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Veröffentlicht am 10.05.2023

Konnte mich leider nicht so stark begeistern, wie erhofft

Der Knochensplitterpalast
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Auf dieses Werk hab ich mich wirklich sehr gefreut, nicht nur dass das Cover extrem schön ist, so hatte es mir auch wahrlich der Klappentext angetan. Es ist der Start der Drowning Empire Reihe von Andrea ...

Auf dieses Werk hab ich mich wirklich sehr gefreut, nicht nur dass das Cover extrem schön ist, so hatte es mir auch wahrlich der Klappentext angetan. Es ist der Start der Drowning Empire Reihe von Andrea Stewart. Es handelt sich dabei um High Fantasy. Also nichts, was man so nebenbei lesen kann.
Das sollte einem von vornherein bewusst sein.

Der Schreibstil der Autorin ist dabei sehr fesselnd und einnehmend.
Die Charaktere sind auf sehr vielfältige Art und Weise ausgearbeitet, mit sehr viel Liebe zum Detail. Mich haben dabei besonders Lin und Ranami begeistert.
Besonders Lin empfand ich als sehr kraftvoll und mutig. Auch wenn ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, so geht sie immer weiter und scheut keinen Konflikt.
Ihre Persönlichkeitsentwicklung ist dabei enorm groß, vor allem in Anbetracht der Tatsache, was sie hier alles wegstecken muss. Denn es ist grausam, verwerflich und nur schwer zu kompensieren.
Was die Autorin hier entworfen hat, ist enorm komplex und von so vielen Facetten und Magie durchzogen.
Besonders die Kreaturen sind abschreckend und wunderschön zugleich. Wahnsinn, wie kreativ und detailreich sie dabei zu Werke gegangen ist.
Dabei sind sie auch menschlich gesehen sehr gut ausgearbeitet und spürbar. Man badet förmlich auf dieser Gefühlsebene.

Der Einstieg fiel mir noch relativ leicht.
Es gab so viel zu entdecken. Lin hat mich gleich von Anbeginn direkt verzaubert.
Ich mochte sie einfach so unglaublich gern.
Man erfährt hierbei auch unterschiedliche Perspektiven, da es auch mehrere Handlungsstränge sind.
Was durchaus sehr interessant und vielschichtig ist. Die Autorin geht dabei sehr ins Detail. Sei es das Umfeld, die zwischenmenschlichen Aspekte oder welchen Kampf ,wer austragen muss.
Leider muss ich sagen, so interessant es auch war, es waren auch einige Längen zu verzeichnen. Es ist relativ ruhig, mich hemmte das immer wieder. So richtig Spannung kam leider nur ab und an auf.
Aber um diese Welt zu verstehen und wie alles zusammenhängt, muss das auch so sein.
Das ändert nichts daran, dass es für mich einfach zu langwierig und anstrengend war, bis etwas wirklich gravierendes passierte.
Mir fehlte deutlich mehr Biss, Energie und Leidenschaft.
Erst gegen Ende zog die Spannung ordentlich an und ihr gelangen einige Twists, die ich nicht immer so erwartet habe.
Was aber meine Meinung nicht ändert.

Die Thematik an sich finde ich unglaublich interessant und natürlich bin ich gespannt darauf, wie es weitergeht. Gerade weil hier so viel Leid und Ängste herrschen.
Zudem möchte ich die Knochensplittermagie noch tiefer ergründen und verstehen.
Fakt ist: Die Grundidee ist unglaublich gut, die Umsetzung konnte mich bis jetzt nur semi begeistern. Es ist noch deutlich Luft nach oben.

Fazit:
"Der Knochensplitterpalast: Die Tochter", ist der Auftakt der High Fantasy Reihe, Drowning Empire von Andrea Stewart.
Großartige Grundidee, vielfältige Charaktere.
Leider konnte mich die Umsetzung nicht so begeistern wie erhofft.

Veröffentlicht am 07.05.2023

Etwas zu ruhig und unaufgeregt, mit dem Ende konnte er positiv überraschen

Erinnere dich!
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Allein der Titel „Erinnere dich!“ von Max Reiter klingt nach so unglaublich viel. Der perfekte Thriller sozusagen.
Nur das es in meinen Augen eher ein Psychothriller oder doch eher Spannungsroman ist. ...

Allein der Titel „Erinnere dich!“ von Max Reiter klingt nach so unglaublich viel. Der perfekte Thriller sozusagen.
Nur das es in meinen Augen eher ein Psychothriller oder doch eher Spannungsroman ist. Denn gerade auf der psychologischen Ebene passiert hier eine ganze Menge.

Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm. Die Atmosphäre drückend und beklemmend. Im Fokus steht der liebe Arno, dessen Perspektive wir auch erfahren. Hier hätte ich mir eindeutig mehr Sichtweisen gewünscht, um das Ganze einfach vielschichtiger und brisanter zu gestalten.
Arno ist kein schlechter Kerl. Er ist vom Wesen her sehr trocken und in sich gekehrt. Der typische Einzelgänger, der nur selten jemand an sich heranlässt. Ich konnte ihn nie ganz greifen.
Ebenso verhielt es sich mit den übrigen Charakteren. Sie waren da, aber auch wieder nicht. Wie ein Schatten aus der Vergangenheit, der nie ganz verschwindet.
Hier bekommt man es mit einigen Charakteren zu tun. Nicht jeder ist wichtig und trotzdem hätte man gerade aus diesen sehr viel mehr herausholen können.
So schien mehr oder weniger jeder sein eigenes Ding zu machen.

Die Thematik selbst hat mir unglaublich gut gefallen und versprach einiges an Intensität und nervenaufreibenden Momenten.
Leider war die Umsetzung nicht ganz so wie erhofft.
Es ist sehr ruhig und unaufgeregt.
Man muss sehr tief graben, damit sich überhaupt etwas bewegt.
Dafür verliert sich der Autor allzu gern in den Details der Vergangenheit und der Umgebung. Und er vergisst auch niemals mehrfach daran zu erinnern, dass man seine Schuld zu begleichen hat. Was hin und wieder doch etwas zu viel des Guten war.
Doch ist das überhaupt der Fall?
Maja hängt wie ein dunkler Schatten über allem und man ist sich nie sicher, ob sie wirklich tot ist, oder eben nicht.

Die Psychospielchen haben mir dagegen richtig gut gefallen.
Subtil, tiefsinnig, grausam.
Er gräbt nicht nur in der Vergangenheit, sondern man spürt direkt, wie gezielt manipuliert und zermürbt wird. Das lässt direkt alle Alarmglocken losschrillen.
Und ganz nebenbei bricht auch noch die Seele auseinander.
Begleitet wird es unablässig von Paranoia und Wahn, was immer wieder Wunden aufplatzen lässt.
Man lauscht immer wieder Arnos Selbstgeißelung. Was eigentlich richtig gut ist. Mich aber auch zermürbt hat.
Denn vom emotionalen her war es staubtrocken. Es war kein Leben, keine Energie vorhanden.
Keine Verzweiflung, keine innere Zerrissenheit, die man als solches hätte fühlen können. Aber das ist genau das, was diesen Roman hätte ausmachen können und müssen.
Der Autor wechselt dafür gerne mal die Richtungen und das nicht zu knapp.
Was ihm äußerst gut gelungen ist.
Mit dem Ende konnte er mich wirklich noch positiv überraschen. Denn dort waren Energie und Emotionen vorhanden.
Man wird von einem Abgrund verschluckt, der es wirklich in sich hat.
Wie eine kalte Dusche, die schon so viel eher zum Einsatz hätte kommen müssen.
Insgesamt kein schlechter Roman, aber hier wäre eindeutig mehr möglich gewesen.
Es ist allerdings beängstigend und zutiefst verstörend, wie leicht der Mensch manipuliert und angreifbar gemacht werden kann.

Fazit:
"Erinnere dich“ von Max Reiter ist ein sehr subtiler und psychologischer Roman, der in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele führt.
Mir persönlich war es leider überwiegend etwas zu ruhig und unaufgeregt, dafür punktet der Autor mit einem Ende, das mich positiv überraschen konnte.
Insgesamt wurde hier jedoch einiges an Potenzial verschenkt.

Veröffentlicht am 06.05.2023

Ein Höllentrip von vorne bis hinten

Diabolisch
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"Diabolisch“ von Jonas Wagner klang nach einem unfassbar spannenden Thriller.
Ein Buch mit 320 Seiten , das ich normalerweise an einem Tag lese, hat mich mehrere Tage beschäftigt. In diesem Punkt hat der ...

"Diabolisch“ von Jonas Wagner klang nach einem unfassbar spannenden Thriller.
Ein Buch mit 320 Seiten , das ich normalerweise an einem Tag lese, hat mich mehrere Tage beschäftigt. In diesem Punkt hat der Autor großartige Arbeit geleistet.
Es hat Aggressionen in mir ausgelöst, ich hab den Kopf geschüttelt und es hat mich emotional stark gefordert und buchstäblich an den Abgrund getrieben.
Doch die Frage, die ich mir seit Beginn des Buches stellte, blieb immer noch.
Der größte Schund oder einfach nur verdammt gut konzipiert?

Der Schreibstil des Autors ist unglaublich einnehmend und fesselnd.
Man begegnet hier unglaublich vielen Charakteren. So unsympathisch und speziell. Ach was rede ich. Ganz Holzhausen ist ein Ort der Hölle und des Egoismus, der Maßlosigkeit.
Freiwillig würde man niemals dort wohnen wollen.
Bereits der erste Teil des Buches hat mich moralisch, menschlich und seelisch unglaublich erschüttert.
Du sagst dir immer wieder, das kann es einfach nicht geben.
Wir reden hier von Kindern.
Die angeraunzt, verachtend und unwürdig behandelt werden.
Wo bitte schön ist die Nächstenliebe?
Die Kameradschaftlichkeit?
Es war in meinen Augen so unglaubwürdig, weil man sich das nicht vorstellen möchte. Dass Menschen so agieren, wie sie es hier tun.
Egoistisch, berechnend und gefühlskalt.

Der Autor hat das Ganze in zwei Zeitebenen gegliedert. Das war unglaublich interessant und aufschlussreich. In meinen Augen aber auch sehr vorhersehbar.
Und trotzdem offenbarte sich die Suche, wie nach der besagten Nadel im Heuhaufen.
Die Vergangenheit ist verdammt heftig. Menschlich gesehen ist es kaum zu ertragen, mir als Mutter ist dabei das Herz gebrochen. Und das ist auch ein Punkt, weshalb ich einige Handlungen überhaupt nicht nachvollziehen konnte.
Darüber hinaus gibt es aber auch bereits in diesem Teil Einblicke auf Gewalt, Missbrauch und Unterdrückung. Wer da keinen psychischen Knacks abbekommt, ist ein Übermensch.
27 Jahre später erschüttert eine Mordserie Holzhausen und Ermittlerin Larissa betritt die Bildfläche. Eine überaus robuste Persönlichkeit, die sich nichts vormachen lässt. Ich mochte sie unfassbar gern.
Und diese Mordserie war an Gewalt, kreativen Tötungsmethoden und psychologischen Aspekten kaum zu überbieten. So viel Blut, so viel Hass und Niederträchtigkeit. Das hat mich zutiefst erschüttert und trotzdem konnte ich es nachvollziehen.
Relativ schnell bildete sich ein Muster.
Aber der Autor macht so ein geschicktes Täuschungsmanöver, dass man bald vollends aus der Spur gerät. Das hat mich wirklich beeindruckt und nervlich vor eine immense Herausforderung gestellt.
Darüber hinaus bindet er hier Themen ein, die merklich an die Substanz gehen und so schwer zu verkraften sind.
Verzweiflung, Angst,unglaublich große Wut.
Und jedes Fitzelchen an Gefühlsausbrüchen war so gut nachzuvollziehen.
Ich hab innerlich gebrodelt, war am Abgrund und nervlich so fertig. Selten hat mich eine Story so unglaublich aufgeregt, wie es hier der Fall war.
Es geht hierbei um Schuld und Rache.
Und das sind Aspekte, die wiegen so unglaublich schwer.
Auch wenn dieses Buch mich wirklich herausgefordert hat, so hat der Autor es auch verdammt gut ausgearbeitet.
Ein Höllentrip von vorne bis hinten.

Fazit:
Überlege dir gut, wo du dich niederlässt.
Nach Holzhausen solltest du definitiv nicht ziehen.
Ein Höllenloch, das niemand freiwillig betreten sollte.
Eine perfide Mordserie und eine Vergangenheit, die ihre Schatten über alles legt.
Diese Buch macht eine ganze Menge mit dir. Es saugt dir alles aus, lässt dich nicht nur an der Menschlichkeit zweifeln.
Ein absoluter Höllentrip, verbunden mit ernsten Themen, die sehr gut eingebunden wurden.
Den Autor halte ich mir sicher warm.

Veröffentlicht am 03.05.2023

Konnte mich leider nicht so packen, wie erhofft

A Magic Steeped in Poison – Was uns verwundbar macht
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“ A Magic steeped in Poison: Was uns verwundbar macht“ von Judy I. Lyn hat mich sofort angesprochen.
Der Klappentext klang einfach nach so unglaublich viel.
Emotionen, Magie und eine vielschichtige Handlung. ...

“ A Magic steeped in Poison: Was uns verwundbar macht“ von Judy I. Lyn hat mich sofort angesprochen.
Der Klappentext klang einfach nach so unglaublich viel.
Emotionen, Magie und eine vielschichtige Handlung. Und die Idee mit der Teemagie kann eigentlich nur phänomenal werden.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr sanft, einfühlsam und atmosphärisch.
Etwas was einfach so gut auf unsere Protagonistin Ning zutrifft, ich mochte sie direkt sehr gern. Zumal sie oft sehr unbedarft und naiv agiert. Aber das ist auch ein Teil ihres Wesens, was so wertvoll ist.
Daneben lernen wir noch weitere Charaktere kennen, ich muss aber zugeben, dass mir die Namen nie im Gedächtnis blieben, weil sie einfach zu ungewöhnlich und schwer zu merken waren.
Man lernt sie auf vielfältige Art und Weise kennen. Den einen schließt man ins Herz, den anderen weniger.

Das asiatische Flair mochte ich unfassbar gern. Die Autorin baut wundervolle Bilder auf, die sich manifestieren und für so viel Faszination sorgen.
Der Einstieg hat mir auch wirklich gut gefallen, zumal Ning mich mit ihrem Wesen direkt berührt hat.
Normalerweise mag ich leise und sanfte Handlungen, aber hier wirkte es einfach fehl am Platz.
Ning kam nicht richtig aus sich heraus, handelte oft sehr zögerlich.
In der Handlung geschieht zwar eine ganze Menge, dieses wird sehr detailliert dargeboten.
Für meinen Geschmack zu sehr, dadurch verlor es an Spannung und ich verlor teilweise wirklich das Interesse daran.
Hier wäre weniger mehr gewesen.
Erst zum Ende hin baute es an Tempo auf, der Autorin gelangen gut platzierte Twists, die das Ganze noch interessanter und facettenreicher machten.
Leider ist bei mir der Funke dennoch nicht übergesprungen. Es fehlte das gewisse Etwas, Energie, Leben und tiefgreifende Momente.
Die Brisanz, Intrigen und Manipulationen kamen einfach nicht intensiv genug hervor.
Ich hatte das Gefühl, es entfalte seine Wirkung nur hauchzart und das ist einfach zu wenig.
Das ist total schade, weil ich die Idee dahinter einfach unfassbar gern mag. Doch leider hat es mich nicht so gepackt, wie ich es mir gewünscht hätte.

Fazit:
"A Magic steeped in Poison: Was uns verwundbar macht“ von Judy I. Lyn wartet mit einer faszinierenden und interessanten Grundidee auf.
Die Umsetzung war für meinen Geschmack leider nicht so gelungen.
Zu ruhig, zu wenig Intensität und Fülle.
In meinen Augen hätte hier etwas Großartiges entstehen können, leider ist der Funke nicht übergesprungen.
Für zwischendurch ganz ok, aber mehr leider nicht.

Veröffentlicht am 02.05.2023

Abgefahren, surreal und wunderschön

Road of Bones – Straße des Todes
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"Road of Bones: Strasse des Todes“ von Christopher Golden ist mir eher zufällig über den Weg gelaufen.
Bei dem Klappentext konnte ich einfach nicht widerstehen.

Der Schreibstil des Autors ist überaus ...

"Road of Bones: Strasse des Todes“ von Christopher Golden ist mir eher zufällig über den Weg gelaufen.
Bei dem Klappentext konnte ich einfach nicht widerstehen.

Der Schreibstil des Autors ist überaus einnehmend, er übt einen Sog aus,der kaum zu beschreiben ist.
Die Atmosphäre ist unglaublich mystisch und beängstigend.
Die Charaktere sind überaus interessant gestaltet, auch wenn die Namen wirklich gewöhnungsbedürftig sind. Im Zentrum von allem stehen Teig, Prentiss,Nari und Una. Eine wirklich seltsame Kombi, die jedoch immer mehr ans Herz wächst.
Besonders Teig mochte ich sehr gern. Etwas großspurig und laut, aber im Grunde seines Herzens ein feiner Kerl.
Prentiss hab ich sofort ins Herz geschlossen, er hat es immer wieder geschafft, mich mit seiner Stärke zu überraschen.
Una ist wie ein Schatten. Sie ist da, aber auch wieder nicht.
Auch die Nebencharaktere verstehen es für sich einzunehmen. Bleiben aber eher weniger im Gedächtnis, weil ihre Spur bald kalt wird.
Man erfährt hierbei verschiedene Perspektiven, was besonders den Charakteren viel Tiefe einhaucht.

Sibirien als Setting hatte ich auch noch nicht. Ich empfand es jedoch als absolut faszinierend und großartig. Der Autor verliert sich gern in Details über die klirrende Kälte und was sie imstande ist, beim Menschen anzurichten. Das hat mir überaus gut gefallen. Weil man so niemals vergisst, was mit den Menschen genau deshalb geschieht.
Eine ganz besonders verstörende Faszination üben auch die unterschiedlichen Wesen aus. Total creepy, bösartig, lauernd und auch wieder nicht. Einfach bemerkenswert und von abstrakter Schönheit erfüllt.
Und schließlich ist da noch die Kolyma in Sibirien, eine 1.200 Meilen lange Straße geschotterten Permafrostbodens in der Nähe des Polarkreises, auch als Straße der Knochen bekannt. Tödliche Unfälle sind dabei an der Tagesordnung.
Kein einfaches Pflaster in dieser klirrenden Kälte bei durchschnittlich – 60 Grad. Man sollte sich zweimal überlegen, ob man auf dieser wandeln möchte. Teig hat es sich jedoch zur Aufgabe gemacht, darüber eine Reportage zu bringen. Aber nicht nur, hier geht es auch um Geister und Legenden, über die er mehr erfahren und berichten möchte.
Das hätte er sich besser zweimal überlegen sollen, er wird nicht nur mit der Kälte konfrontiert, sondern auch mit unerklärlichen Dingen konfrontiert, die fern jeglicher Logik liegen.

Mit dem Einstieg hatte ich so meine Probleme. Er war etwas nichtssagend und etwas langatmig. Die Story braucht etwas, um Tempo aufzubauen. Aber hat es erstmal begonnen, hängt man regelrecht an den Seiten fest.
Und diese Geschichte ist wirklich verstörend intensiv.
Es geht teilweise etwas brutal zu, was aber einfach unglaublich gut passt. Denn dadurch wird die Bedrohung umso intensiver und bahnbrechender.
Man könnte sagen, Teig hat den (Road)Trip seines Lebens. Und egal was er erlebt hat, damit hat er in seinen schlimmsten Alpträumen nicht gerechnet.
Man hängt teilweise wirklich zwischen den Seilen fest, weil es so abgefahren und surreal ist. Aber die Leichen machen dir klar, es ist überaus real. Und du kannst nicht entkommen. Verstecken, ja. Aber irgendwann musst du wieder rauskommen.
Es wird relativ bald klar, worauf es hinausläuft, was mich aber absolut nicht gestört hat. Ich habe den Kampf ums überleben viel zu sehr genossen.
Darauf reagiert Christopher Golden teilweise mit einer poetischen, wunderschönen und melancholischen Art.
Er holt das Böse an die Oberfläche und macht klar, worin die wahre Bedrohung liegt. Einfach großartig ausgearbeitet.
Darüber hinaus zeigt er aber auch, was für ein feiner und großartiger Charakter Teig ist, denn dieser hat mich stellenweise sehr berührt.
Ich bin wirklich beeindruckt, auch wenn er zum Ende hin noch etwas Tempo wegnimmt, aber gleichzeitig mit tragischer Schönheit darauf reagiert.
Er untermauert das Ganze mit malerischen Details.
Absolut gelungen in meinen Augen.

Fazit:
Christopher Golden hat mit „Road of Bones: Straße des Todes“ etwas sehr abgefahrenes, wunderschönes und surreales zu Papier gebracht, das jenseits von Raum und Wirklichkeit liegt.
Roadtrip mal ganz anders.
Brutal, verstörend und gleichzeitig tiefgreifend.
Er braucht zwar etwas, um in die Gänge zu kommen, aber es lohnt sich dranzubleiben.