Kreative Idee, aber eine Umsetzung mit Schwächen
The Nightmare Before KissmasCoal, der Prinz von Weihnachten, soll Iris, die Prinzessin von Ostern, heiraten, um die Feiertage politisch enger zu verbinden. Das Problem: Coal ist in Hex verliebt, den geheimnisvollen Prinzen von Halloween, ...
Coal, der Prinz von Weihnachten, soll Iris, die Prinzessin von Ostern, heiraten, um die Feiertage politisch enger zu verbinden. Das Problem: Coal ist in Hex verliebt, den geheimnisvollen Prinzen von Halloween, mit dem er ein Jahr zuvor einen einzigen, aber unvergesslichen Kuss geteilt hat.
Ich fand die Grundidee richtig kreativ: Feiertage als Königshäuser, die von Freude leben, und eine queere Romance mittendrin. Hex war für mich auch direkt ein Highlight. Seine Beschreibung als Tom-Hiddleston-Loki-Abbild hat mich natürlich sofort begeistert.
Mit Coal dagegen hatte ich über das gesamte Buch hinweg Schwierigkeiten. Ich bin einfach nicht richtig an ihn herangekommen, und wenn einem die Hauptfigur nicht sympathisch ist, färbt das leider auf die ganze Geschichte ab. Auch der Humor hat für mich nicht immer funktioniert. Vieles fühlte sich zu sehr nach New Adult an und da merke ich, dass ich inzwischen scheinbar ein Stück aus der Zielgruppe herausgewachsen bin.
Was mir hingegen extrem gut gefallen hat, war die gesellschaftskritische Ebene. Santa als machtbesessener Patriarch, der Weihnachten wie ein Unternehmen führt und Freude als Ressource nutzt, fand ich richtig stark umgesetzt. Die Kapitalismus- und Konsumkritik war clever eingebaut und hat der Handlung zumindest etwas Tiefe gegeben.
Am Ende muss ich aber sagen, dass die Idee deutlich stärker war als ihre Umsetzung. Das Setting ist spannend, ein paar Charaktere konnten mich begeistern, aber es gibt auch einige Längen in der Handlung und vom Gesamtbild habe ich mehr erwartet. Wer nach einer kurzweiligen queeren Romance sucht, könnte aber durchaus auf seine Kosten kommen.