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Veröffentlicht am 20.08.2021

Psychothrill vom Feinsten und besonders auf der psychologischen Ebene perfekt ausgearbeitet

The Nothing Man
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Thriller laufen mittlerweile oft nach dem gleichen Schema ab. Was definitiv nichts schlechtes ist, weil ich es wirklich liebe.
Umso überraschter war ich, wie sehr sich dieser Thriller davon abhob.
Niemals ...

Thriller laufen mittlerweile oft nach dem gleichen Schema ab. Was definitiv nichts schlechtes ist, weil ich es wirklich liebe.
Umso überraschter war ich, wie sehr sich dieser Thriller davon abhob.
Niemals zuvor hab ich etwas wie “The Nothing Man” gelesen und es hat wirklich nicht lange gedauert und ich war gnadenlos begeistert und vollkommen in den Bann gezogen.
Denn Achtung, es wird kompliziert. Es ist quasi eine Geschichte, in der Geschichte und das unglaublich gut gemacht.
Es gibt keine langweiligen Szenen, sondern Spannung Nonstop. Auf einer viel tieferen, intensiveren Ebene, als man es sich ausmalen könnte.
Catherine Ryan Howard setzt dabei auf Psychothrill vom Feinsten.

Ihren Schreibstil empfand ich als überaus angenehm und fesselnd.
Wow, ich hab diese Geschichte begonnen und konnte nicht mehr aufhören.
Dabei haucht die Autorin ihren Charakteren unglaublich viel Leben ein.
Sie nimmt sich Zeit für sie.
Hinterfragt, analysiert und seziert sie regelrecht. Sie sorgt dafür, dass wir diese komplexe Persönlichkeit verstehen können und das wir ein gewisses Maß an Mitgefühl entwickeln.
Eve und Jim sind dabei die zentralen Charaktere, aus deren Sicht wir es auch erfahren.
Zwei Menschen, die etwas verbindet ,die sich jedoch gnadenlos voneinander unterscheiden.
Jeder präsentiert eine Seite und als Leser ist man unglaublich davon gefesselt, was in Ihnen vorgeht und was ihren Antrieb angeht.
Dabei schließt man, ohne es zu wollen, die Charaktere unglaublich ins Herz.
Angefangen bei Eve, aber auch die anderen Charaktere haben mich unfassbar gefesselt und so viel gekostet.

Es gelingt ihr, das Buch in dem Buch lebendig werden zu lassen und förmlich an den Seiten zu kleben.
Dabei wartet sie weniger mit blutigen Details, als vielmehr mit purer Grausamkeit auf.
Sie zeigt uns Schicksale, sie zeigt uns Menschen, die so viel erleiden mussten, die innerlichen zerbrochen sind.
Es ist nicht nur ,was sie erdulden mussten.
Es geht um das Umfeld, die Folgen.
Es geht um das Danach.
Es geht darum, wie 1 Stunde dein Leben mitten in die Abwärtsspirale führt.
Kann man nach so einem Erlebnis überhaupt noch fühlen, atmen, frei sein?
Es ist eine Gefangenschaft, die dich leer werden lässt, die dich foltert und ausweidet.
Vom psychologischen Aspekt mal ganz abgesehen, der noch viel grausamer und zerstörerischer ist.
Diese Einblicke in Eves Welt haben mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Sie erzählt von Trauer, Wut und Schmerz.
Von Folter, Stalking und purer Grausamkeit.
So viel Trauer und Angst.
Und daneben stellt sie ein erstklassiges Psychogramm des Täters auf.
Ich hatte ununterbrochen Gänsehaut. Es fühlte sich so real, so beklemmend, so verstörend an.

Und daneben erleben wir den Täter, wie er alles zum Abschluss bringen will und begreift dabei einiges.
Auch wenn vieles nichts neues war, so hat es mich zutiefst erschüttert und nachdenklich zurückgelassen.
Denn neben dem Nothing Man zeigt uns die Autorin auch auf, wie leicht wir Menschen zu manipulieren sind.
Wie sorglos, wie unbedarft und naiv.
Aber ist es deswegen eine Eintrittskarte?
Nein, definitiv nicht.
Aber vielleicht sollten wir sorgsamer mit unserem Leben umgehen.

Auf jedem Weg gibt es eine Gabelung und nur wir entscheiden, welcher der richtige für uns ist.
Mich hat dieser Thriller nonstop in Atem gehalten. Oftmals mit harten Fakten belegt und das auf sehr neutraler Ebene, aber besonders dieser Aspekt hat mich so beschäftigt und einfach nicht losgelassen.
Trotz der vermeintlichen Vorhersehbarkeit gelang es der Autorin so einige Wendungen herbeizuführen, die ich so nie erwartet hätte und die am Schluss einfach perfekt zusammen laufen.
Ein etwas ruhiger, aber dafür unglaublich verstörender und grausamer Thriller, der nachhallt.
Unbedingt lesen.

Fazit:
Catherine Ryan Howard gelingt mit “The Nothing Man ” ein unfassbar beklemmender und grausamer Thriller, der sich tief unter die Haut gräbt.
Psychothrill vom Feinsten und besonders auf der psychologischen Ebene perfekt ausgearbeitet.
Eine Geschichte in der Geschichte.
Die so real, ungeschönt erzählt wird, das man das nackte Grauen am eigenen Leib erfährt.
Denn am Ende geht es nicht nur um Opfer und Tod.
Es geht um Gerechtigkeit und letztendlich um den Weg, den du einschlagen wirst.

Veröffentlicht am 20.08.2021

Mit “Blood and Ash” startet Jennifer L. Armentrout einen explosiven, vielschichtigen und überaus rasanten Auftakt ihrer neuen Reihe

Blood and Ash – Liebe kennt keine Grenzen
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Da ich ein riesengroßer Fan der Autorin bin, musste ich auch sofort Blood and Ash lesen. Den Auftakt ihrer “Liebe kennt keine Grenzen ” Reihe.
Völlig gehypt war ich so gespannt darauf und mein Gott, was ...

Da ich ein riesengroßer Fan der Autorin bin, musste ich auch sofort Blood and Ash lesen. Den Auftakt ihrer “Liebe kennt keine Grenzen ” Reihe.
Völlig gehypt war ich so gespannt darauf und mein Gott, was für ein epischer Ritt war das bitte?
Ich bin noch immer von den Socken.

Ich liebe ihren Schreibstil, der einfach so leicht von der Hand geht, so einnehmend, so bildgewaltig und herrlich leicht ist.
Ich liebe die Charaktere, die sie immer wieder entwirft.
Hier stehen Poppy und Hawke im zentralen Geschehen.
Poppy hat mich so manche Nerven gekostet.
Von Augen rollen bis lachen war einfach alles vorhanden.
Ihre Persönlichkeit ist überaus faszinierend und so gegensätzlich wie nur etwas sein kann. Auf der einen Seite total mutig und rebellisch, aber auf der anderen Seite total naiv, gutgläubig und auch etwas weltfremd.
Ernsthaft, die Wahrheit sticht ihr schon ins Auge und sie kapiert es immer noch nicht.
Ich wusste ernsthaft nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
Aber trotzdem ist sie unglaublich liebenswert, gerade weil sie ist, wie sie ist.
Sie handelt mit ganzem Herzen und voller Leidenschaft, aber ganz besonders ihre Impulsivität wird sie noch ins Verderben stürzen.
Hawke ist ein weiterer sehr interessanter und faszinierender Charakter. Geheimnisvoll, düster und unbestreitbar anziehend.
Und daneben haben mich Victor und Jericho unglaublich begeistert.
Aber auch die Nebencharaktere verstehen auf ganzer Ebene zu beeindrucken.
Es gibt dabei kein Gut oder Böse. Sie sind unglaublich vielseitig, individuell und entwickeln sich immer wieder weiter, was mir so unglaublich gut gefallen hat.
Sie haben Ecken und Kanten, handeln aus Verzweiflung, Wut und Überzeugung.
Und das allerwichtigste, man kann sie so unglaublich gut spüren und einfach ihr Innerstes nach Außen kehren.
Und auch wenn Poppy manchmal etwas außer Kontrolle gerät, so fand ich alle authentisch.

In die Handlung bin ich sofort gut hineingekommen. Die Autorin fokussiert sich zunächst auf die Charaktere, wodurch die Welt leider etwas außen vor bleibt.
Das ist zwar schade, aber es ist erst der erste Band und ich hatte einfach so unglaublich viel Spaß.
Man begreift relativ schnell wo der Hase lang läuft. Insbesondere Poppy hat es alles andere als leicht.
Sie muss sich ein verdammt dickes Fell zulegen, um diese ganzen Konflikte und Herausforderungen zu überstehen.
An Poppy gefiel mir übrigens am meisten, dass sie auch optisch nicht perfekt ist und einiges an Ballast mit sich herumschleppt.
Im ersten Teil der Story hatte ich das Gefühl, die Charaktere müssen sich erst positionieren, um sich zu finden und zu erkennen, welchen Weg sie eigentlich einschlagen wollen.

Die Liebesgeschichte nimmt zum Glück nicht so viel Raum ein. Sie kommt kurz und explosionsartig und das in Wellen, fast stakkatohaft, das hatte etwas sehr obsessives und rebellisches an sich.
Mich haben diese Szenen unglaublich amüsiert und einfach zum lachen gebracht.
Was definitiv die ganze Handlung aufgelockert hat.
Weil ganz untypisch für die Autorin geht es stellenweise ziemlich brutal zu. Wow. Da fiel mir erstmal die Kinnlade runter, aber ich fand es so erfrischend, so passend und so gewaltig.
Im zweiten Teil des Buches überschlagen sich die Ereignisse förmlich und mein Gott, es hat so unglaublich viel Spaß gemacht.
Auch auf die Hintergründe wurde eingegangen und die Autorin schwingt das Zepter damit in die richtige Richtung und sorgt damit für noch mehr Zündstoff.
Da ich die Autorin schon kenne, war das große Geheimnis für mich schon relativ schnell offen, was aber die Spannung nicht minderte.
Mir hat diese Reise einfach so viel Spaß gemacht, weil die Emotionen so leidenschaftlich und klar hervorgebracht wurden und man eigentlich nie wusste, was Poppy als nächstes anstellt.
Besonders die Actionszenen haben mich so unendlich viel gekostet.
Zerbrochen, am Boden. Mir kamen schlichtweg die Tränen, weil ich es anders nicht kompensieren konnte.

Die Grundidee ist überaus genial.
Da hoffe ich, dass es im nächsten Band noch klarere Formen annimmt.
Und auch wenn Poppy mich oftmals etwas genervt hat (und nicht immer logisch handelte), so ist das Gesamtprodukt so gewaltig, düster, verheerend und herzzerreißend.
Ich liebe es.
Übrigens habe ich das Hörbuch dazu gehört und ich feiere Michaela Gartner dafür, wie emotional und bildhaft sie alles rübergebracht hat. Mit Feingefühl, mit Leidenschaft und Intensität. Besser hätte es kein anderer machen können.

Fazit:
Mit “Blood and Ash” startet Jennifer L. Armentrout einen explosiven, vielschichtigen und überaus rasanten Auftakt ihrer neuen Reihe.
Ich war gefangen zwischen lachen und weinen.
Erstaunlicherweise sehr brutal, aber es ist unglaublich genial.
Daneben hat sie mich mit den Liebesszenen immer wieder zum schmunzeln gebracht.
Und mein Gott, ich hab gelitten wie ein Hund.
Mich haben die Actionszenen so unfassbar berührt, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.
Ich liebe die Charaktere, die Welt, einfach alles.
Auch wenn Poppy mich immer wieder die Augen verdrehen ließ und nicht immer logisch agierte.
Ich freu mich so immens auf Band 2.

Veröffentlicht am 17.08.2021

Ein außergewöhnliches Buch das Spuren hinterlässt und nachklingt.

Symbiose
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“Symbiose ” von Guy Portman hat mich aufgrund des außergewöhnlichen Klappentextes unheimlich angesprochen.
Denn dieser klang unglaublich beklemmend.
Tatsächlich würde ich aber empfehlen, diesen nicht zu ...

“Symbiose ” von Guy Portman hat mich aufgrund des außergewöhnlichen Klappentextes unheimlich angesprochen.
Denn dieser klang unglaublich beklemmend.
Tatsächlich würde ich aber empfehlen, diesen nicht zu lesen, sondern sich einfach von der Geschichte um die Zwillinge Talulah und Taliah überrollen zu lassen.
Denn. Wow. Selten haben mir so die Worte gefehlt wie hier.

Der Schreibstil gefiel mir unglaublich gut, sanft, einnehmend, aber auch fordernd und gewaltig.
Der Autor webt eine sehr düstere und beklemmende Stille, die alles um sich herum aufzehrt, was einfach so unglaublich gut passt.
Obwohl dieser Thriller enorm ruhig beginnt, so hat er mich sofort in den Bann gezogen.
Ich weiß nicht warum, aber diese Geschichte fühlte sich so richtig, so tragend und einfach so überaus gewaltig an.
Man verbringt die ganze Zeit damit die Zwillinge kennenzulernen und es gibt so viele Momente, die klar sehen lassen, man aber dennoch dieses große Ganze in all seinen Facetten und Monstrositäten nicht kommen sieht.

Talulah und Taliah ziehen sofort in den Bann.
Dabei lernt man sie von klein auf kennen und erlebt wie sie sich entwickeln und wie es langsam aber sicher immer mehr außer Kontrolle gerät.
Besonders Taliah mochte ich so unfassbar gern. Ich hab unglaublich mit ihr mitgefühlt und gelitten.
Aber zugleich erlebt man, wie sich beide immer mehr entfalten und sich ihre eigene Persönlichkeit und ihre Bedürfnisse herauskristallisieren.
Dabei geht der Autor mit sehr viel Feingefühl und Eindringlichkeit zu Werke. Und gerade dieser Aspekt ist es, der die Spannung so extrem aufrecht erhält.
Denn die eigentliche Handlung ist für sich genommen nichts besonderes.
Aber erweitert man die Blickwinkel und beginnt tiefer zu graben, so erwartet uns ein grauenhafter Schlund aus Abgründigkeit, Egoismus, Obsession, Gewalt und Manipulation.
Der Autor zieht jeden Aspekt auseinander und geht damit in verschiedene Richtungen.
Er zeigt uns nicht nur Harmonie, Glück und Vertrauen.
Er zeigt uns Schattenseiten, die alles in den Abgrund zerren. Aber zugleich kommt auch sehr viel Einsamkeit, Hilflosigkeit, Angst und Verlorenheit zutage.

Ich empfand die Thematik so unglaublich faszinierend und interessant zugleich.
Denn der Aspekt eines Zwillings erhält hier völlig neue Konturen und Einsichten.
Ich hab mich so hilflos gefühlt, bei dem was hier geschah.
Man spürt diese riesige Bedrohung und Unterdrückung, aber man ist nicht in der Lage, etwas dagegen zutun.
Man kann sich nicht wehren.
Wie soll man sich lösen, wenn das Umfeld es nicht zulässt.
Wie soll man vertrauen, wenn man ständig untergraben wird.
Wie soll man lieben, wenn man jegliche Hoffnung bereits verloren hat.

So viele Emotionen und Gedanken haben mich überflutet.
Das ich kaum Worte dafür finde, was hier überhaupt passiert ist.
Taliah und Talulah sind normale Mädchen, bis sie völlig entgleisen.
Aber warum sieht das Offensichtliche niemand?
Warum hört niemand die Hilferufe und stummen Schreie?
Warum erkennt niemand das Leid, die Qual und Unsicherheit?

Guy Portman sorgt hier vor allem auf der psychologischen Ebene für so unglaublich nervenaufreibende und intensive Spannung, dass man es kaum noch aushält.
Es ist wie ein Sog, dem man einfach nicht entkommen kann.
Guy Portman zeigt auf, dass die Schuld nicht allein bei diesen beiden Menschen zu finden ist.
In Wirklichkeit ist es noch viel schrecklicher ,als man ahnen würde.
Die Gesellschaft, das Umfeld, dass man nicht als das wahrgenommen wird, was man eigentlich ist.
Eine Persönlichkeit, ein Mensch mit Gefühlen und eigenen Antrieben.
Und je mehr Verzweiflung und Wut ich spürte, umso weniger konnte ich damit umgehen.
Dieser Roman glänzt nicht mit unsagbar vielen Wendungen oder Tempo.
Dieser Roman berührt einfach auf einer Ebene, die alles andere verblassen lässt.
Es lässt dich erstarren, erschüttert zutiefst und macht dich einfach so sprachlos und hilflos.
Nicht nur Talulah und Taliah sind wichtig.
Ihre Seelen, die Menschen um sie herum sind es und wie sie mit Ihnen umgehen.
Denn damit haben sie auch Verantwortung und Kontrolle, um es in unterschiedliche Bahnen lenken zu können.
Daneben haben mir einfach Dr.Singh und vor allem die zwischenmenschlichen Aspekte so unglaublich gut gefallen.
Es hat mich tief berührt, es hat mir Tränen in die Augen getrieben.
Das Ganze entwickelt so eine Dramatik und Tragweite, was man in der Form niemals vermuten würde.
Und das Ende. Mein Gott. So von Verzweiflung, Wut und Angst geprägt. Und trotzdem ist da auch so unglaublich viel Stärke und Mut.
Ich bin unglaublich beeindruckt von so viel psychologischem Feingefühl und Empathie.
Ein außergewöhnliches Buch das Spuren hinterlässt und nachklingt.
Ein absolutes Jahreshighlight. Ein Buch, das einfach jeder gelesen haben sollte.
Zu Recht in der Festa Must Read Kategorie.

Fazit:
Guy Portman gelingt mit “Symbiose” ein enorm vielschichtiges, bedrückendes und verstörendes Buch, das emotional völlig außer Kontrolle geraten lässt.
Eine Thematik, die absolute Beklemmung in mir ausgelöst hat. Mich vor allem mit Hilflosigkeit und Wut erfüllt hat.
Ein außergewöhnliches Buch das Spuren hinterlässt und nachklingt.
Talulah und Taliah sind so viel mehr.
Eine Story die mich so unglaublich vereinnahmt und intensiv berührt hat, wie ich es kaum für möglich gehalten hätte.
Denn es zeigt so viel auf.
Es geht um Macht, Obsession, Manipulation, aber auch um Unsicherheit, Angst und Verzweiflung.
Ein absolutes Jahreshighlight.
Zu Recht in der Festa Must Read Kategorie.
Jeder sollte dieses Buch gelesen haben.

Veröffentlicht am 17.08.2021

Ein Thriller, der sehr unterhaltsam ist

Leichenwald
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Den Werken von Edward Lee begegne ich immer etwas zwiegespalten, da er eine doch etwas morbide Art an sich hat. Die nicht immer meinen Geschmack treffen, jedoch absoluten Unterhaltungswert besitzen.
“Leichenwald” ...

Den Werken von Edward Lee begegne ich immer etwas zwiegespalten, da er eine doch etwas morbide Art an sich hat. Die nicht immer meinen Geschmack treffen, jedoch absoluten Unterhaltungswert besitzen.
“Leichenwald” klang einfach so gut, dass ich es unbedingt erneut probieren musste.

Sein Schreibstil hat mir anfangs etwas Probleme bereitet, da er sehr ausschweifend erzählt und dies mit vielen detaillierten Beschreibungen ausschmückt. Gerade am Anfang empfand ich das als ungemein anstrengend. Aber es wurde zu meiner Überraschung besser.
Zudem liest es sich einfach so unglaublich gut, dass man sich nur schwer davon lösen kann.
Seine Charaktere könnten unterschiedlicher kaum sein.
Die meiste Bindung baut man jedoch zu Patricia auf, da man größtenteils ihre Perspektive erfährt. Um ehrlich zu sein, entwickelt sie dadurch ein gewisses Maß an Tiefe, was mir wirklich gut gefallen hat.
Gerade durch die Ereignisse rund um Patricias Leben ergeben sich einige Fragen, die dadurch viel mehr Raum bekommen.
Ich mochte Patricia, war aber auch etwas zwiegespalten im Hinblick auf ihren Status als Anwältin. Sie kam mir leider oftmals zu naiv und etwas blauäugig vor.
Man muss ihr jedoch zugestehen, dass ihre Vergangenheit und die Rückkehr in ihre Heimatstadt, alles etwas verschleiern.
Auch die anderen Charaktere fand ich enorm interessant und faszinierend.
Insbesondere die Squatter, als auch Ernie und Sutter. Leider blieben diese seltsam blass, erstaunlicherweise hat es enorm gut dazu gepasst und man konnte sich trotzdem ein Bild von Ihnen machen.

In die Story selbst fand ich direkt gut hinein.
Besonders der Prolog war sehr aufschlussreich.
Um dieses Werk richtig genießen zu können, muss man den Autor einfach mögen oder aber über gewisse Stellen in diesem Buch hinwegsehen.
Gewalt bereitet mir überhaupt keine Probleme. Das erwarte ich einfach von dieser Art von Lektüre. Und tatsächlich nimmt der Autor kein Blatt vor den Mund.
Er beschreibt sehr detailliert und das so unglaublich spannend, dass man direkt wie im Bann isr. Das hat mir enorm gut gefallen.
Es ist jedoch nicht immer etwas für schwache Nerven.
Größere Probleme hatte ich mit seiner Art der Perversion. Da es in meinen Augen den Grundkern etwas verschleiert hat und einfach nicht zu der Story zu passen schien.
Bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung, was der Autor mir damit sagen wollte.

Der Grundkern selbst ist manipulativ, intrigant und vom Bösen beherrscht.
Die fehlende Empathie, die absolute Kälte und Gewissenlosigkeit dahinter, hat mich absolut erschüttert und zugleich sprachlos gemacht.
Auf der anderen Seite sieht man aber auch so viel Gutes, was dem Ganzen eine weiche Note verleiht.
Der Storyverlauf war zwar etwas vorhersehbar, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Denn die Spannung zog ständig an. Zudem webt er auch einige psychologische Aspekte ein, die so viel zwischen die Zeilen legen.
Anfangs wirkte die ganze Handlung platt und stumpf, aber das änderte sich im Laufe des Geschehen.
Er bringt gekonnt die Hintergründe ein und auch ein Hauch Mystik schwebt über allem.
Das letzte Drittel hatte es besonders in sich und ich hab es in einem Zug inhaliert.
Es passiert so unglaublich viel und das mit brachialer Geschwindigkeit.
Es trägt Spuren von Obsession, Gier und purer Bösartigkeit in sich.
Auch wenn für mich nicht alle Fäden aufgelöst wurden, so hat mir das Ende enorm gut gefallen.

Fazit:
Mit Leichenwald wird Edward Lee seiner morbiden Art gerecht.
Ein sehr verstörender, aber auch etwas beklemmender Thriller, der nicht nur mit detaillierten Gewaltbeschreibungen zu punkten weiß.
Er kam nur langsam in Fahrt, preschte aber dann mit brachialer Geschwindigkeit voran.
Auch wenn vieles vorhersehbar war, so hat mich die Handlung doch in gewisser Weise überrascht.
Im Endeffekt ein enorm guter Thriller, der manchmal etwas zu sehr ausgeschmückt wurde, was nicht immer meinen Geschmack traf.
Aber er besitzt einen enorm guten Unterhaltungswert, was Edward Lee wieder erneut unter Beweis stellt. Ich hab es in einem Stück verschlungen.

Veröffentlicht am 15.08.2021

Ein faszinierender und vielschichtiger Auftakt, der auch mit Action,Humor und Emotionen punktet

Burning Soul (Ein Königreich aus Feuer und Schatten 1)
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Auf “Burning Soul ” dem ersten Band einer Dilogie von Hanna Frost, war ich so unglaublich gespannt. Es geht um Fae und da komm ich einfach nicht drumherum.
Aber auch das Cover ist unglaublich gut gelungen, ...

Auf “Burning Soul ” dem ersten Band einer Dilogie von Hanna Frost, war ich so unglaublich gespannt. Es geht um Fae und da komm ich einfach nicht drumherum.
Aber auch das Cover ist unglaublich gut gelungen, denn es spiegelt den Inhalt perfekt wieder.
Es spiegelt Kaida wieder,die zum Brennpunkt von allem wird.

Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm. Leicht, fließend, aber dennoch sehr fordernd und einprägsam.
Dazu webt sie eine äußerst mystische, düstere und überaus magische Atmosphäre, der man einfach nicht widerstehen kann.
Besonders die Charaktere haben mir wahnsinnig gut gefallen. Besonders Kaida mit ihren undurchschaubaren, verletzlichen und geheimnisvollen Art.
Ich mochte sie sofort, auch wenn sie erstmal ziemlich in die Offensive geht. Sie prescht vor, ohne an den Morgen danach zu denken. Was zweifelsohne irgendwann ihren Untergang bedeuten wird. Aber irgendwie mochte ich sie deswegen auch so unsagbar gern. Sie lässt sich nicht kleinkriegen, steht für sich ein und kämpft einfach bis zum allerletzten Tropfen. Aber auf der anderen Seite ist sie sehr verletzlich und hat sich ihre Werte und ihre Menschlichkeit bewahrt.
Daneben haben mir besonders Nox, Jace und Maribel unglaublich gut gefallen.
Insbesondere Nox hat mich mit seiner unglaublich tollen Art immer wieder zum lachen gebracht.
Darüber hinaus sind es sehr wandelbare Persönlichkeiten, die mich mit ihrer Art wirklich überrascht, begeistert und zum staunen gebracht haben. Sie sind greifbar, authentisch und unglaublich gut fühlbar.

In die Story selbst bin ich sofort sehr gut hineingekommen, was wahrscheinlich auch mit Kaidas Temperament zu verdanken war.
Im Fokus steht dabei von Anfang an Kaida ,verbunden damit erfährt man ausschließlich ihre Perspektive, was ihre riesige Möglichkeiten zur Entfaltung der eigentlichen Persönlichkeit gab und das hat sie definitiv genutzt und ausgebaut.
Darüber hinaus bringt es ihr mehr Tiefe und Präsenz. Erstaunlicherweise sind jedoch die anderen Charaktere dadurch nicht blasser. Ganz im Gegenteil sie haben eine unglaubliche Lebendigkeit und Fülle, die mich sehr begeistert hat.

Die Welt wird leider etwas außen vor gelassen, was zwar etwas schade ist, aber die Spannung nicht unbedingt mindert.
Dafür erlebt man welcher Qual und welchem Grauen Kaida ausgesetzt ist.
Das äußerte sich manchmal in ziemlicher Brutalität. Sei es in physischer, als auch psychischer Hinsicht. Besonders der psychologische Anteil wog hier so unsagbar schwer. Dadurch das die Autorin auch die Hintergründe nicht ausklammert, bringt es das Blut ordentlich in Wallung.
Und ständig die Frage, wie hat Kaida es geschafft, nicht endlos daran zu zerbrechen und sich selbst zu verlieren?
Jace jedoch hat kein minderschweres Los zu ertragen, auch seine Erlebnisse haben mich sprachlos gemacht und zutiefst erschüttert. Aber durch diese Erweiterung des Blickwinkels, nimmt man auch diese großartigen Blickwinkel wahr.

Die Lovestory die dem Ganzen innewohnt, kam zu meinen Erstaunen sehr sanft und leise daher. Sie verbindet sich mit allem, gibt ihm eine weichere Note und tut dabei noch so unglaublich gut.
Keine Frage, dieser Trip hat mich ordentlich begeistert. Denn Hanna Frost wechselt geschickt zwischen Action und Emotionalität. Dennoch muss ich gestehen, dass mir die Spannung zwischendurch etwas abhanden kam.
Nichtsdestotrotz hat sie mich mit dieser Art von Magie und Gaben unglaublich begeistert und definitiv neugierig gemacht. Ich würde mir wünschen, dass es im zweiten Band noch weiter ausgebaut wird. Denn es ist unglaublich faszinierend, beängstigend und großartig zugleich.
Hanna Frost zeigt nicht nur wie zerstörerisch und zugleich wunderschön Magie sein kann.
Sie zeigt auf, wo Grausamkeit beginnt und das es letztendlich nicht viel bedarf, um selbst ein Monster zu werden.
Schmerz ist etwas so vielschichtiges und wandelbares. Es kann dich zerstören, vereinsamen, aber es kann dich auch völlig brechen und dadurch unwiderruflich verändern.
Das Ende. Wow. Da war ich direkt sprachlos. Denn das hat mich direkt sprachlos gemacht.
Ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Fazit:
Mit Burning Soul hat Hanna Frost einen enorm faszinierende und überaus vielschichtigen Auftakt ihrer Dilogie zu Papier gebracht.
Actionreich, manipulativ und brutal.
Aber zugleich auch sehr emotional und aufregend.
Sie führt die eigene Zerbrechlichkeit zutage und zeigt auf, was uns zu wahren Monstern werden lässt.
Manchmal ist genau das, unser persönlicher Untergang.
Und bei Gott, die Lovestory ist so sanft und leise und verbindet sich einfach so perfekt mit allem.
Ich bin schon riesig auf die Fortsetzung gespannt.