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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2021

Die Bilder sind schön, aber der Geschichte fehlt der Drive

Fanny und die Liebe
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Es war schnell gelesen, aber wenn ich jetzt eine kleine Erstleserin wäre, die sich durch ihr erstes Buch gekämpft hat, dann wäre ich enttäuscht. Nicht von den Bildern - Zeichnungen von Jutta Bauer können ...

Es war schnell gelesen, aber wenn ich jetzt eine kleine Erstleserin wäre, die sich durch ihr erstes Buch gekämpft hat, dann wäre ich enttäuscht. Nicht von den Bildern - Zeichnungen von Jutta Bauer können nur toll sein. Aber der Geschichte fehlt die Fahrt. Und es wiederholt sich zu vieles, bspw. ist für Fanny fast alles lustig. Es gibt doch auch noch andere leichte Wörter für kleine Buchfreunde! Und die Geschichte um Fanny und Ester - der fehlt ein bisschen der Drive, finde ich.

So etwa nach einem Drittel begann ich mich zu langweilen und meine kleine Mitleserin startete damit noch viel früher, sie war nur zu höflich und gab es nur auf Nachfrage zu - dabei freut sie sich eigentlich über jedes Buch.

Ein bisschen mehr Ideen hätte man hier haben können - im Endeffekt fanden wir beide sowohl Fanny als auch Ester ziemlich anstrengend und waren mehr als froh, als wir uns wieder von ihnen verabschieden konnten!

Veröffentlicht am 11.12.2021

Ein kleiner Weg gemessen in Kilometern, doch ein Riesenschritt für Helene

Die Dorfschullehrerin
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Anfang 1961: Sie tritt eine Lehrerstelle in einem kleinen hessischen Dorf an - Helene aus der "Zone". Doch was niemand weiß: sie ist nur wenige Kilometer entfernt im Nachbardorf aufgewachsen.

Allerdings ...

Anfang 1961: Sie tritt eine Lehrerstelle in einem kleinen hessischen Dorf an - Helene aus der "Zone". Doch was niemand weiß: sie ist nur wenige Kilometer entfernt im Nachbardorf aufgewachsen.

Allerdings ist das nun schon seit etlichen Jahren Teil der DDR. Genaueres möchte Helene aber nicht rausrücken, das ist ihr ureigenes Geheimnis.

Doch an freien Tagen zieht es sie auf lange Wanderungen hin zur Grenze. Was ist es, das Helene wieder und wieder dorthin zieht - pflegt sie am Ende noch irgendwelche Verbindungen dorthin?

Auf der einen Seite ist sie fremd, auf der anderen Seite hat sie schneller, als sie es selbst erwartet hat, Zugang zu den Dorfbewohnern im allgemeinen, ihren Schülern im Besonderen und ganz speziell zum Herzen des Dorfarztes Tobias gefunden.

Dennoch ist sie nicht glücklich.und dafür gibt es gute Gründe. Die sie jedoch mit niemandem teilt, weswegen der ein oder andere bald den ein oder anderen Verdacht hegt...

Wie stets in ihren historischen Romanen vermag Eva Völler auf großartige Art und Weise die damalige Zeit durch Worte aufleben zu lassen. Es geht so dermaßen atmosphärisch zu, dass ich stets Bilder vor Augen, manchmal sogar Gerüche in der Nase oder Stimmen im Ohr hatte.

Das Einzige, was mich ein ganz winziges bisschen störte, war der Umstand, das der Schluss relativ schnell abgefrühstuckt wurde. Ich hätte doch so gern noch mehr Details erfahren.

Dafür darf ich mich aber auf die Zukunft freuen, denn es wird einen zweiten Teil geben. Ich empfehle allen Interessierten, schon jetzt mit Teil 1 loszulegen, um dann bei Teil 2 gleich starklar zu sein!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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Veröffentlicht am 05.12.2021

Emil ermittelt weiter

Die letzte Schuld
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Kommissar Emil Graf ist auch im Frühjahr 1946 noch in Amt und Würden und ermittelt gemeinsam mit den Alliierten, in diesem Fall den Amerikanern. Diesmal geht es um eine Leiche in einer ehemalige Nazi-Wohnsiedlung, ...

Kommissar Emil Graf ist auch im Frühjahr 1946 noch in Amt und Würden und ermittelt gemeinsam mit den Alliierten, in diesem Fall den Amerikanern. Diesmal geht es um eine Leiche in einer ehemalige Nazi-Wohnsiedlung, die inzwischen bereits kräftig durchgemischt ist, die Tote war aber durchaus eine Vertreterin der Braunen, die sich mit deren Absetzung schwer tat. Somit gab es so manchen, der sich möglicherweise ihrer entledigen wollte.

Im Laufe seines Ermittlungen begegnet ihm wieder Journalistin Billa Löwenfeld, eine Jüdin, die damals ihre Heimatstadt München im allerletzten Moment in Richtung USA verlassen konnte. Nun ist sie als Reporterin gemeinsam mit der amerikanischen Army wieder da und man kann sich vorstellen, welch diffuse Gefühle und Eindrücke sie durchdringen. Nicht nur in Bezug auf den Fall, sondern auch auf Emil und die sind durchaus gegenseitig!

Hier wird es aus meiner Sicht ganz besonders spannend, da dieser Fall den Leser ins Kunsthaus München führt und auch einige "Überraschungsgäste" in diesen verwickelt sind. Autorin Heidi Rehn hat sich einmal mehr tief in die historischen Zusammenhänge eingearbeitet und präsentiert sie dem Leser auf gewohnt spannende und fesselnde Art.

Nicht zuletzt deswegen lege ich Ihnen diesen wundervollen Krimi ausdrücklich ans Herz, er ist zu allem anderen auch spritzig und gut recherchiert . Und wer Heidi Rehn kennt, weiß, dass sie niemals ohne Humor auskommt. Meine vollste Empfehlung nicht nur für dunkle Winterzeiten - Sie werden begeistert sein!

Veröffentlicht am 03.12.2021

Schwere Zeiten

Die Übersetzerin
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Schwere Zeiten sind es, die Hedy im Jahre 1940 (und den darauffolgenden) auf der Kanalinsel Jersey durchmacht: diese ist nämlich unter deutscher Besatzung und Hedy ist eine hierher geflohene ...

Schwere Zeiten sind es, die Hedy im Jahre 1940 (und den darauffolgenden) auf der Kanalinsel Jersey durchmacht: diese ist nämlich unter deutscher Besatzung und Hedy ist eine hierher geflohene Wiener Jüdin.

Sie hat es dort sehr schwer, die Bewohner werden zunächst ausgehungert und sie als Dazugekommene erst recht. Es ist auch ihre Bedürftigkeit, die sie dazu treibt, eine Stelle als Übersetzerin bei den Deutschen anzunehmen - wohlgemerkt unter Angabe ihrer jüdischen Herkunft.

Dort verliebt sich Kurt in sie, Kurt, der unbedingt Ingenieur werden wollte und seine Ausbildung unterbrechen musste, um in diesen auch für ihn sinnlosen Krieg zu ziehen. Es gelingt ihm, Hedy für sich zu gewinnen.

Dies ist eine Beziehung, die meiner Ansicht nach nur auf Körperlichkeiten beruht, zumindest wird sie so dargestellt - leider. Daher hatte ich irgendwann gar keine Lust mehr, Hedy Geschicken zu folgen - diese waren nur sehr oberflächlich dargestellt.

Gerade, weil der Roman auf einer wahren Geschichte beruht, hatte ich Großes erwartet und wurde sehr enttäuscht. Aus meiner Sicht lohnt sich diese Lektüre kein bisschen, Hedy wird hier zu einer gierigen Schlampe degradiert, was sie wirklich nicht verdient hat. Und über die Hintergründe auch anderer Personen erfährt man so gut wie gar nichts, auch nicht über Hedys Leben in Wien. Schade, ich hatte mir so viel davon versprochen!

Veröffentlicht am 02.12.2021

Vom Helikopter ist schwer runterkommen

Mach dich locker
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Marie ist nämlich eine Helikopter-Alles: Helikopter-Mutter, Helikopter-Hausfrau, Helikopter-Ehefrau, Helikopter-Mitarbeiter, Helikopter-Kollegin und noch so manches mehr. Sie kann so gar nicht verstehen, ...

Marie ist nämlich eine Helikopter-Alles: Helikopter-Mutter, Helikopter-Hausfrau, Helikopter-Ehefrau, Helikopter-Mitarbeiter, Helikopter-Kollegin und noch so manches mehr. Sie kann so gar nicht verstehen, dass es doch tatsächlich Menschen gibt, die ganz anders ticken und dass diese offensichtlich sogar die Mehrheit bilden. Und mehr und mehr wird deutlich, dass sie diese nicht einmal mehr in der eigenen Familie hält - ein Schock für sie!

Vor allem, als sie mitbekommt, wie ihr Mann Alex auf Babette, die größte Schlampe unter den Mitschülern ihrer Kinder Robin und Lilli, reagiert. Für sie fühlt es sich so an, als ob er schon mehr oder weniger dabei ist, zu ihr umzuziehen!

Und dann passiert der Supergau: Marie wird krank und zwar so sehr, dass sie das Bett hüten muss. Und Axel hat nichts Besseres zu tun, als seine Mutter ins Haus zu holen. Natürlich versucht Marie wieder einmal, alles selbst zu lösen....

Autorin Ellen Berg ist hier wieder einmal ein überaus unterhaltsamer und vor allem humorvoller Roman, der so einige Alltagsprobleme auf die Schippe nimmt.

Sehr zu empfehlen sowohl für die Perfektionisten als auch die Schlampigen unter uns, denn hier kann jeder etwas lernen, denn auch an tiefergehenden Erkenntnissen mangelt es hier nicht. Den Roman können Sie also getrost allen Mitmenschen schenken, mit denen Sie es gut meinen (und bei denen Sie sicher sind, dass diese ihn noch nicht kennen!