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Veröffentlicht am 24.01.2021

Toller Schreibstil und authentische Charaktere, aber doch etwas zu wenig Gefühl und Tiefgang

The Brooklyn Years - Was niemand erfährt
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Patrick O'Doul liebt seinen Job als Eishockeyspieler bei den Brooklyn Bruisers. Doch mittlerweile hat er immer wieder Probleme mit seiner Hüfte, wodurch er Termine bei der Physiotherapeutin des Teams, ...

Patrick O'Doul liebt seinen Job als Eishockeyspieler bei den Brooklyn Bruisers. Doch mittlerweile hat er immer wieder Probleme mit seiner Hüfte, wodurch er Termine bei der Physiotherapeutin des Teams, Ari Bettini, wahrnehmen soll. Obwohl er damit eigentlich gar nicht einverstanden ist, funkt es zwischen den beiden bald gewaltig und doch wehren sich beide mit aller Macht dagegen.

Ariana Bettini ist ein Charakter, den man einfach mögen muss. Die Masseurin und Yoga-Lehrerin der Bruisers fällt vor allem durch ihre quirlige und humorvolle Art auf. Sie bringt immer wieder Weisheiten ein, ohne damit besserwisserisch wirken zu wollen. Man merkt Ari außerdem an, wie sie für ihren Job brennt und diesem gerecht werden möchte. Vor allem aber hat es mir gefallen, wie sie sich von nichts unterkriegen lässt und dabei immer an das Gute im Menschen glaubt. Dabei möchte sie am liebsten alles alleine klären, aber merkt nach und nach auch, wann sie Hilfe annehmen muss. Dahingehend hat Ari meiner Meinung nach eine tolle Entwicklung durchgemacht, denn obwohl sie Beziehungen eigentlich abgeschworen hat, findet sie doch recht schnell das Vertrauen in Menschen wieder.
Patrick O'Doul kennt man schon aus dem ersten Band, wo er teilweise schon sehr verschlossen gewirkt hat. Auch zu Beginn des zweiten Bandes hat er auf mich einen sehr eigenbrötlerischen Eindruck gemacht. Nach und nach hat er sich allerdings immer mehr geöffnet und man konnte erkennen, dass sich hinter der harten Schale ein ziemliches weiches Herz versteckt, welches er aber immer wieder zu verstecken versucht. Im Grunde genommen ist O'Doul ein sehr einfühlsamer, humorvoller Mensch, der nur das Beste für seine Mitmenschen möchte und vor allem Ariana gegenüber einen richtigen Beschützerinstinkt entwickelt hat. Er hatte keine schöne Kindheit, weswegen es ihm schwer fällt zu vertrauen, aber auch das wird im Verlauf der Geschichte immer besser. Vor allem aber merkt man auch Patrick an, wie sehr er seinen Job als NHL-Profi liebt und das er alles für sein Team tun würde - auch wenn er bei Kämpfen regelmäßig Verletzungen davon trägt.
Die Beziehung der beiden hat sich für meinen Geschmack leider einen Ticken zu schnell entwickelt. Vor allem aber sind die Gefühle leider überhaupt nicht bei mir angekommen, obwohl man schon von Beginn an gemerkt hat, dass die Chemie zwischen den beiden auf jeden Fall stimmt.

Er drehte sich um und sah sie mit diesen blauen Augen an, und ihr Herz setzte zwei oder drei Schläge aus. (Position 4051)

Die gesamte Geschichte spielt sich wieder im Umfeld der Brooklyn Bruisers ab und so langsam habe ich die Charaktere echt lieb gewonnen! Vor allem Georgia und Becca haben gezeigt, was sie für tolle Freundinnen sind. Aber auch die Jungs des Teams und das gesamte Management sind einfach toll! Neu kennenlernen konnte man hier Lauren, Nates Bürochefin in Brooklyn, die ich irgendwie nicht so ganz einschätzen konnte, aber mich dennoch auf ihre Geschichte (Band 3 - Wer wenn nicht wir) freue. Außerdem hat es mich gefreut, dass man auch wieder Charaktere aus der The Ivy Years-Reihe getroffen hat, denn Corey und Adam erhalten einen kurzen Gastauftritt.

Nachdem mir der erste Teil der The Brooklyn Years-Reihe von Sarina Bowen eigentlich recht gut gefallen hat, habe ich mich schon total auf den Folgeband gefreut. Allerdings habe ich mehrere Anläufe gebraucht, um in die Geschichte von Ariana und O'Doul einzutauchen, obwohl mir der Schreibstil der Autorin wieder recht gut gefallen hat. Sie schreibt locker leicht und angenehm, sodass ich nach kurzer Zeit auch regelrecht durch die Seiten geflogen bin. Die Geschichte wird dabei wieder aus der Erzählerperspektive erzählt, was mich etwas gestört hat. Zwar werden die Charaktere abwechselnd beleuchtet und man bekommt so auch einen relativ guten Einblick in deren Gefühlswelt, aber irgendwie konnte ich die Gefühle, die bei dieser Geschichte im Spiel waren, dennoch nicht so gut nachvollziehen. Trotzdem schafft es Sarina Bowen auch hier wieder eine gute Mischung aus humorvollen, gefühlvollen, erotischen und auch spannenden Szenen zu finden. Vor allem die Geschichte von Arianas Ex-Freund wurde meiner Meinung nach sehr gut eingearbeitet. Außerdem hat Sarina Bowen mit O'Douls Vergangenheit auch wieder ernstere Themen mit in die Geschichte eingebracht, die meiner Meinung aber leider doch etwas zu oberflächlich behandelt wurden. Teilweise hatte ich nämlich leider das Gefühl, dass sich die gesamte Geschichte doch etwas zu schnell entwickelt hat und das Ende dann mehr oder weniger künstlich in die Länger gezogen wurde. Hier hätte man meiner Meinung nach einfach etwas mehr rausholen können.

"Du bringst deine ganze Vergangenheit als menschliches Wesen mit. Du bringst deine Seele mit. Und wenn jemand dich berührt, dann wird auch all das berührt." (Position 672)

Gut gefallen hat mir hingegen wieder das Setting mit den Brooklyn Bruisers. Ich bin zwar nicht der größte Eishockey-Kenner, aber Sarina Bowen schafft es immer wieder, dass ich richtig Lust auf diese Sportart bekomme. Vor allem finde ich es toll, dass man so einen Blick hinter die Kulissen eines fiktiven NHL-Clubs bekommt.

Wie auch schon beim ersten Band finde ich es super schade, dass das Paperback Cover nicht auch für das eBook verwendet wird. Das eBook Cover finde ich nämlich leider nicht so gelungen.

Insgesamt habe ich den zweiten Teil der The Brooklyn Years-Reihe etwas schwächer empfunden als den ersten. Sarina Bowen konnte mich zwar wieder mit ihrem Schreibstil und den authentischen Charakteren überzeugen, aber insgesamt hat der Geschichte etwas Tiefgang und mehr Gefühl gefehlt. Dennoch freue ich mich schon total auf den dritten Band der Reihe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2021

Emotional, aber doch locker leicht - eine klare Leseempfehlung

Veilchensturm
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Stargeiger Maddox Madness eröffnet ein Sommercamp in den Hamptons für Kinder, die keine Chance auf eine musikalische Ausbildung haben. Unter anderem bekommt er dort Unterstützung von Violet, die dank einem ...

Stargeiger Maddox Madness eröffnet ein Sommercamp in den Hamptons für Kinder, die keine Chance auf eine musikalische Ausbildung haben. Unter anderem bekommt er dort Unterstützung von Violet, die dank einem Deal zwischen Maddox und ihrer Schwester im Camp arbeiten darf. Als hätte Maddox mit der Verantwortung für zahlreiche Kinder nicht schon genug zu tun, sprühen die Funken zwischen Violet und ihm nur so..

Violet White ist einfach ein Charakter, den man ins Herz schließen muss. Sie ist etwas verpeilt und tollpatschig, aber kann dabei auch über sich selbst lachen, denn sie ist sehr humorvoll. Vor allem zu Beginn wirkt sie etwas verloren, denn nach drei abgebrochenen Ausbildungen ist sie sich unsicher, wo sie im Leben steht und was sie damit anstellen soll. Meiner Meinung nach macht Violet eine wirklich tolle Entwicklung durch, denn sie findet immer mehr zu sich selbst und strahlt so eine Stärke aus, als könnte man ihr gar nichts anhaben. Dabei ist sie mit ihrer einfühlsamen Art auch immer für ihre Mitmenschen da und bietet ihre Unterstützung an, wo sie nur kann.
Maddox Madness konnte ich zu Beginn ehrlich gesagt nicht so ganz einschätzen, denn obwohl er immer wieder einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, wirkt der Stargeiger doch sehr verschlossen. Nach und nach zeigt sich aber, was für ein toller Mensch hinter dieser Fassade steckt. Maddox handelt sehr selbstlos, ist sehr charmant und vor allem loyal. Wenn er erstmal jemandem genügend Vertrauen schenkt, lässt er seinen Gefühlen freien Lauf. So merkt man ziemlich schnell, dass er keine leichte Vergangenheit hatte und auch das Leben im Lampenlicht alles andere als spurlos an ihm vorbeigeht. Maddox ist teilweise ein so gebrochener Charakter, der immer wieder durch seine Vergangenheit eingeholt wird und dem man einfach nur das ganze Leid abnehmen möchte.
Zwischen Violet und Maddox war von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und doch hat sich die Beziehung in einem langsamen und authentischen Tempo entwickelt. Denn es wurde sehr viel Wert auf das Kennenlernen der beiden gelegt, was mir sehr gut gefallen hat. Sie unterstützen sich gegenseitig, wo sie nur können und dabei zeigt sich auch immer wieder, was für eine unfassbar tolle Chemie zwischen den beiden herrscht.

Ich will ihr die Narben zeigen, die Dunkelheit, die mich zu diesem Leben geführt hat. Aber gleichzeitig habe ich Angst, dass es zu viel für sie ist. Zu viel Dunkelheit für ihr Licht. (Seite 178)

Aber Violet und Maddox sind nicht die einzigen tollen Charaktere, die man in diesem Buch kennenlernen darf. Everly und Scarlett, Violets Schwestern mochte ich von Beginn an sehr gerne, denn sie unterstützen Violet, wo sie nur können. Das gleiche gilt auch für Serena, Tim und Tristan, die immer für Maddox da sind. Auch die anderen Mitarbeiter des Camps waren mir total sympathisch und irgendwie hoffe ich ja auf die Geschichte von dem ein oder anderen Charakter.

Als ich den Klappentext zum ersten Mal gelesen habe, war ich schon hin und weg, aber ich hätte trotzdem niemals erwartet, dass mich die Geschichte von Violet und Maddox so umhaut. Der Schreibstil von Kim Leopold ist nicht nur locker leicht, sondern auch sehr detailreich und bildhaft. Vor allem lässt er sich sehr angenehm lesen, sodass ich die ersten 100 Seiten förmlich eingeatmet habe. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus Violets und Maddox' Sicht erzählt, wodurch man einen guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt hat und die Emotionen hautnah miterleben kann. Denn die Geschichte lebt vor allem von diesen Emotionen: von Trauer über Wut bis hin zur wahren Liebe ist gefühlt alles dabei, sodass der Leser eine wahre Achterbahn der Gefühle erlebt. Dabei werden vor allem auch ernste und tiefgründige Themen angesprochen, die sich harmonisch in die Geschichte einfügen, ohne, dass es erdrückend wirkt. Denn das Buch besitzt trotz allem eine gewisse Leichtigkeit, was vor allem auch an Kim Leopolds genialem Humor liegt, der die Geschichte immer wieder auflockert.
Neben dem Schreibstil und den Charakteren konnte Kim Leopold auch mit dem gewählten Setting punkten, denn das Setting mit dem Sommercamp in den Hamptons hat mir unglaublich gut gefallen. Ich konnte die Sonnenaufgänge am Strand förmlich vor mir sehen und die Leidenschaft der einzelnen Camp Mitarbeiter war fast schon ansteckend. Hier hätte ich mir vielleicht noch die ein oder andere Szene mehr gewünscht, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.

Sie klatschen in die Hände, trommeln auf ihre Oberschenkeln, summen, singen.. Ich liebe es. Ich liebe dieses Gefühl von Musik in jedem Atemzug, von Leidenschaft und Zusammenhalt. (Seite 106)

Das Cover des Buches gefällt mir richtig gut. Es ist eher schlicht gehalten, aber doch ein echter Hingucker und ich kann mir vorstellen, dass die gesamte How to be Happy-Reihe nebeneinander richtig schön aussieht! Aber nicht nur außen ist das Cover richtig schön, sondern auch die Innengestaltung ist absolut gelungen. Es ist nicht nur nach den unterschiedlichen Monaten gegliedert, sondern es gibt über jedem Kapitel auch eine Schlagzeile eines Zeitungsartikels, die mal mehr oder weniger mit dem Inhalt des Kapitels zu tun hat.

Insgesamt ist der fünfte Band der How to be happy-Reihe eine wirklich tolle Liebesgeschichte, die sehr emotional ist, aber auch eine gewisse Leichtigkeit versprüht. Vor allem aber konnten mich auch die Charaktere und das Setting überzeugen, sodass ich das Buch nur von Herzen weiterempfehlen kann!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2021

Konnte mich leider nicht so überzeugen wie seine Vorgänger

Mister Bodyguard
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Zander Shaw wagt in Los Angeles einen neuen Anfang und wird als Bodyguard von Aloha Carmichael engagiert. Sofort stimmt die Chemie zwischen den beiden und sie kommen sich immer näher. Und doch darf Zander ...

Zander Shaw wagt in Los Angeles einen neuen Anfang und wird als Bodyguard von Aloha Carmichael engagiert. Sofort stimmt die Chemie zwischen den beiden und sie kommen sich immer näher. Und doch darf Zander ihr nicht näher kommen, denn er ist immer noch ihr Bodyguard..

Aloha Carmichael mochte ich von Beginn an eigentlich recht gerne. Sie steht schon seit klein auf im Rampenlicht, hat bei einer Disney-Show mitgemacht und gibt jetzt Konzerte. Sie ist selbstbewusst, hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen und ist vor allem auch sehr liebevoll im Umgang mit ihren Fans und Mitmenschen. Allerdings merkt man ihr auch an, wie sie teilweise unter dem harten Showbusiness leidet. Sie fühlt sich manchmal sehr eingeengt und würde alles für ein normales Leben tun, dass sie nie kennenlernen durfte. Obwohl es ihr schwer fällt ihren Mitmenschen schnell zu vertrauen, öffnet sie sich doch immer mehr und lässt einen Blick hinter ihre perfekte Bühnenmaske zu.
Zander Shaw ist ein Fitnesstrainer aus Seattle. Nach dem Ende einer Beziehung hält ihn nichts mehr in Seattle und er wagt in Los Angeles als Bodyguard einen Neuanfang. Ich mochte Zander in den Vorgängerbänden schon total gerne, aber hier hat er nochmal richtig gezeigt, was in ihm steckt. Er ist charmant, humorvoll und einfach ein herzensguter Mensch. Vor allem ist er durch seine mitfühlende Art immer für seine Mitmenschen da und geht in seiner Rolle als Bodyguard richtig auf, denn er entwickelt einen richtigen Beschützerinstinkt gegenüber Aloha. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir Zander manchmal etwas zu aufgesetzt und übertrieben gewirkt hat.
Zwischen den beiden war von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und doch hat sich die Beziehung in einem authentischen Tempo entwickelt. Mir hat es vor allem gefallen, wie die beiden sich immer gegenseitig aus der Reserve gelockt haben, einen lockeren Umgang gepflegt haben und dabei nicht sofort aufs Ganze gegangen sind.

"Du willst mir doch nicht wirklich erzählen, dass wir eine unkomplizierte, echte Freundschaft aufbauen können, wenn wir die ganze Zeit diese absurde sexuelle Spannung zwischen uns spüren? Wenn du jetzt ein Feuerzeug anmachen würdest, würden wir explodieren." (Seite 71)

Nebencharaktere gab es in diesem Band auch wieder einige. Zum einen war die gesamte Morgan-Familie wieder mit von der Partie - auch mit für meinen Geschmack etwas zu wenigen Szenen. Vor allem Keane, Zanders bester Freund war mir wieder total sympathisch. Ich liebe diese Bromance zwischen den beiden einfach. Aber nicht nur die Morgans sind einfach toll, sondern auch Zanders Mutter und seine Schwester. Sie sind fast ebenso verrückt und liebevoll wie der Morgan-Clan. Auch Barry, Alohas vorheriger Bodyguard und enger Verbündeter, war mir total sympathisch. Er ist sehr freundlich, manchmal etwas autoritär und doch will er nur das Beste für Aloha. Ganz anders sah es da mit Alohas Mutter aus. Sie mochte ich wirklich gar nicht und konnte ihr Verhalten absolut nicht nachvollziehen.

Nachdem ich die True Lovers-Reihe 2019 für mich entdeckt habe und letztes Jahr dann irgendwie aus den Augen verloren habe, hat mich vor ein paar Tagen die Lust gepackt und ich habe mir den vierten Teil der Reihe von meinem SUB geschnappt. Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen, denn der Schreibstil von Lauren Rowe lässt sich gewohnt angenehm und flüssig lesen. Vor allem aber ist er wieder total humorvoll, aber auch gleichermaßen gefühlvoll, was mir sehr gut gefallen hat. Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus Zanders und Alohas Sicht erzählt, wodurch man einen guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt erhalten hat. Allerdings muss ich sagen, dass die Euphorie nach dem gelungenen Einstieg etwas abgeflaut ist. Denn obwohl die US-Autorin wieder eine gute Mischung aus emotionalen, humorvollen, erotischen und auch tiefgründigen Szenen findet, gab es doch die ein oder andere langatmige Stelle. Dagegen wurden mir manche Themen etwas zu schnell abgehandelt, was etwas schade war. Mein großer Kritikpunkt sind aber die letzten 100 Seiten, denn diese haben mir das Buch doch etwas sehr kaputt gemacht. Meiner Meinung nach gab es einfach viel zu viel Drama, was es gar nicht gebraucht hätte und auch die ein oder andere Entwicklung war für mich nicht so ganz nachvollziehbar.

Das Cover des Buches ist wie auch schon die anderen Teile der Reihe sehr schlicht gehalten, aber wirkt doch edel und fügt sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein. Schön finde ich auch, dass sich die Innengestaltung mit der Rose weiter durch das Buch zieht.

Insgesamt konnte mich der vierte Band der True Lovers-Reihe leider nicht so wirklich überzeugend. Zwar war die Geschichte von Aloha und Zander gewohnt humorvoll, emotional und auch an einigen Stellen tiefgründig, aber es gab meiner Meinung nach auch viel zu viel Drama.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2020

Das Buch hat alles, was ich an den Büchern von Karen M. McManus so liebe!

The Cousins
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Milly, Aubrey und Jonah sind erstaunt, als sie einen Brief von ihrer Großmutter Mildred Margaret Story erhalten und diese sie auf Cape Cod einlädt. Denn sie haben Mildred nie kennengelernt und die Familienverhältnisse ...

Milly, Aubrey und Jonah sind erstaunt, als sie einen Brief von ihrer Großmutter Mildred Margaret Story erhalten und diese sie auf Cape Cod einlädt. Denn sie haben Mildred nie kennengelernt und die Familienverhältnisse der Storys sind alles andere als rosig. Dennoch nehmen sie die Einladung an den Sommer auf der Insel zu verbringen und decken dabei jede Menge Familiengeheimnisse auf..

Milly ist ein wahres It-Girl aus New York. Sie ist sehr selbstbewusst und teilweise auch humorvoll. Mit ihren Aussagen und ihrem Verhalten schlägt sie gerne mal über die Stränge und verletzt dabei ihre Mitmenschen, aber trotzdem muss man sie einfach gerne haben. Vor allem hat es mir gefallen, dass sie sich selbst treu bleibt.
Aubrey ist das komplette Gegenteil von Milly. Die Schülerin aus Oregon schwimmt für ihr Leben gerne, ist eher zurückhaltend und hat mit jeder Menge Familienproblemen zu kämpfen. Auch mit ihrem Freund läuft es nicht so ganz rund, worüber sich Aubrey jede Menge Gedanken macht. Sie wirkt manchmal einfach so sehr unsicher und man möchte sie am liebsten in den Arm nehmen. Trotzdem hat sie eine richtig tolle Entwicklung durchgemacht und immer selbstsicherer geworden.
Jonah wirkt auf den ersten Blick sehr mysteriös und auch irgendwie seltsam. Er hält sich eher im Hintergrund und will am liebsten gar nichts mit den anderen beiden zu tun haben. Dennoch blüht er nach und nach auf und fördert das ein oder andere Geheimnis zu Tage. Je mehr man ihn kennenlernt, desto besser kann man ihn und sein Verhalten verstehen.
Schnell wird klar, dass die drei unterschiedlicher nicht sein könnten und obwohl sie sich seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen haben, entwickeln sie sich doch zu einem unschlagbaren Team. Ich mochte die Dynamik zwischen Milly, Aubrey und Jonah einfach total gerne und das machen für mich die Bücher von Karen M. McManus auch ein Stück weit aus.

Noch während ich es ausspreche, wird mir klar, dass ich Aubrey, Jonah und mich tatsächlich als Einheit betrachte; eine seltsame kleine Schicksalsgemeinschaft, die in eine Sache verwickelt ist, die nur wir drei verstehen können. (Seite 227)

Neben Milly, Aubrey und Jonah gibt es natürlich noch einige andere Charaktere. Unter anderem lernt man die Millys Mutter Allisson, Aubreys Vater Adam, Jonahs Vater Anders und Onkel Archer kennen, aber auch Mildred. Ich muss sagen, dass ich die Familie Story die ganze Zeit nicht so einschätzen konnte.

Dem Erscheinungstermin von The Cousins habe ich wochenlang entgegen gefiebert, denn ich habe die Jugendthriller von Karen M. McManus zwar erst dieses Jahr für mich entdeckt, aber es konnte mich bisher jedes ihrer Bücher überzeugen. Der Einstieg in die Geschichte rund um Milly, Aubrey und Jonah ist mir sehr leicht gefallen, denn der Schreibstil von der Autorin ist nicht nur locker leicht, sondern auch sehr bildhaft. Dabei wird die Geschichte, wie man es von Karen M. McManus gewohnt ist, wieder abwechselnd aus der Perspektive der drei Hauptprotagonisten erzählt. So ist man nicht nur dem Familiengeheimnis gemeinsam mit Aubrey, Milly und Jonah auf die Schliche gekommen, sondern konnte die Protagonisten auch nochmal besser kennenlernen. Mir hat dabei das Setting auf Cape Cod richtig gut gefallen und ich habe nur so mit den drei mit gefiebert. Nach und nach werden immer mehr Geheimnisse oder Intrigen aufgedeckt, es kommt zu der ein oder anderen unvorhersehbaren Wendung und der Spannungsbogen bleibt auf einem konstant hohen Niveau. Besonders ist dabei, dass es auch immer wieder Kapitel gibt, die die Geschehnisse auf der Insel aus dem Jahr 1996 aus Sicht von Millys Mutter Allisson erzählen. So erhält man nochmal ganz andere Einblicke in die Familiengeschichte von den Storys und ich habe bis zum Ende mit gerätselt. Die Auflösung gegen Ende fand ich sehr gelungen und vor allem eins: spannend. Ich habe einfach so sehr mit gefiebert und wusste gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Danach wurde es zum Glück etwas ruhiger, aber wer glaubt, dass die Geschichte damit ihren runden Abschluss gefunden hat, hat weit gefehlt. Irgendwie hoffe ich ja auf eine Fortsetzung rund um die Story-Familie!

Die Geheimnisse der Storys haben etwas an sich, das sie für ihre Träger gefährlich macht. Sie schleichen sich ins Herz und in die Seele und graben sich dort so tief ein, dass die Vorstellung, sie ans Tageslicht zu holen, sich anfühlt, als würde man dadurch einen Teil von sich selbst verlieren. (Seite 331)

Das Cover des Buches gefällt mir wieder richtig gut. Es ist zwar schlicht gestaltet, aber trotzdem ein richtiger Hingucker. Vor allem finde ich es toll, dass alle Cover von Karen M. McManus in einem ähnlichen Stil gestaltet sind und man diese sofort mit diesen tollen Geschichten in Verbindung bringt.

Insgesamt konnte mich Karen M. McManus mit The Cousins wieder total überzeugen. Das Buch hatte alles, was ich an ihren Büchern so liebe: einen spannenden Plot mit jeder Menge Geheimnisse und Wendungen, aber auch einzigartige Charaktere, die trotzdem perfekt harmonieren. Dafür gibt es von mir 5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.12.2020

Ein wunderschönes, aber auch berührendes und fast schon kitschiges Buch für die Vorweihnachtszeit

Der Zauber der Schneeflocken
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Seit dem Tod ihres Mannes verbindet Leni die Weihnachtszeit mit diesem Verlust. Dem wollen ihre Zwillingsschwester Marie und ihre beste Freundin entgegen wirken und so haben sie Leni einen Adventskalender ...

Seit dem Tod ihres Mannes verbindet Leni die Weihnachtszeit mit diesem Verlust. Dem wollen ihre Zwillingsschwester Marie und ihre beste Freundin entgegen wirken und so haben sie Leni einen Adventskalender mit 24 Aufgaben erstellt, wodurch Leni wieder zurück ins Leben finden soll. Aber nicht nur Marie und Emma unterstützen sie, sondern auch ihr Nachbar Erik..

Nachdem die 35-jährige Leni an Heiligabend vor zwei Jahren ihren geliebten Ehemann verloren hat, ist sie noch sehr in ihrer Trauer gefangen. Vor allem zur Weihnachtszeit, die die Journalistin früher so geliebt hat, zieht sie sich von ihren Liebsten zurück und möchte am liebsten alleine sein. Angetrieben durch die Aufgaben in ihrem Adventskalender kämpft sie sich Stück für Stück ins Leben zurück, überwindet Rückschläge und findet zu ihrer alten Stärke zurück. Im Grunde genommen ist Leni nämlich eine total herzliche und auch humorvolle Person, die man einfach gern haben muss.
Erik mochte ich von Beginn an sehr gerne. Er arbeitet auf der Intensivstation eines Krankenhauses und man merkt ihm total an, wie sehr er seinen Job liebt. Obwohl Erik auf den ersten Blick eher ruhig und zurückhaltend wirkt, konnte er mich doch durch seine mitfühlende, aber auch humorvolle Art überzeugen. Vor allem hat es mir gefallen, wie er Leni bei den Aufgaben für ihren Adventskalender unterstützt hat, ohne sie zu drängen.
Die Beziehung zwischen den beiden hat sich meiner Meinung nach in einem authentischen Tempo entwickelt und ich fand es einfach so schön mit anzusehen, wie die beiden immer mehr zueinander gefunden haben.

Ich lächelte, Erik lächelte zurück, und da war er wieder - einer der Momente, in denen ich das Gefühl nicht los wurde, dass uns doch mehr als reine Freundschaft verband. (Seite 236)

Nebencharaktere gibt es in diesem Buch eher weniger, aber das finde ich auch nicht schlimm. Lenis Zwillingsschwester Marie mochte ich total gerne, denn auch sie hat Leni immer unterstützt. Dagegen konnte ich Lenis beste Freundin Emma manchmal nicht so ganz einschätzen, obwohl sie bestimmt nur das Beste für Leni wollte. Neben den beiden lernt man noch Lenis Schwiegermutter Cornelia und den Pfarrer der Gemeinde kennen und die beiden waren mir so sympathisch.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Vor allem der Prolog war einfach total emotional, sodass schon auf den ersten paar Seiten die ersten Tränen bei mir geflossen sind. Auch danach war die Stimmung erstmal etwas bedrückend, was aber genau zu Lenis Geschichte gepasst hat. Dennoch war der Schreibstil von Holy Baker von Beginn an locker leicht und sehr bildhaft, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. An manchen Tagen hätte ich gerne mehr Kapitel gelesen, aber da ich das Buch als Adventskalender gelesen habe, war das nicht möglich.
Die Idee mit dem Adventskalender zur Trauerbewältigung wurde meiner Meinung nach sehr gelungen umgesetzt. Die Aufgaben waren richtig toll gewählt und so konnte man Lenis Entwicklung, die teilweise auch mit Rückschritten verbunden war, sehr gut mitverfolgen. Dadurch, dass die Geschichte aus Lenis Sicht erzählt wurde, hatte man einen guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt und konnte ihre Emotionen hautnah miterleben. Dadurch wurde die Geschichte meiner Meinung nach nochmal authentischer und auch emotionaler, denn ich habe mit ihr mit gefiebert, gelacht und auch das ein oder andere Tränchen verdrückt. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich das Ende, denn dies ging mir einen Ticken zu schnell, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Du sollst ihn nicht vergessen, und das wirst du auch nie, aber du kannst nicht dein ganzes Leben nach deiner Trauer ausrichten. Genau das wollen wir dir mit dem Adventskalender klarmachen. (Seite 137)

Besonders gut hat mir übrigens gefallen, dass die Geschichte in Heidelberg spielt. Die Stadt ist einer meiner liebsten Städte in Deutschland und ich bin fast jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs. Gerade deshalb hatte ich die dargestellten Begebenheiten fast bildlich vor Augen. Meiner Meinung nach ist es der Autorin ebenfalls gelungen eine gewisse Weihnachtsstimmung aufzubauen, die zwar manchmal etwas kitschig war, aber trotzdem einfach wunderschön.

Das Cover finde ich ganz schön und für die Weihnachtszeit passend gestaltet. Vor allem gefällt es mir, dass es eine tolle Verbindung zu der Geschichte herstellt.

Alles in allem ist Der Zauber der Schneeflocken ein tolles Buch für die Vorweihnachtszeit. Vor allem aber ist die Geschichte von Leni nicht nur wunderschön, sondern auch sehr berührend und fast schon einen Ticken zu kitschig. Dafür gibt es von mir 4/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere