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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2025

Auf nach Bella Italia!

Amore in italiano
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Zunächst vorweg: Wer dieses Buch einmal angefangen hat zu lesen, möchte es nicht mehr aus der Hand legen und verspürt anschliessend die Sehnsucht nach einem Sommerurlaub in Italien.

Diesen Urlaub hat ...

Zunächst vorweg: Wer dieses Buch einmal angefangen hat zu lesen, möchte es nicht mehr aus der Hand legen und verspürt anschliessend die Sehnsucht nach einem Sommerurlaub in Italien.

Diesen Urlaub hat auch Lucia mit ihrer Familie geplant. Nach der kurzfristigen Trennung von ihrem Mann, der sie betrogen hat, muss die Reise jedoch aus finanziellen Gründen abgesagt werden. Lucias Eltern Alberto und Christina waren einst als junges Ehepaar in den 50ern als Gastarbeiter hoffnungsfroh nach Deutschland gekommen, um sich dort eine gesicherte Existenz aufzubauen. Nach dem Tod seiner Frau verspürt der alte Alberto nun plötzlich die Sehnsucht nach seinem Heimatland und die seinerzeit mit Christina vor der Auswanderung durchgeführte "Abschiedstour" durch die Heimat zu wiederholen. Sein Sohn Gianni, der unter gesundheitlichen Einschränkungen leidet, begleitet ihn. Wenig später macht sich Lucia mit ihren Töchtern auf den Weg, um Vater und Bruder in Italien zu suchen, denen sie diese Reise nicht zutraut.

Wir erleben hier eine Reise durch ein wunderbares Land, begleitet von tollen Orts- und Landschaftsbeschreibungen, immer wieder von Erlebnissen aus der Vergangenheit untermalt. Auf wechselnden Zeitebenen erfährt man so einiges von der damaligen Reise des jungen Paares aber auch über den nicht so einfachen familiären Hintergrund Albertos. Die Geschichte hat mich sehr berührt, dabei hat die Autorin hier immer die passenden Worte und einen wunderbaren leichtgängigen Schreibstil gefunden. Alle Charaktere sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich mich sehr über einen zweiten Band oder zumindest einen neuen Roman aus der Feder der Autorin freuen würde!

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Flucht oder Neubeginn

Die Frau und der Fjord
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Gro arbeitet in Norwegen als Geologin für eine Ölfirma und hilft bei der Erschließung neuer Ölquellen. Als eines Tages völlig unerwartet ihr Mann stirbt, bricht sie alle Brücken ab und kauft sich ein kleines ...

Gro arbeitet in Norwegen als Geologin für eine Ölfirma und hilft bei der Erschließung neuer Ölquellen. Als eines Tages völlig unerwartet ihr Mann stirbt, bricht sie alle Brücken ab und kauft sich ein kleines Haus in einem abgelegenen Fjord auf den Lofoten, wo sie fast fernab jeglicher Zivilisation quasi als Selbstversorgerin lebt. Nach einem schweren Sturm rettet sie einen havarierten Fischer, ein loser Kontakt beginnt.
Diese Geschichte ist genauso wunderbar wie sein tolles Cover bereits verheissen lässt. Wir erfahren, wie sich eine einst beruflich erfolgreiche Frau mit der Natur auseinandersetzt, sich in der Einsamkeit ihrer Trauer stellt und ganz langsam wieder beginnt, Vertrauen zu den wenigen Einheimischen aufzubauen. Wunderschöne Naturbeschreibungen wechseln sich ab mit einigen Rückblenden zu Gros altem Leben, ihren Problemen mit der Familie ihres Mannes. Wir lesen aber auch viel über die gewollte Einsamkeit in einer Natur, der man so viel abgewinnen kann, sowie dem Zusammenhalt der Menschen untereinander, die in der Abgeschiedenheit aufeinander angewiesen sind. Es ist eine Geschichte der leisen Töne, in der zwischendurch auch mal kurz Unruhe aufkommt, wunderschön erzählt in angenehm kurzen Kapiteln. Lediglich ganz am Ende wurde es mir ein wenig zu trivial, daher ein Punkt Abzug für eine ansonsten sehr lesenswerte Geschichte.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Ungewöhnliche Mieter in einem ungewöhnlichen Haus

Ms Darling und ihre Nachbarn
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Wir lesen die Geschichte von Shelley House, eines altehrwürdigen englischen  Mietshauses, das von seinem Eigentümer abgerissen werden soll, um einem lukrativen Neubau zu weichen. Dies ruft die Mieter auf ...

Wir lesen die Geschichte von Shelley House, eines altehrwürdigen englischen  Mietshauses, das von seinem Eigentümer abgerissen werden soll, um einem lukrativen Neubau zu weichen. Dies ruft die Mieter auf den Plan, allen voran die 77jährige Dorothy, die dort bereits seit Jahrzehnten wohnt und als eine Art selbsternannte Hausmeisterin über Recht und Ordnung im Hause wacht. Dass sich die Mieter untereinander alle nicht gerade gut verstehen, macht die Sache nicht einfacher. 

Hatte ich aufgrund des Klappentextes ursprünglich mit einer humorvoll-lockeren Geschichte gerechnet, wurde ich beim Lesen im positiven Sinne eines Besseren belehrt. Neben einigen Szenen, bei denen ich gerade über Dorothys Verhalten des Öfteren schmunzeln musste, gab es hier verschiedene tiefgründige Themen, die mich doch sehr angesprochen haben: Vergangenheitsbewältigung, familiäre Probleme, unausgesprochene Wahrheiten, Schuldvorwürfe, aber am Ende auch der grosse Zusammenhalt zwischen Menschen, die zunächst gar nicht zusammenzupassen scheinen. Hierbei erscheint die Geschichte jedoch nie überladen, die Charaktere kamen für mich authentisch herüber und waren fast durchweg sympathisch. Ein kleiner Hund sorgte hier zwischendurch zusätzlich für Stimmung, ein schöner Roman mit einem ungewöhnlichen Thema, den ich gerne empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Leben und Leben lassen?

Halbe Leben
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Das Buch beginnt mit dem Ende: Klara ist tot, einen Abhang hinunzrtgestürzt, bei ihr nur Paulina, die osteuropäische Pflegerin von Klaras an Demenz erkrankter Mutter.

Mir hat an diesem Buch sehr gut gefallen, ...

Das Buch beginnt mit dem Ende: Klara ist tot, einen Abhang hinunzrtgestürzt, bei ihr nur Paulina, die osteuropäische Pflegerin von Klaras an Demenz erkrankter Mutter.

Mir hat an diesem Buch sehr gut gefallen, dass die Geschichte von rückwärts her aufgerollt wird, bis zum Ende fragt man sich, wie es zu Klaras Tod kommen konnte oder gar musste? Die Gegensätze zwischen Arm und Reich werden hier sehr gut am Beispiel der beiden Frauen aufgezeigt, beide arbeiten hart für ihr Geld, sind aber in unterschiedlichen Strukturen und Ländern aufgewachsen. Zu den Charakteren konnte ich keine wirkliche Nähe aufbauen, werden sie hier doch eher distanziert und teilweise auch etwas gefühlsarm gezeichnet, was aber m.E. auch gut zur Geschichte passt. Das Ende hatte ich hier zwar anders erwartet, aber auch dad passt insgesamt. Daher gute 4 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Hasenfreundschaft

Hase und ich
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Während des Lockdowns findet Cloe in der Nähe ihres Landhauses ein junges und offenbar verlassenes Hasenbaby, welches sie nach anfänglichem Zögern mitnimmt und daheim versorgt. Entgegen allen Erwartungen ...

Während des Lockdowns findet Cloe in der Nähe ihres Landhauses ein junges und offenbar verlassenes Hasenbaby, welches sie nach anfänglichem Zögern mitnimmt und daheim versorgt. Entgegen allen Erwartungen überlebt das Kleine, kann als erwachsener Hase in der Wildnis bestehen, kommt aber immer wieder mal zu Besuch in seine Kinderstube zurück.

Die Autorin lässt uns in dieser wahren und von ihr selbst erlebten Geschichte teilhaben an einer wunderbaren Freundschaft, die sich zwischen ihr und Hase entwickelt, dem sie bewusst keinen menschlichen Namen gibt. Eine Freundschaft, deren Regeln im Laufe der Zeit immer vom Hasen bestimmt und von Cloe akzeptiert werden.
Dieses Buch habe ich während der Osterfeiertage gelesen, was dem Leseerlebnis noch einmal etwas ganz Besonderes gibt. Der Schreibstil ist in Bezug auf das Leben und den Umgang mit Hase ein sehr leichter und warmherziger, dann aber auch wieder sehr informativ, wenn es um das Verhalten von Hasen allgemein geht, man lernt definitiv sehr viel über diese Tierart, die bestimnt fast jeder schon mal in freier Wildbahn gesehen hat, von der wir aber eigentlich nichts richtig wissen. Auch einige Mythen können hier widerlegt werden.
Insgesamt habe ich aber vor allem eine herzergreifende leise Geschichte gelesen, in der das Tier nie vermenschlicht wird und und die Autorin einen wunderbaren Einblick in die Natur geben konnte, die ich jetzt vielleicht doch mit anderen Augen betrachten werde.

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