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Veröffentlicht am 28.09.2020

Gelungener Reihenauftakt mit authentischen Charakteren und einer tollen Atmosphäre

Hoch wie der Himmel
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Als Annik Lerch in Norwegen als Ärztin in einer Familienpraxis anfängt, ist es für sie nach dem Tod ihres Mannes der erste Schritt in ein neues Leben. Erst einmal in ihrem neuen Alltag angekommen, fühlt ...

Als Annik Lerch in Norwegen als Ärztin in einer Familienpraxis anfängt, ist es für sie nach dem Tod ihres Mannes der erste Schritt in ein neues Leben. Erst einmal in ihrem neuen Alltag angekommen, fühlt sich Annik immer wohler und der Schmerz wird erträglicher. Allerdings scheint es, als würde ihr Chef Krister Solberg sie nicht mögen..

Annik Lerch war mir mit ihrer offenen und empathischen Art von Beginn an sehr sympathisch. Obwohl sie nach dem Tod ihres Mannes teilweise noch sehr in ihrer Trauer gefangen ist, wagt die alleinerziehende Mutter in Norwegen einen Neuanfang und ich habe sie sehr für ihren Mut und ihre Stärke bewundert. Obwohl es ihr manchmal schwerfällt Hilfe anzunehmen, hat sie sich doch schnell in Lillehamn eingelebt und man merkt, wie gut ihr dieser Tapetenwechsel tut. Trotzdem gab es auch immer wieder Momente, in denen ich ihre Handlungen nicht so ganz nachvollziehen konnte und sie am liebsten einmal kräftig durchgeschüttelt hätte.
Krister Solberg, der von den Azubis der Praxis Mr. Frost genannt wird, ist zu Beginn ziemlich wortkarg, grüblerisch und wirkt sehr verschlossen. Nach und nach beginnt er sich immer mehr zu öffnen und ich habe ihn mit seiner liebenswürdigen, ruhigen und auch schüchternen Art sehr in mein Herz geschlossen. Vor allem aber konnte ich auch seine Beweggründe und irgendwie auch seine Leidenschaft für Extremsportarten sehr gut nachvollziehen und bewundere ihn für seinen Ehrgeiz, den er an den Tag legt. Vor allem aber hat es mir sehr gut gefallen, wie liebevoll er sich um Theo gekümmert hat und so eine ganz besondere Bindung zu ihm aufgebaut hat.
Die Beziehung zwischen den Annik und Krister hat sich meiner Meinung nach in einem authentischen Tempo entwickelt, obwohl ziemlich schnell ein gewisses Knistern spürbar war. Vor allem hat es mir gefallen, wie sich die beiden immer wieder aus ihrem Schneckenhaus gelockt haben und sich einander immer mehr geöffnet und vertraut haben.

"Du", flüsterte er rau. "Du bist passiert." (Seite 178)

Neben den beiden Protagonisten Annik und Krister lernt man auch eine Reihe an Nebencharakteren kennen. Vor allem Anniks Sohn Theo mochte ich sehr gerne, denn obwohl er nicht spricht, hatte er doch eine lebensfrohe Art und eine tolle Ausstrahlung. Auch Kristers Geschwister Espen und Alva sowie seinen besten Freund Tom mit dessen Frau Hanne habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie sind einfach eine tolle Freundesgruppe und unterstützen sich, wo sie nur können. Ganz anders sah es da mit Anniks Schwester Mara aus. Sie konnte ich leider nie so ganz einschätzen, obwohl sie auch immer für ihre Schwester da war. Trotzdem hat sie auf mich einen teils sehr kindischen Eindruck gemacht.

Ehrlich gesagt ist mir der Einstieg in das Buch etwas schwer gefallen, obwohl sich der Schreibstil von Julie Birkland eigentlich recht angenehm lesen lässt. Trotzdem hatte ich an mehreren Stellen (vor allem auch am Anfang) das Gefühl, dass die Geschehnisse etwas zu detailreich beschrieben wurden und es dadurch teilweise sehr langatmig wurde. Noch dazu war ich etwas überrascht, dass das Buch aus der Erzählerperspektive geschrieben wurde, was ich eigentlich gar nicht so gerne mag. Trotzdem konnte ich die Gefühle und Gedanken der beiden Protagonisten sehr gut nachvollziehen, denn die beiden wurden abwechselnd beleuchtet. So habe ich mit den beiden mit gefiebert, gelacht und auch zum Teil gelitten. Denn obwohl es nicht so viele Spannungsmomente gab, wollte ich doch immer wissen, wie es weiter geht und habe mich in der Geschichte absolut wohlgefühlt. Vor allem aber die letzten 100 Seiten haben mich nochmal richtig in den Bann gezogen und mir hat das Ende des Buches richtig gut gefallen.

Außerdem hat es mir gefallen, welche Atmosphäre in dem kleinen Ort Lillehamn geherrscht hat. Jeder kennt jeden, die Gerüchteküche brodelt und doch wird jeder gerne in die Gemeinschaft aufgenommen und unterstützt. Mir haben dabei vor allem die Szenen in der Praxis mit den verschiedensten Patienten gefallen und davon hätte es meiner Meinung nach noch viel mehr geben können. Auch die beschriebene Natur konnte ich mir bildlich vorstellen und möchte nun am liebsten auch nach Norwegen reisen.
Aber nicht nur die Beschreibung der Atmosphäre und der Natur haben mir gut gefallen, sondern auch die Darstellung von Kristers Hobby. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel dazu verraten, aber ich habe mir Videos dazu angeschaut, weil ich davor ehrlich gesagt noch nie etwas von dieser Extremsportart gehört habe und finde es einfach nur faszinierend.

Das Cover des Buches finde ich wunderschön. Vor allem gefällt es mir, dass die verschiedenen Abbildungen nicht nur ein stimmiges Gesamtbild abgeben, sondern auch eine tolle Verbindung zu der Geschichte herstellen.

Obwohl ich am Anfang etwas Schwierigkeiten hatte, um in die Geschichte einzutauchen, konnte mich der erste Teil der Nothern Love-Reihe doch immer mehr in den Bann ziehen. Vor allem die Atmosphäre in Lillehamn, aber auch die Darstellung der Extremsportart und die authentischen Charaktere konnten mich überzeugen. Für diesen gelungenen Reihenauftakt vergebe ich 4/5 Sterne und freue mich schon auf Espens Geschichte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2020

Emotional, tiefgründig und wunderschön - definitiv ein Highlight!

It was always love
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Als Aubree nach einer Studentenparty und einem verhängnisvollen Foto von der Uni fliegt, möchte sie nur noch weg aus New York und so stattet sie ihrer besten Freundin Ivy einen Besuch ab. Eigentlich möchte ...

Als Aubree nach einer Studentenparty und einem verhängnisvollen Foto von der Uni fliegt, möchte sie nur noch weg aus New York und so stattet sie ihrer besten Freundin Ivy einen Besuch ab. Eigentlich möchte sie sich dort nur im Zimmer verkriechen und sich keine Gedanken mehr um dieses Foto machen. Doch dann trifft sie auf Noah, Ivys Stiefbruder, der sie schon bald auf ganz andere Gedanken bringt..

Aubree Sturgess war mir schon im ersten Band super sympathisch und dieser Eindruck hat sich nur nochmal bestätigt. Nachdem dem Vorfall in New York fühlt sich Aubree sehr unsicher und möchte sich am liebsten vor der gesamten Welt verstecken. Trotzdem fasst sie ziemlich schnell den Entschluss, dass es so nicht weitergehen kann. Sie probiert neue Dinge aus, nimmt neue Aufträge an und findet immer mehr zu ihrer selbstbewussten und lebensfrohen Art zurück. Obwohl sie die Geschehnisse weiterhin belasten, findet sie einen Weg damit umzugehen und macht eine tolle Entwicklung durch. Ihre Gefühle verarbeitet sie dabei sehr oft in ihrem Bullet Journal Erol, was ich super cool finde.
Auch Noah Blakeley mochte ich schon dank seinen Auftritten in It was always you total gerne und auch jetzt hat er sich immer mehr in mein Herz geschlichen. Er redet oftmals bevor er denkt, flucht gerne und viel, handelt impulsiv und schlägt dabei öfters Mal über die Stränge. Trotzdem muss man ihn einfach gerne haben, denn er ist nicht nur absolut einfühlsam und charmant, sondern wirkt auch irgendwie stark und gebrochen zugleich. Auf der einen Seite setzt er seinen Willen durch und kämpft für seine Ziele, aber auf der anderen Seite hat er Angst davor verletzt zu werden und tut alles dafür, um dies zu verhindern - auch wenn er dadurch seinen Liebsten weh tut.
Zwischen den beiden war von Anfang an eine gewisse Anziehung spürbar und doch hat sich die Beziehung meiner Meinung nach in einem authentischen Tempo entwickelt. Mir hat es so gut gefallen, wie die beiden miteinander umgegangen sind und sich gegenseitig unterstützt haben, obwohl sie sich dabei auch immer wieder selbst im Weg standen.

Hallo. Nur dieses eine Wort, und ich weiß, dass ich ein Problem habe. Ein Mammut-Problem. (Seite 38)

Neben Aubree und Noah gab es auch ein Wiedersehen mit Ivy und Asher. Vor allem Ivy war mir mit ihrer offenen Art wieder total sympathisch und man hat ihr angemerkt, wie sehr ihr sowohl Aubree als auch Noah am Herzen liegen. Aber neben den altbekannten Charakteren lernt man auch noch einige neue kennen. Vor allem Jenna mochte ich total gerne, aber auch Quin war mir sympathisch. Mein heimlicher Star war aber auf jeden Fall Frida, die die Geschichte nochmal total aufgelockert hat.

"Und wenn ich hinfalle?", fragt Noah. "Dann stehe ich wieder auf", beendet Frida den Satz. (Seite 265)

Nachdem mir der erste Band It was always you schon so gut gefallen hat, bin ich um ehrlich zu sein mit sehr hohen Erwartungen an das Buch heran gegangen und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Erst einmal mit dem Buch angefangen, bin ich nur so durch die Seiten geflogen, denn der Schreibstil von Nikola Hotel lässt sich wieder locker leicht und sehr angenehm lesen. Die Autorin hat mir mit der Geschichte von Aubree und Noah mehrmals das Herz gebrochen und wieder zusammen gesetzt. Denn es gab nicht nur viele herzzerreißende emotionale und spannende Momente, bei denen ich einfach nur mitgelitten habe, sondern mindestens genau so viele humorvolle und auch wunderschöne Momente, die mich zum lachen und mit fiebern gebracht haben. Dabei hat es mir vor allem auch gefallen, dass die Autorin wieder eine ernstere Thematik mit einfließen lassen hat und damit auch eindrucksvoll aufgezeigt hat, welche Folgen und Auswirkungen dies auf die Betroffenen hat. Dadurch, dass das gesamte Buch aus Aubrees Sicht erzählt wurde, konnte ich mich total gut in sie hinein versetzten und habe die Emotionen, die dabei im Spiel waren, hautnah mitbekommen. Hin und wieder hätte ich mir auch mal einen Einblick in Noahs Gedanken- und Gefühlswelt gewünscht, aber dennoch finde ich, dass auch seine Emotionen sehr gut rübergebracht wurden.

Die Art und Weise, wie Frauen verurteilt werden, ändert sich nicht, wenn man das Opfer ist. Jedes Detail würde analysiert werden. Was ich getragen habe, wie ich getanzt habe, mit wie vielen Männern ich vorher zusammen war. (Seite 61)

Das Cover finde ich wieder so so schön und es passt einfach perfekt zu dem Cover von Band 1. Auch die Illustrationen von haben mir wieder total gut gefallen und sie geben dem Buch nochmal eine ganz besondere Note.

Insgesamt hat mir It was always love nochmal besser gefallen als der erste Band. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, habe eine Achterbahn der Gefühle durchlebt und die Charaktere nur noch mehr ins Herz geschlossen. Dieses Buch ist für mich definitiv ein Highlight im New Adult-Bereich und bekommt dafür 5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2020

Leider etwas schwächer als Band 1

The Secret Book Club – Die Liebesroman-Mission
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Nach einem miserablen Arbeitstag erwischt Liv ihren Chef dabei, wie er sich an einer jüngeren Kollegin vergehen will. Prompt geht sie dazwischen und wird daraufhin fristlos gekündigt. Doch Liv möchte diesen ...

Nach einem miserablen Arbeitstag erwischt Liv ihren Chef dabei, wie er sich an einer jüngeren Kollegin vergehen will. Prompt geht sie dazwischen und wird daraufhin fristlos gekündigt. Doch Liv möchte diesen Vorfall nicht auf sich beruhen lassen, obwohl ihre Kollegin nichts davon wissen möchte. Doch alleine ist sie machtlos und so erfährt sie durch Braden Mack die Unterstützung, die sie braucht, um ihren ehemaligen Chef bloß zustellen. Doch es bleibt nicht nur bei dieser geschäftlichen Beziehung, denn Mack hat sich in den Kopf gesetzt Olivia für sich zu gewinnen..

Mit Olivia Papandreas, die von allen nur Liv genannt wird, hatte ich im ersten Band so meine Probleme, denn ich konnte sie nicht so ganz einschätzen. Sie ist sehr temperamentvoll und handelt dadurch manchmal etwas voreilig. Nach und nach wurde sie mir immer sympathischer, denn man lernt sie immer besser kennen und versteht ihre Gedanken hinter den Handlungen. Liv setzt sich immer für andere ein und wenn sie sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, kämpft sie sehr dafür. Trotzdem fällt es ihr auch schwer anderen zu vertrauen, was sich durch ihre Kindheit in ihrem Kopf festgesetzt hat. Dadurch macht sie sehr schnell dicht, wenn es um ihre Gefühle geht.
Braden Mack lässt sich am besten mit "hart Schale, weicher Kern" beschreiben. Auf den ersten Blick wirkt der Besitzer von mehreren Nachtclubs äußerst selbstbewusst und schlagfertig. Aber schon bald lernt man auch an ihm eine andere Seite kennen. Er musste in seiner Vergangenheit schon einiges mitmachen und sehnt sich deshalb sehr nach einer eigenen Familie. Umso mehr wurmt es ihn, dass Liv ihn immer wieder abblitzen lässt. Dadurch erwacht sein Ehrgeiz und er konnte mich durch seine Willensstärke und seine einfühlsame Art von sich überzeugen.
Zwischen Liv und Mack war von Anfang an eine gewisse Anziehung spürbar und doch hat sich die Beziehung in einem langsamen und authentischem Tempo entwickelt. Mir haben die (teils sehr witzigen) Dialoge zwischen den beiden unheimlich gut gefallen und es war schön mit anzusehen, wie sie doch immer mehr zueinander finden. Teilweise hätte ich sogar noch gerne mehr über die beiden gelesen, denn meiner Meinung nach ist die Entwicklung der Beziehung manchmal doch etwas in den Hintergrund gerückt.

"Ist dir nie der Gedanke gekommen, dass sie dich verrückt macht, weil du dich zu ihr hingezogen fühlst?", fragte Malcolm. "Das ist eine klassische Enemies-to-lovers-Geschichte." (Seite 203)

Aber nicht nur Liv und Mack kennt man schon aus dem vorherigen Band, sondern auch der Buchclub. Ich mag die Gruppe nach wie vor total gerne und ich finde es toll, wie sie sich gegenseitig mit viel Humor aber auch Mitgefühl unterstützen. Neben dem Buchclub mochte ich auch Noah total gerne und ich bin schon auf seine Geschichte gespannt. Auch Rosie und Hop waren mir total sympathisch, denn die beiden unterstützen Liv wo sie nur können und sind einfach ein super Team!

Nachdem mir der erste Band The Secret Book Club - Ein fast perfekter Liebesroman richtig gut gefallen hat, habe ich mich schon total auf den Folgeband gefreut. Leider muss ich zugeben, dass ich etwas länger gebraucht habe, um mich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen. Denn obwohl mir der locker leichte Schreibstil der Autorin von Anfang an gefallen hat, standen mir die Enthüllungen rund um Livs (Ex-)Chef doch etwas zu sehr im Vordergrund und gerade der Beginn hat deshalb sehr langatmig auf mich gewirkt. Nach und nach bin ich allerdings immer besser in die Geschichte reingekommen und ich mochte die Mischung aus humorvollen, teilweise sogar spannenden aber auch emotionalen Szenen total gerne. Obwohl die gesamte Geschichte aus der Erzählerperspektive erzählt wurde, hatte ich doch einen guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt von Liv und Mack, denn die beiden wurden immer wieder abwechselnd beleuchtet. Besonders die letzten 150 Seiten konnten mich komplett in den Bann ziehen, sodass ich diese fast an einem Stück gelesen habe. Am Ende wurde es nochmal richtig spannend und obwohl einige Handlungen doch etwas unrealistisch gewirkt haben, konnte mich das Buch gut unterhalten und ich finde es gut, dass Lyssa Kay Adams mit der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz auch ein ernstes und aktuelles Thema verarbeitet hat.

Mack zuckte die Achseln. "Ich meine nur, wenn die Gewalt gegen Frauen aufhören soll, sind wir es, die damit Schluss machen müssen. Wir müssen unsere Geschlechtsgenossen anprangern." (Seite 196)

Das Cover des zweiten Bandes finde ich durch die zarten Farben und den leichten Schimmereffekt wieder wunderschön und die beiden Bände sehen einfach richtig schön nebeneinander aus.

Alles in allem habe ich auch den zweiten Teil von The Secret Book Club nach anfänglichen Schwierigkeiten richtig gerne gelesen. Allerdings muss ich auch sagen, dass der Band für mich etwas schwächer war als Band 1, weswegen ich 3,5/5 Sterne vergebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Ein schönes Sommerbuch für zwischendurch

Sunset Beach - Liebe einen Sommer lang
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Als Abby und Leo zum ersten Mal aufeinander treffen, kommt es zu der ersten Reiberei zwischen den beiden und Abbys sonst so geordnetes Leben gerät gewaltig durcheinander. Denn ständig rasseln die beiden ...

Als Abby und Leo zum ersten Mal aufeinander treffen, kommt es zu der ersten Reiberei zwischen den beiden und Abbys sonst so geordnetes Leben gerät gewaltig durcheinander. Denn ständig rasseln die beiden aneinander und er geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als die beiden dann auch noch für ein gemeinsames Schulprojekt eingeteilt werden, ist das Chaos perfekt.

Abby Banks wirkt auf den ersten Blick wie ein typisches kalifornisches Mädchen, aber wenn man sie erstmal näher kennen lernt, merkt man schnell, dass so viel mehr in ihr steckt. Sie ist sehr selbstbewusst, hat immer den passenden Spruch auf den Lippen und wirkt dadurch sehr sympathisch. Außerdem ist sie total ehrgeizig und arbeitet sehr hart für ihr Traumstudium. Dabei steht sie sich allerdings manchmal etwas selbst im Weg und beugt sich doch relativ schnell dem Druck ihres Umfelds anstatt zu ihren Interessen zu stehen. Außerdem hat sie auch eine sehr temperamentvolle Art, wodurch sie manchmal etwas naiv und kindisch wirkt und ich einige Handlungen nicht so ganz nachvollziehen konnte. Nichtsdestotrotz hat sie eine tolle Entwicklung durchgemacht und letztendlich gelernt für sich selbst einzustehen.
Leova Vaydencamp, der von allen nur Leo genannt wird, konnte ich zu Beginn nicht so ganz einschätzen, denn er hat nicht nur etwas arrogant, sondern auch sehr verschlossen auf mich gewirkt. Denn nach einem Schicksalsschlag in der Familie ist Leo fast schon etwas gebrochen, wobei er immer wieder versucht für andere stark zu sein. Wenn man aber erst einmal einen Blick hinter seine Fassade bekommt, merkt man ziemlich schnell, dass in ihm ein sehr charmanter und humorvoller Teenager steckt. Er versucht immer für alle da zu sein und konnte mich vor allem mit seiner mitfühlenden und hilfsbereiten Art überzeugen. Dennoch gab es auch einige Situationen, wo er sehr unsensibel reagiert hat.
Zwischen Abby und Leo war von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar, denn wie sagt man so schön "Was liebt, das neckt sich". Dennoch muss ich auch zugeben, dass sich mir die Beziehung zwischen den beiden etwas zu schnell entwickelt hat. Trotzdem war es sehr schön mit anzusehen, wie aus anfänglichen Streitigkeiten immer mehr entsteht und die beiden Charaktere sich gegenseitig unterstützen.

"Bambi." Er flüstert diesen Spitznamen, von dem ich mir vorgenommen habe, dass ich ihn nicht leiden kann, mit einer verführerischen Zartheit. (Seite 107)

Neben Abby und Leo lernt man auch noch einige andere Charaktere kennen. Vor allem Abbys Clique hat auf mich sehr klischeehaft gewirkt und ihre beiden besten Freunde Silver und Tucker haben mich teilweise richtig genervt. Meiner Meinung nach standen sie Abby mehr im Weg als sie zu unterstützen. Ebenso erging es mir mit ihren Eltern. Obwohl ich die beiden am Anfang noch als sehr sympathisch empfunden habe, konnte ich einige Handlungen absolut nicht nachvollziehen. Dagegen sehr sympathisch war mir Leos Zwillingsschwester Allegra, die für mich mit die schönste Entwicklung durchgemacht hat. Dabei hat es mir vor allem auch gefallen, wie Leos Stiefvater John gehandelt hat.

Um ehrlich zu sein war ich von der Dicke des Buches erstmal etwas abgeschreckt, weswegen das Buch auch etwas länger auf meinem SUB zu finden war. Letztendlich weiß ich gar nicht mehr genau wieso, denn erst einmal mit dem Buch angefangen, bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Das lag vor allem an dem locker leichten und angenehmen Schreibstil von Kira Licht. Außerdem ist einfach so viel passiert, sodass das Buch wirklich nie langweilig wurde. Dabei ist ihr nicht nur eine gute Mischung aus humorvollen, dramatischen und auch emotionalen Szenen gelungen, sondern sie hat es auch geschafft ernstere Themen mit einzubinden, wodurch das Buch nicht zu oberflächlich geblieben ist. Dabei hat die Geschichte rund um Abby und Leo allerdings nie überladen gewirkt, wobei ich auch zugeben muss, dass mir einige Entwicklungen doch etwas zu schnell gingen. Trotzdem finde ich, dass man einen guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Charaktere hatte, denn die Geschichte wurde abwechselnd aus Abbys und Leos Sicht erzählt.

Außerdem hat mir die Atmosphäre des Buches total gut gefallen, denn oftmals hatte man das Gefühl, dass man mit Abby und Leo an einem kalifornischen Strand liegt oder mit ihnen auf Entdeckungstour durch Santa Barbara geht. Deshalb finde ich das Buchcover auch total passend, denn es vermittelt ebenfalls diesen "California Vibe".

Ich habe "meinen" Strand "Sunset Beach" getauft. Nicht nur, weil ich hier die phänomenal schönsten Sonnenuntergänge erlebt habe, sondern auch, weil dieser Name so viel Ruhe verheißt. (Seite 309)

Alles in allem ist Sunset Beach von Kira Licht ein richtig schönes, sommerliches Buch für zwischendurch, welches mich vor allem durch die tollen Charaktere und die Verarbeitung von unterschiedlichen Themen überzeugen konnte. Allerdings gab es für mich auch einige kleiner Kritikpunkte, weswegen ich 4/5 Sterne vergebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2020

Herzzereißend, aber auch wunderschön

Never Doubt
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Willow Holloway ist überglücklich, dass sie mit ihrer Familie aus New York wegziehen kann, denn so kann sie endlich die schrecklichen Ereignisse des letzten Jahres hinter sich lassen. Doch in Harmony angekommen, ...

Willow Holloway ist überglücklich, dass sie mit ihrer Familie aus New York wegziehen kann, denn so kann sie endlich die schrecklichen Ereignisse des letzten Jahres hinter sich lassen. Doch in Harmony angekommen, fühlt sie sich immer noch gefangen. Bis sie schließlich die Rolle der Ophelia in einem Theaterstück ergattert und ihren Gefühlen so freien Lauf lassen kann. Das Isaac dabei ihren Hamlet spielt, kommt ihr nur gelegen, denn schnell merken beide, dass sie mehr verbindet als nur die Rollen in dem Theaterstück..

Als Willow Holloway mit ihrer Familie nach Harmony zieht, wirkt sie durch ihre eher verschlossene Art sehr abweisend und möchte am liebsten nichts mit ihren Mitschülern zu tun haben. Doch schnell merkt man, dass sich hinter der harten Schale eine sehr verletzte und teilweise unsichere Person versteckt. Denn Willow hat im letzten Sommer etwas erlebt, was man einfach niemandem wünscht und was sie in sich rein frisst statt mit jemandem darüber zu reden. Allerdings findet sie durch die Rolle der Ophelia immer mehr zu ihrer alten Stärke zurück und kann dadurch auch ein Stück weit von ihrer Vergangenheit entfliehen, obwohl diese sie immer wieder einholt. Dennoch gelingt es Willow sich immer mehr zu öffnen und sie macht so eine wirklich tolle Entwicklung durch.
Isaac Pearce wird zuerst wie der typische Bad Boy dargestellt. Er wirkt äußerst selbstbewusst und hat eine schon fast gleichgültige Art, obwohl die ganze Stadt über ihn redet. Dennoch gibt es auch immer wieder Momente, in denen man merkt, dass auch seine Vergangenheit nicht spurlos an ihm vorbei gegangen ist. Vor allem durch seine Rollen in den verschiedensten Theaterstücken werden seine Emotionen greifbar und man konnte seinen Schmerz förmlich spüren. Aber auch in Willows Gegenwart gelingt es ihm sich nach und nach zu öffnen und man merkt, was für einen tollen, charmanten und mitfühlenden Charakter Isaac hat. Vor allem aber hat es mir auch gefallen, wie Isaac für seine Träume kämpft und alles dafür tut.
Auf den ersten Blick wirken die beiden Hauptcharaktere Willow und Isaac wie die typischen klischeehaften Charaktere aus einem New Adult-Roman und doch steckt so viel mehr hinter den beiden. Obwohl zwischen den beiden von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar ist, entwickelt sich die Beziehung in einem authentischen Tempo, denn beide sind eher verschlossen und können sich nur schwer öffnen. Umso mehr hat es mir gefallen, wie sich das Ganze zwischen den beiden entwickelt hat und ich habe nur so mitgefiebert!

Er schwieg, aber ich spürte, wie er nickte. Seine Wange lag an meinem Haar. Es war genau, was ich brauchte. (Seite 239)

Nebencharaktere lernt man in diesem Buch auch einige kennen. Vor allem Willows neue Clique mochte ich total gerne und ich bin ein riesen Fan von Angie und ihrer Mutter Bonnie. Die beiden sind einfach nur toll und ein richtig gutes Team. Aber auch Martin, der Leiter des HCT, und seine Frau konnten mich von sich überzeugen, denn sie sind unglaublich liebevoll und fürsorglich. Ganz anders sah es da leider mit Willows Eltern aus. Sie waren sehr klischeehaft dargestellt und haben fast keine Entwicklung durchgemacht. Außerdem konnte ich ihre Handlungen absolut nicht nachvollziehen.
Generell hat mir die Atmosphäre in Harmony gefallen, die Emma Scott hier geschaffen hat. Die Stadt hat so den typischen Flair, den man sich in einer amerikanischen Kleinstadt vorstellt. Es gibt jede Menge Klatsch und Tratsch, aber irgendwie hilft auch jeder jedem.

Emma Scott konnte mich mit Never Doubt von Beginn an in den Bann ziehen, denn ihr Schreibstil lässt sich nicht nur angenehm lesen, sondern ist auch absolut fesselnd und manchmal fast schon etwas poetisch. Der Autorin ist es dabei gelungen den Leser mit auf eine Achterbahn der Gefühle zu nehmen. Denn meiner Meinung nach ist ihr genau die richtige Mischung aus emotionalen, tiefgründigen und fast schon herzzerreißenden Szenen, aber auch romantischen und humorvollen Augenblicken geglückt, sodass ich nur so mit den Charakteren mitgefiebert habe. Dadurch, dass die Geschichte dabei abwechselnd aus Willows und Isaacs Sicht erzählt wurde, hat man nochmal einen besseren Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt erhalten und konnte die Emotionen hautnah miterleben.
Besonders gut hat es mir gefallen, dass Emma Scott auch einige wichtige Themen mit in die Geschichte eingebaut hat, die den Leser nur so zum Nachdenken anregen und mich teilweise zutiefst erschüttert haben. Allerdings gingen mir die Entwicklungen zum Schluss in dieser Hinsicht doch teilweise etwas zu schnell. Aber nicht nur das ist der Autorin gelungen, sondern auch die Einarbeitung des Theaterstücks Hamlet von Shakespeare. Ich muss sagen, dass ich diesem Aspekt am Anfang etwas kritisch entgegen stand, denn um ehrlich zu sein interessieren mich Theaterstücke nicht so wirklich und so kamen mir manche Szenen (gerade zu Beginn der Proben) sehr langatmig vor. Nichtsdestotrotz hat sich das Theaterstück wie ein roter Faden durch das Buch gezogen und gerade weil die Geschichte von Ophelia und Hamlet so gut zu der sich anbahnenden Beziehung zwischen Willow und Isaac passt, ist dieses Buch einfach zu etwas ganz besonderem geworden! Es hat mich einfach umgehauen, wie sich die Emotionen von Willow und Isaac in dem Stück wiedergefunden haben und es war fast schon elektrisierend das zu lesen.

Aber ein Theaterstück anzusehen war vielleicht ein bisschen wir ein Buch zu lesen - man konnte darin eintauchen und fliehen. (Seite 39)

Das Cover des Buches finde ich wirklich wunderschön, aber um ehrlich zu sein sticht es leider nicht aus der Menge heraus und ist eher nichtssagend, was ich sehr schade finde.

Ehrlich gesagt wollte ich Never Doubt gar nicht lesen und bin daher ohne jegliche Erwartungen an das Buch gegangen. Umso überraschter bin ich, dass mir das Buch bis auf ein paar Kleinigkeiten doch so gut gefallen hat und sogar das Potential zum Jahreshighlight hat. Mit Never Doubt hat Emma Scott eine herzzerreißende und zugleich wunderschöne Geschichte mit wundervollen Charakteren geschaffen, die mich sehr berührt hat. Dafür gibt es von mir 5/5 Sterne.

Aber neben den anderen Lichtern konnte sie nicht sehen und wusste nicht, wie hell sie leuchtete. Erst allein in der Dunkelheit sah sie ihren eigenen Glanz. (Seite 12)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere