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Veröffentlicht am 19.04.2021

Düster und magisch

Jäger der Schatten
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Ein Mädchen mit Augen aus Finsternis und eine düstere Welt in der nichts ist, wie es scheint.

Louise lebt, seit sie denken kann, im Zirkus Ora und wird den Zuschauern als Schattenmädchen und Dämonin vorgeführt. ...

Ein Mädchen mit Augen aus Finsternis und eine düstere Welt in der nichts ist, wie es scheint.

Louise lebt, seit sie denken kann, im Zirkus Ora und wird den Zuschauern als Schattenmädchen und Dämonin vorgeführt. Mit ihrer weißen Haut, den ebenso weißen Haaren und ihren tiefschwarzen Augen wird sie gefürchtet und verachtet. Nur die anderen Artisten im Zirkus sind ihr eine echte Familie und sehen sie als die Person, die sie wirklich ist. Besonders Eli, der Trapezkünstler mit seinem Windtanz, hat Louises Herz gestohlen. Doch als er eines Tages auf grausame Art entführt wird und bald darauf als vollkommen anderer Mensch zurückkehrt, muss sich Louise auf eine düstere und gefährliche Reise machen, um nicht nur Elis Leben und die ganze Menschheit zu retten, sondern auch endlich die Geheimnisse ihrer Herkunft zu lüften.

Ich muss gestehen, dass ich einige Anfangsschwierigkeiten mit dem Buch hatte, da lange Zeit unklar ist, in welche Richtung sich die Geschichte drehen wird. Ich mochte Louise zwar, allerdings ist sie sehr unsicher und trifft einige Entscheidungen, die ich nicht verstehen kann. Im Laufe der Geschichte wird sie jedoch mutiger, erkennt, was sie will und setzt alles daran ihre Familie zu beschützen. Eli hingegen habe ich von Anfang an sehr geliebt und gespannt verfolgt, was mit ihm passiert ist. Seine Vergangenheit ist unglaublich interessant und hat mich beim Lesen total mitgerissen. Die Beziehung zwischen ihm und Louise ist nicht sehr dominant, nimmt aber einen wichtigen Bestandteil im Buch ein und kann man zusammenfassend nur als wunderschön bezeichnen. Auch den kleinen Zauberer Maku habe ich sofort ins Herz geschlossen. Er ist noch kindlich naiv, jedoch auch sehr klug und hält Louise auf dem richtigen Weg.

Ab etwas mehr als der Hälfte des Buches wird es sehr spannend und noch geheimnisvoller. Uralte Kräfte erheben sich und Louise erfährt endlich mehr über sich und Eli. Das Ende ist einfach nur wundervoll und magisch, ich konnte meine Augen nicht mehr von den Zeilen lösen. Ich wünschte, das Buch hätte mich von Anfang an so abholen können. Ich könnte mir den Schluss noch tausende Male durchlesen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen und ich konnte mich problemlos in die düstere, viktorianisch angehauchte Welt einfinden. Überraschende Wendungen machen das Buch sehr spannend und abwechlungsreich. Das Setting und die Atmosphäre der Geschichte haben mir sehr gefallen und ich bin neugierig, was die Autorin in Zukunft noch alles schreiben wird.


Fazit:

Ein interessante Fantasygeschichte mit einem großartigen Ende.

Ich gebe "Jäger der Schatten" 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 18.03.2021

Ein Buch zum Mitfiebern

Fly & Forget
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Liv ist eine talentierte und leidenschaftliche Journalismusstudentin, der das Leben nicht immer gut mitgespielt hat. Vor einigen Jahren ist ihr Bruder bei einem Motorradunfall gestorben und gleichzeitig ...

Liv ist eine talentierte und leidenschaftliche Journalismusstudentin, der das Leben nicht immer gut mitgespielt hat. Vor einigen Jahren ist ihr Bruder bei einem Motorradunfall gestorben und gleichzeitig hat sich ihr Seelenverwandter und bester Freund Noah komplett von ihr abgewandt. Dass sich ihre Wege dann ausgerechnet als neue Mitbewohner wieder kreuzen, hätte keiner von ihnen gedacht.

Noah ist ein absoluter Frauenaufreißer und unfreundlicher junger Mann geworden, der nichts lieber möchte, als Liv für immer aus seinem Leben zu vertreiben. Damit passt er perfekt zu Livs neuem Bericht für die Unizeitschrift, in der sie einen "Fuckboy" bekehren muss. Doch hat sie nicht mit ihren Gefühlen gerechnet, denn diese lassen sich nicht länger verdrängen und kommen nach drei Jahren mit voller Wucht zurück an die Oberfläche. Und auch Noahs Fassade fängt an zu bröckeln, denn er hat ebenfalls schon immer mehr für Liv empfunden, als reine Freundschaft. Können die beiden wieder zueinander finden oder spielt das Schicksal erneut mit ungerechten Karten?

Nach ein paar Einstiegsschwierigkeiten, die mit Livs aufwühlender Trennung von ihrem langjährigen Freund und einer Beinahe-Kündigung aus der Uni-Redaktion einhergingen, habe ich schnell einen guten Draht zu der Hauptprotagonistin gefunden. Es fiel mir unglaublich leicht, mit Liv zu fühlen und die Dinge aus ihrer Perspektive zu sehen. Sie ist ein sehr feinfühliger Mensch und kämpft für das, was ihr wichtig ist. Aber auch Noah hat sehr emotionale und tiefgründige Seiten, die man schnell lieb gewinnt, sobald man hinter seine Fassade blicken kann. Manchmal war mir Noah etwas zu impulsiv und ich hätte ihn gerne an den Schultern gepackt und durchgeschüttelt, weil er so selbstzerstörerisch handelt.

Das Buch hat außerdem sehr interessante und vielschichtige Nebencharaktere zu bieten, die wahre Freundschaft beweisen und die Geschichte damit auf großartige Weise aufwerten. Ich freue mich schon sehr auf ihre eigenen Geschichten in den folgenden zwei Bänden, besonders Anthony hat es mir angetan.

Der Schreibstil von Nena Tramountani kann ich nur als flüssig und mitreißend beschreiben. Es fiel mir sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen und nicht alles um mich herum zu vergessen. Es dauert lange, bis endlich klar wird, was vor all den Jahren wirklich passiert ist und wieso sich Noah von Liv distanziert hat, aber mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet und somit blieb die Spannung bis zum Schluss.

Wenn die Folgebände nur ansatzweise so gut sind, wie dieser Auftakt, werde ich mich wieder und wieder in die Geschichten verlieben.


Fazit:

Eine mitreißende Geschichte über Liebe, Freundschaft, Trauer und Leidenschaften.

Ich gebe "Fly & Forget" 4,5 von 5 Federn.

Veröffentlicht am 15.12.2020

Das große Finale

Hex Files - Verhexte Nächte
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Nachdem Ivy in Band 2 die Magie eines Totenbeschwörers in sich aufgenommen hat, kann sie die Geister der Verstorbenen sehen – und die sind allesamt ziemlich unfreundlich und aufdringlich. Doch gerade sie ...

Nachdem Ivy in Band 2 die Magie eines Totenbeschwörers in sich aufgenommen hat, kann sie die Geister der Verstorbenen sehen – und die sind allesamt ziemlich unfreundlich und aufdringlich. Doch gerade sie bringen Ivy und Winter auf die Spur eines gefährlichen und unberechenbaren Serienmörders, der es auf Hexen abgesehen hat.

Mit viel Humor und Sarkasmus begeistert uns die faulste Hexe der Welt ein voraussichtlich letztes Mal. In diesem finalen Band der Hex Files sind Ivy und Winter unzertrennlich. Endlich haben sie zueinander gefunden lassen es dennoch nur selten langweilig werden und die Funken sprühen weiterhin. Auch Hexenkater Brutus ist selbstverständlich wieder dabei und sorgt mit seiner besonderen Art für viele Schmunzler. Die Geister spielen diesmal eine zentrale Rolle, da sie Ivy ununterbrochen aufsuchen (und dementsprechend auf die Palme bringen). Vor allem aber hoffen sie auf Ivys Hilfe, um auf die nächste Ebene zu gelangen und endlich Frieden zu finden. Dafür hat Ivy jedoch kaum Zeit, denn sie hat es sich zu ihrem persönlichen Ziel gemacht, den hexenhassenden Serienkiller Schwarzbart aufzuhalten.

Die Hauptprotagonisten ermitteln mit der Unterstützung des Ipsissimus, jedoch ohne die sonstige Hilfe des Ordens, da Winter an seinem Entschluss festhält, diesen für immer zu verlassen. Auch dabei sind die erst kürzlich ermordete Claire und der ehemaligen Ipsissimus Grenville, die Ivy auf Trab halten.

Der Mörder Schwarzbart ist intelligent, einfach nicht zu durchschauen und legt den Ermittelnden viele Steine in den Weg. Die Spannung zieht sich bis zum Schluss, neue Rätsel lassen den Leser mitfiebern und die Geschichte nie langweilig werden. Ein kleines Bisschen gefehlt hat mir diesmal die Magie. Aus einigen mehr oder weniger fatalen Gründen konnte Ivy nur wenig zaubern und auch von Winter hatte ich mir ein paar spektakulärere Momente erhofft. Auch das Ende der Geschichte kam mir etwas zu schnell und wurde, für den ganzen Spannungsaufbau davor, ein wenig zu einfach gelöst.

Dennoch flogen die Seiten wieder einmal nur so dahin, der Schreibstil von Helen Harper ist unvergleichlich und Hex Files ist und bleibt eine absolute Leseempfehlung.


Fazit:

Ein toller Abschluss dieser humorvollen und magischen Reihe, die mich aber leider nicht ganz so fesseln konnte, wie ihre zwei Vorgänger.

Ich gebe "Hex Files – Verhexte Nächte" 4 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2020

Neuer Lesestoff von Sarina Bowen

The Brooklyn Years - Was von uns bleibt
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Leo und Georgia waren in der Highschool das Traumpaar schlechthin und verliebt bis über beide Ohren. Ein schreckliches Verbrechen trennte die beiden und nach sechs Jahren begegnen sie sich ausgerechnet ...

Leo und Georgia waren in der Highschool das Traumpaar schlechthin und verliebt bis über beide Ohren. Ein schreckliches Verbrechen trennte die beiden und nach sechs Jahren begegnen sie sich ausgerechnet im Rahmen ihrer Arbeit wieder. Doch die lange Zeit hat nichts zwischen der tiefen Verbindung zwischen Georgia und Leo verändert, nur stehen diesmal ihre Jobs auf dem Spiel. Doch im Gegensatz zu Georgia ist Leo bereit alles zu geben, um seine große Liebe zurückzugewinnen.

Das erste Drittel des Buches hat es mir leider etwas schwer gemacht, mich mit der neuen Geschichte von Sarina Bowen anzufreunden. Ich kann nicht sagen, ob es möglicherweise an der Übersetzung oder vielleicht an der eher ungewohnten Er-Sie-Perspektive lag, aber ich konnte mich mit dem Schreibstil einfach nicht anfreunden und hatte das Buch insgeheim schon als persönlichen Flop abgestempelt. Doch von Seite zu Seite wurde es besser. Georgia und Leo haben mein Herz beide im Sturm erobert und sind ein so tolles Paar, dass ich das Buch letztendlich nur lieben konnte. So haben mir nach der Eingewöhnungsphase also zumindest 2/3 der Geschichte sehr gefallen und ich habe regelrecht mit den beiden Protagonisten mitgefiebert, dass sie sich endlich wieder aufeinander einlassen können.

Auch als alleinstehende Persönlichkeiten konnten mich die beiden überzeugen. Georgia ist ziemlich taff und zielstrebig, wenn es um ihren geliebten Beruf als Pressesprecherin geht und hat gleichzeitig ein riesiges Herz. Leo ist als angehender Profi-Eishockeyspieler ebenfalls sehr ehrgeizig, aber auch von der humorvollen und herzlichen Sorte Mann. Auch wundervolle Nebencharaktere wie Becca und Silas haben die Geschichte lebendiger gemacht.

Das Buch ist weder besonders innovativ, noch gibt es unerwartete Wendungen, aber die Stimmung zwischen den beiden Hauptcharakteren macht die Geschichte dennoch zu etwas ganz Besonderem. Die Vertrautheit zwischen ihnen konnte ich als Leserin praktisch spüren und das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Auch Eishockey kommt natürlich nicht zu kurz, was mir als absolute Laiin viel Spaß bereitet und interessante Informationen geschenkt hat.

Auch, wenn "The Brooklyn Years - Was von uns bleibt" für mich kein Highlight geworden ist, ist es ein absolutes Muss für Fans von "The Ivy Years" und punktet vor allem mit der Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren.


Fazit:

Nach einigen Startschwierigkeiten hat mich die besondere Beziehung zwischen Georgia und Leo vollkommen in seinen Bann gezogen.

Ich gebe "The Brooklyn Years - Was von uns bleibt" 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 25.09.2020

Es war einmal und es war niemals

Die Gefangene von Golvahar
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"Es war einmal und es war niemals..."

So beginnt das neue Märchen von Melissa Bashardoust über eine Giftprinzessin und einen nicht ganz so märchenhaften Dämonen. Der poetische, fast schon magische ...

"Es war einmal und es war niemals..."

So beginnt das neue Märchen von Melissa Bashardoust über eine Giftprinzessin und einen nicht ganz so märchenhaften Dämonen. Der poetische, fast schon magische Schreibstil hat mich von Anfang an überzeugt und mich in eine wundervolle Welt entführt.

Die Zwillingsschwester des Schahs, dem Herrscher von Golvahar, lebt einsam und versteckt im Palast. Nur ihr Rosengarten und die wenigen Besuche ihrer Mutter können Soraya Freude bereiten, da sie das bestgehütetste Geheimnis des ganzen Königreichs ist. Mit nur einer winzigen Berührung tötet sie jeden, der ihr zu nahe kommt, ob sie es will, oder nicht. Ihr Fluch, ihr ganz persönliches Märchen, ist für sie eine tägliche Belastung, denn sie wünscht sich nichts mehr als Liebe, Zuneigung und die Berührung eines anderen Menschen. Und als eines Tages der viel zu perfekte Azad auftaucht, scheint ihr Glück endlich in greifbarer Nähe. Denn zur gleichen Zeit wird eine Dämonin namens Parvaneh in den Kerkern des Schlosses eingesperrt und sie könnte die Lösung für Sorayas Fluch sein. Gemeinsam mit Azad begibt sie sich auf die Suche nach Antworten, die nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Familie und das ganze Königreich in Gefahr bringen könnten.

Soraya ist ein sehr lieber, aber unendlich einsamer Mensch, der schon bald die Last der Welt auf ihren Schultern trägt. Ich konnte ihre Zweifel und Hoffnungen sehr gut mitfühlen, auch wenn ich ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehen konnte. Sie sehnt sich nach anderen Menschen und fühlt sich von niemandem verstanden.

Azad ist ein sehr selbstbewusster Charakter, den nichts aufhalten kann und der Soraya vom ersten Augenblick an um den Finger gewickelt hat. Doch auch er hütet ein dunkles Geheimnis.

Die Dämonin Parvaneh ist geheimnisvoll, aber auch sehr gefühlvoll. Sie kommt Soraya unerwartet nah, verfolgt aber auch eigene Ziele, um ihre Schwestern zu retten.

Nebencharaktere wie Sorayas alte Freundin Laleh, ihr Bruder Sorusch und ihre Mutter Tamineh kamen leider oftmals ein wenig kurz, obwohl ich gerne noch mehr von ihnen gelesen hätte.

Spannende Plottwists, ein ungeheuerlicher Verrat und der Kampf um ein ganzes Königreich lassen die Seiten des Buches nur so dahinfliegen. Leider blieb für mich die Geschichte im Mittelteil ein wenig stehen und ich musste mich zwingen, fleißig weiterzulesen. Dafür sind sowohl der Anfang, als auch das Ende sehr gut geschrieben und konnten mich sehr mitreißen. Der Schreibstil war perfekt für eine Geschichte dieser Art.

Mein Highlight von "Die Gefangene von Golvahar" war, neben den magisch angehauchten Wäldern und den Geheimnissen des Schlosses, die Beziehung zwischen Soraya und der Dämonin Parvaneh, die sich ganz anders entwickelt, als es am Anfang scheint und durch die Soraya sehr viel Kraft schöpft.


Fazit:

Ein düsteres Fantasy-Märchen mit Verrat, Liebe und Hoffnung, das mich leider in der Mitte ein wenig verloren hat, dafür aber am Anfang und am Ende sehr stark war.

Ich gebe "Die Gefangene von Golvahar" 3,5 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere