Profilbild von Zanzarah

Zanzarah

Lesejury Star
offline

Zanzarah ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Zanzarah über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2021

Grauen der Vergangenheit...

Der Gesang der Berge
0

"Eine wundevolle und zugleich furchtbare Geschichte von und über Vietnam. Eine Familiengeschichte voller Drama und der wertvollen Bedeutung von Familie."

Ich habe mich davor noch nicht wirklich mit dem ...

"Eine wundevolle und zugleich furchtbare Geschichte von und über Vietnam. Eine Familiengeschichte voller Drama und der wertvollen Bedeutung von Familie."

Ich habe mich davor noch nicht wirklich mit dem Vietnamkrieg auseinandergesetzt. Lange dachte ich, dass dies mich nichts angeht. Erst jetzt mit fast Mitte Zwanzig setzte ich mih damit auseinander. Vielleicht hat es erst dieses Werk gebraucht, um mich dieser schlimmen Zeit und den Verbrechen der westlichen Nationen bewusst werden zu lassen.

Es ist thematisch gesehen kein leichter biographischer Roman. Sprachlich ist der Schreibstil bestimmt auch für viele Leser gewöhnungsbedürftig. Ich kam ganz gut mit ihm zurecht und konnte mir das Leben in Vietnam bildlich vorstellen. Es schien, dass Vietnam ein wunderschönes Land vor dem Krieg war und die Großmutter von Huʾoʾngeine schöne Kindheit dort verbracht hat. die Menschen wirkten zufrieden und Huʾoʾng´s Familie schien auch einen festen Zusammenhalt gehabt zu haben.

Die Geschichte von Huʾoʾng´s Familie wird von ihrer Großmutter erzählt, bei der sie mitten Vietnahmkrieg der frühen 1970er in Hanoi aufwächst. Huʾoʾngs Vater ist auf den Schlachtfeldern verschollen und ihre Mutter folgte ihm in der Hoffnung, ihn zu finden. Huʾoʾngs Familiengeschichte began mit Frieden und Wohlstand und nimmt jedoch im Zuge fremder Besatzung, Landreform und Krieg eine dragische Wende. Es ist wie von vielen Familien, eine Geschichte von Vertreibung, Flucht und unsäglichem Leid. Es ist eine Geschichte von starken Frauen und ihrer Familie, die entschlossen waren, dem Schicksal eine lebenswerte Zukunft abzutrotzen.

Ich brauchte ewig für diese Geschichte. Denn der Schreibstil ist durchaus anspruchsvoll und die thematik keine einfache. Esbeginnt mit einem wundervollen Einblick in ein Vietnahm, dass friedlich vor dem Krieg bestand. Die Bildgewalt des Schreibstils lässt Bilder entstehen, die so farbenfroh sind, dass ich mich als Leser mitten im Geschehen gefühlt habe. Doch was am Anfang so ergreifend ist, wird zur Qual, als der Krieg beschrieben wird. Die Bomben, das Feuer, die Toten, zerstümmelte Leihen und die Grausamkeiten, welche an der unschuldigen Bevölkerung und besonders den Frauen angetan wird. Es gab eine Szene, in der wurden Frauen von Soldaten zusammengetrieben wie Fieh und anschließend vergewaltigt. Es trift mich als Frau und im besondern auch als westliche Frau, welche privilegiert und in Zeiten des Friedens aufwachsen durfte, wie grausam und unmenschlich die Soldaten mit den Frauen umgegangen sind. Dies betrifft nicht alle Soldaten und soll keine Verallgemeinerung sein und meine Kritik richtet sich hierbei nicht nur an die an der Stelle erwähnten französischen Soldaten. Denn Soldaten vieler Siegesmächte wie die von Japan, der Sowjetunion usw.haben der Bevölkerung der Geschlagenen grausame Dinge angetan. An diesen Stellen zweifle ich an der Humanität von Menschen, was mich sehr bedrückt.

Wie bereits erwähnt ist dieses Werk keine einfache Lektüre und stellte für mich eine Brandbeite von Emotionen dar. Ich empfinde dies als eine wichtige Lektüre, jedoch sehr anspruchsvoll, weswegen ich 4,5 Sterne gebe, es jedoch sehr empfehlenswer finde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.09.2021

Außergewöhnlich...

Junge mit schwarzem Hahn
0

Es ist wirklich ein außergewöhnliches Werk. Sehr poetisch und fesselnd. Das Setting könnte überall in Europa im Mittelalter sein. Denn die Menschen hungern und leiden unter Krieg und Krankheit. Jedoch ...

Es ist wirklich ein außergewöhnliches Werk. Sehr poetisch und fesselnd. Das Setting könnte überall in Europa im Mittelalter sein. Denn die Menschen hungern und leiden unter Krieg und Krankheit. Jedoch nicht zu Beginn der Geschichte. Denn da geht es um Martin, ein armer Junge, dessen Familie durch den verrückt gewordenen Vater umgebracht wurde. Der Junge wächst allein mit seiner schrecklichen Vergangenheit auf und wird von den anderen Dorfbewohnern gemieden. Martin ist der Protagonist und wie der Titel schon verrät, der Junge mit schwarzem Hahn. Denn dieser begleitet ihn seit klein auf und spricht in Gefahrensituationen zu ihm.
Martin ist ein unschuldiger und zufriedener Junge, der keine bösen Gedanken kennt. Er ist das Gute, während alle Menschen um ihn herum Seiten des Bösen im Menschen wiederspiegeln. Es wird Kritik an der Menschheit geübt, ohne es an einer Figur festzumachen.
Sprachlich ist dieses Buch gewaltig. Der Schreibstil ist flüssig und trägt den Leser durch die Geschichte. Spannend sind auch Einwürfe, die Gedanken der Menschen oder Einblicke auf die Zukunft einzelner Charaktere wiedergeben. So ergeben sich weitere Eindrücke eines Charakters und lässt diese einen unteranderem symphytischer oder verständlicher erscheinen.
Inhaltlich gab es Aspekte, die einen an Mythen und Sagen sowie an Erzählungen und Märchen erinnert haben. Wie zum Beispiel der schwarze Reiter, der Kinder entführt.
Es ist ein lohnenswertes Werk, dass Bilder durch Worte entstehen lässt und man den Menschen noch einmal in einem anderen Licht zu sehen lernt. Es sind für mich 4,5 Sterne, denn irgendwas war nicht vollkommen rund, jedoch allein wegen der Sprache lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2021

Eine beschwerliche Reise...

Wo das Licht herkommt
0

"Wo das Licht herkommt" besticht durch ein sehr schönes Cover und einer stilvollen Buchbindung. Mir war der Verlag unbekannt und es war eher die kurze Erwähnung von der Reise nach China im Klappentext, ...

"Wo das Licht herkommt" besticht durch ein sehr schönes Cover und einer stilvollen Buchbindung. Mir war der Verlag unbekannt und es war eher die kurze Erwähnung von der Reise nach China im Klappentext, welche mich für die Geschichte begeistern konnte. Gleichfalls auch die tatsache, dass sich ein Mädchen als Junge verkleidet um sich ihren Traum zu erfüllen, hat mich gereitzt.

Der Schreibstil ist eher im gehobenen Deutsch und sollte dem historschen Setting gerecht werden. Es war zum Lesen nicht immer einfach, da auch an manchen Stellen österreichische Begriffe eingeflossen sind.
Hierbei möchte ich erwähnen, dass ich es gut finde, wenn ein Autor oder eine Autorin Begriffe und Wörter der eigenen Muttersprache oder eines Dialektes einfließen lässt. In diesem Fall wären nur für diese Begriffe eine Erklärung hilfreich. Dies gielt auch zum Beispiel für das Kapitel "Den Handan-Stil lernen" ab Seite 260. Es gibt nicht so richtig eine Erklärung dafür.

Mir persönlich hat an manchen Stellen einfach eine Erklärung gefehlt, was sehr schade war, da ich gerne mehr über die kultur Chinas zu der Zeit erfahren hätte. Von diesem Punkt einmal abgesehen, tat ich mir ein wnig schwer mit den Charakteren. Ich konnte leider nicht wirklich einen Zugang zu ihnen finden, was mir auch den Zugang zu der Geschichte erschwerte. Ich finde es ist durchaus ein literarisches Werk, konnte jedoch nicht so richtig die Tiefe erfassen. Für mich sind es 3,5 Sterne, da ich die Verbundenheit der Autorin zu ihrer Heimat, aber auch dem China dieser Zeit spüre, dennoch war die Geschichte für mich nicht rund und ich konnte mich schwer in das Gelesene hineinversetzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2021

Zwischen Vergangenheit und Zukunft...

Mut. Machen. Liebe
0

Vorab werde ich nichts zum Inhalt schreiben, denn dafür gibt es Klappentexte. Vielleicht habe ich es nicht verstanden oder übersehen, jedoch ist das Cover sehr einfach gestaltet. Eine Straße mit Regenbogenflagge. ...

Vorab werde ich nichts zum Inhalt schreiben, denn dafür gibt es Klappentexte. Vielleicht habe ich es nicht verstanden oder übersehen, jedoch ist das Cover sehr einfach gestaltet. Eine Straße mit Regenbogenflagge. Ist jetzt nichts weltbewegendes. Für mich wird es der Geschichte auch nicht gerecht. Denn eine Straße an sich passt schon, nur wäre ein Wanderweg passender. Denn das Motiv des Weges, steht für die Reise, die beide Protagonisten bestehen. Schön wäre auch gewesen, wenn das Cover mehr den historischen Hintergrund von Helmuts Zeit wiederspiegeln würde.
Von dem Äußeren zum Inneren: Der Klappentext versprach den Einblick in eine für die LGBTQ-Community schwere Zeit. Diese wird durch Helmuts Sicht emotional beleuchtet. Der Leser wird auf eine Zeitreise mitgenommen und mit dem flüssigen Schreibstil mitgerissen.
Ich habe mich mitgenommen gefühlt und habe auch was gelernt. Durch die beiden Sichtweisen verband sich die Vergangenheit mit der Gegenward und es hatte etwas von einer modernen Geschichtsstunde. Ich kann dieses Buch sehr weiter empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2021

Leider nicht das Gelbe vom Ei...

Something Pure
0

Der Anfang war sehr humorvoll und es wirkt wie ein Raketenstart. Leider entwickelte sich die Geschichte eher zu einer Fehlzündung.

Alice wird als Protagonistin schnell unglaubwürdig. Einerseits soll sie ...

Der Anfang war sehr humorvoll und es wirkt wie ein Raketenstart. Leider entwickelte sich die Geschichte eher zu einer Fehlzündung.

Alice wird als Protagonistin schnell unglaubwürdig. Einerseits soll sie als stark und unabhängig angesehen werden und gleichzeitig wirkt sie sehr abhängig von ihrer Arbeitsstelle. Obwohl sie sie hasst, unternimmt sie nichts dagegen damit es besser wird. Gleichfalls wird sie so gebelndet vom Geld, dass Alice dadurch sehr unsymphatisch wirkt.

Becks wirkt am Anfang locker und geheimnisvoll. Als er zurück zu seiner Familie muss, wodurch auch er sich durch Geld verändert.

Ich hatte eine lockere Geschichte erwartet und natürliche Charaktere, jedoch stand Becks Luxusleben und Geld vorrangig im Vordergrund. Die Liebesgeschichte zwischen Becks und Alice konnte sich nicht wirklich entwickeln und es lief alles zu schnell ab. Ich wünschte, es hätte mir mehr gefallen, aber es sind leider nur 2,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere