sehr philosophisch gehalten
Die Farbe von GlückDas Buch "Die Farbe von Glück" von Clara Maria Bagus hat ein wunderschönes anziehendes Cover. Auch der Klappentext klingt ansprechend und verspricht ein spannendes Familiendrama über verschwundene Mütter ...
Das Buch "Die Farbe von Glück" von Clara Maria Bagus hat ein wunderschönes anziehendes Cover. Auch der Klappentext klingt ansprechend und verspricht ein spannendes Familiendrama über verschwundene Mütter und vertauschte Babys.
Zu Beginn des Buches taucht man direkt in die Geschichte ein. Der kleine Antoine wird von seiner Mutter einfach zurückgelassen. Seine Nachbarin Charlotte nimmt ihn auf und kümmert sich von da an liebevoll um ihn. Die Sprache ist gefühlvoll und man leidet mit dem kleinen Jungen mit.
Zwei Jahre später arbeitet Charlotte als Krankenschwester in einer Geburtsklinik, als sie auf einen verzweifelten Vater trifft, der sein schwaches kränkliches Töchterchen durch ein gesundes Kind eintauscht. Nach mehreren toten Kindern will er seine Frau vor noch mehr Leid schützen. Charlotte ist dagegen. Doch der Mann, der als Richter arbeitet, droht ihr ihr Pflegekind Antoine wegnehmen zu lassen.
Dieses Geheimnis belastet die beiden jahrelang. Charlotte zieht mit Antoine in ein fernes asiatisches Land und Jules wird von Jahr zu Jahr mehr von Schuldgefühlen geplagt. Was ist wohl aus seinem leiblichen Töchterchen geworden?
Anfangs fand ich die bildliche und sehr philosophische Sprache wunderschön. Schon bald wurde es aber anstrengend. Die Protagonisten führen nie normale Gespräche. Alles ist eine Aneinanderreihung von Lebensweisheiten und klugen Kalendersprüchen. Das fand ich sehr unrealistisch. Niemand spricht andauernd so.
Auch die Entwicklung der Geschichte zum Ende hin war für mich fragwürdig. Die komischen Verbindungen zwischen den Protagonisten, die sich durch viele Zufälle alle wiederfinden. Niemand ist böse. Alles sind glücklich und verzeihen sofort. Friede, Freude, Eierkuchen.
Naja, ein Wohlfühlroman, aber leider wenig realistisch.