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Veröffentlicht am 04.07.2020

Spur in die Vergangenheit

Schwestern im Tod
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Kommissar Martin Servaz ist in den 90er Jahren ein junger aufstrebender Kommissar bei der Toulouser Polizei. Sein erster wirklich großer Fall ist der Doppelmord an zwei jungen Frauen, die in Kommunionskleider ...

Kommissar Martin Servaz ist in den 90er Jahren ein junger aufstrebender Kommissar bei der Toulouser Polizei. Sein erster wirklich großer Fall ist der Doppelmord an zwei jungen Frauen, die in Kommunionskleider gehüllt an zwei Bäume gefesselt aufgefunden werden. Schnell gerät Erik Lang, ein Schriftsteller, in den Fokus der Ermittlungsarbeit, beschreibt dieser doch in einem seiner Bücher ein Verbrechen dieser Art. Doch dann gibt es ein Geständnis eines anderen Mannes und der Fall wird zu den Akten gelegt. 25 Jahre später aber gibt es wieder einen Mord an einer Frau, die ebenfalls ein Kommunionskleid trägt – hierbei handelt es sich nun aber um die Ehefrau von Erik Lang. Kann das ein Zufall sein? Martin Servaz ist von einem Zusammenhang überzeugt und begibt sich zu dem bekannten Verdächtigen – wird er ihm diesmal einen Mord nachweisen können?
Der französische Autor Bernard Minier hat mit „Schwestern im Tod“ seinen 5. Psychothriller vorgelegt, für mich war dieses Buch allerdings das erste dieses Schriftstellers. Trotzdem hatte ich keinerlei Probleme, der Handlung zu folgen, die Lektüre der ersten vier Bände ist also nicht zwingend notwendig. Minier schreibt in einer besonderen, manchmal fast poetisch anmutenden Sprache, wenn das Geschehen es erfordert, aber auch knallhart. Martin Servaz ist ein engagierter Kommissar, das macht ihn sympathisch. Die Geschichte ist spannend geschrieben, es gibt ein paar unerwartete Wendungen, das Ende war für mich so nicht vorhersehbar. Über weite Strecken gelingt es dem Autor tatsächlich, den Spannungsbogen zu halten, es gibt nur wenige Längen in diesem Buch.
Das düstere Cover gefällt mir sehr gut, es wird jedem Thrillerleser ins Auge fallen und neugierig machen. Auch der Titel ist gut gewählt, passend zur Story.

Veröffentlicht am 02.06.2020

Spannend mit leichten Schwächen

Achtzehn
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Der schwedische Radiojournalist Axel Sköld stößt auf mysteriöse Übereinstimmungen bei verschiedenen Verbrechen. Ohne Erlaubnis seines Senders sendet er einen Podcast, in dem er diese Übereinstimmungen ...

Der schwedische Radiojournalist Axel Sköld stößt auf mysteriöse Übereinstimmungen bei verschiedenen Verbrechen. Ohne Erlaubnis seines Senders sendet er einen Podcast, in dem er diese Übereinstimmungen öffentlich macht – mit weitreichenden Folgen. Er ermittelt entgegen aller Widerstände weiter und bringt sich und auch seine Kollegin damit in tödliche Gefahr. Denn er scheint in ein Wespennest gestochen zu haben, einige einflussreiche Personen versuchen alles um seine Nachforschungen zu stoppen.
Der schwedische Autor und Journalist Anton Berg hat mit „18“ einen spannenden, wenn auch manchmal etwas unrealistischen Thriller geschrieben. Axel ist ein sympathischer, aber auch zeitweise sehr naiver Protagonist, man möchte ihn manchmal schütteln, damit er merkt, wie leichtsinnig er agiert. Auch seine Kollegin Stina mag ich gern, auch sie ist eine engagierte und mutige Journalistin. Die Geschichte um die „18“ ist manchmal etwas verwirrend, entwickelt sich aber zu einer sehr spannenden Story. Der Spannungsbogen steigt zum Ende hin steil an. Leider gibt es am Ende noch das eine oder andere ungelöste Rätsel, bzw. Aktionen, deren Logik sich mir nicht wirklich erschließt, was mir nicht so gut gefallen hat. Trotzdem hat mir das Buch im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, so dass ich knappe vier Sterne vergeben möchte.
Das düstere Cover spricht mich als Thrillerleserin an, ich würde mir das Buch auch im Buchladen genauer anschauen. Der Titel ist kurz und knapp und macht neugierig.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 10.04.2020

Aus der Vergangenheit

Die Herren der Zeit
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In Vitoria, einer Stadt im Baskenland, ermittelt Inspector Ayala alias Kraken in einer Reihe mysteriöser Morde. Langsam wird klar, dass ähnliche Morde schon in einem historischen Roman beschrieben wurden. ...

In Vitoria, einer Stadt im Baskenland, ermittelt Inspector Ayala alias Kraken in einer Reihe mysteriöser Morde. Langsam wird klar, dass ähnliche Morde schon in einem historischen Roman beschrieben wurden. Dieser ist ebenfalls in Vitoria und Umgebung angesiedelt. Der Verfasser dieses Buches mit Titel „Die Herren der Zeit“ ist unbekannt, nun setzen die Ermittler alles daran, diesen Autoren zu finden. Steckt er hinter diesen schrecklichen Morden? Und in welchem Zusammenhang steht Kraken zu dieser Geschichte? Denn es gibt scheinbar Bezüge zu ihm und seiner Familie.
Der Thriller „Die Herren der Zeit“ der baskischen Autorin Eva Garcia Saenz, der dritte Teil einer Trilogie, ist in zwei Handlungsstränge geteilt, dem gegenwärtigen und dem historischen aus dem beschriebenen Buch, quasi ein „Buch im Buch“. Diese Vorgehensweise ist originell und gefällt mir sehr gut. Auch der Sprachstil ändert sich je nach Zeitalter, so ist die Unterscheidung der Epoche einfacher und man fühlt sich direkt in die jeweilige Zeit hineinversetzt. Die Zusammenhänge sind komplex aber verständlich dargelegt. Einzig bei den sehr vielen Namen hatte ich trotz eines Personenregisters im Anhang Probleme, diese immer richtig zuzuordnen. Und, ganz ehrlich, wenn man als Leser im Lesefluss ist, hat wohl kaum jemand Lust, des Öfteren zum Glossar vor zu blättern, das stört den Flow dann doch sehr. Kraken ist ein sehr engagierter Polizist, aber auch ein liebevoller Familienmensch, das macht ihn sehr sympathisch.
Für mich war es das erste Buch dieser Autorin, trotzdem konnte ich dem Geschehen (mit Ausnahme der Namen, wie oben schon erwähnt) problemlos folgen. Die Lektüre der ersten beiden Bände ist sicher hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.
Das in rötlichen Farben gehaltene Cover passt tatsächlich zu beiden Epochen, in denen das Buch angesiedelt ist. Der Titel ist gut gewählt und macht neugierig.

Veröffentlicht am 29.03.2020

Erschreckend brutal

Blutgott
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Clara Vidalis, Kriminalkommissarin beim LKA in Berlin, ermittelt zusammen mit ihrem Team in einem bestialischen Mord. Eine junge allein reisende Frau wurde im Zugabteil eines IC grausam ermordet. Alles ...

Clara Vidalis, Kriminalkommissarin beim LKA in Berlin, ermittelt zusammen mit ihrem Team in einem bestialischen Mord. Eine junge allein reisende Frau wurde im Zugabteil eines IC grausam ermordet. Alles deutet darauf hin, dass hier eine Gruppe von Kindern am Werke war. Erstmal scheint das unvorstellbar für alle Ermittler. Doch als noch mehr äußerst brutale Morde geschehen, müssen auch die Kommissare der Wahrheit ins Auge schauen: in Deutschland scheint es plötzlich Killerkommandos zu geben, die sich aus Minderjährigen zusammensetzen. Kann das ein Zufall sein? Oder gibt es einen übermächtigen Verbrecher, der im Hintergrund die Fäden zieht? Das LKA arbeitet fieberhaft um die Killer zu stoppen.
Der Thriller „Blutgott“ ist der siebte und neueste Band der Reihe um die Pathopsychologin Clara Vidalis. Ein Tipp vorweg: zartbesaitete Leser sollten die Finger von diesem Buch lassen, denn hier geht es richtig hart und blutig zur Sache. Das Thema ist schon erschreckend, so ganz unrealistisch scheint das Szenario gar nicht mal zu sein, wenn auch etwas überzogen. Aber wir alle wissen doch, wie leicht viele junge Menschen zu manipulieren sind, das nutzen bestimmt auch Menschen mit kriminellen Absichten oder perversen Neigungen aus. Der Autor schreibt in einer angenehmen nüchternen Sprache, die leicht zu lesen ist. Die Geschichte ist spannend bis zum überraschenden Ende, ich zumindest hatte das so nicht kommen sehen. Einzig die Beschreibungen etlicher bekannter Kriminalfälle, die als Beispiele oder auch Erklärungen für diese aktuellen Fälle dienen, sind für meinen Geschmack zu viel. Hier hätte der Autor sich einige Seiten sparen können.
Das Cover lässt auf den ersten Blick den Thriller erkennen, das blutige Zeichen spricht für sich. Auch der Titel passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2020

Kleine Maus ganz groß!

Sammy - Die unglaublichen Abenteuer einer kleinen Maus
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Hank hat eine kleine Maus, Sammy, die in seinem Zimmer in einem Schuhkarton lebt. Jimmy, Hanks Bruder ist ein großer Tüftler und entwickelt ein Flugzeug für Sammy, doch Hank hat Angst um seine Maus und ...

Hank hat eine kleine Maus, Sammy, die in seinem Zimmer in einem Schuhkarton lebt. Jimmy, Hanks Bruder ist ein großer Tüftler und entwickelt ein Flugzeug für Sammy, doch Hank hat Angst um seine Maus und möchte nicht, dass Sammy mit dem Flieger einen Testflug macht. Eines Morgens jedoch ist der Karton leer und Hank hört nur noch, wie das Flugzeug startet – mit Sammy als Pilot. Glücklicherweise ist der Flieger mit einer Fernbedienung von Jimmy zu steuern, als diese jedoch versagt, ist Sammy auf sich gestellt. Wird die kleine Maus das Flugzeug steuern und sicher landen können? Sammy stehen abenteuerliche Zeiten bevor.
Der amerikanische Autor Henry Cole hat mit „Sammy – Die unglaublichen Abenteuer einer kleinen Maus“ ein liebenswertes Buch voller spannender Abenteuer geschrieben. Die Maus ist ein sympathischer und vor Allem empathischer Protagonist, der die Ängste anderer Tiere sehr gut versteht und ihnen, trotz eigener Probleme, versucht zu helfen. Hiermit hat der Autor für die jungen Leser eine perfekte Identifikationsfigur geschaffen. Kinder ab 10 Jahren sollten dieses Buch gut lesen können, die ca. 270 Seiten sind aber auch schon ein umfangreiches Pensum für junge Leser. Besonders positiv hervorheben möchte ich die ganz in grau gehaltenen Zeichnungen, sie sind wunderbar detailliert und unterstützen das Kopfkino des Lesers. Sogar in den Zeichnungen des Waldes erkennt man jede Blattader, sehr beeindruckend!
Das niedliche Cover, das die Maus mit Helm zeigt, fällt zwischen anderen Kinderbüchern auf, eben weil es nicht zu bunt ist. Der Titel passt perfekt zum Buch, obwohl die Abenteuer, wenn man sich einmal auf die Geschichte einlässt, dem Leser gar nicht mehr so unglaublich vorkommen…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere