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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2022

Konnte mich nicht überzeugen

Eine kurze Geschichte der Menschheit
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Meinung:
Eine kurze Geschichte der Menschheit ist ein Buch, bei dem der Autor – wie der Name schon sagt – versucht, die gesamte Menschheitsgeschichte in einem einzigen Sachbuch zusammenzufassen.
Ein sehr ...

Meinung:
Eine kurze Geschichte der Menschheit ist ein Buch, bei dem der Autor – wie der Name schon sagt – versucht, die gesamte Menschheitsgeschichte in einem einzigen Sachbuch zusammenzufassen.
Ein sehr ehrgeiziges Projekt, vor dem ich in erster Linie eine Menge Respekt habe.
Um das Wissen ein wenig zu gruppieren, hat Harari sein Buch in 4 Teile aufgesplittet.
Diese sind im Einzelnen:

1. Teil: Die kognitive Revolution
2. Teil: Die landwirtschaftliche Revolution
3. Teil: Die Vereinigung der Menschheit
4. Teil: Die wissenschaftliche Revolution


In den Augen vieler Leser ist ihm dieses Wagnis wohl auch sehr gut gelungen, nicht umsonst wurde dieses Werk so zahlreich verkauft. Vor dem Lesen hatte ich gehofft, das ich mich den Liebhabern dieses Buches anschließen dürfte, nach der Lektüre musste ich allerdings feststellen, dass dem nicht so ist.
Dies liegt aber nicht an den Fakten, die ich ehrlicherweise nicht alle nachprüfen kann oder möchte, sondern am Stil des Autors. Während des Lesens hatte ich ein latentes Gefühl des belehrt Werdens. Ich sah vor meinem geistigen Auge den erhobenen Zeigefinger schweben, was einfach zu einem Eindruck der Überheblichkeit führte. Ein individuelles Gefühl, das sicher nicht jeder Leser gleichermaßen empfindet, bei mir kam es aber einfach so an.

Hinzu kam für mich der Widerwille gegen so viel Interpretation. Neben den bestimmt gut recherchierten Fakten (der Autor ist Professor für Geschichte in Jersualem) geht es in diesem Buch einfach auch viel um mögliche Szenarien und philosophische Ansätze. Diese sind teilweise doch recht kreativ bis fragwürdig und ich stimme dort nur in Teilen mit ihm überein. Aber egal ob Zustimmung oder Ablehnung nimmt es für mich zu viel Raum ein. Wenn ich eh nur so wenige Seiten habe, um so viel Geschichte zusammenzufassen, hätte ich gerne weniger von diesem, was wäre, wenn gelesen und mehr Fakten.
Der Vorteil der Herangehensweise des Autors ist aber sicherlich die Möglichkeit, hervorragend über dieses Buch diskutieren zu können. Gerade für Lesekreise beispielsweise kann ich mir das Werk als Grundlage für spannende Gespräche wunderbar vorstellen.

Fazit:
Trotz guter Recherche und einem gelungen Ansatz, kann ich dem Buch aus den oben genannten Gründen nicht mehr als zwei Sterne geben. Aber ich rate deshalb nicht von diesem Buch ab, ich empfehle nur die Leseprobe zu lesen, um zu schauen, ob ihr mit dem Stil des Autors vielleicht mehr anfangen könnt als ich.
(Ich habe die noch nicht aktualisierte Ausgabe gelesen und weiß nicht inwiefern sich die Auflagen unterscheiden)

Veröffentlicht am 07.10.2021

Zu oberflächlich

Als die Stadt in Flammen stand
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Meinung:
Das Thema Rassismus kann und sollte immer wieder Thema in verschiedenen Medien sein. Wer dazu wirklich eine Geschichte zu erzählen hat, kann dies gerne tun.
Dieses Buch wirkt allerdings auf mich ...

Meinung:
Das Thema Rassismus kann und sollte immer wieder Thema in verschiedenen Medien sein. Wer dazu wirklich eine Geschichte zu erzählen hat, kann dies gerne tun.
Dieses Buch wirkt allerdings auf mich so, als möchte man zu dem Thema unbedingt etwas schreiben und schafft sich nun künstlich eine Geschichte, die man verkaufen kann.
Es fehlt dem Buch nämlich leider so ziemlich an allem. Pluspunkte gibt es eigentlich nur dafür, dass es sich recht schnell lesen lässt. Die Liste der Minuspunkte ist da schon deutlich länger.
Angefangen mit den Charakteren, zu denen man schwierig Zugang bekommt. Die eine ist ein verschüchtertes Mäuschen ohne eigene Meinung, die andere ist nicht schüchtern, hat aber genauso wenig Meinung wie Nummer eins. Denn sie lässt sich ihre Meinung komplett von ihrem ach so tollen Freund aufdrücken und hechelt ihm hinterher wie ein Hündchen. Ich weiß ehrlich nicht, welche von beiden ich schlimmer finde.

Aber es bleibt nicht nur dabei. Ich habe mich nach dem Klappentext auf eine wirklich spannende Geschichte gefreut. Ich habe danach auch eifrig gesucht, aber leider vergebens.
Bei mir kam auch in den brenzligsten Situationen keine Spannung an. Auch die Angst der Mädchen hat sich nicht auf mich übertragen. Ich konnte ihr Verhalten an den meisten Punkten nicht nachvollziehen und sehe auch wenig logische Hintergründe dafür. Schade.

Auch an Tiefgang lässt sich nicht viel finden. Das Buch bleibt ziemlich oberflächlich, was die Identifikation mit den Protagonistinnen zusätzlich erschwert.

Fazit:
Das war leider nix und von mir gibt es wie zu erwarten keine Empfehlung.

Veröffentlicht am 15.07.2021

Zu wenig Charme

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
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Der Donnerstagsmordclub ist für sich erstmal eine tolle Idee. Rüstige Rentner in einem Luxusaltersheim, deren liebste Beschäftigung das Lösen alter Kriminalfälle ist. Das klingt ein bisschen so als würden ...

Der Donnerstagsmordclub ist für sich erstmal eine tolle Idee. Rüstige Rentner in einem Luxusaltersheim, deren liebste Beschäftigung das Lösen alter Kriminalfälle ist. Das klingt ein bisschen so als würden sich Columbo, Miss Marple und Jessica Fletcher zufällig beim Bingo begegnen. Leider kam für mich aber weder der Witz noch der Charme rüber, die ich mir von solch einer Lektüre erhoffe. Der ein oder andere nette Einfall war dabei, aber nichts was mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist. Ich bin nicht sicher ob hier hören und lesen einen deutlichen Unterschied machen oder ob der Stil des Buches einfach nicht meinen Geschmack trifft. Für mich zieht es sich realtiv Ereignislos in die Länge und kann mich nicht fesseln. Schade. Ich habe das Buch gehört und würde vielleicht eher zum Lesen raten, wenn einen der Klappentext anspricht.

Veröffentlicht am 23.03.2020

Kein schlüssiges Konzept

Das Rätsel von Ainsley Castle
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Das Rätsel um Ainsley Castle ist ein Jugendbuch für Leser ab 11 Jahren. So vermittelt es zumindest der Verlag. Tatsächlich weiß ich gar nicht recht, für wen das Buch wirklich geeignet ist. Ich schwankte ...

Das Rätsel um Ainsley Castle ist ein Jugendbuch für Leser ab 11 Jahren. So vermittelt es zumindest der Verlag. Tatsächlich weiß ich gar nicht recht, für wen das Buch wirklich geeignet ist. Ich schwankte beim Lesen immer wieder zwischen Gedanken wie „Oh, das ist aber schon sehr kindlich“ beispielsweise bei der Naivität der Figuren und „Das liest sich wie ein depressiver Roman für die Midlife-Crisis“. Dies zog sich leider über das gesamte Buch, sodass ich mir hier immer noch nicht schlüssig bin, wen die Autorin eigentlich ansprechen wollte.
Auch das Thema des Buches – über das ich hier nicht mehr verraten kann, ohne zu spoilern – ist irgendwie schräg und nicht richtig stimmig bzw. zu Ende gedacht. Ich mag den Ansatz der Idee, finde sie aber zum Setting und zur Optik des Buches einfach nicht passend. Das ist aber natürlich Ansichtssache. Auch das Ende mochte mich nicht recht überzeugen, fehlte mir es da doch ein wenig an Logik.

Aber natürlich war nicht alles an dem Buch schlecht. Ich mochte beispielsweise die Insel und das Hotel und hätte hier gerne noch etwas bildhaftere Beschreibungen gehabt. Die raue Küste und die Ruine bilden eine gute Kulisse mit viel Potenzial.
Auch manchen Charakter, unter anderem die Hotelangestellten oder die Stiefmutter mochte ich. Allgemein hat Holly-Jane Rahlens es geschafft, die Figuren so zu beschreiben, das man Bilder vor dem inneren Auge hatte und die Figuren lebendig geworden sind. Das war für mich der größte Pluspunkt des Buches.

Fazit:
Leider reicht es nur für so wenige Sterne, da sich mir das Konzept des Buches nicht erschlossen hat.

Veröffentlicht am 10.04.2019

Tabuthemen für ein Jugendbuch

Das Lied der Träumerin
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Heute gibt es eine Rezi, die mir sehr schwer fällt. Ich mag die Autorin und ihre Bücher normalerweise sehr gerne und kann auch dieser Geschichte einiges abgewinnen, allerdings ist hier meiner Ansicht nach ...

Heute gibt es eine Rezi, die mir sehr schwer fällt. Ich mag die Autorin und ihre Bücher normalerweise sehr gerne und kann auch dieser Geschichte einiges abgewinnen, allerdings ist hier meiner Ansicht nach auch vieles furchtbar schief gelaufen.

Beginnen wir mit dem Positiven, nämlich einer durchaus andersartigen und interessanten Geschichte, die mit ihren vielen musikalischen und literarischen Verweisen eher ungewöhnlich daher kommt. Als Liebhaber von Musik und Literatur gleichermaßen ist die Kombination für mich aber wunderbar gelungen.
Ebenso wie der philosophische Anklang des Buches, der leider aber nicht immer stimmig ist. Von den Figuren hat mir Jeremy am besten gefallen, weil ich ihn als interessantesten und konsequentesten Protagonisten erlebt habe (auch wenn er deutliche Schattenseiten hat).

Nun muss ich leider auch zu den Problemen kommen, die meiner Ansicht nach vor allem mit der Zuordnung des Genres und der Optik etwas zu tun haben. Dieser Roman ist für mich definitiv kein Jugendbuch. Meinetwegen lasse ich das Alter der Protagonisten als Argument dafür dienen, mehr aber sicherlich nicht. Als Elternteil wäre ich ernsthaft wütend, wenn ich meinen Kindern unbedarft anhand der süßlichen Optik dieses Buch gekauft hätte, denn harmlos ist hier nicht viel.
Um das näher zu erklären, sehe ich mich in diesem Fall gezwungen zu Spoilern, was sonst bei mir nicht vorkommt. Wer also nichts über den Inhalt wissen will, möge hier besser aufhören zu lesen.

Dieses Buch behandelt unter anderem sexuellen Missbrauch, der hier völlig verharmlost wird, was mich mächtig auf die Palme bringt. Daneben gibt es ganz explizite Sexszenen, die so in einem Jugendbuch nichts zu suchen haben. Auch Inzest ist ein Thema, was ich eher in einen Roman für erwachsene Leser stecken würde, ebenso wie Hörigkeit, Selbstmord und einiges andere. Homosexualität ist hier auch Thema und kommt nur bedingt gut weg, ebenso gibt es einen starken religiösen Bezug, den ich fast als Versuch des Missionierens empfunden habe.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die alles tabuisieren wollen, aber der Inhalt und die Optik des Buches gehen überhaupt nicht zusammen. Denn mal ganz ehrlich?
Wer erwartet diese Themen, besonders in ihrer Deutlichkeit bei dieser Verpackung und dem Genre Jugendbuch?

Für mich als Leser ein Ärgernis. Nicht weil die ganze Geschichte schlecht wäre, aber eben aus den genannten Gründen. Ich werde der Autorin, weil ich sie eigentlich gern mag, noch eine Chance geben und hoffe das es sich bei „Das Lied der Träumerin“ um einen Ausrutscher gehandelt hat.

Fazit:
Nicht auf die Optik verlassen und besser nur als Erwachsener lesen.