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Veröffentlicht am 19.02.2026

Er trug seinen Namen (nicht)

Die Namen
1

Wie würde mein Leben verlaufen, wenn ich Blume, Julia oder Josephine heißen würde? Würde es überhaupt einen Unterschied machen? Dieser Frage geht der Roman nach und spielt dabei drei verschiedene Lebensläufe ...

Wie würde mein Leben verlaufen, wenn ich Blume, Julia oder Josephine heißen würde? Würde es überhaupt einen Unterschied machen? Dieser Frage geht der Roman nach und spielt dabei drei verschiedene Lebensläufe durch, und zwar immer abschnittsweise für jeden Namen eine Zeitspanne von 1986 bis 2022. So lernen wir Bear, Julian und Gordon kennen.
Die Reihenfolge der Schicksale von Bear, Julian und Gordon ist dabei gut gewählt, auch wenn man sich ständig darauf konzentrieren muss, wessen Abschnitt man gerade liest und vor allem wann. Hier habe ich mir mit Notizen zu Eckdaten geholfen.
Mit der Lebensgeschichte des jeweiligen Jungen ist die seiner Mutter eng verwebt. Sie spielt in vielen Dingen eine zentrale Rolle. Hier wäre meiner Meinung nach eine Triggerwarnung dringend notwendig, denn anhand des Klappentextes kann man nicht auf häusliche Gewalt schließen.
Es gab mehrere Momente, in denen ich beinahe aufgegeben hätte weiterzulesen, weil mir das Schicksal zu grausam erschien. Aber genauso gab es dann wieder schöne Momente, die ich sonst nicht erlebt hätte.
Das Buch macht etwas mit dem Leser. Es wühlt auf, schockiert, macht sprachlos, nachdenklich, ungläubig, fassungslos. Es bietet unglaublich viel Diskussions-Potential. Ich kann mir das Buch deshalb gut in einem Buchclub vorstellen. Es hat mich noch sehr lange beschäftigt.
Man fragt sich unweigerlich, wie man selbst reagiert hätte, als Opfer, als Mitwisser. Welche Aktion hätte den Verlauf der Geschichte verändert und welche nicht? Hier finde ich das Spiel mit den Möglichkeiten äußerst gelungen.
Allen Abschnitten ist ein gut konstruierter Spannungsbogen gemein.
Der Schreibstil ist ausgeprägt atmosphärisch, aber auch brutal und nüchtern, fast sachlich, je nachdem wessen Phase gerade beschrieben wird und hat mich sofort gepackt. Er hat mich sehr intensiv eingesaugt. Viele Sätze musste ich mehrfach lesen, um die aussagekräftigen Bilder immer und immer wieder zu visualisieren.
„Sie geht mit klopfendem Herzen durchs Leben, durch die Welt, als könne die jeden Augenblick eine Granate nach ihr werfen. “
Der Text ist voller kluger Neologismen, Metaphern, Allegorien, Personifikationen und Herleitungen. Trotz des ernsten Hintergrunds und der todtraurigen Abschnitte ist es ein Erlebnis, dieses Debüt zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein Dämon ist und bleibt ein Psychopath

Kein Kuchen für Vampire
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Das ist der zweite Band des vierteiligen Spinoffs zur "Spellbound"-Reihe rund um Tori und ihre drei Magier. Die "Demonized"-Reihe um Robin und ihren Dämon kann eigenständig oder im Wechsel mit der "Spellbound"-Reihe ...

Das ist der zweite Band des vierteiligen Spinoffs zur "Spellbound"-Reihe rund um Tori und ihre drei Magier. Die "Demonized"-Reihe um Robin und ihren Dämon kann eigenständig oder im Wechsel mit der "Spellbound"-Reihe gelesen werden. "Süsses oder Böses" reiht sich zeitlich hinter "Alchemie und ein Amaretto" ein.
Ich denke, man sollte beide Reihen in der empfohlenen Reihenfolge lesen, weil beide zwar eigenständig, aber miteinander verwoben sind.
Kommt der Anfang noch ziemlich umschuldig daher, muss man nur ein bißchen weiterlesen, um nicht mehr aufhören zu können. Die gruseligen Abschnitte konnte ich noch gut verschmerzen, aber je weiter ich gelesen habe, desto weniger Pausen konnte ich machen.
Meine Güte, war das spannend! Und es hörte einfach nicht auf, denn Robin und Zylas geraten immer wieder in ganz fiese und brenzlige Situationen. Und es geht mehrfach um Leben und Tod.
Auch in diesem Band liebe ich die Interaktion zwischen Robin und ihrem Dämon, weil sie so nachvollziehbar und gut durchdacht ist. Robin sieht ihn mit menschlichen Augen und ist über seine antisoziale Art enttäuscht, während Zylas immer nur die Schwäche und Unbrauchbarkeit in ihr sieht. Und doch gibt es ganz kleine Fortschritte, ein leises gegenseitiges Entgegenkommen und wertvolle Erkenntnisse für beide. Das ist ganz großartig gemacht.
Mir hat es auch gefallen, Amalia, Robins Cousine, näher kennenzulernen. Ich kann mir vorstellen, daß sie ihr ganzes Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat und wir uns dadurch auf einige Überraschungen freuen können.
Der Band ist zwar abgeschlossen, endet aber trotzdem mit einem Teaser, der erahnen lässt, wie es weitergeht. Am besten, man hat den nächsten Band schon zur Hand.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Die große Offenbarung

Morgensonnenglück
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Dies ist hoffentlich der Beginn einer Serie! Petra Schier hat hier in Lissenborn ein neues Universum geschaffen, in das ich gerne und intensiv abgetaucht bin.
Es geht um Familie Flower und ihren Pferdehof: ...

Dies ist hoffentlich der Beginn einer Serie! Petra Schier hat hier in Lissenborn ein neues Universum geschaffen, in das ich gerne und intensiv abgetaucht bin.
Es geht um Familie Flower und ihren Pferdehof: das Großelternpaar hat in der Vergangenheit rund um ihre Töchter und Enkelinnen einiges richtig, aber auch etliches falsch entschieden, vor allem über ihre Köpfe hinweg. Und das fliegt ihnen jetzt um die Ohren, denn alle Beteiligten sind älter, reifer und mündiger geworden.
Eigentlich sollte hier die Romanze zwischen Holly und Raik im Vordergrund stehen. Sie wird zwar auch sehr schön beschrieben, aber die Familienpolitik nimmt gefühlt einen größeren Raum ein. Mir kam die Zweisamkeit dabei ein wenig zu kurz. Aber ich verstehe, daß es der Tatsache geschuldet ist, die Figuren einzuführen und die Vergangenheit zu beleuchten.
Lissenborn wird von Petra Schier wunderschön und atmosphärisch gezeichnet. Ich konnte wirklich in dem imaginären Ort spazierengehen, und das ganz ohne KI. 😉 Ein richtig schön gestalteter Wohlfühlort mit historischen Gebäuden, netten Lädchen und einigen schrägen Gestalten. Da konnte ich oft ein Schmunzeln nicht unterdrücken.
Nachdem nun alle Figuren eingeführt sind, hoffe ich auf eine Reihe mit weiteren Bänden, denn die Nebenfiguren sind sehr vielversprechend.
Petra Schier ist für mich ein Garant für gute Unterhaltung. Deswegen gibt es hier mal wieder die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Herz über Kopf oder Kopf über Herz?

Rewrite My Heart
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Claire Winston ist Lektorin eines großen Verlagshauses in England. Stellvertretend für ihre erkrankte Kollegin soll sie das neue Manuskript des Bestseller-Autors Samu Boheme bearbeiten. Bisher hatte der ...

Claire Winston ist Lektorin eines großen Verlagshauses in England. Stellvertretend für ihre erkrankte Kollegin soll sie das neue Manuskript des Bestseller-Autors Samu Boheme bearbeiten. Bisher hatte der Schriftsteller, von dem niemand weiß, wie er aussieht oder wo er lebt, nur Thriller geschrieben. Der Wechsel ins Genre Romance will Claire nicht gefallen. Sie findet, das Manuskript gleiche einem Porno. Daß sie sich damit weder in ihrem Verlag noch beim Autor und dessen Agenten Freunde macht, ist vorauszusehen.

Claire muss viel ertragen: Partner mit Kontrollwahn, Schwiegermonster, fiese Chefin. Auch wenn sie sich selbst in eine hoffnungslose Situation katapultiert, so hat sie den shit storm, der danach auf sie niedergeht, nicht verdient. Sie ist keineswegs eine schwache Persönlichkeit, auch wenn sie eine Reihe dummer Entscheidungen trifft. Aber gerade weil nicht alle ihrer Entscheidungen klug sind, sie sich aber trotzdem tapfer durchbeißt und nicht aufgibt, macht sie in meinen Augen sehr sympathisch.

Die eigentliche Liebesgeschichte beginnt erst recht spät, bekommt aber genügend Raum. Zuweilen fand ich die Partnerkonflikte zwischen Claire und ihrem besitzergreifenden und selbstgefälligen Verlobten etwas zu langatmig. Letztendlich hat mich aber die Wendung nach Kanada dann dafür entschädigt. Der Zwiespalt, den Claire zwischen den Aufenthalten in Kanada und England erlebt, ist sehr eindrücklich und realistisch geschrieben.

Kanada wird traumhaft schön beschrieben. Wie ein Naturfilm läuft die vielfältige Landschaft im Hintergrund ab. Ein perfekter Ort, um die Geschichte von Claire und Samu zu erzählen.

Den wenigen intimen Szenen hätte mehr Leidenschaft, Länge und Ausdruck gut getan. Sie werden im Prinzip nur angerissen.

Die Lektüre hat mir Spaß gemacht und mich gut unterhalten. Sie ist abwechslungsreich, beeinhaltet interessante Wendungen, spannungsgeladene Konflikte und ein Happy End, so wie es sich gehört. Alles in allem ist sie mir 4,5 Sterne wert.

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Schonungslos

Darkness in His Blood
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Eine Haters to Lovers Gay Romance für Unerschrockene, ich sage es lieber gleich vorneweg. Keine Rezi kann diese Brutalität, diesen rivalisierenden Hass, dieses sinnlose Blutvergießen und diesen unsagbaren ...

Eine Haters to Lovers Gay Romance für Unerschrockene, ich sage es lieber gleich vorneweg. Keine Rezi kann diese Brutalität, diesen rivalisierenden Hass, dieses sinnlose Blutvergießen und diesen unsagbaren Schmerz in Worte fassen.
Hier geht es nicht um: ich finde ihn heiss, gebe mich aber mal ein bisschen überheblich. Nein, die beiden hassen sich wirklich und bedrohen sich ernsthaft mit Waffen. Da knallt es im wahrsten Sinne des Wortes auch mal.
Alexander und Matteo sitzen zunächst aufgrund einer aktuellen Bedrohungslage unfreiwillig in einer New Yorker Wohnung zusammen fest. Matteo ist schwer drogenabhängig, und Alexander will einfach nur wieder auf die Straße und im Mafiabusiness mitmischen. Es gilt, eine undichte Stelle aufzudecken. Sehr zögerlich und mit ordentlich Aufs und Abs kommen sich die beiden Männer dabei näher. Ein Stück weit heilen sie sich auch gegenseitig. Aber da das in einer Dark Romance nicht vorherrschen kann und alle ohnehin so psychisch lädiert sind, daß sie Jahre für eine Therapie bräuchten, gibt es reichlich sehr brutale Gewaltszenen, denn der Feind lauert stetig und das Imperium will verteidigt werden. Sowohl Matteos als auch Alexanders Familie, die Verbündete sind, morden und foltern als Tagesgeschäft. Hier muss man unbedingt gute Nerven haben, denn es gibt verdammt viele Leichenteile. Und auch spicy Szenen inmitten von Leichen muss man ertragen können.
Ich sag doch, Ihr müsst stark sein, wenn Ihr das Buch lest, und vergesst die Romantik. Das ist ein Buch für fortgeschrittene Dark Romance Fans. Rosarot ist hier nichts.

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