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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2026

zum Nachdenken

Der unsichtbare Elefant
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Der unsichtbare Elefant. Chronik eines Falls ist ein Buch, das man nicht einfach nur liest, sondern das einen begleitet und noch lange nach der letzten Seite im Kopf bleibt. Ich habe es wirklich gemocht, ...

Der unsichtbare Elefant. Chronik eines Falls ist ein Buch, das man nicht einfach nur liest, sondern das einen begleitet und noch lange nach der letzten Seite im Kopf bleibt. Ich habe es wirklich gemocht, auch wenn es eher leise erzählt ist und mehr zum Nachdenken als zum Mitfiebern einlädt.

Alles beginnt an einem Winterabend in Düsseldorf: Der Anwalt Thomas Siebenmorgen stürzt sich vor den Augen seiner Kollegin María in den Tod und reißt dabei ein wertvolles Kunstwerk mit sich. Zurück bleiben Fassungslosigkeit, Fragen und das Gefühl, dass hinter dieser Tat viel mehr steckt als ein Moment der Verzweiflung. María kann nicht glauben, dass sie Thomas so falsch eingeschätzt hat – und auch Viktor vom Kriseninterventionsteam beginnt, Spuren zu suchen, die erklären könnten, was Thomas zu diesem Schritt getrieben hat. Parallel dazu wird der junge Staranwalt Simon beauftragt, intern zu ermitteln, und auch er stößt auf Dinge, die besser verborgen geblieben wären.

Besonders gelungen fand ich, wie die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Nach und nach entstehen Risse in der glatten Fassade einer internationalen Top-Kanzlei, und gleichzeitig öffnet sich der Blick auf eine Vergangenheit, die weit über Thomas hinausreicht. Der „unsichtbare Elefant“ – das, worüber niemand spricht – wird langsam, aber eindringlich sichtbar und verbindet persönliche Schuld, Verdrängung und europäische Geschichte auf eine sehr intensive Weise.

Das Buch ist ruhig, stellenweise schwer, aber sehr klug und feinfühlig geschrieben. Es fordert Aufmerksamkeit und Geduld, belohnt aber mit Tiefe und Bedeutung. Für mich ein starkes, nachhallendes Leseerlebnis – 4 Sterne für einen Roman, der mehr Fragen stellt als Antworten gibt, und genau darin seine Stärke hat.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

fesselnd

The Woman in Suite 11
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The Woman in Suite 11 hat mich von der ersten Seite an vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist unglaublich spannend, atmosphärisch dicht und genau die Art von Thriller, bei dem man ständig ...

The Woman in Suite 11 hat mich von der ersten Seite an vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist unglaublich spannend, atmosphärisch dicht und genau die Art von Thriller, bei dem man ständig das Gefühl hat, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

Lo Blacklock wagt einen Neuanfang: Nach den traumatischen Ereignissen, die sie auf einer Kreuzfahrt erlebt hat, ist die Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels in der Schweiz für sie die perfekte Chance, wieder als Reisejournalistin Fuß zu fassen. Das Hotel am Ufer des Genfer Sees wirkt nach außen wie ein Ort voller Eleganz, Ruhe und Schönheit – doch genau hier beginnt das Unheil.

Als Lo eines Nachts in die Suite des exzentrischen Hotelbesitzers Marcus Leidmann gebeten wird, ahnt sie noch nicht, dass dieser Moment alles verändern wird. Statt ihm begegnet sie einer fremden Frau, die behauptet, seine Geliebte zu sein – und die panisch um ihr Leben fürchtet. Von da an entwickelt sich ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Wahrheit und Täuschung immer schwerer zu unterscheiden sind.

Ich fand das Buch durchgehend spannend, mit einer langsam, aber stetig steigenden Spannung, die sich unaufhaltsam zuspitzt. Die luxuriöse, abgeschottete Hotelkulisse sorgt für eine großartige, fast schon beklemmende Atmosphäre, und Ruth Ware versteht es meisterhaft, Misstrauen, Angst und Unsicherheit auf den Leser zu übertragen. Jeder neue Hinweis wirft mehr Fragen auf, und man kann das Buch einfach nicht aus der Hand legen.

Für mich ein absoluter Pageturner, der bis zum Schluss fesselt

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Veröffentlicht am 22.01.2026

spannend

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie? hat mich von der ersten Seite an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Dieses Buch ist ein absoluter Pageturner, bei dem man ständig das Gefühl ...

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie? hat mich von der ersten Seite an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Dieses Buch ist ein absoluter Pageturner, bei dem man ständig das Gefühl hat, dass hinter jeder Ecke eine neue Enthüllung wartet.

Die Geschichte beginnt mit einem ausgelassenen Abend im Club, der für Natalie und ihre beste Freundin Cara eigentlich nur Spaß bedeuten sollte – bis Cara am nächsten Morgen im Koma liegt. Die Polizei kommt nicht weiter, also beschließt Natalie, selbst nach Antworten zu suchen. Als sie den Mann, der zuletzt mit Cara gesehen wurde, auf dem Cover eines Magazins erkennt, wird klar: Es ist der erfolgreiche und geheimnisvolle Unternehmer Geoffrey Rosenberg. Kurzerhand schleust sich Natalie in sein Leben ein, indem sie einen Job in seiner Villa annimmt – fest entschlossen, ihn zu entlarven.

Doch je tiefer sie in seine Welt eintaucht, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit, Lüge und Manipulation. Die Atmosphäre in der Villa ist von Anfang an beklemmend, und man fragt sich ständig, wer hier eigentlich die Fäden in der Hand hält. Natalie wollte ihrem Boss eine Falle stellen – aber schon bald steht die Frage im Raum, ob sie nicht längst selbst in einer gefangen ist.

Ich fand das Buch unglaublich spannend, voller Wendungen und mit einer konstanten, düsteren Spannung, die mich regelrecht durch die Seiten getrieben hat. Besonders gelungen ist das Spiel mit den Zweifeln: Ist Geoffrey ein Monster oder doch ein Genie? Man glaubt, die Antwort zu kennen – bis die Geschichte wieder alles auf den Kopf stellt.

Ein Thriller, der süchtig macht und den man am liebsten in einem Rutsch durchliest.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

geheimnisvoll, aber nicht so mitreißend wie erhofft

Illusion – A Lie Worth Believing
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Ich habe mich sehr auf Illusion von Janine Ukena gefreut, weil Setting und Grundidee unglaublich vielversprechend klangen – eine geheimnisvolle Show in Las Vegas, Illusionen, dunkle Geheimnisse und eine ...

Ich habe mich sehr auf Illusion von Janine Ukena gefreut, weil Setting und Grundidee unglaublich vielversprechend klangen – eine geheimnisvolle Show in Las Vegas, Illusionen, dunkle Geheimnisse und eine gefährliche Lovestory. Und ja, das Buch hat definitiv seine starken Seiten, auch wenn ich es mir insgesamt etwas cooler und mitreißender vorgestellt hatte.

Zu Beginn fiel es mir schwer, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Die Charaktere blieben für mich erst einmal ziemlich unnahbar, und ich konnte keine richtige Verbindung zu ihnen aufbauen. Ich glaube, dass diese Distanz von der Autorin bewusst gewählt wurde, um die Atmosphäre der Illusionen und Geheimnisse zu unterstreichen – für mich hat das aber nicht immer funktioniert und hat den Einstieg etwas zäh gemacht.

Inhaltlich begleiten wir Stella, eine junge Sängerin, deren Traum wahr wird, als sie Teil der berühmten Show „Illusion“ in Las Vegas wird – einer Performance, die ihr Publikum an echte Magie glauben lässt. Doch hinter den schillernden Auftritten verbergen sich dunkle Geheimnisse: Die Erinnerung an die verschwundene Vorgängerin Fia schwebt ständig im Raum, und der charismatische, aber undurchschaubare Illusionist Levin sorgt dafür, dass man nie weiß, wem man trauen kann. Schritt für Schritt merkt Stella, dass nichts dem Zufall überlassen ist – und dass auch sie selbst Teil eines viel größeren Plans ist. Die Grenzen zwischen Realität, Täuschung und Gefühl verschwimmen dabei immer mehr.

Was ich allerdings wirklich wunderschön fand, waren die vielen Illustrationen im Buch – sie haben die Atmosphäre toll unterstützt und das Leseerlebnis nochmal aufgewertet. Auch der Farbschnitt ist ein absoluter Hingucker und macht das Buch optisch zu etwas Besonderem.

Alles in allem ein schöner, geheimnisvoller Auftakt mit einer starken Idee und toller Gestaltung, der mich aber emotional nicht ganz so gepackt hat wie erhofft. Ich bin trotzdem neugierig, wie sich die Geschichte im zweiten Band weiterentwickelt.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

fesselnd

Tod zur Teestunde
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„Tod zur Teestunde“ von Anthony Horowitz ist ein brillant konstruiertes Krimi-Highlight, das mich von Anfang an begeistert hat. Ich fand es genial, quasi einen Krimi im Krimi zu lesen – dieses Spiel mit ...

„Tod zur Teestunde“ von Anthony Horowitz ist ein brillant konstruiertes Krimi-Highlight, das mich von Anfang an begeistert hat. Ich fand es genial, quasi einen Krimi im Krimi zu lesen – dieses Spiel mit Meta-Ebenen ist nicht nur clever, sondern macht auch richtig Spaß. Man liest nicht einfach einen Fall, man liest über jemanden, der einen Fall liest – und dann selbst mitten hineingezogen wird. Großartig!

Die Geschichte begleitet Susan Ryeland, ehemalige Lektorin und nun im Ruhestand eigentlich raus aus der Krimiwelt – bis das Manuskript eines jungen Autors auf ihrem Tisch landet: Atticus Pünds letzter Fall, ein klassischer „Whodunit“ um den Tod der steinreichen Lady Chalfont, die offenbar vergiftet wurde und bei der alles auf einen Täter in der eigenen Familie hindeutet. Doch während Susan das Manuskript lektoriert, entdeckt sie, dass der Autor Eliot Crace darin verschlüsselt die Geschichte seiner eigenen Familie verarbeitet – inklusive des ungeklärten, ebenfalls durch Gift verursachten Todes seiner berühmten Großmutter, Kinderbuchlegende Miriam Crace.

Und dann nimmt der Plot eine scharfe, dunkle Abzweigung: Eliot stirbt bei einer Fahrerflucht, Susan wird plötzlich verdächtigt – und die Fiktion verschmilzt mit der Realität. Ich liebe, wie Horowitz hier das klassische Cozy-Krimi-Feeling erst aufbaut, nur um es dann aufzubrechen und auf eine gefährlichere, persönlichere Ebene zu heben.

Auch die Protagonist:innen fand ich richtig toll. Susan ist klug, geerdet und mutig, ohne in überzeichnete Action-Klischees zu fallen. Und Atticus Pünd – den wir im Manuskript begleiten – ist einfach ein Genuss: scharfsinnig, leicht exzentrisch, klassisch detektivisch und herrlich britisch im Ton. Die Kombination aus Susan und Atticus als „Ermittler:innen in getrennten Welten“ funktioniert überraschend harmonisch.

Einen Stern ziehe ich nur ab, weil ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Tempo in Susans eigenem Fall gewünscht hätte – der Auftakt war für mich der stärkste Sog. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fazit: Ein geniales Meta-Krimi-Konzept, tolle Figuren und ein Plot, der klug mit Erwartungen spielt. Für mich ein echtes Lese-Highlight und eine klare Empfehlung für alle, die klassische Krimis lieben – und sich gleichzeitig über eine frische, ungewöhnliche Erzählweise freuen. Ich will definitiv mehr „Krimi im Krimi“ lesen!

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