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Veröffentlicht am 11.09.2019

Eisige Abenteuer

Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company
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Freda Asmussen erlebt am Nikolaustag etwas Unglaubliches: Das Festnetztelefon klingelt und der Anrufer verlangt ihren Kater Mr Livingstone zu sprechen. Und während Freda noch versucht zu erklären, dass ...

Freda Asmussen erlebt am Nikolaustag etwas Unglaubliches: Das Festnetztelefon klingelt und der Anrufer verlangt ihren Kater Mr Livingstone zu sprechen. Und während Freda noch versucht zu erklären, dass es sich bei Mr Livingstone um einen Kater handelt, nimmt dieser ihr schon den Hörer aus der Hand und unterhält sich mit dem Anrufer. Er SPRICHT! Freda kann es gar nicht fassen, doch es kommt noch abenteuerlicher: plötzlich findet sie sich mit ihrem Kater am Nordpol wieder, in der Christmas Company, dem Unternehmen des Weihnachtsmannes. Dieses macht eine schwere Zeit durch, Computerhacker und bedrohliche Geister haben es auf die Company abgesehen. Freda versucht zusammen mit ihrem Kater, dem Engel Serafin und dem Kobold Jonker dem gefährlichen Treiben Einhalt zu gebieten – ein abenteuerliches Unterfangen…
Das Kinderbuch „Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company“ der deutschen Autorin Corinna Gieseler ist ein spannender und actionreicher Roman. Die Sprache ist so gewählt, dass Kinder ab zehn Jahren keine Probleme haben dürften, der Geschichte zu folgen. Der Schreibstil ist flüssig und trägt zum Spannungsaufbau bei. Freda, Mr Livingstone, Serafin und Jonker sind ein tolles Team, die zusammen stark sind. Die Autorin schafft es, tolle Bilder im Kopf des Lesers entstehen zu lassen, da kann es einem schon mal einen eisigen Schauer über den Körper jagen. Vielleicht ist das Buch etwas überfrachtet mit Fantasiefiguren, über 279 Seiten jagt man von einem Abenteuer ins nächste. Sehr gut finde ich den Anhang, in dem verschiedene Wintergeister aus unterschiedlichen Ländern vorgestellt werden.
Das Cover ist einfach wundervoll, das hat mich sofort auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Die dunklen blauen Farben passen bestens zum Ort des Geschehens. Eines der schönsten Cover, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Familie kann man sich nicht aussuchen...

Blutsbande
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Die Stockholmer Kriminalpolizei unter Führung von Kommissar Sjöberg ermittelt in mehreren Fällen von getöteten Katzen. Keiner in seinem Team hat die leiseste Ahnung, was es mit dieser Serie auf sich hat. ...

Die Stockholmer Kriminalpolizei unter Führung von Kommissar Sjöberg ermittelt in mehreren Fällen von getöteten Katzen. Keiner in seinem Team hat die leiseste Ahnung, was es mit dieser Serie auf sich hat. Doch dann ereignet sich ein Mord: Eine Psychologin wird ertränkt. Nun konzentrieren sich die Ermittlungen natürlich vorrangig auf diesen mysteriösen Fall, der viele Fragen aufwirft. Private Probleme einiger Ermittler machen die Arbeit nicht einfacher…
„Blutsbande“, ein Stockholm-Krimi aus der Feder der schwedischen Autorin Carin Gerhardsen, ist der sechste Band der sogenannten „Hammarby-Serie“, der schon sehr erfolgreich in Schweden veröffentlicht wurde. Ich kenne die ersten fünf Bände leider nicht, konnte dem Geschehen in diesem Buch trotzdem gut folgen. Carin Gerhardsen schreibt in einer flüssigen, klaren Sprache, was der Spannung gut tut. Einzig die vielen Namen hemmten ab und an meinen Lesefluss, das wurde aber mit Fortschreiten der Geschichte etwas besser. Das Team von Kommissar Sjöberg arbeitet sehr engagiert, manchmal stören die privaten Probleme ein wenig die Ermittlungsarbeit. Im realen Leben wird es das aber auch geben, wenn wahrscheinlich auch nicht so gehäuft und schwerwiegend. Auch kann es schon mal zu einem Zufall kommen, der dann doch etwas konstruiert wirkt. Nichtsdestotrotz: wenn man bereit ist, sich auf die Story einzulassen, erwarte einen ein spannendes Buch mit unerwarteten Wendungen, das Gesamtpaket hat mir dann doch wirklich gut gefallen.
Das Cover ist nur wenig spektakulär, die Ansicht eines Teils von Stockholm (so vermute ich zumindest) sieht eher ruhig aus….Wenn da die schreiend rote Farbe des Titels nicht wäre, da weiß der Krimileser sofort, dass er zum richtigen Genre greift. Der Titel „Blutsbande“ ist passend gewählt und lässt ebenfalls auf den Krimi schließen.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Warum?

R.I.P.
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Die junge Stella arbeitet in einem Kino. Eines Abends wird ihr langsam bewusst, dass sie alleine im ganzen Komplex ist, nachdem ihre Kolleginnen allesamt nach Hause gefahren sind. Von Minute zu Minute ...

Die junge Stella arbeitet in einem Kino. Eines Abends wird ihr langsam bewusst, dass sie alleine im ganzen Komplex ist, nachdem ihre Kolleginnen allesamt nach Hause gefahren sind. Von Minute zu Minute kommt es ihr unheimlicher vor, die Stille nach der davor herrschenden Lautstärke macht ihr ihre Einsamkeit bewusst. Nun meint sie auch noch Schritte zu hören – vielleicht hat eine Kollegin etwas vergessen? Oder schleicht ein Fremder durch das Gebäude? Tja, liebe Leser, das werde ich hier nicht verraten, aber es lohnt sich allemal, dieses Buch zu lesen und es selber herauszufinden!
Die isländische Autorin Yrsa Sigurdardottir (schwieriger Name für deutsche Zungen, aber unbedingt merken!)hat mit „R.I.P.“ den dritten Band der Reihe über Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja geschrieben. Dieser steht den beiden Vorgängerbänden „“DNA“ und „SOG“ in Sachen Spannung nichts nach. Die 444 Seiten des Thrillers sind schnell gelesen, die flüssige Sprache, an dieser Stelle ein großes Lob an die Übersetzerin Anika Wolf, fesselt den Leser förmlich an dieses Buch. Die Protagonisten sind vielschichtige Persönlichkeiten, keine Superhelden, sondern Menschen mit Schwächen und Stärken. Die privaten Verbandelungen sind interessant und mit Empathie beschrieben, für mich haben sie genau den richtigen Anteil an der Geschichte. Das Thema, dass sich durch dieses Buch zieht, ist leider sehr aktuell hat sicherlich schon viele Opfer gefordert. Und nein, ich werde hier nicht verraten, um was es genau geht.
Ganz besonders möchte ich auch das tolle Cover hervorheben, es sieht einfach klasse aus! Eiskalte Farben, dazu das Muster eines Eiskristalls, da bekommt man schon beim Hinschauen Gänsehaut. Und der Titel könnte auch nicht besser gewählt sein, passt mit seinen drei Buchstaben bestens in dies Reihe.
Ein tolles Gesamtpaket, das ich wärmstens empfehlen kann und will!

Veröffentlicht am 05.08.2019

Komplex

Nadelherz
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Kriminalkommissarin Alexis Hall und die Kriminalbiologin Karen Hellstern ermitteln in einem komplexen Fall. Sie werden zum Fundort einer grausam drapierten Frauenleiche gerufen, deren Körper auf Metallstangen ...

Kriminalkommissarin Alexis Hall und die Kriminalbiologin Karen Hellstern ermitteln in einem komplexen Fall. Sie werden zum Fundort einer grausam drapierten Frauenleiche gerufen, deren Körper auf Metallstangen aufgespießt wurde. Und nicht nur das: Er ist übersät mit Schnittwunden, zudem klafft im Brustkorb ein großes Loch. Unterdessen bekommt das Opfer einer grausamen Entführung, Tessa Maertens, ein schreckliches Paket zugeschickt. Der Inhalt ruft die Kriminalpolizei auf den Plan. Tessa aber ist seltsam verschlossen und möchte nicht mit der Polizei zusammenarbeiten. Ist das eine Folge ihrer Entführung oder hat sie etwas zu verbergen? Alexis und Karen stehen vor einem Rätsel, das sie hoffen, mit Hilfe ihres Teams zu lösen.
Der Thriller „Nadelherz“ der deutschen Autorin Julia Corbin war für mich das erste Buch dieser Schriftstellerin. Ihr flotter Schreibstil gefällt mir sehr gut. Dieses Buch kann man ohne Probleme lesen, auch wenn man die vorherigen Werke nicht kennt. Manchmal wird Bezug auf die Vergangenheit genommen, aber stets so, dass man alles weiß, was zum Verständnis dieser Geschichte wichtig ist. Alexis und Karen sind sehr sympathische und menschliche Protagonisten, für die der Beruf nicht nur ein Job ist, sondern wahre Berufung. Das wiederum lässt manchmal das Privatleben etwas leiden, worüber für meinen Geschmack dann etwas zu viel und zu vorhersehbar berichtet wird. Der kriminalistische Fall aber hat mir sehr gut gefallen, die Verflechtungen verschiedener Verbrechen sind gut gelungen und bringen einige Überraschungen mit sich. So ist das Buch spannend zu lesen, es gibt so gut wie keine Längen. Ich werde mir den Namen Julia Corbin auf jeden Fall merken!
Das Cover ist typisch für einen Thriller: Blutrote Schrift, durchstochen von Nadeln, da besteht kein Zweifel, welchem Genre dieses Buch zuzuordnen ist. Der passende Titel erschließt sich während der Lektüre dieser Geschichte.

Veröffentlicht am 04.08.2019

Glasklar ist hier nichts...

Schneewittchensarg
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Die ungleichen Kommissarinnen Nyström und Stina Forss ermitteln in einem neuen Fall: Bei einer Glaskunstausstellung wird ein gläserner Sarg gezeigt, Titel „Schneewittchen“, darin allerdings eine echte ...

Die ungleichen Kommissarinnen Nyström und Stina Forss ermitteln in einem neuen Fall: Bei einer Glaskunstausstellung wird ein gläserner Sarg gezeigt, Titel „Schneewittchen“, darin allerdings eine echte Leiche. Gunnar Gustavsson, der die Ausstellung eröffnet, das Kleid des Skeletts erkennt, ist er schockiert: Die Leiche trägt das Brautkleid seiner Frau, die vor mehr als vierzig Jahren auf ihrer Hochzeitsfeier verschwand. Doch sind die sterblichen Überreste wirklich auch von seiner Frau oder hat sich jemand einen makabren Scherz erlaubt um Gunnar zu schockieren? Nur sehr langsam fördern die Kommissarinnen Einzelheiten aus der rätselhaften Vergangenheit zu Tage, nur wenig unterstützt von den Zeitzeugen…
Das deutsch – schwedische Autorenduo Voosen / Danielsson hat mit dem Krimi „Schneewittchensarg“ einen neuen Band der Reihe um Nyström und Forss vorgelegt. Für mich war es das erste Buch der beiden Autoren, ich hatte aber kaum Verständnisschwierigkeiten, Geschehnisse aus den vorherigen Bänden wurden zwar angeschnitten, aber so, dass man versteht, worum es geht. Der Schreibstil ist flüssig, einzig die Passagen, in denen man den Gedanken der Protagonisten folgen kann, ihre Fragen niedergeschrieben wurden, haben mir nicht so gefallen. Das Buch ist spannend und der Fall ist originell, dieses Verbrechen und auch dessen Aufklärung sind mal etwas ganz anderes. Die Spannungen zwischen Nyström und Forss sind nachvollziehbar, aber manchmal fand ich sie zu beherrschend. Andererseits hat es mir gut gefallen, dass dieses Duo nicht nur harmonisch zusammenarbeitet, wie es meistens unrealistischerweise in Krimis der Fall ist. Einige überraschende Wendungen machen das Buch zu einem lesenswerten Rundumpaket.
Sehr gut gefällt mir das Cover, keine schreienden Blutflecken, eher eine subtile Unheimlichkeit, zu der die düsteren Farben beitragen. Der Titel „Schneewittchensarg“ könnte nicht besser gewählt sein.