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Veröffentlicht am 05.07.2020

Herzzerreißend emotional, aber auch humorvoll und tolle Charaktere - ein gelungener Reihenauftakt

It was always you
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Seit dem Tod von Ivys Mutter und ihrer fast vierjährigen Zeit im Internat war Ivy nicht mehr zu Hause und hat fast sämtlichen Kontakt zu ihrer Familie verloren. Doch dann bestellt die ihr Stiefvater Richard ...

Seit dem Tod von Ivys Mutter und ihrer fast vierjährigen Zeit im Internat war Ivy nicht mehr zu Hause und hat fast sämtlichen Kontakt zu ihrer Familie verloren. Doch dann bestellt die ihr Stiefvater Richard nach Hause und wiederwillig tritt Ivy die Reise an. Schon im Flugzeug trifft sie auf ihren Stiefbruder Asher, mit dem sie sich früher ständig gestritten hat. Und auch heute ist er unausstehlich wie eh und je. Trotzdem setzt das Wiedersehen viele Gefühle frei, mit denen beide nicht gerechnet hätten..

Ivy Blakeley mochte ich von Beginn an sehr gerne, denn sie ist so ein liebevoller, humorvoller und freundlicher Charakter. Auf der einen Seite wirkt sie unheimlich stark und ehrgeizig, aber auf der anderen Seite merkt man ihr auch an, dass die Geschehnisse der letzten Jahre nicht so spurlos an ihr vorbeigegangen sind, wie sie es gerne hätte. Denn sie zeigt auch immer wieder ihre verletzliche Seite. Ihre Gefühle verarbeitet sie dabei meistens in ihrem Bullet Journal, was ich sehr cool fand. Trotzdem gab es auch hin und wieder Situationen, in denen ich ihr Handeln nicht so ganz nachvollziehen konnte, aber im Großen und Ganzen hat sie eine tolle Entwicklung durchgemacht.
Asher Blakeley konnte ich zu Beginn ehrlich gesagt nicht so ganz einschätzen, denn er wirkt mit seiner selbstbewussten auf den ersten Blick sehr überheblich. Trotzdem hat er sich Seite für Seite immer mehr in mein Herz geschlichen, denn auch er trägt jede Menge Ballast mit sich herum und regelt die Dinge dabei auf seine Art. Auf der einen Seite lässt er zwar immer wieder arrogante Sprüche fallen, aber auf der anderen Seite kümmert er sich rührend um Ivy, möchte am liebsten die ganze Welt verbessern und dabei selbst niemandem zur Last fallen.
Die Beziehung zwischen den beiden war die reinste Achterbahnfahrt. Zwar hat man immer eine gewisse Anziehung und auch Verbundenheit gespürt, aber trotzdem haben es die beiden immer wieder geschafft sich voneinander wegzustoßen. Trotzdem hat mir die Dynamik zwischen ihnen total gut gefallen und obwohl sich die Geschichte eher langsam entwickelt hat, konnte ich so gut mit ihnen mitfühlen.

"Es ist verrückt, dass keiner von uns etwas sagt, dass wir uns nicht bewegen und ich trotzdem das Gefühl habe, wir würden einen Abhang hinunterrasen, so schnell schlägt mein Herz gegen seine Brust." (Seite 167)

Neben den beiden Hauptcharakteren lernt man noch einige andere Personen kennen. Vor allem Noah, Ivys anderer Stiefbruder, konnte mich mit seinen Sprüchen immer wieder zum Lachen bringen. Aber auch Harper, Sams Freundin, steht ihm dabei in Nichts nach. Auch Sam und seine Mutter Hillary, das Hausmädchen der Blakeleys, sowie Ivys beste Freundin Aubree mochte ich gerne. Ganz anders sah es da mit ihrem Stiefvater Richard aus. Ihn konnte ich vom ersten Moment an nicht einschätzen (und kann es wahrscheinlich jetzt noch nicht) und seine Handlungen auch absolut nicht nachvollziehen, obwohl er zwischendrin teilweise richtig gute Momente hatte.

Normalerweise bin ich nicht so der Fan von Stiefgeschwister-Geschichten, weil mir vieles einfach zu dramatisch dargestellt wird. It was always you hat mich allerdings schon in der Programmvorschau des Verlages angesprochen und ich bin so froh, dass ich das Buch gelesen habe. Erst einmal angefangen, hat mich der Schreibstil von Nikola Hotel total gefesselt, denn er ist nicht nur locker leicht sondern auch unglaublich gefühlvoll. Vor allem die ersten 100 Seiten waren einfach nur herzzerreißend und ich konnte so gut mitfühlen. Generell hat es die Autorin geschafft mich mit auf eine Achterbahn der Gefühle zu nehmen, denn auf der einen Seite ist die Geschichte unglaublich emotional und auf der nächsten wieder total humorvoll und spannend. So leidet, lacht und fiebert man nur so mit Ivy mit. Dadurch, dass das gesamte Buch aus Ivys Sicht erzählt wird, erhält man einen guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Hin und wieder hätte ich auch gerne ein paar Szenen aus Ashers Sicht gelesen, denn so hätte man ihn noch ein bisschen besser verstehen können. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist meiner Meinung nach auch das Ende, denn es bildet zwar insgesamt einen schönen und stimmigen Abschluss der Geschichte, aber es ging doch etwas zu schnell und die ein oder andere Frage ist noch offen geblieben.
Trotzdem hat es mir gefallen, welche Atmosphäre Nikola Hotel in It was always you geschaffen hat. Ich konnte mir die Gegebenheiten auf der Insel und an einem anderen wichtigen Ort sehr gut vorstellen und habe mich dort unglaublich wohlgefühlt.

"Jeder Tag ist ein Geschenk, manchmal ist er nur miserabel verpackt." (Seite 98)

Das Cover des Buches gefällt mir durch die bläuliche Farbgestaltung mit den goldenen Akzenten richtig gut. Außerdem finde ich es toll, dass der Titel passend zum Inhalt des Buches gewählt wurde. Aber nicht nur außen ist das Buch wunderschön sondern auch innen, denn im Buch wurden 20 Handletterings illustriert, die sich thematisch richtig gut in die Geschichte einfügen.

It was always you ist mein erstes Buch von der Autorin und obwohl ich dem Thema des Buches erst einmal skeptisch gegenüber stand, konnte es mich doch von der ersten Seite an mitreißen und ich habe es regelrecht verschlungen. Dabei konnte mich vor allem der emotionale sowie humorvolle Schreibstil und auch die authentischen Charaktere überzeugen und ich fiebere Band 2 definitiv schon entgegen. Für den gelungenen Reihenauftakt vergebe ich 4,5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2020

Fesselnder Schreibstil, tolle Atmosphäre aber auch einige Schwachstellen

Truly
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Endlich geht für Andie ein Traum in Erfüllung: sie kann mit ihrer besten Freundin June an der Harbor Hill University studieren. Doch zu Beginn steht sie erstmal ohne Wohnung und kaum Ersparnissen da. Um ...

Endlich geht für Andie ein Traum in Erfüllung: sie kann mit ihrer besten Freundin June an der Harbor Hill University studieren. Doch zu Beginn steht sie erstmal ohne Wohnung und kaum Ersparnissen da. Um dagegen vorzugehen, nimmt sie einen Job in einem Club an, wo sie auf Cooper trifft, der sie gleichermaßen fasziniert wie auch verwirrt..

Andrada Lucia Evans war mir mit ihrer freundlichen Art von Beginn an sympathisch. Nach einem schweren Schicksalsschlag wagt sie an der Harbor Hill einen Neuanfang, um ihren Traum von einer eigenen Firma zusammen mit June zu verwirklichen. Die eher ruhige und zurückhaltende Studentin ist dabei trotz ihrer eher geringen Mittel sehr entschlossen und trifft teilweise für sie sehr wichtige und mutige Entscheidungen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dabei denkt sie aber über jede Entscheidung und Handlung gründlich nach. Trotzdem gab es auch einige Handlungen, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. Zum einen wirkte sie oftmals doch sehr naiv und unerfahren und zum anderen konnte ich ihren Ordnungswahn zwar irgendwie nachvollziehen, aber dass sie einfach die Sachen von anderen Leuten, die sie teilweise kaum kennt, ordnet, war mir doch etwas zu viel des Guten.
Mit Lane Cooper sah es da ganz anders aus und ich habe wirklich lange gebraucht, um mit ihm warm zu werden. Auf den ersten Blick wirkt er sehr geheimnisvoll und verschlossen. Er hat zwar durchaus auch gute und emotionale Momente aber die meiste Zeit wusste ich einfach nicht, woran ich bei ihm bin. Sobald man auch nur irgendwas bruchstückhaftes über ihn erfährt, zieht er seine Mauern sofort wieder hoch. Trotzdem konnte ich seine Handlungen gegen Ende ein Stück weit nachvollziehen.
Zwischen den beiden war von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und ich habe nur so mit den beiden mitgefiebert. Leider lag der Fokus meiner Meinung nach viel zu sehr auf dieser körperlichen Anziehung als auf dem Kennenlernen der beiden. Teilweise konnte ich nicht wirklich nachvollziehen wie die beiden sich ineinander verlieben konnten, denn es haben kaum Gespräche stattgefunden und Cooper hat Andie immer wieder vor der Kopf gestoßen. Hier hätte ich eindeutig mehr erwartet.

Das Licht wird gedimmt. Glitzer und Staub flimmern in der Luft, genau wie Hitze, Verlangen und unausgesprochene Wünsche. (Seite 264)

Nebencharaktere gibt es in dem Buch auch einige. Angefangen bei Andies bester Freundin June, die ebenfalls an der Harbor Hill studiert und mir mit ihrer aufgeweckten Art sehr sympathisch war. Dennoch hatte ich zum Teil auch so meine Probleme mit ihr, denn oftmals hat sie sich doch sehr in den Vordergrund gedrängt obwohl sie Andie eigentlich nur helfen wollte. Trotzdem hat sie mich auch immer wieder zum Lachen gebracht - vor allem in der Kombination mit Mason. Er ist nicht nur der beste Freund und Mitbewohner von Cooper sondern auch der Besitzer des Clubs. Ihn mochte ich mit seiner mitfühlenden, charmanten und humorvollen Art richtig gerne und ich freue mich schon total auf Madly, wenn er und June endlich ihre eigene Geschichte bekommen. Aber auch der andere Mitbewohner von Mason und Cooper war mir sympathisch, obwohl man von ihm nicht ganz so viel mitbekommen hat. Generell hat mir die Chemie und Dynamik zwischen den verschiedenen Charakteren der Clique sehr gut gefallen und ich habe mich in der WG sehr wohl gefühlt.

Es ist die Art des Schweigens, die nur Freunde kennen, die einen bis auf den Grund ihrer Seele verstehen; die all deine Geheimnisse und Fehler und Narben kennen, all deine Tiefen und dunklen Ecken und dir mit einem Lächeln die Hand reichen, um mit dir hineinzuspringen. (Seite 182)

Der Schreibstil von Ava Reed hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich bin dank der teilweise doch recht kurzen Kapitel nur so durch die Seiten geflogen. Er ist nicht nur locker leicht sondern auch sehr humorvoll und an manchen Stellen schon fast etwas poetisch. Dabei wird die gesamte Geschichte abwechselnd aus Andies und Coopers Sicht erzählt, wobei Andies Teile etwas überwiegen. Besonders beeindruckt hat es mich wie Ava Reed die Gefühle, Zweifel und Ängsten von den Protagonisten (und vor allem von Andie) beschrieben hat. Ich konnte vieles so gut nachvollziehen, habe mitgefiebert, sogar das ein oder andere Tränchen verdrückt und herzhaft gelacht. Trotzdem hat mir an manchen Stellen doch etwas die Tiefe gefehlt, obwohl die Autorin auch einige wichtige Themen angesprochen hat, und die Geschichte ist teilweise nur so vor sich hin geplätschert. Das Ende hingegen ging mir mit den ganzen Enthüllungen doch einen Ticken zu schnell und meiner Meinung nach hätte das Buch rund 50 Seiten mehr gebraucht, um einen runden Abschluss zu erhalten.

Das eher schlicht gehaltene Cover des Buches gefällt mir richtig gut und ich bin mir sicher, dass die Reihe wunderschön nebeneinander aussehen wird. Außerdem finde ich es toll, dass die Kapitel immer mit kleinen Zitaten beginnen.

Alles in allem ist Truly der Auftakt einer neuen Reihe, der vor allem durch einen großartigen Schreibstil besticht, aber auch einige Schwachstellen bereit hält. Deswegen vergebe ich 3,5/5 Sterne. Nichtsdestotrotz freue ich mich bereits auf die anderen beiden Bände, denn ich habe mich in Seattle und bei der Clique von Andie und Cooper sehr wohl gefühlt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2020

Zurück an der Bayview High - ein gelungener zweiter Band

ONE OF US IS NEXT
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Seit dem Tod von Simon Kelleher ist ein Jahr vergangen und endlich kehrt Ruhe an der Bayview High ein. Doch dann werden die Schüler zu einem neuen Spiel aufgefordert: Wahrheit oder Pflicht, wo jeder bloßgestellt ...

Seit dem Tod von Simon Kelleher ist ein Jahr vergangen und endlich kehrt Ruhe an der Bayview High ein. Doch dann werden die Schüler zu einem neuen Spiel aufgefordert: Wahrheit oder Pflicht, wo jeder bloßgestellt wird, der nicht mitmacht. Doch Maeve weigert sich mitzumachen, denn sie kann sich noch zu gut an die Ereignisse des letzten Jahres erinnern und kurz danach passiert es: es gibt einen weiteren Toten an der Highschool!

Maeve Rojas ist die jüngere Schwester von Browny, wodurch man sie schon aus Band 1 kennt. Dort war sie mir von Beginn an sympathisch und dieser Eindruck hat sich nur nochmal verstärkt. Maeve ist sehr intelligent, ehrgeizig und mutig. Diese Eigenschaften zeigen sich auch daran, dass sie alles daran setzt, um den Mann hinter dem Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel zu finden. Durch ihre Krankheit musste sie schon einige schwere Phasen durchleben und hat einiges verpasst, wodurch sie manchmal etwas naiv wirkt. Trotzdem macht sie dies immer wieder durch ihre humorvolle und liebevolle Art wett, sodass man sie eigentlich nur mögen kann.
Phoebe Lawton geht gemeinsam mit Maeve in die 11. Klasse und arbeitet nebenbei im Café Contigo. Auf den ersten Blick wirkt sie eher zurückhaltend und oberflächlich, aber schon bald merkt man, dass viel mehr in ihr steckt. Phoebe ist für jeden Spaß zu haben und immer für ihre Freunde da. Vor allem aber leidet sie immer noch sehr unter dem Tod ihres Vaters und den darauffolgenden Konsequenzen für ihre Familie.
Knox Myers ist ebenfalls Schüler der Bayview High, Mitglied der Theater AG und arbeitet nebenbei bei der Anwaltskanzlei Until Proven. Er ist zwar eher zurückhaltend, aber doch immer freundlich und humorvoll. Außerdem ist er sehr ehrgeizig und organisiert, was ihm vor allem bei seiner Arbeit sehr viel hilft. Trotzdem hat auch er sein Päckchen zu tragen, denn er leidet sehr unter dem Druck seines Vaters, welcher vom Nesthäkchen der Familie sehr viel erwartet und vor allem enttäuscht ist, dass Knox nicht in seine Fußstapfen tritt.
Auch in diesem Band hat es mir sehr gut gefallen, wie sich die einzelnen Charaktere entwickelt haben und vor allem wie sich die Beziehungen untereinander entwickelt haben. Vor allem die Freundschaft zwischen Maeve und Knox, die mal ein Paar waren, mochte ich total gerne, denn zwischen ihnen war von Beginn an eine Vertrautheit spürbar. Aber auch Phoebe hat sich sehr gut in die Clique eingefügt und zusammen waren die drei ein unschlagbares Team.

Wer auch immer hinter Wahrheit oder Pflicht steckt, muss gerade einen ziemlich krassen Machtrausch haben. Und das Problem ist, dass wir ihm diese Macht geben. (Seite 189)

Neben den 3 Hauptcharakteren spielen noch einige weitere Charaktere eine Rolle. Unter anderem hat es mich sehr gefreut, dass man noch einige Details zu dem aktuellen Leben der Bayview Four (Brownyn, Addy, Nate und Cooper) erfahren hat und außerdem Luis, Coopers bester Freund, besser kennenlernen konnte. Aber neben den altbekannten Charakteren aus Band 1 lernt man noch einige neue Schüler der Bayview High sowie die Familien der Protagonisten kennen. Dazu möchte ich aber nicht zu viel verraten, denn am besten macht ihr euch selbst ein Bild von den Verhältnissen in Bayview!

Ehrlich gesagt ist mir der Einstieg in das Buch etwas schwer gefallen, obwohl sich der Schreibstil von Karen M. McManus sehr angenehm lesen lässt. Allerdings hatte ich so das Gefühl, dass die Geschichte am Anfang sehr langatmig war, wodurch man die Charaktere zwar gut kennen lernen konnte, aber es doch etwas gedauert hat, bis die Geschichte so richtig ins rollen kam. Danach konnte ich das Buch aber wirklich kaum aus der Hand legen, denn Karen M. McManus' Schreibstil ist nicht nur absolut fesselnd sondern sie versteht es auch den Leser immer wieder auf die falsche Fährte zu locken. Dadurch, dass das Buch wieder abwechselnd aus der Sicht der drei Hauptprotagonisten erzählt wird, deckt man immer mehr Geheimnisse und Zusammenhänge auf und rätselt, fiebert und hofft nur so mit den Charakteren mit. Ich habe wieder einige Theorien aufgestellt und wurde immer wieder eines Besseren gelehrt. Die Auflösung wurde sehr spannend gestaltet und es hat mir gut gefallen, dass es nach diesem spannenden Teil auch wieder einige ruhigere Szenen gab. Letztendlich muss ich aber sagen, dass mir die allerletzte Enthüllung und damit das Ende doch etwas too much waren und ich nicht wirklich weiß, was ich davon halten soll.
Besonders gut hat es mir gefallen, dass Karen M. McManus nicht nur die typischen Dramen eines jeden Teenagers behandelt sondern auch ernste und auch zum Teil sehr aktuelle Themen mit in die Geschichte einfließen lässt. Zusammen mit den verschiedenen Thriller-Elementen ist dies eine wirklich tolle Mischung für ein Jugendbuch!

Das Gute ist, dass das Leben lang und die Highschool kurz ist, auch wenn es sich in dem Moment nicht so anfühlt. (Seite 295)

Das Cover ist zwar wieder sehr schlicht, aber meiner Meinung nach sehr passend. Vor allem finde ich es toll, dass es zum Cover von Band 1 passt.

Insgesamt konnte mich das Buch trotz anfänglicher Schwierigkeiten doch noch von sich überzeugen. Vor allem die Charaktere konnte ich wieder richtig in mein Herz schließen. Meiner Meinung nach ist One of us is next ein gelungener 2. Band, der allerdings etwas schwächer ist als Band 1 One of us is lying. Deshalb vergebe ich 4/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2020

Fesselnder Schreibstil, aber insgesamt nicht wirklich überzeugend

Never Let Me Down
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Als Rachels Mutter stirbt, lernt sie zum ersten Mal ihren Vater kennen und dieser ist niemand geringeres Als Freddy Ricks, der größte Rockstar der Welt. Daraufhin ändert sich ihre komplette Welt. Sie zieht ...

Als Rachels Mutter stirbt, lernt sie zum ersten Mal ihren Vater kennen und dieser ist niemand geringeres Als Freddy Ricks, der größte Rockstar der Welt. Daraufhin ändert sich ihre komplette Welt. Sie zieht nicht nur von Florida weg, sondern bekommt auch die Chance auf ihre Wunschschule zu gehen: Claiborne College. Schon bevor sie dort ankommt, lernt sie Jake kennen und die beiden verstehen sich von Beginn an..

Rachel mochte ich zu Beginn eigentlich recht gerne, denn sie ist freundlich, liebevoll und hat einen tollen Humor. Sie ist sehr intelligent, ehrgeizig in schulischen Angelegenheiten und liebt die Musik, was vor allem auch mit ihrem Vater zusammen hängt. Denn obwohl sie ihn nie getroffen hat, hat sie alle möglichen Informationen über ihn gesammelt. Außerdem taten mir ihre Umstände nach dem Tod ihrer Mutter unglaublich leid. Leider muss ich aber zugeben, dass ich nie so ganz eine Bindung zu ihr aufbauen konnte. Vor allem hat es mich gestört, dass sie immer ihr "braves Mädchen"-Image aufrecht erhalten wollte und somit jeder Konfrontation aus dem Weg gegangen ist, obwohl es manchmal einfach nötig gewesen wäre.
Jake kommt ursprünglich aus Massachusetts und geht auch auf das Claiborne College. Er interessiert sich sehr für die Astronomie und tut alles dafür, um seinen Traum von einem Studium in diesem Bereich zu verwirklichen. Genau wie Rachel hat Jake ebenfalls einen tollen Humor und wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer Nerd. Im Grunde genommen tut er dies aber nur, weil er nicht in die Fußstapfen von seinem älteren Bruder treten möchte. Trotzdem mochte ich Jake unglaublich gerne, denn er ist total liebevoll und kümmert sich rührend um seine Freunde.
Die Beziehung zwischen Rachel und Jake stand aber eigentlich gar nicht so sehr im Fokus und teilweise konnte ich deswegen gar nicht so sehr nachvollziehen, was die beiden aneinander finden. Die Chemie hat auf jeden Fall von Beginn an gestimmt, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass sich alles recht schnell entwickelt hat.

Jakes Worte sind wie ein Edelstein, den ich mit der Hand umklammere. Ich kann ihn nicht wirklich hochhalten und im Licht betrachten, solange ich nicht allein bin. (Seite 339)

Dafür lag der Fokus aber eher auf Vater-Tochter-Beziehung, denn man lernt Frederick und seine Lebensumstände gemeinsam mit Rachel kennen. Freddy Ricks ist einer der bekanntesten Rockstars der Welt und außerdem Rachels Vater. Allerdings hat er sich in den ersten 18 Jahren ihres Lebens nie groß um sie geschert und lieber sein Leben gelebt. Seine Entwicklung fand ich daher teilweise sehr unglaubwürdig, denn auf einmal möchte er unbedingt an ihrem Leben teilnehmen und tut alles dafür. Teilweise gab es in dieser Hinsicht auch richtig emotionale Szenen, aber die meiste Zeit verlief es eher schleppend.

Unsere Beziehung ist wie ein Experiment, das schiefgelaufen ist. Vielleicht werden mein Vater und ich uns nie richtig hören können, denn von unserem Anfang wurde so viel abgeschnitten und weggeworfen. (Seite 263)

Nebencharaktere gibt es in diesem Buch auch einige. Zuerst lernt man Haze, Rachels bester Freund aus Florida, kennen. Zu Beginn war er mir noch recht sympathisch, denn er würde alles für Rachel tun. Doch dann wurde sein Verhalten immer komischer und leider hat sich dann auch ziemlich schnell sein wahres Gesicht gezeigt. Am Claiborne College lernt Rachel dann ihre Mitbewohnerin Aurora kennen, die ursprünglich aus Spanien kommt. Sie mochte ich total gerne, auch wenn ich einige ihrer Aussagen etwas komisch fand. Auch Freddys Bandkollegen und sein Management waren mir eigentlich recht sympathisch, auch wenn man nicht viel von ihnen erfährt. Hier ist mir aber vor allem sein bester Freund Ernie in Erinnerung geblieben. Und dann gibt es da noch Norah, Freddys neue Freundin. Sie konnte ich zu Beginn nicht ganz einschätzen, aber eigentlich ist sie total nett und möchte nur das beste für Freddy und Rachel.

Der Schreibstil von Sarina Bowen lässt sich gewohnt flüssig lesen und ist dabei sehr fesselnd, sodass ich teilweise nur so durch die Seiten geflogen bin. Dabei konnte mich die Autorin vor allem durch die richtige Mischung aus emotionalen, aber auch humorvollen und fast schon romantischen Szenen überzeugen. Dabei wird die gesamte Geschichte aus Rachels Sicht erzählt, wodurch man einen sehr guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhalten hat. Hin und wieder hätte ich aber auch gerne Mal in Jakes oder sogar Freddys Gedankenwelt geschaut, denn so hätte man einige Aspekte bestimmt besser verstehen können.
Allerdings gab es auch noch weitere Kritikpunkte, denn meiner Meinung hat sich die gesamte Geschichte einfach viel zu schnell entwickelt. Es gab sehr viele Zeitsprünge, wodurch einige Szenen nicht nur etwas abgehackt gewirkt haben sondern auch der Lesefluss gestört wurde. Vor allem aber hatte ich dadurch das Gefühl, dass einige Entwicklungen vollkommen an mir vorbei gegangen sind und man letztendlich nur Teilstücke von Rachels Geschichte, die teilweise nicht so richtig zusammen passen wollten, mitbekommen hat. Meiner Meinung nach hat die Autorin versucht zu viele Aspekte in dieser Geschichte zu verarbeiten, wodurch zwar einige wichtige Themen oberflächlich angesprochen wurden aber eben nie so richtig gelöst wurden. Das Ende bildet für mich nämlich leider auch keinen runden Abschluss, denn es blieben noch einige Fragen offen.

"Aber Märchen gehen immer gut aus, Rachel, das kann ich dir garantieren." (Seite 165)

Das Cover finde ich durch die Farbgebung wunderschön und meiner Meinung nach passt es auch super zu der beschriebenen Umgebung von Claiborne.

Insgesamt konnte mich Never Let Me Down leider nicht so wirklich überzeugen und ich habe lange überlegt, wie ich es am besten bewerte. Der Schreibstil von Sarina Bowen hat mich zwar total gefesselt, aber insgesamt gingen mir einfach sämtliche Entwicklungen zu schnell, obwohl es auch viele schöne Momente gab. Außerdem konnte ich nicht wirklich eine Bindung zu den Charakteren aufbauen, weswegen ich 3/5 Sternen vergebe.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 17.05.2020

Spannend, düster und gefühlvoll, aber dennoch kein absolutes Highlight

Too Late
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Sloan durchlebt in ihrer Beziehung zu Asa, einem Drogenboss, die Hölle und doch ist sie abhängig von ihm. Denn er unterstützt sie finanziell und im Gegenzug lebt sie bei ihm wie eine Gefangene, denn Asa ...

Sloan durchlebt in ihrer Beziehung zu Asa, einem Drogenboss, die Hölle und doch ist sie abhängig von ihm. Denn er unterstützt sie finanziell und im Gegenzug lebt sie bei ihm wie eine Gefangene, denn Asa liebt sie über alles und möchte sie um keinen Preis der Welt verlieren. Doch dann tauft der Undercover-Cop Carter auf und nichts ist mehr so, wie es mal war.

Sloan konnte ich am Anfang nicht so ganz einschätzen. Sie hat auf mich eher zurückhaltend und ruhig gewirkt. Nach und nach wurden aber immer mehr Geheimnisse um ihre Person aufgedeckt. Sie hatte es in ihrer Kindheit nicht leicht und auch heute kämpft sie sich mehr oder weniger durchs Leben. An erster Stelle steht dabei ihr Bruder, denn dieser ist die einzige Familie, die sie noch hat. Ich bewundere Sloan für ihre Stärke, die sie Tag für Tag beweist. Dabei agiert sie ziemlich klug und mit viel Humor. Trotzdem ist sie mir manchmal auch etwas auf die Nerven gegangen, denn sie wurde ziemlich schnell emotional (was in ihrer Situation aber irgendwie auch verständlich ist) und handelt manchmal doch etwas zu naiv.
Asa ist ein Drogenboss und hat einen der größten Drogenringe am hiesigen College aufgebaut. Seine Gedankengänge und Handlungen (vor allem in Bezug auf Sloan) sind teilweise wirklich verstörend, krank und auch angst einflößend. Trotzdem hat Colleen Hoover mit Asa auch einen Charakter geschaffen, mit dem man teilweise sogar Mitleid hat. Denn es gibt immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit von Asa und diese war nun wirklich alles andere als schön. Genau aus diesem Grund waren einige Dinge doch noch nachvollziehbar.
Carter hingegen ist ein echter Good Guy, der das Herz am rechten Fleck hat. Er ist charmant, liebevoll und mitfühlend. Genau diese Eigenschaften stehen ihm bei seiner Arbeit als Polizist oftmals im Weg, denn Carter setzt sich zu 100 Prozent für die Leute ein, die er liebt. Dabei stellt er auch das ein oder andere Mal seine Tarnung auf die Probe und handelt mehr oder weniger leichtsinnig. Trotzdem kann man ihm nie so wirklich böse sein.
Eigentlich bin ich kein Fan von Dreiecksbeziehungen. Trotzdem konnte mich Colleen Hoover hiermit einfach in den Bann ziehen. Vor allem die Beweggründe für die Beziehung zwischen Sloan und Asa haben mich sehr bewegt und ich habe mich oftmals gefragt, wie ich an Sloans Stelle gehandelt hätte. Umso schöner war dafür die Liebesgeschichte von Sloan und Carter, denn zwischen den beiden war von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und es war so schön zu lesen, wie sich Carter bemüht hat ihr das Leben so schön wie möglich zu gestalten.

"Die Liebe findet dich in der Tragödie. Das war der Moment, in dem Carter mich gefunden hat. Inmitten einer Serie von Tragödien." (Seite 163)

Nebencharaktere gibt es in diesem Buch auch einige. Vor allem Ryan, Carters Kollege, mochte ich total gerne. Er ist genau so hilfsbereit wie Carter aber dennoch ein ganz anderer Charakter! Abgesehen von ihm und Sloans Bruder (von dem man aber leider nicht so viel liest) war mir aber nicht wirklich einer der Charaktere sympathisch. Vor allem die "Freunde/Kollegen" von Asa mochte ich überhaupt nicht, denn sie sind fast so schlimm wie ihr Boss selbst.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, denn Colleen Hoovers Schreibstil ist zwar locker leicht aber auch überaus fesselnd, sodass man nur so in den Bann gezogen wird. Dabei schafft sie es nicht nur eine düstere Grundstimmung sondern auch sehr viel Spannung aufzubauen. Dennoch gibt es auch immer wieder gefühlvolle und auch humorvolle Szenen, die die gesamte Geschichte hin und wieder auflockern. Dadurch, dass das Buch abwechselnd aus Sloans, Asas und Carters Sicht erzählt wird, bekommt man nicht nur einen sehr guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt sondern es werden auch die ein oder anderen Geheimnisse aufgedeckt. So kommt es immer wieder zu unerwarteten Wendungen und ich habe geradezu mit den Charakteren mitgefiebert. Vor allem die Kapitel aus Asas Sicht haben geradezu süchtig gemacht, denn seine Gedankengänge waren nicht nur verstörend sondern auch mitreißend ohne Ende.

"Weil ich jetzt Hoffnung habe. Die Hoffnung, dass er doch einen Plan hat, um mich irgendwie aus dieser Hölle rauszuholen." (Seite 220)

Doch dann kamen die letzten 150 Seiten - der Epilog, ein Prolog und nochmal ein Epilog zum Epilog - und ich muss leider sagen, dass diese 150 Seiten die Geschichte, die mich davor wirklich begeistern konnte, für mich etwas kaputt gemacht haben. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es liegt, aber irgendwie hat es für mich einfach nicht gepasst und es war einfach zu lang. Vieles wurde überdramatisiert, ging teilweise zu schnell und war dabei noch etwas klischeehaft. Auch das Ende war für mich leider nicht so ganz rund und ich bin mir sicher, dass man dies auch irgendwie anders hätte lösen können. Trotzdem überwiegen für mich die positiven Aspekte und auch wenn das Buch kein absolutes Highlight war, hat es mir dennoch einige tolle Lesestunden beschert.

Das Cover entspricht nicht unbedingt meinem Geschmack. Trotzdem finde ich es durch die dunkle Farbgestaltung ganz passend für die Geschichte.

Insgesamt hat mir Too Late wirklich gut gefallen. Vor allem die ersten 300 Seiten konnten mich komplett in den Bann ziehen, denn die Geschehnisse rund um Sloan, Asa und Carter waren nicht nur spannend und düster sondern teilweise auch sehr gefühlvoll und humorvoll. Allerdings wurde meine Stimmung mit den restlichen 150 Seiten etwas getrübt. Trotz allem ist Too Late ein weiteres gelungenes Buch von Colleen Hoover, das sich 4 von 5 Sternen verdient hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere