Honeymoon ist der erste Band der Purple Clouds-Reihe und ich hatte mir aufgrund der Leseprobe und natürlich der wunderschönen Optik wahnsinnig viel versprochen.
Aber fangen wir mit dem offensichtlichen an, dem Cover. An der Optik des Buches habe ich absolut nichts auszusetzen, es ist einfach ein Träumchen. Die kleinen Details zum Inhalt des Buches gefallen mir daran besonders. Auch das man sofort erkennt, dass es sich bei Purple Cloud um eine Zeitschrift handelt, erkennt man sofort.
Auch der Schreibstil ist sehr gut. Gleich von der ersten Zeile ist man sofort in der Geschichte drin. Es gibt keine lange Einleitung und das gefällt mir. Rein ins Geschehen und erkunden ist hier die Devise und trotzdem wird alles sehr genau beschrieben.
Aber ein guter Schreibstil ist leider manchmal nicht alles. Was mich im ersten Drittel überzeugen konnte, lies mehr und mehr nach. Von Logik-Fehlern, fehlenden Gefühlen, Themen anreißen und nicht weiter darauf eingehen, bis hin zu schwachen Tropes.
Ich bin ein Mensch, ich lese zum Entspannen. Ich achte daher nicht auf Einzelheiten. Wenn mir dann aber Logik-Fehler auffallen, dann will das was heißen. Da ich nicht spoilern will, gehe ich darauf nicht weiter ein.
In der Geschichte gibt es Rückblenden, wie sich die beiden Hauptprotagonisten Emory und Deb kennenlernen. Klar ist, wenn man nach dem ersten Tag des Kennenlernens heiratet, muss man entweder total verrückt bzw. verrückt nacheinander sein. Dies kommt auch im ersten Drittel des Buches gut rüber. Dann kommt aber Emory´s Ex-Freundin ins Spiel. Ab da fehlt jegliche Romantik zwischen den beiden und die kommt leider im Verlauf des Buches auch nicht wieder zurück.
Auch liebe ich das Thema Fake Dating. Ja, die beiden müssen bzw. wollen spielen, dass sie glücklich verheiratet sind. Das Problem ist nur, wenn in der Geschichte gefühlt fast alle Bescheid wissen, fehlt da einfach die Spannung. So kommt das Thema einfach gar nicht gut rüber.
Auch werden viele interessante Dinge angesprochen, wie ADHS und Feminismus. Leider geht man darauf nicht näher ein. Gerade weil die Protagonistin durch Purple Clouds erfahren hat, dass sie ADHS haben könnte, müsste man die Krankheit näher behandeln. Stattdessen erzählt Deb immer und immer wieder ihre Feminismus-Ansichten und drängt diese regelrecht jeden auf. Das macht sie total unsympathisch, weil es einfach egoistisch rüberkommt. Hier hätte ich mir eine Diskussion/Gespräch gewünscht. Gerade bei Männern und Frauen gehen da ja die Meinungen auseinander.
Aufgrund der wunderschönen Covers, dem Schreibstil und weil das erste Drittel ganz gut war, vergebe ich lieb gemeinte 3 Sterne.