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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2021

Atemlos

Dark
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Sneak Lawlor, ihres Zeichens Kleinkriminelle, ist verzweifelt: Ihre Tochter Daydy ist verschwunden. Sie bittet ihre ehemalige Zellengenossin Blair Harbour um Hilfe. Blair ist Ärztin und wurde wegen Mordes ...

Sneak Lawlor, ihres Zeichens Kleinkriminelle, ist verzweifelt: Ihre Tochter Daydy ist verschwunden. Sie bittet ihre ehemalige Zellengenossin Blair Harbour um Hilfe. Blair ist Ärztin und wurde wegen Mordes verurteilt. Die beiden Frauen nehmen noch Jessica Sanchez, eine desillusionierte Polizistin, und Ada Maverick, eine Größe in der Unterwelt von Los Angeles, in ihre Gruppe der „Ermittlerinnen“ auf. Denn in diesem Fall können sie wirklich jede Hilfe gebrauchen, es geht um Geld – viel Geld! Und was macht eigentlich die Polizei in diesem Fall? Freund und Helfer oder doch eher das Gegenteil? Und dann ist da auch noch ein verurteilter Bankräuber und Mörder in einer Todeszelle, auch dieser scheint in den Fall involviert zu sein. Können die vier Frauen entgegen aller Widrigkeiten Dayly retten?
Die australische Autorin Candice Fox, die es mit ihrer Hades-Trilogie schon in die High Society der Thriller Autoren geschafft hat, hat mit „Dark“ einen neuen actionreichen Thriller vorgelegt. Vier starke Frauen suchen, manchmal verzweifelt, nach einem verschwundenen Mädchen. Aber wenn man jetzt denkt: „ach wie schön, fast schon romantisch“, wird man schnell eines Besseren belehrt. Die Frauen sind, jede für sich, hart, und das nicht nur im Nehmen. Doch sie haben, vielleicht bis auf Ada, ein Ziel, das ehrenhaft ist: sie wollen Leben retten – mit allen Mitteln. Mir gefällt dieses etwas ungewöhnliche Ermittlerteam sehr gut, sie sind unberechenbar, das macht sie gefährlich. Das Buch ist gewohnt flüssig und schnörkellos geschrieben, der Spannungsbogen wird gut gehalten bis zum Schluss.
Das blutrot / dunkle Cover passt gut zum düstern Thriller und macht den Thriller – Fan sofort auf dieses Buch aufmerksam. Der Titel „Dark“ ist nicht besonders aussagekräftig, passt aber zum Buch.

Veröffentlicht am 14.05.2021

Gerne mehr davon!

Der andere Sohn
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Der amerikanische FBI-Agent John Adderly erlebt bei einem Einsatz in Baltimore ein Fiasko und muss sich daraufhin eine neue Identität zulegen. Da er schwedische Wurzeln hat und ihn von dort ein Hilferuf ...

Der amerikanische FBI-Agent John Adderly erlebt bei einem Einsatz in Baltimore ein Fiasko und muss sich daraufhin eine neue Identität zulegen. Da er schwedische Wurzeln hat und ihn von dort ein Hilferuf seiner Familie erreicht, ist es für ihn klar, dass Schweden das richtige Land für ihn ist, trotz der Gefahr, dass er über die Familie enttarnt wird. Im Wunschland angekommen, stellt sich heraus, dass ein Verbrechen, das zehn Jahre zurückliegt, neu aufgerollt werden soll. Damals war sein Halbbruder der Hauptverdächtige in diesem Fall. Dieser befürchtet nun, dass die Polizei ihn abermals der Tat beschuldigen wird. John gelingt es, sich einen Platz im Ermittlerteam zu sichern und setzt nun alles daran, die Wahrheit herauszufinden. Doch kann er hier wirklich objektiv agieren?
Die schwedischen Autoren Peter Mohlin und Peter Nyström haben mit „Der andere Sohn“ den ersten Band einer Reihe um den Ermittler John Adderly vorgelegt. Sie schreiben in einem flüssigen Stil, wie man ihn sich für einen Krimi wünscht. Die Protagonisten sind sehr menschlich, haben durchaus auch ihre Macken und Schwächen. Die Geschichte gefällt mir sehr gut, auch wenn mir nicht alles ganz glaubhaft erscheint. Aber es handelt sich hier ja auch nicht um einen Tatsachenbericht… Den Autoren gelingt es, den Spannungsbogen sehr gut hochzuhalten und warten mit einigen Überraschungen auf.
Ich freue mich schon auf den zweiten Band dieser Reihe!
Das Cover ist sehr auffällig, zum einen schon durch die gelbe Farbe, die so gar nicht krimitypisch ist. Zum anderen ist das Coverbild wirklich super gemacht, die Küstenlandschaft in der Silhouette eines Mannes zieht die Blicke auf sich. Der Titel ist nicht besonders aussagekräftig, passt aber gut zur Geschichte.

Veröffentlicht am 14.05.2021

Schatten der Vergangenheit

GIRL A
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Alexandra Gracie, von allen nur Lex genannt, hat es geschafft: Sie ist dem Horrorhaus, was gleichzeitig auch ihr Elternhaus war, entflohen. Sie schafft es, die Polizei zu benachrichtigen, so dass diese ...

Alexandra Gracie, von allen nur Lex genannt, hat es geschafft: Sie ist dem Horrorhaus, was gleichzeitig auch ihr Elternhaus war, entflohen. Sie schafft es, die Polizei zu benachrichtigen, so dass diese auf Lex´ Familie, in der Gewalt und Hunger herrscht, aufmerksam wird. Unvorstellbar ist das, was sich in diesem Haus zutrug.
Nun ist Lex längst erwachsen, ist eine erfolgreiche Anwältin und glaubt von sich, die Schrecken der Kindheit hinter sich gelassen zu haben. Doch dann stirbt ihre Mutter im Gefängnis und sie muss den Nachlass verwalten und Kontakt zu ihren Geschwistern aufnehmen, die sie jahrelang nicht gesehen hat. Die Vergangenheit ist nun allgegenwärtig. Wird Lex es schaffen, sich aus dem apokalyptischen Strudel, der sie zu verschlingen droht, zu befreien?
Die englische Autorin Abigail Dean hat mit „Girl A“ einen bemerkenswerten Roman geschrieben. Hier wird familiäre Gewalt gegen Kinder aus Sicht der Betroffenen thematisiert. Das erzeugt beim Leser oft Beklemmungen, andererseits ist es auch sehr interessant und flüssig geschrieben. Den verschiedenen Geschwistern von Lex sind eigene Kapitel gewidmet, das gibt dem Buch eine gewisse Struktur, die mir allerdings in der zeitlichen Abfolge fehlt. Hier gibt es viele Zeitsprünge, das macht das Lesen teilweise etwas anstrengend. Die Protagonisten sind schon auf Grund der speziellen Situation interessante Charaktere, das hat die Autorin gut herausgearbeitet. Zum Verhalten der Eltern hätte ich gern noch etwas mehr erfahren, da war für mich nicht alles ganz schlüssig.
Mein Fazit zum Buch könnte man so zusammenfassen: sehr interessantes Thema, man hätte noch etwas mehr daraus machen können.
Das Cover gefällt mir sehr gut, es wirkt, genau wie der Titel „Girl A“ geheimnisvoll und macht neugierig.

Veröffentlicht am 15.01.2021

Tolles Debüt!

Frostgrab
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Milla fährt mit gemischten Gefühlen zu einem Treffen mit ihren ehemaligen Snowboardkumpels in die französischen Alpen. Zehn Jahre zuvor hat die Clique hier zusammen trainiert, bevor ein schreckliches Ereignis ...

Milla fährt mit gemischten Gefühlen zu einem Treffen mit ihren ehemaligen Snowboardkumpels in die französischen Alpen. Zehn Jahre zuvor hat die Clique hier zusammen trainiert, bevor ein schreckliches Ereignis den Superwinter jäh beendete. Danach hatte sich die Gruppe zerschlagen und keinen Kontakt mehr. Doch nun kam die völlig überraschende Einladung an Milla. Doch das Treffen entwickelt sich ganz anders als erwartet: nachdem die Handys der Teilnehmer verschwunden sind und die Seilbahn außer Betrieb gesetzt wurde, ahnen die Beteiligten, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt – und dass ihnen große Gefahr droht.
Die ehemals professionelle Snowboarderin Allie Walker hat mit ihrem ersten Roman „Frostgrab“ ein sensationelles Debüt geschafft: der Thriller ist spannend bis zum Schluss und ist geprägt von einem flüssigen Schreibstil, der den Leser nur so durch dieses Buch fliegen lässt. Auch die Landschaftsbeschreibungen gefallen mir, der Leser hat sofort schöne Bilder eines verschneiten Gebirges im Kopf. An manchen Stellen geht die Autorin für meinen Geschmack etwas zu sehr ins Detail, wenn es um verschiedene Tricks und Figuren beim Snowboarden geht, da liest man eine große Kompetenz heraus, die ich im Thriller aber nicht unbedingt brauche. Andererseits ist der Einblick in diese Szene aber sehr interessant und die Atmosphäre bei solchen großen Turnieren ist gut beschrieben. Die Protagonisten haben allesamt sowohl gute wie auch schlechte Eigenschaften, wie im wahren Leben auch. Es gefällt mir sehr gut, dass es hier keinen Helden gibt, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen.
Das Cover wirkt eisig durch seine kalten Farben und die Spitzen, die an Eiszapfen erinnern. Das passt wunderbar zum Buch, wie auch der Titel „Frostgrab“. Sehr gelungen!

Veröffentlicht am 09.01.2021

Action und Witz

Love & Bullets
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Fiona und Bill sind zusammen ein Ganovenpärchen, sie ergänzen sich gut. Hier ist mal die Frau der taffere Teil des Duos, Fiona schreckt vor Gewaltanwendung nicht zurück. Nachdem Bill eine New Yorker Gang ...

Fiona und Bill sind zusammen ein Ganovenpärchen, sie ergänzen sich gut. Hier ist mal die Frau der taffere Teil des Duos, Fiona schreckt vor Gewaltanwendung nicht zurück. Nachdem Bill eine New Yorker Gang um einen großen Batzen Geld erleichtert hat, sind die beiden auf der Flucht. Bis in die Karibik geht es, mit Intermezzos in der amerikanischen Provinz. Als sie dann doch nach New York zurückkehren, warten schon wutentbrannte Feinde mit vernichtenden Waffen auf sie. Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, mit heiler Haut aus diesem Dilemma herauszukommen? Wohl eher nicht…
Der Thriller „Love & Bullets“ von Nick Kolakowski ist eine typisch amerikanische Geschichte um Verbrechen, Flucht und auch etwas Liebe. Der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos, der Leser eilt mit Fiona und Bill durch diese Story. Die Protagonisten sind nicht nur sympathisch, vor allem Fiona mit ihrer Skrupellosigkeit sammelt nicht nur Pluspunkte, obwohl sie ihre Taten durchaus auch hinterfragt und auch Gewissen zeigt. Bill ist eher manchmal etwas schusselig, diese Persönlichkeit mag ich lieber. Der Spannungsbogen ist grundsätzlich immer hoch, allerdings hatte das bei mir zur Folge, dass mir einfach etwas zu viel Action im Spiel war. Das war dann teilweise doch etwas unrealistisch und dadurch wieder weniger spannend. Sehr gut gefallen hat mir der Humor, der immer wieder durchblitzte, egal ob in den Dialogen oder in den teils mörderischen Handlungen. Da konnte ich manches Mal schmunzeln. Wer Action liebt und auch einer Prise Witz im Thriller nicht abgeneigt ist, dem sei dieses Buch empfohlen.
Das Cover sieht super aus, der goldene Farbton und der kleine Elvis machen neugierig und passen sehr gut zum Inhalt. Auch der Titel „Love & Bullets“ ist Programm.