Schwere Kost
Ich kämpfe für die WahrheitIn ihrem zweiten Buch, das wie ein Tagebuch aufgebaut ist, berichtet Caroline Darian, Tochter des Vergewaltigungsopfers Gisèle und des Täters Dominique Pelicot, wie sie und ihre Familie den Prozess gegen ...
In ihrem zweiten Buch, das wie ein Tagebuch aufgebaut ist, berichtet Caroline Darian, Tochter des Vergewaltigungsopfers Gisèle und des Täters Dominique Pelicot, wie sie und ihre Familie den Prozess gegen ihren Vater erlebt hat.
Dabei muss sie erleben, dass es Lücken im Ermittlungsverfahren gegeben hat, denn es stellt sich heraus, dass auch sie, Caroline, und ein Neffe von Dominique Pelicot wahrscheinlich missbraucht worden sind. Es gibt von Caroline ähnliche Fotos wie von ihrer Mutter. Dass ihr Vater zu den Vorwürfen schweigt, erscheint nur logisch, denn er gibt nur das zu, was man ihm eindeutig nachweisen kann. Das Schweigen der Mutter, das mitunter böswillig als „wegschauen“ interpretiert werden könnte, hat vermutlich andere Gründe.
Caroline spricht ihrer Mutter ausdrücklich Hochachtung aus, diesen Prozess durchgestanden zu haben, gleichzeitig ist sie wütend, dass sie selbst keine Unterstützung durch Gisèle erfährt, denn sowohl Mutter als auch Vater schweigen. Ich kann sowohl Mutter als auch Tochter verstehen. Die eine, Gisèle braucht ihre ganze Kraft, um den eigenen Prozess durchzustehen und Caroline fühlt sich von der Mutter in Stich gelassen.
Caroline Darian erzählt in diesem Buch über ihren Kampf, gegen die sogenannte chemische Unterwerfung fort, damit all die Opfer ohne Beweise oder Erinnerungen nicht vergessen werden.
Doch das Kapitel Dominique Pelicot ist noch nicht abgeschlossen. In zwei, schon länger zurück liegendenen Mordfällen an jungen Frauen haben sich DNA-Spuren von Pelicot gefunden. Eine dritte Frau hat dessen Überfall überlebt. Nun müssen zahlreiche ungeklärte Frauenmorde neu aufgerollt werden.
Fazit:
Diesem Buch, das den weiteren Kampf von Caroline Darian gegen die chemische Unterwerfung schildert, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung, auch wenn das Buch schwere Kost ist.