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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2018

Hat mich nicht vollends überzeugt

Die edle Kunst des Mordens
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Die Autorin Clara Annerson ist von der Liebe enttäuscht und will deshalb in Zukunft statt Liebesromanen Krimis schreiben. Auf der Suche nach Inspiration und einem geeigneten Ort, trifft sie im Kunsthistorischen ...

Die Autorin Clara Annerson ist von der Liebe enttäuscht und will deshalb in Zukunft statt Liebesromanen Krimis schreiben. Auf der Suche nach Inspiration und einem geeigneten Ort, trifft sie im Kunsthistorischen Museum auf Raffael, einen Eventmanager, der gerade eine Rätselrallye für Erwachsene veranstaltet. Clara wird zu einem Abendessen auf einem Schloss eingeladen. Doch statt einem gepflegten Wochenende in distinguierter Gesellschaft zu verbringen, stolpert Clara gleich am ersten Abend über die Leiche der Hausherrin Lavinia. Das Blöde ist nur, die Tote ist beim Eintreffen der Polizei genauso verschwunden wie der Hausherr.

Nachdem Lavinias Mann erschossen aufgefunden wird, ist für den Ermittler alles klar: Mord mit anschließendem Selbstmord. Dass Lavinias Leiche weiter verschwunden bleibt, ist für die Polizei scheinbar nicht von Belang.
Clara kommt das alles recht seltsam vor und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Meine Meinung:

Leider hat mich das Buch nicht vollends überzeugt. Das beginnt schon damit, dass die Polizeiarbeit sehr oberflächlich beschrieben wird. Der Ermittler wirkt desinteressiert. Das ist wenig glaubhaft für mich. Ich kenne einige Polizisten und die nehmen ihre Arbeit wirklich ernst.

Claras Recherchen wirken dilettantisch und wenig zielführend. Dass sie aufgrund des Verhaltens ihres zahmen (?) Kolkraben die zündende Idee bezüglich des Mörders hat, mag zwar witzig erscheinen, ist aber recht fragwürdig.

Die Charaktere erscheinen mir ein bisschen flach.

Der Krimi lässt sich leicht lesen. Als Strandlektüre für einen heißen Sommernachmittag ist das Buch gut geeignet.

Fazit:

Ein netter Cosy-Krimi, der mich persönlich aber nicht überzeugt hat.

Veröffentlicht am 11.09.2018

KOnrad von Velten ermittelt wieder

Aberglaube und Geschäfte
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Im dritten und letzten Band der Trilogie rund um Konrad von Velten kommt es zum großen Showdown zwischen Konrad und seinem erklärten Feind Martin von Kaltenburg. Doch bis dahin ist der Verbrecher dem Advokaten ...

Im dritten und letzten Band der Trilogie rund um Konrad von Velten kommt es zum großen Showdown zwischen Konrad und seinem erklärten Feind Martin von Kaltenburg. Doch bis dahin ist der Verbrecher dem Advokaten immer mindestens einen Schritt voraus. Martins kriminelle Machenschaften machen vor nichts und niemandem Halt.

Meine Meinung:

Der Titel irritiert ein wenig. Ich habe mir etwas anderes erwartet: Korrupte Geistliche, Reliquienhandel oder ähnliches. Meistens werden die Titel und Titelbilder vom Verlag vorgegeben und Autoren haben hier wenig Mitspracherecht.

Susanne Gantert lässt Martin wieder ein engmaschiges Netz von Intrigen spinnen, indem sich auch honorige Bürger und einfache Menschen verstricken. Trotz seiner Verunstaltungen durch den Brand im Roten Kloster hat Martin wenig von seinem einlullenden Charme verloren und umgarnt die einsame Annabelle. Er macht sie zu einem willfährigen Instrument seiner Rache genauso wie die enttäuschte ehemalige Geliebte von Konrad.

Konrad ist für mich diesmal nicht der toughe Ermittler. Er ist vielmehr mit sich selbst und seinen Liebschaften beschäftigt, sodass er nicht so scharfsinnig wie sonst agiert.
Dass es trotz allem gelingt, Martin von Kaltenburg das Handwerk zu legen, ist vor allem Martins Halbschwester Laura und der abermals entführten Kaufmannstochter Elise zu verdanken.

Fazit:

Ein spannender historischer Krimi, der Machtgier, Intrigen und verwundete Seelen zum Thema hat. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Hat mich nicht vollends überzeugt

Dein Kind, die Schule und Du
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In 10 Kapiteln versucht der britische Bildungsexperte Ken Robinson Eltern einen Weg durch den Dschungel der verschiedenen Schulen zu weisen.

Leider beleuchtet der Autor das Thema „Schule“ vor allem aus ...

In 10 Kapiteln versucht der britische Bildungsexperte Ken Robinson Eltern einen Weg durch den Dschungel der verschiedenen Schulen zu weisen.

Leider beleuchtet der Autor das Thema „Schule“ vor allem aus amerikanischer Sicht. Das ist gleichzeitig auch der größte Mangel dieses Buches. Nur hin- und wieder werden britische oder finnische Schulen erwähnt.
Erst auf Seite 290 wird das duale Ausbildungssystem (Lehre mit Berufsschule) Österreichs mit zwei lobenden Sätzen erwähnt.

Die Beispiele, die der Autor anführt, sind je recht nett zu lesen, doch für österreichische Eltern nur bedingt brauchbar.
Wenn eine amerikanische Grundschule 250.000 Dollar jährlich für einen Sicherheitsdienst ausgibt, ist vermutlich schon alles gesagt. Aber als diese Schule einen neuen Direktor erhält, kündigt er das Sicherheitspersonal und verwendet die freigewordenen Mittel für Kunst- und Tanzerziehung. Man weiß ja, dass (rituelle) Tänze das Aggressionspotential senken können.

Ansonsten habe ich mehrmals, „eh klar“ gedacht, denn es werden Anregungen und Ideen gebracht, die einem der Hausverstand ohnehin empfiehlt.

Der Informationsgewinn ist für mich jetzt nicht sehr groß. Auf dem österreichischen Markt ist das Buch vermutlich nur für wenige Leser interessant.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Eine Reise in die Vergangenheit

Der Tätowierer von Auschwitz
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Lale Sokolov, der eigentlich Ludwig Eisenberg heißt, meldet sich zunächst mehr oder weniger freiwillig, zu einem Arbeitseinsatz für die Nazis. Damit glaubt er, seine Familie schützen zu können. Dass man ...

Lale Sokolov, der eigentlich Ludwig Eisenberg heißt, meldet sich zunächst mehr oder weniger freiwillig, zu einem Arbeitseinsatz für die Nazis. Damit glaubt er, seine Familie schützen zu können. Dass man ihn nach Auschwitz bringt, um dort Baracken für die kommenden Häftlinge zu bauen, weiß er zunächst nicht. Was er aber bald nach seiner Ankunft weiß ist, dass er beim Bautrupp kein langes Leben haben wird. Es gelingt ihm, die Wachen von seinen Sprachkenntnissen zu überzeugen und so wird er als Tätowierer verwendet, dessen Aufgabe es ist, den Neuankömmlingen jene berüchtigte Nummer in den Unterarm einzuritzen, die den Menschen ihre Identität nimmt.

Ich habe schon viele Bücher über die KZ und deren Insassen sowie die Grausamkeiten der Nazis gelesen. Dieses hier ist ein wenig anders. Es beleuchtet die Rolle jener jüdischen Häftlinge, die aus reinem Selbsterhaltungstrieb Teil der grausamen Maschinerie der Deutschen wurden. Daher kann man Lale keinen Vorwurf machen, für größere Essensrationen, die er übrigens weitergibt, mechanisch seine Arbeit zu machen.
Sehr interessant und fast unglaublich zu lesen, dass es den Frauen in der Kleiderkammer gelungen ist, Edelsteine aus den Kleidern der Ermordeten zu stehlen. Diese Diamanten, Smaragde und Rubine finden ihren Weg zu Lale, der sie wiederum gegen Medikamente und Nahrungsmittel eintauscht. Damit rettet er Dutzenden das Leben. Besonders für Gita, einem jungen Mädchen, in das er sich auf den ersten Blick verliebt, besorgt er das kostbare Penicillin, als sie schwer erkrankt.
Mehrmals gerät Lale selbst in große Gefahr, denn die Denunzianten lauern überall.

Seine Liebe zu Gita und sein eiserner Wille helfen ihm, die Folter zu überstehen.

Wie ungerecht es im Leben zugeht, beweist das Schicksal von Cilka. Von einem Nazi-Schergen zur Bettgenossin gezwungen und missbraucht, wird sie später der Kollaboration beschuldigt und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Dabei hat sie nur dasselbe versucht wie Lale: Sich und andere vor der Ermordung zu schützen. Denn auch Cilka hat einen großen Anteil daran, dass Lale, Gita und andere überleben.

Der Autorin gelingt es sehr gut, die Lebensgeschichten von Gita und Lale Sokolov vor unseren Augen erstehen zu lassen.

Fazit:

Eine berührende Biografie, die uns einen besonderen Einblick in das Lagerleben von Auschwitz bzw. Birkenau bietet. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Ein BUch, das unbedingt gelesen werden sollte

Der allgegenwärtige Antisemit
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Dieses Buch ist nicht leicht zu lesen. Es bedarf erhöhter Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.

Klappentext:

Ein Ungeist geht um in Deutschland - in der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus werden wahllos ...

Dieses Buch ist nicht leicht zu lesen. Es bedarf erhöhter Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.

Klappentext:

Ein Ungeist geht um in Deutschland - in der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus werden wahllos und ungebrochen Begriffe durcheinandergeworfen, Menschen perfide verleumdet und verfolgt, Juden von Nicht-Juden des Antisemitismus bezichtigt. Die Debattenkultur in Deutschland ist vergiftet und die Realität völlig aus dem Blickfeld des Diskurses geraten. Deutsche solidarisieren sich mit einem Israel, das seit mindestens fünfzig Jahren Palästinenser knechtet, und wer das kritisiert, wird schnell zum Antisemiten. Moshe Zuckermann nimmt in seinem Buch den aktuellen Diskurs schonungslos in den Blick und spricht sich für eine ehrliche Auseinandersetzung mit der deutsch-israelischen Geschichte aus.

Dieses Buch aus der Feder von Moshe Zuckermann, der als Sohn jüdisch-polnischer Holocaust-Überlebender in Israel geboren wurde und später in Frankfurt am Main studierte, versucht die unterschiedlichen Begriffe, die missverständlich und missbräuchlich verwendet werden, wieder gerade zu rücken.

Es beginnt schon mit dem Begriff „Shoah“, der im Hebräischen eigentlich Naturkatastrophe bedeutet. Der Völkermord durch die Nazis eine Naturkatastrophe gleich einem Tornado oder Erbeben? Auch die Bezeichnung „Holocaust“ hat ursprünglich, im antiken Griechenland, eine andere Bedeutung, nämlich Weiheopfer oder Brandopfer. Allerdings klingen beide Termini nicht ganz so sperrig wie „Massenvernichtung des europäischen Judentums“, das kommunikationstechnisch ziemlich untauglich ist.

Noch schwieriger wird es, Bezeichnungen wie Antisemitismus, Antizionismus und israelkritisch in den richtigen Kontext zu stellen. Ist jemand, der es nicht gut findet, dass Israel die Palästinenser, die seit Jahrhunderten in ihren angestammten Gebieten leben, umbringen lässt ein Antisemit?
Diesen und ähnlichen Kombinationen zwischen den drei oben genannten Begriffen geht der Autor in dem Kapitel „Einsichten“ (S. 154 ff.) nach.

Darf man nun sagen, dass Israel keine Demokratie (mehr) ist, sondern nur ein rechtsradikales Kollektiv, ohne des Antisemitismus bezichtigt zu werden?
Der israelischen Regierung gehören einige Mitglieder an, die wegen Korruption, Steuerhinterziehung, Veruntreuung von Staatsgeldern, Vergewaltigung und anderer Straftaten rechtskräftig verurteilt wurden. Das klingt jetzt nicht nach einer modernen Demokratie, oder?

Die derzeitige Regierung WILL um keinen Preis einen Frieden mit den Palästinensern. Alle jene, die sich für eine friedliche Lösung dieses Konfliktes stark machen werden mundtot gemacht. So ist es auch erklärbar, dass der Befürworter der Zwei-Staaten-Lösung Yitzak Rabin von einem ultraorthodoxen Juden erschossen wurde.

Warum man keinen Frieden mit den Arabern will? Sie sind der Kitt, der das fragile Staatsgebilde Israel zusammenhält. Der Staat steht ohne das einigende Feindbild „Palästinenser“ vor einem Bürgerkrieg, denn eine große Gruppe der Israelis ist eher säkular eingestellt und möchte einfach in Ruhe leben und ihren Geschäften nachgehen.

Und was hat das alles mit Deutschland zu tun? Die Furcht angesichts der Nazi-Vergangenheit erneut als antisemitisch dazustehen, lässt viele Deutsche und auch Teile der Regierung alle Verbrechen, die Israel an den Arabern verübt, als „Notwehr“ zu stilisieren. Man liefert Waffen, stellt Geheimdienstinfos und Geld zur Verfügung.
Vor allem die deutschen Linken, heißen die Aktionen der Israelis gut. Wer Israel kritisiert, wird sofort ins Rechte Eck gestellt und verleumdet.

Man hat in der Vergangenheit verabsäumt, den Expansionsbestrebungen Israels Grenzen zu setzen. Jetzt ist der Karren völlig verfahren und eine friedliche Lösung weiter weg, denn je.

Fazit:

Ein sehr aufschlussreiches Buch, dem ich gerne 5 Stern gebe. Eine unbedingte Leseempfehlung für Leser, die sich ein objektiveres Bild machen wollen.