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Veröffentlicht am 15.05.2017

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Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans
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Cavaliersreise war mein erstes Königskind und aufmerksam darauf wurde ich durch Empfehlungen lieber Bloggerkolleginen. Angesprochen hat mich der historische Hintergrund sowie die angedeutete gleichgeschlechtliche ...

Cavaliersreise war mein erstes Königskind und aufmerksam darauf wurde ich durch Empfehlungen lieber Bloggerkolleginen. Angesprochen hat mich der historische Hintergrund sowie die angedeutete gleichgeschlechtliche Beziehung.

Das Cover finde ich schlicht, aber schön. Zum Roman passt es sehr gut. Ich assoziiere damit gleich, dass es in einer anderen Zeit spielt

Zum Inhalt: Sir Henry Montague hat so einige Talente, so kann er einiges an Alkohol trinken und vorzüglich Männer wie Frauen verführen. Leider keine Talente, die bei seinem Vater auf wohl gefallen stoßen. So dient die anstehende Cavaliersreise nicht nur der Bildung, sondern auch als letzte Chance, seinen Pflichten nachzukommen. Doch es läuft anderes als geplant, Henry, sowie sein Freund Percy und seine Schwester Felicity werden von Wegelagerern überfallen und eh sie sich versehen, hat ihre Reise eine ganz andere Richtung angenommen....

Der Schreibstil von Mackenzi Lee ist besonders. Zuerst hatte ich etwas Probleme in diese altertümliche Sprache hinein zu finden. Doch sie macht die Geschichte sehr authentisch. Trotzdem bin ich immer mal wieder aus der Geschichte geflogen, weil ich an einzelnen Wörtern hängen geblieben bin. Sie erzählt den Roman aus der Ich-Perspektive von Henry. Dies tut sie so meist spannend, doch gab es hin und wieder ein paar Längen für mich. An manchen Stellen verlor ich die Lust weiter zu lesen, dafür fand ich aber andere wiederum sehr spannend.

Die Charaktere. Sir Henry Montague, kurz Monty ist ziemlich speziell. Er wächst mit den Vorteilen eines Adeligen auf, aber auch mit den Pflichten. Er trinkt und raucht, frönt dem Glücksspiel und vergnügt sich auch gerne mal mit dem gleichen Geschlecht. Sehr zum Missfallen seines Vaters. Er hat eine selbstbezogene und sarkastische Seite, aber auch eine weiche und verletzliche, außerdem ist er sehr gerissen und risikofreudig. Percy ist sein bester Freund, er wurde von wohlhabenden Verwandten aufgezogen, genoss aber nicht die gleichen Privilegien wie Monty, da er dunkelhäutig ist. Felicity entpuppt sich als sehr starke junge Frau. Die ihrer Zeit um so einiges voraus ist.

Zur Geschichte. Drei Jugendliche auf der Schwelle zum Erwachsenenalter machen sich auf eine Reise. Drei Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen, nicht das Leben führen könne, das sie so gerne wollen. Durch Rang, Hautfarbe und Geschlecht werden sie in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Schaffen sie es aus den Zwängen auszubrechen? Noch dazu gibt es so einige Abenteuer zu bestreiten. Sei es eine sinkende Insel, Piraten oder Wegelagerer. Ihre Reise führ die Drei durch einige Länder und wir erleben einiges mit ihnen. Mir hat es sehr gefallen, in eine andere Zeit abzutauchen. Auch wenn ich es, wie jedes Mal wieder, erschreckend fand. Etwas schade fand ich, dass nicht so sehr auf die (Liebes-) Beziehung von Monty und Percy eingegangen wurde. Da hätte es für mich gerne etwas mehr sein dürfen.

Fazit:
Ein vorzüglicher Abenteuerroman, über drei Jugendliche im achtzehnten Jahrhundert, die sich auf Cavaliersreise begeben.
Humorvoll aber auch nachdenklich.
Die meiste Zeit spannend, doch für mich mit ein paar Längen.
Liefert Stoff für Diskussionen.

Veröffentlicht am 15.05.2017

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Der Schwarze Thron 1 - Die Schwestern
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Aufmerksam auf das Buch wurde ich schon in den Neuerscheinungen und die große Werbeaktion hat ihr Übriges getan. Doch war ich auch etwas unsicher, High Fantasy ist bei mir immer so eine Sache. Entweder ...

Aufmerksam auf das Buch wurde ich schon in den Neuerscheinungen und die große Werbeaktion hat ihr Übriges getan. Doch war ich auch etwas unsicher, High Fantasy ist bei mir immer so eine Sache. Entweder ich lieb es, oder ich finde es zäh. Schon mal vorweg, ich liebe es.

Drei schwarze Hexen, unschuldig, klein einem Schoß entsprungen, können niemals Freundinnen sein. Drei schwarze Hexen, jede so schön, zwei werden verschlungen, nur eine gekrönt. Seite 305

Cover und Gestaltung: Ich mag das Cover sehr gerne, wie der Rauch mit den Krähen von der Krone aufsteigt. Noch dazu die Details mit dem Bären, Schlange und Pferden. Sehr schön gemacht. Die Karte am Anfang schaut auch toll aus und ist sehr hilfreich. Ein kleines Personenverzeichnis am Ende wäre auch toll gewesen. Ich persönlich habe es nicht gebraucht, aber ich denke, vielen anderen könnte es helfen.

Zum Inhalt: Drei Schwestern. Ein Thron. Jede hat eine andere Gabe. Und nur eine wird sich durchsetzen. Eine wird auf dem Thron sitzen, doch dafür muss sie zuerst ihre Schwestern umbringen. Leichter gesagt als getan. Denn nur bei Mirabella hat sich die Gabe schon gezeigt. Katharine und Arsinoe warten noch darauf, dass sich ihr Talent zeigt. Und dann mischen noch andere mit, der schwarze Rat und die Priesterinnen haben auch noch ein Wörtchen zu sagen und natürlich die Gefühle. Wer wird am Ende auf dem Thron sitzen?

Der Schreibstil: Der Stil von Kendare Blake ist sehr flüssig zu lesen. Sie hat eine tolle Mischung zwischen Beschreibungen und Handlung. Ich konnte mir die Umgebung sowie die Charaktere sehr gut Vorstellen. Außerdem bringt sie ordentlich Spannung in die Geschichte und schreibt sehr fesselnd. Ich habe das Buch an einem Sonntag komplett gelesen. Dabei wollte ich nur kurz rein lesen. Die Kapitel wechseln zwischen den drei Schwestern, dabei wird aus der Sicht eines Erzählers erzählt. Dies war für mich zuerst umgewöhnt, da ich die Ich-Perspektive mittlerweile so gewöhnt bin. Dann aber doch eine willkommene Abwechslung.

Die Charaktere: Von ihnen gibt es so einige. Jede Schwester hat eine Familie, Freunde und Bewacher. Da kommen einige Menschen zusammen. Zu Beginn war ich überrascht, dass wir als Leser alle drei Schwester so intensiv kennenlernen. Ich dachte irgendwie, eine sei gut und die anderen zwei seien die bösen. Aber ich merkte schnell, es wird nicht leicht sich für eine zu entscheiden. Mirabella hat ein sehr starkes Talent für Elemente. Alle denken sie sei deswegen arrogant und überheblich, dabei ist sie ein sehr herzlicher Mensch. Katharine wird von den Giftmischern aufgezogen und tat mir einige Male so leid. Die Entwicklung die sie im Verlauf der Handlung durchmacht, hat mir sehr gefallen. Arsinoe mochte ich zu Beginn, doch dann kam der Punkt, da nervte sie mich etwas. Ihr Talent als Naturbegabte kam noch nicht zum Vorschein und sie will es auf Teufel kom raus wecken. Außerdem hatten sie und ihre Freunde recht viel Screentime und ich hätte da gerne auch mehr über die anderen gelesen.

Nur ein Prinzgemahl ist dumm genug, sich in eine Königin zu verlieben. Seite 180

Zur Geschichte. Drei Schwestern und nur ein Thron. Da ist Spannung vorprogrammiert. Mir hat der Weltenentwurf sehr gefallen, den die Autorin sich da ausgedacht hat. Eine Insel, auf der Magie herrscht, Menschen die mit besonderen Talenten geboren werden. Eine Insel, die von Nebel umgeben ist und von der Göttin bewacht wird. Die Darstellung der Magie hat mir auch gefallen. So hat eine Naturbegabte zum Beispiel ein Tier, mit dem sie mental verbunden ist. Mit dem Ende konnte die Autorin mich echt überraschen und dies passiert nicht mehr so häufig bei mir. Ich würde am liebsten sofort Band 2 lesen.

Fazit:
Drei Schwestern, doch nur ein Thron, wer wird ihn am Ende besteigen.
Ich habe das Buch innerhalb von einem Tag gelesen. So sehr konnte mich die Autorin mit ihrer Geschichte fesselnd. Und gäbe es schon Band 2, hätte ich es gleich im Anschluss gelesen.
Spannend und fesselnd begleiten wir hier die drei Schwestern, die trotz aller Unterschiede, doch auch einiges gemeinsam haben.
Die entworfene Welt konnte mich genauso überzeugen, wie die Darstellung der Magie.

Veröffentlicht am 14.05.2017

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Auf immer gejagt (Königreich der Wälder 1)
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Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch das schöne Cover und den Klappentext. Daraufhin habe ich mir die englischen Besprechungen angesehen und meine Erwartungen an das Buch waren danach nicht mehr so ...

Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch das schöne Cover und den Klappentext. Daraufhin habe ich mir die englischen Besprechungen angesehen und meine Erwartungen an das Buch waren danach nicht mehr so hoch. So wurde ich sehr positiv überrascht.

Das Cover auf dem Schutzumschlag ist schon schön, aber wenn man es abnimmt, erscheint ein düsterer Wald. Ich liebe diese Optik und außerdem passt es auch noch super zum Buch. Die Kapitel Überschriften sind in der gleichen schönen schnörkeligen Schriftart wie der Titel. Kurz um, für die Gestaltung gibt es von mir die volle Punktzahl. Leider habe ich eine Karte vermisst, die Protagonisten reisen viel und da werde eine Karte echt schön gewesen.

Zum Inhalt: Tessa lebt zurückgezogen mit ihrem Vater im Wald. Dieser ist Kopfgeldjäger des Königs. Er bildet sie und Cohen aus und bringt ihnen allerlei über das Jagen und den Wald bei. Als ihr Vater stirbt, ist Tessa auf sich alleine gestellt, den Cohen hat schon vor Monaten den Dienst beim König angedrehten und niemand im Dorf möchte etwas mit ihr zu tun haben. Den nicht nur ist sie unehelich geboren, nein ihrer Mutter wird auch vorgeworfen eine Verräterin gewesen zu sein und noch dazu soll sie Magie betrieben haben. Magie ist in Malam streng verboten. Genauso wie das Wildern, bei dem Tessa erwischt wird und ehe sie sich versieht, hat sie einen Handel mit dem Kronregenten und jagt den Mörder ihres Vaters. Cohen, doch war er es wirklich.....

Eigentlich wollte ich nur kurz in das Buch hinein lesen, doch gestoppt habe ich dann erst auf Seite 200. Dies spricht wohl für den fesselnden und flüssigen Schreibstil der Autorin. Ausgelesen habe ich es dann innerhalb von zwei Tagen. Die Autorin hält die Mischung zwischen Beschreibungen, Erklärungen und vorankommen der Handlung vorzüglich. Langeweile kam bei mir keine auf. Auf immer gejagt konnte mich so in seinen Bann ziehen, wie kein anderes Buch die letzten 30 Tage.

Es kommt mir vor, als wäre ich eine von ihnen, gebeutelt von den Widrigkeiten des Lebens, von meinem Dasein als Außenseiterin, meiner Einsamkeit. Auf immer gejagt. Seite 271

Die Charaktere. Tessa wird von klein auf ausgeschlossen, dies formt ihren Charaktere. Sie hat nur ihren Vater, der ihr das Jagen, Fährten lesen und auch allerlei Weisheiten beibringt. Später stößt noch Cohen dazu, der bei Saul, ihrem Vater in die Lehre als Kopfgeldjäger geht. Ich mochte Tessa, sie kann sich selbst versorgen und ist die meiste Zeit nicht auf den Kopf gefallen. Einzig ihr verhalten bei Cohen störte mich manchmal. Da war einfach ein bissl zu viel angaffen und fast schon sabbern für mich. Cohen fand ich auch interessant, doch um ihn richtig lieb zu gewinnen blieb er mir etwas zu blass. Dies ist aber oft so bei mir, wenn die Geschichte nur aus der Ich- Perspektive der weiblichen Protagonistin erzählt wird.

Die Geschichte ist natürlich nicht neu. Es gibt zwei Königreiche, in dem einen ist Magie erlaubt und in dem anderen nicht. Dazu eine Liebesgeschichte, die zu Beginn ausweglos erscheint. Der Fokus auf das Thema jagen und Spuren lesen hat mir gut gefallen. Sowie die Struktur der Magie. Diese wird dem Leser gut begreiflich erklärt ohne zu schwierig / komplex zu werden. Die Liebesgeschichte steht kaum im Mittelpunkt, was ich sehr positiv fand. Lediglich das Schwärmen und anhimmeln von Tessa hat mich manchmal gestört. Aber darüber konnte ich gut hinweg sehen. Was mich noch etwas gestört hat, die Gruppe macht eine Entdeckung, aber niemand scheint auf das Offensichtliche zu kommen. Dass Tessa da nicht dahinter steigt verstehe ich, aber da waren noch Menschen, mit sehr viel Lebenserfahrung mit dabei. Aber wenn sie es alle durchschaut hätten, hätte die Story so nicht funktioniert. Deswegen auch hier ein Okay von mir.

Fazit:
Spannend und fesselnd.
Die Geschichte von Tessa und Cohen konnte mich in ihren Bann ziehen.
Ich bin gespannt, was in Band 2 noch passieren wird.
4,5 Weingummis

Veröffentlicht am 09.05.2017

4,5 Sterne

Ich, Eleanor Oliphant
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Angesprochen hat mich hier der Klappentext. Eine Frau die Probleme hat sich dem sozialen Leben anzupassen. Da kam gleich die Frage bei mir auf, Warum, Was ist da passiert. Dann noch eine angedeutete Liebesgeschichte, ...

Angesprochen hat mich hier der Klappentext. Eine Frau die Probleme hat sich dem sozialen Leben anzupassen. Da kam gleich die Frage bei mir auf, Warum, Was ist da passiert. Dann noch eine angedeutete Liebesgeschichte, die zum Glück so überhaupt nicht kitschig oder Raum einnehmend war.

Eleanor Oliphant, die letzte Überlebende - das war ich.
Eine glückliche Einzelkämpferin.
Seite 230

Zum Inhalt: Eleanor Oliphant ist ende 20 und lebt in Glasgow. Seit Jahren hat sie ihren Job in der Buchhaltung und ihre Tage verlaufen immer gleich. Ein Beispiel, freitags ist Pizza Tag und dazu gibt es am Wochenende den wohlverdienten Wodka, damit es sich besser schlafen lässt. Freunde und Familie gibt es nicht, doch da wäre noch Mummy, aber mit der kann sie nur telefonieren. Eleanor lebt in ihrem Schneckenhaus, bis sie einem Musiker begegnet. Ok, nur sie hat ihn wahrgenommen, doch sie merkt sogleich, er ist der Richtige. Und dies ist der Wendepunkt, denn nun passieren ganz viele Dinge in ihrem Leben.

Der Schreibstil von Gail Honeyman hat mir sehr gut gefallen. Sie verleiht Eleanor einen wunderbar trockenen Humor. Aus ihrer Sicht erzählt sie auch die Geschichte. So bekommt der Leser alle bedrückenden und teilweise auch seltsamen Gedanken von Eleanor mit. Wobei ich seltsam unter Vorbehalt sage, da sie für mich nachvollziehbar und schlüssig waren, wenn man den Kontext bedenkt, dies könnte aber auf jemand anderen anders wirken. Die Woge zwischen Humor und traurigen Szenen hält sich gut und der lockere Schreibstil trägt dazu bei, dass die Geschichte nicht zu bedrückend wirkt.

Wahrscheinlich fermentieren Tränen im Laufe der Zeit,
aus all dem angestauten Salzwasser wird bittere Säure, die einem langsam zersetzt,
Seite 406

Die Autorin hat es geschafft, mit Eleanor einen ganz besonderen Charakter zu schaffen. Mir war sie gleich sehr sympathisch. Wobei sie wohl nicht zu den Sympathieträgern im Allgemeinen zählt. Doch ich mag diese Art von Menschen, etwas schrullig, komisch, anders oder einfach besonders. Eleanor ist ein sehr ehrlicher Mensch und merkt oft nicht, wie sie ihre Mitmenschen damit verletzt. Noch dazu denkt sie, sie hätte die sozialen Gepflogenheiten drauf, doch da kommen manchmal ganz witzige Dinge bei raus. Sie kümmert sich kaum darum, was die anderen über sie denken. Doch es hat immer einen Grund, wieso ein Mensch so geworden ist, wie er ist und bei Eleanor verbirgt sie eine sehr traurige Vergangenheit dahinter.

Zur Geschichte: Rückwirkend muss ich sagen, es gab keine wirklichen Spannungselemente. Trotzdem hatte ich beim Lesen keine Hänger, wollte immer weiter lesen und erfahren, was da in ihrer Vergangenheit passiert ist. Es ist schön mit zu erleben, wie Eleanor langsam aus ihrem Schneckenhaus heraus kommt. Nicht weil ich denke, man müsste sich der Masse anpassen, sondern weil man merkt, wie es ihr besser damit geht. Wie sie langsam Freundschaften schließt und sich immer wohler fühl. Auch das Ende hat mit gefallen, da es sehr gut zur Geschichte gepasst hat.

Fazit:
Eleanor Oliphant, ein besonderer Name für eine besondere Frau und ein besonderes Buch.
Eleanor ist kein einfacher Charakter und ich schätze, viele werden sich an ihrer Art etwas stören oder sie nicht verstehen, trotzdem lohnt es sich in meinen Augen, sich auf sie und ihre Geschichte einzulassen. Weil sie einem zeigt, dass Menschen nicht einfach so sind, wie sie sind. Niemand ist einfach nur komisch, keiner passt nur in eine Schublade. Dinge haben einen Grund und bevor man beurteilt, sollte man vielleicht einfach mal akzeptieren.
Und genau deswegen fand ich es auch schade, dass die Autorin nicht noch genauer auf Mummy eingegangen ist. Deswegen nur 4,5 Weingummis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Figuren
  • Erzählstil
  • Humor
  • Originalität
Veröffentlicht am 01.05.2017

4,5 Sterne

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
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Nachdem mir The Sun is Also a Star von der Autorin so gut gefallen hat, wollte ich sogleich ihren ersten Roman lesen. Besonders da dieser bald im Kino erscheinen wird.

Zum Inhalt: Madeline leidet an einer ...

Nachdem mir The Sun is Also a Star von der Autorin so gut gefallen hat, wollte ich sogleich ihren ersten Roman lesen. Besonders da dieser bald im Kino erscheinen wird.

Zum Inhalt: Madeline leidet an einer extrem seltenen Immunkrankheit. Deswegen darf sie ihr Haus nicht verlassen. Da sie nie etwas anderes kannte, stört es sie auch kaum. Bis neben an Olly einzieht, ein Junge in ihrem alter und plötzlich merkt sie, was ihr alles vorenthalten wird. Sie möchte die Welt nicht nur durch ihre Bücher erleben, sonder auch in echt, doch das ist gefährlich.....

Es gibt genug anderes, vor dem du dich fürchten kannst.
Die Liebe kann dir nichts antun.
Seite 99.

Der Schreibstil von Nicola Yoon hat mir wieder sehr gefallen. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht von Maddy. Die Kapitel sind kurz gehalten und es gibt auch immer wieder Zeichnungen oder andere Auflockerungen. Außerdem eigene Definitionen von Maddy. Diese Details haben mir sehr gut gefallen, sie lockern die Geschichte nicht nur auf, sondern unterstreichen auch die einzelnen Szenen. Es gibt auch so einige schöne und tiefgründige Sätze. Und wie auch In the Sun is also a Star fließen ein paar Informationen mit ein.

Die Charaktere: Maddy ist unsere Protagonistin, da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, lernen wir sie gut kennen. Sie ist ein starkes Mädchen, versinkt nicht im Selbstmitleid, sondern hat sich mit ihrer Krankheit arrangiert. Und doch möchte sie mehr vom Leben, mehr als sterile Räume, mehr als die tägliche Routine. Erst durch Olly entspringt dieser Wunsch nach mehr. Olly hat es auch nicht leicht, nachdem sein Vater seinen Job verloren hat, tyrannisiert er die Familie. Er war mir auch sympathisch, doch erfährt man nicht so viel von ihm, wie ich mir gewünscht hätte.

Die Geschichte. Durch den leichten Schreibstil und die vielen kleinen Kapitel, sowie die Bilder / Auflockerungen konnte ich das Buch sehr schnell und flüssig lesen. Doch der Sog, den The Sun is also a Star bei mir auslöste blieb aus. Vielleicht lag es auch daran, dass ich ab der Hälfte der Geschichte eine Vermutung hatte, die sich dann auch bestätigt hat. So war ich nicht so überrascht, wie bestimmt viele andere. Trotzdem hat diese Vermutung auch meinen Lesefluss beflügelt, da ich unbedingt wissen wollte, ob ich recht habe. Die Idee hinter der Geschichte gefällt mir auf jeden Fall. Und wer vor dem Buch zurückschreckt, weil er etwas sehr traurig erwartet, dem kann ich nur gut zusprechen. Das Buch hat eine sehr lebensbejahende Botschaft. Maddy ist isoliert in ihrer Welt, weil sie es muss. Wie viele von uns isolieren sich freiwillig.

Fazit:
Eine schöne Geschichte darüber, sein Leben zu leben und keine Angst davor zu haben.
Darüber wie Liebe einen beflügeln kann, aber auch Einschränken.
Die vielen schönen Bilder / Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen, genauso wie der leichte Schreibstil und die Idee der Geschichte.
Ein kleines bissl etwas hat mir noch gefehlt, deswegen nur 4,5 Weingummis.