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Veröffentlicht am 16.03.2026

Emotional

Zugvögel wie wir
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Evas Ehe ist gescheitert, zu ihrer Tochter hat sie kaum noch Kontakt, aus ihrem Traum Musikerin zu sein wurde auch nichts. Sie fühlt sich einsam und weiß nicht so richtig wohin mit sich. Bei einem Kurzbesuch ...

Evas Ehe ist gescheitert, zu ihrer Tochter hat sie kaum noch Kontakt, aus ihrem Traum Musikerin zu sein wurde auch nichts. Sie fühlt sich einsam und weiß nicht so richtig wohin mit sich. Bei einem Kurzbesuch bei ihrer Freundin Luise trifft sie eine spontane Entscheidung. Sie wird den Kranichen auf den Weg nach Frankreich mit dem Fahrrad folgen. Auf ihrer Reise trifft sie interessante Menschen und muss auch viel Zeit mit sich allein verbringen. Sie erlebt Einsamkeit, die Sehnsucht nach ihrer Tochter quält sie. Kann sie sich selbst aushalten? Und wie will sie zukünftig leben?

Ein ruhiger, einfühlsamer Roman über das Leben. Sich leicht fühlen, entspannt, das wollen ja die meisten Menschen. Doch wem gelingt das schon richtig gut? Viel zu viele Sorgen und Probleme kreisen in unseren Köpfen. Unausgesprochene Erwartungen, hohe Ansprüche. Das macht es nicht leichter. Das Leben hat Spuren hinterlassen. Unsere Protagonistin entscheidet spontan aus dem Bauch raus. Möchte eigentlich nur den Kranichen folgen. Doch was sie erlebt, ist so viel mehr als das. Sie muss sich mit sich auseinandersetzen, sich hinterfragen. Durch Vertrauen ins Leben und viel Mut lernt sie ganz langsam und fast nebenbei einfach zu sein, die Wunder des Lebens zuzulassen. Der Schreibstil ist ganz leicht und flüssig, manchmal fast poetisch. Es liest sich richtig gut. Atmosphärisch schwanken wir hier zwischen tollen Naturbeschreibungen, Aufbruchstimmung aber auch Angst vor dem was kommt. Auch die Story hat mir richtig gut gefallen. Ob es jetzt realistisch ist, mit dem Fahrrad ungeübt so eine weite Strecke zu fahren, darüber lässt sich sicher streiten. Aber warum eigentlich nicht? Das Leben schreibt ja bekanntlich die schönsten Geschichten.

Ein Roman, der Mut macht, wenn manchmal alles aussichtslos erscheint. Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Tolle Atmosphäre

Palastplatte
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Die zwölfjährige Henri lebt mit ihrer Familie in einer Plattenbausiedlung. Ihre beste Freundin Mo ist fast immer bei ihr. Sie verbringen ihre Zeit zusammen in der Bücherei, im Schwimmbad und auf dem Dach ...

Die zwölfjährige Henri lebt mit ihrer Familie in einer Plattenbausiedlung. Ihre beste Freundin Mo ist fast immer bei ihr. Sie verbringen ihre Zeit zusammen in der Bücherei, im Schwimmbad und auf dem Dach des Hochhauses. Irgendwann ist es für Henri nicht nur Freundschaft. Sie verliebt sich in Mo und ihr Gefühlsleben wird jetzt so richtig chaotisch. Noch dazu wird ihr Vater immer wunderlicher. Er war doch immer der ruhende Pol der Familie, entspannt und witzig. Jetzt zieht er sich immer mehr zurück, hat Stimmungsschwankungen und Henri weiß nicht was mit ihm los ist. Um ihre Gefühle zu verarbeiten, beginnt sie Geschichten zu schreiben. Dort kann sie ihre Ängste verarbeiten und ihre Hoffnung zum Ausdruck bringen.

Dieser Roman katapultiert uns direkt ins Leben von Henri. Sie lebt in einer Hochhaussiedlung und lebt ein recht typisches Teenagerleben. Als es ihrem Vater schlechter geht, ändert sich einiges. Früher hat er zu Depeche Mode in der Küche getanzt, jetzt zieht er sich immer mehr zurück. Ihre Freundin Mo ist ihr fester Halt. Die beiden sind unzertrennlich. Langsam entwickelt sich zwischen ihnen ihre erste große Liebe. Das ist einfach ganz wunderbar und feinfühlig eingefangen. Die Ängste, Sorgen, so viele neue Gefühle, die Henri hier kennenlernt. Erzählt wird ganz ruhig, wir bekommen ganz tiefe Einblicke in die Gefühlswelt von Henri. Auch die Atmosphäre ist ganz wunderbar. Freibadpommes, Sonnencreme und Bücher für Erwachsene. Ich hab es so gefühlt und lag im Kopf daneben. Der Roman hört da aber noch nicht auf, es gibt einen Zeitsprung und wir erfahren wie es Henri später geht, was aus der Familie geworden ist und was aus Henri und Mo geworden ist.

Coming-of-Age vom Feinsten und dazu durch, die Krankheit des Vaters, auch ernste Themen. Hat mir richtig gut gefallen. Empfehle ich euch deshalb gern weiter.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Emotional

Mein Bruder Wolf
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„Du kamst jeden Tag aufs Neue nicht zurück. Niemand von uns kann sich daran erinnern, wie wir es durch diese Zeit geschafft haben.“

Wolf verlässt sein Studentenzimmer und wird nie zurückkommen. Seine ...

„Du kamst jeden Tag aufs Neue nicht zurück. Niemand von uns kann sich daran erinnern, wie wir es durch diese Zeit geschafft haben.“

Wolf verlässt sein Studentenzimmer und wird nie zurückkommen. Seine Familie sorgt sich, wartet auf eine Nachricht von ihm. Er ist zu den Nordlichtern gefahren und möchte dort sein Leben beenden. Ein paar Monate später wird er in einem Wald in Lappland tot aufgefunden. Bei sich hat er sein Tagebuch, gut verpackt. Die Familie hat nun Gewissheit aber wie kann man damit umgehen? Was steht im Tagebuch? Wie weiterleben mit diesem schmerzlichen Verlust?

Ein feines, leises Buch über Verlust, Schmerz und Familie. Wer ist denn schon besonders gut damit mit Schmerz umzugehen? Ich bin es jedenfalls nicht. Bei so einem Schicksalsschlag hat man keine andere Wahl. Irgendwie muss es weitergehen aber wie. Wie kann man so eine Tragödie verarbeiten? Jeder macht das sicher auf seine Weise. Da gibt’s kein richtig oder falsch. Das Buch erscheint sehr persönlich und intim, man ist dicht dran an den Gefühlen und Gedanken der Protagonistin. Sie hat ihren kleinen Bruder verloren, schwelgt in Erinnerungen, versucht zu verstehen. Früher wurde Wolf über seine Familie definiert, jetzt definiert Wolf die Familie. Klug, ruhig und poetisch wird erzählt mit einer psychologischen Tiefe, die ich beeindruckend fand. Herausragend war für mich auch die Ehrlichkeit, mit der hier berichtet wurde. Ungeschönt werden wir den Schuldgefühlen, der Angst, der Trauer und Ratlosigkeit ausgesetzt. Die Geschichte ist autobiographisch grundiert. Was davon kann ich euch leider nicht sagen.

Ein intensives Leseerlebnis über unbequeme Themen, tiefgründig und emotional. Wer das aushalten will, sollte es unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

So schön

Schattenlicht
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Billie hat sich Hals über Kopf in Jamie verliebt. Das Problem ist nur, er lebt in Kanada, Billie in Deutschland. Kurzerhand beschließt sie ihr letztes Schuljahr in Kanada bei ihrer großen Liebe Jamie zu ...

Billie hat sich Hals über Kopf in Jamie verliebt. Das Problem ist nur, er lebt in Kanada, Billie in Deutschland. Kurzerhand beschließt sie ihr letztes Schuljahr in Kanada bei ihrer großen Liebe Jamie zu verbringen. Wohnen kann sie bei ihrer Tante und ihrer Freundin. Als sie angekommen ist, ist sie fasziniert von den düsteren Wäldern. Doch ein bisschen unheimlich sind sie ihr schon. Es wird auch noch ein Mädchen vermisst. War es ein Verbrechen, ein Unfall? Der Nachbar ihrer Tante, Tristan, ist irgendwie auch merkwürdig und ob Jamie wirklich der Traumprinz ist?

Ach war das schön. Mich hat „Tokioregen“ schon sehr begeistern können und auch dieses Buch steht dem in nichts nach. Eine tolle Atmosphäre in den Wäldern von Kanada, manchmal fast etwas unheimlich. Das gab schon ordentlich Twilight Vibes. Eine zarte romantische Geschichte und ganz viel Spannung werden hier geboten. Zum Ende hin war noch ordentlich was los. Was will das Leserherz mehr? Der Schreibstil ist auch toll. Bin nur so durch die Seiten gerauscht (hab es an einem Tag gelesen 🫣). Ich wollte ja auch unbedingt wissen wie es weitergeht und wenn das Buch sich so gut lesen lässt, why not? Und was ich unbedingt erwähnen muss. Das Buch kommt ohne spice aus. Ich bin sehr begeistert. Ab und an lese ich sehr gern NA Romance und dieses Buch ist für mich ganz vorn mit dabei.

Ich hab es sehr geliebt und wurde bestens unterhalten. Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Toll

Unterwasserblau
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Jessica ist im Kurzurlaub im Spreewald mit der Schwiegerfamilie. Bei ihnen fühlt sie sich wohl. Sie sind ganz anders als die eigentliche Familie. Im Spreewald bekommt sie einen Anruf von ihrer Halbschwester ...

Jessica ist im Kurzurlaub im Spreewald mit der Schwiegerfamilie. Bei ihnen fühlt sie sich wohl. Sie sind ganz anders als die eigentliche Familie. Im Spreewald bekommt sie einen Anruf von ihrer Halbschwester Sandra. Jessica sVater ist verstorben. Zur Beerdigung reist sie zurück in ihre Heimat, in ihre Vergangenheit. Zu der Mutter, die nie was mit ihr anfangen konnte. Und zum Grab ihrer verstorbenen Zwillingsschwester.

Ein sehr emotionaler Roman über das was Familie bedeutet. Jessica hat sich nie wohl gefühlt zu Hause. Ihre Mutter ist verbittert und meckert viel, der Vater ist meist nicht da, die Halbschwester hatte auch kein großes Interesse an ihr. Jetzt ist sie wieder da, bei ihrer Mutter, der sie es nie recht machen kann. Sie soll sie unterstützen aber die Mutter will sie eigentlich gar nicht bei sich haben. Jessica hatte immer eine Leere in sich, hat sich nie zugehörig gefühlt. So geht es ihr schon ihr ganzes Leben und das Gefühl ist immer noch da. Eigentlich hat sie sich ein schönes Leben mit ihrem Mann aufgebaut aber vielleicht kann sie das gar nicht aushalten? Vielleicht hat sie sich so an den Schmerz gewöhnt, dass sie ihn braucht. Die Protagonisten ist sicher keine super sympathische Frau aber sie ist echt. Sie macht Fehler, wird als arrogant wahrgenommen. Das mag ich immer ganz gern. Ihre ambivalenten Gefühle sind spürbar, ihr Schmerz präsent. Poetisch, zart und klug wird erzählt von alten Mustern und von Heimat.

Eindringlich, still und absolut nachhallend ist dieses Werk. Eine große Leseempfehlung dafür.

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