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Veröffentlicht am 12.05.2025

spannende Geschichte

Von hier aus weiter
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„Von hier aus weiter“ ist ein kurzweiliger und unterhaltsamer Roman über Verlust, Neuanfang und die Kraft unerwarteter Begegnungen. Die Geschichte um Marlene, die nach dem Tod ihres Mannes Rolf in einem ...

„Von hier aus weiter“ ist ein kurzweiliger und unterhaltsamer Roman über Verlust, Neuanfang und die Kraft unerwarteter Begegnungen. Die Geschichte um Marlene, die nach dem Tod ihres Mannes Rolf in einem lähmenden Alltag feststeckt, zieht einen schnell in ihren Bann. Statt zu trauern, ist Marlene vor allem wütend – eine ungewöhnliche, aber glaubwürdige Reaktion, die der Roman feinfühlig herausarbeitet.

Als Jack, ein ehemaliger Schüler und inzwischen Klempner, plötzlich in Marlenes Leben tritt und sogar bei ihr einzieht, beginnt sich langsam etwas zu verändern. Jack bringt nicht nur kulinarischen Schwung ins Haus, sondern auch Wärme und Menschlichkeit. Besonders gelungen fand ich die Entwicklung der Protagonistin – Marlene ist zu Beginn des Romans bitter und verschlossen, doch im Laufe der Geschichte öffnet sie sich und wagt neue Schritte.

Auch die Nebenfiguren, wie die sympathische Hausärztin Ida und die resolute Freundin Wally, tragen dazu bei, dass der Roman vielschichtig und lebendig bleibt. Die Reise, auf die sich Marlene schließlich mit ihren neuen Wegbegleitern begibt, hält einige Überraschungen bereit und führt zu einem stimmigen, nicht zu kitschigen Ende.

Ein Buch, das trotz der ernsten Themen mit Leichtigkeit erzählt ist und dabei berührt – definitiv lesenswert. Nur ab und zu hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, deshalb „nur“ vier Sterne.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Spannend!

Himmlischer Frieden
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Himmlischer Frieden ist ein bewegender, eindringlich erzählter Roman, der mich tief berührt hat. Lai, die Protagonistin, wächst im chaotischen Umfeld eines Pekinger Arbeiterviertels auf – zwischen einem ...

Himmlischer Frieden ist ein bewegender, eindringlich erzählter Roman, der mich tief berührt hat. Lai, die Protagonistin, wächst im chaotischen Umfeld eines Pekinger Arbeiterviertels auf – zwischen einem schweigsamen Vater, einer klatschfreudigen Mutter und einer liebevollen, starken Großmutter. Besonders die Beziehung zur Großmutter war für mich einer der stärksten Aspekte des Buches – authentisch, ehrlich und voller Herz.

Obwohl ich selbst nicht in China aufgewachsen bin und auch keine chinesischen Eltern habe, konnte ich mich als Asiate sehr gut mit vielen Gefühlen und Konflikten identifizieren: dem inneren Spagat zwischen Anpassung und dem Wunsch nach Freiheit, dem Druck der Familie, der Bedeutung von Bildung – und nicht zuletzt der Frage, wie viel man bereit ist zu riskieren, um seine Stimme zu erheben.

Die Entwicklung Lais – vom neugierigen Kind zur mutigen jungen Frau an der Peking-Universität, die beginnt, ihre eigene Meinung zu formen – ist glaubhaft und mit großer Sensibilität geschildert. Besonders eindrucksvoll ist der Spannungsbogen, der sich auf den historischen Wendepunkt von 1989 zuspitzt, ohne je ins Klischeehafte zu verfallen.

Ein Stern Abzug nur deshalb, weil einige Passagen im Mittelteil für meinen Geschmack etwas zu langatmig geraten sind. Doch das schmälert nicht den Gesamteindruck eines klugen, wichtigen und emotional tiefgehenden Romans, der weit über den chinesischen Kontext hinaus wirkt.

Ein empfehlenswertes Buch – nicht nur für Leser mit asiatischem Hintergrund.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Doch ein Arztroman!

Staying Alive
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Der Titel verspricht augenzwinkernd, kein Arztroman zu sein – doch genau das ist Staying Alive letztlich doch: ein Arztroman. Und zwar einer, der sich liest, als hätte man ein medizinisches Lehrbuch in ...

Der Titel verspricht augenzwinkernd, kein Arztroman zu sein – doch genau das ist Staying Alive letztlich doch: ein Arztroman. Und zwar einer, der sich liest, als hätte man ein medizinisches Lehrbuch in Romanform gegossen, mit ein paar flotten Sprüchen gewürzt und einer Hauptfigur versehen, die sich selbst nicht ganz sicher ist, ob sie hier richtig ist.

Nicki, frisch gebackene Assistenzärztin in der Rettungsstelle eines großen Berliner Krankenhauses, wird ohne Einweisung ins Chaos geworfen. Von Schlaf, Freizeit oder Anerkennung kann sie nur träumen – stattdessen: überfüllte Flure, abgehetzte Kolleginnen, ein ruppiger Alltag. Das alles ist durchaus authentisch beschrieben, streckenweise auch sehr witzig und durchaus unterhaltsam.

Was dem Buch jedoch fehlt, ist ein klarer Plot. Die Szenen reihen sich eher episodenhaft aneinander, Spannung oder tiefere Entwicklung kommen kaum auf. Auch die Liebesgeschichte mit dem Oberarzt wirkt wie ein Häkchen auf der Klischee-Checkliste, nicht wie ein echter emotionaler Bogen.

Fazit: Unterhaltsam, teilweise lehrreich und gut geschrieben – aber eher was für Leser
innen, die sich für Krankenhausalltag interessieren als für eine spannende Handlung.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Millenials

Dancing Queen
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Als Millennial habe ich mich sofort in Paulina wiedergefunden. Ihr innerer Zwiespalt zwischen Hoffnung und Desillusionierung, ihr Schwanken zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit – all das wirkte unglaublich ...

Als Millennial habe ich mich sofort in Paulina wiedergefunden. Ihr innerer Zwiespalt zwischen Hoffnung und Desillusionierung, ihr Schwanken zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit – all das wirkte unglaublich authentisch und hat mich sehr berührt. Camila Fabbris Schreibstil ist lakonisch, direkt und manchmal bewusst rotzig, was perfekt zur Geschichte und ihrer Atmosphäre passt.

Besonders spannend fand ich, wie die Autorin die Unsicherheiten und das Lebensgefühl einer Generation einfängt, die ständig mit gesellschaftlichen Erwartungen und dem Gefühl der eigenen Austauschbarkeit konfrontiert wird. Die Konstellation der Figuren – von der chaotischen Maite bis zur mysteriösen Lara – bringt zusätzlich viel Dynamik und Tiefe in die Erzählung.

Ein kleiner Wermutstropfen: Der Roman ist leider recht kurz geraten. Manche Entwicklungen hätten gerne noch etwas mehr Raum bekommen dürfen, gerade weil die Charaktere so viel Potenzial bieten. Trotzdem bleibt "Dancing Queen" ein intensives und sehr gelungenes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

spannendes Ägypten

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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"What the River knows" hat mich von Anfang an begeistert – vor allem durch sein außergewöhnliches Setting. Eine Geschichte, die im Ägypten des 19. Jahrhunderts spielt und dabei Magie, Geheimnisse und Abenteuer ...

"What the River knows" hat mich von Anfang an begeistert – vor allem durch sein außergewöhnliches Setting. Eine Geschichte, die im Ägypten des 19. Jahrhunderts spielt und dabei Magie, Geheimnisse und Abenteuer miteinander verbindet, habe ich so bisher noch nie gelesen.

Inez Olivera träumt davon, ihre Eltern auf ihren Reisen zu begleiten. Doch als sie plötzlich die Nachricht von ihrem mysteriösen Tod erhält, begibt sie sich kurzerhand selbst nach Kairo. Mit einem antiken Ring, der mehr birgt, als es zunächst scheint, stürzt sie sich in ein Netz aus alten Legenden, tödlichen Gefahren und einer schlagfertigen Rivalität mit dem charmanten Whit.

Ich fand besonders faszinierend, wie detailreich und atmosphärisch die Autorin Ägypten zum Leben erweckt hat – man spürt die Hitze, die Geheimnisse der alten Tempel und den Zauber der Geschichte auf jeder Seite. Auch die Verbindung von historischen Elementen mit Magie hat mir sehr gut gefallen. Ein kleiner Minuspunkt: Manche Szenen zogen sich etwas, und Inez' Verhalten war nicht immer ganz nachvollziehbar. Trotzdem ein spannendes Abenteuer, das Lust auf mehr macht!

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