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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2021

Emil ermittelt weiter

Die letzte Schuld
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Kommissar Emil Graf ist auch im Frühjahr 1946 noch in Amt und Würden und ermittelt gemeinsam mit den Alliierten, in diesem Fall den Amerikanern. Diesmal geht es um eine Leiche in einer ehemalige Nazi-Wohnsiedlung, ...

Kommissar Emil Graf ist auch im Frühjahr 1946 noch in Amt und Würden und ermittelt gemeinsam mit den Alliierten, in diesem Fall den Amerikanern. Diesmal geht es um eine Leiche in einer ehemalige Nazi-Wohnsiedlung, die inzwischen bereits kräftig durchgemischt ist, die Tote war aber durchaus eine Vertreterin der Braunen, die sich mit deren Absetzung schwer tat. Somit gab es so manchen, der sich möglicherweise ihrer entledigen wollte.

Im Laufe seines Ermittlungen begegnet ihm wieder Journalistin Billa Löwenfeld, eine Jüdin, die damals ihre Heimatstadt München im allerletzten Moment in Richtung USA verlassen konnte. Nun ist sie als Reporterin gemeinsam mit der amerikanischen Army wieder da und man kann sich vorstellen, welch diffuse Gefühle und Eindrücke sie durchdringen. Nicht nur in Bezug auf den Fall, sondern auch auf Emil und die sind durchaus gegenseitig!

Hier wird es aus meiner Sicht ganz besonders spannend, da dieser Fall den Leser ins Kunsthaus München führt und auch einige "Überraschungsgäste" in diesen verwickelt sind. Autorin Heidi Rehn hat sich einmal mehr tief in die historischen Zusammenhänge eingearbeitet und präsentiert sie dem Leser auf gewohnt spannende und fesselnde Art.

Nicht zuletzt deswegen lege ich Ihnen diesen wundervollen Krimi ausdrücklich ans Herz, er ist zu allem anderen auch spritzig und gut recherchiert . Und wer Heidi Rehn kennt, weiß, dass sie niemals ohne Humor auskommt. Meine vollste Empfehlung nicht nur für dunkle Winterzeiten - Sie werden begeistert sein!

Veröffentlicht am 03.12.2021

Schwere Zeiten

Die Übersetzerin
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Schwere Zeiten sind es, die Hedy im Jahre 1940 (und den darauffolgenden) auf der Kanalinsel Jersey durchmacht: diese ist nämlich unter deutscher Besatzung und Hedy ist eine hierher geflohene ...

Schwere Zeiten sind es, die Hedy im Jahre 1940 (und den darauffolgenden) auf der Kanalinsel Jersey durchmacht: diese ist nämlich unter deutscher Besatzung und Hedy ist eine hierher geflohene Wiener Jüdin.

Sie hat es dort sehr schwer, die Bewohner werden zunächst ausgehungert und sie als Dazugekommene erst recht. Es ist auch ihre Bedürftigkeit, die sie dazu treibt, eine Stelle als Übersetzerin bei den Deutschen anzunehmen - wohlgemerkt unter Angabe ihrer jüdischen Herkunft.

Dort verliebt sich Kurt in sie, Kurt, der unbedingt Ingenieur werden wollte und seine Ausbildung unterbrechen musste, um in diesen auch für ihn sinnlosen Krieg zu ziehen. Es gelingt ihm, Hedy für sich zu gewinnen.

Dies ist eine Beziehung, die meiner Ansicht nach nur auf Körperlichkeiten beruht, zumindest wird sie so dargestellt - leider. Daher hatte ich irgendwann gar keine Lust mehr, Hedy Geschicken zu folgen - diese waren nur sehr oberflächlich dargestellt.

Gerade, weil der Roman auf einer wahren Geschichte beruht, hatte ich Großes erwartet und wurde sehr enttäuscht. Aus meiner Sicht lohnt sich diese Lektüre kein bisschen, Hedy wird hier zu einer gierigen Schlampe degradiert, was sie wirklich nicht verdient hat. Und über die Hintergründe auch anderer Personen erfährt man so gut wie gar nichts, auch nicht über Hedys Leben in Wien. Schade, ich hatte mir so viel davon versprochen!

Veröffentlicht am 02.12.2021

Vom Helikopter ist schwer runterkommen

Mach dich locker
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Marie ist nämlich eine Helikopter-Alles: Helikopter-Mutter, Helikopter-Hausfrau, Helikopter-Ehefrau, Helikopter-Mitarbeiter, Helikopter-Kollegin und noch so manches mehr. Sie kann so gar nicht verstehen, ...

Marie ist nämlich eine Helikopter-Alles: Helikopter-Mutter, Helikopter-Hausfrau, Helikopter-Ehefrau, Helikopter-Mitarbeiter, Helikopter-Kollegin und noch so manches mehr. Sie kann so gar nicht verstehen, dass es doch tatsächlich Menschen gibt, die ganz anders ticken und dass diese offensichtlich sogar die Mehrheit bilden. Und mehr und mehr wird deutlich, dass sie diese nicht einmal mehr in der eigenen Familie hält - ein Schock für sie!

Vor allem, als sie mitbekommt, wie ihr Mann Alex auf Babette, die größte Schlampe unter den Mitschülern ihrer Kinder Robin und Lilli, reagiert. Für sie fühlt es sich so an, als ob er schon mehr oder weniger dabei ist, zu ihr umzuziehen!

Und dann passiert der Supergau: Marie wird krank und zwar so sehr, dass sie das Bett hüten muss. Und Axel hat nichts Besseres zu tun, als seine Mutter ins Haus zu holen. Natürlich versucht Marie wieder einmal, alles selbst zu lösen....

Autorin Ellen Berg ist hier wieder einmal ein überaus unterhaltsamer und vor allem humorvoller Roman, der so einige Alltagsprobleme auf die Schippe nimmt.

Sehr zu empfehlen sowohl für die Perfektionisten als auch die Schlampigen unter uns, denn hier kann jeder etwas lernen, denn auch an tiefergehenden Erkenntnissen mangelt es hier nicht. Den Roman können Sie also getrost allen Mitmenschen schenken, mit denen Sie es gut meinen (und bei denen Sie sicher sind, dass diese ihn noch nicht kennen!

Veröffentlicht am 29.11.2021

Minnie ist ein rechter Pechvogel

Unsere Zeit ist immer
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Minnie ist ein rechter Pechvogel - und das bereits seit ihrer Geburt am 1. Januar 1990. Sie hatte beste Chancen, das erste Londoner Baby mit einer Neun vor der Null im Geburtsjahr zu werden, aber tatsächlich ...

Minnie ist ein rechter Pechvogel - und das bereits seit ihrer Geburt am 1. Januar 1990. Sie hatte beste Chancen, das erste Londoner Baby mit einer Neun vor der Null im Geburtsjahr zu werden, aber tatsächlich war die Bettnachbarin ihrer Mutter schneller. Und zwar, weil diese ihr geholfen hatte: Connie Cooper hatte Tara Hamilton, so hieß die elegante Schönheit, mit diversen Plaudereien entspannnt und aufgelockert. Mit dem Resultat, dass Tara ihr nicht nur die 50.000 Pfund, die für das erste 90er-Baby der Stadt ausgelobt worden waren, vor der Nase wegschnappte, sondern auch den von ihr ausgesuchten Vornamen, nämlich Quinn.

Der passt nämlich sowohl für Jungs als auch für Mädchen. Und so lief Quinn Hamilton als Glückskind durchs Leben, während Minnie Cooper von Geburt an eine Witzfigur war! Dachte sie - und lernte prompt am gemeinsamen 30. Geburtstag selbigen Quinn kennen - auf seiner Geburtstagsparty wohlgemerkt, auf der sie sich selbst in der Toilette eingesperrt hatte.

Es zeigt sich, dass das Leben genau so mit Quinn umgegangen ist, wie Minnie es immer angenommen hat: er arbeitet als Unternehmensberater, hat einen Haufen Geld, sieht super aus und überhaupt....

Minnie hingegen ist gerade dabei, ihr erstes eigenes Business - ein Catering für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens alt geworden sind, an die Wand zu fahren. Und da zeigt sich, dass Quinn nicht nur unglaublich schön und erfolgreich, sondern auch menschlich voll in Ordnung ist. Einfach zu gut, um wahr zu sein - für Minnie jedenfalls?

Eine Liebesgeschichte, die es tausendfach gegeben hat? Nun, sie endet zugegebenermaßen nicht ganz unvorhersehbar, aber alles andere stimmt nicht. Dieser Roman ist witzig, spritzig - und vor allem ist er kein bisschen oberflächlich! Einfach ein toller Unterhaltungsroman mit originellen Ideen und scharfsinnigen Dialogen, absolut klasse gezeichneten Figuren und einigen Umwegen, die beim besten Willen nicht erwartet werden können.

Ein Buch, das man der besten Freundin zu Weihnachten schenkt, damit sie sich auf allerhöchstem Niveau entspannen kann! Und auch noch nächstes Jahr um die selbe Zeit weiß, was sie da gelesen hat und zwar in allen Einzelheiten. Denn dieser Roman ist einfach zu gut, um in Vergessenheit zu geraten!

Veröffentlicht am 28.11.2021

Alles beginnt mit einer Teekanne

Die Winterkönigin und andere Träume
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Was mich als begeisterte Teetrinkerin dazu bringt, weiterzublättern , denn diese Kanne ist "nur" eine Zeichnung unter der Widmung und verrät noch nichts von den Atmosphäre des Buches.

Dieses ist voll ...

Was mich als begeisterte Teetrinkerin dazu bringt, weiterzublättern , denn diese Kanne ist "nur" eine Zeichnung unter der Widmung und verrät noch nichts von den Atmosphäre des Buches.

Dieses ist voll von Geschichten und voll von Tieren. Ich komme mit dem gedichteten Format nicht so ganz klar, es hält mich eher auf Abstand, als dass es mir Nähe suggerieren würde.

Und ich muss leider sagen, dass dieses Gefühl der Entfremdung im Verlauf der Lektüre eher zu- als abnimmt. auch die Bilder sagen mir nur teilweise zu.

Die Winterkönigin in enger Umarmung mit den unterschiedlichsten Tieren bringt in mir keine Wärme, sondern eher Entfremdung hervor, auch die Texte neigen dazu, mehr und mehr zu verschlüsseln als dass sie das Buch dem Leser öffnen.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass dieses Buch nichts für mich ist - andere mögen sich dafür begeistern, ich hingegen finde keinen Zugang. Mir kommt es düster, schwermütig und kalt vor - kein Buch, das ich gerne verschenken oder mit anderen teilen möchte, so detailverliebt die Zeichnungen auch gefertigt sind.