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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2019

Hat mich so gar nicht überzeugt

Brudermahl
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KHK Mark Brandner wird zu einer Wasserleiche gerufen. Der Mann, ein Bankdirektor, ist voll bekleidet und hat Backsteine in seinen Manteltaschen. Bei der Durchleuchtung des Umfelds des Toten, verdichtet ...

KHK Mark Brandner wird zu einer Wasserleiche gerufen. Der Mann, ein Bankdirektor, ist voll bekleidet und hat Backsteine in seinen Manteltaschen. Bei der Durchleuchtung des Umfelds des Toten, verdichtet sich die anfangs vage Hypothese, dass die örtliche Freimaurerloge etwas mit Tod des Bankdirektors zu tun haben könnte.
Wenig später wird ein zweiter Toter gefunden. Seine Leiche wird in der Badewanne gefunden - ähnlich wie seinerzeit der Politiker Uwe Barschel. Wieder deutet einiges auf die Freimaurer hin. Das stürzt Brandner in einen Loyalitätskonflikt, denn er ist selbst Mitglied der Loge „Winkel und Akazie“ in Thüringen.

Doch nicht nur beruflich hat Brandner den Mega-Streß: Seine Freundin Monika will unbedingt geheiratet werden und ein Kind. Als dann noch Brandners frühere Freundin Larissa auftaucht, ist das private Chaos perfekt.

Noch weiß Brandner nicht, in welches Wespennest er mit seinen Ermittlungen gestochen hat.

Meine Meinung:

Die Freimaurerei und deren Geheimniskrämerei liefern jede Menge Stoff für Krimis. Leider finde ich dieses Buch nicht so toll gelungen, obwohl die Morde mit einem Hauch des Geheimnisvollen und verschiedenen Symbolen verbrämt sind.

Man merkt, dass sich der Autor intensiv mit der Freimaurerei beschäftigt hat. Immerhin hat er das Buch „Schwarzbuch Freimaurer“ geschrieben. Ob die beschriebenen Interna deren Wahrheit entsprechen, ist für den gewöhnlichen Leser nicht überprüfbar.
Während mir die Zitate, mit denen die Kapitel beginnen, passend finde, fällt mir Brandners häufiges Anrufen des „Mächtigsten Baumeister aller Zeiten“ spätestens nach dem fünften Mal gehörig auf den Wecker.

Wiederholungen sind überdies mehrfach zu finden, wie z. B. die Beschreibung des „Mosaischen Pflaster“ im Heiligsten der Freimaurerloge. Das wird mehrmals erklärt, genauso wie die Herkunft der beiden Säulen mit der Bezeichnung „Jachin“ und „Boas“. Der Leser kann sich doch einiges merken. Es mag schon sein, dass der Autor gute Kenntnisse über die geheimnisvolle Welt der Freimaurer hat. Doch warum muss das so langatmig dargeboten werden? Hier hat mich statt Neugier eher die Langeweile gepackt und ich habe einige Stellen überblättert. Aufgefallen ist mir, dass auf dem Cover das eher in den USA gebräuchliche Freimauerersymbol abgebildet ist. Der Krimi spielt aber in Deutschland. Wenn schon geballte Information zur Freimaurerei, so wäre doch eine kurze Erklärung zum Titel nett gewesen.

Mit dem Charakter des KHK kann ich mich nicht gut anfreunden. Ich verstehe nicht, warum er sich wegen seiner zahlreichen Allergien nicht desensibilisieren lässt. Als Polizist ist er ja ständig irgendwelchen Allergenen ausgesetzt. Die diversen Nasensprays sind ja auch nicht so ganz unbedenklich.

Und erst sein konfuses Privatleben. Freundin Monika sagt in der Öffentlichkeit „Mein Dummerchen“ zu ihm - bitte? Dann kontrolliert sie sein Handy? Noch nix von Briefgeheimnis gehört? Diese Beziehung kann nur zum Scheitern verurteilt sein. Warum lässt er sich eine solche Behandlung überhaupt gefallen? Weil es bequem ist, die Socken gewaschen zu bekommen? Über solche Männer kann ich mich nur ärgern.

Meine Lieblingsfigur ist der „Leichenschänder“ Dr. Gerhard Wagner.
Das Arbeitsklima in der Dienststelle scheint auch nicht so ganz so locker zu sein. Der cholerische Chef oder der stichelnde Kollege tragen auch nicht unbedingt zu einer Verbesserung der Situation bei.


Fazit:

Trotz des spannenden Themas Freimaurer kann ich für diesen Krimi nur 2 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Hat mich nicht vollends überzeugt

Der Hundeflüsterer
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Das ist der Auftakt einer Reihe um den ehemaligen Agenten David Stein. David, in einem früheren Leben Tom Novak, hat bei einem gemeinsamen Einsatz in Afghanistan durch ein gezieltes Attentat seine Frau ...

Das ist der Auftakt einer Reihe um den ehemaligen Agenten David Stein. David, in einem früheren Leben Tom Novak, hat bei einem gemeinsamen Einsatz in Afghanistan durch ein gezieltes Attentat seine Frau verloren und darauf hin seinen Dienst quittiert. Als Quasi-Pensionist lebt er auf Mallorca und therapiert traumatisierte Hunde. Doch dann ist, um die Welt von einem Bösewicht zu befreien, sein Können als „Hundeflüsterer“ gefragt. Eigentlich hat er sich ja von der „Abteilung“ losgesagt, aber sein Exkollege überredet ihn, den Auftrag zu übernehmen.

Meine Meinung:

Oje, da hat wohl jemand zu viel James Bond gesehen oder gelesen. Jede Menge Zufälle, böse Russen und/oder Araber, ein Hündchen, das zur Befriedigung der Leidenschaft eines Bösewichtes für Hunderennen herhalten muss und deswegen entführt wurde. Ach ja nicht zu vergessen, die schöne exotische Killerin, die eigentlich nur ihrer tragischen Kindheit entfliehen will ... Huch, ein bisschen zuviel Klischee auf wenigen Seiten.
Immerhin wird Windhunds Herrchen, eine Beduine, selbstloser Helfer für David Stein. Warum Stein ihm allerdings vom eben begangenen Mord mittels Plutonium erzählt, finde ich schleierhaft. Und überhaupt Plutonium? Ist das nicht eher was für den KGB? (Ich weiß, auch ein Klischee.)
Stein selbst hat ähnlich wie 007 ein paar technische Spielereien im Talon, pardon, das rettende Stahlseil in der Uhr versteckt.

Der Schreibstil ist phasenweise ein wenig holprig und die Handlung doch recht vorhersehbar. Allerdings hat David Stein mit Frauen nicht soviel Glück wie sein britisches Vorbild. Aber, vielleicht wird das noch einmal was.

Fazit:

Ein eher durchschnittlich fesselnder Agentenkrimi, dem ich mit Nachsicht 3 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Hat mich leider nicht vollends überzeugt

Spreemörder
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Die beiden Ermittler Thilo Franz und Dirk Meister müssen sich mit der Aufklärung zweier Morde herumschlagen, die ein ähnliches Tatmuster zeigen: zwei zerstückelte Frauenleichen, die in der Spree versenkt ...

Die beiden Ermittler Thilo Franz und Dirk Meister müssen sich mit der Aufklärung zweier Morde herumschlagen, die ein ähnliches Tatmuster zeigen: zwei zerstückelte Frauenleichen, die in der Spree versenkt und zur Unzeit wieder aufgetaucht sind. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die chirurgische Präzision, mit der die Frauen zerteilt worden sind.

Gleichzeitig wird die Privatermittlerin Karin, eine ehemalige Mitarbeiterin des BKA, von Alois Werner, einem neuen Kunden damit beauftragt, seinen Bruder Matthias zu beschatten.

Dann verschwindet ein Obdachloser und die Sprechstundenhilfe on Dr. Janson, eines Psychotherapeuten wird augenscheinlich entführt. Alles nur Zufälle? Immerhin, dem Entführungsfall wird gleich nachgegangen, dem Verschwinden des Obdachslosen wird nur widerwillig nachgegangen.

Meine Meinung:

Die Grundidee des Krimi finde ich ausgezeichnet. Ich mag Krimis, die in die Vergangenheit reichen. Und medizinische Forschung ergibt ein breites Feld an kriminellen Möglichkeiten.

Allein die Umsetzung ist meiner Ansicht nach nicht ganz gelungen. Ich bin zwar ein Fan von verstrickten Handlungen und mehreren Handlungssträngen, aber diesmal sind es einmal zu viele.
Zwar dienen einige nur dazu, die Leser und Ermittler in die Irre zu führen, aber trotzdem. Ein paar Mal regiert doch auch der Zufall. So ist ausgerechnet jener Patient zur richtigen Zeit in der Praxis, der den Entführer der Sprechstundenhilfe identifizieren kann, und gleichzeitig hat er für diesen eine Software entwickelt und rein zufällig, darf er noch den Polizeicomputer benutzen, um die in Sütterlin-Schrift verfassten Brief zu entschlüsseln? Nein, das ist unglaubwürdig!

Auch die in der Vergangenheit liegenden Handlungen sind mir einen Hauch zu konstruiert miteinander verstrickt.

Einige Tipp-Fehler und verdrehte Sätze kommen auch vor. Und auf Seite 301 mutiert der Nachname von Thilo Franz zu „Werner“, der aber der Nachname einer ganzen Familie ist. Vornamen als Nachnamen halte ich für problematisch, weil es da leicht zu Verwechslungen kommt. Gibt es in Berlin keine einschlägigen, aussagekräftigen Nachnamen?

Fazit:

Ganz hat mich der Krimi nicht überzeugt, doch für 3 Sterne reicht es knapp.

Veröffentlicht am 17.08.2019

1939 - der letzte Sommer vor dem Krieg

Funkenflug
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In diesem höchst aufschlussreichen Sachbuch über die letzten Wochen vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, erfahren wir jede Menge noch unbekannter Details. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass der Überfall ...

In diesem höchst aufschlussreichen Sachbuch über die letzten Wochen vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, erfahren wir jede Menge noch unbekannter Details. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass der Überfall auf Polen erst im zweiten Anlauf wirklich erfolgt ist. Hitler hat den unmittelbar bevorstehenden Einmarsch noch einmal kurz gestoppt.

Jedes Kapitel beginnt mit Ausschnitten aus Tageszeitungen. Einerseits deutschen, aber auch Medien aus anderen Ländern. Widersprüchlich, aufpeitschend, Tatsachen verfälschend die einen, beschwichtigend und ebenso die Wahrheit verdrehend die anderen.

Wir begegnen nicht nur Hitler und seiner Entourage wie Himmler, Göring, Heydrich sondern auch den späteren Widerständlern wie Hans und Sophie Scholl sowie Fritz Hartnagel. Auch zahlreiche Militärs, die den Krieg nicht befürworten, kommen zu Wort. Einige von ihnen sind wie u.a. Admiral Wilhelm Canaris schon zu dieser Zeit, nicht mit allem was Hitler befohlen hat, einverstanden. Auch Georg Elser kreuzt kurz den Weg der Leser.

Interessant sind auch die mehrmaligen Schwenks zur Familie Mann, die es gerade noch rechtzeitig geschafft hat, Deutschland zu verlassen. Albert Einstein, der aus Deutschland vertrieben worden ist, kommt ebenso zu Wort wie John F. Kennedy.

Sehr interessant sind die Blicke nach England, Frankreich und die Sowjetunion. Wir erfahren, dass England und Frankreich zwar mit Stalin über eine Kooperation gegen Hitler verhandeln, aber keine hochrangigen Diplomaten schicken, sondern nur Mittelklassige und das nur auf dem langsamen Seeweg. Stalin fühlt sich von den Westmächten desavouiert und schließt mit Hitler den „Nichtangriffspakt“. Dass der das Papier auf dem er geschrieben wurde, nicht wert ist, weiß zu diesem Zeitpunkt nur Hitler. An diesem Beispiel zeigt sich wieder, dass England und Frankreich auf Grund ihrer eigenen Paranoia vor dem Kommunismus, die drohende Gefahr des Faschismus nicht erkannt haben (oder erkennen wollten). Auch Hitlers seltsames Verhältnis zu Mussolini kommt zur Sprache.

Aufschlussreich und vermutlich nicht allgemein bekannt ist, die hektische diplomatische Betriebsamkeit von Birger Dahlerus, im Auftrag Hermann Görings, eine Einigung mit England und Polen in der Danzig-Frage herbeizuführen und dadurch den Ausbruch des Krieges in letzte Minute doch noch zu verhindern.

Der Autor gewährt uns auch seltene Einblick in Hitlers Privatleben. So erfahren wir einiges über seine Vorliebe für schöne Frauen und dem despotischen Umgang mit seiner heimlichen Geliebten Eva Braun, die, wenn hochrangiger Besuch kommt, sich verstecken muss.

Das Buch endet mit dem Überfall auf Polen, der den Zweiten Weltkrieg nun endgültig entfesselt.

Meine Meinung:

Obwohl es zum Zweiten Weltkrieg Bücher in Hülle und Fülle gibt, bietet dieses Buch dennoch einiges Unbekanntes. Auch die unterschiedlichen Blickwinkel ein und desselben Ereignisses, ergeben wertvolle Einblicke in die Wochen vor dem Ausbruch des Krieges.

Der Schreibstil des Autors ist dem gewaltigen Thema angepasst. Natürlich müssen Jahreszahlen sowie sonstige Zahlen, Daten und Fakten präsentiert werden. Trotzdem wirkt das Buch nie wie ein trockenes Lehrbuch. Im Gegenteil, das Einflechten von persönlichen Schicksalen, wie dem Tod von Heinrich von Weizäcker (Bruder des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizäcker) rundet das Buch genauso ab, wie die Erwähnung des weiteren Schicksals von den Geschwistern Scholl, der Familie Mann und Wilhelm Canaris.

Interessant finde ich das Cover, das ein unbeschwertes Sommervergnügen am Strand zeigt, kurz bevor sich die Welt im Krieg befindet.

Fazit:

Das Buch ist eine wertvolle Ergänzung zu „Geschichte des Zweiten Weltkriegs“ von Basil H. Lidell Hart, das ich parallel bzw. danach gelesen habe. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 17.08.2019

EIn zauberhaftes Kinderbuch

Spukalarm in der Schokofabrik
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Als Klara mit ihrer Familie in eine neue Wohnung umsiedeln muss, ist sie alles andere als erfreut. Alles ist unbekannt und noch hat sie keine Freunde. Allerdings, so stellt sie verwundert fest, haben alle ...

Als Klara mit ihrer Familie in eine neue Wohnung umsiedeln muss, ist sie alles andere als erfreut. Alles ist unbekannt und noch hat sie keine Freunde. Allerdings, so stellt sie verwundert fest, haben alle Straßennamen irgendwie mit Schokolade zu tun. So wohnt sie nun in der Konfektallee Nr. 2. Es gibt einen Karamell- und einen Trüffelweg.

Sogar der Siedlungskater hört (manchmal) auf den Namen „Herr Nougat“. Recht bald findet sie in Matti und Theo zwei neue Freunde, auch wenn der Start ein wenig holprig war.

Als sie eines Nachts Licht in der längst stillgelegten Schokoladenfabrik sieht, hält die drei Freunde nichts mehr. Sie steigen heimlich in das verlassene Gebäude ein, das zu ihrer Überraschung gar nicht so verlassen ist ...

Meine Meinung:

Dieses Kinderbuch gefällt mir sehr gut. Es ist die Geschichte von Freundschaft und Zusammenhalten und ein bisschen von Ängsten vor Neuem.

Die Autorin erzählt launig erzählt und lässt den jungen Lesern viel Platz für die eigene Fantasie. Hier kommen die Kinder ohne Computer aus und das Mobiltelefon wird nur fallweise zum Telefonieren verwendet. Kein hektisches Computerspielen, sondern Bewegung im Freien, Radfahren, Schwimmen im Teich. Auch verschiedene Tiere spielen eine Rolle. Neben dem bereits erwähnten Kater, gibt es noch die beiden Meerschweinchen Ali und Baba, die gerne ausbüxen, sowie eine Mopsfledermaus, mit der eine ganz besondere Bewandtnis hat.

Hervorheben möchte ich die wunderschönen Illustrationen von Monika Parciak. Die tolle graphische Aufbereitung muss extra erwähnt werden. Denn dieser Aufwand wird häufig zu wenig gewürdigt.

Fazit:

Ein gelungenes Kinderbuch für Jungs und Mädchen ab 8 Jahren, das durch eine nette Geschichte und liebevolle Illustrationen besticht. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.