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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2017

Nicht ganz überzeugend

Falsche Schwestern
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Inhalt
Vor 13 Jahren wurde Laurel Logan aus dem heimischen Garten entführt, ihre jüngere Schwester Faith wurde dabei zurück gelassen. Nun ist Faith 17, doch in ihrer Familie mehr ein Schatten als eine ...

Inhalt
Vor 13 Jahren wurde Laurel Logan aus dem heimischen Garten entführt, ihre jüngere Schwester Faith wurde dabei zurück gelassen. Nun ist Faith 17, doch in ihrer Familie mehr ein Schatten als eine Tochter. Obwohl Laurel nicht da ist, drehen sich alle Dinge nach wie vor um sie. In Zeitungen und im Fernsehen wird ihr Bild allgegenwärtig gehalten. Eines Tages kommt dann aber ein Anruf von der Polizei, Laurel ist wieder aufgetaucht. Plötzlich steht das Familienleben Kopf und Faith weiß nicht recht, wie sie auf ihre Schwester reagieren soll. Besonders schlimm wird es aber, als Laurel sich immer mehr in ihr Leben drängt und sich schließlich sogar an ihren Freund ranschmeißt. Doch darf man seine Schwester nach ihren Erlebnissen für ihr Handeln hassen?

Meine Meinung
Cat Clarke hat sich ein schwieriges Thema vorgenommen, die Umsetzung konnte aber nicht völlig überzeugen. Irgendwas hat noch gefehlt.

Die Geschichte selbst wird aus der Sicht von Faith erzählt. Sie ist die jüngere Schwester, die immer im Schatten von Lauren steht. Sie war vier Jahre alt, als ihre Schwester verschwand, doch ihr Verschwinden wurde in der Familie nie wirklich verarbeitet. Obwohl Laurel nicht da ist, ist sie allgegenwärtig. Faith fühlt sich dabei ins Abseits gedrängt und vernachlässigt, denn ihre Meinung wird von ihren Eltern kaum wahrgenommen. Zum Glück sind wenigstens ihre beste Freundin Martha und ihr Freund Thomas für sie da. Als Laurel zurück in die Familie kommt, weiß Faith nicht, wie sie sich verhalten soll. Einerseits will sie eine gute Freundin und Schwester sein, andererseits will sie nicht noch mehr ignoriert und verdrängt werden.

Faiths Charakter wird äußerst interessant gestaltet. Sie wünscht sich Aufmerksamkeit, als Person wahrgenommen zu werden und mehr Nähe zu ihren Eltern. Mit der Zeit hat sie allerdings gelernt, dass ihre Wunsche nicht anerkannt werden. Ihre Eltern haben Laurel verloren und irgendwie auch Faith aufgegeben. Sie klammerten sich an das verlorene Kind, ohne das Verbliebene wirklich zu beachten. Trotz aller Schwierigkeiten ist aus ihr eine starke Persönlichkeit geworden. Sie weiß, wer sie ist, auch wenn andere es nicht bemerken.

Der Leser erlebt Faiths Reaktion auf die Rückkehr ihrer Schwester. Plötzlich ist da eine Person, die zu deiner Familie gehört, die du nicht kennst, aber akzeptieren musst. Das ganze Leben steht Kopf, alle wollen etwas von dir oder erwarten etwas. Wie soll man in einer solchen Reaktion reagieren? Wie geht man damit um, dass man immer nur hinten ansteht?

Während Faith gefühlsbetont und nachvollziehbar dargestellt wird, bleibt Laurel undeutlich. Man bekommt augenblicklich mit, dass da etwas nicht stimmt. Ihre Art und ihr Verhalten machen stutzig. Natürlich kann höchst wahrscheinlich niemand wirklich sagen, wie sich ein solches Opfer fühlt oder wie es sich verhält. Niemand kann nachvollziehen, was diese durchgemacht haben.

Die Art, wie Cat Clarke die Geschichte schreibt, die Schwere, die mit eingebracht wird, ist überaus emotional. Das tolle ist, dass sie dabei die Perspektive der verbliebenen Tochter wählt, statt die des Opfers. So bekommt der Leser den Eindruck, wie es sich anfühlen muss in einer zerrissenen Familie zu leben und immer nur an zweiter Stelle zu stehen. Dadurch wird Empathie erzeugt und Faith wird greifbarer.

Wie bereits zu Beginn erwähnt, hat mir hier etwas gefehlt. Ich konnte absolut nicht mit Laurel mitfühlen. Ja, es gibt in diesem Zusammenhang ein Geheimnis, doch es ändert nicht daran, dass diese ein Opfer darstellt. Die Laurel, die man kennen lernt, bleibt unnahbar. Versteht mich nicht falsch, viele der erzählten Details sind furchtbar und grausam, doch die Art, wie sie vermittelt werden, stellt nicht zufrieden. Es wirkt, als wären es einfach alltägliche Sachen, die man so nebenbei erzählt. Es hat einfach nicht gepasst, was schließlich auch Faith auffiel.

Überhaupt hätte ich etwas mehr Drama erwartet, mehr Sorge um Faith und vielleicht sogar Überfürsorge aus Angst ihr könnte was Ähnliches passieren, stattdessen gab es aber eher Geldgier. Man hat nicht versucht zu einem normalen Leben zurückzukehren, man wollte Profit aus der Sache schlagen. Auch die Sache mit Laurel, die immer im Mittelpunkt stehen will, hat mich wirklich verständnislos gelassen.

Fazit
Obwohl Faith und ihre Geschichte gut umgesetzt wurden, hatte ich nicht das Gefühl, dass der Hintergrund passend war. Ja, ihre Rolle des Kindes, das in den Hintergrund gedrängt wurde, ist glaubhaft und lädt zum Mitfühlen ein, doch alles außerhalb erschien katastrophal. Das Verhalten der Eltern und auch das von Laurel erschien realitätsfremd. Man bekam einfach nicht den Eindruck, dass dieses Mädchen etwas durchgemacht haben soll. Es fehlten die Emotionen. Cat Clarke hat einen tollen Schreibstil, doch der kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung nicht ganz passend ist.

Veröffentlicht am 19.07.2017

Kurz, aber verdammt heiß und sexy

No Doubts - Teil 1
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Inhalt
Als Anwalt ist Andrew Hamilton eine Koryphäe, vor der Liebe aber eher verschlossen. Seit er verletzt wurde, hält er sich an eiserne Regeln. Jede Frau bekommt nur eine Nacht, mehr Nähe gibt es nicht. ...

Inhalt
Als Anwalt ist Andrew Hamilton eine Koryphäe, vor der Liebe aber eher verschlossen. Seit er verletzt wurde, hält er sich an eiserne Regeln. Jede Frau bekommt nur eine Nacht, mehr Nähe gibt es nicht. Die einzige Frau, die er irgendwie an sich heranlässt, ist Alyssa. Sie haben sich in einem Onlineforum für Anwälte kennen gelernt, jedoch nie getroffen. Nun stellt seine Kanzlei Praktikanten ein und in einer von ihnen erkennt er Alyssa. Doch weshalb spricht die Anwältin für ein Praktikum vor und das auch noch unter falschem Namen?

Meine Meinung
Kurz, aber heiß und verdammt sexy. So lässt sich dieses eBook wohl am Ehesten zusammenfassen. Auf den wenigen Seiten findet eine gewisse Einführung statt, die doch schon vieles verspricht.

Andrew Hamilton wird als äußerst selbstbewusster Mann vorgestellt. Als Anwalt lässt er nichts und niemand an sich heran. Seit er durch die Liebe verletzt wurde, will er von den Frauen nur noch Sex. Ein schönes Abendessen, eine gemeinsame Nacht und nie wieder Kontakt, das sind seine Regeln. Einzig Alyssa lässt er in seinem Leben zu, eine Frau, die er einst im Anwaltsforum kennen lernte. Er kennt sie nur online oder per Telefon, getroffen hat er sie nie. Mit ihr kann er über seine Dates oder die dabei entstehenden Katastrophen reden, denn bei ihr braucht er kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Andrew sagt klar heraus, dass er Lügen hasst und muss trotzdem erkennen, dass auch Alyssa gelogen hat.

Es ist aber nicht nur Andrews Sicht, die der Leser auf den Seiten wieder findet. Auch Alyssa bekommt die Gelegenheit ihre Perspektive zu erläutern. Sie macht deutlich, weshalb sie manche Dinge tun musste und sich dabei in eine Lüge verwickelte. Man hat schon Verständnis für ihre Taten.

Obwohl die Geschichte rasant voranschreitet, nimmt sich die Autorin trotzdem Zeit um manches zu erläutern, was sich hilfreich auf die Handlung und die Persönlichkeiten der Charaktere auswirkt. Auch die Beziehung, die zwischen den Protagonisten vorherrscht, zeigt, dass sie sich bereits länger kennen, weshalb der Ton offen und ohne Vorbehalte ist. Die Sprache ist provokativ und angefüllt mit erotischen Fantasien. Besonders in dieser Hinsicht lässt sich die Autorin treiben und zeigt in Andrew einen Mann, der ganz genau weiß, was er will.

Ob nun in den Nachrichten, Gedanken oder Taten, Erotik war überall auffindbar. Doch statt irgendwie banal zu sein, ist sie sexy. Sie ist aufrührend, doch gleichzeitig auch zart und stürmisch. Ja, manchmal geht es schnell zur Sache, allerdings ist es nie völlig dumpf. Es hat eine Hitze des Augenblicks, die überaus verführerisch ist.

Wirklich spannend wird es auch noch zum Ende hin, als die Autorin etwas eröffnet, was dem Ganzen den Boden unter den Füßen wegzieht. Man bleibt einfach ungläubig vor dem offenen Ende sitzen. Scheinbar will die Autorin noch einiges durcheinander bringen.

Fazit
Der Auftakt der Geschichte um Andrew und Alyssa ist nicht nur unheimlich heiß, er bringt auch Prickeln und Spannung mit sich. Whitney G. stellt Erotik und die gegenseitige Anziehungskraft in den Vordergrund, ohne dabei die Handlung zu vernachlässigen. Da macht das Lesen wirklich Spaß und fördert die Neugier auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 12.07.2017

Ein verdienter zweiter Platz

In Between. Das Geheimnis der Königreiche
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Inhalt
Keylah wünscht sich nichts sehnlicher als frei zu sein, doch das ist unmöglich. Wenn das ganze Leben ans Licht gebunden ist und nachts der Tod lauert, muss jeder seinen Betrag leisten, damit die ...

Inhalt
Keylah wünscht sich nichts sehnlicher als frei zu sein, doch das ist unmöglich. Wenn das ganze Leben ans Licht gebunden ist und nachts der Tod lauert, muss jeder seinen Betrag leisten, damit die Gemeinschaft überleben kann. Die wenigen Augenblicke außerhalb der erdrückenden Mauern bedeuten ihr daher alles. Dank ihrer Gabe die Gefahr spüren zu können, kann sie sich sicher im Wald bewegen und die Zeit in ihren Baumhäusern genießen. Doch dann stößt Keylah auf ein Geheimnis und ist gezwungen zu fliehen. In den Tiefen der Wälder trifft sie auf den unnahbaren Deven, der ihr helfen will das Geheimnis zu lösen. Allerdings scheint auch er etwas zu verschweigen, weshalb Keylah nicht weiß, ob sie ihm trauen kann.

Meine Meinung
Kathrin Wandres hat mit diesem Buch den zweiten Platz im Tolino-Schreibwettbewerb belegt. Zwar kenne ich die anderen zwei Gewinner noch nicht, doch ich kann nach der Lektüre durchaus verstehen, weshalb das Buch unter den Gewinnern zu finden ist.

Die Protagonistin Keylah ist eine Bewohnerin der Lebensinsel Galmund, eines kleinen Dorfes inmitten eines gefährlichen Waldes. Da ihre Mutter tot ist, lebt sie nur mit ihrem Vater zusammen, zu dem das Verhältnis aber eher bescheiden ist. Sie haben einander einfach nichts zu sagen. Keylah besitzt eine Gabe, die sie alle Gefahr spüren lässt, sie aber auch zur Außenseiterin macht. Um wenigstens etwas Freiheit empfinden zu können, flüchtet sie nach der Arbeit in den Wald. Anders als die anderen Dorfbewohner, fühlt sie sich von den sicheren Mauern eingeengt und gefangen, ihr ist allerdings auch klar, dass sie in der Dunkelheit außerhalb davon nicht überleben würde. Eines Tages ist sie aber gezwungen in eben diesen Wald zu fliehen, denn sie ist zufällig Zeugin von etwas geworden, dass ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Auf der Suche nach der Wahrheit und der Lösung eines Geheimnisses, gejagt von dunklen Mächten, bleibt ihr keine andere Wahl als sich in die Hände des Einzelgängers Deven zu begeben. Doch was will dieser wirklich?

An sich wird Keylah taff und mutig dargestellt. Sie ist eine junge Frau, die ihren Platz sucht, nach Freiheit dürstet und nach Unabhängigkeit. Sie ist verbissen und verdammt stur. Um nicht verletzt zu werden, hat sie eine innere Mauer erbaut, die sie aber nicht davor schützt zu fühlen. Doch, auch wenn sie ganz schön von sich überzeugt ist, weiß sie auch, dass sie manchmal Hilfe braucht. In Deven findet sie unbewusst eine Vertrauensperson. Sie will es nicht, doch der seltsame Einzelgänger beeindruckt sie und schleicht sich langsam in ihr Herz. Noch eher sie es versteht, verliebt sie sich.

Die Autorin macht es jedoch nicht leicht sich in Deven zu verlieben. Es trägt eine Last mit sich rum, die ihm keine Ruhe lässt. Sie macht ihn verschwiegen, vorsichtig und kalt. Doch obwohl er sich unnahbar gibt, ist sofort klar, dass in ihm ein guter Kern steckt. Immer wieder beschützt er Keylah, ärgert sie und triezt sie, zeigt dadurch, dass sie ihm wichtig geworden ist. Er will es nicht, doch sie gewinnt immer mehr an Wichtigkeit für ihn.

Die Handlung ist so aufgestellt, dass der Leser sich eigentlich nie langweilt. Zwar verliert sich die Autorin manchmal in den Beschreibungen, doch der ruhige Ton, der dabei angeschlagen wird, macht nur noch neugieriger. Hier wird nämlich ein echtes Händchen für Beschreibungen bewiesen, denn nie erscheinen sie als zu langatmig oder gar überflüssig. Viel mehr nimmt man sie als Einleitung für das Kommende wahr. An Spannung mangelt es auch nicht, denn wie schon zu Beginn klar gestellt wird, ist der Wald voller Gefahren. Dabei präsentiert die Autorin eine ganze Palette an Wesen, die dort angetroffen werden. Es ist aber nicht nur die Jagd nach der Wahrheit, die hier Spannung aufkommen lässt. Keylah wird zur Gejagten von dunkle Mächten, weshalb das Unheil ihr ständig auf den Fersen ist. Die Auflösung davon ist zwar zu einem Teil vorhersehbar, die Hintergründe jedoch bleiben interessant und verworren. Erst nach und nach ergibt sich schließlich das ganze Bild. Was auch wirklich hilfreich, waren die Bedeutungen der einzelnen Wörter, die im Anhang noch erörtert wurden. Dadurch offenbarte sich schließlich, wie es zu dem Titel gekommen sein könnte.

Leider gibt es aber auch Kleinigkeiten, die doch Schwächen der Geschichte präsentierten. So waren die Protagonisten zwar toll ausgearbeitet und mit einer Seele versehen, viele der Nebencharaktere aber nicht. Sie blieben blass und hintergründig. Sie auch Jetur, der zum Ende ja doch eine wichtige Rolle spielt. Auch andere Dinge sind mir noch zu kurz gekommen. So hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin mehr auf die Gaben eingegangen wäre. Warum sind in den Wäldern plötzlich so viele Personen mit dieser zu finden? Was hat es überhaupt mit ihnen auf sich? Mehr Hintergründe zu Schalith wären auch nett gewesen. So ganz war seine Machtübernahme nicht klar geworden. Zuletzt hätte ich auch mehr zu Abner gewünscht. Keylah hat ihn und seine Position in ihrem Leben schnell akzeptiert, was mir zu schnell war. Sie hat kaum etwas hinterfragt, was für sie dann doch untypisch war.

Fazit
Mit einer tollen Idee und einer gelungenen Umsetzung, beweist Kathrin Wandres, dass sie durchaus das Zeug zu einer erfolgreichen Autorin hat. Ihre Protagonisten Keylah und Deven zeigen Persönlichkeit und stürzen sich in ein fantastisches Abenteuer, dessen Ausgang Keylah Dinge offenbart und ein Leben aufzeigt, von dem sie nie hätte zu träumen wagen. Untermalt mit einer zarten Liebesgeschichte, ist dieses Buch, trotz kleiner Schwächen, eine vorbehaltlose Empfehlung.

Veröffentlicht am 07.07.2017

Cover verspricht eine andere Geschichte

Glimmernächte
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Inhalt
Pippa hasst den Gedanken von Berlin nach Ravensholm in Dänemark zu ziehen, doch ihre Mutter will neu heiraten und ihr neuer Mann ist nun Mal ein Graf mit eigenem Schloss. Obwohl sie sich freuen ...

Inhalt
Pippa hasst den Gedanken von Berlin nach Ravensholm in Dänemark zu ziehen, doch ihre Mutter will neu heiraten und ihr neuer Mann ist nun Mal ein Graf mit eigenem Schloss. Obwohl sie sich freuen sollte, kann sie das Gefühl nicht loswerden, dass etwas nicht stimmt. Bereits auf der Hinfahrt kommt es zu einem seltsamen Vorfall, doch niemand scheint sich daran zu erinnern. Auch im Schloss geht merkwürdiges vor sich. Immer wieder hat Pippa Gedächtnislücken, jeder warnt sie vor Nils, ihrem neuen Stiefbruder, obwohl dieser der Einzige ist, der ihr Antworten liefern kann. Irgendwann weiß sie einfach nicht mehr, wem sie noch vertrauen soll.

Meine Meinung
Wenn man das schöne Cover betrachtet, kann man mit Sicherheit sagen, dass es nicht passend ist. Es zeigt eine gewisse Leichtigkeit und verführt zum Glauben, dass die Geschichte schön und mädchenhaft sein wird, was sie am Ende aber nicht ist.

Die Geschichte beginnt mit Pippas, eigentlich Philippas, Fahrt nach Ravensholm. Dabei gibt es einen Unfall und ihr neuer Stiefvater, Frederik von Raben, zeigt eine dunkle Seite. Doch erstmal angekommen, erinnert sich niemand. Vom ersten Augenblick an fühlt sich Pippa unwohl. Irgendwas stimmt in diesem Schloss nicht. Pippa kann sich vieles nicht erklären, kann sich an vieles nicht erinnern und kann das Gefühl der Angst nicht loslassen. Sie merkt, dass selbst ihre Mutter und ihr Bruder sich seltsam benehmen. Einzig Frederiks Tochter Kirsten wirkt normal und vertrauenswürdig. Doch Pippa lernt auch ihren Stiefbruder Nils kennen, der sie vor seiner Familie warnt. Irgendwann weiß sie nicht mehr, was wahr ist oder nicht, oder wem sie noch vertrauen kann. Pippa weiß nur, dass sie die Wahrheit aufdecken muss eher ihre Familie völlig zerstört wird.

Dieses Buch lässt sich wohl am Ehesten als Jugendthriller bezeichnen. So gibt es geheimnisvolle Vorgänge, viele Geheimnisse und Charaktere, die ihr eigenes Spiel spielen. Pippa gerät in diese verschworene Situation, ohne etwas davon zu ahnen. Doch sie merkt, dass etwas Seltsames vorgeht. Auch sie wird zum Opfer, doch von ihrer Neugier getrieben, will sie herausfinden, was hier vor sich geht. Blöd nur, dass sie absolut keine Ahnung hat, wem sie in diesem Schloss vertrauen kann, denn jeder ist fremd.

In dem ganzen Durcheinander gibt es auch eine Liebesgeschichte. Ausgerechnet Niels, ihr Stiefbruder, weckt ihr Interesse. Doch auch er entwickelt Gefühle für sie. Allerdings gibt es auch hier ein Problem, denn Niels darf nicht im Schloss leben und nur unter der Aufsicht eines Betreuers ausgehen. Er präsentiert zwei verschiedene Versionen von sich. Einmal ist er völlig abweisend, dann wieder einnehmend und liebevoll. Niels warnt sie aber auch vor seiner Familie, denn sie sich anders, als sie denkt.

Die Handlung wirkt düster und verworren. Man weiß einfach nicht was los ist. Obwohl die Autorin versucht hat die Spannung zu steigern und einen gewissen Nervenkitzel zu erzeugen, hatte ich nicht das Gefühl, dass ihr dies gelungen ist. Ja, zumeist war ich eher verwirrt. Ich hatte einfach keinen Bezug zu Pippa und war von ihr auch genervt. Sie schläft dauernd irgendwo ein und das in den unmöglichsten Situationen und hinterfragt dies kaum. Warum versucht sie nicht stärker mit ihrer Mutter zu reden? Ich weiß auch nicht, aber mich konnte diese Handlung einfach nicht fesseln.

Die Wahrheit hinter dem Märchenschloss und hinter Frederik von Raben war jetzt nicht wirklich erschütternd. Sie war verrückt und verworren wie auch der ganze Rest der Geschichte. Die ganzen Verschwörungstheorien und auch noch die Einführung der geheimen Loge, erschlossen sich mir nicht ganz. Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch eine klarere Linie verfolgt hätte, statt von allem etwas einbringen zu wollen.

Fazit
Leider war Beatrix Gurians "Glimmernächte" eine Enttäuschung in meinen Augen. Obwohl die Idee an sich echt toll war und auch der Schreibstil durchaus was für sich hatte, konnte mich das Ergebnis nicht überzeugen. Pippa erweckt nur wenig Sympathie, sie ließ sich ablenken und kam manchmal recht kindisch rüber. Weder die mysteriöse Stimmung noch die entstehende Liebesgeschichte waren gelungen, viel mehr erweckten sie den Eindruck gewollt und überspitzt zu sein. Insgesamt war die Geschichte recht vorhersehbar und dümpelte vor sich hin. Richtiger Lesespaß wollte bei mir daher nicht entstehen.

Veröffentlicht am 05.07.2017

Wie man Liebe schreibt

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt
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Inhalt
Bea Weidemann liebt ihren Job als PR-Referentin. Die Arbeit macht ihr Spaß und der Kontakt zu den Autoren ist immer etwas Besonderes. Doch nun steckt der Königsstein Verlag in Schwierigkeiten. Alle ...

Inhalt
Bea Weidemann liebt ihren Job als PR-Referentin. Die Arbeit macht ihr Spaß und der Kontakt zu den Autoren ist immer etwas Besonderes. Doch nun steckt der Königsstein Verlag in Schwierigkeiten. Alle Hoffnungen ruhen auf dem Autor Tim Bergmann, dessen Roman gerade die Bestsellerlisten erobert. Damit alles gut läuft und der schwierige Autor nichts Negatives anstellt, soll Bea sich ausschließlich um ihn kümmern. Bea, die sich sonst mit Liebesromanen beschäftigt, weiß nicht recht, wie sie mit Tim umgehen soll, vor allem da er doch eine gewisse Wirkung auf sie hat. Schon bald bricht großes Chaos um die Beiden aus, welchem sie einfach nur entkommen wollen.

Meine Meinung
Wenn Autoren und Verlagsmitarbeiter zu Protagonisten werden, muss die Geschichte etwas Besonderes sein. Kristina Günak zeigt in ihrem Buch, dass dabei viel Humor, viele Gefühle und das absolute Chaos eine Rolle spielen können.

Bea Weidemann ist eine organisierte und begeisterte PR-Referentin in einem kleinen Verlag. Sie liebt ihre Arbeit und die Liebesromane, die dabei entstehen. Von daher ist es für sie ein Schock, dass sie sich plötzlich um Tim Bergmann kümmern soll. Dieser schreibt Bücher aus dem Fantasy/Dystopie Genre, mit dem sie eigentlich nichts anfangen kann. Da jedoch der Verlag und damit auch ihr Job auf dem Spiel stehen, lässt sie sich darauf ein. Schnell muss sie jedoch feststellen, dass der Mann zwar unheimlich gut aussieht, aber auch ein verdammter Dickkopf ist. Um mit ihm arbeiten zu können, muss sie alles auffahren, was sie hat und vielleicht sogar ihr Herz verschenken.

Tim Bergmann ist ein eher unbekannter Autor, bis plötzlich sein Buch "Rache über Xalanton" viel Aufmerksamkeit bekommt. Da es langsam aber sicher die Bestsellerliste erklimmt, rückt auch er ins Rampenlicht, was ihn aber eher nervt. Sein auffälliges und provozierendes Verhalten führt schließlich dazu, dass Bea ihm zugeteilt wird. Natürlich will Tim nichts davon, doch ihre Hartnäckigkeit gefällt ihm. Sie fordert ihn heraus und schreckt vor nichts zurück, was er ihr von seiner Vergangenheit offenbart. Tim muss zugeben, dass diese seltsame Frau durchaus etwas Anziehendes an sich hat.

Zwei Menschen, die scheinbar völlig unterschiedlich sind und doch viele Gemeinsamkeiten haben, werden aufeinander losgelassen. Dabei entstehen Situationen voller Frust, voller Gefühle und reichlich Witz. Die Chemie zwischen Bea und Tim ist vom ersten Augenblick an vorhanden. Sie hassen sich, streiten und fühlen sich doch dem anderen nahe. Sie sind Ordnung und Chaos, die zusammen finden und dabei etwas Neues schaffen. Ihre Streitigkeiten und Auseinandersetzungen haben Power, sind voller Emotionen und wirken irgendwie geladen. Es ist ein tolles Gefühl sie zusammen zu beobachten, denn dabei gibt es auch immer wieder Überraschungen.

An ihren Protagonisten hat die Autorin ein tolles Beispiel gegeben. Beide haben in ihrem Leben viel durchmachen müssen, doch sie lassen sich davon nicht runterziehen. Viel mehr versuchen sie nun anderen zu helfen. Ihnen etwas zu geben, was sie selbst kaum erfahren haben. Auch die Liebe müssen sie neu entdecken, denn der Glaube daran, dass so etwas existieren könnte, war längst verloren gegangen.

Natürlich wurde auch etwas auf die Jobs der Beiden eingegangen. Es ist urkomisch zu Beginn zu lesen, wie Bea sich gegen alles außerhalb des Liebesromangenres mit seinen wunderschönen pastellfarbenen Covern wehrt. Allein die Anläufe, die sie braucht, um Tims Buch zu lesen, bringen jeden zum Schmunzeln. Sie klärt den Leser aber auch auf, welche Aufgaben alles auf ihren Schultern lasten. Es ist ein Wunder, dass bei all der Arbeit noch Zeit für privates bleibt. Auch Tims Arbeit wird näher beleuchtet. Er spricht von seiner Art zu schreiben und scheut nicht davor auch die Blockaden zu erwähnen. Tim hat sein kreatives Chaos, was ihm hilft. Die Lesereise, die hier vorgenommen wird, zeigt, wie anstrengend alles sein kann und welche organisatorischen Fähigkeiten es braucht um den Erfolg eines Buches voran zu treiben.

Fazit
Kristina Günak schreibt aber ein Paar, das erst sich selbst finden muss um schließlich die Liebe entdecken zu können. Obwohl die Geschichte keinerlei Spannung bietet und ein recht vorhersehbares Ende hat, ist es keinesfalls langweilig. Sie lebt von den Protagonisten und deren Beziehungen. Mit viel Witz, Charme und Gefühl wird dabei eine Reise aufgebaut, die das Herz des Lesers berührt und ihn Seite um Seite fesselt. Trotz kleiner Fehlerchen ist dieses Buch eine absolute Empfehlung.