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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2026

Ein Universum der Sprachlichkeit

Schleifen
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Und der Mathematik noch dazu - oder ist eines nicht auch das andere? - hat Elias Hirschl geschaffen, in dem die Protagonisten Franziska Denk und Otto Mandl zu Hause sind. Oder sich dieses Zuhause erst ...

Und der Mathematik noch dazu - oder ist eines nicht auch das andere? - hat Elias Hirschl geschaffen, in dem die Protagonisten Franziska Denk und Otto Mandl zu Hause sind. Oder sich dieses Zuhause erst suchen (müssen).

Einen solch abwegigen und zugleich stimmigen Roman habe ich noch nie gelesen - Franziska Denk weist von Kind an Symptome einer jeden Krankheit auf, von der sie hört - sie lernt, sich durch Mittel der Sprache zu schützen. Sie kreiert eigene Sprachen, findet Follower - sowohl Freunde der Worte als auch Nonverbalisten und trifft durch Zufall auf Otto Mandl, der für einige Zeit ihr Lebensgefährte wird - in welcher Form genau, ist nicht so klar. Zudem ist Mandl auch - wie vormals sein Vater - ein Mathematiker ganz besonderer Art.

Ein fordernder, ein verwirrender Roman, in dem es auf eine wissenschaftliche Art und Weise ganz schön durcheinander geht. Oder ist dies gerade nicht wissenschaftlich? Klar ist, dass Autor Elias Hirschl eine gehörige Portion Phantasie und mindestens eine ebensolche an Humor aufbietet, um Protagonisten ebenso wie seine Leser von einer abstrusen Situation in die nächste zu katapultieren.

Ein sehr ungewöhnlicher Roman - ob der Autor die ganze Dauer seiner Entstehung in der von ihm geschaffenen Welt verbrachte? Ich kann es mir kaum anders vorstellen!

Veröffentlicht am 24.01.2026

Etwas Neues soll Erleichterung bringen

Triebwasser
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Nämlich das Walchenseekraftwerk, mit dem die Elektrizität auch im hintersten Winkel des Landes Einzug halten soll. Nach dem Großen Krieg, von uns heute als Erster Weltkrieg bezeichnet, wurde damit losgelegt, ...

Nämlich das Walchenseekraftwerk, mit dem die Elektrizität auch im hintersten Winkel des Landes Einzug halten soll. Nach dem Großen Krieg, von uns heute als Erster Weltkrieg bezeichnet, wurde damit losgelegt, 1924 wurde es fertiggestellt.

Das Thema interessiert mich sehr, doch ist mir die Handlung, sind mir die Charaktere zu wenig greif- bzw. fassbar. So sehr ich mich bemühte, in die Geschehnisse einzutauchen: es sollte einfach nicht sein.

Das Problem? Vielleicht zu wenige Seiten für zu viel Mitzuteilendes - aus meiner Sicht hörte die Handlung oft wieder auf, nachdem sie gerade erst angefangen hatte.

Veröffentlicht am 14.01.2026

Vier sehr spezielle Frauen

Bitternis
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Von denen drei - die Jüngste ausgenommen - permanent mit dem Leben hadern: mit ihrer Herkunft, mit ihren Müttern, falls vorhanden und vor allem mit den Männern in ihrem Leben. Dabei sind sie sehr unterschiedlich ...

Von denen drei - die Jüngste ausgenommen - permanent mit dem Leben hadern: mit ihrer Herkunft, mit ihren Müttern, falls vorhanden und vor allem mit den Männern in ihrem Leben. Dabei sind sie sehr unterschiedlich und haben es nicht leicht, ihre Leser für sich einzunehmen. Ich habe mit großem Abstand gelesen, wobei die Autorin virtuos und kraftvoll schreibt.

Mein Fazit: Eindringlich geschrieben, polarisierend, zwingt zum Nachdenken. Unvergesslich, aber schwere Kost.

Veröffentlicht am 09.01.2026

Viele Fragen bleiben offen

Lass uns noch bleiben
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Ein Roman, in dem es ausgesprochen atmosphärisch zugeht - und zwar in den Straßen von Berlin-Kreuzberg, das in mir lebendig wurde während der Lektüre dieses Buchs. Man kann das Leben dort auf ...

Ein Roman, in dem es ausgesprochen atmosphärisch zugeht - und zwar in den Straßen von Berlin-Kreuzberg, das in mir lebendig wurde während der Lektüre dieses Buchs. Man kann das Leben dort auf jeder Seite fühlen, das Miteinander, aber auch die Einsamkeit, die Pflanzenverkäuferin Anna und ihren Ladennachbarn, den Buchhändler Henning lange begleitet. Bis der gut gelaunte, unverwüstliche Alex in ihr Leben plumpst und alles möglich werden lässt, was bisher nicht vorstellbar war. Naja, vieles zumindest!

Das klingt alles sehr stimmig, aber mir fehlte hier so manches an Informationen, gerade, um die ein oder andere Verbindung zwischen Geschehnissen oder auch Personen herzustellen. Die enge Beziehung Annas zu Dalmatien ploppt ein wenig zu unmittelbar auf und insgesamt fehlen mir so manche Details dazu, nur um ein Beispiel zu nennen. Das ist nicht die einzige Stelle in dem Roman, in dem es mir so erging, am Ende blieben für mich viel zu viele Fragen offen!

Insgesamt beinhaltet mein Leseerlebnis also eine seltsame Mischung aus toller Atmosphäre und fehlenden Zusammenhängen!

Veröffentlicht am 08.01.2026

Wenn es dort so war/ist, will ich da nicht hin!

Adama
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Nämlich in das gelobte Land - nach Israel. Wenn es schon in früheren Zeiten so brutal war, wie hier geschildert: das Menschen, die im Kibbuz gemeinsam aufgewachsen sind, zu Feinden werden, ohne dass klar ...

Nämlich in das gelobte Land - nach Israel. Wenn es schon in früheren Zeiten so brutal war, wie hier geschildert: das Menschen, die im Kibbuz gemeinsam aufgewachsen sind, zu Feinden werden, ohne dass klar ist, warum?

Die nicht nach Hause - denn das sollte das Kibbuz für sie sein - zurückkehren können, ohne höchste Wachsamkeit walten zu lassen?

Ich nehme diese Gesellschaft, die in der Gemeinschaft lebt, als eine sehr brutale wahr. Ohne Zweifel, der Autor schreibt eindringlich, aber ein bisschen kommt mir das wie ein Western vor: eine Gegend, in der man nie entspannen kann, da man immer befürchten muss, dass es jemanden gibt, von dem man gerade bedroht wird. Warum auch immer.

Keine Frage, es wird Leser:innen geben, die hiervon fasziniert, ja gebannt sein werden, ich jedoch gehöre definitiv nicht dazu. Ein wahres Hauen und Stechen, aus dem man die eigentliche, sehr interessante Handlung erst einmal herauslösen muss!