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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2021

Ein unglaublich starkes und gutes Buch

Die Übersetzerin
0

Was für ein besonderes Buch! Ich brauche definitiv mehr davon! Mir ist einfach bewusst geworden, dass ich viel zu selten historische Romane lese.
Inhalt
Es geht um Hedy, eine jüdische junge Frau, die im ...

Was für ein besonderes Buch! Ich brauche definitiv mehr davon! Mir ist einfach bewusst geworden, dass ich viel zu selten historische Romane lese.
Inhalt
Es geht um Hedy, eine jüdische junge Frau, die im zweiten Weltkrieg aus Not einen Job zur Übersetzerin im Lager der Deutschen auf den englischen Kanalinseln annimmt. Dabei lebt sie in ständiger Angst, dass jemand sie entdeckt und ihre Wahrheit ans Licht kommt. Sie verliebt sich dann aber ausgerechnet in Kurt, einen deutschen Wehrmachtsoldaten und dieser erwidert ihre Liebe. Als Hedys Deckung eines Tages aufliegt, muss ein ungeheuerlicher Plan geschmiedet werden …

Wow, das Buch war richtig gut! So bildgewaltig und emotionsgeladen, sowie realistisch. Zwischen den Zeilen stand so unglaublich viel, die Unterdrückung, die ständige Angst und Skepsis, aber auch die kleinen sonnigen Momente haben mir oftmals eine Gänsehaut beschert. Über allem lagen diese Düsternis und ein beklemmendes Gefühl, aber ich war ganz und gar im Buch, an diesem Ort, auf dieser Insel. Es war das berühmte „Kino im Kopf“ und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Es ist mir unbegreiflich, wie grausam Menschen sein können und ich habe mal wieder gelernt, dass wir nicht oft genug danken können, in was für einer Zeit wir leben. Welcher privilegierte Reichtum uns umgibt, ohne dass wir ihn täglich wertschätzen. Hedys Situation ist furchtbar, sie ist ein Sinnbild für all die Menschen, denen es ähnlich in dieser Zeit ergangen ist oder noch schlimmer. Sie ist eine von wenigen Überlebenden.
Auch wenn wir viel über die Schrecken von Kriegen und speziell die des zweiten Weltkrieges hören, ist es doch schwer zu begreifen. Ich habe aber das Gefühl, dieses Buch hat mich ein wenig nähergebracht, um es wenigstens im Entferntesten mit zu durchleben. Umso heftiger ist die Vorstellung, dass das Buch auf einer wahren Begebenheit beruht und alles auch wirklich stattgefunden hat. Dahinter steckt neben Herzblut und enormer Recherchearbeit der Autorin sicherlich noch so viel mehr.
Ich hätte nicht gedacht, dass die Geschichte tatsächlich über so einen langen Zeitraum erzählt wird, aber es wurde wirklich von 1940 bis 1946 erzählt. Dadurch gab es auch einige größere Zeitsprünge, die teilweise etwas verwirrend kamen, aber auch genau richtig waren.
Ich habe das Buch innerhalb der letzten zwei Tage durchgesuchtet, aber auch wenn das Buch „nur“ 300 Seiten hatte, habe ich ungewöhnlich lange dafür gebraucht. Das lag vermutlich zum einen daran, dass die Schrift eher klein war, zum anderen waren die Sätze etwas lang und komplex, wodurch der Lesefluss ein wenig gestört wurde. Letztendlich hat nur das dazu beigetragen, warum das Buch kein Jahreshighlight geworden ist.
Hedys Geschichte hat mich zutiefst beeindruckt und vor allem auch überrascht, ich habe hier ganz neue Sichtweisen kennengelernt. Diese Geschichte werde ich nicht so schnell vergessen und bestimmt noch einige Male lesen, große Herzensempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Ich brauche mehr Bücher wie dieses!

Felix Ever After
3

Erstmal mag ich dieses Cover unglaublich gerne und bin auch hier froh, dass es größtenteils vom Original übernommen wurde, weil es einfach perfekt zur Geschichte passt.

Das Buch kann man dem Young Adult ...

Erstmal mag ich dieses Cover unglaublich gerne und bin auch hier froh, dass es größtenteils vom Original übernommen wurde, weil es einfach perfekt zur Geschichte passt.

Das Buch kann man dem Young Adult Genre zuordnen und es geht um Felix Love. Wir begleiten ihn dabei, wie er sich das erste Mal verliebt und dabei auch zu sich selbst findet.
Es war so schön, Felix' Entwicklung zu beobachten, die in diesem Buch unglaublich gut zur Geltung kam. Auch wenn er definitiv nicht alles richtig macht, waren es seine Fehler, die dieses Buch so authentisch gemacht haben. Es war deutlich zu spüren, wie unsicher Felix ist, wie viele Zweifel in ihm sind und es hat mir manchmal wirklich das Herz geblutet und ich wollte ihn nur in die Arme schließen. Aber diese offensichtliche Verletzlichkeit und Wut, um diese zu überspielen, waren so lebensecht und in meinen Augen auch absolut nachvollziehbar. Am Anfang ist es mir noch schwer gefallen, mich in ihn hineinzuversetzen. Ich bin aber wirklich stolz auf ihn, denn am Ende ist er über sich selbst hinausgewachsen.

Diese Geschichte ist gefüllt mit wahren Lebensweisheiten, voller wertvoller Gedanken. Durch die ehrliche Denkweise von Felix habe ich mich oft auch selbst verstanden gefühlt.

Die Diskriminierung, die Felix täglich als trans, queer und dazu noch PoC erfährt, war greifbar und auch die damit verbundene Unsicherheit. Ich finde es mega, dass es immer mehr Bücher mit diesen Thematiken auf dem deutschen Buchmarkt gibt! Außerdem war es der erste Roman, den ich gelesen habe, in dem gegendert wurde.

Ezra, der beste Freund von Felix, ist wohl auch mein Lieblingscharakter dieses Buches. Die Freundschaft, die ihn mit Felix verbunden hat, war so tief und ich bin der Meinung, dass jede:r so eine Freundschaft im Leben braucht. Egal was passiert, die beiden können sich trotzdem aufeinander verlassen und stehen sich bei in allen Lebenslagen.
Was mich auch überrascht hat, war die Unvorhersehbarkeit, viele Wendungen hätte ich niemals so vorausgesehen.

Letztendlich hat mich persönlich das Buch emotional nicht ganz so stark berühren können, wie erhofft, aber ich vermute, das liegt an der fehlenden thematischen Nähe in meinem Leben.

Diese Geschichte hat mir umso stärker gezeigt, wie vielfältig doch diese ganze Welt ist und einzigartig jeder Mensch darin. Es war ein Buch voll mit Selbstfindungsprozessen, auf der Suche nach Geschlechtsidentität und nach dem Sinn hinter allem, in unfassbar herzerwärmenden und authentischen Worten erzählt.

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Veröffentlicht am 27.10.2021

Zunehmend an Fahrt aufnehmend!

The Watchers - Wissen kann tödlich sein
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Erst gerade eben habe ich das Buch beendet und bin noch etwas überwältigt von diesem Ende.

Vielleicht habt ihr schonmal von den anderen Büchern 'The One' oder 'The Passengers' von diesem Autor gehört. ...

Erst gerade eben habe ich das Buch beendet und bin noch etwas überwältigt von diesem Ende.

Vielleicht habt ihr schonmal von den anderen Büchern 'The One' oder 'The Passengers' von diesem Autor gehört. Bis jetzt habe ich darüber fast ausschließlich nur positive Meinungen gehört und auch wenn ich diese Bücher (noch) nicht gelesen habe, hat sich 'The Watchers' in meinen Augen super spannend angehört.

Es geht um ein Geheimprojekt der britischen Regierung, bei dem bestimmt ausgewählte Menschen Informationen, die unbedingt geheim gehalten werden müssen, mit ihrem Leben beschützen sollen. Doch kann das lange gut gehen?

Ich habe nicht besonders viel erwartet und mich einfach mal auf die Handlung eingelassen, der Einstieg ist mir auch sehr leichtgefallen. Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm.
Die Handlung wurde aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, was ich hier als sehr passend gewählt empfunden habe, da dadurch ein sehr guter Blick hinter jede Handlung der einzelnen Personen sichtbar wurde.

Leider muss ich sagen, dass mich das Buch in der ersten Hälfte des Buches eher so semi gepackt hat. Ich wollte auf der einen Seite zwar sehr gerne weiterlesen, aber auf der anderen Seite war es einfach nicht das, was zu meiner Stimmung gepasst hat. Zumal besonders eine Perspektive ziemlich brutal erzählt wurde.

Doch zu meiner Freude nahm die Handlung ab Seite 300 immer mehr an Fahrt auf und die letzten 150 Seiten konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen, so spannend war es. Eine unvorhersehbare Wendung jagte die nächste und tatsächlich gab es auch einige Plotwists, bis zur letzten Seite.
In diesem Buch finden viele verschiedene Menschen und ihre Leben Platz und es hat sehr gut gezeigt, dass die Wahrheit doch oftmals anders sein kann, als man denkt. Auf diese beeindruckende Art hat es mir auf jeden Fall den Kopf verdreht.

Ich plane definitiv, die anderen Bände auch noch zu lesen, da diese Geschichten schon angedeutet wurden und sich genauso interessant anhören.
Dieses Buch kann ich nur für alle Thriller-Leser:innen empfehlen, oder die auf sehr viel Action und verdrehte Wahrheiten stehen.

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Veröffentlicht am 22.10.2021

Erstaunlich tiefgreifend und berührend!

Drive Me Crazy – Für die Liebe bitte wenden
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In Beth O'Learys neustem Buch geht es genau das: einen Roadtrip zwischen alten Bekannten. Wobei dieser unfreiwillig ist und auf der Fahrt alles andere als glatt läuft. Addie trifft nach Monaten ihren ...



In Beth O'Learys neustem Buch geht es genau das: einen Roadtrip zwischen alten Bekannten. Wobei dieser unfreiwillig ist und auf der Fahrt alles andere als glatt läuft. Addie trifft nach Monaten ihren Ex-Freund Dylan wieder und allein das schreit nach Konfliktmaterial.

Letztendlich wurde dies richtig gut dargestellt! Ich werde an dieser Stelle nicht mehr auf den Inhalt eingehen, da ich glaube, dass man sich auf diese Geschichte einfach einlassen muss, da so viel mehr behandelt wurde.
Der Roadtrip stellte überraschenderweise nur einen Handlungsstrang dar, in dem anderen gab es regelmäßige, längere Rückblenden in die Vergangenheit, in der die frühere Kennenlernzeit der Freunde beschrieben wurde und wie es zu den Konflikten zwischen allen kam.
Erst langsam lichtet sich die Dunkelheit der Geheimnisse und was wirklich passiert ist trat ans Licht. Dabei ist offensichtlich, dass zwischen ihnen extrem viel Unausgesprochenes in der Luft liegt. Die Spannung war dadurch sehr hoch, da ich unbedingt immer weiterlesen wollte, um mehr zu erfahren. Dieses Buch hat mich komplett in seinen Bann gezogen und war erstaunlich süchtigmachend! Vorher habe ich das wirklich nicht erwartet, vor allem auch nicht, dass so viele tiefgründige Themen behandelt werden, zum Beispiel toxische Beziehungen und auch Depressionen. Nachdem sich 'Love to share' vor allem durch seinen witzigen Charme ausgezeichnet hat, war dieser Band dagegen nur selten sehr lustig. Unterhaltsam auf jeden Fall - aber es brodelte zu viel Unverarbeitetes unter der Oberfläche. Es konnte mich emotional auf jeden Fall abholen, die verschiedensten Gefühle habe ich beim Lesen gespürt, besonders auf einen bestimmten Charakter war ich oft sehr wütend, doch selbst da hat sich die Wut zum Ende hin in Verständnis gewandelt. Alle Protagonisten handelten authentisch, ohne perfekt zu wirken und waren sehr gut ausgearbeitet, oftmals konnte ich sie einfach nur ins Herz schließen durch ihre eigene Art.

Alles in allem war die Geschichte zwar nicht wirklich unvorhersehbar, aber das hat absolut nicht gestört. Auch das Ende war sehr zufriedenstellend und ich konnte 'Drive me crazy' mit einem Lächeln schließen. Deswegen: absolute Empfehlung meinerseits!!

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Veröffentlicht am 22.10.2021

Das Finale einer fanatischen Trilogie

Vor Mitternacht Oder Der erste Schachzug des Grauen Mannes
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Dieser 3. Band war ein großartiges Finale der Mitternachtstrilogie!

So. Wo fange ich nur an?
Es ist so, soo dermaßen viel seit dem ersten Band passiert, dass mir wirklich die Worte fehlen.
Auch wenn ...

Dieser 3. Band war ein großartiges Finale der Mitternachtstrilogie!

So. Wo fange ich nur an?
Es ist so, soo dermaßen viel seit dem ersten Band passiert, dass mir wirklich die Worte fehlen.
Auch wenn es mir vermutlich nicht gelingen wird, versuche ich trotzdem das in Worte zu fassen, was ich beim Lesen gefühlt habe.

Es war magisch, eine Reise an einen ganz anderen Ort. Denn auch wenn diese Reihe in der heutigen Welt spielt, ist das Feeling doch so, als wäre man ganz woanders. Genauso muss sie sein und nicht anders, ich habe immer so ein Gefühl von Vollendung in mir wenn ich ein Buch der Autorin lese. Es ist alles so perfekt aufeinander abgestimmt, dass ich oftmals vergesse, dass diese Geschichte nicht das Leben geschrieben hat, sondern dass sie fiktiv ist. Also ja, besser als gut ist dieses Buch auf jeden Fall.

Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal ein paar Worte zu dem fantastischen Schreibstil verlieren. Ich mache das nicht wirklich oft, da es meiner Meinung nach keine 'guten' oder 'schlechten' Schreibstile gibt. Entweder dieser sagt Leser:innen zu, oder eben nicht. Der Schreibstil von Celina Weithaas zählt wohl zu meinen liebsten. Es wird mit sehr vielen stilistischen Mitteln gespielt und dadurch bekommt die Erzählweise schon einen fast poetischen Touch, was ich total liebe. Natürlich trug das vor allem dazu bei, dass Gefühle besonders stark zum Ausdruck kamen.
Und in 'Vor Mitternacht' gab es wirklich sehr viel davon. Wow, was für eine Achterbahnfahrt.

"Nur weil eine Tat gut ist, frisst sie nicht den Schmerz." - S. 427 -

Wenn ich mir vorstelle, wo Chrona ganz am Anfang der Mitternachtstrilogie stand und welcher Mensch sie jetzt ist, liegen buchstäblich Welten dazwischen. Sie hat einen so extremen Wandel durchgemacht, dass ich so einen riesigen Stolz für sie empfinde. In meinen Augen war diese Entwicklung nämlich alles andere als negativ. Was ich aber trotzdem unglaublich gut gemacht fand, ist, dass sie trotzdem nicht sich selbst verloren hat in dieser Zeit. Sie ist irgendwo noch die gleiche Chrona, durchsetzungsstark, stolz und vielleicht ist sie auch ein klitzekleines bisschen überheblich. Aber ein Aufgeben gibt es für sie nicht, dafür bewundere ich sie. Wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht sie das auch durch. Außerdem ist deutlich zu spüren, wie sehr sie die Erlebnisse geprägt haben und wie viel sie lernen konnte. An vielen Stellen in dieser Geschichte kam ihre innere Zerrissenheit sehr gut zur Geltung.
Am wohl tragischsten Moment, am absoluten Tiefpunkt in diesem Buch, habe ich so mit Chrona gelitten. Und es gibt so einige Tiefpunkte in dieser Geschichte, ein absolut fröhliches Buch würde Chronas Geschichte auch nicht authentisch machen.

Meine Meinung zum Großteil der Charaktere hat sich hier nochmal um 180° gewendet, besonders bei Achim. Schon am Anfang des Buches zeigte er sich als eine komplett andere Person, als die, die ich zuerst in ihm gesehen habe. Er legt so eine Aufopferung an den Tag, die die wenigsten Menschen für andere tun würden.
Auch bei dem grauen Mann habe ich das Gefühl, ihn nun schon besser zu kennen, auch wenn ich ihn nie so richtig kennengelernt habe. Er ist eindeutig ein extrem interessanter - wenn auch grausamer - Charakter. (zumal nicht mal wirklich feststeht, WER genau er überhaupt ist)


Dieses Buch ist voller Überraschungen und Wendungen und doch findet am Ende alles seinen Platz, mehr oder weniger freiwillig. Es ist zwar nichts nach einem Plan gelaufen, aber wann in diesem Leben tut es das auch schon?

Ich habe das Gefühl, immer noch nicht alles geschildert zu haben, was mir an diesem Buch so am Herzen liegt.
Diese Bücher lohnen sich absolut gelesen zu werden, also schnallt euch gut an, auf dieser Reise könnte es holprig werden!

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