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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2022

Du wirst geliebt, bist wichtig und wertvoll

Du bist einmalig, kleiner Dino!
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Die drei kleinen Dino-Geschwister Mo, Maja und Mick, liebevoll umsorgt von ihrer Mutter staunen eines Tages völlig überrascht einen kleinen unbekannten und … so andersartigen … kleinen Dino, der ihrer ...

Die drei kleinen Dino-Geschwister Mo, Maja und Mick, liebevoll umsorgt von ihrer Mutter staunen eines Tages völlig überrascht einen kleinen unbekannten und … so andersartigen … kleinen Dino, der ihrer Mutter gefolgt ist, an. Nach ersten zögerlichen Annäherungsversuchen fühlt sich der kleine fremde Sam dann sehr wohl und dank seiner Andersartigkeit kann er bei einem gemeinschaftlichen Ausflug zur Rettung aus großer Not beitragen.
Die Geschichte um und mit den vier Dinokindern und ihr großes Abenteuer wird in einer kindgerechten und ansprechenden Erzählweise vermittelt. Kurze Sätze, die zum Teil eigenes Erleben des Kindes im Familienverbund, wiedergeben, führen schnell zu einem guten Verständnis der Atmosphäre, die durch den Schreibstil hergestellt wird. Farbenfrohe Illustrationen, die sich immer über beide aufgeschlagenen Seiten erstrecken, laden geradezu zum Verweilen und ausgiebigen Betrachten ein. Dabei besonders zu erwähnen die farbliche Gestaltung, die zu einer warmen und herzlichen Atmosphäre der Geschichte beitragen, wobei auch die immer wiederkehrende Verwendung gleicher Farbtöne zu einem stimmigen Gesamtbild beitragen.
Besonders hervorzuheben in diesem Zusammenhangmöchte die erste und die letzte Seite des Buches: reihenweise kleine bunte Dinosaurier, die sich dicht an dicht auf den beiden Seiten aneinanderreihen - eine wahre Farbenpracht und einfach nur wunderschön anzuschauen. Ein sehr, sehr schöner Beginn, aber auch Ende dieses Buches. Und, nicht zu vergessen, der kleine kleinkindgemäße Ausflug in die Bibel und den Hinweis auf die Bibelstelle, die diesem Buch zu Grunde liegt auf der letzten Seite.
Gedruckt auf leicht glänzendem Papier und in einem handlichen, fast quadratischen Format, das gut in der Hand liegt, entfaltet sich eine wunderschöne Gesamtwirkung dieses Buches. Es war mir eine große Freude und auch ein Genuss, dieses Buch nicht nur in Händen halten zu können sondern auch ein wenig in der Geschichte versinken zu können - für mich, wenn auch erwachsen, eine wunderschöne und gelungene Auszeit in einer momentan sehr anspruchsvollen Zeit - Balsam auch für erwachsene Seelen.

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Veröffentlicht am 12.01.2022

Jori zeigt Herz

Jori - Wettlauf mit Hindernissen
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Wieder entführen uns die Autorin Damaris Schwarzrock und die Illustratorin Esther Schmidt zu dem betriebsamen Bauernhof, auf dem das kleinen Schweinchen Jori lebt und sich mit seinen Freunden der Bauernhofolympiade ...

Wieder entführen uns die Autorin Damaris Schwarzrock und die Illustratorin Esther Schmidt zu dem betriebsamen Bauernhof, auf dem das kleinen Schweinchen Jori lebt und sich mit seinen Freunden der Bauernhofolympiade stellen will.

Auch im zweiten Band um Jori gelingt erneut die kindgerechte Verknüpfung einer wichtigen Botschaft mit Hilfe einer zauberhaften und bereits für Kleinkindern verständlichen Geschichte: Jori möchte um jeden Preis als Sieger des Hindernislaufes geehrt werden, setzt alles daran, dieses Ziel zu erreichen, bis ihn der Sturz seines Bruders aus dem Konzept bringt und dann alles anders kommt, als geplant …

Die Geschichte um und mit Jori zeichnet sich durch eine überaus kreative Gestaltung aus und in diesem Zusammenhang sei auf die olympischen Disziplinen "Eierlauf", der von Hühnern, Gans und Taube absolviert wird und das bekannte "Sackhüpfen" mit Hasen und Schafen als Teilnehmer wunderbar in Szene gesetzt wird. Sehr detailreiche Illustrationen, die sich jeweils über beide aufgeschlagenen Seiten erstrecken, unterstreichen die kurzen und leicht verständlichen Texte auf hervorragende Weise. Denn wie es sich für einen Bauernhof gehört: voller Leben und Beschäftigung, insbesondere jetzt, wo alle Bauernhoftiere zunächst damit beschäftigt sind, die Bauernhofolympiade vorzubereiten und durchzuführen. Es gibt sehr viel mehr zu entdecken als das, was im Begleittext zu lesen ist und gerade dies für mich etwas Besonderes. Besteht doch dadurch die Möglichkeit, die Geschichte noch weiter auszuschmücken und den Kindern zu vermitteln. Mit anderen Worten: zusätzlich ein "Mitmachbuch".

Das Buch hat mich überzeugt, sowohl was die Geschichte als auch die Botschaft betrifft. Und die bildliche Gestaltung lässt keine Wünsche offen, sondern ermöglicht einen schönen und anregenden Ausflug auf einen Bauernhof.

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Veröffentlicht am 17.12.2021

Familiäre Bande lassen sich nicht so einfach lösen

Wir sind schließlich wer
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Anna von Betteray, mit Mitte dreißig geschieden, im katholischen Glauben erzogen, übernimmt ein einem kleinen Ort am Niederrhein die Vertretung des erkrankten (evangelischen) Pfarrers. Für die Dorfbewohner ...

Anna von Betteray, mit Mitte dreißig geschieden, im katholischen Glauben erzogen, übernimmt ein einem kleinen Ort am Niederrhein die Vertretung des erkrankten (evangelischen) Pfarrers. Für die Dorfbewohner nicht nur auf Grund ihrer adligen Herkunft, sondern vor allem auch wegen ihres Familienstands ein alles anderer als "passender" Ersatz. Dies lässt sie die Haushälterin des abwesenden Pfarrers schon kurz nach ihrer Ankunft deutlich spüren, was Anna aber erst einige Zeit später auffällt.
Neben diesem Erzählstrang, in den bekannte Dorfstrukturen und Verhaltensweisen sehr geschickt und glaubhaft eingebettet sind, erhält man in einem weiteren Erzählstrang Zutritt zur Familie derer von Betteray, wobei eine hervorragende Charakterisierung von Annas Mutter deren Standesdünkel einfach nicht übersehen werden kann. Dabei legt Maria, die nur vier Jahre ältere Schwester von Anna, von klein auf bemüht, der Erwartungshaltung der Mutter inklusive Heirat eines ebenfalls Adligen gerecht zu werden. Dass sie dies nicht nur erfolgreich gemeistert hat und Mutter eines 11jährigen Sohnes geworden ist, täuscht im Laufe der Geschichte nicht darüber hinweg, dass auch bei ihr nicht alles so vollkommen ist, wie sie es nach spiegelt. Dass sich ihr (adliger) Ehemann wegen Steuerhinterziehung rechtfertigen muss passt so gar nicht in ihr Weltbild bzw. entspricht so gar nicht ihrem herablassenden Standesbewusstsein. Dass But dann doch dicker als Wasser ist, zeigt sich in dem zunächst zaghaften Versuch der beiden Schwestern, wieder aufeinander zuzugehen und gemeinsam das nervenaufreibende und belastende Verschwinden von Marias Sohn aufzuklären. Auch stellt sich Anna unterstützend und stärkend an Marias Seite, als sie mit dem nicht unerheblichen Steuerbetrug ihres Ehemannes konfrontiert wird.
Eine ganz besondere, lebenserfahrende und lebenskluge Tante, Großtante Ottilie, trägt mit sehr viel Einfühlungsvermögen und klaren Statements zu Annas psychischem Wohlergehen bei und setzt mit so mancher treffenden Bemerkung amüsante, lebensnahe und lebenstaugliche Akzente im Verlauf der Geschichte. Diese Dame Anfang 90 ist mein ganz persönliches highlight in diesem Roman. Herzerfrischend und doch mit starken und treffenden Bemerkungen – gelungen!
Meine Erwartung auf Grund der kurzen Inhaltsangabe zum Roman, genaueres über die berufliche Tätigkeit Annas und ihre Akzeptanz durch die Bewohner bzw. auch eine mögliche Nichtakzeptanz haben sich leider nicht erfüllt. Das Augenmerk liegt auf der Familie von Beheray und hier im Besonderen in der Auseinandersetzung und auch Aufarbeitung von Annas Vergangenheit. Um dann wieder zu einem guten und freundschaftlichen Verhältnis zu ihrer Schwester zu gelangen. Diese Entwicklung wird unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte gut beschrieben und auch auf Grund des leichten und flüssigen Schreibstils kann man dem Verlauf der Geschichte sehr gut folgen, zumal sie auch einige recht spannende Momente enthält.

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Veröffentlicht am 12.12.2021

Eine junge Frau lässt sich von der deutsch-deutschen Grenze nicht aufhalten

Die Dorfschullehrerin
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Helene, eine knapp dreißigjährige verwitwete Lehrerin, nimmt zu Beginn des Jahres 1961 eine Stelle an einer kleinen hessischen Dorfschule, nur wenige Kilometer von der damaligen Zonengrenze entfernt an. ...

Helene, eine knapp dreißigjährige verwitwete Lehrerin, nimmt zu Beginn des Jahres 1961 eine Stelle an einer kleinen hessischen Dorfschule, nur wenige Kilometer von der damaligen Zonengrenze entfernt an. Über ihr vorhergehendes Leben in der noch im Aufbau befindlichen DDR gibt sie nur wenig preis und die Vorbehalte der Dorfbevölkerung schwinden mehr und mehr, da sie sich durch ihre Unterrichtsform und ihre den Schülern zugewandte Art deutlich vom Lehrerkollegium abhebt. Sie gewinnt nicht nur die Herzen ihrer Schüler, sondern setzt sich für sie ein. Sei es gegenüber Lehrerkollegen oder auch schon mal gegenüber Eltern. Auch wenn die Dorfgemeinschaft nicht davon ausgeht, dass Helene lange bleiben wird, handelt es sich doch um ein sehr ländliches und abgeschiedenes Dorf, so verfolgt Helene einen ganz besonderen Plan, den sie beharrlich verfolgt und in den sie niemanden einweiht.
Mit diesem Roman gelingt es der Autorin, einen Teil der deutsch-deutschen Geschichte aufzuzeigen und transparent zu machen, die von der ersten Seite an fesselt. Dabei wird nicht nur die Schulstruktur dieser Zeit, etwa in Form der üblichen Doppelklassen und den damit verbundenen besonderen beruflichen Herausforderungen an Lehrkräfte sehr authentisch und überzeugend dargestellt. Sondern auch die Herausforderungen, Auswirkungen und Herausforderungen, die mit dem Aufbau der DDR verbunden waren. Dazu wird ein weiterer Erzählstrang genutzt, in dem die Familie von Helenes Vater und auch ihre bei ihm lebende Tochter Marie eine wichtige und tragende Rolle spielt. Dabei sehr faszinierend mitzuerleben, wie gerade in der Charaktere der Ehefrau von Helenes Vater die Erkenntnis reift, dass der praktische Sozialismus nicht mit den ersten Erwartungshaltungen und Hoffnungen übereinstimmt.
Ein Roman, der von überzeugenden Charakteren getragen wird und Einblicke vor allem in den ostdeutschen Alltag und die zunehmenden Probleme und Einschränkungen, unter denen die dort lebenden Menschen noch viele Jahrzehnte leben mussten, werden auf eine sehr anschauliche und realistische Weise dargestellt. Auch wenn es sich um zwei Erzählstränge handelt, findet man sich in der jeweiligen Geschichte sehr gut zurecht und es ergibt sich ein überzeugendes und zunehmend spannendes Gesamtbild. Hat man selbst in den frühen 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts seine eigene Schulzeit erlebt, so findet man sich, gerade in so vielen Kleinigkeiten sofort wieder. Und, als etwas besonderes empfinde ich das Einflechten von so manchem Gespräch in Kirchdorf in dem dort herrschenden Dialekt. Gerade dies bewirkt eine lebhafte Vorstellung von dem Dorfleben und Dorfgeschehen und erzeugt eine glaubwürdige Authentizität. Im Übrigen trägt auch die Einbindung von amerikanischen Streitkräften in der nächstgelegenen Stadt, zu einem gelungen Zeitkolorit bei. Gekonnt die zunächst nur freundschaftliche Beziehung zwischen Helene und einem GI, die im Verlauf der Geschichte sicher eine besondere Rolle spielen könnte …
Dieser Roman hat mich von Anfang an begeistert, gefesselt und mich eine Zeitreise antreten lassen, an deren Ende ich viel darüber erfahren habe, wie sich grobe Zusammenhänge im täglichen Leben der damaligen Zeit ausgewirkt haben. Freue mich und bin sehr gespannt auf den Folgeband!

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Veröffentlicht am 29.11.2021

Eine wohltuende und herzerwärmende Auszeit

Das kleine Chalet in der Schweiz
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Mina, quirlig, freundlich, offen, großzügig, kreativ und mit einem großen Freundes- und Bekanntenkreis, den sie immer wieder gerne zu kulinarischen Überraschungspartys einlädt, fiebert einer neuen Party ...

Mina, quirlig, freundlich, offen, großzügig, kreativ und mit einem großen Freundes- und Bekanntenkreis, den sie immer wieder gerne zu kulinarischen Überraschungspartys einlädt, fiebert einer neuen Party mit einem ganz besonderen persönlichen highlight entgegen. Doch es kommt alles anders als geplant und sie sieht nur noch einen einzigen Ausweg: nichts wie weg. So weit weg, wie in der gerade herrschenden Winterzeit nur möglich. Ihre Flucht endet in der Schweiz, liebevoll und aufmerksam umsorgt von ihrer heißgeliebten Patentante. Wenn da nicht Luke wäre, den sie auf recht unkonventionelle Zugfahrt in die Schweiz kennengelernt hat und Spuren in ihrem Herzen hinterlassen hat, die sie nicht wahrhaben möchte.
Eine zauberhafte Liebesgeschichte entfaltet sich beim Lesen. Liebend gerne würde man zu Minas Freundeskreis gehören oder auch Gast im Hotel der Patentante sein, die es versteht, eine ganz besondere "freue mich, dass gerade du bei mir zu Gast bist" – Atmosphäre zu vermitteln. Da würde ich mich auf alle Fälle so wohl fühlen, dass ich immer wieder kommen würde …
Der Autorin gelingt es mit einer noch nicht erlebten Leichtigkeit, diese Atmosphäre so eindrücklich zu schildern und in Worte zu fassen, dass ich nur staunen kann. Besonders reizvoll dabei die Schilderung der vorübergehenden Wahlheimat von Mina, wobei sich mit Leichtigkeit eine bildhafte Vorstellung des Gelesenen einstellt. Wenn ein Roman die Bezeichnung "Wohlfühlroman" verdient, dann nimmt dieser Ausflug in das kleine schweizer Chalet mit den ersten Platz ein.

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