber trotzem mit eigenem Stil in die Neuzeit verfrachtet.
Ich vergebe 5 Sterne und habe der Geschichte entnommen, dass es noch einen Vorgänger gibt. Mit „Die Morde von Pye Hall“ habe ich vor einiger Zeit anscheinend schon einen Nachfolger gelesen, der auch 5 Sterne bekommen hat. Daher lege ich die Reihe allen ans Herz, die auf Sherlock Holmes, Agatha Christie oder allgemein das „Whodunnit“-Genre stehen.

PS: Mach es besser, als ich! Lese sie in der richtigen Reihenfolge! Ich scheine irgendwie falsch herum vorzugehen, und es ist auch gut ohne Reihenfolge lesbar. Aber besser ist es ja immer, chronologisch vorzugehen.

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Veröffentlicht am 06.09.2020

Lustig und kurzweilig

Klugscheißer Royale
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Timo ist mit seinen 28 Jahren in seinem Studentenjob im Callcenter stecken geblieben. Seine Freundin zahlt fast alles für ihn. So wenig Ambitionen er im Job (und irgendwie auch im Leben..) hat, so viele ...

Timo ist mit seinen 28 Jahren in seinem Studentenjob im Callcenter stecken geblieben. Seine Freundin zahlt fast alles für ihn. So wenig Ambitionen er im Job (und irgendwie auch im Leben..) hat, so viele Ambitionen hat er beim Verbessern von Menschen und dem vortragen von schlauen Reden. Als dann der Job und die Freundin fast gleichzeitig weg sind, sitzt er ganz schön in der Klemme. Da muss er dann erstmals wirklich nur sich selbst verbessern –und nicht mehr nur die Anderen.
Als dann jedoch ein Job als Aushilfslehrer in Sicht ist, passt das ganz hervorragend. Er kann jetzt bezahlt Leute korrigieren, merkt jedoch das es auch noch auf ganz andere Sachen ankommt..

Stil, Machart, Meinung
Dieser Roman ist wirklich lustig. Viele Verbesserungen von Klugscheißer Timo sind lustig oder ich hätte es auch selbst angemerkt (oh je!). Die Story ist gut, der ach so schlaue Kerl muss erstmal sein komplettes Leben zusammenbrechen sehen, damit er seine Neigung zur Verbesserung anderer Menschen in etwas Sinnvolles verwandeln kann. Nebenbei ist auch im Freundeskreis und mit den Frauen eine Menge los, und am Ende gibt es dann auch eine wirklich gute Message.
Der Schreibstil hat mir gefallen, ich habe wirklich oft beim lesen gelächelt und habe das Buch auch schnell ausgelesen.

Fazit
Ich war bestens unterhalten und war überrascht, dass ich das Buch so schnell durch hatte. Die Hauptperson war mir irgendwie sehr sympathisch, und irgendwie auch nicht. Es war eine Menge los. Ich werde auch den zweiten Teil „Klugscheißer Deluxe“ lesen, denn das war genau mein Humor. Ich vergebe 4 Sterne, fast wären es 5 geworden. Eine Leseempfehlung an eigentlich alle, aber besonders an Lehrer und Klugscheißer.

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Veröffentlicht am 28.07.2020

Guter Einstieg!

Nordseedämmerung
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Kriminalhauptkommissar Velten kommt gerade aus dem Urlaub, als auch schon ein wichtiger Auftrag auf ihn wartet: Er soll sich auf die ostfriesische Insel Juist begeben, um dort den Bundespräsidenten im ...

Kriminalhauptkommissar Velten kommt gerade aus dem Urlaub, als auch schon ein wichtiger Auftrag auf ihn wartet: Er soll sich auf die ostfriesische Insel Juist begeben, um dort den Bundespräsidenten im Urlaub zu beschützen. Während er einerseits mit dem Sicherheitsteam die Überwachung koordiniert, hat er auch noch einen geheimen Auftrag mit im Gepäck: Er soll einen Spitzel im Überwachungsteam entlarven. Und während der etwas schwierige Bundespräsident den Aufenthalt schon kompliziert genug macht, laufen tatsächlich Vorbereitungen zu einem Anschlag..
Stil, Machart, Meinung
Ich war noch nie auf Juist, aber ich glaube dieser Krimi ist ein sehr detailgetreuer Regionalkrimi. Die Insel bietet eine hervorragende Kulisse und ich habe tatsächlich Lust bekommen, dort mal vorbeizuschauen. ¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬
Die Geschichte ist auch mal etwas anders, denn der Leser folgt dem Geschehen aus dem Blickwinkel der Personenschützer und bekommt eine Idee davon, wie deren Arbeit tagtäglich vonstattengeht. Trotzdem hat man dann doch die klassische „Whodunnit“- Frage, nur etwas anders als sonst. Es ist auch mehr ein „Whowilldoit“ oder „whoisthemole“(wer ist der Maulwurf?)..
Der Schreibstil trifft meinen Geschmack, auch die Länge der Kapitel und die verschiedenen Perspektiven (neben der Hauptperson Velten kommen auch der Bundespräsident und der Täter zu Wort) mag ich. Die Hauptperson ist auch interessant, ich würde gern mehr von Velten lesen.
Was mir durchs gesamte Buch etwas Probleme bereitet hat waren die vielen Personenschützen, Ermittler und Vorgesetzten. Ich habe selbst am Ende nicht mehr genau gewusst, welcher Name genau welche Person meinte. Oft musste ich überlegen( „wer war das bloß noch?“).
Fazit
Dieses Krimi – Debüt kann sich sehen lassen. Auch wenn ich nicht immer 100prozentig wusste, wer welcher Personenschützer ist, war ich zu 100% von der Story gefesselt und habe das Buch schnell und gespannt gelesen. Besonders empfehlenswert ist der Krimi natürlich vor allem für Fans des Genres, aber auch Thriller Elemente sind zu finden. Wer schon mal auf Juist war, dort Urlaub macht- oder plant, für den ist dieses Buch tatsächlich ein Muss. Ich würde gern einen zweiten Teil mit den Ermittlern lesen und bin gespannt, ob mein Wunsch in Erfüllung gehen wird.

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Veröffentlicht am 03.07.2020

Endlich wieder..

Der Knochengarten
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Carol Jordan und Tony Hill sind wieder (mal) da. Einer von beiden befindet sich jedoch im Gefängnis und der andere braucht dringend eine Therapie. Beide sind also arg angeschlagen, haben jedoch eine Mission. ...

Carol Jordan und Tony Hill sind wieder (mal) da. Einer von beiden befindet sich jedoch im Gefängnis und der andere braucht dringend eine Therapie. Beide sind also arg angeschlagen, haben jedoch eine Mission. Das alte Team von Carol Jordan sieht sich derweil nicht nur mit einem neuen Vorgesetzten konfrontiert sondern auch mit sehr vielen Leichen direkt neben einem Kloster. Der neue Chef macht dem Team das Leben genau so schwer wie die Nonnen. Und dann finden sich weitere Leichen..

Die Reihe
Dieses Buch ist das mittlerweile 11. Buch der Thrillerreihe um Carol Jordan und Tony Hill. Seit 1995 erscheinen nun regelmäßig Thriller um die beiden Ermittler. In der langen Zeit wechselt natürlich mal das Team und auch die Hauptpersonen kommen in schlimme Situationen, aber eines bleibt gleich: Ein solider Thriller!

Stil, Machart, Meinung
Wie immer schreibt die Autorin fluffig, spannend und mit interessanten Personen und gutem Humor. Dieser Thriller fällt etwas aus dem Rahmen, da die beiden Hauptpersonen mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben und nur am Rande etwas ermitteln, während das alte Team von Carol Jordan mit neuem Chef und neuen Mitarbeitern in der alten Einheit einen großen Fall lösen müssen. Dieser Fall ist jedoch sehr krass, erst sehr viele Skelette von Mädchen neben einem Kloster, dann neuere Leichen in einem Gemüsebeet. Es ist nichts für schwache Nerven.
Auf Grund dieser langjährigen Reihe würde ich empfehlen, zumindest einige Vorgänger – Bücher gelesen zu haben. Ich habe seit Band 1 fast alle Bücher gelesen, nur fehlte mir leider das Buch Nummer 10, also der Vorgänger. Das war mir vorher irgendwie nicht bewusst, aber als Tony Hill gleich zu Beginn des Buchs aus dem Gefängnis berichtete, merkte ich das ich etwas hinterher lese. Was genau ihn dorthin verschlagen hat, weiß ich nicht. Trotzdem kann man dieses Buch eigenständig lesen, der Fall steht für sich. Jedoch würde ich es so ganz ohne Vorwissen nicht empfehlen, ich denke da fehlt dann einiges.

Fazit
Ich habe es genossen, mal wieder in die Welt dieser Reihe einzutauchen. Es war wie immer ein solider Thriller und es war tatsächlich auch ganz schön harte Kost mit einer Menge Leichen. Die Ermittler mit ihren Eigenarten mochte ich alle sehr, und auch der Schreibstil hat mich wie immer nicht enttäuscht. Eine Sache jedoch hat mich enttäuscht: So richtig aufgelöst wurde ein Fall nämlich nicht, man kann nur Mutmaßungen anstellen.
Ich vergebe 4 Sterne und werde den nächsten Teil lesen..

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Veröffentlicht am 13.06.2020

Agatha Christie meets Downton Abbey

Die Tote in der Sommerfrische
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1912, die Titanic ist gerade gesunken. Christian hat eine Stelle als Journalist bei einer Frauenzeitschrift erhalten und soll auf Norderney Eindrücke über die Sommerfrische und die gut betuchten Gäste ...

1912, die Titanic ist gerade gesunken. Christian hat eine Stelle als Journalist bei einer Frauenzeitschrift erhalten und soll auf Norderney Eindrücke über die Sommerfrische und die gut betuchten Gäste am feinsten Hotel der Insel sammeln. Zunächst sammelt er jedoch die Leiche einer jungen Frau aus dem Wasser und trifft dabei auf die reiche, aber sehr unkonventionelle Viktoria, Tochter des Hamburger Staatsanwalts. Diese kannte die Tote. Die Polizei tut den Tod des Mädchens als Selbstmord ab, Viktoria und Christian jedoch sind sich sicher, dass es Mord war. Und so beginnen sie, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen..

Stil, Machart, Meinung
Dieser historische Küstenkrimi hat mehrere gut funktionierende Elemente. Kurz beschrieben würde ich sagen: Agatha Christie meets Downtown Abbey. Da beides sehr erfolgreich ist, klingt das gut umgesetzt doch nach einer hervorragenden Mischung. Und es ist gut umgesetzt! Der Schreibstil ist locker, unterhaltsam und oft auch humorvoll.
Das Norderney im Jahre 1912 ist natürlich anders gewesen, als es heute ist – und ich glaube, da hat die Autorin sehr gewissenhaft recherchiert, um auch in dieser fiktiven Geschichte möglichst detailgetreu zu berichten. Ich habe dadurch eine gute Vorstellung von dem Ort und den Personen zu der Zeit bekommen, ohne gelangweilt zu sein. Als besonderes Plus gibt es immer mal etwas Plattdeutsch zwischendurch(keine Angst, es tut nicht weh!) und ich als Nordlicht fühle mich da ganz wie zuhause..
Neben den interessanten historischen Details gibt es viele sozialkritische Elemente. Es gibt verschiedene Schichten, die in dem Hotel aufeinandertreffen und natürlich eine Menge vorgefertigter Meinungen und „es schickt sich nicht“. Man erfährt Dinge aus dem Leben der Superreichen, Adeligen und Dienstboten. Dabei gibt es gut angelegte Graustufen und eine zwischen den Zeilen gut angelegte Aussage, dass irgendwie dann doch alle gleich sind.
Last, but not least: der Plot! Auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Irgendwann am Anfang habe ich mal gedacht „hoffentlich wird das jetzt nicht zu viel historische Details und zu wenig Mordfall“. Glückllicherweise war das nicht der Fall. Die vielen historischen Details und der Mordfall standen sich nicht im weg, und es kam das Whodunnit – Feeling wie bei Agatha Christie auf. Immer wieder beschäftigen Gespräche, Beobachtungen, Fundstücke und Handlungen die beiden zivilen Ermittler und den Leser, am Ende fügt sich alles schlüssig zusammen. Und ein bisschen Liebesgeschichte darf auch nicht fehlen.


Fazit
Dieser historische Küstenkrimi bekommt von mir 5 Sterne. Ein Krimi ganz nach meinem Geschmack; gut geschrieben, nie langweilig, spannend, guter Plot, amüsante Dialoge und einfach eine runde Sache. Ich konnte mir meine eigenen Gedanken machen, um das Rätsel zu lösen und wurde nicht enttäuscht. Die historischen Details waren hier nicht nervig, sondern interessant und gut eingebaut. Wahrscheinlich ist die Geschichte eher etwas für Frauen als für Männer. Aber wer Whodunnit mag, der wird dieses Buch auch als Mann sehr mögen. Her mit Band 2!

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