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Veröffentlicht am 26.07.2021

Enemies to Lovers

Dear Enemy
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Dass Delilah sich eines Tages tatsächlich unter die Pantoffel von Macon Saint, ihrem Erzrivalen seit Kindertagen, stellen muss, hätte sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen können. Dass ...

Dass Delilah sich eines Tages tatsächlich unter die Pantoffel von Macon Saint, ihrem Erzrivalen seit Kindertagen, stellen muss, hätte sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen können. Dass sich die beiden nicht gleich am ersten Tag gegenseitig umbringen, ist geradezu ein Wunder. Doch ihre Schwester Samantha hat Macon bestohlen und um ihre Familie zu beschützen, bietet Delilah ihm an, diese Schulden bei ihm für ein Jahr als persönliche Assistentin und Köchin abzuarbeiten. Und er willigt ein. Jedoch haben die Jahre der Feindschaft bei beiden tiefe Wunden hinterlassen und nun, da sie jeden Tag zusammen verbringen, reißen einige dieser Narben wieder auf. Und noch etwas viel intensiveres bricht nach und nach hervor, denn Hass und Liebe liegen nah beieinander ...

Die Geschichte von Delilah und Macon hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht. Zum einen glänzt sie mit tollen und vielseitigen Protagonisten, die keine Scheu haben für sich selbst einzustehen und miteinander zu reden. Die Liebesgeschichte zwischen ihnen nimmt sich die Zeit, die sie braucht und es wird nichts überstürzt. Sie können ihre komplizierte Vergangenheit verständlicherweise nicht einfach hinter sich lassen, auch wenn sie mittlerweile erwachsen geworden sind. Kleine Einblicke in ihre Highschool-Zeit lassen den Leser ein gutes Gefühl für die belastete Beziehung zwischen den beiden entwickeln. Es fällt Delilah und Macon sehr schwer, sich tatsächlich aufeinander einzulassen und dem anderen vollkommen zu vertrauen. Vor allem, da sie sich wie früher regelmäßig zur Weißglut bringen. Gerade die Wortgefechte zwischen den beiden, haben mich sehr unterhalten und die Lesestunden versüßt.

Ich habe beide Protagonisten sehr lieb gewonnen. Delilah ist eine knallharte und gleichzeitig sanfte Powerfrau mit sehr viel Liebe, vor allem für das Kochen und ihre Familie. Trotz ihrer direkten Art und ihrem Beschützerinstinkt, kommen auch immer wieder Selbstzweifel und Unsicherheiten auf, die größtenteils auf ihre Vergangenheit zurückzuführen sind. Auch Macon lernt man schnell kennen und verstehen, da ein Teil des Buches aus seiner Sicht geschrieben ist. Natürlich steckt sehr viel mehr hinter seiner damaligen Boshaftigkeit, als es zunächst den Anschein hat und hinter seiner Fassade findet man einen sehr lieben und verletzten Menschen. Was mir gut gefallen hat ist zudem, dass beide große Träume haben und sich im Laufe der Geschichte gegenseitig unterstützen, um diesen Schritt für Schritt näher zu kommen.

Nebencharaktere wie Samantha und North sind meiner Meinung nach leider ein wenig zu kurz gekommen und ich hätte gerne noch mehr über sie erfahren. Zwischendurch hat das Buch außerdem kleine Längen, die mich beim Lesen aber nicht sehr gestört haben. Sie passen gut zu der Geschichte und werden durch amüsante Neckereien und einem flüssigen Schreibstil aufgelockert. Für ein wahres Highlight hat es bei mir leider nicht gereicht, aber ich habe das Buch sehr genossen und kann es nur weiterempfehlen.


Fazit:

Eine Geschichte voller Wortgefechte, Neckereien und Liebe (zum Essen), die mir wirklich gut gefallen hat.

Ich gebe "Dear Enemy" 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.04.2021

Düster und magisch

Jäger der Schatten
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Ein Mädchen mit Augen aus Finsternis und eine düstere Welt in der nichts ist, wie es scheint.

Louise lebt, seit sie denken kann, im Zirkus Ora und wird den Zuschauern als Schattenmädchen und Dämonin vorgeführt. ...

Ein Mädchen mit Augen aus Finsternis und eine düstere Welt in der nichts ist, wie es scheint.

Louise lebt, seit sie denken kann, im Zirkus Ora und wird den Zuschauern als Schattenmädchen und Dämonin vorgeführt. Mit ihrer weißen Haut, den ebenso weißen Haaren und ihren tiefschwarzen Augen wird sie gefürchtet und verachtet. Nur die anderen Artisten im Zirkus sind ihr eine echte Familie und sehen sie als die Person, die sie wirklich ist. Besonders Eli, der Trapezkünstler mit seinem Windtanz, hat Louises Herz gestohlen. Doch als er eines Tages auf grausame Art entführt wird und bald darauf als vollkommen anderer Mensch zurückkehrt, muss sich Louise auf eine düstere und gefährliche Reise machen, um nicht nur Elis Leben und die ganze Menschheit zu retten, sondern auch endlich die Geheimnisse ihrer Herkunft zu lüften.

Ich muss gestehen, dass ich einige Anfangsschwierigkeiten mit dem Buch hatte, da lange Zeit unklar ist, in welche Richtung sich die Geschichte drehen wird. Ich mochte Louise zwar, allerdings ist sie sehr unsicher und trifft einige Entscheidungen, die ich nicht verstehen kann. Im Laufe der Geschichte wird sie jedoch mutiger, erkennt, was sie will und setzt alles daran ihre Familie zu beschützen. Eli hingegen habe ich von Anfang an sehr geliebt und gespannt verfolgt, was mit ihm passiert ist. Seine Vergangenheit ist unglaublich interessant und hat mich beim Lesen total mitgerissen. Die Beziehung zwischen ihm und Louise ist nicht sehr dominant, nimmt aber einen wichtigen Bestandteil im Buch ein und kann man zusammenfassend nur als wunderschön bezeichnen. Auch den kleinen Zauberer Maku habe ich sofort ins Herz geschlossen. Er ist noch kindlich naiv, jedoch auch sehr klug und hält Louise auf dem richtigen Weg.

Ab etwas mehr als der Hälfte des Buches wird es sehr spannend und noch geheimnisvoller. Uralte Kräfte erheben sich und Louise erfährt endlich mehr über sich und Eli. Das Ende ist einfach nur wundervoll und magisch, ich konnte meine Augen nicht mehr von den Zeilen lösen. Ich wünschte, das Buch hätte mich von Anfang an so abholen können. Ich könnte mir den Schluss noch tausende Male durchlesen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen und ich konnte mich problemlos in die düstere, viktorianisch angehauchte Welt einfinden. Überraschende Wendungen machen das Buch sehr spannend und abwechlungsreich. Das Setting und die Atmosphäre der Geschichte haben mir sehr gefallen und ich bin neugierig, was die Autorin in Zukunft noch alles schreiben wird.


Fazit:

Ein interessante Fantasygeschichte mit einem großartigen Ende.

Ich gebe "Jäger der Schatten" 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 18.03.2021

Ein Buch zum Mitfiebern

Fly & Forget
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Liv ist eine talentierte und leidenschaftliche Journalismusstudentin, der das Leben nicht immer gut mitgespielt hat. Vor einigen Jahren ist ihr Bruder bei einem Motorradunfall gestorben und gleichzeitig ...

Liv ist eine talentierte und leidenschaftliche Journalismusstudentin, der das Leben nicht immer gut mitgespielt hat. Vor einigen Jahren ist ihr Bruder bei einem Motorradunfall gestorben und gleichzeitig hat sich ihr Seelenverwandter und bester Freund Noah komplett von ihr abgewandt. Dass sich ihre Wege dann ausgerechnet als neue Mitbewohner wieder kreuzen, hätte keiner von ihnen gedacht.

Noah ist ein absoluter Frauenaufreißer und unfreundlicher junger Mann geworden, der nichts lieber möchte, als Liv für immer aus seinem Leben zu vertreiben. Damit passt er perfekt zu Livs neuem Bericht für die Unizeitschrift, in der sie einen "Fuckboy" bekehren muss. Doch hat sie nicht mit ihren Gefühlen gerechnet, denn diese lassen sich nicht länger verdrängen und kommen nach drei Jahren mit voller Wucht zurück an die Oberfläche. Und auch Noahs Fassade fängt an zu bröckeln, denn er hat ebenfalls schon immer mehr für Liv empfunden, als reine Freundschaft. Können die beiden wieder zueinander finden oder spielt das Schicksal erneut mit ungerechten Karten?

Nach ein paar Einstiegsschwierigkeiten, die mit Livs aufwühlender Trennung von ihrem langjährigen Freund und einer Beinahe-Kündigung aus der Uni-Redaktion einhergingen, habe ich schnell einen guten Draht zu der Hauptprotagonistin gefunden. Es fiel mir unglaublich leicht, mit Liv zu fühlen und die Dinge aus ihrer Perspektive zu sehen. Sie ist ein sehr feinfühliger Mensch und kämpft für das, was ihr wichtig ist. Aber auch Noah hat sehr emotionale und tiefgründige Seiten, die man schnell lieb gewinnt, sobald man hinter seine Fassade blicken kann. Manchmal war mir Noah etwas zu impulsiv und ich hätte ihn gerne an den Schultern gepackt und durchgeschüttelt, weil er so selbstzerstörerisch handelt.

Das Buch hat außerdem sehr interessante und vielschichtige Nebencharaktere zu bieten, die wahre Freundschaft beweisen und die Geschichte damit auf großartige Weise aufwerten. Ich freue mich schon sehr auf ihre eigenen Geschichten in den folgenden zwei Bänden, besonders Anthony hat es mir angetan.

Der Schreibstil von Nena Tramountani kann ich nur als flüssig und mitreißend beschreiben. Es fiel mir sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen und nicht alles um mich herum zu vergessen. Es dauert lange, bis endlich klar wird, was vor all den Jahren wirklich passiert ist und wieso sich Noah von Liv distanziert hat, aber mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet und somit blieb die Spannung bis zum Schluss.

Wenn die Folgebände nur ansatzweise so gut sind, wie dieser Auftakt, werde ich mich wieder und wieder in die Geschichten verlieben.


Fazit:

Eine mitreißende Geschichte über Liebe, Freundschaft, Trauer und Leidenschaften.

Ich gebe "Fly & Forget" 4,5 von 5 Federn.

Veröffentlicht am 15.12.2020

Das große Finale

Hex Files - Verhexte Nächte
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Nachdem Ivy in Band 2 die Magie eines Totenbeschwörers in sich aufgenommen hat, kann sie die Geister der Verstorbenen sehen – und die sind allesamt ziemlich unfreundlich und aufdringlich. Doch gerade sie ...

Nachdem Ivy in Band 2 die Magie eines Totenbeschwörers in sich aufgenommen hat, kann sie die Geister der Verstorbenen sehen – und die sind allesamt ziemlich unfreundlich und aufdringlich. Doch gerade sie bringen Ivy und Winter auf die Spur eines gefährlichen und unberechenbaren Serienmörders, der es auf Hexen abgesehen hat.

Mit viel Humor und Sarkasmus begeistert uns die faulste Hexe der Welt ein voraussichtlich letztes Mal. In diesem finalen Band der Hex Files sind Ivy und Winter unzertrennlich. Endlich haben sie zueinander gefunden lassen es dennoch nur selten langweilig werden und die Funken sprühen weiterhin. Auch Hexenkater Brutus ist selbstverständlich wieder dabei und sorgt mit seiner besonderen Art für viele Schmunzler. Die Geister spielen diesmal eine zentrale Rolle, da sie Ivy ununterbrochen aufsuchen (und dementsprechend auf die Palme bringen). Vor allem aber hoffen sie auf Ivys Hilfe, um auf die nächste Ebene zu gelangen und endlich Frieden zu finden. Dafür hat Ivy jedoch kaum Zeit, denn sie hat es sich zu ihrem persönlichen Ziel gemacht, den hexenhassenden Serienkiller Schwarzbart aufzuhalten.

Die Hauptprotagonisten ermitteln mit der Unterstützung des Ipsissimus, jedoch ohne die sonstige Hilfe des Ordens, da Winter an seinem Entschluss festhält, diesen für immer zu verlassen. Auch dabei sind die erst kürzlich ermordete Claire und der ehemaligen Ipsissimus Grenville, die Ivy auf Trab halten.

Der Mörder Schwarzbart ist intelligent, einfach nicht zu durchschauen und legt den Ermittelnden viele Steine in den Weg. Die Spannung zieht sich bis zum Schluss, neue Rätsel lassen den Leser mitfiebern und die Geschichte nie langweilig werden. Ein kleines Bisschen gefehlt hat mir diesmal die Magie. Aus einigen mehr oder weniger fatalen Gründen konnte Ivy nur wenig zaubern und auch von Winter hatte ich mir ein paar spektakulärere Momente erhofft. Auch das Ende der Geschichte kam mir etwas zu schnell und wurde, für den ganzen Spannungsaufbau davor, ein wenig zu einfach gelöst.

Dennoch flogen die Seiten wieder einmal nur so dahin, der Schreibstil von Helen Harper ist unvergleichlich und Hex Files ist und bleibt eine absolute Leseempfehlung.


Fazit:

Ein toller Abschluss dieser humorvollen und magischen Reihe, die mich aber leider nicht ganz so fesseln konnte, wie ihre zwei Vorgänger.

Ich gebe "Hex Files – Verhexte Nächte" 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2020

Neuer Lesestoff von Sarina Bowen

The Brooklyn Years - Was von uns bleibt
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Leo und Georgia waren in der Highschool das Traumpaar schlechthin und verliebt bis über beide Ohren. Ein schreckliches Verbrechen trennte die beiden und nach sechs Jahren begegnen sie sich ausgerechnet ...

Leo und Georgia waren in der Highschool das Traumpaar schlechthin und verliebt bis über beide Ohren. Ein schreckliches Verbrechen trennte die beiden und nach sechs Jahren begegnen sie sich ausgerechnet im Rahmen ihrer Arbeit wieder. Doch die lange Zeit hat nichts zwischen der tiefen Verbindung zwischen Georgia und Leo verändert, nur stehen diesmal ihre Jobs auf dem Spiel. Doch im Gegensatz zu Georgia ist Leo bereit alles zu geben, um seine große Liebe zurückzugewinnen.

Das erste Drittel des Buches hat es mir leider etwas schwer gemacht, mich mit der neuen Geschichte von Sarina Bowen anzufreunden. Ich kann nicht sagen, ob es möglicherweise an der Übersetzung oder vielleicht an der eher ungewohnten Er-Sie-Perspektive lag, aber ich konnte mich mit dem Schreibstil einfach nicht anfreunden und hatte das Buch insgeheim schon als persönlichen Flop abgestempelt. Doch von Seite zu Seite wurde es besser. Georgia und Leo haben mein Herz beide im Sturm erobert und sind ein so tolles Paar, dass ich das Buch letztendlich nur lieben konnte. So haben mir nach der Eingewöhnungsphase also zumindest 2/3 der Geschichte sehr gefallen und ich habe regelrecht mit den beiden Protagonisten mitgefiebert, dass sie sich endlich wieder aufeinander einlassen können.

Auch als alleinstehende Persönlichkeiten konnten mich die beiden überzeugen. Georgia ist ziemlich taff und zielstrebig, wenn es um ihren geliebten Beruf als Pressesprecherin geht und hat gleichzeitig ein riesiges Herz. Leo ist als angehender Profi-Eishockeyspieler ebenfalls sehr ehrgeizig, aber auch von der humorvollen und herzlichen Sorte Mann. Auch wundervolle Nebencharaktere wie Becca und Silas haben die Geschichte lebendiger gemacht.

Das Buch ist weder besonders innovativ, noch gibt es unerwartete Wendungen, aber die Stimmung zwischen den beiden Hauptcharakteren macht die Geschichte dennoch zu etwas ganz Besonderem. Die Vertrautheit zwischen ihnen konnte ich als Leserin praktisch spüren und das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Auch Eishockey kommt natürlich nicht zu kurz, was mir als absolute Laiin viel Spaß bereitet und interessante Informationen geschenkt hat.

Auch, wenn "The Brooklyn Years - Was von uns bleibt" für mich kein Highlight geworden ist, ist es ein absolutes Muss für Fans von "The Ivy Years" und punktet vor allem mit der Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren.


Fazit:

Nach einigen Startschwierigkeiten hat mich die besondere Beziehung zwischen Georgia und Leo vollkommen in seinen Bann gezogen.

Ich gebe "The Brooklyn Years - Was von uns bleibt" 3,5 von 5 Sternen.