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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2017

Von Sehnsucht keine Spur

Die Sehnsucht des Vorlesers
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Inhalt
Guylain Vignolles liebt Bücher und das Lesen, hasst aber auch seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Heimlich stiehlt er einzelne Seiten aus der Schreddermaschine und liest diese jeden Morgen ...

Inhalt
Guylain Vignolles liebt Bücher und das Lesen, hasst aber auch seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Heimlich stiehlt er einzelne Seiten aus der Schreddermaschine und liest diese jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Zug vor. Seine Mitfahrer genießen die Zeit mit ihm und lauschen jedem einzelnen Ton. Eines Morgens findet er einen USB-Stick bei seinem Stammplatz und nimmt ihn mit. Darauf findet sich 72 Dateien, in denen eine gewisse Julie über ihr Leben und ihren Job schreibt. Guylain ist total fasziniert von der Autorin und möchte sie unheimlich gerne kennen lernen.

Meine Meinung - Achtung, mit Spoiler
Ja, das Cover hat mich wirklich angesprochen. Es hat so eine gewisse ruhige und sehnsüchtige Stimmung. Dazu wusste ich, dass ziemlich viele Leser von dem Buch begeistert waren, weshalb ich spontan dazu griff.

Guylain Vignolles ist 36, lebt allein mit einem Fisch und ist eigentlich ganz schüchtern. Er liebt Bücher und hat einen Job, bei dem er Bücher vernichtet. Jeden Morgen im Zug zur Arbeit liest er aus seiner Seitensammlung. Diese sind die Überlebenden der Schreddermaschine, die er jeden Tag bedient. Heimlich fischt er sie heraus und bringt sie in Sicherheit. Dann findet er einen USB-Stick, den scheinbar eine Julie verloren hat, denn darauf finden sich Texte von ihr, die ihn irgendwie berühren.

Guylain hat zwei gute Freunde, die auf ihre Weise äußerst skurril sind. Zum einen Yvon, der ebenfalls in der Fabrik arbeitet. Der große Mann ist Wachmann, mit einer Schwäche für das Theater. Er spricht nur noch in Versen, weshalb so mancher von ihm irritiert ist. Zum anderen ist da Guiseppe. Er hat ebenfalls in der Fabrik gearbeitet und Guylain mit ausgebildet, doch dann hatte er einen Unfall, bei dem er seine Beine verlor. Nun ist er davon besessen ein bestimmtes Buch in einer bestimmten Auflage zu finden, denn diese Bücher haben etwas mit seinem Unfall zu tun.

Wo das Cover noch eine gewisse Stimmung aufzeigte, war auf den Seiten eher Tristheit zu finden. Guylain wurde für mich so gut wie nicht sympathisch. Ja, es hat ein romantisches Bild, dass ein Mann jeden Morgen seinen Zuhörern etwas vorliest, doch das war es auch. Er wirkte irgendwie stumpfsinnig. Dauernd jammert er, dass er seine Arbeit nicht ausstehen kann, dass es ihm das Herz bricht Bücher zu zerstören, doch er versucht nicht da raus zu kommen. Er denkt nicht einmal daran, dass er sich auch einen anderen Job suchen könnte. Er lügt sogar seine Eltern wegen des Jobs an, weil es ihm peinlich ist. Diese Einstellung konnte ich einfach nicht verstehen.

So folgt man also Guylains tristem Alltag, den er einfach nicht durchbrechen will. Es gibt nur wenige Ausbrüche aus diesem Grau. Dann findet er einen USB-Stick und ist besessen von den Texten darauf. Er schleppt sie überall hin mit, liest nur noch daraus und verliebt sich in die Vorstellung von der Frau, die sie geschrieben hat.

Hier könnte man sagen, dass er eine Sehnsucht nach dieser Frau entwickelt, die ihn sogar seinen Job weniger schlimm erscheinen lässt. Wobei man natürlich ihre Texte mit ihm liest. Nach dieser Lektüre wurde mir aber absolut nicht klar, wie er sich da so verlieben konnte. Mal ehrlich, sie schreibt über ihren Job und dieser scheint nicht sonderlich angenehm zu sein.

Am meisten hat mich aber eine Szene zum Ende hin gestört. Guylain findet heraus, wo Julie arbeitet und will sie treffen. Die Frau, die er aber dort trifft, entspricht nicht seinen Erwartungen, weshalb er sich traurig zurückzieht. Es hat mich wirklich irritiert. In den Texten gab es keine Beschreibung von ihr und nur weil sie seiner Vorstellung nicht entspricht, ist es schmerzlich für ihn. Natürlich gibt es später noch ein richtiges Happy End, doch es konnte mich nicht mehr wirklich überzeugen.

Fazit
So schön dieses Buch auch scheint, so enttäuschend war schließlich der Inhalt. Der Autor schreibt zwar überaus flüssig und irgendwie auch fesselnd, aber das Geschriebene selbst ist eher trist und drückend. Ich konnte Guylains Sehnsucht nicht nachvollziehen und ihn als Protagonist einfach nicht ins Herz schließen.

Veröffentlicht am 17.05.2017

Charlotte verliert sich selbst

FLOWER
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Inhalt
Charlotte ist 18, Jungfrau und hat ein festes Ziel. Um keinen Preis will sie so enden wie ihre Mutter und Schwester, die bereits sehr jung Kinder bekamen. Daher gibt es keine Dates, keine Partys ...

Inhalt
Charlotte ist 18, Jungfrau und hat ein festes Ziel. Um keinen Preis will sie so enden wie ihre Mutter und Schwester, die bereits sehr jung Kinder bekamen. Daher gibt es keine Dates, keine Partys und keine Jungs. Stattdessen wird hart gearbeitet, um nach Stanford zu kommen, in einem Blumenladen gejobbt und an einer Uni ausgeholfen. Doch eines Abends betritt der attraktive Tate ihre Welt und zum ersten Mal ist sie bereit ihre Regeln zu brechen. Tate ist allerdings nicht irgendwer, er ist ein Superstar. Während sie versuchen einander näher zu kommen, muss Charlotte erkenne, dass es an seiner Seite nicht immer einfach ist. In Tates Welt gibt es eigene Regeln und die Frage ist, ob er bereit ist diese zu brechen.

Meine Meinung
Liebe ist nicht immer einfach und genau das müssen auch die Protagonisten schmerzlich erfahren.

Charlotte kommt aus einem Haushalt, in dem die Frauen recht früh Mütter wurden, in der Liebe aber kein Glück hatten. Genau dem will sie entkommen. Sie stellt sich strikte Regeln auf und will keine Gelegenheit zulassen, die diese bedrohen würden.

Man lernt Charlotte als eine zielstrebige Person kennen. Sie hat ihre Ziele und kämpft dafür. Traurig ist aber, dass sie dadurch kaum am Leben gleichaltriger teilnimmt. Man bekommt den Eindruck, dass die sich selbst nicht traut. Trotz ihrer Überzeugungen glaubt sie scheinbar, dass sie auf einer Party schwach werden könnte.

Dann betritt Tate ihr Leben und sie verliebt ich augenblicklich. Obwohl sie erst versucht seinen Annäherungsversuchen zu widerstehen, wird sie sich schwach.

Sorry schon vorab, doch dieses Buch hat mich wahnsinnig gemacht. Als ich es gelesen habe, empfand ich die Geschichte noch als ganz ok, doch nachdem ich sie habe sacken lassen, sehe ich vieles mit anderen Augen.

Ich fand es gar nicht schön, wie Charlotte sich durch Tate veränderte. Ja, es ist süß, wie sie einander näher kommen und ihre ersten Dates haben, doch danach bricht wirklich Drama aus. Es kommt zu einem ständigen Hin und Her, das scheinbar in Schleife geschaltet wurde. Sie macht etwas, was ihm nicht gefällt, er verletzte sie, er kommt wieder angekrochen und sie verzeiht ihm. Sie geht es immer und immer weiter.

Er geht echt furchtbar mit ihr um, alles muss nach seinem Willen laufen. Am frustrierendsten war aber ihre Reaktion. Wo war die Charlotte von Beginn des Buches geblieben? Denn so wie sie sich entwickelte, könnte man meinen, sie hätte ihren gesunden Menschenverstand verloren. Plötzlich ist alles unwichtig, Hauptsache sie kann mit ihm zusammen sein. Das Mädchen, das niemals jung schwanger werden wollte, ist geradezu darauf versessen die Beine breit zu machen. Sie ist bereit alles umzuschmeißen, zu lügen und sich selbst zu verleugnen, um ihm zu gefallen.

Es geht mir echt gegen den Strich was dieses Buch vermittelt. Scheinbar dürfen junge Mädchen sich alles gefallen lassen, Hauptsache der heiße Kerl hat Interesse an ihnen. Wie oft soll man sich denn verletzen und demütigen lassen eher man einsieht, dass diese Beziehung nicht funktioniert?

Ich muss aber auch sagen, dass mich das Buch durchaus überraschen konnte. Während der Inhalt mich eher nervte, empfand ich den Schreibstil als angenehm. Er war irgendwie weich und fließend. Dank ihm ließ sich das Buch schnell lesen und war im Nu verschlungen. Er war es auch, der zu Lesen animierte. Bei diesem schönen Schreibstil ist es schade, dass das Autorenduo sich weniger Mühe mit dem Inhalt gegeben hat.

Fazit
Obwohl das Autorenduo sicherlich eine interessante Idee hatte, empfand ich die Umsetzung als misslungen. Die Protagonistin macht eine Entwicklung durch, die allem widerspricht, für das sie zu Beginn stand. Die Beziehung zwischen Charlotte und Tate bietet wenig positive Gefühle, von Liebe lässt sich ja kaum sprechen. Da die beschriebene Handlung mich mehr aufregte, als unterhielt, bin ich nicht bereit dieses zu empfehlen.

Veröffentlicht am 30.05.2019

Sexy Arbeitskollegen

The Play Mate
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Inhalt
Schon lange schwärmt Evie für den besten Freund ihres Bruders, doch Smith sah in ihr bisher immer nur ein kleines Mädchen. Um dies zu ändern, wagt sie den ersten Schritt und steigt in sein Bett, ...

Inhalt
Schon lange schwärmt Evie für den besten Freund ihres Bruders, doch Smith sah in ihr bisher immer nur ein kleines Mädchen. Um dies zu ändern, wagt sie den ersten Schritt und steigt in sein Bett, doch er weist sie ab. Von da an versuchen sie den peinlichen Vorfall zu vergessen, doch dies wird unmöglich, als Cullen mit ihnen zusammen die Firma der Familie vergrößern will. Täglich miteinander zu arbeiten, weckt die Erinnerungen an die Küsse und Berührungen und lässt die sexuelle Spannung ins Unerträgliche ansteigen. Gerne würden sie dem Verlangen nachgeben, doch die Angst um die Freundschaft hält sie zurück. Es ist jedoch fraglich, wie lange sie dies noch durchhalten.

Meine Meinung
Cullen und Smith sind schon ewig Freunde. Sie kennen sich gut und vertrauen einander. Inzwischen sind sie auch recht erfolgreich in ihren Jobs und bei den Frauen, auch wenn die große Liebe noch nicht dabei war. Bei einem Treffen in Paris stößt Cullens Schwester Evie zu ihnen, die gerade ihren Abschluss gemacht hat und nun in die Familienfirma einsteigen will. Hier merkt Smith zum ersten Mal, dass sie Schwester seines besten Freundes zu einer heißen und anziehenden Frau geworden ist. So gerne er sie in sein Bett ziehen würde, die Freundschaft zu Cullen hält ihn zurück. Er ahnt nicht, dass Evie ihn auch gerne in ihrem hätte.

Evie schwärmt schon lange für Smith und will endlich ihr Glück versuchen. Es macht sie nämlich wahnsinnig, dass andere Frauen ihn mit einem gierigen Blick betrachten. Obwohl ihr Versuch zuerst gut läuft, endet alles im Desaster und sie weint sich die Augen aus. Natürlich will sie den peinlichen Vorfall vergessen, doch dazu kommt es nicht. Plötzlich arbeitet sie nämlich mit Cullen und Smith für die Familienfirma und vielleicht ist das Glück doch auf ihrer Seite.

Die Arbeit in der Dessous Firma der Reeds führt dazu, dass Smith und Evie sehr viel Zeit miteinander verbringen. Zwischen ihnen prickelt es immer stärker und die sexuelle Spannung wird beinahe greifbar. Doch noch immer sind da die Zweifel wegen Cullen. Können sie es wagen einen Versuch miteinander zu starten? Wird er ihre Gefühle unterstützen oder bricht dadurch alles auseinander?

Kendall Ryans “The Play Mate” ist eine schöne und sexy Geschichte, die zu verführen weiß. Von Beginn an wird eine prickelnde Spannung aufgebaut, die bis zum Ende anhält. Der Autorin gelingt es die Story richtig heiß werden zu lassen. Durch diese leidenschaftliche Annäherung ist man an die Seiten gefesselt und kann es kaum erwarten zu erfahren, was als Nächstes geschieht.

Es hat Spaß gemacht über die Geschichte von Evie und Smith zu lesen, denn am Ende ist sie doch anders, als man vielleicht vermuten würde. Obwohl zwischen ihnen diese unglaubliche sexuelle Spannung herrscht, hat die Autorin darauf keinen einfachen Erotikroman gemacht. Man bekommt keine aufeinander folgenden Sexszenen, denn hier geht es mehr um die Anziehung und die Leidenschaft. Zwischen den Protagonisten entwickelt sich eine Beziehung voller Reize und Anspielungen. Diese spielerische Annäherung bringt zudem Humor in die Handlung, denn peinliche Vorfälle gehören nun mal dazu.

Ich finde es schön, dass Smiths Familie etwas näher beleuchtet wird, denn dadurch erhält das Ganze eine gewisse Leichtigkeit. Ihn mit seiner Schwester und deren Kindern zu sehen, hat diese erotische Energie ausgebremst, was der Geschichte aber nur zugutekommt, schließlich wird dadurch noch eine andere Fassette von Smith gezeigt. Evies Blick auf diese Beziehung macht sie noch schöner und zarter, denn sie findet dadurch weitere Punkte an ihm, die ihn anziehend machen.

Schade ist nur, dass die Beziehung zwischen Cullen und Evie weniger zur Geltung kommt. Die Interaktion zwischen diesen Geschwistern wird kaum in Worte gefasst. Man bekommt mehr von der Freundschaft zwischen Cullen und Smith mit, als von der Beziehung zwischen ihm und seiner Schwester.

Fazit
Eine schöne, erotische und spannende Geschichte um die Annäherung zwischen Smith und Evie. Gekonnt spielt die Autorin mit den Emotionen der Protagonisten und auch der Leser, denn durch ihre Wendungen lässt sie nicht zu, dass die Handlung langweilig und vorhersehbar wird. Ein Roman, der das gewisse Prickeln auf seinen Seiten trägt.

Veröffentlicht am 30.05.2019

Gut begonnen, dann aber übertrieben

Seasons of Magic: Blütenrausch
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Inhalt
Eigentlich will Ira nur ihre Schwester vor einer Dummheit bewahren, dich dabei gerät sie Mitten in eine Hexenjagd nach einer ihrer Freundinnen. Bei dem Versuch ihre Schwester und ihre Freundinnen ...

Inhalt
Eigentlich will Ira nur ihre Schwester vor einer Dummheit bewahren, dich dabei gerät sie Mitten in eine Hexenjagd nach einer ihrer Freundinnen. Bei dem Versuch ihre Schwester und ihre Freundinnen zu retten, landet sie selbst auf dem Scheiterhaufen. Eher das Feuer sie aber erreichen kann, geschieht das Unmögliche, ihr Wunsch woanders zu sein, wird erfüllt. Plötzlich steht sie im Haus eines fremden Mannes im Jahr 2018. Lyle hat eigentlich mehr als genug um die Ohren, doch braucht er die seltsame junge Frau, die in seinem Haus erscheint, so gar nicht. Doch seine Nichte Abby appelliert an ihn, weshalb er Ira aufnimmt. Es dauert gar nicht lange, da fühlen sich Ira und Lyle zueinander hingezogen. Das Schicksal macht es ihnen aber nicht leicht, denn Ira könnte jederzeit ins Feuer zurückkehren. Damit sie die Chance auf ein gemeinsames Leben bekommen, müssen drei Insignien gefunden werden. Es scheint allerdings, als wäre noch eine andere Gruppierung hinter diesen her.

Meine Meinung
Gerade stand Ira noch im brennenden Haus in Salem des Jahres 1692, doch plötzlich ist sie ganz woanders. Von Blütenblättern umringt, steht sie im Haus eines Mannes in Danvers des Jahres 2018. Verwirrt? So geht es auch der jungen Frau, denn obwohl sie keineswegs im Feuer sterben sollte, überrascht es sie ungemein ganz woanders zu sein.

Ira Connolly wuchs in einer Zeit auf, in der Frauen oft wegen Hexerei verurteilt wurden. Alles Unerklärliche wurde feindlich betrachtet und vernichtet. Von diesem Einfluss und Glauben durchtränkt, ist es für Ira ein Schock in einer Zukunft zu erwachen, in der alles anders ist. Da sie an Halloween ankommt, glaubt sie sich in der Hölle, schließlich stand sie gerade noch in einem brennenden Haus. Erst nach und nach beginnt sie in ihre neuen Freiheiten zu entdecken und damit auch ihre Leidenschaft. Durch Lyle und Abigail lernt sie ein vollkommen neues Leben kennen und sieht etwas von der Welt. Sie helfen ihr auch selbstbewusster zu werden und ihre Stärke zu finden. Ira beginnt für ihr Glück und ihre Wünsche zu kämpfen, auch wenn dies alles andere als leicht ist.

Lyle Scott hat an sich mehr als genug Probleme, denn seine Schwester ist verschwunden und er muss für seine Nichte und deren Gans sorgen. Zudem gibt es immer wieder Einbrüche ins Haus seiner Schwester, die er sich einfach nicht erklären kann. Das Letzte, was er gerade braucht, ist eine verwirrte junge Frau, die aus dem Nichts auftaucht, auch wenn sie noch so attraktiv ist. Doch irgendwie kann er Ira auch nicht einfach auf der Straße stehen lassen, denn offensichtlich ist sie allein und versteht nicht, was um sie herum geschieht. Ihre Weltfremdheit ist nicht gespielt, daher nimmt er sie bei sich auf. Es fasziniert ihn zu sehen, wie sie die normalsten Sachen entdeckt und dabei aufblüht. Etwas in ihm möchte Ira beschützen, denn sie zeiht ihn magisch an. Dass diese Begegnung ihm einen völlig neuen Blick auf die Welt eröffnet und ihm das Abenteuer seines Lebens bringt, hätte er jedoch nicht erwartet. Doch Lyle erkennt, dass er Ira in seinem Leben behalten will, egal wie schwer es wird dies zu erreichen.

Ich muss zugeben, ich bin ratlos, was dieses Buch angeht. Einerseits finde ich es schön und irgendwie romantisch, andererseits aber auch schwach und übertrieben. Die Idee von der Zeitreise und der Magie ist interessant und hat was. Die Darstellung von Iras Macht ist schön geworden. Sie ist zart und aufbrausend und macht sie nicht zur Superheldin, die plötzlich alles kann. Schön ist auch die Gefühlsentwicklung zwischen ihr und Lyle. Sie haben zwar nicht viel gemeinsame Zeit, doch es sind kleine Dinge und Aufmerksamkeiten, die sie schließlich zueinander führen. Überhaupt ist Ira zu Beginn wirklich ein toller Charakter. Die Autorin arbeitet ihre Unsicherheit und Ängste heraus, die überaus verständlich gestaltet sind.

Wie gesagt, der Beginn des Buches hat mich begeistert, dann fielen mir aber immer mehr Schwächen auf. Da wäre die magische Gans von Abigail. An sich find ich die Idee toll, doch sie wurde so gestaltet, dass sie immer im richtigen Moment auftauchte und schon beinahe Superkräfte hatte. In jeder Situation hatte sie immer die richtige “Magie” um alle zu retten. Rein zufällig gibt es jemanden, der Ira alle Informationen liefert, die sie braucht, um bei Lyle bleiben zu können. Da fehlte irgendwie das Geheimnisvolle. Und Lyle selbst, erschien mir manchmal zu gut um wahr zu sein. Er investiert unglaublich viel, um Ira bei sich zu behalten, weshalb seine Reaktion zu einer gewissen Nachricht einfach unglaubwürdig schwach war. So reagiert niemand, wenn man ihm diese Nachricht überbringt. An sich gibt es noch viele weitere Punkte, die einfach nicht stimmig erscheinen, doch ich will nicht zu viel verraten.

Ewa A. hat einen fesselnden Schreibstil und gute Ideen, die einen bis zur letzten Seite durchhalten lassen. Der gut eingebaute Cliffhanger am Ende macht doch Lust darauf weiter zu lesen, denn es sich einige Fragen offen geblieben. Auch das Schicksal der anderen Mädchen im Feuer macht neugierig, denn diese finden sich auch in anderen Zeiten wieder. Ihre Geschichten werden aber von anderen Autorinnen erzählt.

Fazit
Ein schicksalhafter Sprung in die Zukunft, bringt Ira in die Arme von Lyle, zwingt sie aber auch einen Kampf aufzunehmen, der ihr alles abverlangt. Ihre Geschichte voller Höhen und Tiefen kann leider nicht völlig überzeugen, denn an vielen Stellen finden sich Schwachpunkte. Es scheint, als wäre es der Autorin nicht gelungen der guten Idee das verdiente Leben einzuhauchen.

Veröffentlicht am 30.05.2019

Nur kein Herzog

Nur kein Herzog
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Inhalt
Vor kurzem war Imogen noch eine glückliche Frau, die kurz davor stand einen Herzog zu heiraten, nun ist sie der Mittelpunkt eines Skandals. William, der ihr Mann werden sollte, entschied sich nämlich ...

Inhalt
Vor kurzem war Imogen noch eine glückliche Frau, die kurz davor stand einen Herzog zu heiraten, nun ist sie der Mittelpunkt eines Skandals. William, der ihr Mann werden sollte, entschied sich nämlich dafür ihre Schwester zu heiraten. Egal wohin sie geht, jeder tratscht ihretwegen und über sie. Ihre beste Freundin Chloe will das nicht länger mitansehen. Sie besorgt ihr die Kette “Das Herz des Herzogs”, der nachgesagt wird der Trägerin einen Herzog zum Mann zu reichen, und will ihr helfen einen passenden Kandidaten zu finden. Gleichzeitig muss sich ihr Bruder Alex dem ältesten Bruder Gabriel stellen. Dieser hat es nämlich satt, dass Alex das Geld der Familie fürs Trinken und für Frauen aus dem Fenster wirft. Um ihn unter Kontrolle zu bekommen, verdonnert Gabriel ihn dazu Chloe als Anstandsdame zu begleiten. So begegnet er Imogen. Doch ihre Meinung voneinander sind gefestigt, bis sie sich besser kennenlernen.

Meine Meinung
Während viele Frauen nach einem Mann suchen, der einen Titel trägt und ihnen ein angenehmes Leben finanzieren kann, wünscht sich Imogen einen, der sie vom Herzen liebt.

Vor kurzem dachte Imogen einen solchen Mann gefunden zu haben, doch William empfand scheinbar doch anders. Kurz vor dem großen Tag blies er aber alles ab und heiratete schließlich ihre Schwester. Dieser Verrat schmerzt ungeheuerlich und setzt sie in den Mittelpunkt eines Skandals. Um dem glücklichen Paar zu entkommen, flüchtet sie immer wieder zu ihrer besten Freundin Chloe, die alles versucht, um ihr wieder ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Sie besorgt ihr “Das Herz des Herzogs”, eine Kette, die angeblich schon anderen Frauen dabei geholfen hat einen Herzog zu heiraten, und studiert mit ihr die Klatschzeitschriften um einen passenden Kandidaten zu finden. Doch Imogen will keinen Titel, sie will Liebe, doch diese zu finden ist äußerst schwer.

Lord Alex Edgerton genießt ein Leben in den Clubs mit viel Alkohol und vielen Frauen. Seine Rolle als Lebemann ohne Verpflichtungen ist einfach und ohne Druck. Da er nicht der Titelerbe ist, ist er nicht gerade der begehrteste Heiratskandidat, daher lässt er sich treiben. Als sein Bruder Gabriel ihm Zügel anlegt, muss er sich fügen, sonst erhält er keine weiteren Mittel für seinen Lebensstil. So begegnet er Imogen. An sich findet er die junge Frau durchaus attraktiv, doch in seinen Augen ist sie eine Titeljägerin, die William niemals geliebt hatte. Dass er in seiner Rolle als Anstandsdame seiner Schwester immer mehr Zeit mit ihr verbringen muss, gefällt ihm gar nicht. Denn schon bald spuckt sie ihm im Kopf herum, auch wenn er weiß, dass er nicht der Richtige für sie ist.

Die Annäherung zwischen Imogen und Alex wird chaotisch, leidenschaftlich und emotional dargestellt. Sie sind zwei Protagonisten, die sich erst gar nicht mögen und dann doch Gefühle für einander entdecken. Doch damit Alex dieser Gefühle erst entdecken kann, ist das Erscheinen eines anderen Mannes nötig, der seinerseits Interesse an Imogen äußert. Erst seine Eifersucht lässt ihn die Wahrheit erkennen.

Die Treffen zwischen den Protagonisten sind immer wieder interessant in Szene gesetzt worden. An ihnen lässt sich nämlich der Stand ihrer Beziehung perfekt ablesen. Die Autorin stattet diese nämlich mit tollen Wortgefechten aus und bringt so auch etwas Humor in die Handlung.

Richtig interessant wurde es zudem, als die Vergangenheit von Alex ausgesprochen wurde. Chloe offenbart diese gegenüber Imogen, weshalb man einen neuen Blickwinkel auf ihn bekommt und auch erfährt, wie er zu dem Schluss kommt nicht gut genug zu sein. Zudem wird auch ein neues Licht auf die Verbundenheit zwischen den Geschwistern geworfen. Auch wenn es nicht sofort klar ist, sie stehen einander nahe und wünschen dem Anderen nur das Beste.

Fazit
Christi Caldwells Liebesgeschichte zwischen Imogen und Alex ist voller Emotionen und Leidenschaft. Was als Abneigung beginnt, reift zu einer großen Liebe heran. Mit einiger Unterstützung von außen darf das Paar schließlich einem Happy End entgegensehen. Leicht und berührend geschrieben, sollte die Geschichte viele Liebhaber des Genres überzeugen. Genau die richtige Lektüre, wenn man etwas fürs Herz braucht.