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Veröffentlicht am 13.10.2019

Vielleicht lest ihr es mit einem ganz anderen Auge als ich?

Der letzte Magier von Manhattan
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Allgemeines:

Der letzte Magier von Manhattan ist am 02.09.2019 als erster Teil einer Urban-Fantasy-Dilogie bei Knaur erschienen. Das Paperback hat 576 Seiten und eine mit glänzenden Details versehene ...

Allgemeines:

Der letzte Magier von Manhattan ist am 02.09.2019 als erster Teil einer Urban-Fantasy-Dilogie bei Knaur erschienen. Das Paperback hat 576 Seiten und eine mit glänzenden Details versehene Oberfläche.

Autorin der Dilogie um die Rätsel des Ars Arcana ist die aus Ohio stammende Lisa Maxwell. Übersetzt wurde der Titel von Michelle Gyo.

Inhalt:

„Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen zwei Fraktionen von Magiern: Während die einen sich dem mächtigen Orden Ortus Aurea angeschlossen haben, fristen die anderen ein Schatten-Dasein im Untergrund. Zu ihnen gehört die junge Diebin Esta, die von ihrem Mentor ins New York des Jahres 1901 geschickt wird, um ein Buch zu stehlen, das als Waffe gegen den Orden dienen soll. Esta schließt sich einer Gang von Magiern an, die wie sie den Orden bekämpfen. Sie gewinnt deren Vertrauen und mehr – und weiß doch, dass sie jeden in der Vergangenheit betrügen muss, wenn sie die Zukunft retten will.
Eine junge Diebin, das New York der Gangs und Gaslaternen und ein uralter Krieg der Magier.“ (Quelle: Knaur Fantasy)

Meine Meinung:

Im Zusammenhang mit dem letzten Magier von Manhattan bin ich vielfach über Berichte und Meinungen gestolpert, die von Startschwierigkeiten mit der Geschichte berichteten. Mir erging es mit dem Buch anscheinend etwas anders. Ich hatte keine Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden und auch die verschiedenen Zeitebenen waren für mich gut verständlich erklärt. Meine Erwartungen an die Geschichte waren relativ hoch. Vermutlich durch die Kombination von gutem Klappentext und neugierig machendem Cover. Ihr findet im letzten Magier von Manhattan eine Handlung, deren Wendungen mich überraschen konnten.

Nach wie vor bin ich unschlüssig, wie mir die Geschichte insgesamt gefallen hat. Ich glaube, dass die Waagschale momentan eher nicht in eine positive Richtung geht und ich die Dilogie nicht weiterverfolgen werde. Warum dies so ist, möchte ich euch gerne in dieser Rezension erklären.

Wie alle Geschichten über das Zeitreisen kämpft auch der letzte Magier von Manhattan mit der Logik. Ich habe bisher nur ganz selten ein Buch gelesen, das inhaltlich einen wirklich perfekten Ablauf kreiert, in dem nichts unlogisch ist. Die meisten Autoren verstricken sich irgendwann darin, dass durch jede Handlung der Protagonisten etwas verändert wird. Schnell wird es dabei insofern unlogisch, dass manche Handlungen etwas ändern, andere hingegen nicht. Für den Leser ist es dann nicht mehr schlüssig, wieso und wann sich etwas ändert. Gleichzeitig bleiben einige andere kleine Logikfehler ungeklärt. Nach wie vor verstehe ich einiges nicht und finde es wirklich unlogisch. Ich habe erst vor kurzem mit einer anderen Bloggerin über die Schwelle, die im Buch noch eine große Rolle spielen wird, gesprochen. Uns ist beiden in diesem Bereich einiges nicht klar, was ich euch hier nicht verraten möchte. Wenn ihr meint, alles verstanden zu haben und Antworten auf alle Fragen geben zu können, schreibt mich gerne hier oder auf Instagram an.

Was mir an diesem Buch gut gefallen hat, ist die grundlegende Geschichte über die Diebin Esta und ihre ganz speziellen magischen Gaben. Sie erschien mir von Anfang an ein interessanter und vielschichtiger Charakter zu sein. Fantastische Geschichten über Diebe liebe ich sowieso. In letzter Zeit hat da natürlich Kaz Brekker die Latte sehr hoch gelegt. Esta kann im Vergleich nicht ganz mithalten, hat aber großes Potential. Ebenso ihre Crew, die aus Charakteren besteht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie verhalten sich nicht durchweg ihrem Alter entsprechend. Ich war vor allem bei Dolph überrascht, wie alt er wirklich ist. Eine Romanze hätte in diesem Buch auf die Art und Weise, in der sie eingetreten ist, ebenfalls nicht sein müssen. Sie wirkte auf mich erzwungen und wenig natürlich. Nicht jedes gute Fantasybuch braucht eine Romanze! Und ihr passt bitte auch auf, wen ihr ins Herz schließt…

Fazit:

Ein Buch, das mich persönlich leider nicht von sich überzeugen konnte. Wer auf der Suche nach einer magischen Zeitreisegeschichte ist, sollte es jedoch trotzdem mal mit Der letzte Magier von Manhattan versuchen. Wer weiß, vielleicht lest ihr es mit einem ganz anderen Auge als ich.

Veröffentlicht am 11.10.2019

Schöner Ausflug in die Welt der Magie

Der Oktobermann
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Allgemeines:

Der Oktobermann – Eine Tobi-Winter-Story ist am 20.09.2019 bei dtv erschienen. Das Büchlein hat ein sehr handliches Format und 208 Seiten. Im Grunde genommen also wirklich nur eine „Story“. ...

Allgemeines:

Der Oktobermann – Eine Tobi-Winter-Story ist am 20.09.2019 bei dtv erschienen. Das Büchlein hat ein sehr handliches Format und 208 Seiten. Im Grunde genommen also wirklich nur eine „Story“. Es reiht sich chronologisch hinter den Ereignissen des letzten Abenteuers von Peter Grant ein.

Autor Ben Aaronovitch ist momentan auf Lesereise in Deutschland, um sein dort spielendes Buch vorzustellen. Ich hätte gerne eine seiner Lesungen besucht, leider finden sie jedoch alle zu weit entfernt von meinem schönen Wohnort statt.

Auch die Geschichte um den Protagonisten Tobi Winter ist zu den anderen Büchern der Reihe passend gestaltet. Wie gewohnt bietet das Cover einige Details aus der Handlung an und motiviert zum Raten, worum es genau gehen wird.

Inhalt:

„Die Flüsse von London‹ fließen nach Deutschland …

… denn auch hierzulande gibt es magische Vorkommnisse! Das deutsche Pendant zu Peter Grant heißt Tobi Winter und arbeitet beim BKA (Abteilung für komplexe und diffuse Angelegenheiten, sprich: Magie). Tobi bekommt es mit seltsamen Bräuchen in den Weinbergen rund um Trier zu tun – und mit einem übernatürlichen Rätsel, das schon Hunderte von Jahren alt ist. Selbstverständlich hat in dieser Gegend auch die Mosel ein Wörtchen mitzureden, wenn es magisch wird.“ (Quelle: dtv Verlag)

Meine Meinung:

Ich freue mich eigentlich über jedes Buch aus Ben Aaronovitchs Feder. Die Peter-Grant-Reihe um die Flüsse von London, das Folly und allerlei andere magisch abstruse Gestalten begleitet mich nun schon wirklich lange. Über Jahre und viele Lesesituationen hinweg. Gleich bleibt, dass Aaronovitch mich nach wie vor begeistern kann. Obwohl diese Reihe ursprünglich gar nicht mehrteilig angelegt war, ist ihm gelungen, was nicht vielen Autoren gelingt: Komplexität bei gleichbleibender Qualität.

Vorweg sei gesagt: Der Oktobermann ist kein losgelöster Roman. Er steht im Zusammenhang zur Peter-Grant-Reihe und erfordert Wissen aus den Romanen. Ohne dieses Wissen können keine Querverbindungen gezogen werden. Um seine Leser nicht zu langweilen verzichtet der Autor zudem auf die Erklärungen gewisser Grundlagen, die selbstverständlich sind. Für mich ein großer Pluspunkt, wenn man den Roman losgelöst sieht, könnte man als Neuling etwas weniger verstehen als gewünscht.

Im Oktobermann lernen wir einen deutschen Zauberer kennen. Auch in Deutschland ist das Feld der Magie breit angelegt, die zuständige Abteilung jedoch umso schmaler. Tobi Winter ist so gesehen der Mann für alle Fälle (mit etwas seltsamer Chefin, wie könnte es anders sein) und konnte bereits seit drei Jahren in den Genuss des Zauberns kommen. Quasi ein Profi… Er vertritt beim BKA die Abteilung für komplexe und diffuse Angelegenheiten und hat ebenso wie Peter und seine Kollegen recht viel zu tun. Im Oktobermann verschlägt es ihn für einen Fall in die Weinberge rund um Trier. Dort trifft er unter anderem den Sommer. Leser, die Aaronovitchs Geschichten kennen, wissen natürlich, dass in diesem Roman auch Wein eine Rolle spielen muss. Natürlich wird der Autor dieser Erwartung gerecht und beginnt den Roman sogleich mit einem bekannten Zitat über den guten Tropfen – von Goethe.

In meinen Augen ist diese deutsche Version von Peter Grant eine ganz eigene und individuelle. Wir finden keinen Abklatsch vor, sondern einen interessanten Protagonisten. Wohingegen wir durchaus mit einigen Klischees zu kämpfen haben. Beispielsweise in der Namensgebung der Charaktere und in einigen Verhaltensweisen. Ab und an hätte da weniger vermutlich einen besseren Zweck erfüllt. Mit der „Eindeutschung“ einiger magischer Begriffe hatte ich ebenfalls zu kämpfen. Wahrscheinlich liegt das vor allem daran, dass wir aus den bisherigen Bänden bereits eine Übersetzung kennen. Und nun werden für die gleichen Dinge teilweise völlig andere, „deutsche“ Begriffe verwendet. Das hätte nicht notgetan. Vielleicht hätte da von Aaronovitch selbst noch intensiver recherchiert werden müssen. Es gibt schließlich alle Begriffe bereits in der Übersetzung. Er hätte es trotzdem thematisieren können, für uns deutsche Leser hinkt der Unterschied jedoch ziemlich.

Alles in allem finde ich die erste Geschichte über den deutschen Zauberer Tobi Winter als gelungen, aber nicht perfekt. Es gibt noch Potential nach oben, ich möchte Tobi und vor allem seine Chefin gerne näher kennenlernen. Vielleicht gibt es ja bald eine Krise, die internationale Zusammenarbeit erfordert? Wer weiß…

Fazit:

Ein schöner Ausflug in Ben Aaronovitchs Welt der Magie. Ich glaube, dass diese kleine Geschichte ein Grundstein für eine in Zukunft noch enger miteinander verflochtene magische Welt sein kann und wird.

Veröffentlicht am 11.10.2019

Christelle Dabos hat mich überzeugt

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
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Allgemeines:

Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ist am 22.07.19 als Hörbuch im Hörverlag erschienen. Es handelt sich um den zweiten Band in der siebenteilig angelegten Reihe ...

Allgemeines:

Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ist am 22.07.19 als Hörbuch im Hörverlag erschienen. Es handelt sich um den zweiten Band in der siebenteilig angelegten Reihe um die Spiegelreisende Ophelia.

Ebenso wie beim ersten Teil handelt es sich um eine gekürzte Lesung, die trotzdem noch zwei CDs und 944 Hörminuten umfasst. Gelesen wird auch der zweite Teil von der ausgezeichneten Hörbüchsprecherin Laura Maire. Die Printausgabe des Jugendbuches ist als gebundene Ausgabe im Insel Verlag erschienen.

Inhalt:

„Ophelia wird zur Vize-Erzählerin am Hofe erkoren und glaubt sich damit endlich sicher. Doch es dauert nicht lange, und sie erhält anonyme Drohbriefe: Wenn sie ihre Hochzeit mit Thorn nicht absagt, wird ihr Übles widerfahren. Und damit scheint sie nicht die Einzige zu sein: Um sie herum verschwinden bedeutende Persönlichkeiten der Himmelsburg. Kurzerhand beauftragt Faruk Ophelia mit der Suche nach den Vermissten. Und so beginnt eine riskante Ermittlung, bei der es Ophelia mit manipulierten Sanduhren, gefährlichen Illusionen und zwielichtigen Gestalten zu tun bekommt.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

In meiner Rezi zum ersten Teil dieser Reihe habe ich euch erzählt, dass ich sehr skeptisch war, ob Christelle Dabos gelingen würde, das von vielen Medien angepriesene Niveau zu haben und zu halten. Ich kann euch bereits an dieser Stelle sagen, dass Dabos natürlich mitnichten mit J. K. Rowling und Harry Potter verglichen werden sollte. Diese Vergleiche hinken immer, werden es immer tun und sollten nicht so leichtfertig gezogen werden. Was ich euch aber auch verraten kann, ist, dass wir Dabos gar nicht vergleichen müssen. Ihr ist es nämlich gelungen, einen zweiten Teil zu schreiben, der mich einfach so überzeugt hat. Nicht durch einen Vergleich, nicht durch eine Ähnlichkeit mit bereits dagewesenen Geschichten. Einfach durch seine eigene Geschichte, seine Einzigartigkeit in der großen Welt der Fantasy.

Ich habe Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast täglich auf dem Weg zur Arbeit und zurück gehört. Ich höre gerne im Auto Hörbuch, es erdet mich, lenkt mich von den wiederkehrenden Gedanken an die Arbeit ab und es macht mir einfach Spaß. Seit ich das Hörbuch beendet habe, höre ich wieder Radio. Und mit jeder Minute oder Stunde im Auto merke ich, wie sehr ich den zweiten Band mochte. Woran ich das merke? Ich vermisse ihn! Bevor ich mit dem Hören begann, hätte ich das wirklich nicht gedacht. Diese Reihe stand für mich auf der Kippe. Dabos musste in ihrem zweiten Band einiges tun und schaffen, um mich vollends zu überzeugen. Ihr ist es gelungen all das zu liefern. Man könnte beinahe sagen, dass sie dazu die Grundzutaten eines guten zweiten Bandes verwendet hat. Ihre Charaktere haben sich entwickelt, die Welt wurde erweitert, bleibt jedoch immer noch rätselhaft und spannend. Zudem endet sie mit einem riesigen Cliffhanger, der mich den bereits im November erscheinenden dritten Band entgegenfiebern lässt.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch einmal die Entwicklung der Protagonistin Ophelia. Bereits im ersten Band war sie mir mit ihrer tollpatschigen Art sympathisch, ab und zu wollte ich sie aber doch gerne auf den Arm nehmen und ihr sagen, dass sie für sich einstehen soll. Dabos hat Ophelia eine Entwicklung auf den Leib geschneidert, die genau zu ihr passt. Wir haben es in diesem zweiten Teil mit einer gewachsenen Ophelia zu tun. Gewachsen an den Ereignissen, die sie bis zu diesem Zeitpunkt der Geschichte erlebt hat. Realistisch umgesetzt und keine zu plötzliche Entwicklung. Sehr gut gemacht!

An ungefähr zwei Stellen hatte ich während des Hörens das ungreifbare Gefühl, etwas verpasst zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass an diesen Stellen das Buch zum Hörbuch gekürzt worden ist. Ich hoffe sehr, dass das in den Folgebänden nicht mehr passiert. Mir ist jedes Detail wichtig und ich möchte nicht unwissentlich auf relevante Informationen verzichten!

Fazit:

Christelle Dabos hat mich überzeugt. Wenn diese Reihe auf nur annähernd diesem Niveau fortgesetzt wird, werden alle sie lieben. Ich liebe sie bereits!

Veröffentlicht am 26.09.2019

Ein Buch mit einer wichtigen Botschaft

The Kingdom
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Allgemeines:

The Kingdom – Das Erwachen der Seele ist am 19.08.2019 in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Das Hardcover hat 320 Seiten und wird ab einem Lesealter von 14 Jahren empfohlen. An dieser ...

Allgemeines:

The Kingdom – Das Erwachen der Seele ist am 19.08.2019 in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Das Hardcover hat 320 Seiten und wird ab einem Lesealter von 14 Jahren empfohlen. An dieser Stelle möchte ich die Gestaltung des Covers hervorheben. Sowohl haptisch als auch optisch ist es wahrhaftig ein Hingucker. Inhaltlich passt es perfekt zur Handlung der Geschichte und macht potenzielle Leser neugierig. Findet ihr nicht auch?

Inhalt:

„Du siehst aus wie ein Mensch. Du sprichst wie ein Mensch. Aber kannst du auch fühlen wie ein Mensch?
Verborgen hinter einem großen Tor liegt The Kingdom, ein atemberaubender Fantasy-Erlebnispark mit biotechnischen Lebewesen voller Schönheit und Einzigartigkeit. Unter ihnen sieben makellose Prinzessinnen, die dir jeden Wunsch erfüllen. Szenenwechsel – Gerichtssaal: Prinzessin Ana soll den Parkangestellten Owen ermordet haben, für den sie Gefühle hatte. Doch sind künstliche Intelligenzen wirklich in der Lage, Emotionen und eine eigene Moral zu entwickeln? Ein Jahrhundertprozess beginnt, in dessen Verlauf nicht weniger als die Frage nach Schuld und Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert verhandelt wird.“ (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

Meine Meinung:

The Kingdom ist ein Buch, das keinen Platz in meinem Bücherregal finden wird. Der Platz dort ist inzwischen für Bücher vorgesehen, die mich sowohl inhaltlich als auch in ihren (unterschwelligen) Botschaften nachhaltig beeindruckt haben. Bücher, die mich auf irgendeine Art und Weise überraschen konnten, die mich unterhalten haben. Kurz gesagt: Für besondere Bücher. Alle anderen Bücher lasse ich mittlerweile frei. Sei es in Bücherschränken oder in Schulen oder an befreundete Leser.

Warum ich The Kingdom weitergegeben habe, verrate ich euch in meiner Rezension.

Die Beschreibung von The Kingdom hat mich direkt angesprochen. Ich empfinde Geschichten über künstliche Intelligenz als spannend, die Beschreibung klang zudem märchenhaft. Da ich Märchen über alles liebe, war ich sehr motiviert, das Buch zu lesen. Zu Beginn der Handlung wurde ich mitgerissen. Ich tauchte ein in diese Welt, diesen Freizeitpark voller „Wunder“ und Märchengestalten. Wunder, die ein Funkeln in den Augen von Kindern erzeugen sollten. Unterstützt durch die zauberhaften Hybridprinzessinnen, die für das Wohlergehen der Parkbesucher da sind. Ein Park, in dem ich auch gerne mal gewesen wäre. Nach und nach wurde deutlich, welche Machenschaften sich hinter der schönen Fassade verbergen und wie viel mehr hinter allem steckt. Fragen nach Moral, nach menschlichen Abgründen und nach Formen von Menschlichkeit wurden aufgeworfen. Kluge Fragen, die mich zum Nachdenken angeregt haben.

Meine Lesefreude wurde schlussendlich aber stark in eine andere Richtung gelenkt. Nach einiger Zeit wurde die Handlung so vorhersehbar, dass ich mich nur noch geärgert habe. Wirklich alles ist so passiert, wie gedacht. Als Leser war ich so gesehen durch diese Vorhersehbarkeit unterfordert. Ich wollte mir so gerne eigene Bilder machen, mir vorstellen, wie es weitergeht. Das gehört für mich zum Lesen eines Buches dazu. Manchmal vermutet man richtig, zur Rätselhaftigkeit eines gut geschriebenen Buches gehört aber auch, dass sie nicht in Gänze aufgehoben wird. Ich möchte nicht mit jeder Vermutung richtig liegen. Ich möchte als Leser überrascht werden.

Durch die gewählte Verschriftlichung in Form von Protokollen aus dem Gerichtssaal habe ich das Buch schnell beendet, richtiger Fließtext war mit Sicherheit maximal im Umfang von 200 Seiten vorhanden. Einige Handlungsstränge haben mich dabei verwundert. Bereits der Klappentext verrät, dass das ach so perfekte System Fehler hat. Innerhalb des Buches wird über eine Auslagerung des Systems in private Haushalte nachgedacht. Wie kann man etwas, das bereits im Kleinen nicht fehlerfrei funktioniert, auslagern? Ein solches Vorhaben wäre doch zum Scheitern verurteilt?

Versteht mich bitte nicht falsch… Ich sehe tatsächlich großes Potential in der Geschichte um Ana und Owen. Ich habe viel erwartet, die Geschichte begann vielversprechend und endete sehr vorhersehbar. Vermutlich haben wir momentan auch zu viele Geschichten mit einem sehr ähnlichen Inhalt und thematisiertem Kontrollverlust über KIs auf dem Markt. Ich finde, da hätte inhaltlich mehr draus gemacht werden können.

Fazit:

Alles in allem ein Buch, das eine wichtige Botschaft und einen Ruf nach mehr Menschlichkeit transportiert. Für mich war es zu vorhersehbar, die erwähnte Botschaft hallt jedoch noch in meinem Kopf nach.

Veröffentlicht am 19.09.2019

Als echter Fionafan gebe ich noch vier Herzen – aber nicht so richtig von Herzen

Fiona: Das tiefste Grab
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Allgemeines:

Mit Das tiefste Grab legt Harry Bingham Band sechs der Thrillerreihe um Fiona Griffiths vor. Der Schauplatz ist wieder Wales mit seiner kargen und beeindruckenden Landschaft. Bingham ist ...

Allgemeines:

Mit Das tiefste Grab legt Harry Bingham Band sechs der Thrillerreihe um Fiona Griffiths vor. Der Schauplatz ist wieder Wales mit seiner kargen und beeindruckenden Landschaft. Bingham ist gebürtiger Londoner und arbeitete als Banker, bevor er das Schreiben zu seinem Hauptberuf machte. Das tiefste Grab ist am 17.09.2019 im Rowohlt Verlag als Taschenbuch erschienen und umfasst 541 Seiten. In Großbritannien wurden die Bände dieser Reihe bereits verfilmt.

Inhalt:

„Fionas rätselhaftester Fall: Excalibur, das Schwert von König Artus. Wer hat es gefunden? Wer tötet dafür?

Endlich wieder eine interessante Leiche für Fiona Griffiths: eine Archäologin. Enthauptet. In der Brust drei Speere. Wen hat die angesehene Gelehrte sich zum tödlichen Feind gemacht? Ein weiterer Forscher muss sterben, im Nationalmuseum von Cardiff kommt es zu einer Geiselnahme. Alle Fälle verweisen auf eine mythische Figur: König Artus. Und auf dessen sagenhaftes Schwert Excalibur. Ein derartiger Fund wäre zig Millionen wert. Auf einmal wird das Schwert im Darknet angeboten – gleich in doppelter Ausführung. Wer treibt hier mit wem sein Spiel? Und wie viele Menschen müssen noch sterben?“ (Quelle: Rowohlt Verlagsseite)

Meine Meinung:

Aus meiner Sicht ist Das tiefste Grab der schwächste der Fiona Thriller. Es hat exakt bis Seite 138 gedauert, bis ich drin war in der Handlung und dass, obwohl ich die Vorgänger alle gelesen und noch sehr präsent hatte. Wenn nicht immer wieder Episoden eingestreut wären, die sich mit Fionas Leben, um das es in den anderen Bändern immer sehr ausführlich ging, ich hätte dieses Buch nicht weitergelesen. Die Rahmenhandlung ist für mich einfach zu absurd. Eine Frau wird geköpft, eine Archäologin. Das alles geschieht im Kontext der Artussage, die sehr viel Raum einnimmt. Es geht um Mythen, Rollenspiele und Verehrung des sagenhaften Artus. Dann wird auch noch das legendäre Schwert Excalibur in mehrfacher Fälschung im Internet angeboten und die Fangemeinde steht Kopf. Sicherlich ist Wales dafür ein guter Schauplatz, aber Bingham geht so ins Detail, dass sich jeder langweilen muss, der sich für diesen Mythos nur am Rande interessiert. Spannender ist da schon die Nebenhandlung, die sich mit dem Fälschen historischer Artefakte beschäftigt, sicherlich auch in der Realität ein großes Geschäft. Im Nachwort des Buches gibt Bingham zu, dass ihn die Mythen um den legendären Artus faszinieren, dass er in Das tiefste Grab bewusst Mythos und Fakten miteinander verwoben hat. Mein Ding ist das nicht, denn historische Thriller lese ich weniger gern. Bingham spielt mit Realität und Fiktion, das macht er auch in seinen anderen Bänden und das macht auch den Reiz seiner Bücher aus, aber hier ist er für mich übers Ziel hinaus geschossen.

Zurück zu Fiona. Wie in jedem der Bände ist sie immer für Überraschungen gut und tritt auch hier wieder als geniale Ermittlerin auf, die sich immer wieder in brenzligen Situationen wiederfindet und wie so oft den Unmut ihrer Vorgesetzten auf sich zieht. Man erfährt wieder etwas mehr über ihre Herkunft und ihre Charaktereigenschaften, aber nie so viel, dass man sich ein Gesamtbild machen kann. Darin ist Bingham sehr geschickt. Er wirft einem die Informationen wie Häppchen zu, man wartet sehnsüchtig auf das große Ganze. Das aber kriegt man nicht. Sicherlich auch, weil noch weitere Bände folgen sollen. In diesem Band ist Fiona die sympathische junge Katie zur Seite gestellt, eine junge Historikerin, die ihr bei der Lösung des aktuellen Falles hilft und auch noch eine andere Rolle spielt. Der Plot um die beiden macht das Buch besonders lesenswert, sofern man den Artusmythos vergessen kann. Zudem gelingt es Bingham wie immer, Informationen zu Fiona aus den vorangegangenen Bänden so einfließen zu lassen, dass man jeden Band auch für sich lesen kann. Das ist eine hohe Kunst!

Fazit:

Als echter Fionafan gebe ich noch vier Herzen – aber nicht so richtig von Herzen.