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Veröffentlicht am 27.11.2018

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Jetzt ist alles, was wir haben
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Jetzt ist alles war wir haben ist kein leichtes Buch. Die Autorin behandelt hier das Thema häusliche Gewalt, welches leider häufig totgeschwiegen wird.

Hadley muss immer die Beste sein, sei es in der ...

Jetzt ist alles war wir haben ist kein leichtes Buch. Die Autorin behandelt hier das Thema häusliche Gewalt, welches leider häufig totgeschwiegen wird.

Hadley muss immer die Beste sein, sei es in der Schule oder beim Sport, dabei mag sie Sport nicht mal. Doch sie widerspricht nicht, wenn ihr Vaters sie um 4 Uhr morgens zum Joggen weckt oder sie bei jedem Spiel antreibt. Sie hat gelernt, lieber nicht zu widersprechen, für sich und ihre Schwester. Hadley versucht die Aufmerksamkeit ihres Vater zu halten, sodass sie sich nicht auf Lila, ihre 10 jährige Schwester richtet. Sie spricht nicht darüber, was bei ihr zu Hause passiert und das funktioniert auch alles so weit, bis sie auf Charlie trifft und sich verliebt.

Schon auf der ersten Seite ist man mit etwas Schrecklichen konfrontiert, einem Flugzeug abstürzt, was genau passiert ist, erfährt man dann erst im Verlauf der Geschichte. Diese wird in der Gegenwart dem "jetzt" und der Vergangenheit dem "damals" erzählt. Dabei verbringt man mehr Zeit in der Vergangenheit, so bekommt man, als Leser einen guten Einblick in Hadley leben vor dem Absturz. Zunächst scheint alles ganz o.k. der Vater übertreibt es mit dem Sport und der gesunden Ernährung, kommt vor. Aber je mehr man liest, umso mehr gibt es diese bedrückende Atmosphäre und man spürt, da stimmt etwas nicht.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und leicht so konnte ich das Buch trotz des schwierigen Themas gut lesen. Auch die Lovestory lockert die Geschichte auf, sodass sie nicht zu düster wird. Die Geschichte um Hardley und Lila kratzt stark an den Emotionen der Leser. Und ich finde das Buch sehr empfehlenswert. Warum es dann nicht die volle Punktzahl bekommt, ich hätte mir dann doch eine andere und wie soll ich sagen, alltäglicherer Lösung gewünscht. Toll fand ich die Anmerkung der Autorin, in dem sie noch mal auf häusliche Gewalt eingeht und auch Anlaufstellen werden mit eingebracht.


Fazit:
Eine berührende Geschichte mit dem Thema häusliche Gewalt,
die nicht einfach zu lesen ist, aber trotzdem lesenswert.
Der einfache Schreibstil und die süße Liebesgeschichte lockeren das Thema auf,
sodass es nicht zu düster wird.

Veröffentlicht am 20.11.2018

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Boy Erased
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Boy Erased von Garrard Conley ist eine autobiografische Erzählung. Sie spielt 2003 / 2004 in den Südstaaten von Amerika und wurde auch verfilmt, ab dem 21.2.2019 wird der Film auch in deutschen Kinos zu ...

Boy Erased von Garrard Conley ist eine autobiografische Erzählung. Sie spielt 2003 / 2004 in den Südstaaten von Amerika und wurde auch verfilmt, ab dem 21.2.2019 wird der Film auch in deutschen Kinos zu sehen sein. Erased zu deutsch ausgelöscht, hinterlässt besonders nach dem Lesen einen bitten Beigeschmack.

"Ich wünschte mir, nichts von alledem wäre je geschehen.
Manchmal danke ich Gott dafür, dass es geschah"
Seite 8

Die Erzählung ist nicht geradlinig, sondern springt in der Zeit. So begleitet man zum einen Garrard an seinen Tagen bei der LIA ( Love in Action) blickt aber auch zurück, wie es in seinen Augen erst dazu kam, dass er dort gelandet ist. Garrard ist sehr religiös erzogen worden (missionarische Baptisten Gemeinde), sein glaube an Gott ist fest in ihm verwurzelt, aber auch die Angst davor, was passieren wird, wenn seine Familie und die Gemeinde erfahren, dass er auf Männer steht. So hat er eine Alibi Freundin und stürzt sich in Form von Videospielen in eine fiktive Welt. Als er dann auf das nahe College kommt, spürt er eine neue Freiheit, doch wirft ihn ein traumatisches Erlebnis zurück in die Scham und das Gefühl von Sünde und führt letztendlich dazu, dass er vor seinen Eltern geoutet wird.

Diese stellen ihrem Sohn ein Ultimatum, entweder du lässt dich heilen, oder du bist kein Teil dieser Familie mehr und das Studium musst du dir selbst finanzieren. Und so kommt es, dass Garrard sich einer Konversionstherapie unterzieht, um ein erfolgreicher Ex-Gay zu werden.

Auf eine oft nüchterne Art erzählt Garrard hier seine Geschichte. Ich glaube, diese nüchterne und auch distanzierte Art ist / war nötig, um es zu schreiben und auch zu lesen. Als nicht religiöser Mensch viel es mir schwer die Tragweite der Gemeinde, des Glaubens zu begreifen. Und doch vermittelt der Autor ein gutes Gefühl dafür, wie wichtig und bedeutenden ihm sein Glaube war. Und auch die Beziehung zu seinen Eltern war gut dargestellt, vielleicht mag man in ihnen Monster sehen, die ihren Sohn nicht lieben, wollen, dass er einen Teil von sich verleugnet, auslöscht, und doch fällt es, zumindest mir schwer, da sie so gut gezeichnet wurden und trotz allem merkt man als Leser, dass sie ihren Sohn lieben. Auf ihre Art.

Boy Ereased ist wirklich keine leichte Lektüre und ich musste das Buch öfters weglegen, um über das gelesene nachzudenken. Emotional konnte es mich, wohl aufgrund des nüchternen Stils nicht so bewegen wie anfänglich vermutet und doch gab es ein paar bewegende Szenen, besonders der Epilog hat mich bewegt. Dazu wie falsch es ist, zu denken Homosexualität könnte und müsste geheilt werden muss man eigentlich nichts mehr sagen, oder doch? Wenn man bedenkt, dass es immer noch solche Einrichtungen gibt.

"Wenn ich über alles nachdenke, was mir passiert ist,
frage ich mich manchmal, ob irgendwas davon echt war.
Ich frage mich manchmal, ob es die Anstalt am Ende vielleicht geschafft hat, mich verrückt zu machen..."
Seite 320

Fazit:
Die autobiografische Erzählung über einen Jungen, der fast ausgelöscht wurde, wird wohl noch lange in meinem Gedächtnis bleiben.
Man denkt, nein so was passiert doch nicht mehr, und doch, tut es.
Auf eine nüchterne Art erzählt der Autor hier seine Geschichte, über sich, seinen glauben, seine Familie.
Wie er zwanghaft versucht geheilt zu werden, um die Erwartungen zu erfüllen.
Und wie er versucht mit der Schuld und der Scham zu leben.

Veröffentlicht am 19.11.2018

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Liebe kennt keine Angst
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Kurzmeinung

Nachdem mir Band 1 und 3 so gut gefallen haben, wollte ich auch diesen Band lesen. Ich war etwas skeptisch, weil wieder das Amish Thema aufgegriffen wurde, aber in den Besprechungen hieß es, ...

Kurzmeinung

Nachdem mir Band 1 und 3 so gut gefallen haben, wollte ich auch diesen Band lesen. Ich war etwas skeptisch, weil wieder das Amish Thema aufgegriffen wurde, aber in den Besprechungen hieß es, hier gäbe es doch Unterschiede. Diese Unterschiede waren für mich nun nicht so deutlich. Klar Eli und Jonah sind unterschiedlich, aber trotzdem empfand ich vieles ähnlich. Raine kennt man schon als guten Freund von Geoff und ich habe mich gefreut, hier wieder über ihn zu lesen.

Auch hier fand ich es wieder schön zu lesen, wie die beiden Männer zueinanderfinden. Und man darf es, was den Realismus angeht, einfach nicht zu eng sehen. Gerade wenn man bedenkt, wie viele gleichgeschlechtliche Paare es nun schon auf dieser Farm gibt. Davon abgesehen war die Geschichte wieder richtig schön etwas für das Herz, ein bisschen Romantik, ein bisschen Drama, viele Gefühle und Jonah ist schon sehr goldig, wie er die Welt der englischen entdeckt.

Im Vergleich zu den anderen zwei Büchern, gab es auch nicht so viele Erotik Szenen, was ich nicht als negativ empfand, einfach nur als Info, falls man so Szenen nicht so mag, dann wäre der Band wohl eher was für einen. Da man die Geschichten auch durcheinander lesen kann, denn eigentlich ist es ja klar, dass das Paar auch zusammenkommt ;)

Fazit:
Für mich bis jetzt zwar der schwächste Band, aber trotzdem noch schön zu lesen.
Leichte und süße Gay Romance Unterhaltung für zwischendurch mit dem tollen Farm Feeling.
3,5 Sterne

Veröffentlicht am 19.11.2018

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Liebe gegen jede Regel
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Kurzmeinung

Ich hab mit der Reihe ja etwas durcheinander angefangen, aber da mir Band 3 so gut gefallen hat, wollte ich nun unbedingt auch Band 1 lesen. So kannte ich Geoff und Eli schon, was der Geschichte ...

Kurzmeinung

Ich hab mit der Reihe ja etwas durcheinander angefangen, aber da mir Band 3 so gut gefallen hat, wollte ich nun unbedingt auch Band 1 lesen. So kannte ich Geoff und Eli schon, was der Geschichte aber keinen Abbruch getan hat.

Geoff zieht nach dem Tod seines Vaters aufs Land und übernimmt die Farm. Ich fand es richtig toll, dass auch hier wieder dieses Landleben Gefühl so schön raus kam. So reiten die beiden oft aus und der Alltag auf so einer großen Farm kommt auch beim Leser an. Eli stammt aus einer Amish Gemeinde und hat sein Jahr in der Außenwelt. Das Leben der Amish und wie es Eli beeinflusst, kommt für mich genau im richtigen Maße vor, es nimmt nicht überhand, wird nicht zu sehr bewertet, aber trotzdem glaubwürdig eingebracht.

Eli und Geoff sind ein sehr süßes Paar, allgemein sind die Bücher sehr romantisch und süß, wobei es auch nicht an Drama fehlt. Und es gibt auch die eine oder andere erotische Szene, diese werden schön gefühlvoll beschrieben aber nicht zu ausladend. Schön fand ich auch, dass Eli nicht völlig naiv dargestellt wurde, sondern auch aktiv wurde und sich behauptet hat.


Fazit:
Eine süße Liebesgeschichte über Eli der aus einer Amish-Gemeinschaft stammt und Geoff der versucht die Farm seines Vaters zu führen. Die Geschichte hat zwar nicht nur schön Wetter Szenen, aber trotzdem ist es ein Buch, welches man getrotzt zu Hand nehmen kann, wenn man eine schön romantische Geschichte will.

Veröffentlicht am 19.11.2018

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Victorian Rebels - Mein schwarzes Herz
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Kurzmeinung


Nachdem ich Band 2der Reihe gelesen hatte, war für mich klar, dass ich auch den 1 Band lesen möchte. Da ich Band 2 richtig genial fand, waren meine Erwartungen natürlich groß.


Die Geschichte ...

Kurzmeinung


Nachdem ich Band 2der Reihe gelesen hatte, war für mich klar, dass ich auch den 1 Band lesen möchte. Da ich Band 2 richtig genial fand, waren meine Erwartungen natürlich groß.


Die Geschichte startet 17 Jahre vor der eigentlichen Handlung in einem Waisenhaus in Schottland. Ein kleiner Junge wurde geschlagen, weil er sich etwas zu Essen gestohlen hat, nachdem er immer noch hungrig war. Ein kleines Mädchen sieht ihn an einer Mauer stehen, wie er versucht nicht zu weinen und geht zu ihm, lässt sich nicht verschreckend und verbindet letztendlich seine Wunden. Eine Freundschaft entsteht, die obwohl die beiden noch sehr jung sind, doch schon mit tiefen Gefühlen einhergeht. Doch die beiden werden getrennt und die Jahre vergehen....


Viel mehr möchte ich zur Geschichte gar nicht sagen, um nichts vorwegzunehmen. Es wird sehr emotional und auch spannend. Ich habe den Band wieder sehr gerne gelesen und habe es genossen, in das alte London einzutauchen. Dorian fand ich einen sehr interessanten Charakter und ich hätte gerne öfters aus seiner Sicht gelesen, gerade zu Beginn spielt die Geschichte eigentlich nur aus ihrer Sicht. Emotional konnte mich die Geschichte auch wieder sehr bewegen. Doch im direkten Vergleich zu Band 2 empfand ich sie als minimal schwächer.


Fazit:
Eine berührende und schöne Geschichte, mit viel Herzschmerz aber auch Spannung.
Die Kulisse des alten Londons war toll.
Der Schreibstil war sehr angenehm und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.