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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2020

Auch Hühner haben Wünsche!

Eine Hühnerschaukel für Rosa
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Rosa ist ein Huhn und lebt in einer Villa zusammen mit anderen Hühnern, einem Hund und Hermine, der das Haus gehört und die gerne am Haus herumwerkelt. Die Hühner haben es sehr gut bei Hermine, trotzdem ...

Rosa ist ein Huhn und lebt in einer Villa zusammen mit anderen Hühnern, einem Hund und Hermine, der das Haus gehört und die gerne am Haus herumwerkelt. Die Hühner haben es sehr gut bei Hermine, trotzdem hat natürlich jedes noch Wünsche. Allen voran Rosa, die sich eine Schaukel wünscht. Als eines morgens der Postbote ein großes Paket bringt, hoffen die Hühner, dass jetzt ihre Wünsche in Erfüllung gehen und so fangen sie schon mal an, am Paket zu picken. Was kann nur darin sein?
Das Kinderbuch „Eine Hühnerschaukel für Rosa“ wurde von Anja Ackermann kindgerecht geschrieben und von Nadine Reitz liebevoll illustriert. Die Geschichte ist originell und in einer Sprache geschrieben, die auch kleine Kinder gut verstehen können. Für die zuhörenden Kinder ist es natürlich sehr spannend, was sich denn nun in dem geheimnisvollen Paket befindet. Mir gefällt , dass Hermine eine Frau ist, die in kein Rollenklischee passt und mit Werkzeug umzugehen weiß. Die Illustrationen sind farbenfroh und detailreich, es gibt auf jeder Seite Einiges zu entdecken.
Dasa Cover zeigt Rosa auf ihrem Hühnerhof vor Hermines Villa, da weiß der Leser sofort, um was es in diesem Buch geht. Der Titel passt zum Buch und macht neugierig.
Dieses Buch empfehle ich gern für Kinder ab 4 Jahren.

Veröffentlicht am 12.09.2020

Ausgang Gesucht!

Raum der Angst
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Sieben junge Leute machen sich voller Erwartungen auf den Weg zu einem wissenschaftlichen Experiment – in Form eines Escape-Room-Abenteuers. Sieben verschiedene Räume gilt es zu knacken, um aus dem Gemäuer ...

Sieben junge Leute machen sich voller Erwartungen auf den Weg zu einem wissenschaftlichen Experiment – in Form eines Escape-Room-Abenteuers. Sieben verschiedene Räume gilt es zu knacken, um aus dem Gemäuer herauszufinden. Doch was spaßig und erwartungsfroh beginnt, entwickelt sich unaufhaltsam zu einem Horrorszenario – kann das wirklich so gewollt sein vom Organisator dieses Experiments, dem umstrittenen Professor Zargert? Die Probanden fangen schnell an zu zweifeln, können sich aber keinen Reim auf die Geschehnisse machen. Immer klarer wird, dass es sich hier um ein Spiel auf Leben und Tod handelt, wobei der Tod immer wahrscheinlicher wird.
Der Escape-Room-Thriller „Raum der Angst“ vom deutschen Autor Marc Meller nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Jagd durch ein altes Gemäuer. Von Beginn an hat mich die Geschichte gefesselt, der flüssige Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Schnell fanden die beiden Handlungsstränge zueinander, auch wenn anfangs unklar war, warum das so war. Die Idee, einen Escape-Room zum Ort eines perfiden Verbrechens zu machen, ist genial und gefällt mir als leidenschaftlicher „Escaperin“ natürlich besonders gut. Die Protagonisten bleiben, bis auf Hannah, leider etwas blass, daraus hätte man vielleicht etwas mehr machen können. Einige überraschende Wendungen lassen den Spannungsbogen im Buch auf einem recht hohen Level bleiben. Einige Szenarien erscheinen sehr unrealistisch, darauf muss sich der Leser einlassen können.
Das Cover ist toll, die düsteren Farben weisen auf den Thriller hin, die Buchstaben wirbeln wie nach einer Explosion durcheinander. Ganz besonders gefällt mir das ausgestanzte Schlüsselloch, dass sich über dem seitlichen Buchschnitt befindet. Der Titel „Raum der Angst“ wirkt etwas reißerisch, passt aber natürlich perfekt zum Buch.

Veröffentlicht am 29.08.2020

Trauriges Geburtstagskind

Geburtstagskind
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Der Stockholmer Kommissar Ewert Grens musste vor fast zwanzig Jahren in einem grauenhaften Verbrechen ermitteln, das ihn noch lange beschäftigt. Ein kleines Mädchen wollte im Kreise seiner Familie ihren ...

Der Stockholmer Kommissar Ewert Grens musste vor fast zwanzig Jahren in einem grauenhaften Verbrechen ermitteln, das ihn noch lange beschäftigt. Ein kleines Mädchen wollte im Kreise seiner Familie ihren fünften Geburtstag feiern, doch dann geschieht das Unfassbare und Grens betritt nach einem Beschwerde aus der Nachbarschaft die Wohnung mit den erloschenen Geburtstagskerzen und wird den Anblick, der sich ihm hier bietet, niemals vergessen. Nun, nach zwei Jahrzehnten, wird er in die gleiche Wohnung gerufen, hier hat es einen Einbruch gegeben, bei dem augenscheinlich nichts gestohlen wurde. Grens kann nicht glauben, dass es sich hier um einen Zufall handelt und beginnt zu ermitteln, diese Ermittlungen führt er auf seine Art: unkonventionell und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.
„Geburtstagskind“ ist ein spannender Krimi des schwedischen Autoren Anders Roslund, der zuvor schon als Hälfte zweier Autorenteams, „Roslund & Hellström“ und „Roslund und Thunberg“ mehrere Bücher veröffentlicht hat. Hier schreibt er also nun alleine, und es ist ein gelungenes Debüt! Der Schreibstil ist flüssig und lässt den Leser meist durch die Seiten eilen, ein paar wenige Längen beeinträchtigen den Lesefluss nur ein bisschen. Ewert Grens ist ein ungeheuer engagierter Kommissar, der in diesem Fall sehr viele Gefühle zeigt, was ihn menschlich macht. Die Geschichte hat einige Wendungen, man ahnt manche Zusammenhänge, wird aber öfters auch eines Besseren belehrt. Es ist auch eine Geschichte über Vertrauen und Misstrauen, und wie Letzteres Beziehungen vergiften kann. Das Finale des Buches ist teilweise überraschend, aber auch folgerichtig, das hat mir sehr gut gefallen.
Das auffällige schwarze Cover mit Treppenhaus und Geschenk ist ein wahrer Hingucker, sehr schön! Dieses, wie auch der Titel passen perfekt zum Buch.

Veröffentlicht am 09.08.2020

Ein typischer Carter

Bluthölle
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Angela Wood ist eine sehr erfolgreiche Taschendiebin, die es sich erlauben kann, manches Mal in ihrem „Job“ früh Feierabend zu machen, weil sie einfach schon genug Geld und Wertgegenstände für den Tag ...

Angela Wood ist eine sehr erfolgreiche Taschendiebin, die es sich erlauben kann, manches Mal in ihrem „Job“ früh Feierabend zu machen, weil sie einfach schon genug Geld und Wertgegenstände für den Tag geklaut hat. Als sie eines Abends beim Feierabenddrink in einer Bar einen Mann bemerkt, der durch ausgesprochen schlechtes Benehmen auf sich aufmerksam macht, beschließt sie, ihm eine Lektion zu erteilen und lässt seine Tasche mitgehen. Doch was sich darin befindet, lässt ihr den Atem stocken: tagebuchmäßige Eintragungen über unglaublich brutale Morde. Schockiert spielt sie das Notizbuch der Polizei zu. Und hier kommen Robert Hunter, Profiler, und Carlos Garcia, Kommissar, beide bei der Polizei in Los Angeles tätig, ins Spiel. Sie versuchen mit aller Macht, dem grausamen Tun Einhalt zu gebieten und begeben sich damit auch selber in Gefahr, denn der Killer will sein Tagebuch zurückhaben, koste es, was es wolle…
Mit dem spannenden Thriller „Bluthölle“ hat der amerikanische Autor und forensische Psychologe Chris Carter den elften Band seiner Reihe um die beiden Ermittler Hunter und Garcia vorgelegt. Auch dieses Buch ist in einem fesselnden Stil geschrieben, der den Leser schnell durch den Thriller eilen lässt. Die Handlung finde ich originell, an guten Ideen mangelt es diesem Autor wahrlich nicht. Auch gelingt es ihm, den Spannungsbogen hoch zu halten. Die Verbrechen sind sehr detailreich beschrieben, das ist wirklich nichts für zartbesaitete Gemüter. Bei den Büchern von Chris Carter habe ich eigentlich immer nur das Gleiche zu bemängeln: Robert Hunter ist einfach zu perfekt. Ich würde Garcia mehr erfolgreiche Anteile an der Ermittlungsarbeit von Herzen gönnen.
Besonders persönlich und sympathisch ist übrigens das Vorwort zu diesem Buch, das ist mir sehr positiv aufgefallen.
Das blutrote und etwas reißerische Cover passt sehr gut in diese Reihe und lässt keinen Zweifel am blutigen Thriller. All das trifft auch auf den Titel „Bluthölle“ zu.

Veröffentlicht am 11.07.2020

Spannender dritter Teil

Der Fahrer
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In seinem 3. Fall zusammen mit Rebecca Oswald bekommt es Kommissar Jens Kerner mit einem besonderen Mörder zu tun: der entführt Frauen, fährt mit ihnen im Kofferraum durch Hamburg und lässt die Öffentlichkeit ...

In seinem 3. Fall zusammen mit Rebecca Oswald bekommt es Kommissar Jens Kerner mit einem besonderen Mörder zu tun: der entführt Frauen, fährt mit ihnen im Kofferraum durch Hamburg und lässt die Öffentlichkeit über die sozialen Netzwerke daran teilhaben. Das erste Opfer wird tot auf einer Parkbank aufgefunden, das Gesicht mit Leuchtfarbe bemalt. Was will der Täter, was steckt hinter diesem scheinbar sinnlosen Treiben? Geht es ihm nur darum, die Inkompetenz der Polizei zu dokumentieren? Und in welchem Zusammenhang steht das Geschehen mit dem neuen Fahrdienst MyDriver? Jens versucht dem Täter mit seinem Team auf die Spur zu kommen, doch das birgt große Gefahren für alle Beteiligten.
Der erfolgreiche deutsche Autor Andreas Winkelmann hat auch mit dem dritten Teil der Reihe um den eigenwilligen Hamburger Kommissar Jens Kerner einen spannenden Thriller vorgelegt. Er schreibt in einem sehr flüssigen und klaren Stil und lässt dadurch den Leser schnell durch das Buch eilen. Ihm gelingt es, den Spannungsbogen hoch zu halten bis zum spektakulären Ende. Die Protagonisten bilden ein sympathisches und engagiertes Team, der Zusammenhalt ist auch in schwierigen Situationen gegeben. Leider geht ein Handlungsstrang für meine Begriffe zu sehr an der Realität vorbei, sonst wäre dieses Buch für mich ein 5-Sterne Kandidat gewesen. Denn auch das Thema –soziale Medien und auch dieser neuartige Fahrdienst – finde ich sehr interessant und aktuell.
Das düstere Cover mit dem blutbesudelten Rückspiegel passt sehr gut zum Buch und lässt sofort den Thriller erahnen. Der Titel „Der Fahrer“ passt auch gut zu den anderen Bänden dieser Reihe – knapp und nüchtern.