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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

Enttäuschung auf mehreren Ebenen

Die Bucht
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"Die Bucht" von Liz Webb hat mir leider nicht gut gefallen.
Das Cover und der Farbschnitt an sich gefällt mir ganz gut, ist aber auch kein absoluter Eyecatcher.

Die Geschichte beginnt recht ruhig. Es ...

"Die Bucht" von Liz Webb hat mir leider nicht gut gefallen.
Das Cover und der Farbschnitt an sich gefällt mir ganz gut, ist aber auch kein absoluter Eyecatcher.

Die Geschichte beginnt recht ruhig. Es fällt direkt auf, dass die Autorin einen Fokus auf Umgebungsbeschreibungen legt. Das ist auch gar nicht schlimm, denn so kann man sich die kleine Insel an der Westküste Schottlands sehr gut vorstellen mit den Hügeln, der Schieferküste und dem wilden Meer. Da hört es für mich aber leider mit den positiven Aspekten bereits auf.

Die Charaktere waren so unauthentisch, wie ich es noch nie erlebt bzw. gelesen habe. Wie sie sich verhalten, ihre Reaktionen und vor allem die Dialoge wirkten stets konstruiert und unglaubwürdig, dass es mir beinahe wie Satire vorkam. Oftmals hatte man das Gefühl, dass viel zu schnell zwischen einzelnen Handlungen und Gedanken umhergesprungen wird, anstatt diese ruhig auszuarbeiten und für den Leser sinnvoll zu formulieren. Mit Nancy als Protagonistin konnte ich mich überhaupt nicht identifizieren und wie sie sich verhält ist überhaupt nicht nachvollziehbar gewesen. Mir war keine einzelne der Figuren sympathisch.

In der Handlung gab es auch einfach zu viele "Zufälle". Des öfteren dachte ich mir innerlich "ja natürlich passiert das genau jetzt in dem Moment, so ein Zufall". Auch hier dominierte die Unglaubwürdigkeit für mich, so einen Handlungsablauf könnte ich mir in echt niemals vorstellen. Der Ablauf der Geschehnisse war zu forciert, und die Auflösung der einzelnen Geheimnisse des Plots nicht gut gelöst meienr Meinung nach.
Auch dieses Umherspringen einzelner Figuren zwischen "gut" und "böse" hat mich genervt. In der einen Minute vertraut Nancy XY und eine Szene später ist er oder sie wieder der Teufel persönlich. Das ist echt Quatsch und hat der Geschichte wirklich keinen Mehrwert gegeben.

Die Auflösung am Ende hat mich leider nicht interessiert. Es kam für mich überhaupt keine Spannung auf, weil ich nur noch genervt war am Ende und es einfach hinter mir haben wollte.

Da mir der Schreibstil nicht zugesagt hat, werde ich leider auch keine Werke der Autorin lesen oder empfehlen.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Recht flache Handlung, wenig Spannung oder Wendungen

Gerächt sein sollst du
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"Gerächt sein sollst du" ist der Debütroman der Autorin Kaisu Tuokko und der erste Teil der Kristinestad-Reihe.
Das Cover und der dazu passende Farbschnitt sind ganz nett, aber kein besonderes Highlight. ...

"Gerächt sein sollst du" ist der Debütroman der Autorin Kaisu Tuokko und der erste Teil der Kristinestad-Reihe.
Das Cover und der dazu passende Farbschnitt sind ganz nett, aber kein besonderes Highlight. Es ist ein typisches Holzhäuschen in mitten der Landschaft zu sehen, das typisch für Skandinavien ist.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus den Blickwickeln von Eevi und Mats erzählt. Evi ist eine Journalisitin einer örtlichen Zeitung und unglücklich in ihrer Ehe. Ihr Mann Marik ist aufgrund seines künstlerischen Berufes leider oft nicht zu Hause und Eevi ist alleine mit ihren Gedanken und ihrem Wunsch einer Familie.
Mats ist ein Kriminalkommissar aus Vaasa, der für den Mordfall nach Kristinestad beordert wird, der im Fokus der Handlung steht.

Die Leiche eines jungen Mannes wird im Hafenbecken von Kristinestad aufgefunden. Mats ist in der Verantwortung, den Tathergang mithilfe seines Teams zu konstruieren und den Hinweisen nachzugehen.
Eevie hingegen wittert ihre Chance auf einen Artikel mit durchschlagendem Erfolg und trifft daher direkt am Fundort der Leiche auf Mats, ihre Jugendliebe wieder.

Diese beiden Handlungsstränge stehen ab sofort im Fokus und da Eevi und Mats sich schon lange kennen, werden diese Stränge mehr oder minder miteinander verwoben.

Die kriminaltechnische Arbeit hätte meiner Meinung nach noch etwas interessanter dargestellt werden können. Das erste Drittel des Buches fand ich noch gut geschrieben, wie man nach und nach die Figuren und Zusammenhänge kennenlernt. Ab dann wurde es für mich irgendwie langweilig mitzuverfolgen. Es kamen Stück für Stück neue Erkenntnisse und Zeugenaussagen, denen jeweils nachgegangen wurde. Dabei gab es aber keine packenden Enthüllungen sondern eher vorhersehbare Dialoge oder Ereignisse.

Die weitere Entwicklung zwischen Eevi und Mats kam für meinen Geschmack etwas zu kurz. Ich vermute aber, dass sich die Autorin dies für den zweiten Teil der Reihe aufhebt.

Leider hat mich der Inhalt insgesamt nicht überzeugt. Ich hätte mir mehr Wendungen, Überraschungen und Tiefgang gewünscht. Ich hatte das Gefühl, dass die Handlung und Charaktere recht flach gewesen sind und die Auflösung am Ende war kein "Aha"-Moment für mich und hat mich emotional nicht so mitgenommen, wie ich es mir von einem Krimi wünsche.
Es ging mir am Ende auch einfach viel zu schnell und einige der Personen haben sich unlogisch verhalten. Damit meine ich hauptsächlich die Person, die den Toten als letztes gesehen hat und dann einfach plötzlich frei darüber berichtet. Das hat für mich gar keinen Sinn ergeben.

Es war ingesamt einfach zu ruhig und langsam für meinen Geschmack.
Ich würde dem Krimi insgesamt 3,5 Sterne geben.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Hat mich überzeugt, sehr spannende Story und ein überraschendes Ende!

Anima Daemonis
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"Anima Daemonis" von Mandy Rauch hat ein schönes Cover, passend zur Thematik mit ansprechendem Farbschnitt. Es liegt super in der Hand und ist dank der "nur" 300 Seiten recht leicht und flott durchgelesen.

Der ...

"Anima Daemonis" von Mandy Rauch hat ein schönes Cover, passend zur Thematik mit ansprechendem Farbschnitt. Es liegt super in der Hand und ist dank der "nur" 300 Seiten recht leicht und flott durchgelesen.

Der Schreibstil ist mir sofort positiv aufgefallen. Er ist bildlich, verliert sich aber nicht in Detailbeschreibungen. Charaktere, Orte und Handlungen werden genau richtig beschrieben, dass man sich gut vorstellen kann, was gerade passiert ohne sich in zu langen Abschweifungen zu verlieren.
Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Sichtweisen und jeweils in der Gegenwart und in der Vergangenheit erzählt. Durch diese wechselnde Erzählweise setzt sich die Geschichte Stück für Stück zusammen und man erfährt nach und nach mehr über die tatsächliche Handlung in der Gegenwart und der relevanten Ereignisse, die sich davor abspielten. Als Leser ist dies wie ein Puzzle, das sich nach und nach zusammensetzt, um am Ende ein Gesamtbild zu erschaffen.

Die Figuren sind klasse geschrieben. Positiv für mich hervozuheben ist, dass es nicht zu viele Figuren gab, also ich wusste stets, wer wer ist und wie er/sie in der Geschichte zuzuordnen ist.
Die Protagonisten sind Mephisto und Änlin, deren tragische Vergangenheit und sehnsüchtige Gegenwart abwechselnd erzählt wird. Emotionen, Gedanken und Handlungsmotive werden hier gut auf den Punkt gebracht und nachvollziehbar erzählt.
Man fiebert die ganze Zeit mit und bis zum Ende blieb es für mich ein absolutes Rätsel, wie es wohl ausgehen mag.

Das Ende hat mich absolut vom Hocker gerissen, damit hätte ich nicht gerechnet. War aber absolut positiv überrascht.

Das Buch hat mich wirklich überzeugt und ich werde mir die Autorin gerne merken und freue mich auf eventuell weitere Bücher

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