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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2026

Eine Leseempfehlung

Der Gesang der See
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Mit diesem historischen Roman entführt uns die norwegische Autorin Trude Teige in die Welt des 19. Jahrhunderts, in das Dorf Kvalsivka, im Westen Norwegens. Hier wächst Kristiane, die Tochter des Lotsen, ...

Mit diesem historischen Roman entführt uns die norwegische Autorin Trude Teige in die Welt des 19. Jahrhunderts, in das Dorf Kvalsivka, im Westen Norwegens. Hier wächst Kristiane, die Tochter des Lotsen, in dem kleinen Fischerdorf auf, dessen Wohl vom Fischfang und der eher kargen Landwirtschaft abhängt. Das Leben der Menschen ist von harter Arbeit und den Sorgen um die Männer, die als Fischer allzu häufig von der erbarmungslosen See verschlungen werden, gekennzeichnet.

Als auch Kristianes Vater von einem Fischzug nicht mehr zurückkehrt, fühlt sie sich verpflichtet, ihr Versprechen ihm gegenüber einzuhalten, nämlich die begehrte Lotsennummer in der Familie zu behalten. Obwohl sie von ihrem Vater das Handwerk des Lotsen und alles über den Fischfang gelernt hat, ist es ihr als Frau verboten, als Lotsin zu arbeiten. Sie muss heiraten. Wenige Monate später, sie ist mit dem ersten Kind schwanger, kommt auch Anders um Leben.

Als auch ihr Mann Anders nicht zurückkehrt, wird sie von der Lotsenschaft dazu gezwungen, erneut zu heiraten. So heiratet sie Lars, den sie von klein auf kennt und der sie schon immer geliebt hat. Obwohl sie Lars auch liebt und braucht, gehört ihre wahre Leidenschaft einem anderen. Während der Lotsenhof immer mehr prosperiert, freundet sich Lars ausgerechnet mit dem Mann an, den Kristiane begehrt ...

Meine Meinung:
Dieser Roman ist der erste von Norwegens Bestsellerautorin Trude Teige, der erst vor kurzem ins Deutsche übersetzt worden ist. Schon bei diesem Roman ist das Potenzial der Autorin spürbar. Ihre Figuren, vornehmlich starke Frauen, die sich von Konventionen nicht von ihrem Weg abhalten lassen, sind sehr gut herausgearbeitet. Daneben kann man in die norwegische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts eintauchen. Hier legt Trude Teige eine besonderes Augenmerk auf die harte Arbeit der Fischer, die den Naturgewalten ausgeliefert sind und wenn die Erträge des Fischfangs nicht ausreichen, vom kargen Boden einer kleinen Landwirtschaft leben müssen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem eindrucksvollen historischen Roman 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Eine Leseempfehlung

FREI – Bester Anfang (FREI 3)
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Dieses Buch ist der dritte Band der beliebten Jugendbuchreihe FREI und erzählt die bewegende Geschichte von Koray, der sich auf die Suche nach seinem Vater begibt und dabei nicht nur seine Freunde, sondern ...

Dieses Buch ist der dritte Band der beliebten Jugendbuchreihe FREI und erzählt die bewegende Geschichte von Koray, der sich auf die Suche nach seinem Vater begibt und dabei nicht nur seine Freunde, sondern auch sich selbst besser kennenlernt.

Koray hat genug von Geheimnissen, von Halbwahrheiten und dem Lebensstil seiner Mutter. Als die beiden, nachdem der letzte Lebensgefährte der Mutter deren Existenz als Influencerin zerstört und mit dem gesamten Vermögen verschwindet, in die alte Heimat Rottloch zurückkehren, will er endlich Antworten auf die Frage nach seinem Vater finden.

Dabei wird er von seinen Freunden Nico, Nasrin und Nina unterstützt. Dass er sich in Marc verliebt ist nicht vorgesehen, bringt aber ein weiteres Thema in die Geschichte, das sowohl für Leserinnen und Leser als auch für deren Eltern interessant zu lesen ist.

Koray und seine Freunde stoßen auf alte Fotos, auf Familiengeheimnisse anderer und letztlich auf die Erkenntnis, dass man nicht unbedingt blutsverwandt sein muss, um in einer Familie zu leben.

Meine Meinung:

Diese Geschichte vom Erwachsenwerden, erster Liebe und die Such nach den eigenen Wurzeln hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere der Jugendlichen wirken an einigen Stellen gereifter als Korays Mutter Chiara, die als Influencerin in anderen Sphären geschwebt ist und nun den Aufprall in der Wirklichkeit des Dorfes schlecht verkraften kann. Tja, der Umschwung von Abu Dhabi nach Rottloch ist schwierig. Stellenweise benimmt sich Chiara wie ein kleines Kind, wodurch sie mir nicht sehr sympathisch ist.

Korays Freunde zeigen, wie wichtig Zusammenhalt, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung sind. Jede Figur bringt ihre eigene Persönlichkeit mit ein, wodurch die Geschichte lebendig und vielseitig wird.

Der Schreibstil wirkt authentisch, ist wunderbar kurzweilig und angenehm zu lesen. Der Autorin gelingt es wunderbar, wichtige Themen wie Familie und Selbstfindung sensibel und modern zu vermitteln.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Coming-of-Age-Geschichte, die durch Humor, Tiefgang, Abenteuer und erste Liebe besticht 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Auftakt zu einer skurrilen Krimi-Reihe

Ziemlich beste Verbrecher
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Dieser Krimi aus der Feder von Sunil Mann ist der Auftakt einer Reihe rund um die Pensionisten Alois Mistelzweig und Bertha Bartok, die in einer Art Schicksalsgemeinschaft in einer Villa, die ihrer früheren ...

Dieser Krimi aus der Feder von Sunil Mann ist der Auftakt einer Reihe rund um die Pensionisten Alois Mistelzweig und Bertha Bartok, die in einer Art Schicksalsgemeinschaft in einer Villa, die ihrer früheren Arbeitgeberin gehört hat, zusammenleben. Ohne richtiges Einkommen schummeln sie sich durch allerlei Gaunereien durch das Leben. Als sie dabei ertappt werden, einer augenscheinlich vermögenden Dame, das frisch abgehobene Geld aus der Handtasche zu ziehen, müssen sie wohl oder übel den Deal mit der Frau akzeptieren, um nicht bei der Polizei angezeigt zu werden. Die Bedingung lautet, ihre Freundin Emilie zu finden.

Die beiden ahnen nicht, in welches Hornissennest aus Intrigen, Korruption und Lügen sie stoßen werden. Auch einem Mord kommen sie auf die Spur, dabei haben Bertha und Alois im Garten der Villa, unter dem Birnbaum, selbst ein delikates Problem.

Meine Meinung:

Ich kenne den Autor Sunil Mann, Sohn einer in die Schweiz eingewanderten indischen Familie, schon von seiner Reihen rund um den Privatdetektiven Vijay Kumar sowie um das Ermittlerpaar Marisa Greco und Bashir Berisha.

Doch dieser Reihenauftakt ist ein wenig anders. Er zeichnet sich durch seinen durchaus humorvollen Grundton aus, auch wenn es stellenweise auch ernste Szenen gibt. Bertha, die ehemalige Köchin und der verhinderte Konzertpianist können sich eigentlich nicht ausstehen. Dennoch ermitteln sie gemeinsam, um Geld für den Unterhalt der Villa zu erhalten. Was es mit der Villa auf sich hat, müsst ihr selbst lesen.

Wer das Cover genau betrachtet, kann den Schatten zweier Personen entdecken, die im Garten ein Loch graben. Richtig geraten, das sind unsere Hobby-Schnüffler.

Der Cliffhanger deutet auf eine Fortsetzung hin. Möge sie bald erscheinen.

Fazit:

Wer einen Krimi mit skurrilen Ermittlern lesen möchte, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt 4 Sterne.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Hat mich nicht überzeugt

Die Familie sehen und sterben
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Dieser Krimi, der im Tessin angesiedelt ist, und Auftakt einer Reihe ist, hat mich nicht ganz überzeugt. Warum?
Das Leben von Capitano Enzo Rossi sowie seiner Schwester, die ein Restaurant führt, das nur ...

Dieser Krimi, der im Tessin angesiedelt ist, und Auftakt einer Reihe ist, hat mich nicht ganz überzeugt. Warum?
Das Leben von Capitano Enzo Rossi sowie seiner Schwester, die ein Restaurant führt, das nur so recht und schlecht geht, plätschert so vor sich hin, während der gemeinsame Bruder Fabrizio ein Leben in Saus und Braus führt, eine gelangweilte Ehefrau und Privatjet inklusive.

Als dann zwei Leichen, weit voneinander entfernt entdeckt werden, scheint ein wenig Action in den behäbigen Alltag von Enzo Rossi einzudringen, was ihm auch nicht ganz so recht ist, schielt doch seine ehrgeizige Kollegin Gemma Crivelli auf seine Position und versucht die Ermittlungen an sich zu reißen.

Es dauert eine geraume Zeit, bis Rossi bemerkt, dass seine Familie in die beiden Verbrechen verwickelt sein könnte.
Soll oder muss er diese Ermittlungen wegen Befangenheit abgeben?

Meine Meinung:

Die Abwandlung des Sinnspruches „Neapel sehen und dann sterben“ zu „Die Familie sehen und sterben“ hat mich auf diesen Krimi aufmerksam gemacht. Doch leider bin ich mit diesem Ermittler nicht wirklich warm geworden. Enzo Rossi macht auf mich den Eindruck eines desillusionierten Ermittlers, der die letzten beiden Jahre bis zur Pensionierung nur mehr absitzen will.

Ja, es mag schon sein, dass über diverse Verstrickungen der Familie nicht gesprochen wird und dass, das eine oder andere Geheimnis nicht aufgedeckt werden soll. Letztlich steht La Famiglia vor einer Zerreißprobe.

Auch das offene Ende hat mich diesmal gestört. Für mich persönlich wirkt es als eine etwas aufdringliche Aufforderung, das nächste Buch zu kaufen.

Fazit:

Dieser Reihenauftakt hat meiner Meinung noch ein wenig Luft nach oben, weshalb es nur 2 Sterne gibt.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Nicht ganz so cosy

Gärten, Gift und kalte Rache
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Auch im fiktiven Oberdistelbrunn ist der Frühling ausgebrochen und zahlreiche Ortsbewohnerinnen (weniger die Bewohner) bewaffnen sich unter dem wachsamen Augen des Umweltreferenten mit Spaten und Schaufel, ...

Auch im fiktiven Oberdistelbrunn ist der Frühling ausgebrochen und zahlreiche Ortsbewohnerinnen (weniger die Bewohner) bewaffnen sich unter dem wachsamen Augen des Umweltreferenten mit Spaten und Schaufel, um ihren Ort zu verschönern. Man will ja den sanften Tourismus ankurbeln und dazu zählt auch das Summen von Insekten. Maßnahmen zur Biodiversiät sind also gefragt. Doch das eifrige Werkeln wird jäh unterbrochen, als wenige Tage nach dem Auffinden eines Hundeskeletts mehrere Dorfbewohner vergiftet werden. Bewohner - männlich, wohlgemerkt und jeder hat ein Zettelchen mit einem Sinnspruch einstecken.

„Ich mag Giftmorde,“ gestand der Umweltreferent, „Der Tod durch toxische Pflanzen ist so poetisch.“ (S. 129)

Die Polizei, also Dorfpolizist Kapplhuber sowie Kommissar Hartmann tappen im Dunkeln.

Daher starten Berta und Pauline ihre Ermittlungen, sehr zum Missfallen von Kommissar Hartmann, der inzwischen zum Hauptkommissar ernannt worden ist. Denn das ganze Dorf und seine Bewohner bzw. seine Bewohnerinnen sind ihm verhasst, was im übrigen auf Gegenseitigkeit beruht.

„Was kümmert mich das Insektensterben!“ fuhr der Kommissar ihn an. „Hier beißen haufenweise Menschen ins Gras. Vier Tote in zehn Tagen! Bei dem Tempo ist bis zum Winter dieses ganze verdammte Kaff ausgestorben.“ Und dabei sah er nicht aus, als würde er dies bedauern.“ (S. 278)

Meine Meinung:

In ihrem dritten Krimi rund um die Hobby-Ermittlerinnen Berta und Pauline tauchen wir wieder in die Abgründe von Oberdistelbrunn ein. Durch den Fund des Hundeskeletts kommt ein Ereignis aus der Vergangenheit ans Tageslicht, das Machenschaften, an denen zahlreiche, scheinbar honorige Bürger beteiligt gewesen sind und nun die Rechnung dafür bezahlen müssen.

Der Krimi wird als Cosy-Krimi beschrieben, was vermutlich der Beschreibung der teilweise skurrilen Persönlichkeiten, damit ist vor allem HK Hartmann gemeint, zu verdanken ist. Denn eigentlich ist das Buch die Geschichte einer eiskalten Rache. Ich habe recht bald einen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat, gehabt.

Diesmal ist mir das ehelichen Geplänkel zwischen Pauline und ihrem Mann ein bisschen zu viel gewesen. Aber, das ist vermutlich Ansichtssache.

Wie wir es von Autorin Klaudia Blasl gewöhnt sind, gibt es in die Handlung eingebaute Gartentipps und im Anhang die Beschreibung von Giftpflanzen. Von deren Anwendung wird jedoch dringend abgeraten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem 3. Krimi rund um die Hobby-Ermittlerinnen Berta und Pauline 4 Sterne.