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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2024

Habe nicht so richtig hineingefunden

Die Spiele
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Obwohl mir die Thematik vielversprechend und spannend erschien, habe ich in den Krimi nicht hineinfinden können, was ganz sicher deutlich mehr an mir bzw. an meinen Erwartungen lag als am Autor.

Es ...

Obwohl mir die Thematik vielversprechend und spannend erschien, habe ich in den Krimi nicht hineinfinden können, was ganz sicher deutlich mehr an mir bzw. an meinen Erwartungen lag als am Autor.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich auf den Stil und die Handlung einlassen konnte, mir war es zu ruhig und ja - zu sperrig irgendwie.

Ich hoffte immer wieder, dass ein Bruch, eine Änderung, ein Umschwung erfolgen würde, aber leider war das nicht der Fall.

Ein bisschen erschien es mir, als ob gewisse Restriktionen eingehalten werden müssten. Ich hatte sehr auf die junge Botschaftsangestellte Lena Hochfellner als auflockernden und belebenden Faktor gesetzt, doch leider hat auch sie nichts Grundlegendes für mich geändert.

Leser, die sich für Politkrimis interessieren, sollten sich dennoch nicht von meiner Ansicht abhalten lassen, ich bin sicher, dass viele das anders sehen - bzw. lesen!

Veröffentlicht am 28.02.2024

Hier geht es in die Tiefe!

Johnny Cash: Meine Arme sind zu kurz, um mit Gott zu boxen
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Ich bin schon lange ein Fan von Johnny Cash zu tun, was nicht nur an seinen eindringlichen Songs, sondern auch an seiner ganz besonderen Geisteshaltung liegt. Dazu gehört, dass Gott immer an seiner Seite ...

Ich bin schon lange ein Fan von Johnny Cash zu tun, was nicht nur an seinen eindringlichen Songs, sondern auch an seiner ganz besonderen Geisteshaltung liegt. Dazu gehört, dass Gott immer an seiner Seite war, ob auf der Bühne oder unterwegs.

Und genauso ging der Sänger auch mit seinem Glauben um: da Gott immer bei ihm war, wurde er wieder und wieder erwähnt. Weniger auf eine missionarische Art und Weise denn als Bestandteil von Cashs Alltag: ohne Gott an seiner Seite lief nichts und war er nichts.

In der Biographie von Matthias Huff steht dieser besondere Aspekt von Johnny Cashs Leben im Vordergrund und zwar nicht nur in der von mir erwähnten, allgegenwärtigen Art, die seinen Fans natürlich gegenwärtig ist.

Denn; mit Gott ist nicht zu spaßen und im Laufe der Lektüre merkt der Leser mehr und mehr, was der Glaube für eine ernste Angelegenheit ist: Unter anderem wird Cashs Blick auf Jesus und die Bedeutung des Glaubens in zahlreichen Songs thematisiert. Auch die Rezeption des Sängers vor allem in Glaubensfragen kommt zur Sprache.

Ein wichtiges Werk für alle, die Cash in seiner Gänze erfassen wollen!

Veröffentlicht am 28.02.2024

Jedoch der schrecklichste der Schrecken

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Von tochteralice
Zwei Paare brechen auf zu einer Wanderung - die Langzeitverlobten Anna und Henrik mit ihrer langjährigen Freundin Milena sowie deren neuem Bekannten Jacob, der sogleich das Heft in die ...

Von tochteralice
Zwei Paare brechen auf zu einer Wanderung - die Langzeitverlobten Anna und Henrik mit ihrer langjährigen Freundin Milena sowie deren neuem Bekannten Jacob, der sogleich das Heft in die Hand nimmt und mal eben so die Wanderroute ändert.

Die drei anderen wandern seit langem jedes Jahr eine Woche zusammen im Norden Schwedens und der dominante Jacob fügt sich nicht gerade nahtlos in die bewährte Gruppe ein.

Dazu entpuppt sich der von ihm vorgeschlagene Weg als deutlich herausfordernder als die geplante Route, ein Wetterumschwung bringt zusätzlichen Zündstoff.

Der Leser tastet sich häppchenweise voran, Auszüge aus einem Vernehmungsprotokoll wechseln sich mit aktuellen Geschehnissen sowie Rückblicken ab.

Verschiedene Faktoren sind es, die die Situation bis an die Spitze treiben und das mit den einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Bestandteilen, nämlich Mensch und Natur.

Obwohl mir einige (wenige) Wendungen nicht ganz stimmig erschienen, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und habe ganz ungeplant am Wochenende eine richtiggehende Lesenacht veranstaltet. Erst am Schluss, als aus meiner Sicht schon alles klar war, folgte die eigentliche Überraschung.

Veröffentlicht am 28.02.2024

Scharfsinnig, zielsicher - und sehr kleinteilig

Wellness
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In seinem zweiten Roman wählt Nathan Hill ein Paar, nämlich Jack und Elisabeth als Protagonisten und macht ihre Beziehung zum zentralen Thema der Handlung. Wobei, Hill wäre nicht er selbst, wenn ...

In seinem zweiten Roman wählt Nathan Hill ein Paar, nämlich Jack und Elisabeth als Protagonisten und macht ihre Beziehung zum zentralen Thema der Handlung. Wobei, Hill wäre nicht er selbst, wenn nicht gesellschaftspolitische und soziale Elemente immer wieder mit einbezogen würden.

Das Paar lernt sich 1993 in Chicago kennen und hat zunächst die Gelegenheit, einander zu beobachten - durch die einander gegenüber liegenden Wohnungsfenster. Es entsteht beidseitig der Eindruck vom Gegenüber als Einzelgänger*in, der in den Augen des jeweils Beobachtenden ein durchaus positiver ist.

Als sie sich endlich tatsächlich begegnen, geht es schnell mit dem Aufbau einer festen Beziehung: Jack zieht hinüber zu Elisabeth und alsbald trifft man die beiden nur noch im Doppelpack - gemeinsam erleben sie die alternative Kunst- und Musikszene Chicagos in den 1990ern, gemeinsam gehen sie einige Jahre später den Schritt in eine bürgerliche Existenz.

Wenn das alles nur nicht so unglaublich detailliert beschrieben wäre! Ich bin eher jemand, dessen Blick auf das große Ganze gerichtet ist, wenn ich auch wichtige Einzelheiten zu schätzen weiß - aber hier werden diese dem Leser am laufenden Meter serviert, durchaus auch inklusive Quellennachweisen, wenn es gerade passt (und das tut es nicht selten).

Ein Roman für Geduldige, einer bei der sich die Spreu vom Weizen scheidet. Leider muss ich der Tatsache ins Auge blicken, dass ich definitiv zur Spreu gehöre und die ganzen Petitessen und Besonderheiten, die der Autor in den Roman eingefügt hat, nur teilweise zu schätzen weiß. Wobei ich mit seinem Debütroman " Geister" allerdings deutlich besser zurecht kam, was sicher thematisch bedingt ist.
Möglicherweise steckt einfach zu viel Beziehung für mich darin, um diesen wahrhaftig ausgesprochen lesenswerten Roman in seiner Gänze so zu schätzen, wie es seiner würdig wäre!

Veröffentlicht am 27.02.2024

Ein besonderes Inselleben

Leute von früher
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Das möchte Marlene nach ihrem Studium ausprobieren und verdingt sich zu diesem Zweck für eine Saison in einer Art Ferienressort auf der Insel Strand, gleich gegenüber von Husum. Das Besondere ...

Das möchte Marlene nach ihrem Studium ausprobieren und verdingt sich zu diesem Zweck für eine Saison in einer Art Ferienressort auf der Insel Strand, gleich gegenüber von Husum. Das Besondere daran: hier wird früheres Leben nachgeahmt, alle Mitarbeiter tragen historische Kleidung und haben sich bestimmten Vorgaben zu beugen.

Die Ereignisse werden aus Marlenes Sicht geschildert, die eine merkwürdig distanzierte ist: beim Lesen wuchs in mir der Eindruck, dass sie manches gar nicht begreifen und schon gar nicht an sich heranlassen will.

Das betrifft allerdings nicht Janne, auf die Marlenes Auge gleich am ersten Abend fällt. Langsam erfolgt eine Annäherung zwischen den beiden Frauen.

Der Roman hinterlässt mich in einem großen Zwiespalt - es gibt Aspekte, die mir sehr gut gefallen - vor allem der sehr "normale" Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe, diese wird vollkommen unspektakulär dargestellt und in die Handlung eingebunden - das würde ich mir sehr viel häufiger wünschen. Ein hilfreicher Weg, um dieser die Normalität zu verleihen, die sie verdient!

Dahingegen wird die Protagonistin Marlene sehr sperrig dargestellt - wie ich finde, auf eine recht gezwungene Art. Manchmal versucht die Autorin - so mein Eindruck - die von ihr geschaffene Figur fast gewaltsam von einer etwas milderen Haltung abzuhalten.

Ein Buch, das sich schnell, ja fast süffig liest. Ich bereue die Lektüre nicht, obwohl ich nicht so recht sagen kann, wie gut mir das Buch denn im Ganzen gefallen hat.