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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2026

Toll

Unser Sommer endet nie
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Emma und Agathe treffen sich im Haus ihrer Großmutter in Frankreich wieder. Ein paar Jahre hatten sie keinen Kontakt. Ihre geliebte Großmutter ist verstorben und sie sollen das Haus räumen. Zwischen vielen ...

Emma und Agathe treffen sich im Haus ihrer Großmutter in Frankreich wieder. Ein paar Jahre hatten sie keinen Kontakt. Ihre geliebte Großmutter ist verstorben und sie sollen das Haus räumen. Zwischen vielen Erinnerungen an ihre Kindheit und unbeschwerten Sommern, haben die Frauen die Chance sich wieder anzunähern und neu zu finden. Während des Aufenthalts kommen alte Verletzungen hoch, unausgesprochene Gefühle belasten die Beziehung der Schwestern. Doch warum haben sie sich eigentlich verloren? Sie waren sich einmal so nah.

Dieser Roman hat es in sich. Mit viel Einfühlungsvermögen wird die Geschichte der beiden Schwestern erzählt. Die Grundstimmung ist melancholisch, doch es gibt auch humorvolle Momente. Schwere Themen kommen auf den Tisch, zum Beispiel Verlust, familiäre Konflikte, häusliche Gewalt. Das war manchmal gar nicht so leicht auszuhalten. Da musste ich an und zu erstmal durchatmen und verarbeiten. Die abwechselnde Erzählperspektive ist ganz wunderbar gelungen. So bekommen wir Leser einen tollen Einblick in die Gedanken und Gefühle der Mädchen. Die Atmosphäre des baskischen Sommers bringt etwas Leichtigkeit in die Story und rundet sie ab. Für mich ein großartiger Roman, der mich tief berührt hat. Mir liefen am Ende nur so die Tränen.

Insgesamt eine warmherzige und emotionale Familiengeschichte, die tief geht und im Herzen bleibt. Muss ich euch einfach empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.07.2026

Großartig

Vom Fällen eines Stammbaums
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Marcin lebt zusammen mit seiner Mutter in Deutschland. Sie ist aus Polen geflohen und möchte nie mehr zurück. Die meisten Brücken dahin hat sie abgebrochen. Im Altersheim arbeitet sie hart. Für ihren Sohn ...

Marcin lebt zusammen mit seiner Mutter in Deutschland. Sie ist aus Polen geflohen und möchte nie mehr zurück. Die meisten Brücken dahin hat sie abgebrochen. Im Altersheim arbeitet sie hart. Für ihren Sohn hat sie nicht mehr viel Kraft übrig. Irgendwann hat sie auch keine Kraft mehr arbeiten zu gehen. Dafür steigt ihr Alkoholkonsum immer weiter an. Marcin wächst nebenher auf und ist viel auf sich gestellt. Im weiteren Verlauf der Geschichte, setzt sich Marcin viel mit der Vergangenheit seiner Familie auseinander und beginnt Zusammenhänge zu erkennen. Immer mehr wird er zur einzigen Stütze seiner Mutter, die ihm noch das ein oder andere Familiengeheimnis offenbart.

Martin Piekar verbindet in diesem Roman auf ganz wunderbare Weise seine eigene Geschichte mit den Themen Herkunft und generationenübergreifende Traumata. Die Beziehung zu seiner Mutter ist schwierig aber er liebt sie, ist immer für sie da. Nur wer ist für ihn da? Trost findet er in der Musik, Gedichten und Videospielen . Im Roman kommen immer wieder Textstellen aus Songs vor. So hatte ich immer wieder neue Ohrwürmer. Und genau deshalb muss ich natürlich auch den Musikgeschmack des Autors loben. Die Sprache hat mich sehr begeistert. Direkt und schonungslos erzählt er. Vor allem die Dialoge zwischen Marcin und seiner Mutter veranschaulichen dem Leser die schräge Beziehung zueinander.

„Bist du bekloppt oder was? Ich rede mit Wand, Marcin, mit mir selba, verstehst du? Ich habe keine Freunde zum reden. …. Ich brauche auch keine, Aaschloche alles.“

Ab und zu musste ich wirklich lachen, so traurig-komisch ist das Buch. Emotional ging es unheimlich tief. Verluste, Krankheit und Familienkonflikte werden beschrieben, ohne sentimental zu werden. Doch das Geschriebene hat mich erreicht, mitten ins Herz getroffen und genau da wird es auch bleiben. Eine Geschichte, mit so viel Liebe, Angst, Traurigkeit, über Migration und den große Wunden, die bleiben. Eine ganz große Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 08.07.2026

Sehr schön

Der vergessene Wald
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Saskia kauft einen Wald mit einer alten Schlossruine. Nach einem Schicksalsschlag will sie neu anfangen. Früher hat sie mit ihrem Vater überlegt wie sie das Schloss erhalten können. Jetzt versucht sie ...

Saskia kauft einen Wald mit einer alten Schlossruine. Nach einem Schicksalsschlag will sie neu anfangen. Früher hat sie mit ihrem Vater überlegt wie sie das Schloss erhalten können. Jetzt versucht sie es allein. Die meisten Menschen sind nicht sehr angetan von der Idee. Einzig Bauleiter Owen lässt sich überzeugen, die Arbeiten zu übernehmen. Auch er hatte kein ganz einfaches Leben und seine Beziehung liegt gerade in Trümmern. Durch die gemeinsame Restaurierung bauen die beiden immer weiter Vertrauen zueinander auf und unterstützen sich gegenseitig.

Für mich klang dieses Buch eigentlich wie ein typischer Wohlfühlroman, doch er ist viel mehr. Die besondere Atmosphäre im Wald ist ganz wunderbar eingefangen. Lebendig werden die alten Bäume beschrieben. Da ist der Leser direkt mittendrin. Die Natur kann heilen und das macht sie hier auch. Die Protagonisten sind viel tiefgründiger als ich erwartet habe. Sie sind authentisch, entwickeln sich, haben ihre Stärken und Schwächen. Leicht und flüssig wurde geschrieben. Man ist viel zu schnell durch. Es gab sogar noch einen Handlungsstrang, der für mich ziemlich spannend war. Was hat es mit dem Erdloch um Wald auf sich? Die Dynamik zwischen Owen und Saskia mochte ich auch richtig gern. Die beiden nähern sich ganz langsam an. Das steht auch nicht im Mittelpunkt der Geschichte. Denn da geht es mehr um Heilung und was für eine Rolle die Natur da spielen kann.

Für mich ein Wohlfühlroman, der mich aufgrund seiner Tiefe überrascht hat. Muss ich euch natürlich weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 07.07.2026

Toll

Geschwister
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Die erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus müssen sich, nach dem Tod des Vaters, gemeinsam um ihre Mutter kümmern. Es stehen Entscheidungen für die Zukunft der Familie an, zum Beispiel das erste ...

Die erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus müssen sich, nach dem Tod des Vaters, gemeinsam um ihre Mutter kümmern. Es stehen Entscheidungen für die Zukunft der Familie an, zum Beispiel das erste Weihnachten ohne den Vater, wer erbt das Haus usw. Dadurch kommen alte Konflikte in der Familie wieder hoch und verdrängte Erinnerungen kehren zurück.

Was für ein großartiger Roman. Nachdem ich schon begeistert von den beiden vorherigen Büchern war, musste ich dieses natürlich auch lesen. Ich selbst habe keine Geschwister und war mir nicht klar ob ich die Personen im Buch so nachempfinden kann. Und wie ich das konnte. Grundverschieden sind die drei Charaktere. Andrea fühlt sich nicht gesehen, Ulrika hatte viel Pech im Leben, ist ihrer Mutter sehr nah und Rasmus? Ja, gefühlt ist er einfach nur da aber er geht Konflikten aus dem Weg, will nicht auffallen. Diese Verhaltensmuster kennen sie aus ihrer Kindheit und die lernen wir in Rückblenden sehr gut kennen. Wie bei Moa Herngren bekannt, erzählt jeder Protagonist aus seinem jeweiligen Blickwinkel. Dabei erhält der Leser einen vielschichtigen Eindruck der Familiengeschichte. Und hier wird ganz deutlich klar wie unterschiedlich die Menschen sind und wie subjektiv Erinnerungen sein können. Der Schreibstil ist ruhig und ganz präzise. Wir lesen viele alltägliche Geschichten, die sicher dem ein oder anderen Leser bekannt vorkommen dürften. Und gerade in diesen vielen kleinen Momenten, werden die Konflikte sehr deutlich.

Für mich ein besonderes Buch mit herausragender psychologischer Tiefe, dass ich euch natürlich wärmstens empfehle.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Starker Anfang

Till Summer Do Us Part - Urlaub mit dem Fake-Ehemann
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Scottie wagt einen Neuanfang. Sie ist nach New York gezogen und hat einen neuen Job angenommen. Nach der schmerzhaften Scheidung, will sie neu durchstarten. Das Problem ist nur, dass ihre neuen Kollegen ...

Scottie wagt einen Neuanfang. Sie ist nach New York gezogen und hat einen neuen Job angenommen. Nach der schmerzhaften Scheidung, will sie neu durchstarten. Das Problem ist nur, dass ihre neuen Kollegen alle in super glücklichen Ehen leben und Scottie Single ist. Kurzerhand wird ein Ehemann erfunden, mit dem es aktuell krieselt. Die Chefin will helfen und vermittelt sie an ihren Mann. Er ist ein bekannter Ehe-Berater. Der Bruder von Scotties bestem Freund springt ein und geht mit ihr zur gemeinsamen Sitzung. Irgendwie läuft es nicht nach Plan und schon ist ein Ehe-Retreat gebucht, auf dem sie jetzt acht Tage lang ein Paar spielen sollen.

Eine erfrischende und herrlich chaotische RomCom hat mich hier erwartet. Scottie ist eine tolle Protagonistin, verletzlich und manchmal auch verbittert, aber das ändert sich natürlich. Ihre Entwicklung mochte ich gern. Auch ihr Fake-Ehemann Wilder hat seine Verletzungen, um die er sich bald kümmern darf. Ich hab viel gelacht bei diesem Buch. Es gibt herrlich komische Momente und die schlagfertigen Dialoge der Beiden sind köstlich. Es gibt auch viel emotionale Tiefe, die ich hier nicht erwartet hätte. Leider verlor sich das Buch nach ca. 2/3 und ich hab nur noch Spice, Spice, Spice mit diversen Spielzeugen und Filmchen gelesen. Das war mir definitiv zu viel und hat mich irgendwann einfach nur noch gelangweilt. Dann wurde es wieder tiefgründiger aber da war ich leider schon raus. Ein paar Seiten weniger hätten der Story sicher gut getan.

Insgesamt ein großartiger Start, konnte nur leider nicht bis zu Ende überzeugen. Wer viel Spice mag, wird das Buch sicher anders empfinden.

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