Wieder in die Spur kommen
Heute beißen die Fische nichtDas will Emma, die als Fotojournalistin viele, viele Tage, ja Wochen und Monate im Jahr unterwegs ist - vor allem in den Krisengebieten der Welt. Das zehrt an ihr, körperlich und vor allem seelisch.
Nun ...
Das will Emma, die als Fotojournalistin viele, viele Tage, ja Wochen und Monate im Jahr unterwegs ist - vor allem in den Krisengebieten der Welt. Das zehrt an ihr, körperlich und vor allem seelisch.
Nun verbringt sie den Sommerurlaub gemeinsam mit ihrem Mann Joel und Tochter Fanni sowie dem Schwiegervater auf einer winzig kleinen Insel, die Joels Familie gehört. Hier hofft sie, zur Ruhe kommen, muss aber auch mit Joels Vorwürfen zurecht kommen, der sich von ihr allein gelassen fühlt. Sie fühlt sich umgekehrt von ihm bedrängt.
Und sie beobachtet ihre Tochter Fanni - vielmehr beobachtet sie das Verhalten, das die Umwelt Fanni entgegen bringt. Denn Fanni ist schwarz. Richtig, richtig dunkel. Emma und Joel haben das Waisenkind adoptiert und Emma leidet an der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit, dem Rassismus, der auch in Finnland wahrzunehmen ist. Sie leidet sozusagen an Fannis Stelle.
Ihre Reflexionen über ihr Leben und das ihrer Familie vermengen sich mit Visionen. Ich war während der Lektüre ganz nahe bei Emma, konnte ihre Empfindungen, ja, ihr Leid, nur zu gut nachvollziehen. Ein eindringliches Buch, das trotz Emmas Leid, ihrer zeitweilig vorherrschenden und sich steigernden Ausweglosigkeit nicht nur trübsinnig und trist ist. Auch die Natur ist ein Teil des Romans, der seinen Teil dazu beiträgt. Und der - gerade die finnische Schärenlandschaft - strahlt eine ganz eigene Kraft aus.