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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2021

Eine Leiche am laufenden Band

Au revoir, Tegel
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Die geteilte Stadt Berlin 1974. Der neue Flughafen Tegel im französischen Sektor der Viermächtestadt, wird als das neue Tor zur Welt gefeiert. Bis auf dem Kofferband plötzlich eine Leiche erscheint. Es ...

Die geteilte Stadt Berlin 1974. Der neue Flughafen Tegel im französischen Sektor der Viermächtestadt, wird als das neue Tor zur Welt gefeiert. Bis auf dem Kofferband plötzlich eine Leiche erscheint. Es ist der berühmte Konzertveranstalter Karl Rosen, der kaltblütig erstochen wurde.
Der neu ernannte Kriminalkommissar Peter Kappe soll die Ermittlungen übernehmen. Ihm zur Seite steht sein neue Partner Wolf Landsberger. Es ist der erste Mordfall für die beiden. Die Ermittlungen erweisen sich als komplizierter wie anfangs angenommen. Denn auch private Probleme kommen den beiden Ermittlern ins Gehege. Ausgerechnet eine gute Bekannte Kappes aus früheren Zeiten scheint involviert zu sein und zu allen Überfluss verschwindet dann auch noch seine Ehefrau. Es verspricht also spannend und turbulent zu werden.

Die Autorin Bettina Kerwien hat es sehr gut geschafft das Berlin von früher wieder zum Leben zu erwecken. Da ich in den 80ern selber eine Zeit lang in Berlin war, fühlte ich mich wieder zurück versetzt ins geteilte Berlin von damals mit den Geisterbahnhöfen, dem Tränenpalast, dem Checkpoint-Charlie, der Mauer usw. Auch der Konflikt zwischen Ost und West wurde gut dargestellt. Besonders gut gefallen hat mir das teilweise der Berliner Slang eingebaut wurde. Ich liebe diese Sprache, das machte es für mich noch authentischer. Für mich eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.05.2021

Menschliche Abgründe

Abgründige Wahrheit
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Hamburg wird von einer Mordserie erschüttert, die Ihren Ursprung wohl 1978 hatte, als ein misslungener Polizeieinsatz zu einem Blutbad führte. Fünfunddreißig Jahre später ermittelt die Kripo bei mehreren ...

Hamburg wird von einer Mordserie erschüttert, die Ihren Ursprung wohl 1978 hatte, als ein misslungener Polizeieinsatz zu einem Blutbad führte. Fünfunddreißig Jahre später ermittelt die Kripo bei mehreren Mordfällen. Gibt es einen Zusammenhang zu dem Vorfall von früher? Was könnte Mathew Walker damit zu tun haben, der seit über 30 Jahren in der JVA Hamburg-Fuhlsbüttel einsitzt?
Zur gleichen Zeit: Der Autor Eric Teubner soll eine Biografie über den verstorbenen Hamburger Verleger Heinrich Michaelsen schreiben. Er nimmt den Auftrag an und taucht tief in die geheimnisvolle Familiengeschichte ein. Durch vielfältige Recherche und auch einen gewissen Charme bringt er so manches Geheimnis zum Vorschein. Am Schluss muß er sich entscheiden, ob er wirklich die ganze Wahrheit preisgeben möchte, oder doch lieber einige Geheimnisse für immer ruhen lassen sollte.
Wird es am Ende eine Zusammenkunft von beiden Handlungssträngen geben. Man darf gespannt sein!
Die Schauplätze und die Personen werden sehr detailliert beschrieben. So erfährt man einiges über die JVA, deren Beschäftigte und Insassen. Sämtliche Personen werden so detailgetreu beschrieben, so dass sie während der ganzen Story sehr realistisch wirken. Wenn man sich auf die Story einlässt könnte man wirklich meinen ein spannender Thriller läuft vor dem inneren Auge ab. Die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel bis es zu einem unerwarteten Showdown kommt. Da den Beschreibungen sehr viel Raum gegeben wird, ist es mit 575 Seiten sehr umfangreich geworden, aber zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl das es langweilig wurde. Selbst am Ende des Buches haben sich bei mir noch zahlreiche Fragen ergeben, so dass ich hoffe dass es noch eine Fortsetzung geben wird.
Von mir bekommt der Thriller eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.05.2021

Zeitreise in die 60er Jahre

Teufelsberg (Wolf Heller ermittelt 2)
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Dieser Thriller des Autoren-Trios Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm spielt 1969 in der geteilten Stadt Berlin. Obwohl es bereits der 2. Teil ist, kann man ihn gut lesen auch wenn man den ...

Dieser Thriller des Autoren-Trios Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm spielt 1969 in der geteilten Stadt Berlin. Obwohl es bereits der 2. Teil ist, kann man ihn gut lesen auch wenn man den ersten Teil „Die Tote im Wannsee“ nicht gelesen hat. Ich habe ihn nicht gelesen, war aber trotzdem sofort drin und hatte keinerlei Probleme der Story zu folgen. Das mag auch daran liegen, das die Themen die hier angesprochen werden für mich schon immer interessant waren.
Kommissar Wolf Heller sollte eigentlich das Haus von Joachim Hirsch, den Präsidenten des Amtsgerichts Tiergarten, observieren dem man mit Mord gedroht hat, aber lautes Babygeschrei sorgt dafür, dass Wolf Heller kurz seinen Posten verlässt. Wie ungeschickt, denn während dieser 17 Minuten wird dessen Frau Rebecca ermordet. Wer war der Täter? Nun fängt ein Katz und Maus Spiel an, welchen durch viele Irrungen und Wirrungen gekennzeichnet ist. Spannung ist hier garantiert bis es zum Showdown kommt.
Die Handlung dieses Krimis bedient sich eines realen Hintergrundes, nämlich dem Bombenanschlag auf das Jüdische Gemeindehaus am 9. November 1969 in Charlottenburg. Viele der Namen und Orte die man im Buch liest, gehören zu real existierenden Personen oder Orten und gerade das macht dieses Buch so spannend und interessant. Das Autorentrio hat sehr viele Themen der 60er Jahre detailgetreu beschrieben. Da geht es zum Beispiel um Judenhass, Kalter Krieg, politische Anschläge, Drogen, Studentenbewegungen, Frauenrevolution usw. Ich hatte manchmal das Gefühl eine Zeitreise zurück in die 60er Jahre zu machen z. B. mit Musik von Bob Dylan und den Beatles oder mit Fahrzeugen wie den Karmann Ghia oder dem Käfer.
Das Cover ist sehr gut gewählt und passt perfekt zu dieser Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir auch das Glossar am Ende des Buches. Hier wird vieles noch mal genauer erklärt, was man nicht mehr oder noch nicht über diese Zeit wusste. Rundherum ist es ein sehr gut gelungener Thriller mit geschichtlichem Hintergrund und verdient von mir hiermit die volle Punktzahl.
Mein Fazit: Eine absolute Weiterempfehlung

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Veröffentlicht am 25.04.2021

Kur mal anders

Nordseegeheimnis
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Hierbei handelt es sich um den zweiten Fall des coolen und durchaus smarten Privatdetektiv Raphael Freersen von der Nordseeinsel Föhr. Beide Fälle sind in sich abgeschlossen so dass man die Bücher unabhängig ...

Hierbei handelt es sich um den zweiten Fall des coolen und durchaus smarten Privatdetektiv Raphael Freersen von der Nordseeinsel Föhr. Beide Fälle sind in sich abgeschlossen so dass man die Bücher unabhängig voneinander lesen kann. Raphael Freersen hat und hin und wieder sehr eigenwillige Ideen Fälle anzugehen, aber gerade das macht ihn sehr sympathisch.
In der „Kurklinik am Kliff“ soll Raphael Freersen eine Diebstahlserie aufklären und lässt sich dafür in die Klinik einweisen. Aber von einer erholsamen Kur kann hier keine Rede sein. Nach einer Party mit anderen Kurgästen, außerhalb der Kurklinik, kommt er ziemlich angetrunken durch einen Hintereingang in die Klinik zurück und stolpert im Keller über einen blutenden Körper. Doch am nächsten Morgen ist seine vorher schmutzige Kleidung anscheinend frisch gewaschen, der Mann einfach verschwunden und kein Blut auf den Fliesen zu finden. Raphael ist kurzzeitig verwirrt aber auch neugierig und versucht alles um heraus zu finden was passiert ist. Dabei trifft er nicht immer auf Verständnis. Er versucht auf seine eigene Art und Weise zu erforschen was passiert ist. Dabei stößt er auf so manche Geheimnisse. Auch der Leiter der Klinik ist nicht so begeistert von seinen Aktionen. Der Fall nimmt immer größere Ausmaße an, bis es zu einem nicht vorhersehenden Showdown kommt.
Fazit: Heike Denzau schafft es auch hier wieder eine gute Mischung aus Detektivarbeit und privaten Leben eines Ermittlers zu beschreiben. Da ich selber schon öfters auf Föhr war konnte ich mich gut in die einzelnen Szenen hinein versetzen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und man ist sofort im Geschehen drin. Bei mir lief gleich alles vor dem inneren Auge ab. Ich kann die Krimis von Heike Denzau nur jedem weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 10.04.2021

Katzenliebe

Homer und ich
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Aufmerksam geworden durch eine Tiersendung habe ich mir dieses Buch in der deutschen Ausgabe gekauft. Gwen Cooper erzählt die Geschichte von Homer, einem kleinen Kater, der bereits nach 4 Wochen seine ...

Aufmerksam geworden durch eine Tiersendung habe ich mir dieses Buch in der deutschen Ausgabe gekauft. Gwen Cooper erzählt die Geschichte von Homer, einem kleinen Kater, der bereits nach 4 Wochen seine Augen verloren hat.
Gwen Cooper hat schon zwei Katzen, keine eigene Wohnung, hat sich gerade von Ihrem Freund getrennt und kann sich eine dritte Katze eigentlich gar nicht leisten. Aber als ihre Tierärztin sie bittet, eine blinde Katze, die niemand haben will, bei sich aufzunehmen, ist es um sie geschehen. Der kleine Homer zieht bei ihr ein und stellt schon bald ihr Leben ganz schön auf den Kopf. Mit Hilfe seines Frauchens meistert er alle Situationen in seinem noch so jungen Leben. Er spielt wie andere Katzen, merkt wenn es Frauchen nicht so gut geht und versucht sie zu trösten. Alles das was sehende Katzen auch tun. Ausgerechnet der blinde Homer ist es, der Gwens Leben wieder in die richtige Spur bringt. Die Liebe und Verantwortung für ihren blinden Homer hilft ihr wieder mehr Selbstvertrauen zu bekommen und in einer neuen Stadt einen Neuanfang zu wagen. Auch menschlich gibt es hier dann ein Happy End.

Dieses Buch hat mich sehr berührt. Ich habe selber zwei Katzen mit Handicap, eine habe ich aus schlechter Haltung gerettet und eine aus dem Tierschutz, und möchte beide nicht mehr missen. Ein Leben ohne Katzen kann ich mir nicht mehr vorstellen.
Was ich mir für diese deutsche Buchausgabe gewünscht hätte, wäre das ein oder andere Bild gewesen, so wie in der englischen Originalausgabe. Das ist aber auch das einzige Manko.
Sonst kann ich dieses Buch nur empfehlen.

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