Ein neuer Fall für Dackel Wilhelm
Morden ohne Sorgen - Mord im MausoleumDer aus der Familiengruft verschwundene Sarg eines ehemaligen Heimatfilm Stars (Paraderolle: „Die Försterin vom Wildschweinwald“) wird bei einer Begehung des Antikentempels im Potsdamer Schlosspark vom ...
Der aus der Familiengruft verschwundene Sarg eines ehemaligen Heimatfilm Stars (Paraderolle: „Die Försterin vom Wildschweinwald“) wird bei einer Begehung des Antikentempels im Potsdamer Schlosspark vom Vorstand des „Freundeskreises Kaiserin Auguste“ (zu dem auch Frederik Loebells Schwester und Tante gehören) neben dem Sarg der ehemaligen deutschen Kaiserin und weiterer Mitglieder der kaiserlichen Familie gefunden. Skandal! Zeitgleich findet Lokalreporter Loebell die Leiche einer jungen Frau aus der Gothic Szene in der, ziemlich in die Jahre gekommenen, Gruft auf aus der der besagte Sarg vor einigen Wochen verschwunden ist. Hängen diese beiden Funde zusammen? Was hat der Friedhofsgärtner damit zu tun? Und was der geheimnisvolle Riese im schwarzen Mantel den Loebell hat flüchten sehen? Als Loebells Dackel Wilhelm dann auch noch in einem Mülleimer eine Absinthflasche erschnüffelt gerät als Dritter auch noch ein Schwarzbrenner aus einem Plattenbau ins Visier der Ermittler... Hört sich spannend an? Ist es auch. Ich lege jedem Cozy Crime Fan dringen die Lektüre dieses Buchs ans Herz.
Im sechsten Teil der Krimi Reihe „Morden ohne Sorgen“ ermittelt das bekannte Team wieder auf bewährte Weise. Nur die Tischdecke auf der sonst alle Theorien und Ergebnisse festgehalten wurden hat der Reporter dieses Mal durch eine Notiz App ersetzt – zumindest anfangs.
Was mir sehr gut gefällt ist, das die Figuren von Buch zu Buch mehr Tiefe bekommen und man immer mehr Facetten an ihnen entdeckt. So wirken sie äußerst lebendig und machen eine tolle Entwicklung durch. Chefredakteur Gallig versucht sich diesmal selbst als Reporter und bringt damit nicht nur den Kollegen Kay Kickmann zur Verzweiflung und Loebells Chefin Hien entdeckt plötzlich die Faszination des Axtwerfens um nur zwei Beispiele zu nennen. Ich liebe ja den schrägen Humor des Autors und in diesem Buch hat er mal wieder ganze Arbeit geleistet.
Auch der Spannungsbogen ist von Anfang hoch, Andreas K. Buchholz gönnt seinen Ermittlern wenig Pausen, der Fall muss ja innerhalb von 5 Tagen gelöst werden. Und am Ende ist es wieder einmal Wilhelm der den entscheidenden Hinweis findet beim der Ermittlung des Täters. Den hatte ich mal wieder nicht auf dem Schirm aber die Auflösung ist sehr plausibel.
Der humorvolle und flotte Schreibstil, die Spannung die das ganze Buch durchzieht, das tolle Figurenensemble mit seinen Ecken und Kanten und die liebevollen Beschreibungen von Potsdam machen das Buch zu einem echten Pagetuner den ich sehr gerne weiterempfehle.