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Veröffentlicht am 19.09.2019

Als echter Fionafan gebe ich noch vier Herzen – aber nicht so richtig von Herzen

Fiona: Das tiefste Grab
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Allgemeines:

Mit Das tiefste Grab legt Harry Bingham Band sechs der Thrillerreihe um Fiona Griffiths vor. Der Schauplatz ist wieder Wales mit seiner kargen und beeindruckenden Landschaft. Bingham ist ...

Allgemeines:

Mit Das tiefste Grab legt Harry Bingham Band sechs der Thrillerreihe um Fiona Griffiths vor. Der Schauplatz ist wieder Wales mit seiner kargen und beeindruckenden Landschaft. Bingham ist gebürtiger Londoner und arbeitete als Banker, bevor er das Schreiben zu seinem Hauptberuf machte. Das tiefste Grab ist am 17.09.2019 im Rowohlt Verlag als Taschenbuch erschienen und umfasst 541 Seiten. In Großbritannien wurden die Bände dieser Reihe bereits verfilmt.

Inhalt:

„Fionas rätselhaftester Fall: Excalibur, das Schwert von König Artus. Wer hat es gefunden? Wer tötet dafür?

Endlich wieder eine interessante Leiche für Fiona Griffiths: eine Archäologin. Enthauptet. In der Brust drei Speere. Wen hat die angesehene Gelehrte sich zum tödlichen Feind gemacht? Ein weiterer Forscher muss sterben, im Nationalmuseum von Cardiff kommt es zu einer Geiselnahme. Alle Fälle verweisen auf eine mythische Figur: König Artus. Und auf dessen sagenhaftes Schwert Excalibur. Ein derartiger Fund wäre zig Millionen wert. Auf einmal wird das Schwert im Darknet angeboten – gleich in doppelter Ausführung. Wer treibt hier mit wem sein Spiel? Und wie viele Menschen müssen noch sterben?“ (Quelle: Rowohlt Verlagsseite)

Meine Meinung:

Aus meiner Sicht ist Das tiefste Grab der schwächste der Fiona Thriller. Es hat exakt bis Seite 138 gedauert, bis ich drin war in der Handlung und dass, obwohl ich die Vorgänger alle gelesen und noch sehr präsent hatte. Wenn nicht immer wieder Episoden eingestreut wären, die sich mit Fionas Leben, um das es in den anderen Bändern immer sehr ausführlich ging, ich hätte dieses Buch nicht weitergelesen. Die Rahmenhandlung ist für mich einfach zu absurd. Eine Frau wird geköpft, eine Archäologin. Das alles geschieht im Kontext der Artussage, die sehr viel Raum einnimmt. Es geht um Mythen, Rollenspiele und Verehrung des sagenhaften Artus. Dann wird auch noch das legendäre Schwert Excalibur in mehrfacher Fälschung im Internet angeboten und die Fangemeinde steht Kopf. Sicherlich ist Wales dafür ein guter Schauplatz, aber Bingham geht so ins Detail, dass sich jeder langweilen muss, der sich für diesen Mythos nur am Rande interessiert. Spannender ist da schon die Nebenhandlung, die sich mit dem Fälschen historischer Artefakte beschäftigt, sicherlich auch in der Realität ein großes Geschäft. Im Nachwort des Buches gibt Bingham zu, dass ihn die Mythen um den legendären Artus faszinieren, dass er in Das tiefste Grab bewusst Mythos und Fakten miteinander verwoben hat. Mein Ding ist das nicht, denn historische Thriller lese ich weniger gern. Bingham spielt mit Realität und Fiktion, das macht er auch in seinen anderen Bänden und das macht auch den Reiz seiner Bücher aus, aber hier ist er für mich übers Ziel hinaus geschossen.

Zurück zu Fiona. Wie in jedem der Bände ist sie immer für Überraschungen gut und tritt auch hier wieder als geniale Ermittlerin auf, die sich immer wieder in brenzligen Situationen wiederfindet und wie so oft den Unmut ihrer Vorgesetzten auf sich zieht. Man erfährt wieder etwas mehr über ihre Herkunft und ihre Charaktereigenschaften, aber nie so viel, dass man sich ein Gesamtbild machen kann. Darin ist Bingham sehr geschickt. Er wirft einem die Informationen wie Häppchen zu, man wartet sehnsüchtig auf das große Ganze. Das aber kriegt man nicht. Sicherlich auch, weil noch weitere Bände folgen sollen. In diesem Band ist Fiona die sympathische junge Katie zur Seite gestellt, eine junge Historikerin, die ihr bei der Lösung des aktuellen Falles hilft und auch noch eine andere Rolle spielt. Der Plot um die beiden macht das Buch besonders lesenswert, sofern man den Artusmythos vergessen kann. Zudem gelingt es Bingham wie immer, Informationen zu Fiona aus den vorangegangenen Bänden so einfließen zu lassen, dass man jeden Band auch für sich lesen kann. Das ist eine hohe Kunst!

Fazit:

Als echter Fionafan gebe ich noch vier Herzen – aber nicht so richtig von Herzen.

Veröffentlicht am 10.09.2019

Hope erzählt uns von den Dingen, die momentan auf der Welt passieren

Hope
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Allgemeines:

Hope – Es gibt kein zurück. Du kommst an. Oder du stirbst. ist am 22.07.2019 in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Das Buch hat 544 Seiten und wird ab einem Lesealter von 16 Jahren empfohlen. ...

Allgemeines:

Hope – Es gibt kein zurück. Du kommst an. Oder du stirbst. ist am 22.07.2019 in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Das Buch hat 544 Seiten und wird ab einem Lesealter von 16 Jahren empfohlen. Diese Empfehlung unterstütze ich – bitte nicht früher lesen! Illustriert wurde das Buch von KIM&HIM. Sie sind für die gut nachvollziehbare Karte der Fluchtroute und verschiedene kleine Illustrationen zwischen den Kapiteln verantwortlich. Insgesamt wirklich stimmig geworden!

Inhalt:

„Du hast nichts zu verlieren, wenn dir alles genommen wurde! Der 19-jährige Kanadier Mathis begleitet Hope, einen elf Jahre alten Somali, auf dessen abenteuerlicher Flucht quer durch Südamerika. Kaum gestartet, heften sich zwei zwielichtige Typen an ihre Fersen. Nicht die einzige Bedrohung, der sich Hope und Mathis unterwegs stellen müssen. Auf ihrem atemberaubenden Trip über den Amazonas, die Panamericana und auf dem Dach eines rasenden Güterzugs lauert der Tod überall. Mehr als einmal können sie ihm nur knapp entkommen. Werden die beiden es in die Freiheit schaffen?“ (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

Meine Meinung:

Hope ist wieder ein ganz besonderes Buch geworden. Mit Peer Martins Büchern ist es im Grunde genommen stets ähnlich. Zum einen möchte ich sie gar nicht lesen, weil sie mir auf großartige Art und Weise vor Augen führen, was momentan alles auf dieser Welt passiert und schiefläuft. Zum anderen kann ich es nie erwarten, endlich in seinen Zeilen zu verschwinden, seine Geschichten aufzusaugen und in ihnen zu ertrinken. Genau das tue ich. Ich gehe unter in seinen Worten. Im Anschluss brauche ich Zeit, um eigene Worte zu finden für das, was ich gelesen habe. Worte, die der Geschichte in meinen Augen niemals gerecht werden können. Worte, in denen ihr meine Betroffenheit lesen könnt. Worte, die euch vielleicht neugierig machen oder das Buch auf eure Leseliste wandern lassen.

Besonders ist nicht nur der Inhalt des Buches, sondern auch der Aufbau. Zwischen den Kapiteln befinden sich informierende Abschnitte, die jeweils zum Inhalt der Kapitel passen. Zum Beispiel kann es in diesen Abschnitten um ein Land, politische Konflikte oder auch verschiedene Dinge, die das Leben auf der Erde betreffen, gehen. Alle Abschnitte sind illustriert und haben einen Mehrwert für die Geschichte. Vor jedem der großen Abschnitte, die das Buch insgesamt strukturieren, befinden sich die von Martin gewohnten Zitate verschiedener Personen.

Was ich gar nicht mag, ist der Geruch in den Städten. Es stinkt nach Menschen und Autos. Bei uns im Wald riecht es nach Blumen. Davi Kopenawa Yanomami (S. 24)

Zusätzlich gibt es vor jedem Kapitel Stichworte zur Bildersuche im Internet. Dieses Procedere ist ebenfalls in vielen Büchern Martins wiederzufinden. Wer mag, kann sich so ein noch umfassenderes Bild machen. Man sollte überlegen, welche Begriffe man tatsächlich googelt und ob man sich mit diesen näher auseinandersetzen kann und möchte. Einige Inhalte sollten nicht angeschaut werden, wenn das Lesen nicht begleitet wird, bzw. wenn der Lesende zu jung ist.

Eigentlich sind meine Worte nun aufgebraucht. Wie könnte ich euch von dieser Reise erzählen, über die ich gelesen habe? Mitnichten würdet ihr aus meinen Worten lesen können, wie echt sie wirkt, wie sie mich betroffen hat. Ich kann euch darüber berichten, dass ich nach dem Lesen immer noch nicht weiß, ob diese Reise nicht genau so passiert ist. Hieß der Protagonist schließlich auf Seite 5 noch Mathis Martin und stammte aus Kanada. Später hieß er dann Mathis Mandel. Zufall? Ich habe darauf bisher keine Antwort gefunden. Aber darauf, was diese Geschichte uns geben soll und kann.

Hope erzählt uns von den Dingen, die momentan auf der Welt passieren. Wir tauchen in eine Welt ein, von der wir uns täglich abwenden. Obwohl wir viel mehr hinschauen sollten. Denn all diese Dinge passieren wirklich auf unserer Welt. Sie betreffen uns. Betreffen die kleinen Menschen wie Hope, betreffen die großen Menschen wie Akash. Ich hoffe, dass Hope bei euch genau diese Gefühle auslöst, euch für die Thematik sensibilisiert, wie alle Bücher Martins. Schaut euch um, schaut hin, helft Hope. Dann sind wir auf einem guten Weg.

Fazit:

Wer auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch ist, das eine so wahr anmutende Geschichte voller berührender Schicksale erzählt, sollte Hope lesen. Als Leser muss man bereit sein, sich unangenehmen Wahrheiten zu stellen und diese tiefergehend zu reflektieren. Wenn man das kann, wird Hope für den Leser zu einem tief beeindruckenden Lieblingsbuch.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Der Erbe der Schatten

Der Erbe der Schatten
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Allgemeines:

Der Erbe der Schatten ist als dritter Band der Chronik der Weitseher am 11.12.2017 im Penhaligon Verlag erschienen. Das Paperback hat 1120 Seiten und ist gelinde gesagt schwer und unhandlich.Optisch ...

Allgemeines:

Der Erbe der Schatten ist als dritter Band der Chronik der Weitseher am 11.12.2017 im Penhaligon Verlag erschienen. Das Paperback hat 1120 Seiten und ist gelinde gesagt schwer und unhandlich.Optisch passt er perfekt zu den anderen Teilen der Reihe und erinnert an Das Lied von Eis und Feuer.

Der Roman ist ebenso wie die vorhergehenden Teile bereits unter verschiedenen anderen Titeln in Verlagen der Verlagsgruppe Random House erschienen.

Inhalt:

„Die Legenden erwachen zum Leben.

Fitz Chivalric hat versagt. Sein skrupelloser Onkel hat den Thron der sechs Provinzen an sich gerissen, und der wahre Herrscher, Prinz Veritas, gilt als tot. Fitz bleibt nur noch eines: Rache! Doch wie soll er bis zu dem Mann vordringen, der ihm alles genommen hat? Einem König, geschützt von Soldaten und Magie? Ohne Rücksicht auf sich selbst, treibt Fitz seine Pläne voran. Da erreicht ihn der Ruf eines Todgeglaubten – Prinz Veritas!

Dieses Buch ist bereits unter dem Titel »Die Magie des Assassinen« im Bastei-Lübbe Verlag erschienen und unter dem Titel »Der Nachtmagier« im Heyne Verlag.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Auch in diesem Band steht der Protagonist Fitz Chivalric im Mittelpunkt der Geschehnisse. Obwohl das beinahe unmöglich erscheint, wenn wir uns an das Ende des letzten Bandes zurückerinnern. Dieses Ende ließ mich vor einigen Monaten erschüttert zurück. Wie sollte das alles weitergehen? Was würde die Alte Macht aus Fitz Chivalric machen? Hobb hat eine in meinen Augen sehr plausible Möglichkeit gefunden, um meine Fragen zu beantworten. Dafür hat sie ein paar Seiten gebraucht. Das ist natürlich untertrieben – der dritte Band ist gleichzeitig der umfangreichste Band der Trilogie. Er hat mir dadurch so manchen Leseabend etwas madig gemacht. Man kann dieses Buch nicht vernünftig halten und ist somit an einem wirklich gemütlichen Lesen gehindert. Ich bin zwar kein Freund von so etwas, in diesem Fall hätte ich mir jedoch eine Aufsplittung in zwei Bände gewünscht.

Mich haben die Handlungsmotive Fitz Chivalrics interessiert. Ich konnte mir zu Beginn der Lektüre nicht vorstellen, was ihn in Zukunft antreiben würde. Würde es ganz anders weitergehen? Wäre es Rache, nach der es ihn gelüstet? Würde ihn die alte Macht steuern? Darüber möchte ich euch nicht zu viel verraten – gut gelöst ist es.. Falls die Beschreibungen dem ein oder anderen Leser zu langatmig sind, kann ich das nachvollziehen. Ich mag Hobbs Schreibstil und kann mir durch die von ihr gewählte Art der Beschreibungen die Welt beinahe bildhaft vorstellen. Manch anderer wünscht sich aber mit Sicherheit etwas mehr Action, vor allem zu Beginn der Geschichte.

Im Laufe der Handlung lernen wir sogar noch neue Charaktere kennen. Wie könnte es auch anders sein? Besonders ins Herz geschlossen habe ich dabei die Krähe und eine Musikantin namens Merle. Geht es euch da ähnlich? Hobb gelingt es beinahe unbemerkt, Puzzlestein für Puzzlestein aneinander zu fügen und so ein umfassendes Handlungsbild entstehen zu lassen. Dabei geht sie mit einer kontinuierlichen Spannung voran. Immer wieder passieren unvorhergesehene Dinge, die mich auch noch nach 800 Seiten überraschen konnten. Ich weiß nicht, warum, aber obwohl die Chronik einen solchen Umfang hat, fällt es mir auch im dritten Band noch leicht, mich an Ereignisse und Details aus den vorhergehenden Bänden zu erinnern. Das ist nicht immer so, vor allem nicht bei solch dicken Wälzern. Hobb scheint eine Geschichte geschrieben zu haben, die mir im Gedächtnis bleiben möchte.

Fazit:

Ein rundum gelungener Abschluss der fantastischen Chronik der Weitseher. Zum Glück gibt es von Robin Hobb noch so einige Bücher, die im gleichen Universum spielen. Welches lese ich es bloß zuerst?

Veröffentlicht am 30.08.2019

Realistisch und packend geschrieben

Ultimatum
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Allgemeines:

Christian v. Ditfurth ist von Haus aus Geschichtswissenschaftler. Seine bekannte Krimireihe um den Historiker Josef Maria Stachelmann begründete seinen Erfolg. Mit der „de Bodt Reihe“ erhielt ...

Allgemeines:

Christian v. Ditfurth ist von Haus aus Geschichtswissenschaftler. Seine bekannte Krimireihe um den Historiker Josef Maria Stachelmann begründete seinen Erfolg. Mit der „de Bodt Reihe“ erhielt er für den zweiten Band Zwei Sekunden den Stuttgarter Krimipreis. Ultimatum ist der fünfte Band dieser Reihe. Das Buch erscheint am 26. August 2019 als Paperback im Bertelsmann Verlag und umfasst 446 Seiten. Die Presse hat für v. Ditfurths Thriller nur Lob: „Action mit Niveau“ titelt beispielsweise die Abendzeitung.

Inhalt:

„Alarm im Kanzleramt!

Berlin im Herbst 2019: Der Ehemann der Kanzlerin wird gekidnappt. Die Entführer stellen unerfüllbare Forderungen. Eine deutsche Regierung lässt sich nicht erpressen. Oder doch? Die Entführer meinen es ernst, senden eine abgetrennte Hand ins Polizeirevier. Der Machtapparat ist in Schockstarre, de Bodt schafft es allerdings, Dr. Süß zu befreien. Aber das Katz-und-Maus-Spiel hat gerade erst angefangen. In Frankreich wird die Gattin des Präsidenten entführt … Kommissar Eugen de Bodt und sein Team stehen vor einer fast unlösbaren Aufgabe.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Christian von Ditfurth traut sich was mit seinem neuesten Politthriller Ultimatum. Er ist sehr dicht an hochaktueller Tagespolitik inner- und außerhalb Deutschlands dran. Die Thematik, ob die Bundesrepublik als Staat erpressbar ist, hat sich schon des Öfteren in ihrer Geschichte gestellt, man denke an die RAF. In Ultimatum geht es aber nicht nur um die BRD, es geht um den Weltfrieden. Und das alles im Herbst 2019.

Es gibt viele Personen, wechselnde Schauplätze, kurze Kapitel und eine sich rasant entwickelnde Handlung. Das ist typisch für den Schreibstil v. Ditfurths. Das macht ihn besonders, ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber mir gefällt seine Art zu schreiben. Man muss höllisch aufpassen, um den Plot nicht mit der Realität zu vermischen, da beispielsweise die deutsche Kanzlerin eine Protagonistin darstellt, man natürlich weiß, dass Merkel gemeint ist, aber eben nicht die reale, sondern die fiktive Kanzlerin. Zudem ist die Handlung derart nah an möglichen politisch motivierten terroristischen Szenarien, dass einem der Atem stockt. Ähnliches ist mir bisher nur aus den Büchern von Wolfgang Schorlau bekannt, der sich in all seinen Thrillern wahrer Skandale annimmt (Trinkwasser, Pharmakonzerne, Massentierhaltung, NSU, um nur einige Themen zu nennen) und auf der Basis von sehr genauer Recherche packend schreibt. Er hat schon einige Morddrohungen erhalten, lässt sich aber nicht einschüchtern. Es bleibt abzuwarten, wie die Reaktionen auf diesen v. Ditfurth sind…

Ich habe auch die anderen Bände aus der Reihe um den Berliner Hauptkommissar de Bodt samt Team gelesen und kann nur feststellen, dass v. Ditfurth sich stetig steigert. Um in den vollen Lesegenuss von Ultimatum zu kommen, sollte man die vorangehenden Bände gelesen haben. Da man aus meiner Sicht nur so die Entwicklung der Charaktere nachvollziehen und sie daher in diesem Buch auch besser verstehen und genießen kann.

Dieses Buch ist nur etwas für den Leser, dem der ständige Wechsel von Schauplätzen und Protagonisten keine Kopfschmerzen bereitet. Man sollte sich für das Thema interessieren und selber Schlüsse ziehen können, denn der Informationsfluss geht kreuz und quer. Da kann man schon mal ungeduldig werden.

Die Figur des Hauptkommissars de Bodt ist einfach grandios konstruiert. Er brüskiert seine Kollegen und Gesprächspartner ständig, indem er mit Zitaten berühmter Philosophen nur so um sich schmeißt, kein Gespräch ohne ein Zitat. So erreicht er es, dass jeder sich ihm unterlegen fühlt, ohne dass er wiederum arrogant rüberkommt. Dabei ist er eigentlich einfach nur ein kluger Mensch mit einem ausgesprochen guten Spürsinn für Verbrecher und ihre Motive, der außerdem immer Recht hat, was nicht gerade zu seiner Beliebtheit beiträgt. Die einzigen, die permanent zu ihm stehen, sind sein Kollege Yussuf und seine Kollegin Salinger. Beide ebenfalls Typen für sich.

Fazit:

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. Es ist realistisch und packend geschrieben. Man merkt, dass v. Ditfurth in seinen Plot tief eintaucht und das politische Geschehen überaus pointiert, oft auch ironisch durch seine Figuren kommentiert.

Veröffentlicht am 25.08.2019

Lebt Eve einen Traum?

Eve of Man (I)
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Allgemeines:

Eve of man – Die letzte Frau erschien am 23.08.2019 als Hardcover im dtv Verlag. Das Buch hat 448 Seiten und wird ab einem Lesealter von 14 Jahren empfohlen.

Geschrieben wurde es von den ...

Allgemeines:

Eve of man – Die letzte Frau erschien am 23.08.2019 als Hardcover im dtv Verlag. Das Buch hat 448 Seiten und wird ab einem Lesealter von 14 Jahren empfohlen.

Geschrieben wurde es von den beiden Autoren Giovanna und Tom Fletcher. Die Namensähnlichkeit rührt nicht von ungefähr: Die beiden sind verheiratet. Tom Fletcher kennen viele aus der jüngsten Vergangenheit vermutlich durch das Kinderbuch der Weihnachtosaurus, das ebenfalls im dtv Verlag erschienen ist. Eve of man ist der erste Teil einer Reihe.

Inhalt:

„Sie ist die letzte Frau. Das Schicksal der Menschheit liegt in ihren Händen: EVE

Sie ist die Antwort auf alle Gebete der Welt, die Hoffnung auf den Fortbestand der Menschheit: Nach einem halben Jahrhundert wird endlich wieder ein Mädchen geboren – Eve. Isoliert von der Außenwelt wächst sie in einem goldenen Käfig auf. Jetzt, mit 16 Jahren, soll sie aus drei Kandidaten ihren Partner wählen. Eve war sich ihrer Verantwortung immer bewusst und hat widerspruchlos die schwere Bürde für den Fortbestand der Menschheit getragen. Doch nun trifft sie Bram, und die Zweifel an der Aufrichtigkeit der Motive ihrer »Beschützer« wachsen. Eve will die Wahrheit wissen, über die Welt, über ihre Familie, über die Liebe, die sie für Bram fühlt. Sie will Kontrolle über ihr Leben, sie will Freiheit. Doch darf sie für ihr privates Glück die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzen?“ (Quelle: dtv Verlag)

Meine Meinung:

Eve of man ist auf verschlungenen Wegen zu mir gekommen. Leider hat die Deutsche Post in diesem Fall eine Sachbeschädigung begangen. Mein Exemplar war so sehr in den Briefkasten gestopft, dass ich gar nicht mit dem Lesen beginnen konnte. Denn es ging einfach nicht hinaus. Erst mit viel Kraftaufwand, einem verbogenen Briefkasten und einem ziemlich beschädigten Buch (siehe Bild, zerfetzt ist sogar der Inneneinband), konnte ich mit dem Lesen beginnen. Da ich meine Erlebnisse auch auf meinem Instagram Account geschildert habe, um die Post darauf aufmerksam zu machen, schreib mir der dtv Verlag, dass sie mir ein neues Exemplar zusenden. An dieser Stelle möchte ich mich dafür ganz herzlich bedanken! Um die Geschichte in diesem Bereich abzuschließen: Ich habe bereits mehrfach mit der Deutschen Post telefoniert. Ich bin ein stets freundlicher Gesprächspartner und wurde bei meiner zweiten Nachfrage, was nun getan werden könnte, abgewürgt: Meine Ansprechpartnerin hat das Gespräch beendet, indem sie einfach den Hörer auflegte. Von der Post ist anscheinend leider keine Reaktion zu erwarten.

Aber nun zur eigentlichen Rezension des Buches…

Eve of man wanderte schnell auf meine Wunschliste. Neugierig, was sich hinter der Beschreibung verstecken mochte, begann ich mit der Lektüre. Ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen. Zum einen lag das am Umfang des Buches, zum anderen jedoch an der Geschichte selbst. Die Fletchers entwerfen ein Szenario, das anfangs positiv wirkt. Dem Leser ist natürlich klar, dass sich mehr dahinter verbergen muss und der schöne Schein trügerisch ist. Vorsichtig führen sie ihre Leser in ihre Welt ein. An das Thema Spannung tasten sie sich langsam heran. Was dann jedoch auf einmal passiert, war für mich zum Teil vorhersehbar, zum Teil aber auch wirklich spannend. Man könnte rückblickend betrachtet sagen, dass Eve nach einem recht vorhersehbaren Schema aufgebaut ist. In meinen Augen hätte das nicht sein müssen. Wenn in diesem Bereich anders vorgegangen worden wäre, hätte ich für Eve fünf Herzen vergeben.

Eve ist die erste seit Jahrzehnten geborene Frau, die fruchtbar ist. Was das in einer Gesellschaft, deren Überleben nur durch Fortpflanzung sichergestellt werden kann, bedeutet, können wir uns heute nicht vollständig ausmalen. Einiges hat mich wirklich überrascht und schockiert. Eve lebt in einem Turm, abgeschottet von der Außenwelt. Die Außenwelt selbst lebt in einem Szenario, das mit Blick auf den fortschreitenden Klimawandel nicht weit entfernt scheint: Der Wasserpegel ist so weit gestiegen, dass ein Leben in gewohnter Umgebung nicht mehr möglich ist. In Eve wird also nicht nur auf einen Missstand hingewiesen, sondern weiter gedacht.

Sogar so weit, Eve nicht als Einzelband anzulegen. Das empfand ich zunächst als schade. Ich hätte wirklich gerne ein Ende der Geschichte gelesen. Nun muss ich mich noch ein wenig gedulden. Aber mit Sicherheit werden uns die Fletchers mit der Fortsetzung ihrer Geschichte nicht enttäuschen. Ich freue mich drauf!

Fazit:

Eine interessante Dystopie, die in großen Teilen fesselnd geschrieben ist, auf einige Missstände aufmerksam macht, und es dabei schafft, eine innovative Geschichte zu erzählen.