Ungewöhnlicher Bericht über Verlust und Trauer und Trost durch die Natur
Das Igel-TagebuchDie britische Journalistin Sarah Sands hat in diesem wunderschön gestalteten Memoir die letzten Monate mit ihrem Vater festgehalten. Während er immer schwächer wird und sein Leben sich offensichtlich dem ...
Die britische Journalistin Sarah Sands hat in diesem wunderschön gestalteten Memoir die letzten Monate mit ihrem Vater festgehalten. Während er immer schwächer wird und sein Leben sich offensichtlich dem Ende zuneigt, sorgt sie sich gleichzeitig um ein junges Igelweibchen, das sie in ihrem Garten gefunden hat. Ihr Mann bringt das Tier in ein Igelkrankenhaus und ab diesem Zeitpunkt befasst sich die Autorin nicht nur mit diesem speziellen Igel, sondern mit der Rolle von Igeln in allen Bereichen der britischen Kultur.
Der Autorin ist das Kunststück gelungen, einerseits sehr berührend über die Zeit des Abschieds von ihrem Vater zu berichten, andererseits aber auch überraschend vielseitig über Igel zu informieren. Das geschieht mal sachlich, mal emotional, und man spürt, wie wichtig die intensive Beschäftigung mit einem ganz anderen Thema in diesem Winter für die Journalistin ist.
Obwohl es in diesem Buch um Sterben, Abschied und Trauer geht, empfand ich es nicht als bedrückend. Das lag nicht nur an den vielen unterschiedlichen Blickwinkeln auf Igel, sondern in erster Linie an dem leicht lesbaren, sehr unterhaltsamen Schreibstil.
Neben dem schönen Cover haben mir die Illustrationen zu Beginn jedes der elf Kapitel besonders gefallen.