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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2020

Spannender dritter Band

Rache, auf ewig
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Die Profiler Jan Grall und Rabea Wyler, eigentlich vom LKA suspendiert, werden zu einem neuen mysteriösen Fall hinzugezogen. Auf Sylt wurde ein Mann auf sehr grausame Weise ermordet: in einem Gewächshaus, ...

Die Profiler Jan Grall und Rabea Wyler, eigentlich vom LKA suspendiert, werden zu einem neuen mysteriösen Fall hinzugezogen. Auf Sylt wurde ein Mann auf sehr grausame Weise ermordet: in einem Gewächshaus, auf einer Liege gefesselt, wird er langsam von schnell wachsendem Bambus durchbohrt – ein äußerst qualvoller Tod. Was steckt hinter diesem Mord? Und scheinbar hat der Täter, der sich als Erlöser sieht, noch mehr blutige Pläne. Die Zeit läuft den Ermittlern davon…
Der Thriller „Rache, auf ewig“ ist der dritte Band der Reihe um die Profiler Jan Grall und Rabea Wyler. Es ist ein sehr kurzweiliges Buch, der Spannungsbogen wird über weite Strecken hoch gehalten. Der flüssige und gut lesbare Schreibstil hat sicher auch seinen Anteil daran. Die Protagonisten sind Personen mit Ecken und Kanten, vor allem Rabea hat aggressive Aussetzer, die mir doch schon etwas krankhaft erscheinen. Jan ist der sympathischere Teil des Duos, auch er hat seine Macken, aber bleibt bodenständiger. Durch seine besondere Sensibilität erspürt er die Intentionen anderer Menschen, eine wichtige Eigenschaft für einen Profiler. Die Methoden der beiden sind eher unkonventionell, aber immer sehr engagiert. Sehr gut gefallen hat mir die Geschichte an sich, sie ist doch komplexer als anfangs gedacht. Für zart besaitete Gemüter ist das Buch weniger geeignet, zu detailreich werden die Verbrechen beschrieben. Mir hat das allerdings gut gefallen!
Das Cover mit der blutigen Sicherheitsnadel wird jedem Thriller Liebhaber auffallen, über das Genre kann es hier keinen Zweifel geben. Der Titel „Rache, auf ewig“ ist etwas reißerisch, weist aber auch zweifellos auf den spannenden Thriller hin.

Veröffentlicht am 17.11.2020

Düster

Verhasstes Blut
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Ruben Hattinger, der etwas eigene BKA-Ermittler, bekommt einen neuen Fall im Thüringer Wald. Dieser Ort scheint düster und unheimlich zu sein. Auch die Verbrechen sind unheimlich: eine Tote, die schon ...

Ruben Hattinger, der etwas eigene BKA-Ermittler, bekommt einen neuen Fall im Thüringer Wald. Dieser Ort scheint düster und unheimlich zu sein. Auch die Verbrechen sind unheimlich: eine Tote, die schon seit längerer Zeit vermisst wurde, ein Kind, das eine Jacke aus menschlicher Haut trägt und ein ermordetes Paar. Viel Arbeit für den etwas verschrobenen Sonderermittler, dem die junge Kollegin Eva Lange zur Seite gestellt wird. Und auch die Kriminalisten vor Ort sind natürlich in die Arbeit eingebunden. Nach anfänglichem Sträuben klappt die Zusammenarbeit dann doch ganz gut. Doch ist sie gut genug, um diese mysteriösen Verbrechen aufzuklären? Denn für diese Ermittlungsarbeit bedarf es aller zur Verfügung stehenden Kräfte.
Der deutsche Autor Mark Franley hat mit „Verhasstes Blut“ einen neuen Band der Ruben-Hattinger-Thriller geschrieben. Ich kenne die früheren Bände nicht, hatte trotzdem keine Probleme, mich in diese Geschichte einzulesen, ganz im Gegenteil, das Buch hat mich recht schnell gefesselt. Der Schreibstil ist mitreißend flüssig, er trägt zum gelungenen Spannungsaufbau bei. Der Hauptprotagonist Ruben Hattinger ist ein Polizist mit Ecken und Kanten, im Grunde jedoch sehr sympathisch und menschlich. Diese Figur hat mir besonders gut gefallen. Doch auch die weiteren handelnden Personen haben jeweils gut herausgearbeitete Persönlichkeiten. Der Fall ist mysteriös mit einigen Wendungen, was die Spannung bis zum Schluss auf einem hohen Level hält. Die Beschreibungen des Thüringer Waldes lassen ziemlich düstere Bilder im Kopf entstehen, sehr gut gelungen!
Das Cover mit der blutroten Schrift weist auf den Thriller hin, dieses Buch würde ich sicherlich auf Grund des Titelbildes auch in der Buchhandlung in die Hand nehmen, es macht neugierig. Auch der Titel lässt keinen Zweifel am blutigen Genre.
Ich finde dieses Buch sehr spannend und empfehlenswert für nicht zu zart besaitete Leser!

Veröffentlicht am 02.11.2020

Menschenpuppe

Die perfekte Sünde
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Am Stadtrand von Edinburgh kämpft eine junge Frau um ihr Leben – vergeblich. Sie stirbt einen grausamen Tod, denn wie die Ermittler später feststellen werden, wurden zwei großflächige Stücke ihrer Haut ...

Am Stadtrand von Edinburgh kämpft eine junge Frau um ihr Leben – vergeblich. Sie stirbt einen grausamen Tod, denn wie die Ermittler später feststellen werden, wurden zwei großflächige Stücke ihrer Haut entfernt. Die Frage nach dem Warum wird recht schnell beantwortet, die Haut wurde zum Fertigen einer Puppe gebraucht, die in einem Kinderwagen neben dem Kind einer anderen jungen Frau entdeckt wird. Jetzt wurde auch diese Frau entführt. DCI Ava Turner und DI Luc Callanach setzen alles daran, sie zu finden, bevor auch sie diesem perfiden Verbrecher zum Opfer fällt. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig und die Zeit rennt… Zudem kommt noch der Fall eines misshandelten Obdachlosen hinzu, auch hier ist erstmal völlig unklar, was die Beweggründe für diese Tat sind.
Helen Fields ist eine versierte Thriller Autorin, die mit „Die perfekte Sünde“ schon den vierten Teil der „Perfekt“-Reihe geschrieben hat. Ich hatte bisher nur einen Band der Reihe gelesen, konnte dem Geschehen in diesem Buch trotzdem mühelos folgen. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, als Leser fliegt man ohne Verständnisschwierigkeiten durch die Geschichte. Ava und Luc sind sympathische Protagonisten, von denen man auch Einiges über ihr nicht immer harmonisches Privatleben erfährt. Ihre cholerische Chefin finde ich allerdings etwas überzeichnet, sie ist meiner Meinung nach nicht ganz glaubhaft dargestellt. Die Verbrechen sind sehr detailreich geschildert, wahrlich nichts für schwache Nerven – aber so, wie wir Thrillerleser es lieben. Die Spannung steigert sich zum Schluss nochmals bis zum spektakulären Finale.
Das Cover mit der Dornenkrone deutet wie auch der Titel „Die perfekte Sünde“ auf einen religiösen Hintergrund hin, ob dem so ist, wird hier nicht verraten. Der freiheitsliebende Schmetterling scheint in dieser Krone gefangen zu sein, vielleicht ein ganz passendes Bild.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 21.10.2020

Überfrachtet

Final Control
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Europa in Aufruhr: China drängt mit seinen Überwachungsstrategien nach Europa und es gibt einflussreiche und mächtige Männer, die das forcieren. Die EU droht zu zerbrechen, zu weit klaffen Arm und Reich ...

Europa in Aufruhr: China drängt mit seinen Überwachungsstrategien nach Europa und es gibt einflussreiche und mächtige Männer, die das forcieren. Die EU droht zu zerbrechen, zu weit klaffen Arm und Reich auseinander und ein zerstörerischer Egoismus verschärft die Lage noch. Mittendrin findet sich der deutsche Tom wieder, der im chinesischen Shenzhen in einem innovativen Start-up arbeitet. Für ihn wird die Sachlage nur langsam durchschaubar, zu sehr ist er mit privaten Problemen beschäftigt. Als der Milliardär Dairon Arakis ihn einstellt, ahnt er nicht, in welche internationalen Machenschaften dieser verwickelt ist.
Der deutsche Autor Veit Etzold hat mit dem Thriller „Final Control“ ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen – das mächtige China, das anfängt, auch in Europa immer größeren Einfluss zu nehmen; und im Gegensatz dazu das behäbige Europa, das mit der digitalen Entwicklung kaum Schritt halten kann und zwischen anderen Mächten zerrieben wird. Das Buch hat viele verschiedene internationale Schauplätze und auch reichlich handelnde Personen. Für mein Empfinden ist das alles etwas zu viel, manchmal fehlte mir einfach, so auch in längeren Erklärungen einiger Sachverhalte seitens des Autors, ein roter Faden, so dass auch der Spannungsbogen unterbrochen war. Veit Etzold hat sicherlich sehr gut recherchiert, so wie man es von ihm gewohnt ist, doch in dieses Buch wurde etwas zu viel an Input gepackt, es wurde dadurch etwas langatmig trotz des flüssigen Schreibstils, der mir wiederum gut gefallen hat. Der Protagonist Tom blieb etwas blass und sein Handeln nicht immer verständlich. Ich bin leider etwas enttäuscht von diesem Buch, nach Lesen des Klappentextes hatte ich mehr Spannung erwartet.
Das Cover gefällt mir gut, schwarz und rot deutet aber eher auf einen bluttriefenden Thriller hin. Der Titel passt perfekt zum Inhalt.

Veröffentlicht am 26.09.2020

Der Körper unter der Lupe

Das Buch mit der Lupe: Mein Körper
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Die Autorin Nancy Dickmann hat mit „Das Buch mit der Lupe: Mein Körper“ ein sehr lehrreiches Kinderbuch veröffentlicht. Auf 24 Seiten haben die jungen (und auch die erwachsenen) Leser die Möglichkeit mit ...

Die Autorin Nancy Dickmann hat mit „Das Buch mit der Lupe: Mein Körper“ ein sehr lehrreiches Kinderbuch veröffentlicht. Auf 24 Seiten haben die jungen (und auch die erwachsenen) Leser die Möglichkeit mit einer Lupe unter die Haut in den Körper zu schauen. Die Lupe ist in die stabilen Seiten integriert, man schiebt sie mit dem Finger über die Fläche. Hier habe ich den einzigen Kritikpunkt: Leider lässt sich die Lupe nicht ganz einfach schieben, manchmal stockt sie etwas. Die Abbildungen sind klar und schnörkellos, nichts lenkt vom Ziel des Buches ab: Es vermittelt fundamentales Wissen an Kinder – und das mit Spaß. Die Verdauung, das Skelett und das Nervensystem sind einige Themen, doch auch der Blutkreislauf, die Organe und das Immunsystem haben ihren Platz in diesem Buch. Die Sprache ist kindgerecht, Kinder ab 5 Jahren können die Erklärungen gut verstehen, aber auch kleinere Kinder haben schon Spaß daran, die Lupe zu schieben und Neues zu entdecken, Wenn dann eine erwachsene Person daneben sitzt und dem Kind am eigenen Körper zeigt, wo sich die beschriebenen Körperteile befinden, verstehen auch sie schon Einiges.
Das Cover gefällt mir gut, man versteht sofort, worum es in diesem Buch geht. Ebenso wie der Titel ist auch das Cover nüchtern und klar. Das Buch gefällt mir und meinen Enkeln und Tageskindern wirklich sehr gut, deshalb vergebe ich trotz des einen Kritikpunkts fünf Sterne.