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Veröffentlicht am 31.07.2020

Highschooldrama mal anders

Regenwaldgeflüster
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In dem Buch taucht man in eine Welt ein, die an klassische Highschoolfilme erinnert. Da gibt es Vicky, eigentlich ein tolles Mädchen, die aber auf der Mädchenschule von ihren Mitschülerinnen fertiggemacht ...

In dem Buch taucht man in eine Welt ein, die an klassische Highschoolfilme erinnert. Da gibt es Vicky, eigentlich ein tolles Mädchen, die aber auf der Mädchenschule von ihren Mitschülerinnen fertiggemacht wird, mitunter von Lena, mit der sie eigentlich mal befreundet war. Auf dem Flug ins Auslandjahr treffen sie auf Drew, einen bekannten Sänger, den Vicky anhimmelt und an den sich Lena ranschmeißt, doch Drew interessiert sich nur für Vicky. Und dann nimmt alles eine Wendung, die gar nicht mehr an die Highschool erinnert: Das Flugzeug stürzt ab. Nur durch Drews Flugangst haben sie das benötigte Wissen, um nicht wie alle anderen in dem detailliert beschriebenen Horrorszenario zu überleben. Und Vickys Wissen hilft den dreien im Dschungel, wo sie von wilden Tieren und Gefahren umgeben sind.

Das Buch erzählt eine Geschichte von Eifersucht, Mobbing und den Werten, die am Ende tatsächlich zählen. Wer sich für solche Handlungen interessiert und für die warmen Sommertage ein Buch sucht, in das man leicht eintauchen kann, sollte sich „Regenwaldgeflüster“ genauer anschauen.

Leider haben sich jedoch einige Rechtschreib- und Grammatikfehler eingeschlichen, die das Buch aber nicht dominieren, sondern nur selten auffallen. An einigen Stellen war mir die Handlung leider ein wenig zu repetitiv, ausgelöst durch die Art der Erzählung. Wir bekommen nämlich nicht nur den Einblick in das Innenleben eines Charakters, sondern gleich von zweien! Abwechselnd gibt es in einem Kapitel mal die Gedanken von Vicky, in einem anderen die von Drew dargestellt.

Also: Wer Lust auf einen Abenteuerroman im Dschungel hat, der nicht von Charakteren handelt, die nichts mit einem gemeinsam haben, sondern von einer Protagonistin, in der man sich auch selbst wiederfinden kann, sollte zu „Regenwaldgeflüster“ greifen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2020

Hungerspiele mal anders?

Die Tribute von Panem X
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Coriolanus Snow. Der Protagonist dieses Buches. Er ist voller Ambivalenzen und Unsicherheiten und vereint für mich somit auch alles, was ich insgesamt gut beziehungsweise schlecht an dem Werk einschätze. ...

Coriolanus Snow. Der Protagonist dieses Buches. Er ist voller Ambivalenzen und Unsicherheiten und vereint für mich somit auch alles, was ich insgesamt gut beziehungsweise schlecht an dem Werk einschätze. So wie er bin ich hin- und hergerissen. Denn einerseits ist da Coriolanus als kleiner Rebell, den man ins Herz schließt, und andererseits ist da der Idiot Coriolanus, geprägt vom Kapitol, schon allein durch den seltsamen Namen, den er wie alle im Kapitol trägt. In einer Welt, gefangen zwischen Kriegstrauma und den Lächerlichkeiten und Absurditäten, die uns auch in der Trilogie erwarten.

Wir sehen die Ursprünge der Hungerspiele, aber schon wieder sind es hier ähnliche Motive und ich weiß nicht, ob mir die Lieder, die wir schon kennen, die ausgegrabene Katniss, die Rosen, die zunächst unerwiderte Liebe und die Lebensschuld nicht doch ein zu großer Wink mit dem Zaunpfahl sind, ganz nach dem Motto: "Haha, alles ist verbunden!" Aber vielleicht ist ja auch gerade das das Schöne: Das Finden von Verknüpfungen.

Was mich ebenso an die Trilogie erinnert, ist das etwas abrupte Ende. Natürlich kommt es nicht komplett aus dem Nichts, aber eine ganze schicksalswendende Begebenheit in ein Kapitel zu packen, erschien mir ein bisschen viel und ein bisschen schnell.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen und habe es geliebt, in eine Welt neu einzutauchen, die eigentlich schon bekannt ist, aber doch so anders. Wer also wieder ein Teil der Hungerspiele sein möchte, ist hier willkommen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2020

Der Schein trügt

nichts, was uns passiert
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Als ich das Buch zuerst in der Hand hielt, war ich skeptisch. Das Cover erschien mir langweilig und die ersten Sätze nicht besonders aufregend. Ehrlich gesagt hat sich dieser erste Eindruck auch während ...

Als ich das Buch zuerst in der Hand hielt, war ich skeptisch. Das Cover erschien mir langweilig und die ersten Sätze nicht besonders aufregend. Ehrlich gesagt hat sich dieser erste Eindruck auch während des gesamten Lesens nicht geändert. Der Schreibstil ist alltäglich und die Figuren auch nichts besonderes. Aber ehrlich gesagt ist das etwas gutes, was eigentlich sehr überraschend ist, denn wer braucht schon Charaktere, die nichts besonderes sind?

Die Antwort ist ganz simpel: Dieses Buch. Denn meiner Meinung nach soll es genau das zeigen. Es kann uns alle treffen.
Anna wird vergewaltigt - oder auch nicht.
Jonas hatte Annas Einverständnis - oder auch nicht. Anna hat bloß zu viel getrunken - oder auch nicht.
Die soziale Ausgrenzung Jonas' ist berechtigt - oder auch nicht.

Wir als Leser*innen wissen das nicht. Wir werden es wohl auch nie erfahren, denn die Autorin hat es geschickt geschafft, uns Teil der Umgebung von Anna und Jonas werden zu lassen. Mit ihren Freunden und Bekannten rätseln wir, was wahr ist und was nicht, aber wirklich sicher sind wir uns bis zum Schluss nicht.

An manchen Stellen sind der Schreibstil und der Satzbau jedoch sehr repetitiv, was man zwar auch auf die Alltäglichkeit schieben kann, aber mich eher gestört hat. Nichtsdestotrotz kann man dieses Buch sehr gut lesen und vor allem wirklich gut diskutieren. Eine klare Empfehlung von mir!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere