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Veröffentlicht am 12.11.2019

Serienmörder auf Föhr

Kalte See
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Die Leiche einer jungen Frau wird am Strand der Insel Föhr entdeckt. Kommissar Krumme und seine Kollegin Pat werden zur Unterstützung auf die Nachbarinsel geschickt, um die Ermittlungen zu leiten. Dort ...

Die Leiche einer jungen Frau wird am Strand der Insel Föhr entdeckt. Kommissar Krumme und seine Kollegin Pat werden zur Unterstützung auf die Nachbarinsel geschickt, um die Ermittlungen zu leiten. Dort gibt es wenig Manpower und trotzdem schnell einen Verdächtigen. Krumme traut der fixen Lösung nicht, macht sich allerdings nicht nur Freunde. Denn die Föhrer haben Hochsaison und das wichtigste Fest des Jahres steht bevor – ganz ungünstig für Mordermittlungen. Bald stellt sich heraus, dass ein Serienkiller auf der Insel ist.

Stil, Machart, Meinung
Im nun schon 5. Fall von Kommissar Krumme geht es nach Föhr. Und da möchte ich gleich die liebevollen Details dieses Regionalkrimis hervorheben: Dieses Buch ist der Insel Föhr gewidmet und glänzt mit sehr viel Lokalkolorit. Jeder, der die Insel kennt, wird dieses Buch wahrscheinlich sehr gern lesen. Man merkt, dass der Autor die Insel und die Menschen des Nordens mag und ist schon irgendwie etwas im Urlaub.
Nun aber zur Handlung. Der Nordsee – Krimi nimmt den Leser nicht nur mit auf eine Insel, sondern auch auf die Suche nach einem Mörder. Dabei bringen verschiedene Perspektiven Abwechslung in die Geschichte. Neben Kommissar Krumme, der in diesem Band erstmals irgendwie unsympathisch rüberkommt, erfährt der Leser das Geschehen auch aus der Sicht von Mörder und Opfer. So hat der Leser einen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern.
Wer da wann wie viel weiß, ist aber eigentlich auch egal. Denn man hat hier nicht die Chance selbst auf die Jagd nach dem Mörder zu gehen. Der für mich erste Band der Serie war genau deswegen so gut, weil man auf der Hallig Hooge eine kleine Auswahl an Verdächtigen hatte, über die man sich eigene Gedanken machen konnte. Hier wird einem alles vorgekaut und man hat keine Chance, sich selbst zu überlegen, was dahinter steckt. Der Plot ist schlüssig, aber nicht besonders herausragend oder so. Trotzdem ist das Buch auch spannend.
Der Schreibstil kam mir irgendwie sehr simpel vor. Die regionalen Besonderheiten und einige humoristische Einlagen werden sehr liebevoll dargestellt, beim Rest fehlte es mir irgendwie an Substanz. Es könnte allerdings auch an dem Buch liegen, welches ich vor diesem hier gelesen habe. Nach der unvergleichen sprachlichen Brillanz -und Poesie im Thriller „Geblendet“ wirkt dieses Buch hier irgendwie recht kümmerlich. Daher muss ich ausdrücklich sagen, dass ich hier vielleicht etwas verwöhnt war.

Fazit
Nachdem ich für einen Band aus dieser Reihe schon einmal begeistert 5 Sterne vergeben habe, bin ich nach diesem Band eher enttäuscht und vergebe nur 3 Sterne. Gerade der „Whodunnit“ – Aspekt kommt hier zu kurz . Aber die Geschichte wird mir jetzt auch wenig in Erinnerung bleiben und ich war wenig überrascht von den Geschehnissen. Ich hab wirklich mehr erwartet. Trotzdem ist der Regionalkrimi nicht schlecht und wird bestimmt gerade Leuten gefallen, die die Insel Föhr kennen. Die Reihe insgesamt finde ich immer noch lesenswert.

Veröffentlicht am 23.10.2019

Brilliant

Geblendet
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Jenny Aaron war als Sehende eine der Top – Agentinnen der „Abteilung“, eine geheime Spezialeinheit. Als sie dann in einem Einsatz angeschossen wurde und ihr Augenlicht verlor, hat sich das nicht geändert. ...

Jenny Aaron war als Sehende eine der Top – Agentinnen der „Abteilung“, eine geheime Spezialeinheit. Als sie dann in einem Einsatz angeschossen wurde und ihr Augenlicht verlor, hat sich das nicht geändert. Die blinde Superheldin wünscht sich trotzdem nichts sehnlicher, als wieder sehen zu können. Als sie eine Therapie findet, die ihr das Augenlicht zurückgeben kann muss sie jedoch den Stress reduzieren, damit es funktioniert. Als dann ihre „Abteilung“ vor einem riesigen Problem steht, muss sie sich entscheiden. Lässt sie ihre Leute im Stich und setzt die Therapie fort? Oder setzt sie ihr Augenlicht und ihr Leben aufs Spiel, um alle zu retten? Aber irgendwie ist die Entscheidung eh gefallen, da schon ein Killer auf sie angesetzt wurde. Und dabei merkt sie, dass sie ohne Augenlicht leistungsfähiger war.

Stil, Machart, Meinung
Geblendet ist der dritte Band der Reihe um die blinde Superheldin Jenny Aaron. Band 1 „Endgültig“ und Band 2 „Niemals“ habe ich begeistert verschlungen und mit jeweils 5 Sternen bewertet, und so fieberte ich diesem Band schon entgegen.
Auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht. Ich war von Anfang bis Ende gefesselt und sehr gut unterhalten. Pflügers Schreibstil ist auf ganz hohem Niveau. Kurze, spannende Sätze, aber auch poetische Beschreibungen, Humor, Weisheiten und treffend beschriebene Charaktere sind genau nach meinem Geschmack. Obwohl oft ausschweifende Beschreibungen zu finden sind, beschwere ich mich nicht (wie ich es sonst mache) darüber sondern feiere sie. Kein Wort ist zu viel. Lobend erwähnen möchte ich auch die Recherchearbeit -man merkt den Seiten an, wie gut der Autor vorbereitet ist. Dadurch steht eine hohe Glaubwürdigkeit.
Dieses Buch ist ein Thriller. Rasant und spannend, mit viel Blutvergießen, diplomatischem Eiertanz und einer blinden Superheldin, die mit ihren Kollegen einen unmöglichen Einsatz planen muss. Wenn ich Superheldin schreibe, dann meine ich übrigens auch Superheldin. Jenny Aaron ist blind und hat trotzdem –oder gerade deswegen- wirklich überragende Fähigkeiten. Wo die beiden Vorgänger zu meiner Faszination aus ihrer Sicht und deswegen aus Sicht einer Blinden ohne optische Beschreibungen auskamen, ist in diesem Band für den Leser teilweise auch etwas zu sehen - wenn auch sehr verschwommen.

Fazit
Diese Reihe ist in meinen Augen einfach eine der besten deutschen Thrillerreihen. Wobei wir das Wort „deutschen“ hier auch streichen können, das spielt keine Rolle und es ist eine der besten Thrillerreihen. Ich vergebe erneut und das dritte Mal in Folge 5 Sterne und kann nur jedem ans Herz legen, diese Reihe zu lesen. Fangt beim ersten Buch „Endgültig“ an. Man kann dieses Buch zwar auch ohne Vorwissen lesen, aber es macht doch deutlich mehr Sinn, chronologisch vorzugehen. Ich verspreche euch, die Reihe ist etwas Besonderes. Ob ein nächstes Buch folgt, kann man aus dem Ende schlecht herauslesen. Es könnte das Ende sein – muss aber nicht. Alles ist möglich. Ich hoffe sehr, dass es nicht das Ende war.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Nachhall eines Amoklaufs

Todesschweigen
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Am Three Rivers College in Edinburgh geschieht ein schrecklicher Amoklauf. Ryan Summers erschießt erst 13 Studentinnen und dann sich selbst. Helen Birch, ganz frisch im neuen Job, ist schnell am Tatort ...


Am Three Rivers College in Edinburgh geschieht ein schrecklicher Amoklauf. Ryan Summers erschießt erst 13 Studentinnen und dann sich selbst. Helen Birch, ganz frisch im neuen Job, ist schnell am Tatort und wird auch mit den Ermittlungen beauftragt. Ebenso ermittelt ein ziemlich unsympathischer Journalist, der alles tut um gute Stories zu produzieren – ohne Skrupel. Auch die Mutter des Täters und die Mutter eines der Opfer quälen sich mit Fragen.

Stil, Machart, Meinung
Dieser „Kriminalroman“ ist eher ein Roman. Natürlich ein Roman über einen Kriminalfall. Jedoch steht hier nicht der übliche zu lösende Kriminalfall im Fokus. Es geht eher um den Nachhall einer schrecklichen Tat. Der Täter hat sich erschossen und muss nicht gefasst werden, es geht nur um das Motiv und die Rekonstruktion der Tat. Während sich die Mütter von Täter und Opfer fragen, warum das alles passiert ist, muss die Kommissarin sich neben dieser Frage auch noch mit der Opferbetreuung und übergriffigen Journalisten rumschlagen.
Leider muss ich sagen, dass ich schon am Anfang des Buches unglaublich gelangweilt von den detailreichen Beschreibungen war und sich das auch zu keiner Zeit besserte. Die mal andere Art und Weise, ein Verbrechen zu betrachten finde ich gut. Auch die Folgen eines Verbrechens so darzustellen, löst Begeisterung in mir aus. Nur dieser Schreibstil und die dadurch entstehenden Längen haben mich in den Wahnsinn getrieben, sodass ich beim Lesen immer abschweifte und viele Absätze überhaupt nicht aufnehmen konnte. Die Versprechungen auf der Rückseite des Buches, wie z.B. „beide Seiten verbergen Geheimnisse, und die Wahrheit scheint Helen immer mehr zu entgleiten“ , „großartige neue Stimme in der Spannung“ oder „ein brandaktueller herzzerreißender Thriller“ haben mich wohl arg in die Irre geführt. Etwas wie „wuchtige Aufarbeitung eines Verbrechens“ oder „herzzerreißender Nachhall eines Amoklaufs“ hätten es wohl eher getroffen.
Gut gelungen fand ich die Perspektivenwechsel und die Perspektiven an sich. Wo sich sonst alles um das Verbrechen, oft auch den Täter, dreht geht es hier um das Geschehen nach der Tat. Auch die eingestreuten Passagen von Zeitungsartikeln oder Twitterposts und besonders die (teils schockierenden) Reaktionen darauf haben mir gefallen und sind durchaus gesellschaftskritisch. Nur hatte ich das ja alles nicht in dieser Ausführlichkeit erwartet und dachte schon, ich bekomme mehr Polizeiarbeit geboten.

Fazit
Tja, reingefallen und Pech gehabt. Es war einfach nichts für mich, obwohl durchaus interessante Elemente im Buch zu finden sind und ich sicher bin, dass viele Leser begeistert sein werden. Ich bin es jedoch nicht, denn allein schon die Längen und Details machten die Lektüre für mich eher zur Qual. Ich vergebe 2 Sterne, einfach weil das lesen für mich eher lästig war und ich unglaublich froh war, als ich mit dem Buch fertig war. Zugegebermaßen habe ich da auch oft Passagen überlesen, um überhaupt zum Ende zu gelangen..

Veröffentlicht am 24.06.2019

Aller guten Dinge sind nicht drei

Blutebbe
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Vor Valandsiel treibt ein Schiff unbemannt im Watt. Als Revierleiter Knut Jansen mit seinen Männern dort ankommt, machen sie einen grausigen Fund. Zwei Frauenleichen hängen übel zuerichtet am Mast, ausgenommen ...

Vor Valandsiel treibt ein Schiff unbemannt im Watt. Als Revierleiter Knut Jansen mit seinen Männern dort ankommt, machen sie einen grausigen Fund. Zwei Frauenleichen hängen übel zuerichtet am Mast, ausgenommen wie Fische. Eine geheimnisvolle Rune lässt auf ein rituelles Motiv schließen und irgendwie hat der Täter großes Interesse an den Lungen seiner Opfer. Bald meldet er sich bei Knut und es kommt zu einer persönlichen Verbindung sowie weiteren Opfern. Helen Henning, ehemalige Profilerin, hat zuätzlich zum Fall noch mit dem bedrohlichen Mann aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen, der auf Rache sinnen könnte.

Stil, Machart, Meinung
Also erst einmal: Dieses Buch ist Band 3 der Thriller – Serie um Knut Jansen und Helen Henning. Wer davon noch nichts gehört hat, findet in meinen Rezensionen zu Der Jungfrauenmacher (

1) und Die Sandwitwe (

2) etwas ausführlichere Vorstellungen der Charaktere und ihren Problemen und Verbindungen. Ich hatte irgendwie mal gelesen, dass dieser Teil der letzte Teil sein soll. Jetzt habe ich aber nichts darüber gefunden, und auch auf Grund einiger offener Fragen am Ende denke ich, dass da noch etwas kommt. Wer damit anfangen will, der sollte chronologisch vorgehen, da die Entwicklung von 2 Personen doch recht viel Raum einnimmt.
Wie schon in den beiden Bänden zuvor, ist auch dieser Thriller nichts für schwache Nerven. Ich bin zwar recht abgehärtet, was diese blutigen Darstellungen angeht – in diesem Band hier empfinde ich die blutigen Sachen aber oft als recht unnütz und nur „Effekthascherei“.
Die Schreibe von Derek Meister fand ich bis zu diesem Band eigentlich echt gut, in diesem Band war mir das ganze jedoch manchmal irgendwie zu theatralisch. Auch die Perspektive des Täters nimmt mir zu viel Raum im Buch ein, die dann am spannenden Ende bei der Auflösung fehlt. Damit kommen wir auch schon zum Plot. Die Idee ist gut, es gibt einige Überraschungen und es ist oft spannend. Die Längen in der Perspektive des Killers haben mich jedoch zunehmend gelangweilt bzw. nicht interessiert. Für mich hätten wenige, kurze Passagen ausgereicht und man hätte das Problem auch prägnant beschreiben können. Den dadurch entstandenen Platz hätte man dann mit einer vollständigen Auflösung des Plots füllen können. Hier fehlt mir am Ende tatsächlich einiges und ich hätte noch ein paar Fragen. Auch die durchgehende Angst von Helen Henning vor ihrem kriminellen Ex wird am Ende dann doch recht fix im Finale behandelt, der ganze Strang bleibt trotz Potential erstaunlich blass. Ich muss hier jedoch sagen, dass ich wohl mehr Kritikpunkte habe als andere Leser, denn die Bewertungen auf mehreren Portalen sind meist besser als mein Fazit. Das macht mir aber auch nix, denn ich stehe zu meiner Meinung.

Fazit
Ich habe für das Buch jetzt reichlich lange gebraucht und hatte auch oft keine Lust, es wieder in die Hand zu nehmen. Dabei ist es kein dicker Schinken mit hochtrabenden Wörtern und kompliziertem Reimschema, sondern eigentlich ein spannend gestalteter Thriller mit flüssiger Schreibe. Es lag mir wohl nicht. Die beiden ersten Bände fand ich wesentlich besser, die Auflösung war etwas schlüssiger und vielleicht war das Schema des Autors einfach noch nicht so abgenutzt.
Ich bin noch nicht sicher, ob ich den nächsten Band lesen würde. Im Moment ist mir nicht danach, aber vielleicht siegt ja auch die Neugier ain Bezug auf meine noch offen gebliebenen Fragen..

Veröffentlicht am 12.06.2019

Alles hat ein Ende, nur das Buch hat keins

10 Stunden tot
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Fabian Risk ist zunächst beurlaubt, da er familiär einige Rückschläge verarbeiten muss. Irgendwie hat er mit jedem seiner Familienmitglieder ein Problem. Nebenbei ermittelt er an dem Mord eines Kollegen, ...


Fabian Risk ist zunächst beurlaubt, da er familiär einige Rückschläge verarbeiten muss. Irgendwie hat er mit jedem seiner Familienmitglieder ein Problem. Nebenbei ermittelt er an dem Mord eines Kollegen, ganz geheim in seinem Keller. Bald ist er aber auch auf der Arbeit nicht mehr entbehrlich. Mehrere Verbrechen erschüttern die schwedische Stadt Helsingborg: Eine Frau wird gestalkt, ein syrischer Junge stirbt auf brutalste Art und Weise, eine Kollegin gerät ins Visier von Rechtsextremisten, ein Mann wird an der Fleischtheke eines Supermarktes brutal ermordet, eine Kollegin aus Dänemark verschwindet und was war eigentlich mit der Frau, die tot, auf ein Brett genagelt auf einer Insel angespült wurde? Und auch sonst ist einiges los. Passend dazu erfährt der Leser vom Würfelmörder, der seine Opfer und deren Schicksal durch ein Würfelsystem ermittelt. Und von Rechtsextremisten, Pädophilen, einem Sexgott, 2 verdächtigen Polizisten und Jugendlichen, die Obdachlose anzünden..

Stil, Machart, Meinung
Wie man der Inhaltsangabe schon entnehmen kann, ist in diesem Buch eine Menge los. Es gibt viele Handlungsstränge. Zunächst war es für mich eine sehr gute Idee, mal viele Geschichten in einer zu erzählen, bei der der Leser dann quasi mitdenken muss, welcher Täter zu welchem Opfer passt. Sonst hat man ja für gewöhnlich einen Mordfall und sucht den Täter. Hier hat man mehrere Opfer, mehrere Täter und größtenteils keine Ahnung, wer nun wen auf dem Gewissen hat.
Die Handlungsstränge finde ich größtenteils tatsächlich interessant und spannend. Einige Dinge sind mir dann tatsächlich etwas zu krass gewesen. Da möchte ich nicht weiter spoilern, ich sage nur: Das ist nichts für schwache Nerven! Die Sprache und die Darstellung der Handlung fand ich gelungen und passend, mal sehr derbe, mal nicht. Die Kapitel hatten eine gute Länge und wechselten sich oft ab, sodass Abwechlung geboten – und Spannung aufgebaut wurde. Im Abschnitt „Die Reihe“ werde ich nochmal auf die Bände, das benötigte Vorwissen und die offenen Fragen eingehen.
Zu offenen Fragen werde ich allerdings auch in diesem Abschnitt meine Meinung sagen, denn davon bleiben nach der letzte Seite des Buches noch sehr viele übrig. Die von mir zunächst sehr geschätzten Handlungsstränge werden nämlich größtenteils nicht abgeschlossen und ließen mich irgendwie frustriert zurück.
Gut gelungen finde ich Fabian Risk, der ziemlich mit seiner Rolle in der Familie und als Polizist zu kämpfen hat. Die Situation finde ich sehr gut gemacht und sie ist irgendwie so realistisch, obwohl sehr dramatische Ereignisse die Familie in Atem halten. Ein weiteres Lob geht an den Autor dafür, dass er in einem Handlungsstrang quasi die Methoden der Rechtsextremisten beschreibt und kritisiert. In der heutigen Zeit finde ich das in einem Thriller, wenn es gut gemacht ist, sehr gut platziert um vielleicht doch einigen Menschen etwas aufzuzeigen, was sie gern verdrängen würden.

Die Reihe
1. Und morgen du
2. Herzsammler
3. Minus 18 Grad
4. 10 Stunden tot

Dieses Buch ist also Band 4. Ich hatte vor längerer Zeit „Herzsammler“ gelesen und nicht das Gefühl, etwas aus Band 1 verpasst zu haben. Herzsammler war in sich auch kompakt und abgeschlossen und ließ trotzdem Spielraum für eine Fortsetzung. Minus 18 Grad habe ich nicht gelesen, und damit fehlte mir eine Menge Vorwissen für Band 4. Man kann „10 Stunden tot“ trotzdem auch ohne das Vorwissen lesen, ich würde es rückblickend jedoch nicht empfehlen! Wenn man dann mit dem vierten Band fertig ist, dann weiß man sicher, dass es einen fünften Band geben wird. Die Frage ist nur, wie viele Leser nach dem Ende des Vorgängers verärgert sind und den Kauf des Nachfolgers prinzipiell verweigern. Ich bin auch noch unentschlossen, ob ich das lesen werde.

Fazit
Ich finde viele der Handlungsstränge gut und sehr spannend gemacht, bin aber sehr unzufrieden mit der Auflösung. Von „Auflösung“ kann man in diesem Fall nicht einmal wirklich sprechen. Es gab sogar eine Handlung, die ich ohne Vorwissen aus Band 3 überhaupt nicht verstanden habe, und die dann in Band 4 auch nicht aufgelöst wurde. Irgendwie hat der Autor sich da etwas verzettelt – oder es dient alles nur dem Zweck, mehr Bücher zu verkaufen. Letzteres geht glaube ich mit vielen frustrierten Lesern dann etwas nach hinten los. Ob ich den nächsten Band lese? Ich weiß es nicht..