Profilbild von badwoman

badwoman

Lesejury Star
offline

badwoman ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit badwoman über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2020

Eisige Dornen im Sommer

Eisige Dornen
0

Die Psychiaterin Nathalie Svensson arbeitet bei einer Spezialeinheit der schwedischen Polizei. Ihr aktueller Fall ist der eines mysteriösen Serienmörders, der seinen Opfern, die auf den ersten Blick friedlich ...

Die Psychiaterin Nathalie Svensson arbeitet bei einer Spezialeinheit der schwedischen Polizei. Ihr aktueller Fall ist der eines mysteriösen Serienmörders, der seinen Opfern, die auf den ersten Blick friedlich verschieden sind, eine mit Tinte blau gefärbte Rose in die gefalteten Hände legt. Das jüngste Opfer ist Henrik Borg, ein bekannter Fußballstar. Dieser Mord schlägt natürlich Wellen und so werden die Ermittler auch auf Fälle in anderen Teilen Schwedens aufmerksam. Doch wo ist die Verbindung zwischen den Opfern? Sie scheinen völlig willkürlich ausgesucht worden zu sein. Verdächtige gibt es in jedem Fall, aber keinen für alle Fälle. Eine schwierige Ermittlungsarbeit kommt auf das Team zu.
Der schwedische Autor Jonas Moström hat mit dem Krimi „Eisige Dornen“ den vierten Teil der Reihe um Nathalie Svensson und ihr Team geschrieben. Auch ohne die vorherigen Bände zu kennen, konnte ich der Geschichte mühelos folgen. Einige Andeutungen auf frühere Fälle konnte ich zwar nicht verstehen, das war aber auch für dieses Buch nicht notwendig, mit anderen Worten, diese Andeutungen waren eigentlich überflüssig. Verwirrend fand ich anfangs die verschiedenen Ermittler in verschiedenen Orten, da den Überblick zu behalten war gar nicht so einfach. Erst in der zweiten Hälfte des Buches war ich soweit mit den Gegebenheiten vertraut, dass ich mich auf die Handlung einlassen konnte. Der flüssige Schreibstil trägt zur Spannung, die sich kontinuierlich steigerte, bei. Das Ende hat mir dann wirklich gut gefallen. Nathalie ist eine vielschichtige Protagonistin, deren Handlungsweisen mir nicht immer gefallen haben, größtenteils ist sie aber sympathisch. Das Thema des Buches, das erst zum Schluss deutlich wird, ist aktuell und regt sicherlich zum Nachdenken an.
Das winterliche Cover mit dem typisch schwedischen Haus und den erhabenen Ästen gefällt mir sehr gut. Der fast schon poetische Titel „Eisige Dornen“ passt zum Inhalt, auch wenn die abgebildete Jahreszeit nicht zur Geschichte passt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2020

Nicht ganz überzeugend...

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
0

In Schweden geht ein Serienmörder um: Er lauert Frauen in den frühen Morgenstunden auf, überfällt und tötet sie. Dann verschwindet er spurlos. Bis an einem Tatort Fingerabdrücke sichergestellt werden, ...

In Schweden geht ein Serienmörder um: Er lauert Frauen in den frühen Morgenstunden auf, überfällt und tötet sie. Dann verschwindet er spurlos. Bis an einem Tatort Fingerabdrücke sichergestellt werden, die registriert sind – sie deuten auf einen Zusammenhang mit einem lange zurückliegenden Vermisstenfall hin. So übernimmt jetzt Tess Hjalmarsson, die eine Expertin für Cold Cases ist, die Ermittlungen. Mit ihrem Team arbeitet sie mit Hochdruck an beiden Fällen, es gilt, den Frauenmörder zu stoppen. Doch was ist der gemeinsame Nenner dieser Verbrechen? Und warum sind die Zeugen des Cold Case so unkooperativ? Scheinbar haben einige Menschen etwas zu verbergen, doch was und warum? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Die schwedische Schriftstellerin Tina Frennstedt weiß, wovon sie schreibt, ist sie doch Expertin für Kriminalfälle, die nie aufgeklärt wurden. Ihr Schreibstil ist flüssig und einfach zu lesen, hier erkennt man deutlich die Kriminalreporterin, die sie auch ist. Der Fall, bzw. die Fälle, um die es hier geht, scheinen mir allerdings etwas konstruiert und die Zusammenhänge teils ziemlich weit hergeholt. An einigen Stellen verliert die Autorin sich in Beschreibungen der Privatangelegenheiten der Protagonisten, was für den Leser einige Längen nach sich zieht. Tess ist ein ambivalenter Charakter, meistens sympathisch, aber manchmal sind ihre Handlungsweisen auch nicht nachvollziehbar. Auch die anderen Protagonisten haben nicht nur nette Seiten, aber so ist es ja im realen Leben wohl auch. Das Buch ist spannend, aber das nicht von der ersten bis zur letzten Seite, manchmal zieht sich der Thriller auch etwas. Der für mich überraschende Schluss hat mir wieder gut gefallen.
Das Cover wirkt etwas düster, der Schriftzug „Cold Case“ ist für meinen Geschmack etwas zu groß, er dominiert das Titelbild zu stark. Der Titel „Cold Case – Das verschwundene Mädchen“ passt, allerdings ist der aktuelle Fall des Serienmörders im Buch auch sehr präsent.

  • Spannung
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 03.02.2020

Speziell

Im Netz des Lemming
0

Leopold „Lemming“ Wallisch, Ex-Polizist und aktuell Wachmann in einem Tierpark, führt ein recht ruhiges Leben mit seiner Ehefrau Klara und dem gemeinsamen Sohn Ben. Als dieser jedoch eines Tages seinen ...

Leopold „Lemming“ Wallisch, Ex-Polizist und aktuell Wachmann in einem Tierpark, führt ein recht ruhiges Leben mit seiner Ehefrau Klara und dem gemeinsamen Sohn Ben. Als dieser jedoch eines Tages seinen Freund Mario mit nach Hause bringt, ändert sich das schlagartig, denn der Lemming hat den gleichen Weg mit der Bahn zum Arbeitsplatz wie Mario nach Hause. Auf dieser gemeinsamen Fahrt stürmt der Junge urplötzlich aus der Bahn und stürzt sich von einer Brücke zu Tode. Der Lemming ist zutiefst verstört, hat er doch noch versucht, den Jungen von seinem Vorhaben abzubringen – ohne Erfolg. Allerdings hat er beobachtet, dass die Verzweiflungstat des Jungen scheinbar die Reaktion auf eine Nachricht war, die er auf seinem Handy gelesen hatte, das lässt ihm keine Ruhe und so versucht er herauszufinden, was passiert ist.
Der österreichische Autor Stefan Slupetzky hat mit „Im Netz des Lemming“ einen launigen Krimi geschrieben. Sein Protagonist , der Lemming, ist ein liebenswerter, manchmal etwas naiver Charakter, der mir von Anfang an sympathisch war. Auch sein grummelnder, verschrobener Freund Polivka ist im tiefsten Innern ein sehr netter, gerechtigkeitsliebender Mann. Der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit hat mir die humorvolle und geradlinige Sprache aber ganz gut gefallen. Das Thema der Geschichte ist hochaktuell und wird hier spannend in einen Roman verpackt, es wird deutlich, wie schnell jeder von uns Opfer einer Rufmordkampagne werden kann.
Das Cover ist ungewöhnlich, fällt durch die himmelblaue Farbe und den furchterregenden Schatten eines großen Bären auf. Es gefällt mir wirklich gut, auch wenn ich als Krimi und Thrillerleserin im Buchladen nicht unbedingt auf das Buch aufmerksam geworden wäre. Der Titel ist ebenfalls speziell, ohne jegliche Vorkenntnisse weiß man nicht viel damit anzufangen. Doch nun, nach dem Lesen des Krimis, empfinde ich ihn durchaus als passend.

Veröffentlicht am 29.01.2020

Absolute Leseempfehlung!

Freischwimmen
0

Der neunjährige Cymbeline Iglu hat ein Problem, und das ist nicht sein Name: In der Schule ist Schwimmunterricht angesagt, und er, der sportliche Cym, ist noch nie geschwommen! Wirklich noch nie! Seine ...

Der neunjährige Cymbeline Iglu hat ein Problem, und das ist nicht sein Name: In der Schule ist Schwimmunterricht angesagt, und er, der sportliche Cym, ist noch nie geschwommen! Wirklich noch nie! Seine alleinerziehende Mutter war kein einziges Mal mit ihm im Schwimmbad. Wie soll er das nur seinen Freunden und Mitschülern erklären? Oder kann man vielleicht einen Internet-Crash-Schwimmkurs machen? Die Badewanne ist doch sicher groß genug zum Üben, da kann er auch die Aufforderung zu einem Wettschwimmen unbesorgt annehmen, so schwer kann Schwimmen ja wohl nicht sein. Doch nein – es kommt zum befürchteten Desaster – und noch schlimmer…
Das Kinder und Jugendbuch „Freischwimmen“ vom englischen Autoren Adam Baron ist ein wundervoll geschriebener Roman für Selbstleser ab 10 Jahren. Der humorvolle und feinfühlige Schreibstil lässt den Leser mit den Protagonisten leiden, aber auch lachen. Das Buch zieht den Leser von Anfang an in seinen Bann, man fiebert mit Cym seiner Schwimmstunde entgegen und durchlebt mit ihm eine sehr schwere Zeit. Durchgehend besteht eine unterschwellige Spannung, so dass man bis zum überraschenden Ende das Buch nicht weglegen möchte. Die Illustrationen von Benji Davies sind spärlich, gefallen mir aber in ihren Grau und Schwarztönen sehr gut.
Das Cover fällt durch die schimmernde Farbgebung auf, man sieht Cym im Wasser absinken. Der Titel „Freischwimmen – Wer die Wahrheit sucht, muss tief tauchen“ passt im doppelten Sinn zu dieser ergreifenden Geschichte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2020

Feuerfrettchen

Chilli, ich und andere Katastrophen
0

Jelko ist elf Jahre alt und hat gerade eine schwierige Phase: In der Schule wird er von Bert Branco, einem weniger netten Zeitgenossen, sehr geärgert. Jelkos Nachname – Pudelund – bietet Stoff für immer ...

Jelko ist elf Jahre alt und hat gerade eine schwierige Phase: In der Schule wird er von Bert Branco, einem weniger netten Zeitgenossen, sehr geärgert. Jelkos Nachname – Pudelund – bietet Stoff für immer neue Sticheleien. Doch nun gesellt sich auch noch ein sehr seltsames Wesen, ein angebliches Feuerfrettchen namens Chilli, zu ihm. Nach einem Einkauf in einem Schuhgeschäft ist es plötzlich da und lässt sich nicht mehr abschütteln. Jelko ist völlig überfordert und weiß nicht, wie er mit dem neuen Mitbewohner, der sich hauptsächlich von Senfbrötchen ernährt, umgehen soll. Das Tier stellt sein ganzes Lesben auf den Kopf und bringt ihn manches Mal in peinliche Situationen. Doch langsam merkt Jelko, dass Chilli auch seine guten Seiten hat.
Nach den „Flätscher“- Büchern hat die hat Antje Szillat mit „Chilli“ einen neuen tierischen Protagonisten erschaffen. Das wilde, aber liebenswerte Feuerfrettchen gefällt mir auch gut. Die Autorin schreibt in einer kindgerechten Sprache, allerdings etwas comiclike mit vielen fettgedruckten Ausrufen oder Gedanken wie „Bäng“, „Uff“ und ähnlichem. Kindern ab Grundschulalter gefällt das sicher gut, erst als Zuhörer, dann aber auch als Selberleser. Die Geschichte ist spannend geschrieben, man freut sich mit Jelko über Chillis Beistand gegen vermeintlich stärkere Gegner. Die Illustrationen gefallen mir eher mittelmäßig, vor allem die Darstellung der Frauen mutet irgendwie altbacken an.
Das Cover wirkt flott, die Farben gefallen mir und die Figuren sind liebevoll ausgestaltet. Der Titel „Chilli, ich und andere Katastrophen“ könnte nicht besser passen und sagt schon einiges über den Inhalt aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere