Cover-Bild Jetzt ist alles, was wir haben

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17,00
inkl. MwSt
  • Verlag: cbj
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 15.10.2018
  • ISBN: 9783570164877
Amy Giles

Jetzt ist alles, was wir haben

Isabel Abedi (Übersetzer)

Sei die Beste. Und wenn nötig, sei unsichtbar.

Mit diesem Credo hat Hadley McCauley in ihrer Familie gelernt zu überleben. Perfekte Schülerin, perfekte Sportlerin, perfekte Tochter: Nur so kann sie ihren Vater bei Laune halten. Denn hinter der makellosen Fassade der McCauleys verbirgt sich ein hässliches Geheimnis. Um ihre kleine Schwester Lila vor dem unberechenbaren Vater zu schützen, tut Hadley alles. Doch dann tritt Charlie Simmons in ihr Leben und zwischen den beiden entwickelt sich eine verzweifelt-intensive Beziehung. Unterdessen eskaliert daheim die Gewalt, und Hadleys Strategie, nichts preiszugeben, greift nicht mehr. Doch auch als es zur Katastrophe kommt, schweigt sie.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.11.2018

Die Thematik nimmt einen emotional mit

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Inhalt:
Hadley ist das Aushängeschild ihres Vaters. Sie ist die beste Spielerin des Lacosse Teams, eine super Schülerin und befolgt sie strengen Regeln Zuhause. Doch als sie ihrem Schwarm Charlie näher ...

Inhalt:
Hadley ist das Aushängeschild ihres Vaters. Sie ist die beste Spielerin des Lacosse Teams, eine super Schülerin und befolgt sie strengen Regeln Zuhause. Doch als sie ihrem Schwarm Charlie näher kommt merkt sie, dass sie nicht mehr unter dieses strengen Regeln leben kann, und kann die Ausmaße dieser Entscheidung nun nicht mehr vor Charlie verstecken.

Meine Meinung:
Das Buch fängt direkt mit einem Hammer an: Hadley ist die einzige Überlebende eines Flugzeugunfalls. Es wird nun immer aus zwei verschieden Sichten Geschrieben: Jetzt und Damals. Wobei jetzt die Zeit nach dem Unfall betrifft und damals zeigt, wie es zum Unfall kam.
Mich hat das Buch total gefesselt, auch wenn es nicht immer spannend war, da man sich vieles denken konnte. Doch die Thematik des Buches ist so einzigartig aber gleichzeitig auch präsent in unserem Alltag, dass es mich einfach mitgenommen hat.

Veröffentlicht am 27.11.2018

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Jetzt ist alles war wir haben ist kein leichtes Buch. Die Autorin behandelt hier das Thema häusliche Gewalt, welches leider häufig totgeschwiegen wird.

Hadley muss immer die Beste sein, sei es in der ...

Jetzt ist alles war wir haben ist kein leichtes Buch. Die Autorin behandelt hier das Thema häusliche Gewalt, welches leider häufig totgeschwiegen wird.

Hadley muss immer die Beste sein, sei es in der Schule oder beim Sport, dabei mag sie Sport nicht mal. Doch sie widerspricht nicht, wenn ihr Vaters sie um 4 Uhr morgens zum Joggen weckt oder sie bei jedem Spiel antreibt. Sie hat gelernt, lieber nicht zu widersprechen, für sich und ihre Schwester. Hadley versucht die Aufmerksamkeit ihres Vater zu halten, sodass sie sich nicht auf Lila, ihre 10 jährige Schwester richtet. Sie spricht nicht darüber, was bei ihr zu Hause passiert und das funktioniert auch alles so weit, bis sie auf Charlie trifft und sich verliebt.

Schon auf der ersten Seite ist man mit etwas Schrecklichen konfrontiert, einem Flugzeug abstürzt, was genau passiert ist, erfährt man dann erst im Verlauf der Geschichte. Diese wird in der Gegenwart dem "jetzt" und der Vergangenheit dem "damals" erzählt. Dabei verbringt man mehr Zeit in der Vergangenheit, so bekommt man, als Leser einen guten Einblick in Hadley leben vor dem Absturz. Zunächst scheint alles ganz o.k. der Vater übertreibt es mit dem Sport und der gesunden Ernährung, kommt vor. Aber je mehr man liest, umso mehr gibt es diese bedrückende Atmosphäre und man spürt, da stimmt etwas nicht.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und leicht so konnte ich das Buch trotz des schwierigen Themas gut lesen. Auch die Lovestory lockert die Geschichte auf, sodass sie nicht zu düster wird. Die Geschichte um Hardley und Lila kratzt stark an den Emotionen der Leser. Und ich finde das Buch sehr empfehlenswert. Warum es dann nicht die volle Punktzahl bekommt, ich hätte mir dann doch eine andere und wie soll ich sagen, alltäglicherer Lösung gewünscht. Toll fand ich die Anmerkung der Autorin, in dem sie noch mal auf häusliche Gewalt eingeht und auch Anlaufstellen werden mit eingebracht.


Fazit:
Eine berührende Geschichte mit dem Thema häusliche Gewalt,
die nicht einfach zu lesen ist, aber trotzdem lesenswert.
Der einfache Schreibstil und die süße Liebesgeschichte lockeren das Thema auf,
sodass es nicht zu düster wird.

Veröffentlicht am 25.11.2018

Was für ein Buch, ich bin hellauf begeistert!

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Als mir das Buch das erste Mal in der Verlagsvorschau begegnete, wusste ich auf den ersten Blick, dass ich es unbedingt lesen muss. Das Cover finde ich richtig schön, meine Neugier konnte es sofort wecken. ...

Als mir das Buch das erste Mal in der Verlagsvorschau begegnete, wusste ich auf den ersten Blick, dass ich es unbedingt lesen muss. Das Cover finde ich richtig schön, meine Neugier konnte es sofort wecken. Der Klappentext überzeugte mich ebenfalls auf Anhieb. Dieses Buch wird keine leichte Kost sein, da wir ich mir sicher. Mit dieser Vermutung sollte ich auch absolut richtig liegen.

Hadley ist in allem die Beste. Sie ist eine perfekte Schülerin mit Spitzennoten, sie ist eine exzellente Sportlerin mit Top-Leistungen, sie ist eine perfekte Tochter, die stets die Regeln ihrer Eltern befolgt. All das muss auch sein, denn nur so kann Hadley in ihrer Familie überleben. Nach außen mögen die McCauleys wie die Bilderbuchfamilie wirken, hinter der Fassade jedoch sieht es ganz anders aus. Wäre ihre kleine Schwester Lila nicht, hätte Hadley vermutlich schon längst etwas unternommen. Zu groß aber ist die Angst vor der Gewalt und der Unberechenbarkeit des Vaters. Für ihre kleine Schwester würde Hadley wirklich alles tun, sie schweigt daher. Doch dann lernt sie den Jungen Charlie kennen und zwischen den beiden entwickelt sich eine ganz besonders schöne und innige Beziehung. Aber selbst ihm kann sie sich nicht komplett anvertrauen. Als die Situation zu Hause schließlich eskaliert, setzt Hadley weiter alles daran, das schreckliche Familiengeheimnis zu wahren.

Puh, okay. Dieses Buch ist echt krass, sorry für die Ausdrucksweise. Das dies keine locker-leichte Lektüre sein würde, war mir, wie oben bereits erwähnt, schon vorher klar gewesen, allerdings hat sich das Buch für mich dann als deutlich härter herausgestellt als erwartet. Ich hatte hier stellenweise sogar mit den Tränen zu kämpfen, allerdings weniger aus Trauer, sondern mehr aus Wut. Ich möchte hier ja nun nicht allzu viel von der Handlung verraten, da ich auf keinen Fall spoilern möchte, aber ich kann euch versichern, dass der Vater der Protagonistin Hadley ein schrecklicher Mensch ist, auf den ich beim Lesen einen solchen Hass entwickelt habe! Dieser schwillt auch jetzt noch in mir, während ich dies schreibe.

Auf wen ich aber auch eine ungeheure Wut empfunden habe, sind all die Personen in dem Buch, die zu wissen glauben, was bei Hadley zu Hause abgeht und dennoch nichts unternehmen und den Mund halten. Wenn man keine Beweise hat, ist es einfach besser zu schweigen, oder? Nein, das ist so was von falsch! Leider spiegelt „Jetzt ist alles, was wir haben“ die traurige Realität wider.

Die Autorin greift in ihrem Roman ein sehr wichtiges und ernstes Thema auf und das auf eine so authentische, realistische und ehrliche Weise, dass einem die Handlung wirklich unter die Hand geht und an den Nerven zerrt.
Mich konnte das Buch von den ersten Seiten in seinen Bann ziehen, sodass ich die gut 400 Seiten quasi inhaliert habe.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht der 17-jährigen Hadley in der Ich-Perspektive. Im Wechsel wird im „Hier“ und „Jetzt“ erzählt, sodass man als Leser häppchenweise mit Details gefüttert wird und man sich immer mehr fragt, was sich in der Vergangenheit nur Schreckliches zugetragen hat, dass zu der Situation in der Gegenwart geführt hat.
Mir hat dieser Aufbau der Handlung richtig gut gefallen. Er verstärkt diese Sogwirkung nur noch, die das Buch dank der fesselnden Story eh schon auf einen ausübt. Neben den „Damals“ und „Jetzt“ Kapiteln gibt es auch immer wieder kleine Passagen, in denen ein Ermittler Befragungen durchführt, was das Ganze nur noch spannender macht. Ich bin wirklich begeistert von dieser Erzählweise! Ebenfalls klasse fand ich die vielen Textnachrichten, die sich Hadley mit ihren Freunden schreibt. So etwas liebe ich in Büchern, ich finde, dass sich solche Gespräche immer ganz besonders flüssig und angenehm lesen lassen.

Hadley hat mir unheimlich gut gefallen. Sie ist eine wundervolle Protagonistin, die man für ihre große Stärke nur bewundern kann. Ganz ehrlich, ich wäre sehr schnell innerlich an dem zerbrochen, was Hadley durchmachen und erleiden muss. Vonseiten ihrer Eltern lastet ein ungeheurer Druck auf ihr, in erster Linie vom Vater. Hadley muss in allem die Beste sein, schon für eine zwei minus in einer Schularbeit muss sie mit einer Strafe rechnen. Ihr Vater zwingt sie zu extremen Sportleistungen, er kontrolliert sie, schreibt ihr vor, was sie essen soll und auf welches College sie gehen hat, er ist unberechenbar, aufbrausend, gewalttätig. Was Hadley seit ihrer Kindheit alles durchmachen musste, ist so furchtbar, mir tat sie so leid.

Richtig schlimm fand ich ihre Ängste und Sorgen um ihre kleine Schwester Lila. Diese konnte ich absolut nachvollziehen. Hadley ist eine tolle große Schwester. Sie stellt Lilas Wohlergehen stets vor das ihre und setzt alles daran, dass ihre kleine 10-jährige Schwester in Sicherheit vor ihrem Vater ist.

Neben all dem Schmerz und dem Leid gibt es für Hadley aber zum Glück auch immer wieder kleine Lichtblicke, die ihr Halt geben. Zum einen natürlich Lila, aber dann ist da auch noch der Junge Charlie, den Hadley im "Damals" kennenlernt. Zwischen den beiden soll sehr schnell eine wunderschöne Liebesgeschichte entwickeln. Charlie ist ebenfalls ein toller Charakter, ihn habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Wie Hadley, so hat auch er es nicht leicht im Leben. Anders als sie, die in sehr gehobenen Verhältnissen aufgewachsen ist (Hadleys Familie ist ziemlich reich), kommt Charlie aus einer ganz anderen Schicht. Er hat also auch sein Päckchen zu tragen, allerdings wiegt dieses nicht so schwer, wie das von Hadley.

Ich habe hier beim Lesen eine gewaltige Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Wut, Trauer, Hass, Hilflosigkeit, Mitgefühl, Freude – mich hat das Buch emotional wirklich sehr mitgenommen und das Gelesene wird mich auch lange noch nicht loslassen. Was aber auch gut so ist. Dieser Roman soll einen aufrütteln, nachdenklich stimmen und deutlich machen, wie falsch es ist, zu schweigen.

Sehr gut fand ich auch das Nachwort der Autorin, in welchem sie nochmals dazu aufruft, sich Hilfe zu holen, wenn man selbst betroffen ist oder aktiv zu werden, wenn man etwas weiß und bisher darüber geschwiegen hat.

Auch wenn die Handlung echt keine leichte Kost ist, hat sie mir ein perfektes Leseerlebnis beschert. „Jetzt ist alles, was wir haben“ ist wahrlich nichts für schwache Nerven, es ist aber absolut lesenswert und sollte bei jedem, der es sich zutraut, auf die Leseliste wandern.

Fazit: Ein Buch, das eher ruhig ist, das aber dank der schockierenden und wichtigen Thematik genauso spannend und fesselnd ist wie ein Actionroman. Ich habe „Jetzt ist alles, was wir haben“ quasi inhaliert. Ich konnte das Buch stellenweise einfach nicht mehr aus der Hand legen, da ich so mit der Protagonistin mitgefühlt habe und unbedingt wissen musste, wie es mit ihr weitergehen wird. Amy Giles behandelt in ihrem Jugendroman das ernste Thema häusliche Gewalt und das auf eine so schonungslos ehrliche, authentische und bewegende Weise, dass einem das Gelesene richtig unter die Haut geht. Ich bin hellauf begeistert von dem Buch und kann es jedem, der sich stark genug dafür fühlt, wirklich nur ans Herz legen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 16.11.2018

Fesselnd bis zur letzten Sekunde

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Der Inhalt
Hadley McCauley führt ein vermeintlich tolles Leben. Sie ist eine hervorragende Schülerin mit besten Noten und der Aussicht, auf ein renommiertes College zu kommen, sie ist ein Sportass und ...

Der Inhalt
Hadley McCauley führt ein vermeintlich tolles Leben. Sie ist eine hervorragende Schülerin mit besten Noten und der Aussicht, auf ein renommiertes College zu kommen, sie ist ein Sportass und der Captain des Lacrosse Teams, nimmt private Flugstunden und ihrer Familie geht es finanziell mehr als gut. Klingt fantastisch, sollte man meinen, doch das ist alles nur Fassade. Nichts davon hat sich Hadley je gewünscht, nichts davon hat sie sich je erträumt. Ganz im Gegenteil, denn ihr Leben ist ein Alptraum aus Angst und Gewalt.
Keiner ihrer Freunde, Lehrer und Mitschüler ahnt, dass ihr Vater sie terrorisiert. Sowohl körperlich, als auch seelisch. Und ihre Mutter? Die schaut nur tatenlos zu und trinkt sich die Welt schön. Hadley wäre wohl schon lange von zu Hause ausgerissen, wenn da nicht ihre kleine Schwester Lila wäre. Diese schützt sie um jeden Preis vor ihrem Vater, lenkt seine Aufmerksamkeit von der Zehnjährigen auf sich, sodass Lila unbeschwert und unbeschadet aufwachsen kann.
Als Hadley sich jedoch in Charlie Simmons, dem Schwarm der Schule verliebt und die beiden sich näher kommen, wird das Leben der Schülerin noch komplizierter. Einerseits ist da die Hoffnung, dass sie sich doch noch Träume erfüllen kann, andererseits steigt Hadleys Angst, ihr Vater könne ihr auf die Schliche kommen und alles zerstören, was sie sich mit Charlie nach und nach erkämpft.


Meine Meinung
Das Buch behandelt ein sehr heikles Thema, dass aktueller kaum sein könnte und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich beim Lesen mehr als einmal schwer schlucken musste. Vorab mag ich schon mal sagen, dass ich Eltern empfehlen würde, ihre Kinder beim Lesen zu begleiten, um Fragen zu beantworten. Ich finde die Leseempfehlung ab 14 etwas gewagt und würde es persönlich erst ab 16 empfehlen.

Die Geschichte um Hadley ist von der ersten Sekunde an fesselnd und mitreißend. Man wird brutal in die Handlung geschubst, steht vor einem Berg von Fragen, die sich von Kapitel zu Kapitel allmählich lichten und am Schluss ein rundes Ganzes ergeben.

Die Autorin versteht es, Spannung Stück für Stück aufzubauen und den Konflikt immer weiter anschwellen zu lassen. Bei jeder Erwähnung oder Begegnung mit Hadleys Vater wird eine sehr unangenehme, angespannte Atmosphäre erzeugt, die einem den Atem raubt.
Dabei hat das Buch auch seine leichten, unbeschwerten Stellen, wenn Hadley mit Lila, ihrer kleinen Schwester herumalbert, sich mit ihren Freunden Meaghan und Noah trifft oder letztlich ihre große Liebe Charlie findet. Dennoch schwebt immer der dunkle, bedrohliche Schatten ihres Vaters über allem und bestimmt ihr Leben.

Ich fühle mich oft an meine eigene Kindheit und Jugend erinnert, in der ich es auch nicht immer leicht hatte und einige Sätze, die Hadlyes Vater von sich gibt, hätten so auch von einer Person aus meiner Vergangenheit stammen können: hart, verletzend und brutal.
Einige Stellen sind so intensiv, dass es mich zu Tränen rührt und mich mit Hadley mitleiden lässt. Bis zum letzten Moment weiß man nicht genau, wie das Buch ausgehen wird; ob es ein Happy End gibt, oder alles in einer furchtbaren Tragödie endet. Und wisst ihr was? Ich werd euch das auch nicht verraten. Das müsst ihr schon selbst heraus finden.


Fazit
Was für ein Buch!! Lest es, lest es, lest es!!
Ich kann mir gut vorstellen, dass Teenager, die ähnliches erlebt haben, sich beim Lesen des Buches wiedererkennen und vielleicht durch die Lektüre den Mut fassen können, sich Hilfe zu suchen. Das wäre sehr wünschenswert und schöner Weise gibt das Buch im Schlusswort noch einige Anlaufstellen an die Hand.
>>Jetzt ist alles was wir haben<< ist Jugendbuch, Thriller, Romanze und Highschool Drama in einem und ein fantastisches Erstlingswerk der Autorin Amy Giles. Vielleicht ist das Thema Häusliche Gewalt an Minderjährigen nicht für jeden etwas. Aber diejenigen, die sich an das Thema heranwagen, werden mit Sicherheit nicht enttäuscht.

Veröffentlicht am 06.11.2018

Brandaktuell, erschütternd, bewegend

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"Jetzt ist alles, was wir haben" ist das Debüt von Amy Giles und hat mich vollkommen überzeugen können.

Hadley ist 17 Jahre alt und eigentlich sieht ihr Leben nach außen hin perfekt aus. Sie kommt aus ...

"Jetzt ist alles, was wir haben" ist das Debüt von Amy Giles und hat mich vollkommen überzeugen können.

Hadley ist 17 Jahre alt und eigentlich sieht ihr Leben nach außen hin perfekt aus. Sie kommt aus einer wohlhabenden Familie, schreibt gute Noten, ist Captain ihres Lacrosse Teams und hält sich immer an die Regeln. Doch Hadley verbirgt, wie ihr Leben wirklich ist und lässt niemanden hinter ihre Fassade schauen. Doch dann verbringt sie mehr Zeit mit ihrem Klassenkameraden und Schwarm Charlie und ihre Fassade beginnt zu bröckeln.

Auch wenn ich schnell eine Ahnung davon hatte, was genau mit Hadley los ist, war ich dennoch richtig gefesselt von dem Buch und habe die Geschichte quasi inhaliert. Erzählt wird abwechselnd im "Jetzt" und "Damals", wodurch man immer wieder einzelne Happen der verschiedenen Zeitebenen hingeworfen bekommt und sich zunehmend fragt, wann die ganze Sache denn so schief gelaufen sein kann. Man fragt sich, was denn im "Damals" passiert ist, um das "Jetzt" herbeizuführen. Zusätzlich gibt es immer wieder kleinere Einschübe, in denen ein Ermittler Hadleys Umfeld befragt, was für zusätzliche Spannung sorgt. Ich fand diese Erzählweise wirklich gut und zur Geschichte passend und habe so etwas in einem Jugendbuch bisher noch nicht gelesen.

Hadley ist eine wirklich tolle Protagonistin. Sie ist verantwortungsbewusst und dennoch eigentlich ein typischer Teenager, der ihre Freunde wichtig sind. Allerdings bekommt sie viel Druck von zu Hause und versucht immer nur, es ihrem Vater recht zu machen. Dabei stellt sie ihre eigenen Wünsche und Interessen vollkommen hinten an. Ihr größtes Ziel ist es, ihre jüngere Schwester zu beschützen und dabei nimmt sie einige Opfer in Kauf. Ich fand es so toll, wie Hadley mit Charlie zusammen aufgeblüht ist. Und dennoch konnte ich ihre Ängste und Sorgen vollkommen verstehen. Die Geschichte war einfach so authentisch, dass ich in mehreren Szenen Gänsehaut bekommen habe oder mir Tränen in die Augen gestiegen sind. Denn so abwegig ist Hadley Schicksal auf gar keinen Fall! Wenn man sich dies immer wieder vor Augen führt, macht man beim Lesen eine Achterbahnfahrt der Gefühle durch: Wut, Trauer, Mitgefühl, Glück, Euphorie und Angst. All das und noch viel mehr habe ich beim Lesen empfunden. Das Buch hat mir wirklich das Herz gebrochen und ich habe so sehr mit Hadley mitgelitten.

Ich fand es auch besonders toll, dass Charlie aus einer vollkommen anderen "Schicht" kommt als Hadley und dass ihre Beziehung so liebevoll war. Charlie ist mir direkt ans Herz gewachsen. Er hat zwar auch seine Fehler, aber er ist immer für Hadley da und will sie unterstützen, wo es nur geht. Man hat hier das Herzkribbeln richtig gespürt. Die Beziehung der beiden ist einfach so süß und authentisch.

Die Nebencharaktere fand ich auch zur Geschichte passend, wobei es hier einige Charaktere gab, die meine Sympathie nicht gerade gewonnen haben. So fand ich zum Beispiel Hadleys besten Freund richtig klasse, da er immer wieder Andeutungen macht und versucht Hadley zum Reden zu bewegen. Ihre beste Freundin hingegen fand ich ignorant und egoistisch. Allerdings war auch das in meinen Augen wieder authentisch, denn Hadley wollte ja eben nicht, dass man sie durchschaut und ihre Freundin hat sich eben auch nur verhalten, wie es Teenager in dem Alter eben tun.

Positiv erwähnen möchte ich auf jeden Fall noch das Schlusswort der Autorin, in dem sie sich mit den von ihr behandelten Themen auseinander setzt. Sie informiert und ruft zum Hilfe-Suchen auf, wenn man in einer ähnlichen Situation steckt. Wenn sie damit auch nur einen einzigen Menschen dazu bewegt, das richtige zu tun, dann hat sich dies auf jeden Fall schon gelohnt!

Fazit: "Jetzt ist alles, was wir haben" hat mich tief bewegt und emotional schockiert. Ich kann das Buch wirklich nur jedem ans Herz legen!