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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2023

Ganz schön was los in China!

Asterix und Obelix im Reich der Mitte
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Kein Wunder, denn Asterix und Obelix haben sich zum ersten Mal auf den weiten Weg gemacht und sie wären keine echten Gallier, wenn sie dort nicht ordentlich was aufmischen würden!

Zumal sie sich in Begleitung ...

Kein Wunder, denn Asterix und Obelix haben sich zum ersten Mal auf den weiten Weg gemacht und sie wären keine echten Gallier, wenn sie dort nicht ordentlich was aufmischen würden!

Zumal sie sich in Begleitung zweier einheimischer Damen befinden, die das verinnerlichen, worauf die Jungs am meisten stehen: Liebreiz (Asterix) und Kraft (Obelix). Die eine ist nämlich die Leibwächterin der anderen und imponiert dem dicken Mann aus dem kleinen gallischen Dorf ganz gewaltig durch ihre Kenntnis asiatischer Kampfkünste, mit denen sie jeden, aber auch wirklich jeden Gegner nass macht.

Außer eben Asterix und Obelx, aber das ist ja auch nicht nötig! Wie immer superwitzig, auch wenn es diesmal etwas anders gehalten ist als sonst, nämlich nicht als Comix, sondern als Bilderbuchgeschichte. Kommt aber mindestens genauso gut rüber. Und macht Groß und Klein gleichermaßen Freude!

Veröffentlicht am 28.03.2023

Ein ungewöhnliches Buch über gewöhnliche Menschen

Leonard und Paul
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Oder auch gerade nicht: denn Leonard und Paul sind zwei durchaus eigenwillige Typen, die einander bereits seit frühester Kindheit freundschaftlich verbunden sind. Auch, wenn wir ihr Alter nicht ...

Oder auch gerade nicht: denn Leonard und Paul sind zwei durchaus eigenwillige Typen, die einander bereits seit frühester Kindheit freundschaftlich verbunden sind. Auch, wenn wir ihr Alter nicht genau erfahren, gibt es sie schon einige Zeit - sicher sind beide so um die Dreißig.

Sie leben noch im jeweiligen Elternhaus, wobei Leonards Mutter vor kurzem verstarb, so dass er nun alleine im Haus der Familie lebt. Paul hingegen lebt bei seinen Eltern und wird zudem von seiner älteren Schwester Grace, die kurz vor ihrer Hochzeit steht, mitbetreut - und das bereits, seit er auf der Welt ist.

Die Mitglieder beider Familien sind ausgesprochen sympathische Typen, einander eng verbunden, die Atmosphäre von Warmherzigkeit geprägt.

Jeder wird so genommen, wie er eben ist - zumindest weitestgehend und bei neuen Lebenswegen soweit möglich unterstützt.

Die beiden Männer und die Menschen um sie herum lohnt es sich durchaus kennenzulernen, zumal Autor Ronan Hession über einen ganz besonderen, auf jeden Fall eher stillen Humor verfügt. Wenn es auch im Buch nicht immer nur leise zugeht. Denn auch die Stillen können ganz schön laut werden, wenn es gerade passt, nur muss es nicht die ganze Welt erfahren. Der Umgang miteinander rührt stellenweise zu Tränen, mich jedenfalls und ich bin nicht eine, die bei jedem emotionaleren Buch weint.

Was mich so gefesselt hat, das ist das warmherzige Interesse aneinander, der Wille, dem anderen Gutes, Unterstützendes angedeihen zu lassen.

Ein bisschen erschreckt hat mich die (potentielle) Partnerinnenwahl des Autors für Leonard, eine im Gegensatz zu beiden Familien sehr komplexe Person, die ihm das Leben auf Dauer ganz schön anstrengend werden lassen könnte. Wenn es denn mit beiden überhaupt klappt. Was ich Ihnen natürlich nicht verrate.

Aber man muss ja nicht jedes kleinste Detail im Buch mögen, ich empfehle es für Sie und Ihre Lieben als eine Ode auf die guten Dinge, die den Menschen so im Leben zuteil werden und die man oft viel zu wenig beachtet. Nicht so Ronan Hession!

Veröffentlicht am 28.03.2023

Leckereien nicht nur aus dem Orient

Meine Süperküche
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Ein ganz tolles Rezeptbuch haben Meltem Kaptan und ihre Mutter da zusammengestellt, ich bin völlig begeistert von vielen der Vorschläge, insbesondere der Vielfalt der türkischen und auch der etwas eingedeutschten ...

Ein ganz tolles Rezeptbuch haben Meltem Kaptan und ihre Mutter da zusammengestellt, ich bin völlig begeistert von vielen der Vorschläge, insbesondere der Vielfalt der türkischen und auch der etwas eingedeutschten "Piroggen" (wie man in vielen Osteuropäischen Ländern die kleineren Teigtaschen nennt, von denen die Damen ein ganzes Füllhorn über uns ausschütten).

Zudem kann ich als Gemüsefan bei den Vorspeisen aus dem Vollen schöpfen und freue mich schon darauf, bspw. bei gebratenen Auberginen oder Zucchini, jeweils mit Knoblauchjoghurt damit loszulegen! Auch die Salate wie bspw. Kichererbsen samt Granatapfelkernen lassen mich bereits jetzt von herrlichen Gelagen träumen!

Am besten gefällt mir, dass viele der Rezepte unglaublich unkompliziert und dazu noch schnell realisiert sind!

Ach, mir gefällt hier so vieles, dass ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus komme und daher den geneigten Leser*innen empfehle, selbst mal ins Buch zu schauen. Oder es gleich selbst zu kaufen. Denn es würde mich doch sehr verwundern, wenn das jemand bereuen würde!

Das Einzige, was mich stört - damit haben bestimmt weder Meltem noch ihre Mutter zu tun: Vorne auf dem Buch steht "Das Beste aus zwei Heimaten", hinten hingegen "echte türkische Gerichte, die garantiert gelingen. Irgendwie passt das nicht ganz zusammen, finde ich - zumindest sollte doch erwähnt werden, dass es echte türkische Rezepte aus Deutschland sind!

Veröffentlicht am 27.03.2023

Die Hippies des 19. Jahrhunderts

Mary & Claire
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Als solche erscheinen mir Mary Shelley, ihr Mann Percy und ihre Stiefschwester Claire Clairemont. Vor allem Mary ist sehr frei erzogen worden und ist bereit für ein offenes Leben. Womit sie nicht gerechnet ...

Als solche erscheinen mir Mary Shelley, ihr Mann Percy und ihre Stiefschwester Claire Clairemont. Vor allem Mary ist sehr frei erzogen worden und ist bereit für ein offenes Leben. Womit sie nicht gerechnet hat, ist dass Percy und Claire zusätzlich die sexuelle Befriedigung aneinander suchen und zwar dauerhaft.

Zu dritt begegnen sie einem eitlen Pfau und Gecken, nämlich Lord Byron, einem Genie, in dem der Wahnsinn wohnt. Er wird zu Claires Objekt der Begierde, sie stalkt ihn richtiggehend. Er hingegen bedient sich an ihr, nimmt sie bei Bedarf, wie gewissermaßen auch Percy, der ihr jedoch längst nicht so viel bedeutet. Und doch eher Familie für sie ist - zusammen mit Mary, auch wenn sie eher zerstörend auf diese wirkt.

Doch eine Nacht zu viert am Genfer See wird zum Schicksal für die, die wirklich schreiben wollen - nämlich Mary und Lord Byron. In der Nacht brütet Mary den Titel ihres Schauerromanes aus, "Frankenstein" nämlich. Geboren wird das Epos erst Jahre später, als sie fast alle anderen bereits verloren hat.

Markus Orths präsentiert dem Leser vier junge Menschen, die ihrer Zeit voraus waren und/oder sich vom Leben nahmen, was sie wollten. Zumindest Mary musste es teuer bezahlen, sie blickte zurück auf einen ganzen Reigen an Toten, der sie immer wieder aufsuchte - jeder Einzelne auf seine Art.

Ein ebenso ungewöhnlicher wie lohnenswerter Roman, der uns mitnimmt auf einen wilden Parcours durch einen Teil des frühen 19. Jahrhunderts. Mary und Claire, Zeitgenossinnen von Annette von Droste-Hülshoff, doch mit ganz anderen Wertvorstellungen - so erscheint es zumindest nach diesem Buch!

Veröffentlicht am 21.03.2023

Marie geht ihren Weg

Die Reporterin - Zwischen den Zeilen
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Der nicht gerade frei von Steinen ist : diese werden Marie Louise Graf zunächst einmal von den sie von Herzen liebenden Eltern in den Weg gelegt. Vor allem der Vater wünscht sich, dass sie seinen Berufswunsch, ...

Der nicht gerade frei von Steinen ist : diese werden Marie Louise Graf zunächst einmal von den sie von Herzen liebenden Eltern in den Weg gelegt. Vor allem der Vater wünscht sich, dass sie seinen Berufswunsch, Apotheker zu werden, realisiert - ihm kam der zweite Weltkrieg und ein abgeschossener Unterschenkel dazwischen. Marie hingegen wollte schon von Kindesbeinen an Journalistin werden - ihr Großonkel bestärkt sie in dieser Zielsetzung. Aber es ist - wie gesagt - ein überaus steiniger Weg, wir schreiben immerhin erst die frühen 1960er Jahre. Nicht nur er glaubt an sie und stärkt ihr den Rücken, nein, auch ihre Freundin Roxy steht hinter ihr und Marie traut sich Dinge, die sie sich selbst nie zugetraut hätte. Und so wird aus Marie die Reporterin Malou Graf.

Ein eindringlicher Roman, bei dem für meinen Geschmack zeitweise die Liebe und andere Unwägsamkeiten etwas zu sehr im Vordergrund standen. Doch wie immer überzeugt Autorin Theresa Simon, selbst promovierte Historikerin, durch punktgenaue Sachkenntnis auch kleinster Details und macht gerade dadurch diesen Roman so spannungsreich, dass ich ihn nicht mehr aus der Hand legen wollte! Ein Roman, mit dem man herrlich in vergangene Zeiten reisen kann!