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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2024

Zu unglaubwürdig

Be My Shelter (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt und Character Card)
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Kaira stellt die Bedürfnisse anderer immer über ihre eigenen: Studium, Ehrenamt, Nebenjobs - und dann auch noch ihre anstrengende Familie. Kein Wunder, dass sie irgendwann komplett ausgelaugt ist und sich ...

Kaira stellt die Bedürfnisse anderer immer über ihre eigenen: Studium, Ehrenamt, Nebenjobs - und dann auch noch ihre anstrengende Familie. Kein Wunder, dass sie irgendwann komplett ausgelaugt ist und sich selbst verliert. Ihr Verhalten wird dabei so extrem dargestellt, dass es mir schwerfiel, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Cooper, der männliche Gegenpart, ist da nicht weniger widersprüchlich: Er nennt sie „Kleines“ (eine 23-jährige Frau - wirklich?!) und will ihre Probleme lösen, obwohl er selbst genug eigene Baustellen hat.
Auch Kairas Umfeld hat mich nicht komplett überzeugt: Ihre Mutter ist extrem übergriffig und lebt gefühlt in ihrer eigenen kleinen Dramenwelt, während ihre Freundinnen zwar ständig Ratschläge geben, aber wenig echte Unterstützung leisten. Ich verstehe, dass das zeigen soll, wie überfordert Kaira ist - aber für mich wirkte das alles irgendwann einfach zu viel. Dabei finde ich die Idee, Mental-Health-Themen in einem New-Adult-Roman aufzugreifen, grundsätzlich großartig. Solche Geschichten sind wichtig, besonders für eine junge Zielgruppe. Leider hat mich die Umsetzung nicht ganz überzeugt, da vieles zu dramatisch und wenig glaubwürdig wirkte.
Die Challenge, die im Klappentext als zentraler Punkt angekündigt wird, kommt erst spät ins Spiel und bleibt überraschend kurz. Dennoch: Der Ansatz, dass sowohl Kaira als auch Cooper an sich arbeiten und sich weiterentwickeln, hat mir gefallen. Positiv hervorheben möchte ich außerdem, dass das Buch sich angenehm leicht liest und durch die relevanten Themen sicherlich einen Mehrwert bietet - mich persönlich hat es insgesamt aber nicht ganz überzeugt.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Eine süße Reise nach Wien

Wiener Zuckerbäckerei
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Diese Rezeptesammlung ist eine wahre Hommage an die traditionsreiche Kaffeehauskultur Wiens und ihre süßen Klassiker. Die Autorin Bernadette Wörndl entführt uns in die Welt der österreichischen Mehlspeisen, ...

Diese Rezeptesammlung ist eine wahre Hommage an die traditionsreiche Kaffeehauskultur Wiens und ihre süßen Klassiker. Die Autorin Bernadette Wörndl entführt uns in die Welt der österreichischen Mehlspeisen, Torten, Tartes und vielem mehr. Dabei greift sie auf die handschriftlichen Aufzeichnungen von Therese Schulz zurück, die einst in der Zuckerbäckerei des Grand Hotels arbeitete. Diese Rezepte, die über Generationen in ihrer Familie weitergegeben wurden, verleihen dem Buch eine besondere Authentizität und einen Hauch von Nostalgie.
Dabei ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei: von der berühmten Sachertorte über köstliches Teegebäck bis hin zu traditionellen Mehlspeisen wie Kaiserschmarrn und Weihnachtsgebäck. Was dieses Buch besonders auszeichnet, sind die detailreichen „So geht…“-Anleitungen. Hier wird Schritt für Schritt und bebildert erklärt, wie selbst knifflige Teige garantiert gelingen. Für Hobbybäcker wie mich, die sich an neue Herausforderungen wagen wollen, sind diese Abschnitte ein echtes Highlight.
Ich habe mich an den Bienenstich gewagt, der mir dank der Anleitung tatsächlich auf Anhieb gelungen ist. Der Vanillepudding mit Schlagobers war ein Traum - ein Unterschied wie Tag und Nacht zu herkömmlichen Puddingpulverlösungen! Auch die Apfelradeln, die ich mit weiteren Früchten im Backteig ausprobiert habe, waren ein Genuss. Zwar sollte man viel Zeit und Geduld mitbringen, aber die Ergebnisse entschädigen dafür mit vollem Geschmack.
Die stimmungsvollen Fotos von Wien und den fertigen Backwerken runden das Buch wunderbar ab. Sie laden nicht nur zum Backen ein, sondern entführen gedanklich direkt in ein Wiener Kaffeehaus.
Für mich ist dieses Buch ein absolutes Must-Have für alle, die gerne backen und mit ihren Kreationen Gäste beeindrucken möchten.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Nicht so stark wie der erste Band

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
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Nachdem ich den ersten Band sehr gerne gelesen habe, war ich neugierig, wie es mit Takako und der Buchhandlung weitergeht. Auch in dieser Fortsetzung zieht einen die Atmosphäre sofort in die Geschichte ...

Nachdem ich den ersten Band sehr gerne gelesen habe, war ich neugierig, wie es mit Takako und der Buchhandlung weitergeht. Auch in dieser Fortsetzung zieht einen die Atmosphäre sofort in die Geschichte hinein.
Dieses Mal werden jedoch andere Themen behandelt als im Vorgänger, obwohl der Umgang mit emotionalen Belastungen weiterhin im Mittelpunkt steht. Besonders zu Beginn gibt es humorvolle Momente, die eine überraschende Leichtigkeit in die Handlung bringen. Die Beziehung zwischen Takako und Wada-san hat mich allerdings etwas irritiert. Ihre distanzierte Art zueinander und die wenigen Treffen wirkten kühl, und Takako zweifelt bald daran, was ihr Partner überhaupt an ihr schätzt. Diese Unsicherheiten ziehen sich durch den Roman und lassen die Liebesgeschichte eher in den Hintergrund treten.
Der Mittelteil fühlte sich für mich etwas langatmig an, doch die gemütliche Atmosphäre der Buchhandlung sorgte trotzdem für ein echtes Wohlfühlgefühl. Obwohl die Geschichte selbst nicht besonders spannend ist, wurde es zum Ende hin doch sehr emotional. Hier entfaltet sich der Charakter des Buches endlich so, wie ich es mir von Anfang an gewünscht hatte. Das Ende kam zwar im Vergleich zur restlichen Handlung etwas plötzlich, aber es brachte dennoch einen schönen Abschluss und hat mich mit dem vorherigen Eindruck versöhnt.
Ob es einen dritten Band braucht, bin ich mir nicht sicher, aber insgesamt war es ein schönes Leseerlebnis – auch wenn der erste Teil für mich definitiv stärker war.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Zerbrechliche Familienbande

Die andern sind das weite Meer
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Familie Cramer steht vor großen Herausforderungen. Der Vater Hans verliert durch seine Demenz zunehmend die Kontrolle über sein Leben, während seine Kinder mit ihren eigenen Problemen kämpfen. Luka ist ...

Familie Cramer steht vor großen Herausforderungen. Der Vater Hans verliert durch seine Demenz zunehmend die Kontrolle über sein Leben, während seine Kinder mit ihren eigenen Problemen kämpfen. Luka ist beruflich fast nie zu Hause, Tom in seiner Klinik stark eingebunden, und Elena flüchtet sich in eine alte Liebe. Als Hans plötzlich verschwindet, müssen die Geschwister sich nicht nur ihrer Vergangenheit, sondern auch den Rissen in ihrer Beziehung stellen.

Besonders berührt hat mich die Perspektive von Hans. Seine Gedankenwelt und Gefühle im Umgang mit der Demenz wurden eindringlich und authentisch beschrieben. Die Einsamkeit und das Unverständnis, das er erlebt, gehen unter die Haut. Gerade weil dieses Thema auch in meiner Familie präsent ist, hat mich das sehr bewegt. Ich hoffe, der betroffenen Person künftig mit mehr Verständnis und Sensibilität begegnen zu können.

Julie von Kessels Schreibstil hat mir gut gefallen. Sie erzählt ruhig und präzise, schafft es aber gleichzeitig, eine emotionale Tiefe zu erzeugen, die den Figuren Leben einhaucht. Besonders die wechselnden Perspektiven der Familienmitglieder machen die Handlung abwechslungsreich und spannend. Allerdings wirkte die Vielzahl an angesprochenen Themen stellenweise etwas überfrachtet. Es schien, als wollte die Autorin möglichst viele aktuelle Probleme und Themen aufgreifen, was die Glaubwürdigkeit der Geschichte ein bisschen beeinträchtigt hat.

Trotz kleiner Schwächen ist der Roman ein lesenswertes Familiendrama, das vor allem Fans von Familiengeschichten ansprechen dürfte.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Wie eine Achterbahnfahrt

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Naomi und Luca sind seit der fünften Klasse Brieffreunde - oder besser gesagt, Brieffeinde. ✉️ Zwölf Jahre lang hauen sie sich in ihren Briefen die wildesten Beleidigungen um die Ohren, bis von Lucas Seite ...

Naomi und Luca sind seit der fünften Klasse Brieffreunde - oder besser gesagt, Brieffeinde. ✉️ Zwölf Jahre lang hauen sie sich in ihren Briefen die wildesten Beleidigungen um die Ohren, bis von Lucas Seite aus plötzlich Funkstille herrscht. Jahre später landet ein neuer Brief auf Naomis Schreibtisch, und sie weiß sofort: Luca ist zurück. Blöd nur, dass sie seine aktuelle Adresse nicht hat... 😱

Das Buch hat mich ganz schön hin- und hergerissen. Die Briefe zwischen den beiden sind anfangs so überzogen, dass ich mir manchmal dachte: "What the..?" Aber es gibt auch richtig witzige Momente, bei denen ich einfach lachen musste – auch wenn das ein bisschen gedauert hat. Zum Glück gewinnt die Geschichte mit der Zeit an Schwung, was vielleicht daran liegt, dass Naomi und Luca endlich (ein bisschen) erwachsener werden.

Neben der Suche nach Luca beginnt Naomi etwas mit ihrem Nachbarn Jake, der eigentlich perfekt ist: Tierarzt, zwei Katzen zur Pflege 🐱🐱 (Punkt für ihn!) und generell der Typ Schwiegersohntraum. Trotzdem merkt man schnell, dass es zwischen Naomi und Luca mehr knistert, als beide zugeben wollen - obwohl sie einander nie begegnet sind. 🔥

Naomi fand ich als Protagonistin klasse - taff, witzig und immer für eine schlagfertige Antwort zu haben. Luca fand ich anfangs eher schwierig, aber je mehr man über ihn erfährt, desto sympathischer wird er. Und Jake? Er ist ein Träumchen..😉

Die große Enthüllung am Ende? Ganz ehrlich, die habe ich meilenweit kommen sehen, was ein bisschen die Spannung rausgenommen hat. 🙄

Trotzdem hatte ich Spaß mit der Geschichte. Wer eine Story mit Sarkasmus, bissigen Wortgefechten und einer Prise Romance mag, ist hier genau richtig. 💌

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