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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2021

Schöne Idee, für mich nicht gut umgesetzt

Am Ende sterben wir sowieso
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Das Buch wurde abgebrochen

Adam Silveras "Am Ende Sterben Wir Sowieso" hat mir einmal mehr aufgezeigt wieso ich so selten auf den Hype-Train aufspringe(n sollte).

Die Grundidee hinter dem Buch ist ...

Das Buch wurde abgebrochen

Adam Silveras "Am Ende Sterben Wir Sowieso" hat mir einmal mehr aufgezeigt wieso ich so selten auf den Hype-Train aufspringe(n sollte).

Die Grundidee hinter dem Buch ist wirklich super, nur für mich leider nicht ganz so toll umgesetzt.
Tatsächlich ist es sogar so, dass ich mir von den Nebencharaktern mehr gewünscht hätte zu lesen als von den beiden Hauptprotagonisten, da sich deren Geschichte in einem Kapitel spannender las als die ganze Story von Rufus und Mateo.

Hier liegt für mich auch das nächste Problem: Ich wurde einfach von Anfang an nicht mit den zwei Hauptcharakteren warm. Für ihr Alter wirken sie auf mich viel zu kindlich in ihrem Verhalten, allen voran Mateo.

Ich habe Emotionen erwartet die mich aufwühlen, doch letztlich habe ich das Buh mit einem Augenrollen stumpf herunter gelesen - was ich selbst sehr schade finde!
Nach etwas mehr als 200 Seiten musste ich allerdings für mich selbst feststellen, dass das mit uns nichts mehr wird.
Mein immer während gutes Zureden, dass da bestimmt gleich etwas passiert, wurde auch ebenso oft enttäuscht.

Vielleicht lagen meine Ansprüche nach all den Lobpreisungen schlicht zu hoch. Ich weiß es nicht, sondern nur, dass da diese Enttäuschung ist und wohl auch bleiben wird für das Erste.

Die 2 Sterne schreibe ich dem flüssigen Schreibstil zu und weil ich die wenigen kurzen Kapitel der Menschen mochte, welche mit den Jungs an sich nichts zu tun haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2021

Sanfte Worte erzählen von harten Schicksalen

So wie du mich kennst
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Karla und Marie. Marie und Karla.
Zwei Schwestern voller Liebe zueinander. So unterschiedlich wie Tag und Nacht. Doch am Leben ist nur noch Karla.

Das Buch startet ohne Umschweife mit dem Auslöser der ...

Karla und Marie. Marie und Karla.
Zwei Schwestern voller Liebe zueinander. So unterschiedlich wie Tag und Nacht. Doch am Leben ist nur noch Karla.

Das Buch startet ohne Umschweife mit dem Auslöser der gesamten Geschichte, welcher sich wie ein roter Faden hindurch ziehen wird: Marie kommt nach Hause in die Provinz - getragen von ihrer Schwester Karla in einer Urne. Marie lebt nicht mehr.
War es ein Unfall? War es Suizid? Und wenn ja, warum sollte Marie den Freitod wählen?

Bereits hier fällt auf wie gekonnt Anika Landsteiner mit Worten umgeht. Die Story startet in einem lockeren Lesetempo und Ton, der einen sofort abholt und mitnimmt. Sie versucht nicht krampfhaft den Leser an die Hand zu nehmen. Sie bittet nicht darum, sondern tut es einfach und konfrontiert ihn sofort mit einem, für viele unangenehm empfundenen, Thema: Tod & Trauer.
Frau Landsteiner zeigt uns die verschiedenen Facetten einer Trauerbewältigung wie sie auch real stattfinden kann.
Sei es das Putzen zur Ablenkung, das Schweigen oder der Kampf mit sich selbst.
Auch das Loslassen einer geliebten Person findet hier Platz, indem Karla zurück nach New York fliegt um die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen - und den Fragen ihres plötzlichen Ablebens auf den Grund zu gehen.

Marie hatte Geheimnisse, die sie nicht schaffte zu teilen. Einblick in Maries Leben Erhalt der Leser aver nicht nur, durch die Anreise von Karla, sondern, vor Qllem dadurch, daß Marie selbst ihre Vergangenheit erzählt und uns mitnimmt.
Dieser Aspekt hat mich besonders erfreut, denn ich hatte nicht damit gerechnet auch aus der Sicht von Marie etwas lesen zu dürfen.

Ich war und bin nach wie vor erstaunt wie sanft Anika Landsteiner auf die herrschenden Thematiken in diesem Buch einging, ohne die Leser*innen abzuschrecken. Viel mehr regt sie zum Denken an und schleicht sich tief in unsere Seele. Erweckt Mitgefühl und öffnet uns die Augen, macht uns betroffen.

Meinem ersten Impuls nachgehend hätte ich dem Buch keine volle Punktzahl gegeben. Viele Fragen blieben offen. Doch nach reichlicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass es genauso passt wie es ist!
Es spiegelt die Realität in voller Gänze - etwas, dass nicht viele Romane schaffen.
Denn sind wir mal ehrlich zu uns selbst: Wissen wir alles über uns geliebte Menschen? Haben wir auf alles eine Antwort gefunden über eine Person die uns für immer verließ?
Haben wir nicht vielleicht sogar selbst Gedanken & Geheimnisse die mit uns sterben werden? Die nie ausgesprochen sein werden?

Ich kann nicht ein Buch dafür loben, dass es so nah an der Realität ist um ihm hinterher Punkte dafür abzuziehen, dass es meine Fragen nicht alle vollständig klärt, denn so läuft auch das Leben nicht. Anika Landsteiner lässt uns Spielraum für eigene Vermutungen und unsere eigene Sicht auf die Dinge.

Ich möchte dieses Buch jedem empfehlen, der sich auch mit ernsteren Themen befassen möchte in einem lockeren und verständlichen Schreibstil.

Hier gefiel mir lediglich das Cover nicht so ganz.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2021

Von der Kostbarkeit des Lebens

Der erste letzte Tag
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Was würdest du an deinem ersten letzten Tag unternehmen wollen?


Charaktere und Handlung:


Die Geschicht formt sich um Lea und Livius - zwei Menschen, welche in ihren Charakterzüge wirklich kaum unterschiedlicher ...

Was würdest du an deinem ersten letzten Tag unternehmen wollen?


Charaktere und Handlung:


Die Geschicht formt sich um Lea und Livius - zwei Menschen, welche in ihren Charakterzüge wirklich kaum unterschiedlicher sein könnten.

Auf der einen Seite haben wir Livius. Ein sarkastisch veranlagter Lehrer mit dem Hang zu Übertreibungen des Geschehens, dem es trotzdem an Schlagfertigkeit fehlt. Er erzählt uns zum Großteil auch von diesem Roadtrip. Und dann gibt es Lea. Lea ist laut, schrill, nicht auf den Mund gefallen und abenteuerlustig. Sie bringt den ersten letzten Tag auch buchstäblich ins Rollen.


Die Handlung ist passend zum Thema gestrickt und kommt mit dem Ein oder Anderen merkwürdigen Wunsch einer der Protagonisten daher für ihren letzten Tag. Rückblickend hätte ich mir allerdings gewünscht, dass einige Handlungsstränge auch weiter ausgebaut worden wären für ein noch tieferes Eintauchen in die Story. Manchmal hatte man einfach das Gefühl, dass einiges zu schnell abgehandelt wurde - lag dies vielleicht daran um dem Leser den Zeitdruck aufzuzeigen? Man weiß es nicht.

In etwa der Hälfte des Buches bekommt die Geschichte auch einen winzigen Twist, den ich hier niemandem vorweg nehmen möchte, denn auch ich habe vergessen, dass ich es hier mit einem Fitzek zu tun habe und nicht mehr zwischen den Zeilen gelesen. Dieser Twist ist auch nur dem Leser bekannt, welcher sich dadurch noch ein bisschen verbundener mit der Story fühlt.

Schön fand ich auch, dass einige aktuelle Themen ihren Platz in diesem Buch fanden.


Gesamteindruck:

Abschließend würde ich dem Buch eine solide 4,5 von 5 🌟 verleihen. Es gibt hier für mich nur wenig Mimimimi zum Buch selbst, da mein einziger Wunsch ein Ausbau mancher Szenen gewesen wäre. Das Buch ließ mich mit einem schweren Herzen und lautem Lachen zurück und ich bin dankbar für jede Sekunde, die ich mit den Beiden hatte. Sie wuchsen mir so sehr ans Herz und es war genau das was ich privat gerade brauchte.


Ich kann es nur empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2021

Vom Anfang bis Ende gelungen!

Die Federn der Kamere
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"Wie weit würdest du gehen, um die Welt zu retten, in der diejenigen leben, die du über alles liebst?"

Seite 256, Kapitel 37


Charaktere 

Die Geschichte formt sich um die zwei Hauptcharaktere Gabriel ...



"Wie weit würdest du gehen, um die Welt zu retten, in der diejenigen leben, die du über alles liebst?"

Seite 256, Kapitel 37


Charaktere 

Die Geschichte formt sich um die zwei Hauptcharaktere Gabriel und Hanna. Aus ihrer Sicht (in der dritten Person) erleben wir nicht nur ihr Aufeinandertreffen und ihr Leben, sondern auch bestimmte Situationen noch einmal um an ihrer Gedankenwelt teilhaben zu können, bevor wir wieder am Ausgangspunkt des aktuellen Geschehens ankommen. Hanna wirkt zuerst sehr schüchtern, doch für niemanden ist das Sprichwort "Stille Wasser sind tief" wohl besser geeignet. Gerade am Anfang der Geschichte hatte ich ihr gegenüber sehr großes Mitleid und eine unbändige Wut gegen ihre Peiniger. Doch durch Gabriel blüht sie auf, erstrahlt mit ihrer Stärke und gewinnt an Schlagfertigkeit. Denn Gabriel ist das genau Gegenteil von ihr. Er ist ein Einzelgänger, welcher vor allem in der menschlichen Welt kein Aufsehen erregen möchte. Er erscheint unnahbar, zurückgezogen und rau, doch es ist schnell klar, dass sich auch in ihm ein weicher Kern versteckt. War er glücklich war ich es auch. Verlor dieser raue Mann ein Lächeln, Stahl sich auch eines von meinen Lippen. Gemeinsam wirkte dieses  so ungleiche Paar als das harmonischste überhaupt und absolut ausgeglichen. 


Handlung

Den Einstieg in das Buch bereitete uns ein Brief geschrieben von einem Vater an sein Kind und gerade diese Zeilen, ziehen sofort in ihren Bann. Der erste Grundstein für das Stellen von Fragen ist gelegt. Die Geschixhte startet mit Hanna und ihrem Leben in der Welt der Menschen und Sehr schnell treffen wir hier auch auf Gabriel. Durch den Wechsel der Protagonisten und die Sichtweise baut sich rasch eine tiefe Verbindung zu beiden und der Story auf. Auch der Spannungsbogen steigt stetig an und selbst in ruhigeren Passagen des Buches bleibt er erhalten. Ständig ist man in Vorsichthaltung ob etwas passiert. Trotz einiger Vorahnungen auf den weiteren Verlauf, ließ mich Selina Wilhelm immer wieder erstaunt zurück durch einige Plottwists!


Gesamteindruck 

Ich habe wundervolle Stunden mit dieser Geschichte verbracht und bereue keine einzige Sekunde davon. Die Handlungsstränge sind durchweg gut durchdacht und werfen keine Fragen auf, welche unbeantwortet bleiben. Das Buch überzeugte mich durch den lockeren und anschaulichen Schreibstil, sowie das schöne Zusammenspiel der Charaktere. Die einzige für mich aktuell unbeantwortete Frage ist "Wie geht es weiter?", welche ich mir sofort mit Band 2 beantworten muss.

Eine absolute Empfehlung des Lesens meinerseits! 

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere