Feiner Urlaubskrimi
Tod im Piemont - Weißer Trüffel, schwarzer TodAnna Merati lässt Sofia Dalmasso, die Betreiberin eines kleinen Cafés im oberhalb des Lago Maggiore gelegenen Ort Corazzo, abermals ermitteln. Das Café ist die Drehscheibe im Ort bei dem sich der Pfarrer ...
Anna Merati lässt Sofia Dalmasso, die Betreiberin eines kleinen Cafés im oberhalb des Lago Maggiore gelegenen Ort Corazzo, abermals ermitteln. Das Café ist die Drehscheibe im Ort bei dem sich der Pfarrer und mehrere ältliche Damen zum Kartenspiel treffen. Man spielt nicht um Geld, sondern nur um ein Gläschen Prosecco. Dass der Pfarrer ins Hintertreffen gerät, ist nicht die einzige Besonderheit im Café. Denn Sofias Nonna Valerija hat sie nicht nur das Torten, Kekse und Nudel machen gelehrt, sondern auch das Kaffeesatzlesen. Das erfreut sich bei den Dorfbewohnern und Fremden großer Beliebtheit, den Karten spielenden Pfarrer ausgenommen.
Nachdem sie vor ein paar Monaten den Tod eines Kunden vorhergesagt hat, vermeidet sie das Kochen von Mokka, wie der Codename für das Kaffeesud lesen ist. Für die betagte Anna, ihres Zeichens Käseverkäuferin, die auch immer wieder Trüffel anbietet, will sie eine Ausnahme machen. Doch dann erscheint Anna nicht zum vereinbarten Termin. Sofias Sorge ist berechtigt, denn Anna wird tot aufgefunden, Todesursache unklar. Also übernimmt Sofias Freund Commissario Alessandro Ranieri die Ermittlungen. Ranieri ist eigentlich Neapolitaner und kann deshalb mit der Mentalität der Leute im Piemont, die ihm viel zu direkt und geradlinig erscheinen, nicht so gut umgehen.
Sofia macht sich Vorwürfe und beginnt ihre Nase in Annas Familienangelegenheiten zu stecken. dabei fördert sie eine seit Generationen dauernde Feindschaft um ein Stück Wald zu Tage.
Meine Meinung:
Anna Merati entführt ihre Leser wieder in das Piemont, das für seine Trüffel und liebliche Landschaft bekannt ist. Corrazo ist vom Tourismus noch nicht entdeckt und daher eher ein Ort der Ruhe, nicht so überlaufen wie Alba oder andere Orte am Lago Maggiore.
Sofias Café ist der Mittelpunkt der dörflichen Gesellschaft, weshalb sie darauf achtet, lange Öffnungszeiten anzubieten. Daher ist ihr Privatleben ein wenig eingeschränkt. Mit der neuen Aushilfe, die noch dazu herrliche Baklava backen kann, scheint sie einen Haupttreffer gemacht zu haben. Schauen wir einmal, wie sich das weiterentwickelt, denn allzu weltoffen, scheinen die Einwohner von Corrazo nicht zu sein.
Wie es sich für einen Cozy-Krimi gehört, ist er leicht zu lesen und bietet eine Reihe skurriler Charaktere sowie zahlreiche regionale Spezialitäten. Rezepte hierfür finden sich am Anhang.
Fazit:
Der Krimi liest sich leicht und flüssig - eine richtige Urlaubslektüre, die bei einem Glas Wein, Grissini und Oliven genossen werden kann. 4 Sterne.